Marktmanipulation: Können Trader den Markt steuern?

Marktmanipulation: Können Trader den Markt steuern?

Das Jahr 2021 begann mit einem unerwarteten Paukenschlag. Die Marktmanipulation um die Aktie von GameStop, deren Wert seit Januar 2021 ein beispielloses Plus von 7.400% erreicht hat, ist eines der Topthemen im neuen Jahr.

Wir nehmen dieses Ergebnis zum Anlass, um uns in diesem Artikel mit dem Thema Marktmanipulation zu beschäftigen. Wie konnte es dazu kommen? Welche Formen der Marktmanipulation gibt es? Wie können wir Trader uns vor Verlusten schützen?

Was ist Marktmanipulation?

Als Marktmanipulation wird der Versuch bezeichnet, den Preis eines Vermögenswertes künstlich zu erhöhen bzw. zu senken, oder das Verhalten des Marktes auf andere Weise zum persönlichen Vorteil zu nutzen. Die so entstehende Abweichung zwischen dem wahren Preis, der sich aus den Marktgrundlagen ergibt und dem Börsenwert bietet eine Gelegenheit für Profit durch einfache Arbitrage Geschäfte. Manipulation ist in den meisten Fällen illegal, kann für Aufsichtsbehörden und andere Behörden mitunter jedoch schwer zu erkennen sein (bspw. bei Sammelkonten).

Manipulation wird schwieriger, je größer der Markt sowie die Anzahl seiner Teilnehmer sind. Vergleichsweise ist es wesentlich einfacher den Aktienkurs kleinerer Firmen zu manipulieren, da Analysten und andere Marktteilnehmer diese nicht so genau beobachten wie die mittleren und großen Unternehmen. In der Finanzwelt wird Manipulation ggf. auch als Kursmanipulation, Aktienmanipulation oder Marktmanipulation bezeichnet.

Jegliches Unternehmertum sowie Strategien wie Value Investing basieren prinzipiell auf der Entdeckung und dem Ausnutzen solcher Gelegenheiten um Gewinne zu erzielen – nicht jedoch auf dem eigenständigen Herbeiführen. Das Ziel eines Marktmanipulators besteht somit nicht darin bestehende Gewinnmöglichkeiten zu entdecken. Stattdessen sollen andere Marktteilnehmer getäuscht werden, um eine für den Manipulator profitable Situation zu schaffen, in der Vermögenswerte falsch bewertet werden.

Marktmanipulationen enthalten somit stets die Beeinflussung von Preisen, um bei anderen Marktteilnehmern einen verfälschten Eindruck zu erwecken. Mitunter werden auch falsche Aussagen aufgestellt bzw. veröffentlicht.

Der Manipulator profitiert also auf Kosten der getäuschten Marktteilnehmer. Da der Manipulator die Fehlbewertung selbst herbeigeführt hat, führt Marktmanipulation im Gegensatz zu echtem Unternehmertum oder ehrlicher Anlagestrategie nicht zu einer Verbesserung der Markteffizienz oder zu einem allgemeinen Nutzen für die Gesellschaft.

Unter Umständen kann eine große Marktmanipulation sogar einen Nettoschaden für die Gesellschaft und eine Verringerung der wirtschaftlichen Effizienz bedeuten. Daher wird Marktmanipulation als unehrlich, unethisch und zumeist illegal angesehen.

Was beeinflusst den Wert einer Aktie?

Der Aktienkurs eines Unternehmens wird von weit mehr als nur der betriebswirtschaftlichen Leistung des Unternehmens selbst beeinflusst.

So können auch staatliche Maßnahmen das Geschäftsumfeld eines Unternehmens ändern. Sollten sich gesetzliche Regularien anbahnen, so könnte es für Unternehmen einfacher oder schwieriger werden, sich mit Konkurrenten zu messen und ausreichend Gewinn zu erwirtschaften. Im größeren Rahmen können sich auch geopolitische Faktoren wie ein Regierungswechsel, Kriege oder das Wetter auf Aktienkurse auswirken. Zudem können Wechselkursfluktuationen den Im- bzw. Export benötigter Waren für ein Unternehmen entweder teurer oder preisgünstiger machen und dessen Wirtschaftlichkeit mitunter signifikant beeinflussen. Kursänderungen für die betrieblich erforderlichen Rohstoffe können den Gewinn und Aktienkurs eines Unternehmens zusätzlich beeinflussen.

Markt-Hypes, Gerüchte, Modetrends, Presseberichte oder ein weithin publiziertes Initial Public Offering (IPO) können den Aktienkurs eines Unternehmens beeinflussen – unabhängig davon, ob die Aufmerksamkeit wirklich gerechtfertigt ist.

Du solltest also das große Ganze betrachten und alle oben genannten Faktoren berücksichtigen, falls du versuchst die Richtung eines Aktienkurses vorherzusehen.

Welche Arten von Marktmanipulationen gibt es?

Nachfolgend stellen wir dir verschiedene Methoden von Marktmanipulationen vor. Derartige Ordertechniken werden zumeist mit der Verbreitung falscher Informationen über Online-Kanäle kombiniert. Diese Flut an gefakten Informationen von außen wird mit scheinbar legitimen Marktsignalen kombiniert, um Händler zum Ein- oder Ausstieg aus einer Position zu bewegen. Alle nachfolgenden Methoden bis auf die Währungsmanipulation sind illegal.

Short and Distort

Short and Distort (S&D) bezeichnet eine Methode, bei der ein Manipulator eine Aktie shortet und anschließend Gerüchte verbreitet, um ihren Kurs zu drücken und so einen Gewinn zu erwirtschaften. Hierbei wird auch nicht vor Verleumdungskampagnen (zumeist online) zurückgeschreckt.

Für ein erfolgreiches Short and Distort muss der S&D-Händler über ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit verfügen. Andernfalls werden die verbreiteten Informationen nicht ernst genommen und haben keinen Einfluss auf den Aktienkurs.

Bei einem erfolgreichen Short and Distort sinkt der Wert der manipulierten Aktie stark, sodass der Manipulator seine geshorteten Aktien gewinnbringend verkaufen kann. Der durch den Preisverfall entstehende Verkaufsdruck treibt den Aktienkurs nach unten und ermöglicht es den S&D-Tradern sich zurückzuziehen und ihre Gewinne zu sichern.

Pump and Dump

Ein Pump and Dump ist die Umkehrung von Short and Distort. Hier werden zwar ebenso Fehlinformationen gestreut, um den Kurs einer Aktie zu beeinflussen, jedoch soll der Wert der Aktie stark ansteigen, anstatt ins Bodenlose abzusinken.

Der Manipulator könnte so bspw. behaupten, dass eine gewisse Entwicklung von der Aktie erwartet wird, um potenzielle Investoren anzulocken.

Das Dumping beginnt, sobald die gewünschte Anzahl an Personen eingestiegen ist: Einige Investoren werden ihre Aktien trotz des starken Anstiegs abstoßen, um ihre Verluste zu minimieren. Den übrigen Investoren drohen in diesem Fall große Verluste, da sich die Informationen als Unwahrheit entpuppen werden.

Pump and Dump ist die am häufigsten eingesetzte Manipulationsmethode, bei der eine Microcap-Aktie künstlich aufgebläht und dann verkauft wird, sodass spätere Anhänger die Zeche zahlen müssen.

Poop and Scoop

Bei Poop and Scoop werden falsche und irreführende Informationen über ein Unternehmen oder ein Wertpapier verbreitet, um einen massiven Rückgang des Aktienkurses zu verursachen. Sinngemäß wird auf die Aktie „gepoopt“, damit Investoren ihre Investitionen angewidert fallen lassen. So können Insider ihre Aktie billig aufkaufen und anschließend alles abschöpfen.

Diese Methode bildet also das Gegenstück zu Pump and Dump. Poop and Scoop wird seltener angewandt, da es schwieriger ist, ein legitim gutes Unternehmen schlecht aussehen zu lassen, als ein unbekanntes Unternehmen überragend darzustellen.

Painting the tape

Die Methode Painting the tape unterscheidet sich signifikant von den bisherigen Marktmanipulationen. Hier arbeiten mehrere Personen zusammen, um den Preis eines Wertpapiers aufzublähen, indem sie es untereinander mehrfach kaufen und verkaufen. Durch diesen künstlichen Handel wird die Illusion einer regen Handelsaktivität erweckt, während diese in Wirklichkeit lediglich von einigen wenigen gefakt wird.

Das Ziel ist der Aufbau einer Dynamik, um das Interesse von immer mehr Investoren zu wecken, das Handelsvolumen der Aktie auch außerhalb der kleinen Gruppe zu erhöhen und so den Preis zu steigern. Abschließend verkaufen die Manipulatoren ihre Anteile zu einem hohen Preis.

Für diese Methode können auch mehrere Kauf- und Verkaufsaufträge über verschiedene Broker gleichzeitig erteilt werden, damit diese sich gegenseitig aufheben. Auch hier wird durch das scheinbar erhöhte Volumen der Eindruck erweckt, dass ein steigendes Interesse an dem Wertpapier besteht.

Wash trading

Im Gegensatz dazu manipuliert beim Wash trading lediglich eine Person. So kauft und verkauft ein großer Investor die gleiche Aktie immer wieder in schneller Folge, um das Handelsvolumen zu erhöhen.

Die Aktie soll so für potenzielle Investoren in die Höhe getrieben werden. Diese sind nun eher gewillt in das Unternehmen zu investieren, da die Aktie aufgrund der Handelsaktivität wesentlich attraktiver erscheint.

Currency manipulation

Unter dem Begriff der Währungsmanipulation versteht man die absichtliche Abwertung der Währung eines Landes, in der Regel durch die Regierung oder eine Zentralbank. Hierbei handelt es sich um einen Sonderfall, da der Manipulator aktiv wird, um den Preis oder Wert einer Währung zu anzupassen. Grund hierfür sind zumeist das Aufhübschen der Handelsbilanz oder das Erreichen anderer wirtschaftspolitischer Ziele.

Währungsmanipulation ist besonders, da sich lediglich Zentralbanken und nationale Regierungen (und somit legale bzw. anerkannte Behörden) daran beteiligen können. Einige Regierungen sind augenscheinlich der Ansicht, dass sie mit dem Besitz einer Währung zu entsprechenden Maßnahmen legitimiert wären. Auch wenn Währungsmanipulationen per se nicht illegal sind, so kann ein Land, das seine Währung manipuliert, dennoch von anderen Nationen angegriffen oder durch Sanktionen bestraft werden. Die Welthandelsorganisation (WTO) ist derzeit die Institution, die bei derartigen Vorwürfen zurate gezogen wird.

Unter der Abwertung einer Währung versteht man deren Manipulation durch die absichtliche Abwärtskorrektur des Geldwertes. Grund für eine Abwertung könnte bspw. die Bekämpfung eines Handelsungleichgewichts sein: Eine Abwertung senkt stets die Exportkosten des Landes und macht es global wettbewerbsfähiger. Dies erhöht jedoch die Importkosten, sodass einheimische Verbraucher weniger aus dem Ausland kaufen, was wiederum den Umsatz inländischer Unternehmen erhöht. Das bedeutet, dass ein Land, das seine Währung abwertet, sein Defizit über die starke Nachfrage nach billigeren Exporten verringern kann.

Wie erkenne ich Marktmanipulationen?

Nachfolgend bieten wir dir eine Hilfestellung an, mit der du Manipulationen leichter erkennen und dich somit besser davor schützen kannst.

Der beste Weg, wie du dich selbst vor Manipulationen schützen kannst, ist eigene Nachforschungen. Du wirst dich in deinen Entscheidungen viel sicherer fühlen, sobald du deine Hausaufgaben gemacht hast. Daher empfehlen wir die Durchführung einer eigenen Due-Diligence-Prüfung.

Sollten S&Ds dennoch eine deiner Aktien manipulieren, so wirst du in der Lage sein, ihre Verzerrungen frühzeitig zu erkennen und deine Verluste zu minimieren, bzw. ihren falschen Behauptungen im Idealfall gar nicht erst auf den Leim zu gehen.

Fallbeispiel Marktmanipulation: People’s Bank of China

Unser erstes Beispiel stellt eine Währungsmanipulation dar. So setzte die People’s Bank of China (PBOC) den täglichen Referenzkurs des Yuan am 5. August 2019 zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt unter die Marke von 7 pro US-Dollar. Dieser Schritt war eine Reaktion auf neue Zölle in Höhe von 10 % auf chinesische Importe im Wert von 300 Mrd. US-Dollar, die von der Trump-Administration verhängt wurden und am 1. September 2019 in Kraft traten.

Die Maßnahmen der PBOC führten zu einem Ausverkauf an den globalen Märkten, einschließlich in den USA. Hier verlor der Dow Jones Industrial Average (DJIA) 2,9 %. Infolgedessen bezeichnete die Trump-Administration China als Währungsmanipulator.

Fallbeispiel Marktmanipulation: GameStop-Aktie

Der brandaktuelle Fall im Bereich Marktmanipulation betrifft die GameStop-Aktie. Das Geschäftsmodell von GameStop liegt in dem Verkauf von zumeist gebrauchten Videospielen und Merchandise in lokalen Shops. Kritiker werfen dem Unternehmen schon seit Jahren vor, dass es die digitale Wende verschlafen habe. Die wirtschaftliche Situation von GameStop hat sich, insbesondere seit Beginn der Corona-Krise und den damit einhergehenden, fallenden Absätzen in den analogen Shops, weiter verschärft.

So gab das Unternehmen am 8. Dezember 2020 bekannt, dass bis zum Ende des Geschäftsjahres im März 2021 mehr als 1.000 Filialen geschlossen werden sollen und das, nachdem in den vergangenen zwei Jahren bereits über 783 Filialen geschlossen wurden.

Die Vorgeschichte von GameStop

Wirbel um GameStop kam bereits im September 2020 auf, als Ryan Cohen (Investor und Gründer des Online-Tiernahrungsunternehmens Chewy) einen 13-prozentigen Anteil am Unternehmen übernahm. Zusätzlich begann er sich für die Digitalisierung von GameStop einzusetzen, mit dem Ziel, dass dieses sich im kommenden Jahrzehnt entgegen aller Erwartungen zu einem ernsthaften Konkurrenten für Amazon entwickeln kann.

Währenddessen hat sich eine Gruppe von Daytradern über das Subreddit WallStreetBets (mit mehr als 3,5 Millionen Mitgliedern) darauf geeinigt, den Aktienkurs von angeschlagenen Unternehmen in die Höhe zu treiben, um Profit zu generieren. Darunter zählen neben GameStop auch BlackBerry, Macy’s und AMC. Auf der anderen Seite gibt es millionenschwere Hedge-Fonds und Leerverkäufer, die darauf gesetzt haben, dass die Aktien dieser Unternehmen abstürzen werden.

Der Aktienkurs von GameStop begann zu steigen, als Kleinanleger die billige Aktie aufkauften und augenscheinlich die Gunst der Stunde nutzten.

Ansatz der Marktmanipulation bei GameStop

Hedge-Fonds (darunter Melvin Capital und Citron) hatten versucht, GameStop-Aktien zu „leerverkaufen“, da das Geschäftsmodell von GameStop als nicht mehr zeitgemäß wahrgenommen wird. Bei Leerverkäufen leiht man sich eine bestimmte Anzahl an Aktien von Brokern und verkauft sie dann zum günstigeren Wert. Die Profis gingen bei GameStop also short, hofften auf ein weiteres Abfallen des Marktes.

