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Edge-Trading: Aktien mit statistischem Vorteil | KW 51 2018

 

Einen wunderschönen guten Tag liebe Statistic-Trader und Traderinnen,

auch diese Woche haben wir Edge-Aktien für Sie analysiert und vorbereitet.

Falls Sie das Edge-Trading-Format noch nicht kennen, dann können Sie sich die Regeln und die Idee dahinter hier durchlesen: Edge-Trading-Informationen.

Wer sich mit der Systematik der Edge-Aktien bekannt machen will, der sollte sich unsere Artikel-Reihe: Statistische Markttechnik genauestens durchlesen. Dort werden die Statistiken und die Logik hinter den Edge-Aktien offengelegt und erklärt.

Sie wollen wissen wie die Ansagen der Edge-Aktien performed haben? Hier können Sie das letzte Performance-Update einsehen: Edge-Aktien Performance.

 

Edge-Aktie: Adidas (Abkürzung: ADS | Trendrichtung: Short)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

Auch in der vergangenen Handelswoche hat sich für die Adidas-Aktie nicht wirklich viel getan. Der Freitag mit der etwas stärkeren Abwärtsbewegung könnte aber auch wieder ein Impuls dafür sein, dass wir mit dem Short in der Adidas-Aktie auf der richtigen Seite stehen.

Es könnte interessant werden wie sich die Adidas-Aktie entwickeln wird.

 

Edge-Aktie: Ebay Inc (Abkürzung: EBAY | Trendrichtung: Short)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

Die Ebay-Aktie hat, wie wir es in der vergangenen Edge-Woche angedeutet haben, einen Gegentrend etabliert und somit den Short-Edge beendet.

Dennoch hat die Ebay-Aktie nun einen Long-Edge von dem wir profitieren wollen. Diesen werden wir aber bei den neuen Edge-Aktien nochmal erläutern.

Der Short-Edge kann aber, in diesem Fall, mit einem negativen Ergebnis verbucht werden.

 

Edge-Aktie: JP Morgan Chase Co. (Abkürzung: JPM | Trendrichtung: Short)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

In der JP-Morgan Aktie kam es in den vergangenen zwei Handelswochen zu einem positiven Edge.

Die JP-Morgan ist in Richtung Süden abgefallen und konnte unser Edge-Niveau erreichen.

Somit liegt es nun an Ihrem persönlichen Risk- und Moneymanagement ob Sie diesen Wert noch weiter im Portfolio haben wollen oder diesen nun mit dem starken Kursgewinn zurückkaufen.

 

Edge-Aktie: Starbucks Corporation (Abkürzung: SBUX | Trendrichtung: Long)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

In der Starbucks-Aktie kam es, in den vergangenen zwei Handelswochen, zu einem Gegentrend in die Short-Richtung und auch andererseits zu einer positiven Bestätigung des Short-Gegentrends.

Somit kann man den Long-Edge zwar negativ verbuchen, jeder der aber auch den MTA nutzt, konnte schnellstmöglich auch den Short-Edge erkennen und diesen, hoffentlich, positiv ausnutzen können.

 

Edge-Aktie: Twitter Inc (Abkürzung: TWTR | Trendrichtung: Long)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

Auch in der Twitter-Aktie kam es zu einem positiven Ergebnis für unseren Edge!

Somit liegt es nun wieder an Ihrem persönlichen Risk- und Moneymanagement ob Sie die Twitter-Aktie noch weiter im Depot halten wollen.

 

Edge-Aktie: Home Depot Inc (Abkürzung: HD | Trendrichtung: Short)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

Die Home Depot Aktie entwickelt sich, im Großen und Ganzen, sehr positiv für unseren Edge.

Es bleibt jedoch abzuwarten wie sich dieser Wert weiterentwickeln wird. Wir haben schon des Öfteren gesehen, dass ein Wert der gut aussah, sich dennoch ins Negative entwickeln konnte und umgekehrt.

 

Edge-Aktie: Nvidia Corporation (Abkürzung: NVDA | Trendrichtung: Short)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

Das gleiche Szenario, wie auch in der Home Depot Aktie, gilt auch für die Nvidia.

Aktuell schaut alles danach aus, dass wir auch hier unser Edge-Niveau noch erreichen werden, aber es bleibt dennoch alles abzuwarten.

 

Schauen wir uns nun die Edge-Aktien für die kommende Handelswoche an:

 

Edge-Aktie Nr.1: Cisco Systems Inc (Abkürzung: CSCO | Trendrichtung: Long)

(Abbildung: Metatrader 5)

 

Unsere erste Edge-Aktie ist: Cisco Systems.

In der Cisco Systems Aktie finden wir einen etablierten Aufwärtstrend wider, von dem wir profitieren wollen.

Korrigiert somit die Cisco Aktie bis auf ein Preisniveau von 44.15$, so würde dies zu einem Trendbruch führen und die Edge-Aktie wäre nicht mehr interessant für uns.

Steigt die Aktie jedoch, wie wir es erwarten, weiter an und erreicht 49.20$, so würde dies zu einem positiven Ergebnis führen.

 

Edge-Aktie Nr.2: Ebay Inc (Abkürzung: EBAY | Trendrichtung: Long)

(Abbildung: Metatrader 5)

Unsere zweite und letzte Edge-Aktie ist: Ebay.

Auch hier möchten wir, von dem neu etablierten Aufwärtstrend, profitieren.

Korrigiert die Ebay-Aktie bis auf 27.50$, so würde es auch hier zu einem Trendbruch kommen und wir würden ein negatives Ergebnis verbuchen.

Steigt die Aktie jedoch über 30.54$, so könnten wir von einem Long-Edge profitieren und die Ebay-Aktie hätte, eventuell, weiteres Potenzial in Richtung Norden.

WICHTIGE ANMERKUNG:

Bitte achten Sie auf mögliche Korrelationen zum Index und auch mögliche Korrelationen der Aktien untereinander, so dass Sie nicht zu hohes Risiko fahren und Aktien mit ähnlicher Korrelation mit einer gleichen Positionsgröße traden.

Bitte machen Sie sich die Arbeit und überprüfen sorgfältig Ihre Positionen. Sie würden ja auch nicht mit Ihrem Auto ein Rennen fahren ohne zu prüfen, dass Sie genug Benzin, Bremsflüssigkeit und andere wichtige Faktoren positiv erfüllt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen aus der Hauptstadt,

Statistic-Trading

Diese sind die letzten Edge-Aktien die wir für dieses Jahr veröffentlichen.

Wir verabschieden uns somit mit diesen Edge-Aktien bis ins neue Jahr!

Wir wünschen Ihnen ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2019!

Im kommenden Jahr geht es dann weiter mit neuen Edge-Aktien und neuem Content im Bereich des quantitativen Börsenhandels.

 

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin,

Juri Ostaschov

Statistic-Trading

 

Risikohinweis:

Die angebotenen Marktsituationen stellen nur eine persönliche Sicht dar. Sie sind nicht als direkte Aufforderung zum Börsenhandel zu sehen. Statistic-Trading übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche sind ausgeschlossen.

Performance-Update: Edge-Aktien vom 01.01.2017 – 12.12.2018

Sehr geehrte Statistic-Trader und Traderinnen,

es ist wieder an der Zeit für ein aktualisiertes Performance-Update der Edge-Aktien

Seit Beginn 2017 haben wir nun schon 214 Edge-Aktien angesagt und zu jeder Woche den Stand der Aktien offengelegt.

In diesem Beitrag wollen wir uns die aktuelle ungehebelte Performance der Edge-Aktien anschauen.

Doch bevor es zu der aktuellen Performance kommt, möchten wir für die Leser die sich noch nicht aktiv mit den Edge-Aktien beschäftigt haben, einige Fragen beantworten.

Was sind die Edge-Aktien?

Die Edge-Aktien sind, wie man im Namen erkennen kann, Aktien die sich in einer Phase des Edges befinden. Ein Edge ist erstmal nichts anderes als eine Phase in der wir einen statistischen Vorteil haben. Und dieser statistische Vorteil ist das Kernstück unserer Edge-Aktien.

Unsere Edge-Aktien werden mit Hilfe unseres Markttechnischen Trenderkennungs-Algorithmus analysiert und ausgegeben. Wie viele vielleicht schon wissen, ist es nicht so einfach einen reellen und nachweislichen statistischen Vorteil an den Märkten nachzuweisen.

Der Prozess, bis man eine System-Idee hat bis hin zur wirklichen Verifizierung des Edges, ist nicht so einfach wie es sonst so suggeriert wird.

Mit den Edge-Aktien möchten wir jedem Leser die Möglichkeit geben, seinen Trading-Stil in einem statistisch vorteilhaften Bereich durchzuführen.

Wir geben Ihnen bei den Edge-Aktien keine direkten Handelsanweisungen, sondern zeigen Ihnen nur in welchem Bereich der Aktien ein Edge gegeben ist und ab wann dieser aufhört zu existieren.

Es ist auch Ihnen überlassen, ob Sie die Edge-Aktien nachhandeln und wenn Sie diese nachhandeln, ob Sie das mit einer reellen Aktie, einem Aktien-CFD oder einer Option tun.

Die Idee war es, dass wir den Lesern eine wirklich vorteilhafte Marktlage zur Verfügung stellen und Sie darauf Ihr eigenes System anpassen können.

Die Edge-Aktien erscheinen wöchentlich jeden Sonntag bei uns auf der Statistic-Trading Homepage und sind kostenlos für jeden verfügbar.

Auch wenn Sie gleich die statistische Auswertung lesen und sich dafür entschließen auch noch in die detailreiche Analyse reinzuschauen, dann können Sie JEDE Aktie bei uns auf der Homepage nachprüfen.

Da wir auch nur Menschen sind, haben wir, zur Anfangszeit, auch mal Edge-Aktien die in einer vorherigen Ausgabe waren vergessen diese in der aktuellen Ausgabe zu erwähnen. Diese haben wir aber für Sie markiert und auch diese können Sie problemlos mit den Bildern von unserer Website abgleichen und nachprüfen. Transparenz ist uns wichtig.

Wie kam es zu unserer Equity-Kurve?

Bevor wir zu der weiteren Performance-Statistik kommen, so wollen wir noch ein wenig auf die Herangehensweise der Analyse eingehen.

Welche Parameter haben wir in unserer statistischen Auswertung gemessen und katalogisiert?

Hier eine Aufzählung aller gemessenen und katalogisierten Werte:

  • Name der Edge-Aktie
  • Kürzel der Edge-Aktie
  • Kalenderwoche in der die Edge-Aktie erschienen ist
  • Edge-Richtung (Short oder Long)
  • Der Aktienkurs zu dem die Aktie stand als wir die Aktie veröffentlicht haben
  • Wurde der Edge bestätigt (Ja/Gegentrend/Trendbruch)
  • Kalenderwoche in der die Edge-Aktie „beendet“ wurde
  • Der Kurs bei der die Edge-Aktie stand als die Aktie „beendet“ wurde oder es zu einem Gegentrend oder Trendbruch kam
  • Standardisierte Aktienperformance
  • Maximaler Drawdown und durchschnittlicher Drawdown
  • Sharpe-Ratio

Nun kennen Sie alle Werte die es in der detailreichen Aktien-Analyse nachzulesen gibt.

In diesem Content-Artikel möchten wir nur auf die Ergebnisse und die wichtigsten Kennzahlen eingehen.

Die erste Edge-Aktien-Ausgabe erfolgte in der Kalenderwoche 48 2016.

Eine Performance zu errechnen ist gar nicht so einfach, denn jeder kann die Edge-Aktien nach seinem eigenen Trading-Stil handeln. Somit haben wir uns entschieden die Performance zu standardisieren.

Was bedeutet das? Das heißt, dass wir den Kurs der Erscheinungs-Woche genommen haben und diesen dann mit dem Kurs der Beendigung verglichen haben und diese setzten wir dann in ein prozentuales Verhältnis. Somit ergibt sich eine ungehebelte Performance.

Hier zwei Beispielrechnungen:

Die Edge-Aktie A haben wir Long gehandelt und sie hat einen „Einstiegskurs“ von 70,03 $. Der „Ausstiegskurs“ der Edge-Aktie A ist 72,61 $. Somit setzen wir die Differenz von 2,58$ ins Verhältnis zum „Einstiegskurs“ und erhalten eine ungehebelte Performance von 3,68%. Das wäre die Performance, wenn wir eine Aktie zu 70,03$ gekauft und zu 72,61 $ verkauft hätten.

Die Edge-Aktie B haben wir short gehandelt und sie hatte einen „Einstiegskurs“ von 79,26 $. Der „Ausstiegskurs“ lag bei genau 80 $. Somit ergibt das eine negative Performance von -0,74 Aktienpunkten und einer standardisierten Aktienperformance von -0,93%.

Hätten somit nur Edge-Aktie A und Edge-Aktie B gehandelt, hätten wir eine standardisierte Aktienperformance von (+3,68% – 0,93%) = +2,75% erzielt.

Dies war, unserer Meinung nach, die beste Möglichkeit eine reelle Performance-Statistik zu erstellen, denn, wie wir bereits um oberen Text schon geschrieben haben, kann jeder die Edge-Phase für sich verwenden wie er möchte.

Jeder hat wohl ein anderes Stop-Loss-System oder ein anderes Positionsmanagement. Um diesen Variablen entgegenzuwirken, haben wir uns entschieden die Aktien ungehebelt zu messen.

Bitte vergessen Sie aber nicht, dass wenn Sie in den Edge-Aktien einen Hebel verwenden oder wenn Sie nicht alle Edge-Aktien handeln, dass dies zu einem anderen Ergebnis führen kann.

Es sind auch keine Dividendenzahlungen oder optimiertes Risk- und Moneymanagement mit Hilfe von Korrelationen berücksichtigt.

Berücksichtigt man sein Risk- und Moneymanagement und auch die möglichen Dividendenzahlungen, so kann auch dies zu einer Verzerrung der Performance führen. Sowohl in die positive, aber auch in die negative Richtung.

Kein Backtest – Es wurde alles vorher angesagt!

Noch eine Information möchten wir noch hinzufügen, bevor es zu der Performance-Statistik geht.

Dies ist nicht das Ergebnis eines Backtests, denn unsere Edge-Aktien wurden seit KW 48 2016 wöchentlich angesagt.

Alle Kalenderwochen der Edge-Aktien sind auf unserer Website einsehbar und für jeden nachprüfbar.

Die Performance hätte auch komplett anders aussehen können und dennoch wäre alles über unsere Website nachvollziehbar. Sie können alle positiven, als auch negativ geendeten Edge-Aktien nachlesen und selber nachprüfen und entscheiden ob die Edge-Aktien Ihnen in Ihrem Trading helfen können oder ob Sie diese nicht benötigen.

Wir wollten nur vorher klarstellen, dass diese Performance-Statistik nicht durch einen Curve-Fitting Backtest entstanden ist, sondern die Edge-Aktien ungehebelt analysiert worden sind.

Die Performance-Statistik

Kommen wir nun zu den Abbildungen und Statistiken der Edge-Aktien.

(Abbildung: ungehebelte Performance der Edge-Aktien in Prozent)

(Abbildung: ungehebelte Performance der Edge-Aktien in € auf einem 25.000€ Konto)

(Abbildung: Die Drawdowns der Edge-Aktien in Prozent)

(Abbildung: Grundlegende statistische Kennzahlen der Edge-Aktien)

Nun lassen sich alle relevanten statistischen Kennzahlen der Edge-Aktien seit Beginn des Jahres 2017 bis zum 12.12.2018 ablesen.

Auch wenn die Equity-Kurve ganz gut ausschaut, hatten wir dennoch in diesem Zeitraum einen maximalen Drawdown von 21.94%. Dessen muss man sich bewusst sein, dass es, besonders in Aktien, zu stärkeren Draw-Downs kommen kann.

Somit haben wir, seit Beginn des Jahres 2017 eine ungehebelte Performance von 153.09% mit den Edge-Aktien erzielt.

Seit dem letzten Performance-Update haben wir, aufgrund der letzten Marktphasen, einen größeren Drawdown in einzelnen Edge-Aktien Werten erlitten. Wie die vergangenen Performance aussah, können Sie im weiteren Verlauf des Artikels einsehen. Wir haben zu der vergangenen Performance verlinkt.

Dennoch ist dies ein super Ergebnis für eine ungehebelte Aktien-Strategie.

Natürlich kann diese Performance schwanken wenn Sie einen Hebel benutzen oder nicht alle Edge-Aktien handeln.

Auch sind keine Transaktionskosten berücksichtigt, da es für uns unmöglich ist sowohl für CFD’s, Optionen oder physische Aktien einen Wert zu errechnen der allem entsprechen würde.

Sie können aber anhand der Trade-Anzahl und Ihrem Wissen Ihrer Transaktionskosten Ihre Transaktionskosten berechnen.

