Seit Mitte 2016 schieben die Bullen der Börse DAX & Co. mit schier unbegrenztem Willen und Kapital an. Bis auf einzelne politische Einflüsse erlebten wir nur wenige nennenswerte Korrekturen. Selbst Brexit, Trump-Wahl, das gescheiterte italienische Referendum oder die Zinsanhebung der FED führten nur für wenige Tage zu Kursverlusten. Schnell sammelten die Bullen die Kaufgelegenheiten ein und schoben viele Indizes auf Allzeithoch.

Nun notiert der DAX die dritte Woche in Folge mit Verlusten. Nach zwei Wochen mit 0,9% Kursverlusten folgten nun in der Kalenderwoche 16 nochmals 0,5%. Die Bullen schwächeln. Fehlt es an Willen oder Kapital?

Jeder Börsen-Akteur kennt das Sprichwort im Mai zu verkaufen und erst im September wieder zurückzukehren – sell in may and go away, but remember to come back in september.

Drei Wochen in Folge Kursverluste erlebten wir beim DAX zuletzt im Mai 2016. Geht den Bullen die Puste aus oder steigen diese bald wieder ein?

Zu beachten ist der politische Einfluss der französischen Wahlen. Seit einigen Jahren erleben wir stark durch politische Ereignisse geprägte Börsen. Zuletzt erlebten wir seit August 2016 immer wieder, dass die Kurse kurz vor einflussreichen Ereignissen verharrten oder stagnierten, um nach eben jenen Terminen dann erneut mit der Kraft der Bullen zur nächsten kleinen Rallye anzusetzen. Wird dies erneut so passieren?

Zu erkennen ist, dass die deutschen Bullen ihre “Übertreibung” wieder abgebaut haben. Während Dow Jones und MSCI World seit dem 01.03. nahezu konstant Punkte verloren, setzte der DAX am 01.04. zu einem Alleingang in Richtung Allzeithoch an. Bereits am 8. April wies ich daraufhin und schrieb, dass der DAX sich wohl eher den großen Indizes wieder angleichen wird als andersrum.

Wie es mit den Kursen weitergehen wird wird sich aus meiner Sicht nach den französischen Wahlen zeigen. Entweder kommen die Bullen zurück und schieben die Kurse wieder bis wenige Wochen vor das nächste politische Ereignis an, oder die drei schwächeren Wochen und die vielen politischen Ereignisse (Trump’s Eskapaden, Terror-Anschläge, französische Wahlen, …) führen zu einer nachhaltiger Schwächephasen und der von vielen bereits seit länger erwarteten Korrektur.

Sell in may and go away – eventuell ist dies bereits an den Kursen zu erkennen. Die Herde folgt diesem Sprichwort?