Sinkt der Aktienkurs, so können sie ihre Positionen zum niedrigeren Preis verkaufen und an den Broker zurückgeben, von dem sie geliehen haben. Die Differenz zwischen dem Betrag, für den sie verkauft haben, und dem niedrigeren Preis, den sie beim Kauf bezahlt haben, wird als Gewinn verbucht.

Die Trader auf WallStreetBets sahen, dass GameStop eine stark geshortete Aktie war. Sie ermutigten sich gegenseitig GameStop-Call-Optionen zu kaufen. Diese ermöglichen es Anlegern, Aktien zu einem bestimmten Preis bis zu einem bestimmten Datum zu kaufen.

Aber was würde passieren, wenn die Aktie weiter ansteigt? Leerverkäufer werden dann versuchen, die Aktie zurückzukaufen, bevor sie noch höher steigt, was als Short Squeeze bezeichnet wird. Diese Massenkäufe erzeugen dann einen weiteren Anstieg des Kurses.

GameStop: Aktueller Stand und unsere Prognose

Ende Januar 2021 sind etwa 71,66 Mio. GameStop-Aktien im Wert von etwa 4,66 Mrd. $ leerverkauft. Seit Jahresbeginn hat diese Manipulation Investoren ca. 6,12 Mrd. $ gekostet. An einem Montag stieg die Aktie um 145 % in weniger als zwei Stunden an, was die Gewinne von GameStop in diesem Jahr auf mehr als 300 % erhöht und für die Short Seller einen zusätzlichen Verlust von 2,79 Mrd. $ bedeutet.

GameStop war in den letzten Wochen eine der am häufigsten gehandelten Aktien, wobei die Zahl der Kaufaufträge die der Verkaufsaufträge um mehr als vier zu eins übertraf. Diese Volatilität veranlasste die New Yorker Börse, den Handel mehrmals kurzzeitig zu unterbrechen.

Der GameStop-Kurs ist seit Anfang Januar 2021 nunmehr um insgesamt 1.700 % gestiegen. Einige Handelsplattformen (u.a. TD Ameritrade, Trade Republic und Robinhood) beschränken den Handel mit AMC und GameStop, um einen weiteren Missbrauch zu vermeiden. Die SEC und das Weiße Haus verkündeten bereits, dass sie die Situation beobachten.

Dementsprechend scheint das gewinnbringende Momentum bei den GameStop-Aktien bereits verstrichen.

Fazit

Vor allem Daytrader und kurzfristige Investoren sind von Marktmanipulationen betroffen. Lass’ dich nicht dazu verleiten übereilt zu handeln, falls du scheinbar überwältigende Nachrichten liest, denn hohe Volatilität bedeutet wiederum ein erhöhtes Risiko. Informiere dich stattdessen eingehend und investiere umsichtig und langfristig.

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Talerbox – ETF-Sparpläne richtig kombiniert (All Wetter Portfolio nach Ray Dalio)

Talerbox – ETF-Sparpläne richtig kombiniert (All Wetter Portfolio nach Ray Dalio)

Mit „Bastian Glasser“ von Talerbox habe ich von InsideTrading mein erstes Live-Interview geführt und es hat einfach nur riesigen Spaß gemacht. Schon vor Jahren – als ich anfing mich mit der Börse zu beschäftigen – überwältigte mich die Vielfalt der kostenlosen und kostenpflichtigen Webinare, Seminare, Schulungen und Online-Kurse der verschiedenen Broker, Banken, Fonds und Börsenprofis. Ohne einen Mentor hätte ich mich sicherlich nicht zurecht gefunden, denn irgendwie versuchen doch alle etwa zu verkaufen.
Schon beim Erstellen des Konzepts dieser Seite habe ich mich auf ehrliche Interviews wie das folgende gefreut. Ich selbst konnte aus diesem Interview einiges mitnehmen und habe viel gelernt. Daher hoffe ich sehr, dass es euch ähnlich gehen wird. Auch wenn es nur eine Buchempfehlung oder ein neuer Podcast ist.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Teilen.

 

WARMUP: 10 KURZE FRAGEN ZUM AUFLOCKERN

Was gab es bei dir heute zum Frühstück?
Die Frage finde ich ganz Lustig, weil bei mir gibt es so ein Standardfrühstück, dass ich mir immer mache. Das ist ein sehr gesundes Frühstück. Auf das Gramm genau abgewogen, da bin ich sehr penibel, gibt es bei mir jeden Morgen:
90g Haferflocken
50g Himbeeren (gefroren)
10g Chia Samen
25g Eiweißpulver
1 Dattel
10g Nussfix

Sport oder Couch?
Da ich von zu Hause aus arbeite, ist Sport für mich enorm wichtig. Ich trainiere 5 Mal in der Woche. Meine Routine sieht so aus, dass ich an vier Tagen in der Woche ins Fitnessstudio gehe und zusätzlich einmal laufe oder schwimme (Wir wünschen an dieser Stelle gute Besserung, da ein Meniskusriss ihn gerade vom Laufen abhält).

Was bestellst du in einer Bar?
Ich bestelle Bier – sonst gibt es bei mir keine anderen alkoholischen Getränke, auch wenn ich aus einer Weinregion komme. Meistens trinke ich Sterni (Sternburger).

Welches Buch würdest du zum Kauf weiterempfehlen, dass dich persönlich in der Vergangenheit motiviert bzw. inspiriert hat?
Ich würde generell sagen alle Bücher von Tony Robbins. Vor allem das neue Buch von ihm „Unshakeable„. Das erklärt, wie man sich ein Vermögen durchs Investieren aufbaut. Es ist so zu sagen der Nachfolger von dem Buch „Money: Die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit„.

Netflix, Sky, Amazon und Co. sorgen immer häufiger dafür, dass wir für nichts mehr Zeit haben. Bei welcher Serie bleibst du derzeit hängen?
In der Hinsicht bin ich sehr diszipliniert. Ich höre alle um mich herum über Serien reden, aber es gibt keine Serie, die ich ganz durchgeguckt habe. Da wir bei uns in der WG Netflix haben, schaue ich ab und an mal „How I meet your mother“ während des Spülens oder anderer Hausarbeit.
Ich bin eher auf YouTube unterwegs und folge dort Leuten wie Casey Neistat, Gary Vaynerchuk, Jon Olsson und einigen weiteren.

Hast du denn ein „Lieblings-Video“, das findest empfehlen kannst? Eines, das dir so spontan als erstes in den Sinn kommt.
Casey Neistat: Do what you can’t!

Wen oder was zitierst du am häufigsten?
Das wechselt bei mir relativ häufig. Das meiste kommt aber von dem griechischen Philosophen Marc Aurel.

Womit kann man dir mal so richtig die Stimmung verderben?
Mit Pessimismus! Wenn jemand immer schlecht drauf ist oder sagt „Das schafft man nicht“. Ich glaube schon, dass die Einstellung auch Berge versetzen kann. Also diese positive Einstellung ist mir schon sehr wichtig.

Single und das ist gut so oder Beziehungsmensch?
Single durch und durch. Was eventuell auch der Sache geschuldet ist, dass ich ziemlich viel reise. Aktuell wechsel ich so alle zwei Jahre den Standort (Im Anschluss haben wir uns noch kurz über TinderTagebuch.de ausgetauscht, aber schaut selbst mal drauf). 

Südsee oder Ostsee?
Ganz klar Südsee! Ich habe auch in Bali mal ein halbes Jahr studiert und liebe schöne Strände, das warme Klima und Surfen.

 

Talerbox: Schluss mit Lustig – Jetzt wird es ernst!

Wenn du auf einer Party gefragt wirst, “Was machst du eigentlich beruflich?”, wie sieht deine Antwort aus?

Bastian Glasser (Talerbox): Die Frage wird mir aktuell ziemlich häufig gestellt und meine Antwort ist meist: „Ich zeige anderen auf YouTube, wie ich mein Geld investiere und damit verdiene ich Geld.“ Ich beantworte zudem viele Fragen meiner Hörer, wie beispielsweise „Wo kann ich investieren“, „Wie ist das mit den Steuern“, „Wie kann ich investieren“, usw. Ich versuche, den Usern genau die Fragen zu beantworten, die sie haben und verdiene darüber mein Geld.

In verschiedenen Foren und auf einigen anderen Plattformen wirst du als Experte auf den Gebieten “Finanzmarkt, Börse und Trading” gehandelt. Wie kam es dazu? What is your story?

Bastian Glasser (Talerbox): Ich bin der festen Überzeugung, dass es an meiner Kontinuität liegt. Wenn man am Ball bleibt und auch schwierige Zeiten durchmacht, dann kann man auf langer Sicht gesehen bestehen, gut werden und damit erfolgreich sein. Zum anderen ist es auch ein wenig Talent. Ich habe meinen Bachelor in Finance in Frankfurt am Main – und anschließend meinen Master in Finance in Mainz gemacht. Zwischendurch bin ich für ein Semester in Wien und für einige Zeit in Indonesien auf Bali gewesen. Da bekommt man verschiedene Sichtweisen auf Dinge mit, die mir in meinem Beruf weiterhelfen. Vor allem macht einen ein fundiertes Studium bei den Kunden ein Stück weit glaubhafter, da diese Tatsache offeriert, dass ich Ahnung von der Materie habe. Aber natürlich ist nicht nur ein Studium wichtig. Ich habe zum Beispiel mit 13 Jahren mein erstes Finanzbuch über den Euro bekommen, das ich dann natürlich gelesen habe. So habe ich dann immer weitergemacht. Viele Bücher auf Deutsch und Englisch über Finanzen gelesen. Was aber, denke ich, einen großen Unterschied macht, ist “Trial and Error”. Wenn man im Endeffekt nur theoretisches Wissen wie ein Professor hat, kann man nicht bestehen. Ich habe mich selbst versucht, getradet und runtergehandelt. Mittlerweile kann ich auf 10 Jahre Erfahrung in diesem Bereich zurückschauen und mir zu vielen Themen ein Urteil bilden.

Hast du dir das Geld für deine Reisen durch Traden verdient?

Bastian Glasser (Talerbox): Ich muss sagen, dass ich nie einen richtigen Studentenjob hatte. Beim Pokern war ich ziemlich gut. Eine Zeit lang, so mit 19 Jahren glaube ich, habe ich das ziemlich exzessiv betrieben. Wenn dann ein paar Tausend Euro auf dem Tisch liegen, wird einem schon anders. Die wohl beste Erfahrung für meine Zukunft war, als ich 50.000 Euro verzockt habe. Trotzdem hatte ich noch genügend Geld über, um während des Studiums Devisen-Handel zu betreiben. Auch wenn sich das vielleicht doof anhört, aber ich hatte wirklich nie einen richtigen Studenten-Job, wenn man nach den alten konservativen Werten geht.

Erinnerst du dich noch an deinen ersten Kauf?

Bastian Glasser (Talerbox): Meinen ersten Kauf muss man differenzieren. Also meinen ersten ETF habe ich am 17.12.2012 gekauft. Ich bin durch einen Zeitungsartikel in der “EURO” darauf gestoßen. Dann verging aber trotzdem ein halbes Jahr, in dem nichts passiert ist. Bis ich dann zur “World of Trading” Messe in Frankfurt am Main gegangen bin. Da hat mich die Leidenschaft wieder gepackt. Ich habe zwar vorher auch getradet, aber immer wieder auf die Nase bekommen. Deshalb hat sich dieser Kauf so bei mir eingeprägt, weil dieser mein erster Kauf war, mit dem ich langfristig Erfolg hatte und der sich mit dem, was ich heute mache, vergleichen lässt.

Weisst du noch, auf was du den ETF gekauft hast? DAX, EURO, etc. …?

Bastian Glasser (Talerbox): Den habe ich auf den “DAX” gekauft.

Wahrscheinlich “long” oder?

Bastian Glasser (Talerbox): Ja genau!

Wie würdest du dein Investmentstil in ein paar Sätzen zusammenfassen? Ist die Depotabsicherung (hedging) für dich ein Thema?

Bastian Glasser (Talerbox): Die Schlagwörter sind auf jeden Fall “passiv” und “automatisiert”. Davon bin ich einfach ein großer Fan. Ich investiere halt langfristig. Kein Trading, kein “hin und her, Taschen leer”.
Meine Strategie ist die sogenannte “Paritäten-Strategie”. Man kann es auch als “Allwetter Portfolio” bezeichnen. Es gibt vier Jahreszeiten an der Börse. Das Portfolio ist nach verschiedenen Korrelationen ausgerichtet. Man ist somit sehr ausgeglichen aufgestellt und kann auch in Finanzkrisen bestehen. Die Strategie stammt ursprünglich von Ray Dalio, dem Gründer von “Bridgewater House”. Das ist einer der größten Hedgefonds der Welt. Man benötigt mindestens eine Milliarde an Vermögen, um in den Fond reinzukommen. Einhundert Millionen muss man dann mindestens anlegen. Er ist einer der erfolgreichsten Investoren überhaupt. In der Finanzkrise, in der fast alle aufgeschrien haben, ist er relativ gut durchgekommen. Im Studium habe ich mich dann sehr intensiv mit ihm beschäftigt und mir seinen Hedgefonds mit ETFs nachgebaut.

Bringst du das deinen Kunden im Online-Kurs bei?

Bastian Glasser (Talerbox): Genau. Es geht nicht darum, die beste Aktie zu finden, sondern über Sparpläne passiv zu investieren. Dabei lernen die Teilnehmer, wie man einen solchen monatlichen Sparplan optimal zusammenstellt. Einmal im Jahr wird ganz entspannt ein “Rebalancing” gemacht. Bei dieser Strategie muss man wirklich nicht stündlich den Börsenticker lesen, sondern einfach ganz in Ruhe kontinuierlich die Strategie für sich arbeiten lassen.

Auf wie viele Käufe bzw. Verkäufe kommst du im Monat?

Bastian Glasser (Talerbox): Aktuell sind es ungefähr 9 bis 10 ETF-Sparpläne, die jeden Monat automatisiert gekauft werden. Auf das gesamte Jahr gerechnet sind es also um die 120 Transaktionen.

Wie sieht dein perfekter Arbeitstag aus. Was steht bei dir im Fokus?

Bastian Glasser (Talerbox): Da ich nicht aktiv handle, spielen die aktuellen Kursbewegungen keine große Rolle für mich. Ich bin kein Trader. Meine Morgenroutine sieht so aus, dass ich um 5 Uhr aufstehe und versuche Videos und Content zu produzieren. Ich lese quasi zu einem Thema alles, was ich finden kann und produziere dann Videos, fertige anschließend die Präsentation dafür an und gehe mittags ins Fitnessstudio. Anschließend beschäftige ich mich mit dem klassischen Marketing. Mit meinen eigenen Investments befasse ich mich einmal im Monat für ungefähr 20 Minuten.

Wie schwierig ist es dann für dich, neue Einstiege zu finden?