Es wurden 214 Trades durchgeführt. Nun schauen Sie wie viel Sie im Durchschnitt für eine Market-Position an Spread, Slippage, Haltungskosten bezahlen und rechnen Sie das auf die Transaktionsanzahl drauf.

Die vergangenen Performance-Updates finden Sie hier: Vergangene Performance-Statistik 

Sollten Sie sich dafür interessieren, die Edge-Phase noch auf weitere Handelsinstrumente auszuweiten oder auch auf kleineren Zeiteinheiten die Edge-Phase zu traden, so hätten wir eine optimale Möglichkeit für Sie.

Sollten Sie Interesse daran haben, den MTA und seine Edge-Phase in Ihr Trading zu integrieren, so erhalten Sie hier weitere Informationen zum MTA: Markttechnischer Trenderkennungs-Algorithmus.

Wir sind gespannt, wie sich unsere Edge-Aktien in der Zukunft weiterentwickeln werden!

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin,

Juri Ostaschov
Statistic-Trading

Edge-Trading: Aktien mit statistischem Vorteil | KW 49 2018

 

Einen wunderschönen guten Tag liebe Statistic-Trader und Traderinnen,

auch diese Woche haben wir Edge-Aktien für Sie analysiert und vorbereitet.

Falls Sie das Edge-Trading-Format noch nicht kennen, dann können Sie sich die Regeln und die Idee dahinter hier durchlesen: Edge-Trading-Informationen.

Wer sich mit der Systematik der Edge-Aktien bekannt machen will, der sollte sich unsere Artikel-Reihe: Statistische Markttechnik genauestens durchlesen. Dort werden die Statistiken und die Logik hinter den Edge-Aktien offengelegt und erklärt.

Sie wollen wissen wie die Ansagen der Edge-Aktien performed haben? Hier können Sie das letzte Performance-Update einsehen: Edge-Aktien Performance.

 

Edge-Aktie: Adidas (Abkürzung: ADS | Trendrichtung: Short)

(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

In den vergangene zwei Handelswochen konnte sich die Edge-Aktie ein gutes Stück in Richtung unseres Edges bewegen.

Aktuell verläuft somit alles nach Plan und es ist abzuwarten wie sich die Adidas-Aktie in den kommenden Handelswochen entwickeln wird.

 

Edge-Aktie: ATT Inc (Abkürzung: T | Trendrichtung: Short)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

Die ATT Inc hat in den vergangenen zwei Handelswochen einen Gegentrend in die Long-Richtung etabliert.

Somit ist die ATT-Aktie für unseren Long-Edge nicht mehr interessant und kann somit von der Edge-Liste verschwinden.

 

Edge-Aktie: Ebay Inc (Abkürzung: EBAY | Trendrichtung: Short)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

Auch in der Ebay-Aktie stehen wir kurz vor einem Gegentrend in die Long-Richtung.

Wenn der Kurs der Ebay-Aktie somit noch ein klein wenig aufsteigt, so wird es auch hier zu einem Gegentrend kommen. Dies ist aber noch abzuwarten.

 

Edge-Aktie: JP Morgan Chase Co. (Abkürzung: JPM | Trendrichtung: Short)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

In den letzten zwei Handelswochen ist nicht wirklich viel in der JP Morgan Aktie passiert.

Somit steht auch hier weiterhin der Handelsplan der vorherigen Edge-Woche und es ist somit abzuwarten wie sich diese Aktie entwickeln wird.

 

Edge-Aktie: Paypal Holdings Inc (Abkürzung: PYPL | Trendrichtung: Long)

(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

In der Paypal Aktie kam es, leider, zu einem Trendbruch.

Somit ist auch die Paypal Aktie für unseren Long-Edge nicht mehr interessant und kann mit einem negativen Ergebnis verbucht werden.

 

Edge-Aktie: Starbucks Corporation (Abkürzung: SBUX | Trendrichtung: Long)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

In der Starbucks-Aktie hat sich, im Vergleich zu von vor zwei Wochen, nicht wirklich viel getan.

Somit ist auch hier abzuwarten wie sich dieser Wert in den kommenden Handelswochen entwickeln wird.

 

Edge-Aktie: Twitter Inc (Abkürzung: TWTR | Trendrichtung: Long)

(Abbildung aus der vorherigen Woche Metatrader 5)
(Abbildung aus der jetzigen Woche Metatrader 5)

 

Auch in der Twitter-Aktie haben wir eine ähnliche Situation wie in der Starbucks.

Wir müssen auch hier abwarten wie sich die kommenden Wochen entwickeln werden.

 

Schauen wir uns nun die Edge-Aktien für die kommende Handelswoche an:

 

Edge-Aktie Nr.1: Home Depot Inc (Abkürzung: HD | Trendrichtung: Short)

(Abbildung: Metatrader 5)

 

Unsere erste Edge-Aktie für die kommende Handelswoche ist: Home Depot.

Die Home Depot hat einen, schon kaum übersehbaren, Abwärtstrend hingelegt, von dem wir nun mit unserem Edge was abhaben wollen.

Korrigiert die Home Depot Aktie bis auf ein Preisniveau von 189,00$, so würde dies zu einem Trendbruch führen und die Home Depot Aktie wäre nicht mehr interessant für uns.

Fällt die Aktie jedoch und erreicht 166,00$, so würde unser Edge aufgehen und wir könnten die Abwärtsbewegung der Home Depot Aktie als ein positives Ereignis verbuchen.

 

Edge-Aktie Nr.2: Nvidia Corporation (Abkürzung: NVDA | Trendrichtung: Short)

(Abbildung: Metatrader 5)

 

Unsere zweite und letzte Edge-Aktie für die kommende Handelswoche ist: Nvidia.

Auch hier wollen wir, genauso wie auch in der Home Depot Aktie, von einem Abwärtstrend partizipieren.

Korrigiert die Nvidia Aktie bis auf 223,88$, so würde dies zu einem Trendbruch führen und auch diese Aktie wäre nicht mehr interessant.

Fällt die Aktie jedoch bis auf ein Preisniveau von 141,00$, so würde auch hier ein positives Ergebnis für unseren Edge entstehen.

 

Korrelations-Matrix KW 49 2018

Wir von Statistic-Trading möchten Ihnen mit diesem neuen Feature nun noch mehr Informationen über die Edge-Aktien zur Verfügung stellen.

Somit wird es ab heute in jeder Edge-Ausgabe zu den aktuell aktiven US-Edge-Aktien eine Korrelations-Matrix geben, damit Sie Ihr Risk-Management besser anpassen können.

In unserem Hinweis deuten wir ja immer darauf hin, dass Sie sich bitte die Korrelationen anschauen sollen um nicht ein doppeltes Risiko in zwei korrelierenden Aktien zu haben.

Die Korrelations-Matrix wird Ihnen nun dieses erleichtern.

Für die Berechnung der Korrelations-Matrix nehmen wir eine Historie von 3-Jahren auf Tages-Basis.

Es ist aber so, dass wir aktuell nur die Korrelationen für die US-Aktien Ihnen zur Verfügung stellen können. Für die US-Aktien haben wir eine wunderbare und fehlerfreie Datenbasis und können somit sichergehen, dass die Korrelationen richtig berechnet worden sind.

Für Deutsche-Aktien haben wir keine so sauberen Daten und möchten somit hier sagen, dass es nur Korrelationen für aktive US-Edge-Aktien geben wird und leider nicht für deutsche Aktien.

Nun, wie schon angesagt, die aktuelle Korrelations-Matrix:

 

Somit passen Sie Ihr Risk-Management nun mit diesem Wissen an und riskieren Sie nicht zu viel Kapital in zu stark korrelierende Märkte.

Wir werden die Korrelations-Matrix Woche für Woche mit den aktuellen Edge-Aktien ergänzen oder die inaktiven herausnehmen.

Hiermit sollen Sie einen noch besseren statistischen Überblick über die Edge-Aktien erhalten.

Wir hoffen wir können Ihnen mit der Korrelations-Matrix in Ihrem Trading weiterhelfen.

 

WICHTIGE ANMERKUNG:

Bitte achten Sie auf mögliche Korrelationen zum Index und auch mögliche Korrelationen der Aktien untereinander, so dass Sie nicht zu hohes Risiko fahren und Aktien mit ähnlicher Korrelation mit einer gleichen Positionsgröße traden.

Bitte machen Sie sich die Arbeit und überprüfen sorgfältig Ihre Positionen. Sie würden ja auch nicht mit Ihrem Auto ein Rennen fahren ohne zu prüfen, dass Sie genug Benzin, Bremsflüssigkeit und andere wichtige Faktoren positiv erfüllt werden.

 

Mit freundlichen Grüßen aus der Hauptstadt,

Statistic-Trading

 

Monte-Carlo-Simulation: Der Backtest für Ihren Backtest

Monte-Carlo-Simulation: Der Backtest für Ihren Backtest

In unserem aktuellen Content werden wir Ihnen die Monte-Carlo-Simulation näherbringen. Denn, unserer Meinung nach, ist die Monte-Carlo-Simulation ein sehr nützliches Werkzeug für das Trading. Denn mit der Monte-Carlo-Simulation können Sie sowohl Ihre Trading-Strategien auf Robustheit und Stabilität überprüfen, als auch wirklich nützliche Forecasts generieren.

Lassen Sie uns aber, fürs Erste, bei der Robustheit und Stabilität von Handelsstrategien bleiben. Denn die Thematik des Forecasts durch die Monte-Carlo-Simulation ist ein etwas deutlich komplexeres Thema. Auf dieses würden wir gerne in einem separaten Artikel eingehen.

 

Was genau ist eine Monte-Carlo-Simulation?

So wie es halt leider im Leben ist, müssen wir uns erstmal mit den Basics auseinandersetzen, bevor wir zu dem spannenden Teil kommen.

Die Monte-Carlo-Simulation ist, zuallererst, eine mathematische Technik der quantitativen Analyse. Sie soll dabei aushelfen, verschiedene Eintrittswahrscheinlichkeiten darzustellen und mit Hilfe dieser die Entscheidungshilfe zu unterstützen.

Was bedeutet somit die Monte-Carlo-Simulation für die Trader?

Mit Hilfe der Monte-Carlo-Simulation kann der Trader die Ergebnisse seiner möglichen Handlungen „vorhersehen“. Sie können mit der Monte-Carlo-Simulation die Extremwerte eines Handelssystems ermitteln und diese simulieren.

 

Wieso ist die Monte-Carlo-Simulation so wichtig für das Trading?

Nehmen wir mal an, Sie haben ein fertiges Handelssystem entwickelt und haben dieses nun einem Backtest unterzogen. Das Ergebnis von diesem Backtest ist positiv. Es scheint als ob Sie es endlich geschafft haben und Sie nun das große Geld an den Börsen verdienen können. Doch ist dem so? Wie signifikant ist denn dieser Backtest alleine?

Ein Backtest hat immer einen positiven Bias. Was heißt das? Das heißt, dass ein Backtest, so gut wie immer, ein besseres Ergebnis abwirft, als es in der Realität auftreten würde. Doch wieso?

Ein Backtest findet immer in einer perfekten Umgebung statt. Das heißt, dass Sie im besten Fall zwar vielleicht den Spread eingestellt haben, aber die Slippage wird außen vorgelassen. Die Trades werden perfekt ausgeführt und perfekt beendet. In solch einem „perfekten“ Trading-Umfeld lässt sich natürlich ganz einfach Geld verdienen. Doch die Realität sieht meistens anders aus.

Das Ergebnis eines Backtests kann sich drastisch verändern, wenn man das Handelssystem auch nochmal in einer Monte-Carlo-Simulation testet.

Unserer Meinung nach ist ein Handelssystem nichts anderes, als eine Wahrscheinlichkeitsverteilung zu unseren Gunsten mit einem positiven Erwartungswert. Wie sich aber die Wahrscheinlichkeiten aufteilen oder anordnen, weiß niemand.

Gehen wir mit diesem Gedanken an einen Backtest ran, so erkennen wir, dass ein Backtest nur EINE mögliche Anordnung der Wahrscheinlichkeiten darstellt. Doch die Wahrscheinlichkeiten ordnen sich jedes Jahr, jeden Monat, jede Stunde, jede Minute aufs Neue an. Genau hier kommt nun die Monte-Carlo-Simulation ins Spiel. Denn mit Hilfe dieser Simulation können Sie erkennen, ob der im Backtest gezeigte maximale Draw-Down auch wirklich der maximale Draw-Down ist. Oder ob bei einer anderen Verteilung der Wahrscheinlichkeiten der Draw-Down auch nochmal deutlich größer ausfallen kann.

Genauso kann es auch passieren, dass in 30 von 50 Simulationen das Handelssystem nicht profitabel abschneidet. Somit würden wir ein Handelssystem dennoch nicht verwenden, auch wenn es im Backtest ein positives Ergebnis geliefert hat.

Mit Hilfe der Monte-Carlo-Simulation können Sie nun die Wahrscheinlichkeiten Ihrer Trades komplett neu einordnen und den positiven Bias glätten. Natürlich alles unter der Prämisse, dass Sie alle vorherigen Schritte wie die Betrachtung einer relevanten Historie, der Errechnung des Standardfehlers etc. beachtet haben.

Bevor wir an die Einzelheiten gehen, möchten wir Ihnen ein Experiment zeigen.
In diesem Experiment haben wir 500 willkürliche Trades eingesetzt. Diese 500 Trades ergeben ein positives Ergebnis mit einem positiven Erwartungswert und einer Trefferquote von über 50%. Nehmen wir an, dass das unser erster Backtest ist.

So sieht das erste „Backtest-Ergebnis“ aus:

(Abbildung 1: Equity Kurve der Strategie mit den ausgedachten Zahlen)

 

(Abbildung 2: Statistische Kennzahlen der Strategie mit den ausgedachten Zahlen)

 

In der Abbildung 1 erkennen Sie nun die Equity-Kurve unserer erfundenen Strategie und in der Abbildung 2 die dazugehörigen statistischen Kennzahlen.

So könnte ein Backtest aussehen den Sie vielleicht auch schon mal für sich selber gemacht haben.

Schauen wir uns nun 3 Monte-Carlo-Simulationen an, die auf derselben ausgedachten Strategie beruhen. Wie stark kann das Ergebnis schwanken? Die statistischen Kennzahlen sehen doch eigentlich ganz gut aus. Schauen wir mal rein.

(Abbildung 3: Erste Monte-Carlo-Simulation)

 

(Abbildung 4: Zweite Monte-Carlo-Simulation)

 

(Abbildung 5: Dritte Monte-Carlo-Simulation)

 

Was können wir nun aus den drei Monte-Carlo-Simulationen ableiten? Schauen wir uns doch diese einzeln an.

Die erste Monte-Carlo-Simulation hat ein deutlich schlechteres Endergebnis als die Ursprungs-Equity-Kurve. Sie verläuft mit sehr vielen Seitwärtsphasen und jede Menge kleinerer Draw-Downs. Diese Equity-Kurve unterscheidet sich sehr stark von der Ursprungs-Kurve. Es ist aber dennoch ein und dieselbe Strategie. Nun sind aber die Wahrscheinlichkeiten anders verteilt.

Die zweite Monte-Carlo-Simulation fällt deutlich besser aus, als die Ursprungs-Kurve. Diese Kurve verläuft mit deutlich weniger Seitwärtsphasen und viel geringeren Draw-Downs.

Die dritte Monte-Carlo-Simulation hat auch ein etwas schlechteres Endergebnis als die Ursprungs-Kurve. Die Draw-Downs und die Seitwärtsphasen sind aber dennoch sehr stark ausgeprägt.

Was können wir nun daraus schlussfolgern? Unserer Meinung nach, ist es ein unglaublicher Vorteil zu erfahren, wie ein und dieselbe Strategie bei einer unterschiedlichen Wahrscheinlichkeitsverteilung ausschauen kann. Das hat, unter anderem, auch einen sehr starken psychologischen Effekt. Zuallererst wird man von Draw-Downs und Seitwärtsphasen mental weniger stark betroffen. Da wir ja durch die Monte-Carlo-Simulation gesehen haben, wie lange und wie stark diese ausfallen können.

Wir erfahren auch, dass das Real-Trading-Ergebnis auch abweichen kann. So dass wir mit unseren Gewinn-Zielen nicht so festgesetzt sind. Würden wir nun nicht 3 sondern 300 Monte-Carlo-Simulationen durchführen, so könnten wir durch die Ermittlung der wichtigsten Durchschnitts-Kennzahlen herausfinden, wie die Performance auf langfristiger Basis aussehen könnte und welches die Best- und welche die Worst-Case-Szenarien sind.

Wir möchten auch nochmal darauf hinweisen, dass eine Monte-Carlo-Simulation nur so lange Signifikanz hat, so lange die Parameter und Umstände gleichbleiben. Die Parameter und Umstände verändern sich aber an der Börse täglich. Somit müssen Sie Ihre Trading-Parameter und die Parameter Ihres Handelssystems stets im Fokus haben. Eine Monte-Carlo-Simulation hat auch nicht nur Vorteile. Solange Sie aber, spätestens mit Hilfe dieses Artikels, das nötige Wissen über die Monte-Carlo-Simulation besitzen, ist es ein sehr nützliches Trading-Werkzeug.

