In diesem Beitrag möchte ich das Buch Wall Street Poker vorstellen. Jeder kennt “the big short” von Michael Lewis. Spätestens seit dem erfolgreichen Kinofilm. Ich habe das Buch gelesen und war fasziniert von dem Witz und der Leichtigkeit, mit welcher Lewis schreibt und doch tiefe Einblicke in die Finanzwelt gibt ohne das es langweilig oder zu trocken wird. Dies habe ich mir zum Anlass genommen auf Amazon einmal alle Bücher von Michael Lewis zu bestellen. Nun habe ich das Buch “Wall Street Poker” gelesen und möchte auch dieses Buch wärmstens empfehlen.

Nun mag man meinen, dass “the big short” das beste Buch von Michael Lewis ist, weil es das erfolgreichste ist. Aus meiner Sicht ist “Wall Street Poker” jedoch wesentlich besser. The big short enthält mehr Potential für die Filmindustrie. Die Story ist fetziger und kann besser verfilmt werden. Doch Wall Street Poker ist tatsächlich als Einblick in die Finanzbranche authentischer, aus meiner Sicht.

Das Buch spielt in den 1980er Jahren – einer Zeit, in der viele Innovationen am Finanzmarkt etabliert werden und neue Märkte geschaffen werden. Die Wall Street schnuppert gerade erst daran, was sie alles erreichen könnte. In dieser Phase berichtete Michael Lewis von seinem Werdegang als unbedarfter Student, welcher in das Trainings-Programm der Investmentbank Salomon Brothers kommt, die Welt der Wall Street kennenlernt und sich selbst in den Händler-Sall arbeitet. Es ist faszinierend eine ganze Karriere in einem Buch zu erleben. Man lernt die Facetten kennen. Die Sichtweise des Neulings auf das Geschehen unterscheidet sich am Ende zu der des erfahrenen Händlers. Man durchlebt mit dem Buch die Hochs und Tiefs einer Person, aber auch einer Investment-Bank. Eben das macht das Buch derart spannend. Und doch schreibt Lewis erneut mit viel Witz und wahnsinnig tiefen Einblicken in die Finanzbranche.

51m7evgp3fl-_sx319_bo1204203200_“Entscheidend ist: Händler kennen die relevanten Wirtschaftsdaten für den jeweiligen Monat, Trainees dagegen nicht. So wartete beispielsweise einmal der gesamte Händlersaal von Salomon Brothers morgens um 8:30 Uhr auf eine bestimmte Zahl. Die Atmosphäre war zum Zerreißen gespannt. […] Genau in diesem Moment kommt ein Trainee herein, denkt sich nichts Böses und fragt: “Entschuldigung, ich gehe in die Caféteria, soll ich jemandem etwas mitbringen?” Trainees waren eben Idioten.”

“Eigentlich gab es einen guten Grund dafür, die Charts zu nutzen: alle anderen machten das dasselbe. Wenn man daran glaubte, dass auf Basis solcher Charts große Summen investiert werden würden, dann war es sinnvoll, ihrer Aussage entsprechend zu handeln. […] Viele unserer französischen und englischen Spekulanten glaubten jedoch, dass die Geheimnisse des Marktes in diesen Charts versteckt waren. Sie glaubten an die Charts wie an Götzen. […] Zugegeben: selbst für einen Geek war es ein wenig peinlich, zu erkennen, dass die Anleger an ihre weiße Magie glaubten.”

“Ich wusste nicht genau wie viele Millionen ich für Salomon Brothers gescheffelt hatte, aber an fairen Maßstäben gemessen verdiente ich sehr viel mehr als 90.000 Dollar. Nach den Maßstäben unseres täglichen Monopoly-Spiels im Händlersaal erschienen die 90 Riesen etwa so, als würde man von Sozialhilfe leben. “Du wirst in diesem Geschäft nicht reich. [sagte Alexander, bei dem ich mich beklagt hatte] Du erreicht eben nur neue Ebenen relativer Armut.Glaubst du, Gutfreudn fühlt sich reich?”

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