Bastian Glasser (Talerbox): Das Gute ist, dass ich überhaupt keinen Einstieg finden muss. Dadurch, dass alles automatisiert passiert, muss ich mich nicht damit beschäftigen. Je nachdem wie man den ETF-Sparplan einstellt (1. jeden Monats, 7. jeden Monats, 15. jeden Monats = es kommt darauf an, bei welchem Broker man ist), wird das automatisch ausgeführt. Was man machen kann/ muss, ist das vorhin angeschnittene “Rebalancing”. Man hat zu Beginn eine “Ist-Gewichtung”, also wie das Portfolio aufgestellt ist (z. B. 50% Aktien, 40 % Anleihen, 10 % Rohstoffe). Diese Gewichtung kann/ muss man gegebenenfalls anpassen. Manche gehen die Sache auch komplexer an. Wenn sie im Laufe des Jahres merken, dass die Gewichtung auf 60 % angestiegen ist, dann kann man das auch zwischendurch regulieren und mit einem anderen Sparplan wieder anpassen. So wird/ werden dann die Sparplangröße/ Sparplanbeträge erhöht und für den nächsten Monat angepasst. Das ist das “Average-Verfahren”, bei dem ich jeden Monat den selben Betrag investiere und somit peu à peu Vermögen aufbaue.
Es gibt noch eine andere Variante, in der man eine “Dynamisierung” einbaut, um den Vermögensaufbau zu beschleunigen.
Beispiel: Man nimmt pro Jahr 5 % mehr Sparrate. Im ersten Jahr hätte man dann 100 Euro auf dem DAX und im nächsten Jahr wären es dann 105 Euro. Im darauffolgenden Jahr nimmt man dann wieder 5 % mehr. Der Hintergrund ist der, dass man im Regelfall mit dem Alter mehr Geld verdient. Mit dieser Dynamisierung kann man dann mit steigendem Verdienst, den Vermögensaufbau von Jahr zu Jahr beschleunigen.

Was kommt dir bei dem Wort “Risikomanagement” als erstes in den Sinn?

Bastian Glasser (Talerbox): Da fällt mir spontan eine Redewendung ein: ”Ein Tisch steht nicht auf einem Bein”.
Mit dem “Money-Management” steht und fällt alles. Es entscheidet darüber, ob man gewinnt oder verliert. Ich schaue zunächst, wie die “Erstlokalisation” ist (Anlagen, Crowdfunding, P2P-Kredite, Kryptowährung, etc.). Für mich ist die “Erstlokalisation” einfach das Wichtigste. Mir hat mal jemand gesagt, dass es relativ einfach ist reich zu werden, aber die Wenigsten schaffen es reich zu bleiben. Da sind meiner Meinung nach die besten Beispiele die, die durch einen Lotto-Gewinn plötzlich viel Geld zur Verfügung haben und dieses durch zu viele falsche Entscheidungen einfach wieder aus dem Fenster schmeißen. Da kommt dann das Wort “Money-Management” zum Tragen. Diese Leute haben von diesem Wort meist keine Ahnung und haben somit kein “Risiko-Management”.

Angenommen du könntest die Zeit zurückdrehen und deinem Investoren-Anfänger-Ich zwei Tipps geben, welche wären das und wie alt warst du damals?

Bastian Glasser (Talerbox): Zuerst würde ich “passiv” anstelle von “aktiv” sagen. Man nimmt dabei die Emotionen raus. Was ich dabei gemerkt habe, ist, dass wenn ich “Forex” gehandelt habe, dann habe ich die ganze Zeit auf den Chart geschaut und im Umkehrschluss Fehlentscheidungen durch Emotionen getroffen. Diesen Fehler machen viele, wenn sie Informationen in den Nachrichten sehen und sich sofort von diesen leiten lassen. Ein simples Beispiel ist, wenn ich keine Zeit hatte, um den Chart zu verfolgen und meine Entscheidungen durch “Stopp-Loss” oder “Take-Profit” getroffen wurden, konnte ich anschließend im “Trading-Journal” verfolgen, dass diese Trades langfristig gesehen die Besseren waren.
Das Zweite wäre, dass man versucht Prozesse zu automatisieren. Dass man nicht schaut, wann das Timing für einen Einstieg perfekt ist, sondern dass man durch diese Automatisierung, die manuellen und somit emotionalen Entscheidungen vermeidet. So wie ich das vorhin schon angesprochen habe, dass ich das monatlich verfolge.

 

Kritik, Erfahrungen und Kommentare

Online-Trading-Kurse oder auch Onlinekurse im Allgemeinen stehen oft in der Kritik. Was macht deiner Meinung nach den Unterschied zwischen einem Kurs und einem großartigen Kurs?

Bastian Glasser (Talerbox): Es ist wichtig, sich nicht auf das Geld zu konzentrieren, dass ich damit verdienen könnte, sondern zu schauen, was der “Ist-Zustand” des Kunden ist und wohin man ihn bringen möchte. Kunden haben oft ein konkretes Problem. Dieses muss man bei einem großartigen Kurs angehen und Lösungen finden. Um es anders auszudrücken, muss der Mehrwert, den man dem Kunden bietet, definitiv größer sein, als das, was er für deinen Kurs bezahlt. Es geht nicht darum, Leute mit tollen Marketingsprüchen zu locken und ihnen das zu geben, was sie wollen, sondern sich wirklich ihren Problemen anzunehmen und ihnen einen wirklichen Mehrwert bieten. Die Leute, die mit den angesprochenen Marketingsprüchen eine Menge Geld verdienen, machen den Markt für die Leute, die sich den Problemen annehmen wollen, um Lösungen zu finden, oft kaputt. Aber im Endeffekt setzt sich Qualität immer durch und man wird auch wenn es länger dauert, langfristig erfolgreicher sein, als die Blender. Für Leute, die online ihr Geld verdienen, ist es umso wichtiger Qualität zu liefern, denn der eigene Name kann schnell durch den Dreck gezogen werden.

Als Ersteller von Onlinekursen lässt Kritik oft nicht lange auf sich warten. Objektive Kritik verbessert unser Schaffen. Welche subjektiven Makel wurden dir in der Vergangenheit vorgeworfen?

Bastian Glasser (Talerbox): Ich höre öfters die Anklagen, dass ja alles online z. B. bei YouTube verfügbar ist und was denn nun der wirkliche Unterschied in meinen Onlinekursen sein soll. Ich vergleiche das dann immer mit dem Beispiel, dass man in einem Raum in einer Ecke des Zimmers ist und zur anderen Seite kommen will (der Weg des Investierens). Die Leute, die sich dann bei z. B. YouTube einfach berieseln lassen, die wissen meist nicht, wo das eigentliche Ziel ist und laufen gegen Stühle und andere Gegenstände, die im Raum stehen. Bei meinen Kursen ist es dann so, dass ich meine Kunden virtuell an die Hand nehme und ihnen den “roten Faden” aufzeige, und sie somit nicht gegen Stühle laufen. Der Kunde muss sich nicht von YouTube-Video zu YouTube-Video hangeln und sich die Informationen alleine raussuchen, um anschließend wieder vor einem neuen Problem zu stehen, um sich dann wieder mit zu vielen nutzlosen Informationen rumzuschlagen. Ich bekomme oft per Email dieselben Fragen gestellt, die man sich in vielen Fällen selber beantworten kann, wenn man diese Frage bei Google eingibt.
Bei jüngeren Leuten kommt oft das Kommentar auf, dass der Kurs zu teuer wäre. Wenn man aber z.B. zu einem Seminar geht und für dieses 2000 Euro ausgibt, dann hat man eine einmalige Vorstellung ohne Mitschnitt. Oder man geht zu einem Anlageberater, der auch gut und gerne 150 Euro die Stunde nimmt. Bevor man mit ihm ein vernünftiges Portfolio aufgebaut hat, können 5 bis 6 Stunden vergehen. Das wiederum ist auch eine Menge Geld. Dann sollte man schon so eine Dienstleistung im Verhältnis zu einem Onlinekurs sehen, für den man wie bei mir z. B. 149 Euro ausgibt. Diese 149 Euro muss man wie ein Investment sehen, denn man gibt diese Summe einmalig aus, kann aber durch diese Investition und den erhaltenen Mehrwert viel mehr Geld verdienen.

Welche Lehren hast du selbst aus dem Erstellen und Abhalten deiner Coachings gezogen? Kannst du uns von ein paar Erfahrungen berichten?

Bastian Glasser (Talerbox): Dass man sich wirklich in das Problem der Kunden hineinversetzen muss. Mir hat mal jemand gesagt, dass man sich vorstellen muss, dass es Freitag um 16 Uhr ist und man sich überlegen sollte was mein Kunde gerade jetzt für ein Problem haben könnte. Ich habe festgestellt, dass die Geschmäcker der Kunden verschieden sind und vergleiche es deshalb die Börse gerne mit einem Lieferservice, einem Restaurant und einer Do it yourself (DIY)-Kochanleitung. Ich sehe mich hierbei als die DIY-Kochanleitung, indem ich ein Video zu Verfügung stelle und meine Kunden es dann selber nachkochen müssen. Der Lieferservice wäre dann z. B. “Robo-Advisor” oder “Berater”, die dann ein paar Fragen beantworten. Die Antworten sind oft von der Stange. Die lassen sich halt gut mit z.B. “Foodora” vergleichen. Die machen im Prinzip nichts anderes. Sie gehen zu einem Restaurant, liefern dem Kunden das Essen und verlangen dafür natürlich einen Aufschlag. Ein Restaurant wäre dann ein “Fonds”. Dieses kann gut sein, muss aber nicht. Aktuell bin ich halt nur in dem Bereich “DIY” tätig. Zukünftig will ich mich aber mit dem Thema “Lieferservice” befassen, denn es gibt Kunden, die einfach nicht die Zeit für einen Onlinekurs investieren wollen und auf ihre Fragen, eine schnelle Antwort geliefert bekommen wollen. Diesen Kunden werde ich dann zukünftig ein Portfolio zusammenstellen und es ihnen liefern.

Hast du ein Video für unsere Leser, dass es ihnen ermöglicht, sich vorab ein Bild von der Struktur deiner Kurse machen können?

Bastian Glasser (Talerbox): Im Grunde sind meine Kurse so aufgebaut, dass es vorab 3 kostenlose Videos gibt. In dem ersten stelle ich mich vor, wer ich bin und was ich mache. 2 Tage später kommt dann das zweite Video, indem ich die 3 häufigsten Fehler von Anlegern erläutere. Im dritten Video wird dann angesprochen, wie sich Prozesse automatisieren lassen (z. B. automatische Sparpläne anlegen oder automatisch Geld beiseite legen). Erst anschließend wird mit dem “Wie investiere ich?” angefangen.

Hier geht es zum ersten kostenlosen Video: Viel Spaß

Abschließende Worte und Tipps für unsere Leser

Bei welcher Depotbank handelst du und warum hast du diese gewählt?

Bastian Glasser (Talerbox): Ich bin bei der Comdirect, Consorsbank (ehemals DAB Bank) und bei der Flatex. Diese Banken bieten kostenlose Sparpläne an, bei denen ich mir dann die Rosinen rausgesucht habe. Ich habe bei den genannten Banken jeweils mehrere kostenlose Sparpläne, um somit keine Kosten/ keine Ordergebühren zu haben. Normal bezahlt man ja für jede Transaktion (z. B. einem Aktienkauf) mindestens 5 Euro. Bei einem Sparplan ist es meist so, dass man 1,5 % des Anlagevolumens bezahlt. Ich habe das alles so eingestellt, dass ich wirklich 0 Euro bezahle.

Was können unsere Leser bei dir in den Kursen lernen und welche Möglichkeiten gibt es teilzunehmen?

Bastian Glasser (Talerbox): Ich nehme ihnen zum einem die Ängste Fehler zu machen. Das ist wie ein digitaler Blick über die Schulter. Ich gebe ihnen einen Leitfaden, wie sie investieren müssen. Zum Anfang geht es darum, wie sieht ein Portfolio aus, wie baue ich es mir auf, was sind meine Ziele, was will ich erreichen. Wenn man diesen ersten Schritt gemacht hat, geht man dann zu dem nächsten Step über, bei dem man überlegt, wie man Aktien kaufen kann, wo man sie kaufen kann, wie man das Portfolio zusammenstellt. Wenn man dann das Portfolio zusammengestellt hat, wird erklärt, wie man das Portfolio managt. Ich erkläre dann, was man machen muss, wenn es an der Börse mal heiß zugeht (die Angst nehmen). Zusätzlich gehe ich noch auf den Bereich des “Rebalancing” ein.
Meine Onlinekurse werden direkt auf meiner Seite TALERBOX angeboten.

Wie läuft es ab, wenn man bei dir einen Onlinekurs kauft? Gelangt man dann über den zugesandten Link direkt zu dem ersten kostenlosen Video?

Bastian Glasser (Talerbox): Wie vorhin schon erklärt, erhält man zu Beginn die ersten 3 kostenlosen Videos. Nachdem man sich diese nach und nach angeschaut hat, kann man den Kurs im ganzen kaufen.
Wenn man sich für den Kauf entscheidet, bekommt man zusätzlich zu den Videos noch Emails zugeschickt, in denen ich die Vorteile zu einem Onlinekurs gegenüber von Berater oder Fonds darlege. Das ist meiner Ansicht nach ein riesiger Mehrwert.

Wir bedanken uns bei Bastian Glaser von Talerbox für seine Zeit und wünschen Ihm auch weiterhin viel Erfolg bei seinen Projekten. Solltet ihr Interesse an seinem Kurs oder auch nur den drei kostenfreien Videos haben, dann klickt doch einfach hier.

 

Kaufen wenn in den Straßen Blut fließt – Value mit ETFs und Aktien

Kaufen wenn in den Straßen Blut fließt – Value mit ETFs und Aktien

Vor einigen Jahren, haben wir hier bei InsideTrading.de einen Artikel zu eben diesem Thema veröffentlicht. Dabei wurde der Fokus jedoch auf kurzfristige Engagements an den Finanzmärkten gelegt.

Da dies weder alltagstauglich noch kostengünstig ist, wollten wir uns dieser Thematik von neuem widmen und in den Zusammenhang mit mittel- bis langfristigen ETF und Aktieninvestitionen bringen, welche besonders für Berufstätige und Sparer viele Vorzüge mit sich bringen.

„Man muss kaufen, wenn in den Straßen Blut fließt“

… so lautet zumindest die These, die Baron Rothschild nur allzu gerne in den Mund gelegt wird. Ob dies seine historische Richtigkeit hat oder nicht, sei an dieser Stelle dahingestellt – wir wollen uns mit den Implikationen dieser Aussage auf unser Investmentverhalten auseinandersetzen. Ein anderes sehr bekanntes Zitat in diesem Zusammenhang stammt von Warren Buffet und lautet:

„Sei gierig, wenn andere ängstlich sind – sei ängstlich, wenn andere gierig sind“

Beide weisen den Adressaten (also uns) auf ein und dasselbe hin – „denke und handle antizyklisch, lasse dich nicht von der Masse und Emotionen leiten“.

Diese Denkweiße widerstrebt den meisten Menschen – sie jagen einem Trend hinterher und wollen das Markt-Momentum nutzen, um Profite am Markt zu erzielen. Auch wenn diese Möglichkeit durchaus interessant und profitabel sein mag, so ist sie doch mit einem erhöhten Zeitaufwand verbunden. So müssen aktiv Positionen gecheckt und gemanagt werden, neue Kauf- und Verkaufsaufträge folgen wöchentlich, wenn nicht gar täglich. Es kann daher nicht jeder einen solchen Investitionsansatz im Alltag verfolgen. Aber gute Gelegenheiten abzuwarten und dann gezielt zu investieren – nach einem Ansatz aus der Value Methodik- kann selbst der vielbeschäftigte Berufstätige.

Billig ist nicht gleich günstig – Diversifizieren oder Selektieren

Wer nach starken Kurseinbrüchen kaufen möchte, um sich günstige Einstiegskurse zu sichern, kann seine Aktivitäten auf zweierlei Weisen planen. Zum einen gibt es die Möglichkeit, Aktien auf Basis von Kriterien der Fundamentalanalyse auszuwählen, zum anderen kann man diversifiziert in den Gesamtmarkt investieren. Je nach Risikobereitschaft und Wissensstand ist die eine oder die andere Lösung vorzuziehen. Beide haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Wie diese sich aufteilen, lässt sich der Grafik entnehmen.