 

Die Monte-Carlo-Simulation als Robustheits-Test

Wir verwenden die Monte-Carlo-Simulation sehr gerne für unseren Robustheits-Test eines Handelssystems.

Wie wir Ihnen schon erklärt haben, hat ein Backtest immer einen positiven Bias. Die Aufgabe ist es nun, dass diese positive Verzerrung deutlich schwächer wird und wir es, mit Hilfe der Monte-Carlo-Simulation, schaffen, dass wir dem Realitätswert so nahe wie möglich kommen.

Wofür verwenden wir persönlich die Monte-Carlo-Simulation? Zum einen, wie auch schon im Titel erwähnt, als Robustheits-Test für unsere Handelssysteme. Zum anderen verwenden wir die Monte-Carlo-Simulation als Forecast Methodik. Auf die Forecast Methodik wollen wir heute aber nicht eingehen, dazu wird es, höchstwahrscheinlich, nochmal einen separaten Content geben, da dieses Thema doch etwas komplexer und mathematischer wird.

Doch wie genau verwenden wir nun die Simulation für unseren Robustheits-Test?

Wir nehmen, auf unser ausgedachtes Beispiel angewandt, 20 Monte-Carlo-Simulations-Testergebnisse und ziehen daraus unseren Mittelwert. Nochmal. Wir führen nun 20 Monte-Carlo-Simulationen durch die auf Grundlage unserer ausgedachten Strategie beruhen und notieren uns die Kennzahlen die wir benötigen. In diesem Beispiel ist es der durchschnittliche Gewinn pro Trade und die durchschnittliche Jahresperformance.

Schauen Sie sich nochmal die Abbildung 2 an. Dort erkennen Sie, dass der durchschnittliche Gewinn, in diesem Fall gleich dem Erwartungswert, 11,02 Euro beträgt. Und die durchschnittliche Jahresperformance liegt bei ca. 2900 Euro.

Wie schauen nun die Werte aus, nachdem wir 20 Monte-Carlo-Simulationen durchgeführt haben? Hier die Ergebnisse:

(Abbildung 6: Durchschnittlicher Gewinn pro Trade nach 20 Monte-Carlo-Simulationen)

 

(Abbildung 7: Durchschnittliche Jahresperformance nach 20-Monte-Carlo-Simulationen)

 

Entschuldigen Sie das hässliche Design, wir sind leider keine Designer und für unsere Verhältnisse ist das schon sehr hübsch.

In den oberen 2 Abbildungen sehen Sie nun die Ergebnisse der 20 Monte-Carlo-Simulationen. Welche nützlichen Informationen können wir nun für unser Trading oder unser Handelssystem entnehmen?

Wir erkennen auf den ersten Blick, dass der durchschnittliche Gewinn pro Trade nach 20 Simulationen kleiner ausfällt als nach dem Backtest. Das ist das, was wir mit dem positiven Bias gemeint haben. Der Backtest hat, sehr oft, eine positive Verzerrung.

Der durchschnittliche Gewinn pro Trade nach 20 Simulationen beträgt nun 9,83 Euro. Wir erkennen aber auch, dass das höchste Ergebnis 18,21 Euro beträgt. Wir erkennen aber auch das niedrigste Ergebnis und das ist 5,50 Euro. Das niedrigste Ergebnis ist fast 50% geringer als das Ergebnis des ursprünglichen Backtests. Diese Information ist sehr viel wert. Denn nun können wir unsere Psyche und unsere Erwartungen auf diese Parameter anpassen.

Dasselbe Prinzip haben wir auch bei der durchschnittlichen Jahresperformance. Auch diese fällt nach 20 Monte-Carlo-Simulationen etwas geringer aus. Auch hier können Sie die Höchst- und Tiefpunkte der 20 Simulationen ablesen.

Wir möchten Sie nochmals darauf hinweisen, dass diese Ergebnisse nur dazu dienen um eine bestimmte Systematik und unsere Herangehensweise mit der Monte-Carlo-Simulation zu verdeutlichen.

Es ist auch immer besser, lieber ein paar Simulationen mehr zu haben als zu wenig. Wir führen für die Tests unserer Handelssysteme mindestens 100 Monte-Carlo-Simulationen durch bei denen wir auch mit den Parametern variieren um zu überprüfen, ob das Handelssystem bei stärkeren oder schwächeren Abweichungen der Grund-Parameter immer noch eine ähnliche Performance abwirft oder ob schon sehr kleine Parameter-Abweichungen das Tradingsystem zum Kollabieren bringen.

Wie viele Simulationen die optimale Testmenge ergeben, ist sehr schwer zu beantworten. Unsere Devise lautet da wohl, lieber ein paar mehr als weniger.

 

Mit welchem Programm können Sie eine Monte-Carlo-Simulation durchführen?

Viele glauben, dass man solche Simulationen nur mit kostspieligen Programmen durchführen kann. Das ist aber definitiv nicht so.

Wir bevorzugen für den Start, bevor wir wirklich Geld in teure Software investieren, erstmal das Lean-Konzept. Das heißt, dass wir den Weg mit den geringsten Kosten gehen. Meistens ist dieser Weg auch der mit dem geringsten Aufwand.

Wir verwenden für den Anfang immer Excel. Excel hat mittlerweile so gut wie jeder auf seinem Laptop oder Rechner. Zur Not geht auch OpenOffice.

Es muss nicht immer teure Software sein. Mit Excel kann man so gut wie alles programmieren was man für das Trading benötigt.

Probleme tauchen erst auf, wenn die historische Datenmenge größer wird, dann kommt Excel an seine Grenzen. Bis dahin ist es aber ein optimales Werkzeug.

 

Welche Paramater benötige ich um eine Monte-Carlo-Simulation mit Excel durchzuführen?

Jetzt wird der Stoff ein wenig trocken. Das ist zwar für die meisten das Langweiligste, aber unserer Meinung nach ist das das Essenzielle.

Was benötigen wir denn nun, um eine Monte-Carlo-Simulation durchzuführen.

Hier habe ich fürs Erste einen Ausschnitt aus unserer Monte-Carlo-Simulation Excel-Datei:

(Abbildung 8: Ausschnitt aus Excel Monte-Carlo-Simulation)

 

Die in Gelb markierten Felder sind die Daten die Sie benötigen um eine fachlich saubere Monte-Carlo-Simulation durchzuführen.

Gehen wir diese mal Schritt-für-Schritt durch. Am Ende dieses Kapitels werden Sie selbst in der Lage sein können eine Monte-Carlo-Simulation auf Excel oder OpenOffice zu erstellen.

 

Schritt 1: Listen Sie alle Ihre Trades

 Zuallererst müssen Sie all Ihre Trades untereinander in die Excel-Liste importieren. Sei es nun von einem Metatrader 4/5 backtest, Welthlab oder ähnelichen Programmen. Viele Programme haben auch schon eine Monte-Carlo-Simulation inbegriffen, dennoch möchten wir Ihnen hier aufzeigen, wie Sie sich selbst eine Monte-Carlo-Simulation erstellen können. Denn nur so verfügen Sie auch wirklich über Ihre eigenen Daten.

Sind nun alle Trades übertragen, geht es zum zweiten Schritt.

 

Schritt 2: Mittelwert errechnen

Ich denke, dass wir auf den Mittelwert nicht lange eingehen müssen. Diese statistische Kennzahl sollte eigentlich jedem bekannt sein.

Hier ist die Formel die Sie in Excel eintragen müssen:  =MITTELWERT()

 

Schritt 3: Standardabweichung berechnen

 Nun benötigen Sie nur noch die Standardabweichung. Was sagt uns die Standardabweichung denn eigentlich?

Die Standardabweichung sagt nichts anderes aus, als wie unsere Daten verteilt sind. Im Detail sagt diese Zahl aus, wie weit unsere einzelnen Datenmengen im Durchschnitt von unserem Mittelwert entfernt sind.

Mit der Standardabweichung sind wir in der Lage die Streuung von Verteilungen zu messen.

Hier ist die Formel die Sie in Excel eintragen müssen: =STABW.S()

 

Schritt 4: Die Verbindung der Daten zur Monte-Carlo-Simulation

Nun kommen wir zur wirklichen Monte-Carlo-Simulation.

Mit Hilfe dieser Formel, erhalten Sie nun Ihre gewünschte Monte-Carlo-Simulation: =NORM.INV(ZUFALLSZAHL();MITTELWERT;STANDARDABWEICHUNG)

 Haben Sie diese Formel in eine Excel-Zelle eingegeben und diese mit den Werten Mittelwert und Standardabweichung fixiert, so erhalten Sie nun eine Zahl der Monte-Carlo-Simulation. Haben Sie einen Windows-Rechner, so können Sie durch das drücken der F9-Taste immer wieder eine neue Monte-Carlo-Zahl generieren die auf der Grundlage Ihrer Trades basiert. Wenn Sie einen MacBook haben sollten, so können Sie die Monte-Carlo-Zahlen generieren, indem Sie in eine leere Zelle klicken und diese dann mit „Entf.“ bestätigen. Bei jedem Klick von „Entf.“ Erhalten Sie die Monte-Carlo-Zahlen.

Diese Formel können Sie nun x-beliebig nach unten ziehen, so dass Sie eine Equity-Kurve simulieren können.

Diese Zahlen Verbinden Sie dann mit einem „Startkapital“ ,wie in unserem Beispiel 5000 Euro, und erstellen daraufhin ein Liniendiagramm.

Nun können Sie x-beliebig eine Equity-Kurve simulieren und wichtige Parameter für Ihr Handelssystem ableiten.

Sie können die größten Draw-Downs untersuchen, Sie können die Schwankung des Erwartungswertes untersuchen oder Sie können die Schwankung der Trefferquote untersuchen.

Es gibt auch Websiten im Internet die einem die Monte-Carlo-Simulation erleichtern. Wie zum Beispiel diese hier: https://www.suricate-trading.de/equitycurvesimulator/

Es ist definitiv nicht verkehrt, dass Sie auch solche Hilfen verwenden, wenn Sie keine eigene Software oder Excel-Simulation zur Verfügung haben.

Wir können Ihnen aber aus Erfahrung sagen, dass eine eigene Excel-Basierte Simulation deutlich mehr Analyse-Vielfalt bietet, als webbasierte Hilfen.

Nur mit einer eigens programmierten Monte-Carlo-Simulation sind Sie in der Lage die Schwankungen der relevanten Kennzahlen zu bestimmen. Denn eine Trefferquote oder ein Mittelwert ist nie fix. Diese Kennzahlen verändern sich von Trade zu Trade. Solche Schwankungen des Erwartungswertes oder der Trefferquote erhalten Sie nur, wenn Sie sich in Ihre eigene Excel-Basierte Monte-Carlo-Simulation einarbeiten.

Sollten Sie Hilfe oder Anregungen benötigen, stehen wir Ihnen natürlich sehr gerne zur Verfügung und freuen uns über Ihre Fragen oder Ihr Feedback. Schreiben Sie uns einfach unter info@statistic-trading.de

Im nächsten Kapitel der Monte-Carlo-Simulation werden wir unsere Forecast-Methodik erläutern, die uns beim Handel mit Optionen unterstützt und wie auch Sie diesen Forecast per Excel programmieren können und für Ihr eigenes Trading nutzen können.

Sollten sich eventuell genug Interessierte für dieses Thema finden, können wir auch ein Webinar, in Verbindung mit FXFlat Wertpapierhandelsbank, auf die Beine stellen und die ganzen Prozesse live erklären.

Wer also Interesse an solch einem Webinar hätte, der kann gerne das untere Kontakt-Formular verwenden oder Sie schreiben uns, wie schon oben erwähnt, unter info@statistic-trading.de

Sollte Ihnen der Content gefallen haben, können Sie sich auch gerne in unseren Newsletter eintragen. Wir würden uns freuen.

 

Wir wünschen Ihnen eine angenehme und ertragreiche Woche.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin,

Statistic-Trading

 

 

 

 

 

 

Insider-Interview: Wie tradet ein institutioneller Trader?

Insider-Interview: Wie tradet ein institutioneller Trader?

Wunderschönen guten Tag liebe Statistic-Trader,

 

in unserem aktuellsten Content haben wir uns mal etwas anderes einfallen lassen. Anstatt über statistische Methoden im Börsenhandel oder der Widerlegung von Börsen-Floskeln zu berichten, haben wir diesmal ein Interview mit einem institutionellen Börsenhändler geführt.  

Unser institutioneller Trader heißt Marc Gründer, ist 23 Jahre jung und arbeitet bei einer renommierten Vermögensverwaltung als Börsenhändler. 

Wir haben uns mit ihm in einem Restaurant in der Nähe von Hannover getroffen und über viele interessante Themen rund um das Thema Trading unterhalten. 

Wir hoffen, dass Sie etwas aus dem Interview mitnehmen können.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei unserem Interview.

 

Statistic-Trading: Hallo Marc, bevor wir mit dem großen Interview beginnen, stell dich doch bitte einmal unseren Lesern vor.

Marc Gründer: Gerne, mein Name ist Marc Gründer ich bin 23 Jahre alt, gebürtiger Hannoveraner und lebe aktuell in Bayern. Ich arbeite dort als institutioneller Händler in einer Vermögensverwaltung.

 

Statistic-Trading: Fangen wir doch mit einer Frage an, die sich bestimmt die meisten Trader stellen: Wie kommt man dazu, dass man institutioneller Trader wird?

Marc Gründer: Nun da gibt es natürlich mehrere Wege. Ich bin über meine persönlichen Beziehungen zu meinem Arbeitgeber gekommen. Man kann das aber natürlich auch über eine Bankerausbildung oder durch eine Bewerbung mit entsprechenden Referenzen schaffen.

 

Statistic-Trading: Seit wie vielen Jahren bist du bereits an den Börsen dieser Welt aktiv und kamst du schon vor deinem Beruf als institutioneller Trader an die Börse oder war das dein Einstieg?

Marc Gründer: Mein Interesse für die Börse begann als ich zur Konfirmation eine Goldmünze von meinem Vater geschenkt bekommen habe. Ich beobachtete von dem Zeitpunkt an jeden Tag die Entwicklung des Goldkurses, entdeckte aber auch schnell weitere Rohstoffe und andere Assets wie Aktien. Das ist nun mittlerweile fast 10 Jahre her. Angefangen habe ich mit dem Handeln von Öl, hier entwickelte ich meine ersten eigenen Strategien und setzte diese um. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Auch Aktien begeisterten mich, wobei ich hier immer auf einen „Turnaround“ spekulierte (und das bis heute mache).

 

Statistic-Trading: Wir haben uns ja durch einen Artikel von mir kennengelernt, den ich auf einem Forum auf Facebook veröffentlicht habe. Du bist also auch in solchen Foren, mehr oder weniger, aktiv. Du siehst somit auch, welche Themen in solchen Foren diskutiert werden. Begonnen bei Support und Resistance bis hin zu „ganz einfach programmierten Handelssystemen die den Markt outperformen“. Was kannst du uns aus deiner institutionellen Sicht sagen, worauf die privaten Trader vielleicht eher achten sollen und auf welche Thematiken sie vielleicht ihre Zeit nicht verschwenden brauchen?

Marc Gründer: Ja ich schaue (auch auf Facebook) nach qualitativen Content. Trading ist ein Beruf in dem man sich ständig fortbilden muss, sonst wird man früher oder später nicht mehr mithalten können, das gilt eben auch für Institutionelle. Ich denke die Probleme der meisten privaten Trader sind Gier und falsche Faulheit, auf beides möchte ich gerne eingehen. Das Gier ein großes Problem ist sehen wir ja bereits an den vielen Menschen die auf Binäre Optionen oder ähnliches hereinfallen. Aber auch im CFD Trading werden die Positionen viel zu groß gemacht, da ihnen der mögliche Gewinn nicht reicht. Dabei sollten sie sich viel mehr um ihre Verluste kümmern und ein ordentliches Risikomanagement haben. Das andere große Problem, die falsche Faulheit, ist dass sie ihre Handelsstrategien nicht testen. Wie sollen sie denn überhaupt wissen was die richtige Positionsgröße ist, wenn sie nicht mal die maximale Verlustserie o.ä. kennen? Das sieht man ganz besonders bei vielen „gecoachten“ Tradern, diese stellen nie ihre Coaches in Frage, was dazu führt das sie nie ihr beigebrachtes „Wissen“ überprüfen. Die „richtige Faulheit“ wäre die Handelsstrategie zu testen und diese zu programmieren.

 

Statistic-Trading: Kannst du vielleicht noch etwas genauer auf die „richtige Faulheit“ eingehen?

Marc Gründer: Wer faul sein möchte muss erstmal fleißig sein. Denn die Arbeit im Trading ist nicht das traden selbst, sondern die ganze Vorarbeit. Sprich eine Strategie entwickeln, testen, optimieren und auf ihre Stabilität prüfen. Im Idealfall programmiert man diese auch damit man in Zukunft „faul“ sein kann und nur noch die Endergebnisse überprüfen muss.

 

Statistic-Trading: Da haben wir wohl identische Ansichten was diese Thematik angeht. Kannst du uns vielleicht ein wenig in deinen Trading-Alltag einführen? Uns vielleicht einen Einblick in die Welt des institutionellen Tradings gewähren?

Marc Gründer: Nun mein Arbeitstag beginnt jeden Tag gegen 8:30 mit den Handelsvorbereitungen. Ab 9:00 startet dann die erste Handelssession welche ca. bis zum Mittag geht. Danach verbringe ich die Zeit bis zur zweiten Handelssession, welche mit der Eröffnung der Wall Street startet, mit dem Entwickeln von neuen Handelsstrategien und dem Auswerten von Statistiken. Die Zweite Handelssession endet dann gegen 21:00. 

 

Statistic-Trading: Also doch ein vollbepackter Arbeitstag J Kommen wir nun mal auf die, eher allgemeineren Themen, zu sprechen. Bevor wir uns noch weiter über algorithmierte Systeme unterhalten. Wie stehst du, persönlich, zum Thema Charttechnik? Fangen wir mal mit dieser „Systematik“ an. Wie ist deine Meinung oder auch vielleicht Erfahrungen zu diesem Thema?

Marc Gründer: Ich selbst handel ausschließlich nach Charttechnik. Meiner Meinung nach ist das auch die leichteste Variante zu traden und auch die am leichtesten erlernbare. Auch ist sie verhältnismäßig leicht adaptierbar auf neue Setups, wodurch man „messbare“ Ergebnisse erhält. Ein weiterer Vorteil ist das man sein Setup relativ leicht backtesten kann, wodurch man schnell sieht ob diese Strategie einen Edge hat, oder eben nicht. Man sollte jedoch je nach Asset weitere Faktoren betrachten, so handel ich nicht bei großen Nachrichten wie beispielsweise einer EZB Zinsentscheidung. Bei Aktien sollte man (je nach Haltedauer) auch mal einen Blick auf News oder die Kennzahlen werfen.

 

Statistic-Trading: Und wie stehst du zum Scalping? Wenn man so in Foren liest ist das ja die „Königsdisziplin“ des Tradings. Stimmst du dem zu?

Marc Gründer: Nein absolut nicht. Es gibt beim Scalping, genau wir auch bei allen anderen Methoden, Leute die damit gut verdienen. Es ist genauso ein Bereich wie auch das Day-, Swing- und Positionstrading. Wer aber glaubt das er dort ein leichteres Spiel hat der irrt gewaltig. Leider gibt es zu viele Scalper auf Facebook die suggerieren das es total einfach wäre und man damit „(…) über 400% im Monat“ machen kann. In gleichen Moment sagt derjenige aber auch das er in einer schlechten Woche 50% seines Kapitals verloren hat, was ist das für ein Risikomanagement? Generell gilt: Je höher die Handelsfrequenz desto geringer die Positionsgröße. Das ist mathematisch lediglich eine Verschiebung und das Endergebnis gleich bzw. ähnlich.

 

Statistic-Trading: Jetzt hast du natürlich auch schon ein sehr interessantes Thema angesprochen: die Rendite. Was ist denn, deiner Meinung nach, eine realistische Rendite die ein Trader erwirtschaften kann? Was sagt dir da deine Erfahrung?

Marc Gründer: Die Renditeerwartungen werden ja immer wieder heiß diskutiert. Das große Problem ist das sie immer an das Risiko gebunden ist. Auch fällt sie von Jahr zu Jahr anders aus, da der Markt nicht jedes Jahr gleich läuft. Bei einem konservativen Handel, mit einem maximalen Drawdown von 7,5%-15%, sollte sie bei circa 20%-40% liegen. Selbstverständlich sind Ausreißer möglich.

 

Statistic-Trading: Welche Faktoren sind denn, von denen du ausgehst, wirklich wichtig um eine stabile Rendite über einen langfristigen Zeitraum erwirtschaften zu können? Ist es eher die Psyche, das Risk- und Moneymanagement, die Strategie an sich oder vielleicht ganz andere Faktoren?

Marc Gründer: Ich denke das die Psyche überhaupt keine Rolle spielt. Denn ein Mensch der seine Strategie wirklich kennt braucht nicht mental stark zu sein. Er weiß genau was er zu tun hat und zu welchem Ergebnis das führt. Es hängt einzig und alleine an der Strategie, denn wer seine Strategie kennt weiß wie viel er riskieren darf und wie viel eben nicht. In einer guten Strategie ist das Risikomanagement ja bereits vorgegeben und nicht jedes Mal anders. Leider wird die Psyche der Leute von vielen Coaches als Sündenbock für das Versagen missbraucht. Denn meiner Meinung nach braucht man nur dann eine starke Psyche, wenn man sich nicht sicher ist ob das was man tut auch wirklich funktioniert.

 

Statistic-Trading: Sehr interessante Ansichtsweise Marc. Zumindest die Thematik mit der Psyche kann vielen Leuten zu denken geben. Ich würde gerne nochmal auf eine Thematik zu sprechen kommen, die wir vielleicht schon erwähnt haben, aber das Thema, meiner Meinung nach, sehr wichtig ist, würde ich das gerne nochmal ansprechen. Woran glaubst du liegt es, dass die institutionellen Händler, prozentual gesehen, viel mehr Geld an der Börse verdienen als der private Trader? Ist die Marktansicht solch eine andere oder liegt es vielleicht daran, dass ein institutioneller Trader es tatsächlich mehr als Arbeit sieht und auch somit mehr Arbeit hineinsteckt, als ein privater Trader?

Marc Gründer: Wir sehen die Märkte genauso wie alle anderen auch, aber haben aber einen enormen Wissensvorsprung da wir uns den ganzen Tag damit beschäftigen. Das Problem mit den privaten Tradern ist das sie traden als „die Arbeit“ ansehen. Das ist es aber nicht, sondern die beschriebene Vorarbeit macht 90% der Arbeit aus. Das traden an sich ist lediglich nur noch die Umsetzung der Strategie.

 

Statistic-Trading: Jetzt mal ein etwas anderes Thema, was auch, höchstwahrscheinlich, viele interessiert. Ich frage dich das mal direkt und straight ins Gesicht: Verarschen Broker ihre eigenen Kunden oder verstehen nur die meisten einfach deren Funktionsweise nicht? Oder liegt es daran, dass der Mensch generell irgendeinen Schuldigen für sein eigenes Versagen sucht?

Marc Gründer: Leider teilweise ja, ich denke jeder hat die Geschichte mit FXCM mitbekommen. Das Problem für die privaten Trader ist einfach das sie nicht prüfen können welche Broker saubere Arbeit leisten und welche nicht. Ich persönlich kann nur empfehlen einen Broker zu benutzen der innerhalb der EU seinen Sitz hat, dann stehen die Chancen schon recht gut. Auch sollte man Market-Maker Broker lieber meiden. Aber ich möchte an dieser Stelle den „Miesepeter“ auch nicht auf die Broker schieben, denn die meisten Trader verlieren auch von alleine. Ich hoffe die meisten Trader wissen ungefähr was ein Broker in der Theorie macht.

 

Statistic-Trading: Da werden jetzt wohl die meisten zu knabbern haben an der Info. Vielen DankJ Jetzt würde ich sehr gerne dir eine Frage stellen, die mir besonders am Herzen liegt: Welchen Stellenwert hat die Statistik für dich Trading?

Marc Gründer: Einen sehr großen, ohne Statistik kann ich keine vernünftige Strategie entwickeln. Man kann auch kein sinnvolles Risikomanagement machen. Wenn man keine Statistik und somit keine vernünftige Grundlage hat, ist es viel mehr ein Glücksspiel.

 

Statistic-Trading: Das ist doch mal eine klasse Antwort 😛 Kannst du uns vielleicht etwas von deinen größten Erfolgen und Niederlagen erzählen? Wo hattest du den größten „Euphorie-Schub“ und wo ist vielleicht auch mal was kaputt gegangen?

Marc Gründer: Wie ich ja bereits sagte spielt die Psyche nur eine Rolle wenn man das „Spiel“ noch nicht richtig verstanden hat. Dementsprechend war es bei mir vor allem ganz am Anfang ein großes Thema. Ich kann mich noch gut an die Euphorie erinnern als ich mein Depot mit dem Handeln von Öl (in kürzester Zeit) auf über +70% bringen konnte. Genauso gut kann ich mich aber auch erinnern wie ich alles wieder verlor und das Konto „geerdet“ habe. Diese Gefühle sind am Anfang völlig normal, haben aber im professionellen Bereich nichts mehr verloren!

 

Statistic-Trading: Was ist deine Meinung zum Thema der Diversifikation? In vielen Büchern, aber auch von vielen Coaches, hört man, dass Diversifikation eine sehr wichtige Sache sei, stimmst du dem zu? Was bedeutet Diversifikation für dich?

Marc Gründer: Wir sind hier nicht beim Investieren, sondern beim Trading. Das sollten wir an dieser Stelle nicht vergessen. Klar kann man viele verschiedene Assets handeln, dann muss man sich aber auch die Arbeit machen und jeden Markt statistisch auswerten. Man könnte jetzt sowohl das Spezifizieren als auch das Diversifizieren argumentativ untermauern, aber ich denke weniger Assets ist besser.

 

Statistic-Trading: Führst du ein Tradingtagebuch? Oder fragen wir anders: Wie wichtig findest du es, dass man seine Trades systematisch dokumentiert?

Marc Gründer: Nein tue ich nicht. Das kommt jetzt für viele vermutlich überraschend, aber sowas macht man nur am Anfang. Die Trades werden ja alle automatisch vom Broker in der Tradehistory dokumentiert. Diese wird dann mit dem Handelsprogramm bzw. dem Backtest abgeglichen. Stimmt das überein ist alles ok.

 

(Marc Gründer (Rechts) und Juri Ostaschov (Inhaber von Statistic-Trading links) beim Interview im Restaurant)

 

Statistic-Trading: Ich würde gerne nochmal zu deinem „Trading-Stil“ zurückkommen. Wie sicherst du deine Trades ab? Also, hast du eine bestimmte Stop-Loss-Technik oder setzt du vielleicht gar keinen Stop-Loss und hedgest deine Position? Klär uns auf 
Marc Gründer: Ich setze keinen Stopp-Loss beim Broker. Das hat den einfachen Grund das ich dadurch, bei einem unterschiedlichen Kurs zwischen Analyseplattform und Handelsplattform, nicht ausgestoppt werde. Den Ausstieg mache ich aber nicht von Hand, sondern mein Handelssystem macht das vollautomatisch im Bruchteil einer Sekunde per Marketorder.

 

Statistic-Trading: Hast du auch eine bestimmte Systematik bei deinen Einstiegen?

Marc Gründer: Ja. Natürlich habe ich verschiedene Strategien mit verschiedenen Einstiegsstrategien. In meiner Hauptstrategie versuche ich „vergünstigt“ dem Trend zu folgen, das heißt das ich mich im Rücksetzer einkaufe.

 

Statistic-Trading: Was ist deiner Meinung nach wichtiger? Der perfekte Einstieg oder eine gute Stop-Loss-Systematik?

Marc Gründer: Ich denke das beides wichtig ist. Ohne einen guten Einstieg kann das Stop-Loss Management zwar einen größeren Schaden verhindern, aber das CRV ist dann trotzdem nicht gut. Andersherum bringt einem ein guter Einstieg nichts, wenn man durch falsches Stop-Loss Management zu früh/ zu spät rausfliegt. Das geht alles Hand in Hand.

 

Statistic-Trading: Man spricht ja immer davon, dass an der Börse irgendwann die Computer und die Algorithmen übernehmen werden. Wie stehst du zu dieser Thematik?

Marc Gründer: Ich denke sie werden mehr und mehr Aufgaben übernehmen. Aber solange wir keine bahnbrechenden Fortschritte im Bereich des maschinellen Lernens machen, werden die Algorithmen nur so intelligent sein wir ihr Programmierer und das ist nun mal ein Mensch wie du und ich.

 

Statistic-Trading: Und noch eine letzte Frage: Was ist, deiner Meinung nach, der Vorteil eines privaten Traders im Vergleich zu einer großen Vermögensverwaltung oder einem Hedgefond? Kann doch nicht nur Nachteile haben oder?

Marc Gründer: Natürlich nicht. Er hat keinerlei Probleme sein Volumen im Markt zu platzieren. Auch kann er sein Risikomanagement betreiben wie er es für richtig hält.

 

Zum Ende hin würden wir Sie sehr gerne zu einem neuen Projekt einladen. Marc Gründer und Statistic-Trading organisieren ein exklusiv Seminar für eine begrenzte Anzahl an Interessenten (15-20).

Dieses Seminar würde ein ganzes Wochenende umfassen und diese Themen würden intensiv behandelt werden:

  • Wieso ist Statistik an der Börse unglaublich wertvoll und wie wende ich diese zu meinen Gunsten an?
  • Wie entwickle ich eine profitable Trading-Strategie?
  • Der Blick auf die Märkte aus der Sicht eines institutionellen Händlers
  • Grundlagen der statistischen und systematischen Trenderkennung
  • Exklusive Einstiegs- und Ausstiegs-Systematiken
  • Die Verwendung der Monte-Carlo-Simulation für Backtests und Forecasts 
  • Professionelles Risiko- und Moneymanagement
  • Konkrete Strategien zum Handeln von Großereignissen
  • Wie Sie Broker gegeneinander ausspielen können
  • Wieso Objektivität und Systematik an der Börse ungeheuer wichtig ist
  • Konkrete Strategien zum Handeln von Trends in einem statistisch Vorteilhaften Bereich

 

Sollten Sie Interesse für dieses Seminar haben, dann melden Sie sich bitte bei uns unter: info@statistic-trading.de und Sie erhalten alle weiteren Informationen per E-Mail oder wenn Sie es auch wünschen, per Telefon oder Skype.

 

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin,

Statistic-Trading

 

 

Die Fibonacci Trading Analyse: Sind Fibonacci Retracements sinnvoll?

Die Fibonacci Trading Analyse: Sind Fibonacci Retracements sinnvoll?

 

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen unsere Ergebnisse einer statistischen Analyse zu dem Thema: Fibonacci Trading.

Wir werden in diesem Artikel nicht auf die Grundlagen der Fibonacci-Zahlenreihe eingehen und wir werden auch nicht einen Grundlagenkurs eröffnen. Jeder der sich die Basics zu dem Thema Trading in Verbindung mit Fibonaccis aneignen will, der findet eine Menge Content auf anderen Blogs oder Informations-Websiten.

Wir wollen uns hier zu der Fragestellung äußern, ob Trading mit Fibonaccis tatsächlich funktioniert oder ob man, wie auch im Falle der Dojis, man der selektiven Wahrnehmung zum Opfer fällt.

Wir sind der Meinung: Nein. Fibonacci Trading funktioniert nicht. Zumindest defintiv nicht so, wie es in der Börsen-Literatur definiert wird.

Wir werden nicht nur erläutern, in welchen Fällen ein Fibonacci-Retracement funktioniert, sondern auch in welchen oder in wie vielen Fällen er auch nicht funktioniert. Das ist nämlich der Punkt, den die Meisten weglassen.

Es ist nämlich von ungeheurer Wichtigkeit zu erkennen, wann eine Methodik nicht funktioniert, anstatt sich nur darauf zu fokussieren und sich eventuell einzubilden, dass die Trading-Systematik funktioniert.

In unserer Analyse wurden insgesamt 665 Trends auf dem Tages-Chart ausgearbeitet. Davon sind 251 Trends aus dem Dax-Markt, 154 aus dem EUR/USD Markt und 261 aus dem Gold-Markt.

Im Dax-Markt begannen wir den ersten Trade im Jahr 1991 auszuzählen, während wir im EUR/USD- und dem Gold-Markt ab dem Jahr 1993 begannen.

Wir haben uns für den Trend auf Tages-Basis entschieden, da in der „Community“ dieser Trend als der stabilste gezählt wird. Obwohl wir in unserer Artikelreihe „Statistische Markttechnik“, das Gegenteil bewiesen haben.

Beginnen wir erstmal mit der Vorgehensweise unserer Analyse.

 

Die Vorgehensweise der Fibonacci Analyse

Wie sind wir die Analyse nun angegangen?

Zu Anfang möchten wir gerne erwähnen, dass wir die Fibonacci Retracements dazu verwendet haben, um den Handel aus der Korrektur zu tätigen. Es existieren definitiv mehrere Möglichkeiten die Retracements zu verwenden. Wir sind aber Trendhändler und haben uns somit für diese Variante entschieden. Es ist auch wohl die gängigste Verwendung von Fibonacci Retracements.