Um für beide Arten sinnvolle Beispiele zu liefern und zusätzlich einen Ausblick zu geben, wie sich dieser Ansatz noch anwenden lassen kann, sollen drei Beispiele betrachtet werden. Das erste Beispiel ist die Volkswagen Aktie nach der Diesel-Affäre, das zweite der Bankensektor, im speziellen die Deutsche Bank und das dritte Beispiel ist China nach der Blase 2015 und der daraufhin folgenden scharfen Korrektur. Diese drei Situationen sollen keine Empfehlung für ein optimales Vorgehen darstellen, sondern vielmehr zeigen, wie man vergangene Chancen ganz im Sinne von Rothschild oder auch Buffet – streng getreu dem Motto: kaufe, wenn in den Straßen Blut fließt – hätte spielen können.

Volkswagen – eine Aktie gerät unter massiven Druck

Der obige Chart gehört zur Volkswagen Vz. Aktie, welche im Rahmen der Diesel-Abgas-Affäre massiv unter Druck geriet. Dabei wurde von Seiten der US-Behörden ermittelt, ob und in welchem Ausmaß die Testergebnisse von Motoren manipuliert wurden, um bessere Abgaswerte zu erzielen und so konkurrenzfähigere Automobile anzubieten. Dabei wurden sowohl Störsysteme als auch an- und abschaltbare, mechanische Einrichtungen verbaut und installiert.

Zeitweise wurden Strafen diskutiert, welche für die Existenz des Automobilkonzerns als durchaus grenzwertig einzuordnen waren. Diese Phase lässt sich gut am rechten Rand des Charts erkennen, eine Kurslücke ist erkennbar – panisch verkauften Investoren ihre Anteile: „Das Blut floss“ sprichwörtlich auf der Straße. Wer hier Fälle der Vergangenheit analysiert hat und sich nicht einschüchtern ließ, konnte gut Kasse machen – mit Kursen um die 100€-Marke war auch aus fundamentalen Gesichtspunkten eine Talsohle erreicht. Dieser Kursbereich war dabei zweimal über einen Abstand von fast drei Monaten erreicht worden und öffnete mutigen, nüchternen Investoren Tür und Tor für satte Renditen.

Hierbei war es jedoch wichtig, den Markt aktiv zu beobachten, sowie die fundamentalen Umstände und Kennzahlen zu kennen und sich mit vergleichbaren Rechtsfällen auseinanderzusetzen, um so ein eigenes Urteil fällen zu können. Dies ist je nach Berufsgruppe und familiärer Situation nicht für jedermann möglich – wer zeitlich stark eingebunden ist, kann nicht auch für die Aktienanalyse noch Stunden einplanen. Daher ist unser Fazit – selektive Aktieninvestments in kurzfristig prekären Situationen bieten große Chancen für Personen mit ausreichend Fachwissen und Zeitbudget.

Fachwissen kann man sowohl im Eigenstudium hier bei InsideTrading unter der Rubrik „Know how“ oder auch gezielt über die Suchfunktion finden – für eine gezieltere Ausbildung bietet Findedeinentradingcoach.de die richtige Anlaufstelle.

Ein Sektor stürzt ab – Leicht gestreut investieren

Wer nun nicht das Interesse hat, in einzelne Titel zu investieren, kann stattdessen auch einen ganzen Sektor durch einen ETF kaufen.

So gerieten in der Vergangenheit beispielsweise Banken als ganze Branche unter Druck, sobald eines der global relevanten Institute Probleme bekam. Dies hängt mit der der Tatsache zusammen, dass Unternehmen innerhalb einer Branche stark vernetzt sind. Bekommt ein Unternehmen Probleme, leiden die anderen zumeist auch dadurch. Gründe dafür sind unter anderem Image-Verlust, Vertrauenskrisen im Interbankenmarkt (Liquiditäts-Knappheit) und im schlimmsten Fall gar politische Interventionen.

Je nach Branche und Geschehnis äußert sich dies unterschiedlich. Ganz unabhängig davon, wie und was die genauen Hintergründe sind, lässt sich hier durch eine rein qualitative Analyse bereits eine erste Aussage darüber treffen, ob eine Erholung des Marktes auf mittlere und lange Frist realistisch erscheint.

So sind Banken, solange für ihre gesellschaftlich wichtige Funktion der Fristen- und Losgrößentransformation kein Ersatz gefunden wurde, aus unserem Wirtschaftskreislauf nicht wegzudenken. Die Vergabe von Krediten ist maßgeblich für das Wirtschaftswachstum notwendig. De facto sind günstige Kaufkurse für Unternehmen im Finanzsektor eine durchaus interessante Option. Wichtig: Wir sprechen hier von Finanzprodukten, die den Sektor abbilden und nicht von einem Einzeltitel.

Eine so qualitative Analyse wäre beim Kauf von Einzelaktien bei weitem nicht ausreichend. Gerade in Krisenzeiten kann man hier ins Messer greifen und eine Detailanalyse ist notwendig. Wenn man jedoch in verschiedene Unternehmen innerhalb eines Sektors investiert, reduziert sich das Risiko selbst dann, wenn ein oder zwei der Unternehmen auch längerfristig Probleme bekommen. So können die anderen dies durchaus auffangen – der Portfolioeffekt bzw. die Diversifikation schützen uns in diesem Fall.

Sowohl für die Sektoren- als auch die Länder-Indizes liefern wir in unserem Memberbereich tägliche Updates, sowie monatlich in unserem Newsletter.

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Eine Blase platzt – jeder schreit, kaum einer sieht die Chancen

Die letzte Möglichkeit und die wohl alltagstauglichste ist, noch einen Schritt zurück zu treten und nicht nur die Sektoren, sondern ganze Länder zu betrachten.

Dies ist am einfachsten, risikoärmsten und am wenigsten zeitintensiv. Durch die starke Diversifikation und Neugewichtungen, welche mit den Aktienindizes ganzer Länder einhergehen, ist man als Investoren mit einer langfristig orientierten, qualitativen Analyse oftmals bereits ausreichend gut bedient.

Die Grafik zeigt den Kursverlauf des IShares Large Cap China ETFs zwischen April 2015 und Juni 2017

Wer sich nicht in einer großen Intensität mit Aktien beschäftigt, kann auch in Stesssituationen die Ruhe bewahren. So boten sich in China nach dem Platzen der Blase 2015/ 2016 wunderbare Einstiegschancen. Wer bei seiner Analyse zu dem Schluss kam, dass langfristig gesehen China ein wichtiger Spieler auf den Weltmärkten bleiben wird, freute sich über kurzfristige Verwerfungen unter dem Aspekt der günstigen Einstiegskurse hinsichtlich der langfristigen Vision.

So war der Kurs, zu welchem wir nach unserem CostAverage 2.0 Sparplan gekauft hätten, bei 0,65*150€ = 97,50€. Unter diesem Kurs konnten wir eine Sparplanausführung zum 15ten des Monats in folgenden Monaten erzielen:

Monat Januar 2016 Februar 2016 März 2016 Mai 2016 Juni 2016
Kurs am 15ten 85,85€ 82,55€ 93,05€ 91,83€ 94,84€
Sparvolumen 500€ 500€ 500€ 500€ 500€
Gekaufte Stücke 5,82 6,07 5,37 5,45 5,27
Gewichtung des Kaufkurses 0,2080 0,2169 0,1919 0,1948 0,1883

Somit konnten wir 5 Ausführungen erzielen, welche zu einem Durchschnittskurs von 89,37€, bei einem konstanten Sparplan-Volumen von 500€ geführt hätte. Die Performance (Stand 27.06.2017) läge bei 29,5%; bei der beispielhaften Sparsumme von 500€ entspräche dies einem Bruttoprofit von 2500€*0,295 = 737,50€.

Die Idee, die hinter diesem Ansatz steckt, beschreiben wir im Detail in unserem Artikel Costaverage 2.0.

Die zugehörigen Signale dazu finden sich in unserem Memberbereich als tägliche Updates sowie monatlich in unserem Newsletter.

Wie kaufe ich die Krise am besten?

Wir setzen bei langfristigen Investitionen stark auf den Costaverage-Effekt. Dabei kaufen wir regelmäßig Anteile von einem Fonds, ETF oder auch einer Aktie. Fällt der Titel, so kauft man günstiger nach und ist bei steigenden Kursen schnell im Gewinn. Steigt die Aktie, so gewinnt man an der Wertentwicklung. Mit dieser Art des Investierens setzt man auf einen langfristig steigenden Markt.

Wie diese Form des Ansparens / des Vermögensaufbaus im Detail funktioniert, kann man in den folgenden Artikeln genauer nachlesen:

ETFs Nachteile und Risiken für den Anleger und den Aktienmarkt

ETFs Nachteile und Risiken für den Anleger und den Aktienmarkt

ETFs Nachteile und Risiken

Die Manager von FPA** haben sich vor kurzem bezüglich des Einflusses von ETFs auf den Aktienmarkt geäußert. Dabei kommen sie zu einem fatalen Fazit:

  • Die Zunahme an Investitionen in passive Investmentprodukte – besonders ETFs, verzerren die Aktienkurse und mindern die Effizienz des Marktes
  • Was passiert mit dem in ETFs investierten Kapital im Falle eines Markt Crashes? – Wie reagieren Investoren und was passiert mit gesunden Unternehmen? – Besteht die Gefahr für einen Dominoeffekt?

Exchange-traded Funds, besser bekannt als ETFs, seien „Massenvernichtungswaffen“, welche die Preise für Unternehmensanteile der weltweiten Indizes irrational verzerren und so ein erhöhtes Potenzial für aggressive Abverkäufe liefern. Zu diesem Schluss kamen die Manager des FPA Capital Fund.

„In dem Moment, in dem die Welt sich dazu entscheidet, dass es keine Notwendigkeit für eine umfassende Fundamental-Analyse von Unternehmen mehr gibt und man blind Index-Fonds und ETFs kauft, ist es unserer Meinung nach Zeit sich etwas ängstlicher zu zeigen, die Zeit weniger aggressiv zu sein ist jetzt gekommen.“ Dieses Statement ließen die beiden Fonds Manager Arik Ahitov und Dennis Bryan am 6. April ihren Investoren in einem offenen Brief an Shareholder zukommen. Ihr Fonds ist ein aktiv gemanagter Fonds mit einem Volumen von rund 800 Millionen US-Dollar.

Die Kapitalflut in passive Anlageprodukte lässt Aktienkurse einzelner Indizes zunehmend parallel verlaufen. Dabei trennen sich die fundamentalen Werte immer mehr von der Bewertung am Markt. Während die Märkte immer höher getrieben werden, wird dadurch das Risiko von scharfen Abverkäufen in künstlich hoch bewerteten Unternehmen immer höher. Der ETF Markt hat alleine in den USA inzwischen ein Volumen von ungefähr 2,7 Billionen US-Dollar. Anfang des Jahres 2017 haben nach Bloomberg Daten 160 Milliarden Dollar ihr neues Zuhause in einer ETF-Anlage gefunden.

„Diese neue Markt-Struktur ist noch nie getestet worden“, gab Bryan in einem Telefon-Interview zu bedenken. Es gab noch nie einen „Crash“, bei dem passive Investoren einen so großen Anteil an den investierten Beträgen hatten, wie es heute der Fall ist. „Wir könnten einen Ansturm von Verkäufern sehen“, welche unkontrolliert alles verkaufen, unabhängig der wirklichen Bewertung der Unternehmen. Dies lässt schließen, dass die zunehmende Verbreitung von ETFs zu einer Verringerung der Effizienz des Marktes führen könnte.

Auch Nikolaos Panigirtzoglou, ein Global Market Strategist bei JP-Morgan Chase in London, äußerte sich gegenüber dem aktuellen ETF Hype durchaus kritisch. So sagte er, dass die zunehmenden Geldströme in ETFs den Markt destabilisieren. Dies unterstützt die Aussagen der FPA Captial Manager, welche sich ähnlich zu den Risiken von ETFs geäußert hatten. Neben Panigirtzoglou hat sich auch Seth Klarman, der einen 30 Milliarden US-Dollar Fonds leitet, über die zunehmende Ineffizienz der Märkte durch einen höheren Anteil an passiven Investment-Lösungen geäußert. Die Begründungen, welche er dafür heranzieht, ähneln denen von anderen.

Gegenperspektive – Vanguard – ETFs bergen keine Risiken für den Markt

Diesen Aussagen lassen sich einige Argumente entgegenstellen, so zum Beispiel jene von Jim Rowley, einem Senior Invesmtent Strategist, welcher bei Vanguard tätig ist. Dieser widerspricht den Aussagen und argumentiert mit der über 20-jährigen Erfahrung, welche Vanguard mit passiven Anlageprodukten gemacht hat. Im Laufe dieser Jahre habe sich keine Veränderung in der Volatilität der Märkte beobachten lassen.

Er schließt daraus, dass die Volatilität der Märkte sich bis heute noch nicht durch die zunehmende Popularität von Indexs-Investing verändert habe. Vanguard bietet verschiedene Investmentlösungen an. Dabei fallen 3 Billionen US-Dollar in die Kategorie der passiven Investment Produkte, wovon 700 Milliarden in ETFs angelegt sind.

Da es sich bei vielen ETF-Investoren um Buy and Hold bzw. Sparplan-Anleger handelt, liegt diese Aussage durchaus nahe, beziehungsweise lässt sich bekräftigen. Denn dieser Typ der Marktteilnehmer denkt sehr langfristig und lässt sich von kurzfristigen Kursschwankungen nicht aus der Ruhe bringen, denn diese bedeuten für sie günstige Einstiege in ihren Sparplänen, was deren durchschnittliche Einstiegskosten erheblich senkt. Mehr dazu kann man in unserem ETF 2.0 Artikel finden oder in dem Basisartikel – CostAverage.

Zusammenfassung – bringen ETFs ein zusätzliches Crash Risiko

Es ist durchaus nicht falsch, dass beim Index-Investing Geld nicht immer effizient verteilt wird. Schließlich kauft der Investor durch den Index Anteile an allen Unternehmen, ganz gleich wie es ihnen wirtschaftlich geht. Dieser Effekt wird in einem gewissen Umfang durch die Strukturierung des Index´ vermindert. So ist der DAX zum Beispiel nach Marktkapitalisierung gewichtet, womit gut bewertete Unternehmen ein größeres Gewicht an dessen Kursberechnung zufällt. Unternehmen, welche stark unter Druck sind oder aber nur einen geringeren Unternehmenswert haben, werden daher weniger stark durch ETFs beeinflusst. Dies entkräftet jedoch mit Nichten die Aussage von Arik Ahitov und Dennis Bryan, denn die Marktkapitalisierung steht nicht zwangsläufig in einem direkten Zusammenhang mit dem wirklichen fundamentalen Wert eines Unternehmens.

Nichts desto trotz sollte die Frage, ob die Effizienz des Marktes dadurch gefährdet wird, mit Vorsicht genossen werden. Jede Ineffizienz bietet Chancen auf Erträge und diese werden speziell an den Finanzmärkten mit einer absoluten Härte verfolg und ausgenutzt. So haben auch Arik Ahitov und Dennis Bryan einen gewissen Vorzug in der Situation erkannt und geäußert: „Für den Fall, dass wir scharfe Abverkäufe sehen, wird es für Smarte Investoren echte Schnäppchen am Markt geben“ – Sie werden in diesem Zeiten gute Aktien günstig kaufen und von der Ineffizienz profitieren, welche unter Umständen durch scharfe ETF Abverkäufe entstehen.