Somit haben wir es für uns ganz simpel gemacht. Wir haben zuallererst einen Trend identifiziert. Fand in diesem Trend eine Korrektur statt, wurde das Fibonacci Retracement an vom Tief bis an das Hoch der Bewegungs-Phase angesetzt und es wurde analysiert, ob die Korrektur-Bewegung auf ein Fibonacci-Retracement reagiert hat.

Für diese „Reaktionen“ haben wir uns eine Systematik ausgedacht. Die Reaktionen auf die Retracements wurden entweder mit einer 0, einer 1 oder einer 2 markiert.

Eine 0 besagt, dass die Korrektur-Phase ein Fibonacci Retracement komplett ignoriert hat.  So sieht, beispielsweise, eine „0“ aus:

 

 

Wir können, im blau markierten Bereich, erkennen, dass sowohl der Docht, als auch der Spike der Kerze unterhalb des 23,6%-Fibonacci Retracements liegt. Das wäre ein schönes Beispiel für eine „0“ aus unserer Analyse.

Eine 1 steht dafür, dass die Korrektur-Phase zwar eine Reaktion am Fibonacci Retracement gezeigt hat, die nächste Korrektur-Bewegung daraufhin aber das Fibonacci Retracement gebrochen hat. Mit einer „Reaktion auf das Fibonacci Retracement“ meinen wir, dass der Markt einen Spike auf dem Niveau des Fibonacci Retracement getätigt hat, der Körper der Kerze aber oberhalb/unterhalb des Fibonaccis liegt.

Hier ein Beispiel für eine „1“:

 

 

In der oberen Abbildung erkennen Sie nun ein Musterbeispiel für eine „1“ aus unserer Analyse. Die grüne Candle hat zwar auf das 23,6% Fibonacci Retracement reagiert, da wir einen Spike oberhalb des Niveaus haben, der Körper aber darunter geschlossen hat. Die nächste grüne Candle jedoch, wie man erkennen kann, reagiert nicht mehr auf das 23,6% Retracement.

Die „1“ ist das, was wir als ein Fehlsignal betiteln würden.

Und zu guter Letzt haben wir da noch die „2“. Die „2“ ist das, was wir als einen Treffer werten. Eine „2“ ist vom Aussehen her, genauso wie eine „1“. Nur dass eine „2“ dann auch im Nachhinein zu einer Trendbestätigung führt.

Hier ein Beispiel:

 

 

Im oberen Bild sehen wir nun, wie eine „2“ aus unserer Analyse aussieht. Hier können Sie deutlich erkennen, dass der Markt an dem 38,2% Retracement reagliert hat. Diese Reaktion führte daraufhin zu einer Trendbestätigung ohne ein weiteres Fibonacci-Retracement zu tangieren oder das 38,2% Fibonacci Retracement zu brechen.

 

Beginnen wir nun mit den Ergebnissen unserer Analyse.

Wir werden jeden Markt den wir aufgearbeitet haben einzeln analysieren und am Ende nochmal eine Analyse für alle Märkte zusammen.

 

Fibonacci Retracement Analyse: Der Dax-30

 

Wir haben nun die Vorgehensweise unserer Analyse erläutert. Erläutert wurde auch, was die genauen Ereignisse: 0,1 und 2 bedeuten. Somit können wir uns jetzt an die Ergebnisse des ersten Börsen-Marktes ansehen.

Wir werden Ihnen in der Analyse des Dax-Marktes noch expliziter unsere Vorgehensweise erklären und auch erläutern, welche Formeln wir verwendet haben um auf die Ergebnisse zu kommen. Somit wird der Dax-Markt am „längsten“ erläutert. Die Formeln und die Methodik sind bei den anderen zwei Märkten identisch.

 

Hier ein grober Ausschnitt der Analyse des Dax-Marktes:

 

 

Sie können natürlich, rein von dem Bild, nichts erkennen. Dieses Bild soll aber aufzeigen, wie intensiv diese Recherche durchgeführt worden ist. Wer Interesse an der Original-Datei hat, der kann uns sehr gerne eine E-Mail (info@statistic-trading.de)  schreiben und wir würden Ihnen die Datei daraufhin zukommen lassen.

Fangen wir mit den grundlegenden, aber dennoch interessanten, Daten an.

 

Im Dax-Markt wurde, seit dem 01.01.1991, jeder Trend auf Tages-Basis analysiert. In Summe waren das 251 Trends. Hier die Ergebnisse:

 

 

Von diesen 251 haben somit 146 Trends einen Trend fortgesetzt, nachdem sich ein Trend etabliert hat und 105 Trends haben einen entstandenen Trend gebrochen ohne eine Trendfortsetzung durchgeführt zu haben.

Dieses Ergebnis spricht erstmal dafür, dass der Trendhandel einen statistischen Vorteil bietet. Also eine Trefferquote von über 50% aufweist. Deswegen lesen Sie das aber hier nicht. Interessanter wird jetzt die nächste Auswertung.

Und zwar dieser hier:

 

 

Diese Analyse gibt darüber Auskunft, zu wie viel Prozent ein Fibonacci Retracement Auswirkung auf eine Trendbestätigung hat. Wie Sie erkennen können, ist das Ergebnis weniger freudig.

Doch wie kamen wir auf dieses Ergebnis? Dazu müssen Sie sich vielleicht noch mal den Abschnitt mit unseren Ereignissen: 0,1 und 2 anschauen.

Um die Effektivität von Fibonacci Retracements auf Trends untersuchen zu können, haben wir eine Formel auf Excel entwickelt.

So sieht das Ganze dann aus:

 

 

Oben im Bild können Sie sowohl unsere Excel-Berechnungs-Formel erkennen, als auch ein Teil der Analyse.

In der Formel steht, einfach ausgedrückt, das hier: Wenn wir eine Trendbestätigung haben und es auch noch in einem der 6 möglichen Fibonacci Retracements eine „2“ vorgekommen ist, dann soll dort „Trend Positiv“ stehen. Tritt das gerade erklärte Ereignis nicht ein, soll dort „Trend Negativ“ stehen.

Somit ist nur ein Trend, der auch tatsächlich ein positives Ereignis an den Fibonacci Retracements getätigt hat, auch signifikant von einem Fibonacci beeinflusst worden.

Wir untersuchen hier ja immer noch die Signifikanz von Fibonaccis.

Wir erhalten somit das Ergebnis, dass nur 45,02% der Trends, auch signifikant von einem Fibonacci „vorhergesagt“ worden sind. In 54,98% der Trends erhielten wir ein negatives Ergebnis.

Wir können nun, nur aus dieser schnellen Analyse erkennen, dass die Fibonacci Retracements nicht Auskunft darüber geben können, wo ein Trend aufhört sich zu korrigieren und von wo er wieder anfängt die Bewegungs-Phase zu wechseln.

Einen statistischen Vorteil hat man dadurch auch nicht gewonnen.

Wir sind aber noch etwas weiter ins Detail gegangen und haben weiter untersucht. Wir haben uns hingesetzt und gefragt: Was können die Trader die tatsächlich mit Fibonacci Retracements traden noch für Fragen haben? Woran könnte es vielleicht liegen, dass unsere Analyse nicht anerkannt wird, weil wir, anscheinend, gegen einen Fibonacci Strom schwimmen?

Auf Grund dieser Fragen, haben wir für jeden Markt noch 3 weitere Extra-Analysen durchgeführt.

Die erste Extra-Analyse soll darstellen, wenn man sich ein System entwickeln würde, indem man IMMER bei einem bestimmten Fibonacci Niveau in den Markt geht und seinen Stop-Loss an den Tiefpunkt des Trends setzt. Mit dieser Analyse soll sozusagen das „beste“ Retracement dargestellt werden. Als Beispiel: Wir haben ein System entwickeln, wo wir IMMER am 50%-Fibonacci einstiegen sobald dieser berührt wird. Wir warten weder auf einen Rücksetzer oder darauf, dass der Markt oberhalb/unterhalb des Fibonacci Niveaus schließt.

Unsere zweite Extra-Analyse soll aufzeigen, wie ein Ergebnis aussehen kann, wenn wir nur Trades eingehen, die aufgrund von einem „1“-Ereignis geprägt sind. Als Beispiel wieder: Wir gehen nur in den Markt hinein, wenn der Kurs zwar eventuell oberhalb/unterhalb des Fibonacci Retracements spiked, aber der Körper dennoch oberhalb/unterhalb des Retracements schließt.

Und unsere dritte Extra-Analyse untersuchen wir, ob wir nicht der selektiven Wahrnehmung zum Opfer fallen.

 

Ergebnis der ersten Fibonacci-Extra-Analyse (Dax-30)

Zuallererst haben Sie hier die Abbildung der Analyse:

 

 

Wie schon erwähnt, erkennen Sie in der obigen Abbildung die Ergebnisse der ersten Analyse.

Die Tabellen sind unterteilt in „kein Trade“, „Positiver Trade“ und „Negativer Trade“. Und diese Ereignisse sind jeweils auf die Fibonacci Retracements analysiert worden.

Sie erkennen nun zum Beispiel, dass auf dem 50-% Fibonacci Retracement von 251 Trades 44 keinen Trade ergaben, 102 einen Trade generiert haben der positiv geschlossen wurde und 105 Trades die negativ geschlossen worden sind.

In der rechten Tabelle können Sie die prozentualen Werte ablesen. Somit haben wir eine 49%-ige positive Trefferquote bei dem 50%-Fibonacci. Ist jetzt nicht so beeindruckend wie wir finden.

Nur das 38,2% und das 23,6% Fibonacci Retracement haben einen statistischen Vorteil. Der Nachteil daran ist aber, dass auch diese Niveau-Punkte den geringsten CRV bieten. Da der Abstand zum Tief des Trends deutlich höher ist, als das Gewinn-Ziel am Hoch des Trends.

Man muss sich somit entscheiden, ob man eher bereit ist eine hohe Trefferquote zu haben oder ein höheres CRV.

Nochmal zur Anmerkung: Wir haben in dieser Analyse nur die Fibonacci-Retracements an sich getestet und keine Handelsstrategie darauf. Was man noch mit einem guten Risk- und Moneymanagement rausholen kann, ist eine andere Geschichte.

Aus dieser und aus der nächsten Analyse lässt sich noch ein sehr interessanter Schluss ziehen. Diese Erkenntnis hatten auch wir erstmal nicht auf dem Schirm. Haben diese aber, nach der Analyse, in unser Trading mit eingebaut. Dazu aber später mehr.

Sie können sich ja in Ruhe die Analyse-Ergebnisse anschauen und sich dazu Gedanken machen.

Kommen wir zur zweiten Extra-Analyse.

 

Ergebnis der zweiten Fibonacci-Extra-Analyse (Dax-30)

Hier das Ergebnis:

 

 

Im Vergleich zur ersten Extra-Analyse, steigen wir nicht immer bei einer Berührung in den Markt, sondern warten auf das Ereignis „1“.

Lesen Sie oben vielleicht noch einmal nach was die „1“ ist, damit Sie die Zahlen auch nicht falsch interpretieren.

Eine „1“ ist sozusagen ein Signal, dass uns von dem Börsen-Markt gegeben wird. Somit steigen wir nicht bei jedem Fibonacci-Niveau ein, sondern nur bei dem, bei dem es auch zu einem Signal kommt.

Aus den Ergebnissen können Sie nun erkennen, dass sich zwar die Tradefrequenz deutlich reduziert, aber dafür auch die Trefferquote ansteigt.

Das Ergebnis des 50-% Fibonacci Retracements steigt von 49% auf 51%. Die Anzahl der Trades verringert sich aber auf 55 Trades.

Interessant wird es, wenn man sich die Veränderung des 23,6% Retracements anschaut. Dort ist die Trefferquote auf satte 75% angestiegen.

Schauen Sie sich auch diese Tabelle in Ruhe an und untersuchen Sie, wie Sie diese Information verwenden können oder auch nicht verwenden können.

 

Ergebnis der dritten Fibonacci-Extra-Analyse (Dax-30)

Da nicht jeder Trader immer nur bei einem Retracement einsteigt, sondern höchstwahrscheinlich bei mehreren Retracements, haben wir die dritte Analyse gemacht.

In dieser Analyse geht es primär darum aufzuzeigen, wie viele Fehlsignale das Fibonacci Trading generieren kann. Es geht auch darum zu untersuchen, ob das Fibonacci Trading nicht der selektiven Wahrnehmung zum Opfer fällt. Denn immer, wenn man sich Trading-Bilder oder Trading-Webinare anschaut wo es um das Thema „Fibonacci-Retracements“ geht, erkennt man immer wieder, wie nur Charts aufgezeigt werden, bei dem der Markt perfekt am Retracement dreht. Und das immer und immer wieder. Fehlsignale gibt es wohl keine. Oder doch?

Schauen wir mal rein:

 

 

Was erkennen wir nun mit Hilfe der Abbildung? Wir erkennen eine Gesamtmenge von 1506. Wie kommt diese zustande? Wir haben 251 Trends. In diesem 251 Trends können, theoretisch, 6 Fibonacci Retracements berührt werden. Somit erhalten wir 251 x 6=1506   mögliche Berührungspunkte für ein Retracement.

Nun erkennen wir, dass 69,52 % aller möglichen Berührungspunkte entweder gar nicht berührt werden oder auch einfach ignoriert werden.

22,64% aller möglicher Punkte ergeben eine „1“. Somit findet dort zwar eine Reaktion auf das Retracement statt, aber nicht unbedingt auch eine Trendfortführung.

Und wir haben nur in 7,84% aller untersuchten Fälle ein Ereignis, was tatsächlich zu einer Trendfortführung führt.

Das ist ziemlich interessant und auch beeindruckend.

Glauben Sie, dass dieses Ergebnis nur so „semi-gut“ war, weil wir hier den Dax-Markt handeln und das Fibonaccis ja viel besser bei Rohstoffen oder bei Forex-Märkten funktionieren? Lassen Sie uns nun die anderen beiden Märkte anschauen.

In den nächsten zwei Märkten werden wir Ihnen nur die Analyse-Ergebnisse zeigen und etwas weniger kommentieren. Die Sinnhaftigkeit und die Vorgehensweise wurde, hoffen wir zumindest, in der Dax-Markt-Analyse verstanden, so dass wir in den nächsten Analysen uns das Tippen sparen können und so gut wie nur die Kennzahlen veröffentlichen können.

 

Fibonacci Retracement Analyse Forex: EUR/USD 

 

So wie der Dax-Markt analysiert wurde, so wurde auch der EUR/USD-Markt analysiert.

Im folgenden erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse des EUR/USD-Marktes.

 

 

Im EUR/USD-Markt wurden alle Tages-Trends seit dem 01.01.1993 analysiert. Wie Sie in der obigen Abbildung erkennen können, hatten wir hier 154 Trends.

Von diesen wurden 84, und somit 54,55%, fortgesetzt und 70, also 45,45%, nicht fortgesetzt.

Aber bei wie vielen Trends war denn ein Fibonacci Retracement überhaupt signifikant?

Schauen wir rein:

 

 

In nur 65 Fällen hatten wir eine Übereinstimmung mit einem Retracement und einer Trendfortsetzung. In 89 Fällen hatten wir diese nicht.

Kommen wir jetzt zu den Ergebnissen der Extra-Analysen.

 

Ergebnis der ersten Fibonacci-Extra-Analyse (EUR/USD)

Gehen wir nun auch hier von einer Strategie aus, in der wir sofort einen Trade absetzen, wenn der Markt ein bestimmtes Fibonacci Retracement berührt. Welche Ergebnisse würden wir erhalten?

Wir erkennen auch im EUR/USD-Markt deutlich, dass je tiefer/höher der Markt an ein Fibonacci Retracement kommt, die Trefferquote deutlich fällt.

Solch ein Szenario konnten wir auch im Dax-Markt erkennen.

 

Ergebnis der zweiten Fibonacci-Extra-Analyse (EUR/USD)

Wie schaut jetzt das Ergebnis aus, wenn wir immer nur in einen Markt reingehen, wenn wir ein Signal erhalten, also eine „1“?

Hier das Ergebnis:

 

 

In der obigen Abbildung sehen Sie nun das Resultat. Das ist schon ein deutlicher Unterschied im Vergleich zur ersten Analyse vom EUR/USD-Markt.

Die Trefferquote vom 23,6%-Retracement ist deutlich angestiegen. Wobei der statistische Vorteil beim 38,2%-Retracement nicht mehr gegeben ist. Dies ist bei dem Ergebnis der ersten Analyse anders. Dort war der statistische Vorteil noch bis zum 38,2%-Retracement gegeben.

Schauen Sie sich ruhig die Statistiken an und finden Sie heraus, welche Informationen Sie für Ihr Trading verwenden können und welche nicht.

 

Ergebnis der dritten Fibonacci-Extra-Analyse (EUR/USD)

Kommen wir nun zu der dritten und letzten Extra-Analyse im EUR/USD.

Wie schaut hier denn nun die „Gesamtmarktlage“ aus?