Aktuell aufkommende Robo-Advisor bieten ihren Kunden ein auf ETFs basiertes Portfoliomanagement – dieses ist kostengünstiger als aktiv gemanagte Alternativen – für mehr Informationen den Link anklicken.Formularende

**FPA Capital ist einer der bestperformenden Fonds – zwischen 1986 und 2010 lieferte der Fonds seinen Investoren einen Return von 14,5 Prozent pro Jahr in einer Phase, in welcher der Russel2000 eine Vergleichsrendite von 8,5 lieferte.

Cost Average 2.0 – Der ETF-Sparplan auf dem Prüfstand!

Cost Average 2.0 – Der ETF-Sparplan auf dem Prüfstand!

Gerade für den privaten Sparer, der sich nicht schon seit Jahren mit dem Finanzmarkt beschäftigt, ist es schwierig den richtigen Ansatz zu finden. Damit ihr dem Finanzberater eures Vertrauens nicht gleich alles glauben müsst, haben wir mal einiges vorbereitet.

Die Ausreden

Vor allem drei AUSREDEN sorgen dafür, dass Interessierte es immer wieder schaffen sich mit dem Thema Investieren beziehungsweise Sparen nicht weiter zu beschäftigen. Mein Platz eins „Ich habe nicht genügend Geld“, Platz zwei „Das Risiko ist viel zu groß“ und auf Platz drei „Aktuell steht der Markt viel zu hoch, um zu starten“.

Es gibt eine Vielzahl von Ansätzen und Möglichkeiten, um „perfekte“ Einstiege und Kaufmöglichkeiten zu finden. In diesem Artikel wollen wir „4 einfache und auch relativ drastische“ ETF-Sparpläne einmal mit einander vergleichen und ich kann euch versprechen, das Ergebnis wird überraschend sein.

Der Grundgedanke ist, dass wir langfristig investieren. Zu Zeiten „günstiger“ Kurse kaufen wir und zu Zeiten „hoher“ Kurse setzen wir die Käufe aus. Dabei gilt, dass wir jeden Monat einen Betrag von 33 EUR „sparen“, welchen wir auf einem Tagesgeldkonto parken auf dem es nicht verzinst wird. Das Geld könnte genauso gut auch auf einem Geldmarktkonto oder am Anleihenmarkt investiert werden. Zum besseren Verständnis wird in diesem Versuch aber das nicht investierte Geld nicht verzinst.

In den verschiedenen Versuchen wird das Geld vom Tagesgeldkonto dann entweder direkt investiert oder dort angespart, wenn unsere Indikatoren den aktuellen Preis als zu teuer darstellen. Des Weiteren investieren wir unser Geld in dem wir einen DAX-ETF (ETFs: Warren Buffetts Investment-Tipp) kaufen. Dabei fallen meist keine Gebühren an. Es kann immer die gesamte Summe ohne Rest investiert werden. Im Gegensatz zu einem normalen Fond kann hier die gesamte Summe investiert werden. Es schneidet sich vorher kein Manager und/oder Berater einen Teil vom Kuchen ab. Vor- und Nachteile von ETFs.

Der ETF-Sparplan im Überblick:

Index Sparplan
Wir investieren jeden Monat einen Betrag von 33 EUR. Hierbei handelt es sich um einen ganz normalen ETF-Sparplan.

25% Abstand vom Hoch
Wir kaufen nur dann, wenn der aktuelle Preis mindestens 25% unterhalb des letzten Hochs ist. Wenn es zu diesem Szenario kommt, kaufen wir jeden Monat für 100 EUR anstatt für 33 EUR. Dieses Szenario kommt nicht so häufig vor. Daher haben wir genügen Geld auf unserem Tagesgeldkonto, um dieses zu realisieren.

 

720 SMA
Dieser Ansatz kauft immer dann, wenn der Kurspreis des ETFs unterhalb des Durchschnittspreises der letzten 720 Handelstage liegt. Kommt es zu diesem Szenario, werden jeden Monat wieder 100 EUR investiert.

2 Jahres Tief
Bei diesem Ansatz werden nach einem Erreichen des 2-Jahrestiefs jeden Monat DAX-ETFs für 100 EUR gekauft und zwar für die nächsten 12 Monate. Entsteht innerhalb des Jahres (12 Monate) ein neues Tief, verlängert sich der Investitionszeitraum um ein weiteres Jahr.

Depotentwicklung der verschieden ETF-SparpläneDie Grafik 1 zeigt die Kontoentwicklung der vier verschiedenen Szenarien. Als Beginn der Investition gilt das Jahr 1993. Somit schauen wir auf einen Investitionszeitraum von 22 Jahren zurück. In diesem Zeitraum wurde durch den ETF Sparplan ein Kontostand von 22.108,80 EUR, durch die Strategie 25% Abstand vom Hoch 20.346,62 EUR, mit der 720 SMA Strategie 19.166,60 EUR und durch das Investieren nach einem 2 Jahres Tief 18.627,28 EUR erzielt.

Erworbene Anteile am DAX

Bei jeder Strategie ist es nicht nur wichtig zu wissen, wie viel wir am Ende eines Investitionszeitraums auf dem Konto haben. Für die zukünftige Entwicklung eines Kontos ist es mindesten genauso interessant, wie viele Anteile von einem Produkt zu welchem Preis erworben wurden.

Da wir eine Strategie haben, die jeden Monat kauft und drei Strategien haben, die nur investieren wenn uns der Einstieg vergleichsweise günstig erscheint, müssen die nachfolgenden Werte betrachtet werden. Gerade für die zukünftige Entwicklung eines Depots wollen wir nicht ständig über Barvermögen verfügen, sondern unser Geld für uns arbeiten lassen. Nachfolgend ist die Rede von „DAX-Anteilen“. Das ist nicht ganz korrekt formuliert, da der DAX ein Index ist und man einen Index nicht kaufen kann. Es sind also die ETF-Anteile gemessen am Punktwert des Index gemeint.

Investitionsgrad in Dax-EinheitenDie Grafik 2 zeigt auf der linken Seite, gemessen am Punktestand des Index, die erworben „ETF-Anteile“. Auf der rechten Seite der Grafik sind die Punkte des Index dargestellt.

Im Vergleich der Ansätze lässt sich eindeutig erkennen, dass der Sparplan die meisten „Dax-Anteile“ im betrachteten Zeitraum erworben hat. Die anderen Ansätze haben weniger Einstiege gefunden. Durch das relativ seltene Investieren verfügen die anderen Ansätze über ein größeres Barvermögen.

Der Extremversuch

Es heißt immer wieder „Der Markt ist aktuell zu teuer und ich warte noch mit meinen Investitionen, bis dieser wieder weiter runter kommt“. Aus diesem Grund haben wir mal einen Extremversuch durchgerechnet. Bei diesem Versuch üben wir uns noch weiter in Geduld und kaufen nur dann, wenn der Markt um 50% gefallen ist. Das heißt, wir kaufen jeden Monat Anteile, solange der Markt 50% unter seinem letzten Alltime-High liegt. Das würde für den DAX beispielsweise bedeuten, dass wir nur investieren, wenn dieser von 9.000 Punkte auf 4.500 Punkte gefallen ist. Da dies nur selten der Fall ist, investieren wir jeden Monat 250 EUR, sparen aber weiterhin 33 EUR im Monat an.

ETF-Sparplan – Extremversuch

In Grafik 3 sind die Entwicklung des Extrem-Sparplanes in grün, die Anteile am DAX in rot, die Tagesgeldentwicklung des Extremversuches in blau und der DAX-Chart in lila dargestellt. Die linke Seitenachse zeigt den ETF Anteil-Wert, DAX bzw. Kontostand, die rechte Achse spiegelt die Anzahl an DAX-Anteilen, die wir durch unseren Sparplan erworben haben, wider. Ein Wert von beispielsweise 0,9 bedeutet, dass wir aktuell ETF-Anteile im Wert von 0,9 mal dem aktuellen Dax Stand besitzen.

Die Kaufzeitpunkte sind also sehr gut gewählt worden, da der Ansatz die Wendepunkte im Dax gut getroffen hat. Es gibt im Vergleich mit dem normalen Sparplan, der in Grafik 1 gezeigt wurde, keine Outperformance. Das Tagesgeldkonto (blau) verläuft bis zum 18.10.2002 identisch mit der Equity-Kurve des Extremversuchs (grün). Die Equity-Kurve ergibt sich aus der Summe des Tagesgeldkontos und des Depots (zu diesem Zeitpunkt noch 0 EUR). Da der Dax dann um mehr als 50% eingebrochen ist, kam der Extrem-Sparplan zum Einsatz. Wir haben monatlich für 250 EUR ETF-Anteile gekauft, bis das Kapital auf dem Tagesgeldkonto verbraucht war. Das ist am Anstieg der roten Kurve und dem kurzzeitigen Abfall der blauen Kurve deutlich zu erkennen.

Das Ergebnis unseres Extremversuchs ist eine Gesamtentwicklung von 18.807,47 EUR (grün). Davon liegen 4.962,00 EUR noch auf dem Tagesgeldkonto (blau) und wurden nicht investiert. Im Vergleich zu dem normalen Sparplan (22.108,80 EUR, siehe Grafik 1) zeigt dieser Versuch, dass sich das Aussetzen des Sparplan zugunsten der Investition in „günstigen“ Zeiten nicht lohnt. Zudem haben wir im Vergleich mit allen Versuchen die geringste Anzahl an DAX-Anteilen erworben.

ETF-Sparplan – Durchschnittspreis

Die Grafik 4 gibt den Preis an, der bei den 5 verschiedenen Szenarien für einen „DAX-Anteil“ bezahlt wurde. Die Achse auf der linken Seite gibt hierbei den Betrag in Euro an.

Auf den ersten Blick lassen sich hier zwei Ausreißer beobachten: Der „Sparplan“ hat mit 5.454,59 EUR am meisten für jeden Anteil bezahlt. Der Ansatz „50% Off High“ konnte mit 3.135.48 EUR die Anteile am billigsten einkaufen.

Zusammenfassung unseres Versuchs

Im Vorfeld habe ich über die Top 3 der Ausreden geschrieben, warum man nicht mit dem Investieren beginnt. Ich habe euch versprochen, dass ich diese widerlegen werde. Betrachten wir erst einmal nur die Kontoentwicklung, dann fällt sehr schnell auf, dass der Sparplan unschlagbar ist. Wir haben in unserem Betrachtungszeitraum eine Rendite von 154,73 % bei einer Sparrate von nur 33 EUR im Monat erzielt.

(Rechnung: 263-Monatssparraten à 33 EUR = 8.679,00 EUR;
Schlussstand des Sparplans war 22.108,80 EUR;
Rendite = 22.108,80/8.679,00-1=1,5473 ~ 154,73%)

Ich habe nicht genügend Geld

Der Punkt eins der Ausreden „Ich habe nicht genügend Geld“ ist widerlegt. Der Sparplan zeigt, dass kein großes Vermögen vorhanden sein muss, um mit dem Investieren zu starten.

Das Risiko ist viel zu groß

Zu dem Platz 2 der Ausreden „Das Risiko ist viel zu groß“ lässt sich sagen, dass das Risiko bei einer Index-Investition sehr gering ist. Der Grund hierfür ist, dass man durch einen Zusammenschluss mit anderen Investoren in viele Aktien gleichzeitig investieren kann. Der zugrundeliegende Index gibt dabei vor, in welche Aktien investiert wird und welche Gewichtung gilt. Zudem ist das von uns gewählte Produkt ein „ETF“, sodass keinerlei Managementgebühren anfallen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Performance eines ETFs nicht von den Entscheidungen eines Fond-Managers abhängig ist. In dem Artikel „Das ETF 1×1 – Vorteile, Nachteile, Kosten, Gebühren & eine Kaufanleitung“ erfahren Sie alles ,was Sie über ETFs wissen müssen.

Aktuell steht der Markt viel zu hoch, um zu starten

Vor allem der Extremversuch hat sicher geholfen, die Ausrede „aktuell steht der Markt viel zu hoch, um zu starten“ einmal zu hinterfragen. In unserem Betrachtungszeitraum wurde deutlich, dass für jemanden, der mit dem Investieren startet und über keinerlei Kapital verfügt, der ETF-Sparplan der richtige Weg ist. Der gesunde Menschenverstand geht oft davon aus, dass wir nur dann investieren sollten, wenn der Markt stark gefallen ist. Hierbei wird oft einfach vergessen, dass wir in den letzten Jahren immer mehr Bewegung in den Märkten verzeichnen (ein ständiges Auf und Ab). Es ist keine Seltenheit mehr, dass zum Beispiel der DAX in 2 bis 3 Monaten um mehrere tausend Punkte fällt, um nur wenig später ein neues Allzeithoch auszubilden.

Dem klassischen ETF-Sparplan sind solche Bewegungen egal, da immer Anteile für 100% der Summe gekauft werden. In teuren Marktphasen werde weniger Anteile erworben und in einem günstigen Bärenmarkt werden dem Depot mehr Anteile gutgeschrieben. Dieses Phänomen nennt sich Cost average Effect (Durchschnittspreis).

 

Warum man sich dennoch mit dem Investieren beschäftigen sollte.

Der ETF-Sparplan hat zum Ende unseres Versuches den höchsten Depotstand verzeichnet und dennoch können wir hier ein kleines „Aber“ finden. Bei der Betrachtung des Durchschnittspreises (Grafik 4) fällt auf, dass wir bei keinem anderen Ansatz mehr für unsere ETF-Anteile bezahlt haben. Weiterhin ließ sich beobachten, dass wir „logischerweise“ bei dem Extremversuch die günstigsten Einstiege gefunden haben. Der Grund hierfür liegt auf der Hand, denn wir haben nur dann investiert, wenn der Markt „extrem“ günstig war.

So schlagen wir den ETF-Sparplan

Ausgehend davon, dass wir in fallenden Märkten weniger für unsere Anteile zahlen und somit mehr für unser Geld bekommen, haben wir nach besseren Alternativen gesucht.

Schauen wir uns die Grafik 3 noch einmal genauer an. Es fällt auf, dass wir in den „wichtigsten Krisen“, in denen wir hätten viele Anteile für wenig Geld kaufen können, nicht genügend Kapital zum Investieren hatten. Aus diesem Grund haben wir einen Extremversuch 2.0 durchgerechnet. In diesem Versuch sind wir davon ausgegangen, dass wir nicht jeden Monat 33 EUR sparen, sondern die komplette Summe schon vor dem Start des Betrachtungszeitraumes besitzen. In den Bärenmärkten können wir so jeden Monat einen erhöhten Betrag von 580 EUR investieren. Am Ende des Betrachtungszeitraums haben wir sowohl bei dem normalen ETF-Sparplan als auch bei dem Extremversuch die selbe Summe investiert.

Der Extremversuch 2.0

ETF-Sparplan – Extremversuch2.0

Die Grafik 5 zeigt auf der linken Achse den Depotstand bzw. das Tagesgeldkonto in Euro. In rot werden die Dax-Anteile angezeigt. Zu beachten ist, dass das Konto (blau) zum Ende des Investitionszeitraums bei Null steht. Dieser Graf weißt zwischenzeitlich einen negativen Kontostand auf. Das soll einfach nur zeigen, dass das Sparen von monatlich 33 EUR nicht immer ausgereicht hätte.

Ein Blick auf die Grafik 5 zeigt mit einem Depotstand von 37.083,49 EUR und einer Rendite von 326,31 % die mit Abstand beste Performance.