 

 

Wir hatten im EUR/USD eine Gesamtmenge von 923 möglichen Trading-Situationen. Von diesen gab es in 62,41% der Fälle eine „0“ und somit wurde in 62,41% der Fälle entweder eine Fibonacci Retracement nicht berührt oder es wurde einfach in der Korrektur ignoriert.

In 30,55% der Fälle kam es zu einer Reaktion auf das Fibonacci-Retracement.

Und in nur 7,04% der Fälle hat ein Retracement auch tatsächlich zu einer Trend-Fortsetzung geführt.

Ein nicht so schön anzusehendes Ergebnis, finden wir.

Glauben Sie, dass das vielleicht daran liegt, dass das Fibonacci Trading bei Rohstoffen besser funktioniert? Na dann schauen wir uns doch mal den Gold-Markt an.

 

Fibonacci Retracement Analyse Rohstoffe: Gold

Schauen wir uns doch jetzt mal an, wie so ein Fibonacci Retracement auf einem Gold-Markt agiert.

Beginnen wir wie gewohnt mit der Anzahl der Trends und der damit verbundenen Trendfortsetzungen:

 

 

Wir haben auch im Gold-Markt angefangen die Trends seit dem 01.01.1993 auszuzählen. Es gab somit 261 Trends. 51,34% wurden fortgeführt, während 48,28% nach der ersten Entstehung eines Trends gebrochen sind.

Diese Zahlen sahen bei den anderen Märkten etwas besser aus. Schon das ist eine sehr nützliche und interessante Information.

Schauen wir uns jetzt als nächstes an, wie viele Trends durch ein Fibonacci Retracement „bestätigt“ worden sind:

 

 

Diese Zahlen ähneln schon den Ergebnissen der vorherigen Märkte sehr. 43,68% der Trends konnten mit Hilfe eines Retracements bestimmt werden. Während 56,32% der Trends man nicht durch ein Fibonacci Retrecement bestimmen konnte.

Kommen wir nun zu unseren Extra-Analysen im Gold-Markt.

 

Ergebnis der ersten Fibonacci-Extra-Analyse (Gold):

Gehen wir nun auch im Gold-Markt von einem Strategie-Event aus, in der wir sofort einen Trade absetzen, wenn der Markt ein bestimmtes Fibonacci Retracement berührt. Welche Ergebnisse würden wir erhalten?

 

 

Läuft der Gold-Markt denn besser? Es scheint nicht so. Im Gold-Markt generiert sogar nur das 23,6%-Retracement einen statistischen Vorteil. Alle anderen Retracements dagegen sind deutlich unter 50%.

Man braucht natürlich nicht unbedingt eine größere Trefferquote als 50% um profitabel zu sein. Es sollte aber schon irgendwo einen statistischen Vorteil gegeben sein, sonst wird es sehr hart an den Börsen.

Schauen wir uns jetzt die zweite Analyse an.

 

Ergebnis der zweiten Fibonacci-Extra-Analyse (Gold):

 

 

Der statistische Vorteil erhöht sich nun, wie schon auch in den anderen Märkten, wenn man auf ein Signal des Marktes wartet. In unserem Fall auf eine „1“.

Somit erweitert sich der Edge bis zum 38,2% Retracement. Die Anzahl der Trades verringert sich auch deutlich.

 

Ergebnis der dritten Fibonacci-Extra-Analyse (Gold)

Schauen wir uns jetzt nun auch die „Gesamtmarktlage“ des Gold-Marktes an. Agiert der Gold-Markt anders als die vorherigen Märkte?

 

 

In der oberen Abbildung erkennen Sie nun, wie auch in den anderen Märkten davor, wie das alles als Gesamtsituation aussieht.

Vergleichen Sie ruhig selber, wie der Gold-Markt im Vergleich zu den anderen Märkten abschneidet. Aber wie Sie auch auf den ersten Blick erkennen können, ist beim Ereignis der „2“ kein großer Unterschied.

Man erkennt nur, dass beim Ereignis der „1“ der prozentuale Anteil im Gold-Markt etwas höher ist.

Die restliche Interpretation der Zahlen überlassen wir ganz Ihnen.

 

Zum Schluss haben wir für Sie nochmal ALLE Märkte zusammengefasst und das analysiert.

 

Fibonacci Retracement Analyse: ALLE Märkte zusammen

Es ist schon genug Text in dieser Analyse, damit das nicht noch mehr wird, werden wir für Sie einfach alle Abbildungen der Gesamt-Analyse darstellen.

Die statistischen Zahlen können Sie dann selber analysieren und für sich selbst entscheiden, welche Schlüsse Sie daraus ziehen wollen.

 

(Abbildung: Der Trendfortsetzung allgemein)

 

(Abbildung: Der Trends die durch ein Fibonacci Retracement bestätigt worden sind oder nicht)

 

(Abbildung: Wenn der Markt das Retracement „Berührt“)

 

(Abbildung: Wenn der Markt eine „1“ generiert und man dann in den Markt einsteigt)

 

(Abbildung: Gesamtmarktlage von allen analysierten Märkten zusammen)

 

Schlussfolgerungen der Fibonacci Trading Analyse

Auch für uns war diese Analyse etwas ganz Besonderes. Fibonacci Trading ist in der Trading-Szene ein sehr großes und auch wohl beliebtes Thema. Wir können natürlich nicht jede Kleinigkeit von Fibonacci Retracements analysieren und auswerten, aber diese Analyse ist eine sehr gute Grundlage um sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

Sollte es Trader geben, die eventuell andere Statistiken zu dieser Thematik haben oder mögliche Ideen für zukünftige Analysen haben, diese können uns sehr gerne unter info@statistic-trading.de kontaktieren.

Was konnten wir für unser Trading aus dieser Analyse mitnehmen? Zuallererst konnten wir sofort erkennen, dass das Fibonacci Trading anscheinend, so wie es im Allgemeinen beigebracht wird, so nicht funktioniert.

Es ist anscheinen tatsächlich so, dass hier mit dem psychologischen Phänomen der selektiven Wahrnehmung gespielt wird oder dass sogar die eigenen Fibonacci-Gläubiger diesem Phänomen zum Opfer fallen.

Natürlich passiert es, dass man mit einem Fibonacci Retracement aus der Korrektur die Fortführung eines Trends erkennen kann. Aber wie Sie aus den Analysen erkennen können, passiert es viel öfter, dass es eben nicht funktioniert.

Es existieren bestimmt Ausnahmetrader die Fibonaccis profitabel verwenden können. Wir persönlich kennen leider keinen. Auch diese können sich gerne melden.

Wir möchten hier auch nicht die Fibonacci Trader schlechtreden. Wir legen einfach nur statistische Kennzahlen auf den Tisch die aus einer Analyse stammen. Nicht mehr und nicht weniger. Sie können ja im Nachhinein die Zahlen für Ihre eigenen Zwecke verwenden oder verleugnen, ganz wie Sie wollen.

Der zweite und eher wichtigere Punkt für uns war, bevor wir das aber bestätigen können, müssen wir noch ein paar weitere Analysen durchführen, dass es anscheinen so aussieht, dass je tiefer der Markt in eine Korrektur fällt, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Trendbruch kommt. Ok, der Satz ist ein wenig komplex. Nochmal die simple Hypothese: Je tiefer der Markt korrigiert, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Trendbruch kommt.

Die statistischen Kennzahlen scheinen dieser Hypothese Recht zu geben.

Es ist somit mit diesem Wissen jetzt möglich, am Risk- und Moneymanagement Ihres Tradings zu experimentieren.

Hier eines unserer Gedankenspiele zu diesem möglichen Phänomen: Sie könnten, bevor Sie einen Trade eingehen, festlegen, welches Risiko Sie bereit sind zu fahren, je nachdem in welchem Korrekturniveau das Signal generiert wird.

Wird ein Signal in der höheren Ebene generiert, also im Bereich des 23,6% und des 38,2% Fibonacci Retracements, wären Sie bereit ein etwas höheres Risiko zu fahren, als wenn der tiefer in die Korrektur läuft.

Das wäre eine Möglichkeit. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf.

Wir hoffen wir konnten Ihnen mit diesem Artikel helfen und Sie vielleicht zum Nachdenken bringen. Hinterfragen Sie und testen Sie ALLES!

Nochmal zur Erinnerung: Wenn Sie die originale Analyse-Datei von uns zugeschickt haben wollen, schreiben Sie uns doch eine kleine E-Mail an info@statistic-trading.de und wir werden Ihnen die Datei zukommen lassen.

 

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Tag und erfolgreiche Trades

 

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin,

Statistic-Trading

 

 

 

 

 

Statistik trifft Markttechnik: Ist jeder Trend gleich zu traden?

Statistik trifft Markttechnik: Ist jeder Trend gleich zu traden?

Wir haben sehr lange überlegt, ob wir zu diesem Thema einen Artikel veröffentlichen sollten. Denn auf dieser Grundlage, die in diesem Artikel behandelt wird, basieren unsere Tradingsysteme. Dies ist der Grundbaustein unseres Tradings.

Nach langem hin und her, haben wir uns doch für die Veröffentlichung entschieden. Nach dem Motto: „Scheiss drauf, machen wir es einfach“. Wir wollen Ihnen einen Einblick in unsere Sichtweise auf die Märkte geben.

Unser Trading basiert im Grundbaustein auf der Markttechnik. Die Markttechnik, wie auch die Charttechnik, ist eigentlich Auslegungssache. Fragen wir 10 Markttechniker nach einem Aufwärtstrend, bekommen wir zwar von allen die Antwort, dass es sich um einen Aufwärtstrend handelt, aber eingezeichnet bekommen wir ihn auf 10 verschiedene Weisen.

Von dieser Problematik versuchen wir uns, so gut es geht, zu distanzieren. Wir haben versucht, und es für unseren Tradingstil auch geschafft, subjektive Tradingfaktoren zu definieren.

Wir möchten im Vorfeld darauf hinweisen, dass dieser Artikel länger als üblich ist. Da wir in diesem Artikel sowohl auf die Grundlagen der Markttechnik, als auch auf die Grundlagen unserer statistischen Analyse eingehen. Dies erfordert natürlich viel Schreibraum. Sollten Sie das jedoch nicht abschrecken, sondern eher motivieren, dann werden Sie höchstwahrscheinlich eine neue Ansicht zu der Markttechnik erlangen.

 

Die Grundlagen des Markttechnischen Tradings

Zu diesem Thema gibt es im Buchhandel genügend Literatur. Es gibt, wie auch immer im Leben, sowohl gute als auch schlechte Literatur. Sollten Sie die Grundlagen der Markttechnik wirklich verinnerlichen wollen, empfehlen wir Ihnen das Buch von Michael Voigt: „Das große Buch der Markttechnik„ zu kaufen. Dort werden die Grundlagen in einer sehr gut verständlichen Weise erklärt und aufgezeigt.

Die Markttechnik beschäftigt sich mit der Frage: „Wo entsteht Bewegung?“ oder „Wer kauft nach mir?“. Kann die Markttechnik diese Fragen optimal beantworten? Wir sagen „jein“. Die Markttechnik, wenn man Sie verstanden hat, kann einen sehr gute Trendsituationen erkennen lassen. In diesen Trendsituationen versucht dann die Markttechnik eine Gegebenheit ausfindig zu machen, wo „Bewegung“ entstehen kann.

In der Markttechnik wird ein Trend in Bewegungs- und Korrekturphasen unterteilt. Zeigen wir das erstmal an einem aufgezeichneten Beispiel. Im weiteren Verlauf des Artikels arbeiten wir dann natürlich nur mit echten Charts.

In diesem Bild sehen wir nun ein Musterbeispiel eines Aufwärtstrends und eines Abwärtstrends. Beide Trends bestehen aus einer Bewegungsphase und einer Korrekturphase. Im Aufwärtstrend zum Beispiel, ist der grüne Arm die Bewegung und der rote Arm die Korrektur. Im Abwärtstrend ist das, logischerweise, umgekehrt.

Ein wichtiges Kriterium für einen intakten Aufwärtstrend ist, dass das Korrektur-Tief nicht tiefer sein darf, als das Bewegungs-Tief. Und im Abwärtstrend wieder, logischerweise, umgekehrt. Hier nochmal ein Beispiel zur Verdeutlichung.

Solange das Tief der Bewegung nicht gebrochen ist, ist ein Trend intakt. Bis hierhin sollte eigentlich alles klar und verständlich sein. Doch wie traden wir jetzt im Stil der Markttechnik und wo liegen die Problemzonen? Arbeiten wir uns weiter voran.

 

Wie tradet man im Stil der Markttechnik?

Es existieren viele Möglichkeiten wie ein Trader im Stil der Markttechnik traden kann. Im Großen und Ganzen geht es darum, dass man auf der Korrekturphase heraus tradet. Man sucht sich eine, sogenannte, Großwetterlage (GWL) und nutzt diese zur übergeordneten Sicht.

Was ist eine Großwetterlage genau, fragen Sie sich sicher. Eine Großwetterlage ist nichts anderes, als der übergeordnete Trend von der Trendgröße aus der ihr heraus handeln wollt. Ein Beispiel: Ihr wollt Daytrading betreiben und wollt auf einer kleinen Trendgröße handeln. Für solch ein Szenario braucht ihr dann den 1-Minuten-Chart. Wenn ihr eure Trades im 1-Minuten-Chart tätigen wollt, so braucht ihr eine übergeordnete Trendgröße. In diesem Fall den 10-Minuten-Chart. Den 1-Minuten-Chart, also den Chart auf dem Ihr den Trade absetzen wollt, nennt man dann die Signallage.

Hier mal ein Überblick über die Großwetterlagen und die Signallagen in der Markttechnik:

 

  • Signallage : 1-Minuten-Chart à GWL: 10-Minuten-Chart
  • Signallage: 10-Minuten-Chart à GWL: 1-Stunden-Chart
  • Signallage: 1-Stunden-Chart à GWL: Tages-Chart
  • Signallage: Tages-Chart à GWL: Wochen-Chart
  • Signallage: Wochen-Chart à GWL: Monats-Chart

 

Das ist die Basis der Markttechnik für alle Signal- und Großwetterlagen. Im Normalfall reicht eine Großwetterlage aus, um einen Trade gut absetzen und managen zu können. Wenn ihr einen Trade im 1-Minuten-Chart absetzt, wie sinnvoll ist es dann, sich den Tageschart anzuschauen? Genau, eher weniger.

Was wollen wir nun genau mit der Markttechnik erreichen? Wir versuchen mit der Markttechnik eine Großwetterlage zu finden, die sich gerade in einer Korrekturphase befindet. Haben wir solch eine Großwetterlage gefunden, versuchen wir in der Signallage eine gute Situation zu finden, in der man einen Trade platzieren kann. Am besten in einen entstehenden Trend. Zeigen wir das an einem Beispiel, so ist das einfacher zu verstehen:

In dieser Abbildung sehen wir eine Großwetterlage und eine Signallage. Die Signallage befindet sich im umkreisten Gebiet der Großwetterlage. Was erkennen wir nun genau? Wir erkennen mehrere wichtige Eigenschaften. Zum einen erkennen wir die Trendverschachtelung. Wir sehen, dass der Korrekturarm der Großwetterlage einen Abwärtstrend in der kleineren Signallage aufzeigt. Sowas nennt man: Trendverschachtelung. Wir versuchen also aus einer Korrekturphase der Großwetterlage, einen entstehenden Trend in der Signallage zu erwischen. Dieser „kleinere“ Trend der Signallage soll uns dann die Bewegung der Großwetterlage als Profit einstreichen.

Wir wiederholen nochmal. Wir versuchen quasi, auf der Großwetterlage (eine große Surfer-Welle) mit Hilfe der Signallage (eine kleinere Surfer-Welle) einen Trade in Trendrichtung der Großwetterlage zu platzieren, auf dem wir dann mitsurfen können. Wir versuchen eine kleine Welle zu erwischen, die uns auf der großen Welle mitschwimmen lässt. Das ist die Quintessenz der Markttechnik. Was für Einstiegsmöglichkeiten und Stop-Variationen es gibt, das müssen Sie entweder im Buch von Michael Voigt oder mit Hilfe eigener Studien herausfinden. Solch eine Thematik würde hier den Rahmen sprengen.

Trendbeispiele am Börsenmarkt

Nun sind wir soweit und kommen zum reellen Börsenmarkt. Schluss mit selbstgezeichneten Charts. Nur noch eine kleine Anmerkung bevor wir starten. Jeder Markttechniker, wie wir schon oben erwähnt haben, hat eine andere Sichtweise auf die Charts. Wäre dem nicht so, würden nicht so viele Diskussionen über Trends geführt werden. Dem ist aber so. Wir können Ihnen lediglich unsere Sichtweise aufzeigen.  Für uns ist diese Sichtweise die beste. Für andere eventuell nicht. Jeder muss seinen Trading-Stil finden um profitabel werden zu können.

Fangen wir nun an mit ein paar Beispielen im Dax-Candlestick-Chart. Zu Beginn werden wir die Candlestick-Ansicht verwenden, da dies die Ansicht ist, die am meisten verwendet wird. In unserem Trading benutzen wir den Heikin-Ashi-Chart. Wir werden im nächsten Kapitel auf die Vorteile des Heikin-Ashi-Charts eingehen.

Wir werden jetzt keine profitablen Trades zeigen. Im Nachhinein ist jeder Profi. Es geht hier erstmal darum, dass Sie die Prinzipien der Trenderkennung nach Markttechnik realisieren und verinnerlichen.

Ein Trend im 15-Minuten-Chart im Dax:

Hier sehen wir die Abbildung des Dax 15-Minuten-Charts. Wir haben für Sie den für jedermann erkennbaren Trend eingezeichnet. Nachdem wir Ihnen den Trend genau eingezeichnet haben, ist natürlich die gesamte Situation gut zu erkennen. Wo würden Sie aber eine eventuelle Problematik in der Interpretation des Trends erkennen? Schauen Sie sich den Chart genau an! Es gibt Bewegungs- und Korrekturphasen die klar und deutlich zu erkennen sind. Es existiert aber eine Phase, die einem Probleme bereiten kann. Es ist die Korrekturphase des ersten Punktes 2 zum Punkt 3. Das lokale Hoch dieser Phase ist erst zu erkennen gewesen, nachdem der Markt durch den Punkt 2 durchgebrochen war.

Dies sind Marktphasen, wo dann die Foren voll mit Diskussionen füllen, wie man diese Korrekturphase genau zu erkennen hat. Man könnte die Trends ja auch etwas „präziser“ hineinzeichnen.

Hier ein anderes Beispiel vom selben Chart:

Hier sehen wir nun den selben Chart nur mit „präziseren“ Trends. Natürlich sagen jetzt die einen oder anderen, dass sich das um den untergeordneten Trend auf 5-Minuten-Basis oder 1-Minuten-Basis handelt. Das kann generell sogar richtig sein. Wie ist es einem Trader dennoch möglich, dass man sich solche Art von Fragen sparen kann? Dieses Interpretationsproblem von Charts ist allgegenwärtig. Wenn es dieses Problem nicht geben würde, wären alle Diskussionen von Trends überflüssig. Diese existieren aber, ergo, brauchen wir objektivere Faktoren für die Trenderkennung.

Eine mögliche objektive Mustererkennung von Hoch- und Tiefpunkten ist die Art, die von Larry Williams gelehrt wird. Ein Hoch-Punkt wird dadurch gekennzeichnet, indem er von 2 Candles „umzingelt“ wird, die tiefere Hochs haben, als die Hoch-Punkt-Kerze. Dasselbe Prinzip bei einem Tief. Das ist in Textform nicht so leicht zu verstehen. Zeigen wir Ihnen ein Beispiel, denn an einem Chart erklärt es sich besser.

Bleiben wir bei unserem Beispielchart:

Wir haben nun die Trendlinien entfernt und Ihnen die Hoch- und Tiefpunktbeschriftung übriggelassen. Wie man erkennen kann, haben wir Ihnen die Hoch- und Tiefpunkte eingekreist. Hier können Sie nun die objektive Ansicht von den Hochs und Tiefs feststellen. Es ist natürlich kein Wundermittel. Sie können damit nicht jedes Hoch und jedes Tief optimal während der Trendentstehung erkennen. Sie haben aber wiederum auch keine willkürlichen Einzeichnungen mehr.

Schauen Sie sich verschiedenste Charts an. Üben Sie diese Ansichtsweise. Sie werden erkenne, dass es sich hier nicht um ein Wundermittel handelt, aber es kann Ihr Trading deutlich vereinfachen und Ihnen aus dem Interpretationsproblem heraushelfen.

Nochmals eine kleine Zusammenfassung für die Ansicht von Hoch- und Tiefpunkten:

  • Ein Hochpunkt wird von 2 Candles „umzingelt“, deren Hochs tiefer sind, als das Hoch der Mittelkerze (Hochpunkt)
  • Ein Tiefpunkt wird von 2 Candles „umzingelt“, deren Tiefs höher sind, als das Tief der Mittelkerze (Tiefpunkt)

 

Wenn Sie das verinnerlicht haben, kommen wir nun zu einer weiteren Hilfestellung, die das Interpretationsproblem löst. Der Heikin-Ashi-Chart.

 

Der Heikin-Ashi-Chart: eine ganz neue Ansicht für einen Chart

Schauen wir uns zuallererst denselben Chart wie oben an, nur im Heikin-Ashi-Stil:

Ein viel Chart-Bild was viel sauberer und deutlicher zu erkennen ist. Wieso ist das so? Wieso sieht ein Heikin-Ashi-Chart so viel „glatter“ aus, als es die Candlestick-Ansicht tut? Die Hoch- und Tiefpunkte von Heikin-Ashi-Kerzen sind identisch mit denen vom Candlestick-Chart. Die Körper der Kerzen sind aber anders. Um es in einfache Worte zu packen. Der Körper der Heikin-Ashi-Kerze wird aufgrund der durchschnittlichen Bewegung der vorherigen Kerze berechnet. Die Körper der Kerzen sind somit mit Hilfe von Durchschnittswerten geglättet.

Wenn Sie mehr Details zum Heikin-Ashi-Chart benötigen, dann können Sie sich die nötigen Informationen unter diesem Link einholen: http://www.tradesignalonline.com/lexicon/default.aspx?id=147

Wir erkennen nun Korrektur- und Bewegungsphasen viel deutlicher. Was im Candlestick-Chart ein „wischi waschi“ aus grünen und roten Kerzen war, das ist im Heikin-Ashi-Chart viel deutlicher zu erkennen. Kleine Ausreißer-Bewegungen fallen in einem Heikin-Ashi-Chart nicht so schwer ins Gewicht. Dies eröffnet einem neue Möglichkeiten, zum Beispiel für die Art der Stop-Setzung.

Hier nochmal ein Vergleich von der unsauberen Bewegung im Candlestick-Chart und der geglätteten Bewegung im Heikin-Ashi-Chart:

Der Unterschied ist wohl klar und deutlich zu sehen. Im weiteren Verlauf der Analysen und Erklärungen verwenden wir nur noch den Heikin-Ashi-Chart.

 

Wie Statistic-Trading die Trends nach Markttechnik sieht

In diesem Abschnitt werden wir Ihnen nur ganz schnell erläutern, wie unsere Ansicht der Märkte stattfindet. Dies ist wichtig um im späteren Verlauf zu verstehen, wie wir unsere Tradinganalysen durchführen.

Ein blanko Heikin-Ashi-Chart vom Dax 1-Stunde:

 

Hier erstmal ein blanko Chart. Wie analysieren wir nun unsere Trends? Einfach ausgedrückt: Wir versuchen alles als Trend zu sehen, was auch mit dem bloßen Auge und ohne Interpretation zu erkennen ist. In dieser Hinsicht hilft der Heikin-Ashi-Chart ungemein. Wie man hoffentlich am oberen Chart erkennen kann.

Hier nun derselbe Chart nur mit unseren Trends eingezeichnet:

 

Wir haben objektive Regeln erschaffen, ab wann ein Trend ein Trend ist und ab wann ein Trend kein Trend ist. Sie benötigen ein festes objektives Regelwerk für die Bewegungs- und die Korrekturphasen.

Schauen Sie sich einfach den Blanko-Chart und den Chart mit dem eingezeichneten Trend an. Überprüft ob ihr die Trends genau so gesehen hättet. Sie können ja ab dem jetzigen Zeitpunkt auch überprüfen ob Ihnen der Heikin-Ashi-Chart genauso eine große Hilfe ist, wie bei uns damals. Die Heikin-Ashi-Ansicht erleichtert einem das Chart-Screening enorm.

Ist das jetzt eine Korrektur oder nur eine Anomalie? Wurde der Trend gebrochen? Ist das ein Punkt 3 oder nicht? Solche Fragen dürfen Sie, nachdem Sie Ihr Regelwerk aufgestellt haben, nicht mehr haben. Ihr Regelwerk muss alles beantworten können.

Wie Sie erkennen können, haben wir eine eventuell spezifischere Trendansicht als die generellen Markttechniker. Das liegt unter anderem daran, dass uns das auf diese Weise gelehrt wurde, als auch, dass wir nach einer Methode gesucht haben in der man auch die Markttechnik backtesten kann.

Wir erkennen ganz genau im Nachhinein, ob wir einen vorhandenen Trend hatten oder nicht und wann dieser gebrochen ist. Wir können Ihnen hier natürlich nicht alle „Geheimnisse“ unseres Tradings offen legen, denn diese entstanden nach jahrelangen Studien und Experimenten.

Wir möchten Ihnen aber eine Systematik in der Markttechnik mitgeben, mit der Sie dann Ihre eigene Handelsstrategie im Stile der Markttechnik entwerfen könnt.

Kommen wir nun zum wichtigsten Teil dieses Artikels. Wenn Sie bis hierhergekommen sind, dann haben Sie sich nun diesen Abschnitt verdient.

 

Wie lange ist der Lebenszyklus bei einem Trend nach Markttechnik?

Die Markttechnik lehrt einen, dass man immer aus der Korrektur heraus traden soll um so einen idealen Einstieg in einen Trend zu finden. Haben Sie sich aber schon mal die Frage gestellt: Wie lange läuft so ein Trend überhaupt? Nein? Wir uns schon! In diesem Abschnitt finden Sie die Aufklärung dazu.

Wie Sie bereits wissen, erwartet die Markttechnik, dass wir aus der Korrektur heraus traden. Nur ist das Problem jetzt, dass nicht jede Korrektur die gleichen Chancen bietet. Ein Trend läuft ja nicht ewig. Irgendwann wird er gebrochen. So stellt sich die Frage nun: Wie finden wir heraus welche Korrektur mehr Vorteil bietet? Wir haben diese Arbeit schon getan und teilen die Ergebnisse nun mit Ihnen.

Wir haben Trends ausgezählt um herausfinden zu können, welche Einstiegssituation einen höheren Edge (Vorteil) aufweisen, als andere Einstiege. Bevor wir die Statistiken veröffentlichen, möchten wir Ihnen noch einmal schnell erklären, auf welche Weise wir die Trends ausgezählt haben, damit Sie die Ergebnisse besser nachvollziehen können.

Der Trend fängt mit einer „Phase 0“ an. Das ist die Situation in der wir noch keine Einstiegssituation besitzen. Wir erhalten nur die Information vom Markt, dass wir jetzt eine Marktsituation haben, in der es interessant ist in Long- oder Short-Richtung zu investieren.

Hier eine Beispielzeichnung:

Nach der „Phase 0“ folgt die „Phase 1“. In dieser Phase finden wir dann die erste Korrektur und die erste Bewegung nach der „Phase 0“.

Hier eine Beispielzeichnung:

Diese Phasen gehen, logischerweise, so lange weiter, bis sich ein Trendbruch erkennen lässt. Ein Trendbruch findet immer dann statt, wenn das letzte Tief gebrochen worden ist.

Hier ein Beispiel dazu:

Nach einem erfolgten Trendbruch sind die Phasen resettet. Nach einem Trendbruch ist nun abzuwarten, in welche Richtung der Markt erneut einen Trend aufweist. Nach einem Trendbruch wissen wir einfach nicht, in welche Richtung sich der Markt entwickeln kann.

In unseren Auswertungen haben wir, so wie schon erwähnt, die Trends und deren Phasen ausgezählt. Im Beispiel finden Sie die Trends vom S&P 500 10-Minuten-Chart.

Hier die Daten:

 

Was erkennen Sie nun genau? Fangen wir mal Schritt für Schritt an. Sie erkennen, dass wir insgesamt 800 Trends ausgezählt haben. 400 Long und 400 Short Trends. Sie erkennen auch zum Beispiel, dass es insgesamt 2 Long-Trends gegeben hat, die höher waren als „Phase 6“. Genauso erkennen Sie, dass es nur 1 Short-Trend gegeben hat der höher war als „Phase 6“.

Was aber genau ist die Quintessenz aus dieser Analyse? Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Trend nach der „Phase 0“ eine weitere „Phase 1“ macht, ist bei Long-Trades 67,5% und bei Short-Trends 59,5% !

Die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer „Phase 1“ noch eine „Phase 2“ oder höhere Phase kommt ist bei Long-Trends 27,5% und bei Short-Trends 28,8%.

Jetzt mal anders formuliert. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach einer „Phase 1“ NICHT eine „Phase 2“ oder höher kommt ist bei Long-Trends 72,5% und bei Short-Trends 71,2% !

Wussten Sie das? Nein? Ab jetzt schon. Was können Sie also für Ihr eigenes Trading mitnehmen?

Sie kennen nun eine Trendphase in der es vorteilhafter ist zu investieren, als in anderen. Sagen wir mal wie es ist. Es hat nur einen statistischen Vorteil, wenn Sie in der „Phase 1“ investieren. Alle anderen Trendphasen bieten keinen statistischen Vorteil!

Man erhält ähnliche Daten auch in anderen Märkten. Hier sehen Sie die gleiche Analysemethode auf andere Märkte und Zeiteinheiten.

Hier die Daten aus dem S&P500 Stunden-Chart:

 

Hier die Daten aus dem Dax Stunden-Chart:

 

Wir haben auch noch verschiedenste US-Aktien-Werte analysiert und die Daten ähneln sich auch da.

Es ist definitiv zu erkennen, dass sich in der „Phase 1“ eines Trends ein statistischer Vorteil verbirgt. Lassen Sie Ihrer Inspiration freien Lauf wie Sie diesen Nutzen wollen.

Falls Sie uns nicht glauben, führen Sie Ihre eigenen statistischen Tests durch und schauen Sie auf was für statistische Werte Sie kommen.

 

Ist ein Trend auf Stunde signifikanter als ein Trend auf 10-Minuten?

Diese Aussage finden Sie in ganz vielen Büchern über die Markttechnik. Auch viele „Börsenprofis“ predigen diese Aussage. Was will uns aber diese Aussage genau sagen?

Die Markttechnik, so wie man sie in der Literatur gelehrt bekommt, geht davon aus, dass einen Stunden-Trend stabiler und weniger leicht gebrochen werden kann, als ein Trend auf einer kleineren Trendgröße wie zum Beispiel 10-Minutern oder 1-Minute. Aber stimmt diese Aussage überhaupt? Schauen Sie sich dafür nochmal die vorherigen Statistiken an!

Wie Sie hoffentlich erkennen können, stimmt diese Aussage nicht.

Unsere statistischen Auswertungen haben ergeben, dass ein Trend auf einer höheren Zeiteinheit nicht stabiler und weniger gefährdet für einen Trendbruch ist, als ein Trend auf 10-Minuten oder auf 1-Minute.Auch die Trends die wir auf die US-Aktien-Werte durchgeführt haben, haben diese Daten bestätigt. Dort wurden Trends auf Wochen- und Tagesbasis analysiert.

Tagestrends brechen somit statistisch genauso häufig, wie Trends auf 1-Minute!

 

Fazit

Sie haben nun eine Menge neuer Informationen erhalten. Ob Sie diese Daten für Ihr Trading verwenden wollen oder diese doch lieber ignorieren, liegt ganz bei Ihnen.

Fassen wir nochmal kurz zusammen. Sie haben von uns eine Markttechnische Trendphase erhalten, die einen statistischen Vorteil für Ihr Trading aufweist: die „Phase 1“. In allen anderen Trend- und Korrekturphasen ist es statistisch von Nachteil noch auf einen vorhandenen Trend aufzuspringen.

Wie Sie nun die Informationen die Sie von uns erhalten haben für Ihr Trading benutzen wollen, überlassen wir Ihnen.

Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie uns sehr gerne schreiben.

 

Viel Erfolg im Trading!

Statistic-Trading

Folgen Sie der Herde? Die großen Tradingfehler der Chartanalyse !

Folgen Sie der Herde? Die großen Tradingfehler der Chartanalyse !

Ja natürlich, da ist ja der Tiefpunkt. Und dort ist der Hochpunkt. Selbstverständlich, das liegt doch auf der Hand jetzt. Wieso generiere ich denn immer noch Verluste?

Charttechnik wird im Nachhinein immer als logisch empfunden. Es vermittelt ein gutes Gefühl. Im Nachhinein sind wir alle Profis und Allwissende. Die Schwierigkeit liegt aber darin, dass das Überprüfen von der Profitabilität von solch einer Trading-Methode sehr schwierig ist.

Sie müssen auch im Nachhinein mögliche Verluste nachvollziehen können. Mit der Charttechnik ist das so gut wie unmöglich.

In diesem Blog-Artikel zeigen wir Ihnen, wieso die Charttechnische-Analyse Ihnen immer das zeigt, was Sie sehen wollen. Die Charttechnik verleiht einem ein gutes Gefühl. Trendlinien, Unterstützungen, Widerstände, das alles sind Sachen, die die meisten in den Chart hineinzeichnen, weil Sie das in so vielen Büchern gelesen und gesehen haben. Man fühlt sich gut, wenn die Trendlinie perfekt zum Tiefpunkt oder zum Hochpunkt passt. Man muss aber eines wissen, diese Zeichnungen sind zu subjektiv um Sie für ein stabiles Handelssystem zu halten.