Abschließend lässt sich sagen:

Timing lohnt sich nur, wenn auch Kapital verfügbar ist, welches geballt investiert werden kann. Ansonsten wird der Vorteil aus den günstigen Kursen von dem Nachteil des nicht Investierens überwogen, da nicht das gesamte Einkommen zu jeder Zeit zum Investieren bereit ist.


Die Fortsetzung:

Die Lösung – ETF-Sparpläne richtig kombinieren!

Das  ETF 1×1 – Vorteile, Nachteile, Gebühren, Steuern & eine Kaufanleitung

Das ETF 1×1 – Vorteile, Nachteile, Gebühren, Steuern & eine Kaufanleitung

ETF – Der Inbegriff der jüngsten Finanzgeschichte. Kaum eine Abkürzung fällt an Aktienstammtischen häufiger. Ob Profis, Fortgeschrittene, Anfänger oder Warren Buffett selbst – es scheint, als hätte jeder schon einmal ETFs empfohlen oder einen empfohlen bekommen. Auch wir haben uns dem Thema schon mehrfach angenommen und kamen zu interessanten Ergebnissen, mithilfe derer wir den Vermögensaufbau mit ETF-Sparplänen erleichtern wollen – Cost Average 2.0 & Cost Average 3.0.

Was ist ein ETF?

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund. Exchange Traded Funds sind Investmentfunds, die direkt über die Börse am Sekundärmarkt gekauft und verkauft werden können. Ursprünglich beschreibt ein Investmentfund einen Zusammenschluss von mehreren Investoren. Die Vorteile liegen darin, dass eine Gruppe von Investoren in eine Vielfalt von Märkten investieren kann, um das Risiko für den Einzelnen zu minimieren.

Ein ETF kann sowohl aktiv als auch passiv gemanagt sein. Der aktiv gemanagte Fund wird von einem Fondsmanager verwaltet, der den Markt schlagen will. Ein passiv gemanagter Fond bildet hingegen die Wertentwicklung eines Index ab.

Passiv gemanagt: Ziel ist die Abbildung des Vergleichsindex.

Aktiv gemanagt: Ziel ist es, den Vergleichsindex zu schlagen.

Die Großzahl der ETFs sind passiv verwaltete Indexfonds.

Wie funktioniert ein ETF?

ETF-Anteile gelten als anteiliger Besitz am Sondervermögen und werden getrennt vom Vermögen der emittierenden Investmentgesellschaft geführt. Das bedeutet, die Gelder sind auch im Insolvenzfall der Investmentgesellschaft geschützt. Weder die Investmentgesellschaft selbst noch die Gläubiger der Investmentfirma haben ein Anrecht auf das Sondervermögen.

Wie anfänglich schon erwähnt sind EFTs meist passiv gemanagt. Der Fondsmanager entscheidet also nicht, in welche Märkte investiert wird. Er bildet die Werteentwicklung eines Finanzindexes nach.

Welche Vorteile und Nachteile haben ETFs

  • Sie können einen ganzen Markt, einen Index oder eine Branche mit nur einem ETF-Anteil erwerben. Dieses wäre über eine Direktanlage sehr schwierig und teuer.
  • Die Handelbarkeit eines ETFs ist im Gegensatz zu einem traditionellen Fonds viel einfacher und geben Ihnen viel mehr Möglichkeiten. ETFs bieten an vielen Börsenplätzen die gleichen Handelsmöglichkeiten wie einzelne Aktien. Das ermöglicht auch Limit-Orders, GTC-Orders und Leerverkäufe (Orderarten).
  • Ein Market Maker sorgt durch Käufe und Verkäufe für eine hohe Liquidität.
  • Eine Outperformance des Marktes ist mit einem ETF nicht gewollt. Dieses kann nur mit einem aktiv gemanagten Fond erreicht werden.
  • Durch einen ETF ist es nur selten möglich einen Index oder Markt zu 100% abzubilden. Die Gründe hierfür finden Sie weiter unten.
  • ETFs unterliegen dem allgemeinen Marktrisiko.

 

Wie wird der Preis von ETFs gebildet?

Angebot und Nachfrage bestimmen über den Preis eines ETFs. Aus Gründen der Arbitrage ist dieser sehr nahe am Nettoinventarwert des Sondervermögens. Der Nettoinventarwert beschreibt den aktuellen Marktwert, Wiederbeschaffungswert beziehungsweise Liquidationswert des ETFs. Ein indikativer Nettoinventarwert wird vom Emittenten fortlaufend während des Handelstages veröffentlicht.

Die Liquidität von ETFs wird durch Market Maker gewährleistet. Im Gegensatz zu nicht börsengehandelten Fondsanteile, die nur über die Fondsgesellschaft erworben werden können, stellen Market Maker laufend Ankaufs- und Verkaufskurse für ETFs. So können bei den liquideren ETFs an einigen Handelsplätzen neben Bestens- und Limit-Aufträgen auch Stopp-Orders platziert werden.

Was kosten ETFs?

Der große Vorteil von ETFs sind die geringen Kosten. Aber was bezahlt man für einen ETF wirklich? Bei ETFs werden eigentlich nur zwei Kostenarten unterschieden. Das sind zum einen die Gesamtkostenquote (TER) und zum anderen die Transaktionskosten (inklusive der Orderprovision, Maklercourtage, dem Abwicklungsentgelt und der Geld-Brief-Spanne). Ein Ausgabeaufschlag fällt bei Exchange Traded Funds im Gegensatz zu herkömmlichen Fonds nicht an. Der Grundliegt darin, dass diese über die Börse gekauft werden und nicht über den Emittenten.

Was ist die Gesamtkostenquote / das Total Expense Ratio?

Das Total Expense Ratio (TER) gibt Auskunft über die jährlichen Kosten eines Investmentfonds. Diese werden vom Emittenten jährlich für die Nachbildung des Indexes dem Sondervermögen entnommen. Im deutschsprachigen Raum ist auch immer öfter die Rede von der Gesamtkostenquote. Beide Begriffe haben dieselbe Bedeutung. Das TER beinhaltet die Verwaltungsgebühren, die auf der Seite des Fonds anfallen. Hierzu gehören die Kosten für die Fondsgeschäftsführung, das Portfoliomanagement, die Wirtschaftsprüfer, die Betriebskosten, die Depotbankgebühren, Marketingkosten und viele weitere. Der §41 des Deutschen Investmentgesetzes schreibt seit dem Jahre 2004 vor, dass jede Investmentgesellschaft, die ihre EFTs in Deutschland vertreiben möchte, die Gesamtkostenquote (TER) in Prozent zu veröffentlichen hat.

Die Transaktionskosten oder auch externen Kosten

Diese Kosten haben nichts mit dem ETF-Anbieter zu tun. Die Bank- oder auch Ordergebühren erfahren Sie bei Ihrer Depotbank oder Online-Bank. Die Abweichungen können hier relativ groß sein. Sie sollten daher verschiedene Anbieter miteinander vergleichen. Des Weiteren ist es ratsam vor dem Handel einen Blick auf die unterschiedlichen Handelsplätze zu werfen. Der Unterschied zwischen der Geld-Briefspanne (Spread) als der Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufskurs kann an den verschiedenen Handelsplätzen voneinander abweichen. Transaktionskosten können im Rahmen eines Ansparprogrammes vermieden werden. Anbieter sind unter anderem das comdirect Depot.

Was kosten EFTs wirklich? – Total Cost of Ownership

Wie anfänglich schon erwähnt, „werden eigentlich nur zwei Kostenarten unterschieden“. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit.

ETF – Total Cost of OwnershipEs entstehen bei einem ETF auch immer noch interne Kosten oder besser gesagt Differenzen, die im TER nicht enthalten sind. Dazu zählen beispielsweise die Kosten für interne Transaktionen, Steuern oder auch Erträge, die durch das Verleihen von Wertpapierleihe erwirtschaftet werden. Transaktionskosten und Steuern fallen an, wenn der Emittent Aktien kaufen oder verkaufen muss. Gründe dafür können sein, dass sich die Zusammensetzung oder Gewichtung im Index verändert hat. Sind die ETFs hingegen synthetisch nachgebildet (mehr dazu später), fallen Swap-Gebühren an. Diese hier aufgezählten Gebühren und Erträge sind nicht ETF-spezifisch. Sie sollten bei allen Arten von Investmentfonds zusätzlich zur Gesamtkostenquote betrachtet werden.

Jetzt fragen Sie sich natürlich, wo finde ich eine Auskunft über die zusätzlichen Kosten? Diese versteckten Kosten finden Sie nicht auf der Webseite des Anbieters.

Die Tracking-Differenz ist der Schlüssel zur ETF-Transparenz

Diese versteckten Kosten befinden sich in der Tracking-Differenz (Tracking Unterschied). Die Tracking-Differenz betrachtet die Rendite des ETFs und dem zugrundeliegenden Index. Die Formel für die Berechnung ist also: Tracking Differenz = ETF-Rendite minus Index-Rendite. 

ETF – Tracking Unterschied

Hierzu ein kleines Beispiel: Ist die Rendite des Dax 13 Prozent und der DAX-ETF hat nur eine Rendite von 11,7 Prozent erzielt, dann ist der Tracking Unterschied -1,3 Prozentpunkte.

So lassen sich mit der Tracking Differenz die Gesamtkosten für den Besitz (Total Cost of Ownership) des ETFs ableiten – jedoch nur für vergangene Zeiträume. Der Tracking Unterschied kann als Indikator für die kommenden Jahre verwendet werden, aber ist keine 100%ig zuverlässige Größe.

Die Tracking Differenz kann unter Umständen auch mal positiv für einen Betrachtungszeitraum ausfallen. Dazu kommt es, wenn die zusätzlichen Einnahmen größer sind als die Ausgaben. Gründe sind in zusätzlichen Erträgen durch Wertpapierleihe, geringere Steuerausgaben und Abweichungen der ETF-Zusammensetzung zu sehen.

Wie berechne ich die Tracking Differenz?

Für möglichst genaue Informationen ist es erforderlich, die Renditen des Basis-Index zu suchen und diese mit den Renditen des ETFs zu vergleichen. Das können Sie natürlich auch mit mehreren EFTs machen, um den Besten zu finden. Alternativ haben Sie die Möglichkeit, einen Chartvergleich vorzunehmen. Dazu ziehen Sie die Kursentwicklung des Basisindex und die der verschieden ETFs in den Chart.

Für beide Ansätze gilt, dass der ETF mit der höchsten Rendite in der Regel die geringsten Gesamtkosten hat. Hier ist es von Vorteil verschieden lange Zeiträume zu betrachten. In Zukunft werden wir eine kostenfreie EFT-Suchmaschine anbieten. Abonnieren Sie unseren Newsletter, um die Einführung nicht zu verpassen.

Woraus besteht ein ETF – Physischer ETF vs. Synthetischer ETF

Es gibt zwei unterschiedliche Ansätze zur Nachbildung eines ETFs.

ETF – Unterschied Physischer und Synthetischer ETF 

Physische Replikation – Vollständige Nachbildung des Index

Die physische Nachbildung (direkte Replikation) bildet den zugrundeliegenden Index 1 zu 1 nach. Das bedeutet, dass der Indexanbieter alle im Index enthaltenden Aktien direkt kauft. Bei einem DAX-ETF investiert der Emittent in die 30 im Index enthaltenden Unternehmen und gewichtet diese entsprechend der Vorgaben der deutschen Börse.

Die physische Replikation ist für Indizes wie zum Beispiel dem DAX, der aus nur 30 Unternehmen besteht, kein Problem. Besteht ein Index aber aus 500 oder sogar 1600 Unternehmen, wie es bei dem S&P500 oder dem MSCI World der Fall ist, dann stößt diese Art der Nachbildung an ihre Grenzen. Diese großen Indizes werden häufig mit der Sampling- Methode nachgebildet.

Das Sampling eines ETFs

Die Sampling-Methode kauft nicht alle im Index enthaltenden Aktien und hält diese physisch im Depot. Bei dieser Methode werden nur die wichtigsten, einflussreichsten und liquidesten Unternehmen gekauft.

Vorteile und Nachteile der Sampling-Methode

Der Vorteil der Sampling-Methode gegenüber der physischen Replikation liegt in den geringeren Kosten. Die Verwaltungs- und Transaktionsgebühren können vor allem bei Indizes mit vielen Titeln sehr stark reduziert werden.

Ein Nachteil ist, dass es durch die näherungsweise Nachbildung zu Abweichungen in der Performance kommen kann. Gemeint sind damit die Abweichungen zwischen dem Index und dem ETF. Die Abbildungsgenauigkeit wird mit dem Tracking Error gemessen. Dazu mehr im Verlauf des Artikels.

Synthetische Replikation von ETFs

Die synthetische Replikation (indirekte Nachbildung) ist eine Art Tauschgeschäft (Swap-Geschäft) zwischen dem EFT-Anbieter und einem Finanzinstitut. Ein synthetisch replizierter ETF besteht aus einem Sicherheits-Portfolio und den Swap-Erträgen (siehe Bild oben). Bei der indirekten Nachbildung geht der ETF-Anbieter ein Swap-Geschäft mit einem Finanzinstitut ein. Bei diesem Swap-Geschäft bekommt der ETF-Emittent die Indexrendite inklusive aller Dividendenzahlungen. Im Gegenzug erhält das Finanzinstitut eine Swap-Gebühr und die Rendite aus den Wertpapieren im Sicherheits-Portfolio.

Die im Sicherheits-Portfolio enthaltenen Wertpapiere dienen der Sicherheit für das Swap-Geschäft. Die dort enthaltenen Aktien müssen nichts mit dem nachgebildeten Index zu tun haben. So können in dem Sicherheits-Portfolio von einem S&P500-EFT auch nur europäische Aktien enthalten sein.

Vorteile und Nachteile von Synthetischen ETFs (Swap-ETFs)

Vor allem bei Indizes mit einer großen Anzahl von Aktien und in illiquiden Märkten können synthetische Nachbildungen von Vorteil sein. Zudem ist eine physische Replikation sehr schwierig, wenn Handelsrestrektionen, Eigentumsbeschränkungen oder verschiedene Zeitzonen ins Spiel kommen. Des Weiteren ist eine Investition über ETFs in den Rohstoffmarkt oder Geldmarkt ohne einen „Swap-ETF“ nicht denkbar. In einigen Fällen werden auch steuerliche Vorteile genannt, wenn es um die Vorteile einer indirekten Nachbildung geht.

Der Tracking Error, der die Schwankungen der täglichen Abweichungen zwischen dem ETF und dem Index misst, kann durch die synthetische Nachbildung reduziert werden. Da die Swap-Kosten aber nicht in der Gesamtkostenquote (TER) enthalten ist, sollten Sie auch immer einen Blick auf die Tracking Differenz werfen. Vor allem bei den synthetischen ETFs ist die Betrachtung des Tracking Unterschieds unumgänglich.

Ein häufig genannter Nachteil ist das Kontrahenten-Risiko. Das Kontrahenten-Risiko aus einem Swap ist aber per Gesetz auf maximal 10 Prozent des Fondsvermögens begrenzt. Durch die Sicherheitsmaßnahmen vieler ETF-Anbieter ist das Risiko in der Realität um einiges geringer. Die hohe Transparenz der meisten ETF-Anbieter ermöglicht es Ihnen, auf der Webseite des Emittenten sogar die Zusammensetzung des Sicherheits-Portfolios und die Höhe des Kontrahenten-Risikos einzusehen – oft sogar mit einem täglichen Update.

Wie werden neue ETF-Anteile geschaffen

Die Schaffung neuer ETF-Anteile erfolgt über den Creation-Prozess. Bei einem solchen Prozess werden in der Regel Blöcke von 50.000 Anteilen erstellt. Die Investmentgesellschaft erhält für den Creation-Prozess Barmittel oder einen Wertpapierkorb von dem Market Maker. Der Wert entspricht dem zu erstellenden ETF-Anteil. Die neu geschaffenen Anteile werden dann von dem Market Maker über die Börse veräußert.

Der Wertpapierkorb entspricht hierbei im Idealfall der Zusammensetzung des ETFs. Bildet der ETF beispielsweise den Dax ab, dann bekommt die Investmentgesellschaft die Aktien der DAX-Unternehmen in der richtigen Indexgewichtung. Erfolgt der Creation-Prozess über einen Wertpapierkorb in der richtigen Indexgewichtung, dann wird das als „creation in kind“ bezeichnet. Erhält die Investmentgesellschaft hingegen Barmittel, dann redet man von einer „cash creation“.

Wie werden ETF-Anteile vom Markt genommen?

Der Market Maker kann auch ETF-Anteile an die Investmentgesellschaft zurückgeben. Dieses geschieht, wenn Market Maker eine gewisse Anzahl an Anteilen am Sekundärmarkt zurückkauft. Im Gegenzug erhält der Market Maker von dem Emittenten Barmittel oder einen Wertpapierkorb. Dieser wird als Redemption-Prozess bezeichnet.

Als institutioneller Investor, der große Volumina kaufen oder verkaufen möchte, können Sie dieses auch außerbörslich direkt über den Emittenten machen. Auch dies erfolgt über den Creation- bzw. Redemption-Prozess. Liefert oder erhält der Investor beim Kauf bzw. Verkauf einen Wertpapierkorb, kann dies für ihn steuerliche Vorteile haben.

 

Steuern und ETFs – Was muss man wissen?

Im Zusammenhang mit ETFs ist in den Foren immer die Rede von „steuereinfachen ETFs“. Was ist das aber eigentlich? Beim Investieren in Finanzanlagen, egal mit welchen Produkten, müssen Gewinne bzw. Erträge versteuert werden. Die Art der Besteuerung bei ETFS ist von der Fondsstruktur, dem Fondsdomizil und der Ertragsverwendung abhängig.

Die nachfolgenden Hinweise stellen keine steuerliche Beratung dar. Sie sind nur allgemeiner Natur. Zudem sollten Sie immer beachten, dass sich die gesetzliche Grundlage jederzeit ändern kann. In aktuellen steuerlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

Die geliebte Abgeltungssteuer, der Solidaritätszuschlag und eventuell auch die Kirchensteuer sind für Verkaufserlöse und für laufende Erträge zu entrichten. Als laufende Erträge gelten Dividendenzahlungen und Zinsen, die innerhalb des ETFs entstehen. Die eben genannte Besteuerung gilt für ETFs, die nach dem 01.01.2009 gekauft wurden.

Was beutet „steuereinfach“?

ETFs werden als steuereinfach beschrieben, wenn keine Gefahr einer Doppelbesteuerung besteht. Eine Doppelbesteuerung droht bei ausländisch thesaurierenden ETFs.

An diesem Punkt sollten wir kurz ausschüttende ETFs und thesaurierende ETFs unterscheiden. Ausschüttende ETFs werden als steuereinfach betrachtet und thesaurierende nicht. Bei thesaurierenden ETFs bleiben die laufenden Dividenden und Zinserträge im Fond und werden nicht ausgeschüttet. Die laufenden Erträge werden also sofort wieder reinvestiert. Die reinvestierten Gelder gelten am Geschäftsjahresende des Fonds als „Ausschüttungsgleiche Erträge aus Kapitalvermögen“ und müssen vom Anleger versteuert werden, auch wenn der Anleger keine Zahlungen erhalten hat.

Der Mehraufwand bei einem ausländisch thesaurierenden ETF besteht darin, dass Sie als Anleger die Erträge selbst in die Anlage KAP der jährlichen Steuererklärung einbringen müssen. Im Gegensatz dazu führt ein Fond mit deutschem Fondsdomizil die Steuern automatisch ab.

Zurück zum eigentlichen Thema – der Doppelbesteuerung. Bei ausländisch thesaurierenden ETFs kommt es zu einer Doppelbesteuerung, wenn Sie den ETF verkaufen. Ungeachtet der Tatsache, dass Sie die Thesaurierungsbeträge der vergangenen Jahre fleißig versteuert haben, müssen Sie die gesamten Verkaufserlöse versteuern. Die am Ende doppelt gezahlten Steuern kann der Anleger sich über die Steuererklärung zurückholen. Damit ist die Steuerbelastung ungeachtet des Fondsdomizils gleich. Der Aufwand ist nur um einiges größer und daher gelten ausländisch thesaurierende ETF nicht als steuereinfach!

Das ETF Fondsdomizil entscheidet

„Ich investiere nur in Fonds, deren ISINs / Wertpapierkennnummer mit „DE“ anfangen und daher bin ich auf der sicheren Seite“. Diesen Tipp findet man in vielen Foren und Chats. Das Fondsdomizil eines Fonds, dessen Wertpapierkennnummer mit „DE“ startet, muss nicht zwangsläufig in Deutschland sein. Hier gibt es Ausnahmen und daher sollten Sie das Fondsdomizil immer überprüfen.

Steuerlast für synthetisch replizierte ETFs

Sie müssen ausländisch thesaurierende ETFs nicht grundsätzlich meiden! Bildet ein ausländischer thesaurierender ETF einen Index beispielsweise synthetisch nach (swapbasierte ETF), dann entstehen keine ausschüttungsgleichen Erträge. Die Erträge aus Termingeschäften werden erst beim Verkauf des ETFs besteuerungspflichtig. Bei synthetisch replizierten ausländisch thesaurierenden ETF besteht die Gefahr der Doppelbesteuerung also nicht.

Auskunft über die erzielten Erträge eines jeden ETFs erhält man in den Besteuerungsgrundlagen des Bundesanzeigers. Alle „steuereinfach“ ausschüttenden ausländischen ETF sollten hier auch auf Thesaurierungen geprüft werden.

Hinweis: Ihre depotführende Bank sollte Sie auch immer über Erträge und Thesaurierungen Ihrer ETFs informieren. Diese Informationen erhalten Sie in einer jährlichen Steuerbescheinigung Ihrer Bank.

 

Wer legt ETFs auf?

Passiv gemanagte Index-ETFs werden durch zahlreiche Emittenten aufgelegt. Zu den derzeit bekanntesten Emittenten zählen: AXA Funds Management, Barclays Global Investors Limited (iShares), ComStage, Credit Suisse Asset Management Funds, Zurich, db x-trackers, ETFlab Investment, Gesticon FCP, Lyxor International Asset Management, Market Access SICAV, Power Shares, Societe Generale, SPDR Europe plc., street Tracks ETFs SICAV, UBS ERF SICAV und XMITCH Management Company.

Wie kaufe ich meinen ersten ETF?

  1. Eröffnen Sie Depot bei einem Online Broker oder einer Depotbank
  2. Suchen Sie sich einen Markt, Index oder eine Branche aus, in die Sie investieren möchten. Beliebt sind hier der MSCI World, der S&P500, der DAX und andere bekannte Märkte.
  3. Kaufen und verkaufen Sie diesen ETF ein paar Mal in einem Demokonto bei dem Online Broker oder der Depotbank Ihrer Wahl. Ein kostenfreies Demokonto bietet derzeit fast jeder Anbieter an. Diese ersten Transaktionen werden Ihnen helfen, den Prozess zu verinnerlichen. Sollten währenddessen aufkommen Fragen, kontaktieren Sie Ihren Kundenberater und klären Sie alle offenen Punkte vollständig.
  4. Gehen Sie shoppen und werden Sie mit einem Kauf eines ETFs zu einem echten Investor!
Dax Handeln – Kann man den Dax kaufen?

Dax Handeln – Kann man den Dax kaufen?

Dax Handeln

Kann man den Dax kaufen?

Immer wieder liest man Dinge wie: „Habe gerade den DAX gekauft“ oder „morgen überlege ich den DAX einzukaufen“. Anfänger wundern sich meist, googlen und finden nichts. Kann man den DAX kaufen? Fortgeschrittene formulieren ihre Aktion oftmals zu knapp und für Anfänger verwirrend, worüber Profis meist lachen können.

Doch fragt man in Foren nach, so werden bei der Beantwortung dieser Frage viele verschiedene Begriffe durcheinander geworfen. Die meisten wollen helfen – was an sich eine lobenswerte Einstellung ist – doch schaffen am Ende durch wahllos in den Raum gestellte Phrasen und Aussagen meist nur mehr Verwirrung beim Anfänger. Für eine befriedigende Beantwortung der Frage „Kann man den DAX kaufen“ reichen ein paar Zeilen einfach nicht aus. Zudem möchte jemand, der eine solche Frage postet eigentlich wissen: „Wie kann ich den Dax kaufen“!

Daher haben wir uns, von InsideTrading.de, vorgenommen, dieses Thema zu sortieren und strukturierte Handlungsanweisungen zu geben. Damit dieser Artikel auch in Zukunft vielen Tradern, Investoren, Händlern, Anfängern und „Dummies“ weiterhilft, bitten wir euch in den Kommentaren alles aufzuzählen, was eurer Meinung nach an Produktkategorien noch fehlt und wie man das ein oder andere noch besser oder einfacher formulieren kann.

Kann man den DAX als Aktie kaufen?

Nein, man kann nicht einfach so Dax-Anteile kaufen! Der Dax ist keine Aktie. Er ist, wie es in einem Forum so schön beschrieben wurde, einfach nur eine Liste der 30 „wichtigsten“ und umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands.

Der Dax, welcher auch oft nicht ganz korrekt als DAX30, GER30, DB DAX oder L&S DAX bezeichnet wird, ist ein Index (mehr zu den verschiedenen DAX-Bezeichnungen und Indikationen). Das Wort Index kommt aus dem Lateinischen und bezeichnet eine Art Verzeichnis. Viele Länder haben einen oder mehrere Indizes (die Mehrzahl von Index), welche die Entwicklung eines bestimmten Marktes, einer Brache oder eines Bereiches an der Börse widerspiegeln. In Deutschland gibt es beispielsweise den DAX, der bezogen auf die Marktkapitalisierung, den Streubesitz und Börsenumsatz die 30 größten deutschen Unternehmen zusammengefasst, den MDAX (Mid-Cap-DAX, beinhaltet die 50 nächstgrößten Unternehmen), den SDAX (Small-Cap-DAX, die 50 Unternehmen, die hinsichtlich Umsatz und Marktkapitalisierung den MDAX- Unternehmen folgen), den TecDax und viele weitere.

Ein Index wird immer in Punkten angeben, die keinen direkten Bezug auf eine Währung haben. Steht oder notiert der Dax beispielsweise bei 9.000 Punkten, dann sind das keine 9.000 EUR, sondern es sind und bleiben 9.000 Punkte (hierzu mehr im Verlauf des Artikels unter der Überschrift DA Day-Trading).

Lesen Sie am Ende des Tages, dass einer der Indizes gestiegen ist, heißt das somit einfach nur, dass die in ihm gelisteten Unternehmen oder zumindest ein großer Teil, an der Börse im Wert gestiegen sind (der Aktienpreis ist gestiegen). Der Leitindex eines Landes ist der Index mit den größten und wichtigsten Unternehmen des Landes. Die Unternehmen unterschiedlichster Formen sollen ein Abbild der wirtschaftlichen Performance des Landes geben. So wird ein Leitindex, wie der DAX, meist als eine Art Indikator für die wirtschaftliche Situation des Landes gesehen. Ein oberflächlicher Vergleich von Index zu Land ist dadurch möglich.

Wer mehr über die Zusammensetzung, Berechnung und Geschichte des deutschen Aktienindex erfahren möchte, kann das in dem Artikel nachlesen: Dax 30 – Leitindex des deutschen Aktienmarktes.

Als Einsteiger ist Ihnen aus den Nachrichten wahrscheinlich nur der Xetra DAX bekannt und noch immer fragen Sie sich – Wie kann man auf den Dax setzen oder in den Dax investieren?

Den Dax mit Aktien nachbilden

Ein praktisch veranlagter Einsteiger wird sich jetzt fragen: Kann man nicht einfach alle Dax-Aktien auf einmal kaufen? Rein theoretisch ist das möglich. Man könnte sich von jedem Unternehmen Aktien besorgen. Hierbei besteht jedoch das Problem, dass Indizes mit einer Gewichtung arbeiten. Einige Unternehmen haben mehr Einfluss (meist die Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung) wodurch man sein Portfolio immer wieder der Gewichtung des Index anpassen müsste. Dies wäre, auf Grund der Gebühren, ein teurer Spaß.

In den Dax investieren, ihn handeln oder kaufen

Es ist gar nicht so einfach den Dax (Dachs) einzufangen (sorry, aber das wollte ich unbedingt einbauenJ). Die Banken, Broker, Finanzdienstleister und Wetthäuser haben jedoch erkannt, dass es eine große Nachfrage von Seiten der Anleger gibt Indizes zu handeln. So wurden zahlreiche Finanzprodukte entwickelt, welche Indizes nachbilden bzw. eine Illusion des jeweiligen Index darstellen. Anleger, Investoren, Trader und Spekulanten können dadurch eine Art Abbildung des Dax kaufen und somit sowohl von einem steigenden als auch fallenden deutschen Leitindex profitieren.

Bevor wir nun jedoch direkt in den technischen Part einsteigen, wie man den DAX handeln kann, wollen wir Ihnen ein paar Tipps diesbezüglich mit auf den Weg geben. Es ist unglaublich wichtig, sich als Trader seines Investments bewusst zu sein und dieses vorzubereiten. Dazu gehört das Definieren von Ziel, Zeitraum, Summe und anderen Aspekten.

Möchten Sie beispielsweise einmalig ein paar hundert oder tausend Euro investieren und das Geld dort für einen längeren Zeitraum liegen lassen? Wollen Sie jeden Monat ein paar Euro in einen Dax-Sparplan investieren? Wollen Sie ein Trader werden und von kurzfristigen Bewegungen (fallend und steigend) profitieren oder haben Sie die Absicht aus Spaß an der Freude kurzfristige „Wetten“ zu platzieren?

Die nachfolgenden Aufzählungen sind nicht vollständig. Da es unglaublich viele verschiedene Finanzprodukte gibt, würde es den Rahmen sprengen diese zu erklären und vor allem Einsteiger unnötig verwirren. Auch die vier von mir festgelegten Kategorien werden eventuell auf einer anderen Seite andere Namen erhalten und zudem gibt es bestimmt auch Fortgeschrittene, die sich durch die Klassifizierung auf den Schlips getreten fühlen. Bedenken Sie daher immer, dass wir Anfängern eine Anleitung an die Hand geben wollen, damit sie nicht bei dem falschen Broker landen und ihr hart erarbeitetes Geld verlieren.