95% der Leute an den Börsen verdienen kein Geld. Die meisten Börsenbücher handeln von der Chartanalyse. Hmm?

Natürlich klappt das alles bei den „Profis“. Bei denen klappt alles. Sie müssen wissen, dass man an der Börse jedes merkwürdige Szenario auffinden kann. Sagt Ihnen ein Trader, dass er nur einen Trade eingeht, wenn 3 Unterstützungslinien sich schneiden und es gerade auch noch zufällig Vollmond ist, wird man in der Lage sein, solch eine Situation zu finden. Natürlich ist dieses Beispiel übertrieben. Es soll aber verdeutlichen, um was es geht. Nur durch objektive Faktoren sind Sie in der Lage ein stabiles Handelssystem auf die Beine zu stellen, welches auch Geld einbringt.

Wir werden dafür ein Chart-Beispiel benutzen. Welcher Markt, das ist egal. Es geht darum, dass Sie ein generelles Problem im Bereich der Charttechnik begreifen: die Subjektivität.

Widerstands-, Unterstützungs-, Trendlinien: Alles subjektive Umstände

Die ganze Trader-Welt kennt das: Linien in seinen Chart hineinzeichnen. Bei manchen Tradern sieht der Chart aus wie ein Bild von Picasso. Manche haben das aufgegeben, manche tun es immer noch. Wir für unseren Teil, zeichnen keine Trendlinien in unseren Chart. Denn Trend-, Unterstützungs- und Widerstandslinien sind einfach zu subjektive Faktoren.

Wie prüft man die Richtigkeit von solchen Linien? Hier ist unser Problem. Trendlinien sind im Nachhinein immer an der richtigen Stelle gesetzt. Meistens auf den Punkt genau. Und genau hier liegt das Problem. Wie überprüfen Sie optimal, ob diese Trendlinie in einem gerade laufenden Markt auch so gesetzt werden würde? Vielleicht ist ja das Tief, was Sie sich derzeit markiert haben, ja in 1 Stunde gar kein Tief mehr?

Eine Menge Leute traden nach dieser Methodik. Sie zeichnen sich Trendlinien etc. ein und gehen davon aus, dass der Markt nun an solch einer Stelle dreht. Dreht der Markt an dieser Stelle nicht, dann bricht er natürlich durch. Wie wir alle wissen: aus einer durchgebrochenen Unterstützung wird ein Widerstand und vice versa. Die Methodik an sich, wollen wir hier nicht in Frage stellen. Wir wollen hier auch nicht die Charttechnische-Analyse als Ganzes deklassieren. Wir wollen Ihnen begreiflich machen, dass sich in der Einzeichnung solcher Linien ein großer Denkfehler versteckt.

Beispiel an einem Chart

Hier haben wir einen Blanko-Chart in Candle-Stick-Form. Dies ist die wohl gängigste Chart-Sichtweise.

Wir erkennen sowohl ein Tief, als auch ein Hoch. Dazwischen liegen viele Tiefs, die weniger tief sind als das vorherige Tief. Ein Muster-Beispiel von Aufwärtstrend.

Doch wo setzen wir genau die Trendlinie an? Die meisten würden dieses Szenario wohl so zeichnen:

 

Hier geht es jetzt nicht um jeden Millimeter. Hier soll ein Denkfehler verdeutlicht werden und kein Charttechnik Malwettbewerb gewonnen werden.

Wir haben nun unser Tief mit dem am nächsten logischen Tief „verbunden“.

Wir haben sozusagen eine Situation erschaffen, in der wir „gewusst“ haben, wo sich das jetzige logische Tief befindet. Als Analyse-Zweck möglicherweise zu gebrauchen, aber um zu erfahren, ob solch ein Trading überhaupt funktioniert, ist solch eine Methodik nicht zu empfehlen.

Sie wollen mit dem Trading ja Geld verdienen, oder nicht?

Es besteht nun das Problem, dass wir für uns eine Situation erschaffen haben, in der wir uns wohl fühlen. Wir haben alles unter Kontrolle. Die Linie sitzt.

Das Ding ist aber nun, dass der reale Markt sich erst entwickelt. Der Markt läuft auch immer weiter.

Schauen wir uns nun das selbe Szenario an, nur aus einer realistischeren Sicht:

Nun haben wir den selben Chart, nur aus einer realistischeren Sicht. Wir erkennen nun, dass wir jetzt ein ganz anderes Tief haben. Wir können ja nicht in die Zukunft sehen. Wir gehen also davon aus, dass der Markt an dieser Trendlinie abprallen wird. Oder möglicherweise ein anderes von Ihnen gedachtes Szenario eintritt.

Schauen wir uns den Chart, mit der dazugehörigen Trendlinie, nun weiter an:

 

Der Markt ist nun weitergelaufen. Wie das nun halt so funktioniert. Und was erkennen wir? Die Trendlinie ist wieder eine Andere. Wir haben unsere Trendlinie schon 2x verschoben. Die Realität ist, wenn man nicht das ganze Bild betrachtet, eine Andere. Am Anfang haben wir nur eine Trendlinie gezeichnet und gingen davon aus, dass das alles so der Richtigkeit entspricht. In der Realität zeichnen wir schon die zweite verbesserte Trendlinie.

Sie können sich eventuell schon denken worauf wir hinaus wollen, oder?

Bevor wir zum Fazit kommen, zum Schluss noch das ganze Szenario.

Voila, eine „perfekte“ Trendlinie. Wir erkennen, dass der Markt den Trend eine gute Weile aufrechterhalten hat und im Nachhinein dann doch durchgebrochen ist. Es ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt. Der Zweck wird aber damit erfüllt.

Welche Schlüsse ziehen wir nun aus diesem Artikel?

Fazit

Wir malen uns die Welt so, wie Sie uns gefällt. Das könnte das Motto von so einigen Charttechnikern sein.

Die Quintessenz des Ganzen hier ist: Es ist so gut wie unmöglich zu überprüfen, ob solch ein Trading tatsächlich funktioniert. Und mit „funktioniert“ meinen wir, gewinnbringend. Die Überprüfung ist erst möglich, wenn Sie anfangen Ihre Charttechnik in objektive Formeln zu formulieren.

Es kann sein, dass Sie im tatsächlichen Handel, in ein und demselben Trend, mehrere Verluste erlitten haben, oder Gewinne. Aber Analysieren Sie diese Situation im Nachhinein, stellen Sie fest, dass ja doch alles klar war. Hier haben wir das Problem der subjektiven Wahrnehmung. Die Linie muss nach oben, die nach unten und die einmal quer durch. So hätten Sie den Trend heil und mit Gewinn überstanden. Dem ist leider nicht so.

Um in der wirklichen Trading-Welt zu überleben, müssen Sie in der Lage sein sowohl Verluste als auch Gewinne zu akzeptieren. Gewinne akzeptieren kann jeder, Verluste wohl eher nicht.

Sie brauchen für ein stabiles Handelssystem so wenig wie möglich subjektive Eigenschaften in Ihrem System. Sie müssen aus Ihrem Trading ein „Wenn-Dann“-Objekt basteln. Wenn das Ereignis eintritt, dann tue ich dies. 100%-ige Objektivität ist das Stichwort.

Sie sollten auch in der Lage sein ein System im Nachhinein testen zu können. Trendlinien, Widerstände und der ganze Spaß, das sieht zwar für Anfänger immer hoch-professionell aus, aber der Schein trügt. Die objektive Überprüfung der Trade-Ergebnisse ist so gut wie unmöglich.

Wie können Sie etwas im Nachhinein überprüfen, was sich im Nachhinein immer als richtig erweist? Gar nicht!

Lassen Sie sich nicht von eingezeichneten Chart-Linien täuschen. Finden Sie Ihren eigenen Weg.

 


Denkfehler: Basiert mein Backtest auf der richtigen Logik?

Denkfehler: Basiert mein Backtest auf der richtigen Logik?

Das „Backtest-Problem“

Jeder, der sich länger und intensiver mit dem Thema „Trading“ beschäftigt hat, hat schon mal einen Backtest durchgeführt. Oder? Zumindest hat jeder schon, mindestens einmal, eine Backtestauswertung gesehen.

So, in etwa, kann eine Backtest-Auswertung aussehen:

Es sind alle relevanten Daten zu erkennen. Maximaler Drawdown, durchschnittlicher Gewinn, durchschnittlicher Verlust usw.

Es scheint so auszusehen, als ob ein Backtest eine gute Sache ist. Ist er auch! Wenn man das Signal oder die Handelsstrategie, die dahintersteckt, auch richtig überprüft hat.

Wenn Sie sich für das Thema „Handelsstrategie entwickeln“ interessieren, können wir Ihnen gerne unseren Artikel zu diesem Thema ans Herz legen: Wie entwickle ich eine erfolgreiche, statistische Trading-Strategie? 

Es verbirgt sich nämlich, in den meisten Fällen, ein großer Denkfehler hinter solchen Backtests. Wir reden jetzt nicht davon, dass dieser Backtest falsch ist und dass die Zahlen, die angegeben worden sind, nicht stimmen.

Es handelt sich eher um einen Test-Fehler in der Logik des Traders! Sie wollen ja eine statistische Auswertung nach wissenschaftlichen Methoden vornehmen und somit beweisen, dass Ihr Backtest tatsächlich seine Richtigkeit besitzt. Sie wollen wissen, ob Ihr Handelssignal für den positiven Backtest gesorgt hat oder ob der positive Backtest gar nicht mit dem Handelssignal korreliert.

Ohne die richtige wissenschaftliche Logik hat ein Backtest, auch wenn er Gewinnbringend ist, sehr wenig Aussagekraft!

Die Logik hinter einem Backtest verstehen!

Was ist wohl der größte Irrglaube bei einem durchgeführten Backtest? Oder überlegen Sie mal, was einer sein könnte.

Es ist der Irrglaube, dass man glaubt die richtige Schlussfolgerung aus seinem Backtest zu ziehen, obwohl diese falsch sind. Diese falsche Schlussfolgerung kann fatale Folgen für eine Tradingstrategie haben und Sie damit eine menge Geld kosten. Verdeutlichen wir das am besten an einem Beispiel.

Sie haben sich hingesetzt und sich Gedanken über ein Handelssystem gemacht. Soweit so gut. Sie sind auf die Idee gekommen und wollen nun Ihre Handelsidee mit einem Backtest bestätigen. Voilá, Sie haben einen positiven Backtest erhalten und gehen nun davon aus, dass Ihre Handelsidee oder Ihr Handelssignal eine Aussagekraft für die Zukunft besitzt. Und hier greifen wir ein. Dies ist ein Trugschluss. Sie haben zwar durch diesen Backtest ein positives Resultat erhalten, Sie haben aber noch lange nicht bewiesen, dass dieses positive Resultat auch durch Ihr Handelssignal zustande gekommen ist.

Hier nochmal der Vorgang als logische Reihenfolge dargestellt:

  1. Prämisse: Wenn mein Handelssignal eintritt, steigt/sinkt der Markt in meine gewünschte Richtung und führt zu einem positiven Backtest.
  2. Prämisse: Wir erhalten einen positiven Backtest.
  3. FALSCHE SCHLUSSFOLGERUNG: Unser Handelssignal hat eine Aussagekraft und sorgt für den positiven Backtest.

Verdeutlichen wir die falsche Schlussfolgerung an einem anderen Beispiel:

  1. Prämisse: Wenn es ein Kugelschreiber ist, dann kann man damit auch schreiben.
  2. Prämisse: Man kann damit schreiben.
  3. FALSCHE SCHLUSSFOLGERUNG: Es ist ein Kugelschreiber.

Nur weil man damit schreiben kann, muss es nicht automatisch ein Kugelschreiber sein. Es kann sich auch um einen Bleistift, einen Tintenfüller etc. handeln.

Richtig ist aber auch wiederum, wenn ich damit nicht schreiben kann, dann ist es auch definitiv kein Kugelschreiber. Rückwirkend funktioniert diese Logik.

Genauso ergeht es der Logik im oberen Backtest-Beispiel. Sie haben zwar einen positiven Backtest erhalten, dies heißt aber noch lange nicht, dass auch tatsächlich Ihr Handelssignal oder Ihre Tradingstrategie für den positiven Backtest verantwortlich ist. Es können zig andere Gründe sein.

Diese „zig anderen Gründe“ müssen wir ausschließen können, um uns so sicher wie nur möglich mit unserem Handelssystem zu sein.

Jetzt kommen wir zum spannenden Teil. Wie überprüfen Sie denn jetzt die richtige Schlussfolgerung.

Der H0-Hypothesentest

Wir wollen jetzt nicht versuchen unsere Prämissen zu beweisen, sondern wir wollen diese widerlegen.

Als Anmerkung, wir werden versuchen es nicht zu trocken zu erklären, da Statistik für die meisten Trader eher ein langweiliges, als ein spannendes Thema ist. Wir versuchen Ihnen ein kompaktes und brauchbares Modell an die Hand zu geben, mit denen Sie dann, hoffentlich, in Zukunft Ihr Schlussfolgerungen richtig analysieren können.

Die H0-These ist immer die These, die wir versuchen zu widerlegen. Die H1-These ist dann logischerweise die These, die wir versuchen zu bestätigen.

Die H1-These wird auch als Alternativhypothese bezeichnet und stellt die Gegenwahrscheinlichkeit zur H0-These dar.

Stellen wir nun unsere H0- und H1-Hypothese auf:

  • H0-These: Wenn mein Handelssignal eintritt, dann steigt/sinkt der Markt in die nicht gewünschte Richtung um den Betrag X
  • H1-These: Wenn mein Handelssignal eintritt, dann steigt/sinkt der Markt in die gewünschte Richtung um den Betrag X

Nun stellen wir unsere richtige logische Schlussfolgerung auf:

  1. Prämisse: Wenn H0-Richtig, dann entwickelt sich der Markt um Betrag X nicht in die gewünschte Richtung
  2. Prämisse: Der Markt entwickelt sich nicht, in die nicht gewünschte Richtung um den Betrag X ( Also in die gewünschte Richtung)
  3. RICHTIGE SCHLUSSFOLGERUNG: Wir können die H0-These verwerfen und können sagen, dass das Handelssignal tatsächlich eine Aussagekraft besitzt und der Markt sich höchstwahrscheinlich aufgrund des Handelssignals sich in die gewünschte Richtung entwickelt.

Es ist natürlich klar, dass die Realität deutlich komplexer ist, als dass man sie in 2 Thesen packen könnte. Es ist dennoch wichtig, sich dieser richtigen Systematik bewusst zu sein und nicht jedem Backtest zu glauben.

Wir prüfen, bevor wir eine Handelsstrategie entwickeln, immer mit Hilfe einer Teststatistik und dem H0-Hypothesentest, ob es sich lohnt mehr Energie in eine Handelsstrategie hinein zu investieren.

Diese Fehler können bei einem H0-Hypothesentest eintreten 

Sie müssen natürlich auch wissen, dass Sie auch mit einem H0-Hypothesentest nie die 100%-ige Sicherheit haben, dass der positive Backtest tatsächlich auch an Ihrem Handelssignal liegt.

Solch ein mögliches Szenario wird durch ein Signifikanzniveau gekennzeichnet. Im Normalfall beträgt solch ein Signifikanzniveau 5%. Das heißt, dass in 5% der Fälle ein Fehler im Hypothesentest vorliegen kann.

Es existieren zwei Arten von Fehlern die eintreten können. Der Fehler 1. Art und der Fehler 2. Art.

Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn Sie bei einem H0-Hypothesentest die H0-Hypothese zu Unrecht verworfen haben.

Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn Sie bei einem H0-Hypothesentest die H0-Hypothese zu Unrecht beibehalten haben,

Diese Fehler können Sie mit Hilfe eines „p-Value-Test“ minimieren. Komplett ausschließen können Sie diese aber nie.

Fazit:

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Artikel zeigen konnten, wo sich einer der größten Denkfehler im Bereich Backtesting verbirgt.

Es ist von unglaublicher Wichtigkeit, dass Sie Ihren Backtest mit der richtigen Logik überprüfen. Natürlich ist der H0-Hypothesentest kein Wundermittel für Strategien mit einer unglaublichen Performance. Solch ein Wundermittel existiert leider auch nicht.

Was der H0-Hypothesentest aber definitiv kann, ist Sie vor Strategien zu schützen, die Ihnen Geld kosten würden, bis Sie bemerken würden, dass die Handelsstrategie irgendwie nicht so funktioniert wie geplant.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst und prüfen Sie Ihre eigene Handelsstrategie mit dem H0-Hypothesentest. Sie werden staunen!

 

Mit freundlichen Grüßen und eine erfolgreiche Trading-Woche,

Statistic-Trading