 

Der Investor – langfristiger Anlagehorizont

Der Investor kauft ein Finanzprodukt in der Regel, weil er an den Wert des Produktes glaubt und zudem möchte er dieses Finanzprodukt auch für einen längeren Zeitraum in seinem Depot halten. Die einfachste und meiner Meinung nach auch beste Möglichkeit, um als Investor den Dax zukaufen, sieht wie folgt aus:

  1. Ein Depot bei einer Online Bank wie zum Beispiel der Comdirect eröffnen.
  2. Einen ETF (Exchange Trades Funds), der den Dax abbildet, auswählen. ETFs sind passiv gemanagte Fonds mit jährlichen sehr geringen Kosten. Auch bei der Auswahl des Produkts kann die Bank weiterhelfen.
  3. Kaufen Sie diesen Fond in einem Demokonto bei der Online Bank und verkaufen Sie diesen nach ein paar Tagen wieder. Wichtig, es sollte zu diesem Zeitpunkt zu einer Kurs- bzw. Preisveränderung gekommen sein. Alles, was Sie während des Prozesses nicht verstanden haben, fragen Sie telefonisch direkt bei der Bank nach. Durch den Kauf und Verkauf sollten Sie ein Gefühl für Kosten bekommen und in der Lage sein, einen angemessenen Betrag für sich zu definieren.
  4. Jetzt sollten Sie zur Umsetzung bereit sein und das Grundkonzept verstanden haben. Bedenken Sie aber dennoch, dass die Börse keine Einbahnstraße ist und es nicht schaden kann, zu dem Thema noch ein paar weitere Artikel zu lesen.

Entstehende Kosten: jährliche Verwaltungsgebühren, einmalige Kaufs- und Verkaufsgebühren

 

Der Dax-Sparer – Einen Dax Sparplan einrichten

Für die, die keinen Einmalbetrag in den Dax investieren wollen, sondern jeden Monat ein paar Euro investieren möchten, ist ein ETF-Sparplan genau das Richtige. Die Vorteile hier sind, dass oft keine Transaktionsgebühren für den Kauf anfallen und man 100% investieren kann, ohne das ein Rest entsteht. Kostet ein ETFbeispielsweise 80,00EUR und Sie sparen jeden Monat 100EUR, dann erhalten Sie für Ihre 100EUR, 1,25 ETF-Anteile. Die Handlungsanweisung ähnelt hier schon sehr der des Investors.

Jedoch sollten Sie einen Sparplan für mindestens 2 Monate in einem Demokonto testen und auch dann wieder das Gespräch mit der Bank suchen. Gerade bei der Comdirect ist vieles aber auch selbsterklärend.

Entstehende Kosten: jährliche Verwaltungsgebühren, viele Banken bieten einige ETFs gebührenfrei an, sodass für den monatlichen Kauf keine Kosten entstehen.
Tipp: Für alle die an einem Sparplan interessiert sind, für die bieten wir in unserem Newsletter einen speziellen Service an der auf dem Artikel Cost Average 3.0 basiert.

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Der Trader – von kurzfristigen Bewegungen profitieren

Der Trader versucht von kurz- oder mittelfristigen Bewegungen in einem Markt zu profitieren. Hierfür werden oft professionelle Handelsplattformen verwendet, wie zum Beispiel die TraderWorkStation, der AgenaTrader oder auch der MetaTrader. Zudem werden beim Traden des Öfteren große Hebel eingesetzt.

Die beiden Begriffe, die in Foren in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchen, sind Futures und CFDs. Es gibt auch viele weitere Produkte. Zum Beispiel Optionen oder Optionsscheine, um zwei zu nennen. Wir wollen uns jedoch erst einmal auf Futures und CFDs konzentrieren.

Wenn ein Trader den Dax-Future (FDax) handelt, dann handelt er an der sogenannten Terminbörse. Eine Kursveränderung von einem Dax-Punkt führt im F-Dax zu einem Gewinn oder auch Verlust von 25EUR. Das heißt, sollte der Markt mal 50, 100 oder auch 200 Punkte gegen Sie laufen, dann kann das schnell zu großen Verlusten führen (Es gibt nicht nur den Dax-Future sondern noch viele weitere und um korrekt zu sein, einige Broker bieten auch schon den Mini FDax mit einem Punktwert von 5 EUR an.)

Eine Alternative zum F-Dax ist der CFD-Markt (Contract For Difference). Der Unterschied hier ist, dass der CFD-Broker oft als MarketMaker auftritt und der Broker Ihre Position nicht an den Markt weitergibt. In diesem Fall betreibt der Broker ein Bookmatching und stellt somit auch die Liquidität. Das muss aber nichts Schlechtes sein. Der große Vorteil ist hier, dass eine 1-Punkt-Veränderung im Dax nur 1 EUR oder sogar noch weniger kostet und nicht gleich 25 EUR. Mehr zu den Unterschieden zwischen CFDs und Futures erfahren Sie hier.

Intensivieren Sie Ihre Erfahrung und vor Allem Ihr Wissen bezüglich der Finanzprodukte bevor Sie Ihr privates Geld voreilig riskieren.

Ein Broker, mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben, ist Banx Broker. Bei diesem Broker haben Sie die Möglichkeit sowohl den FDax als auch CFDs zu handeln und Sie können alles kostenfrei in einem Demokonto testen.

  

Der Zocker: Wetten platzieren

Wer den Handel an der Börse aus Spaß an der Freude betreiben möchte und auf die Entwicklung des Dax wie bei einer Sportwette setzten möchte, für den ist der neuste Trend „binäre Optionen“ eventuell genau das Richtige. Da das unserer Meinung nach aber nichts mit dem Investieren von Geldern zu tun hat, möchten wir hierzu nicht mehr sagen und auch keinen Anbieter verlinken. Bitte beachten Sie jedoch, dass binäre Optionen sehr riskant sind.

Wir hoffen Sie der Welt des Handelns von Indizes näher geführt haben zu können. Nun wissen Sie, was sich hinter der Phrase „Ich habe den DAX gekauft“ verstecken kann. Bei Fragen und Anregungen können Sie gern die Kommentar-Funktion nutzen. Wir beantworten jede Frage und helfen gern.

Unser Traden Lernen Ratgeber

Warum ETF-Sparpläne statt ETF-Policen?

Warum ETF-Sparpläne statt ETF-Policen?

Sparpläne erfreuen sich immer mehr an großer Beliebtheit. Hierbei gibt es staatlich geförderte und ungeförderte Verträge. Riester-Sparpläne werden zum Beispiel vom Staat bezuschusst. Allerdings sind an diese Zuschüsse etliche Bedingungen geknüpft, die diese Verträge zum Teil sehr kompliziert, teuer und auch unflexibel machen.

Daher sind die nicht geförderten Sparpläne deutlich variabler. Hierzu gehören auch Fondsparpläne, die zu den flexibelsten Sparprodukten am Markt zählen. Ein Beispiel von einem Fondsparplan kann man sich im Internet vorab angucken. Die Höhe der Einzahlungen kann variiert werden. Man kann mit den Zahlungen ganz aussetzen, zusätzliches Geld einzahlen und jederzeit verkaufen. Der Sinn der Sparpläne liegt darin, regelmäßig Geld zurückzulegen. Sparpläne auf Aktienfonds bieten über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren besonders gute Rendite-Aussichten. Daher eignen sie sich besonders gut als zentraler Baustein für den langfristigen Vermögensaufbau. Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität. Spardauer und -betrag sowie die Zahlungsintervalle können frei angepasst werden.

Vor- und Nachteile von ETF-Sparplänen und ETF-Policen

Ein großer Vorteil ist, dass es bei ETF-basierten Versicherungen keine versteckten Kosten gibt und die sonst von den Versicherern vereinnahmten Bestandsprovisionen aus den Verwaltungsvergütungen der Fonds, auch Kickbacks genannt, direkt in die Police einfließen. Des Weiteren können die Zulagen bis zu 40 Prozent der gesamten Sparleistung betragen und die Beiträge sind steuerlich absetzbar. Bei ETF-Policen sollte allerdings darauf geachtet werden, dass möglichst keine produktinternen Abschlussprovisionen anfallen. Diese können bei bis zu 4 Prozent, bei Maximierung noch bei 25 Promille der Beitragssumme liegen und gehen von der Rendite ab. Außeredem sollte beachtet werden, dass das Angebot an ETF-Lebensversicherungen noch sehr begrenzt ist. Aufgrund der fehlenden Einnahmen durch Provisionen oder Kickbacks sind sie daher für die meisten Anbieter relativ uninteressant. ETF-Police wurden auf Betreiben der Honorarberater eingeführt und können nur über diese vermittelt werden. Das heißt, dass anfangs ein Honorar von einmalig drei Prozent der Beitragssumme zu zahlen ist, was eine intensive Beratung beinhaltet. Die bei Lebensversicherungen üblichen Provisionen, die den Anleger etwa doppelt so viel kosten, entfallen dafür allerdings.

Bei den ETF Sparplänen ist zu beachten, dass sie einen bestimmten Index abbilden und dadurch im Vergleich zu gewöhnlichen Investmentfonds kein aktives Fondsmanagement benötigen.

Dies führt wiederum zu enormen Kostenvorteilen und ermöglicht dem ETF-Sparer eine Rendite zu erzielen, die im Durchschnitt wesentlich höher liegt als jene, die durch einen aktiv geführten Fonds erwirtschaftet werden könnte. Ein Nachteil ist allerdings, dass bei ETF-Sparplänen nicht die Möglichkeit besteht, eine höhere Rendite als der zugrunde liegende Index zu erwirtschaften, da diese jenen abbilden. Des Weiteren dominieren in Deutschland, trotz der steigenden Beliebtheit sowie eines zunehmenden Angebots von ETF-Sparplänen, weiterhin die klassischen Investmentfonds-Sparpläne. Ob man sich nun für ETF-Sparpläne oder ETF-Policen entscheidet, generell lässt sich sagen, dass man sich mit beiden Methoden und mit etwas Spardisziplin einen Vermögensgrundstock aufbauen kann. Auch für Anleger, die das Risiko einer einmaligen Anlage scheuen, ist ein solcher Sparplan oder eine Police gut geeignet.

Das DAX-Renditedreieck des deutschen Aktieninstituts (DAI)

Das DAX-Renditedreieck des deutschen Aktieninstituts (DAI)

„Investieren in Aktien ist riskant“ oder „Ich zocke doch nicht an der Börse“ sind Aussagen, die sicherlich häufiger in Zusammenhang mit dem Aktienmarkt getätigt werden.

Mit diesen Aussagen wird allerdings das Investieren in Aktien negativ pauschalisiert.

Meistens verbirgt sich hinter ihnen eine wohlbekannte Erfahrung für den Privatanleger: Einsteigen, wenn die Kurse extrem hoch sind und später erkennen, dass man genauso gut eine Tulpe gegen eine Altstadtvilla in bester Grachtenlage hätte eintauschen können. Man erinnere sich an die Tulpomanie in den Niederlanden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Dieses Beispiel ist sicherlich ein bisschen überzogen, trifft aber sicherlich auf einen nicht unerheblichen Teil der Privatanleger zu. Dabei muss man nicht unbedingt bis zur Tulpomanie zurückgehen. Ein Blick bis zur Jahrtausendwende und der Dotcom-Blase reicht da schon.

Viele Privatanleger haben damals mit T-Aktie (damals ein Kurswert von über 80,- EUR) hohe Verluste erlitten.

Ein Einstieg in die Boomphase hinein, mit der Hoffnung auf hohe Kursgewinne, kann allerdings nicht als nachhaltiges Investieren angesehen werden.

Gleichwohl trägt es dazu bei, dass die Aktie zur Vermögensbildung eher verpönt ist. Nicht nur bei dem Privatanleger von damals, sondern zum Teil auch noch bei der nachfolgenden Generation.

„Bausparverträge und Lebensversicherungen sind eine sichere Sache“ hört man häufiger als „Aktien sind eine sichere langfristige Vermögensanlage“.

Sicherlich weißt ein Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung kaum bis gar keine Volatilität auf, da i.d.R. durch garantierte Zinsen die Rendite schon gesichert scheint, aber ob es sich dabei um eine sichere Anlage zur VermögensBILDUNG handelt, darf zumindest hinterfragt werden. Die Inflation sollte man zumindest dabei nicht außen vor lassen.

Wer eine Rendite über den Inflationsausgleich hinaus erwartet, kommt in der heutigen Zeit von Niedrigzinsen nicht ohne einen Blick auf den Aktienmarkt aus. Aber da war doch was, Risiko, Verluste, Zockerei? Lieber nicht.

Bleibt die Frage, ob diese Begrifflichkeiten zwingend mit einem Aktieninvestment einhergehen müssen.

In diesem Zusammenhang sollte man zumindest mal über das DAX-Renditedreieck des deutschen Aktieninstituts (DAI) gestolpert sein.

Auf den ersten Blick sind dort viele Zahlen, die sich vielleicht auch nicht sofort nachvollziehen lassen. Der zweite Blick zeigt aber, nachhaltiges Investieren in Aktien lässt sich schwer mit Begriffen wie Verluste, Risiko und Zockerei verbinden.

Renditedreieck

Das DAX-Renditedreieck ist nach Kalenderjahren aufgebaut. Auf der rechten Seite befinden sich die Jahre des Ankaufs, auf der unteren die Jahre des Verkaufs. Von links nach rechts sind die Jahre des Anlagehorizonts in 5-Jahres-Schritte unterteilt. Pro Querstrich ist also ein Anlagehorizont von 5 Jahren gegeben. Von ganz links bis 5 Jahre, bis ganz rechts, über 60 Jahre Anlagedauer.

In den jeweiligen Kästchen, in denen jeweils Ankaufs- und Verkaufsjahr aufeinander treffen, befindet sich die durchschnittliche, jährliche Rendite. Dazu ist innerhalb der Grafik auch ein entsprechendes Musterbeispiel abgebildet.

Zur graphischen Abhebung der unterschiedlichen Jahresrenditen sind diese mit entsprechenden Farben versehen (dunkelrot = starkes Minus; weiß = kaum bzw. nur sehr geringe Rendite bis dunkelblau = hohe positive Rendite).

Aufgrund der Farbgestaltung fällt einem recht schnell ins Auge, dass die Renditen weiter rechts, also bei einem hohen Anlagehorizont ein ins dunkel tendierende blau/lila 😉 aufweisen. Von rot oder weiß ist auf der rechten Seite des Renditedreiecks nichts zu sehen.

Anhand dessen lässt sich also erkennen, dass bei einem langfristig angelegten Investment in Aktien (Anlagehorizont über 10 Jahre) ein Verlust bzw. eine negative Rendite fast ausgeschlossen ist.

Hierbei spielt natürlich die Tatsache, dass es sich beim DAX um einen Performanceindex (total return index) handelt, eine bedeutende Rolle. D.h. Beim Performanceindex werden die Dividenden aus den im DAX enthaltenen Titeln in den Index reinvestiert, während sie beim Kursindex unberücksichtigt bleiben.

Somit werden die ausgeschütteten Gewinne der Dax-Konzerne bei der durchschnittlichen Jahresrendite mitberücksichtigt.

Bei einer Dividendenrendite von bspw. 2% ergibt sich auf 10 Jahren eine Gesamtrendite von 20%. Dies spielt insgesamt bei der durchschnittlichen Rendite eine gewichtige Rolle. Aber auch nur dann, wenn langfristig angelegt wird. Bei einem An- und Verkauf innerhalb weniger Wochen kommt dieser Effekt regelmäßig nicht zum Tragen.

DAX 30-Leitindex des deutschen Aktienmarktes

DAX 30-Leitindex des deutschen Aktienmarktes

Der DAX 30 spiegelt als deutscher Leitindex  die tendenzielle Entwicklung an den Börsen wider.  Im DAX 30 sind bezogen auf die Marktkapitalisierung und den Börsenumsatz die 30 größten deutschen Unternehmen zusammengefasst und wird auch als Blue-Chip-Index bezeichnet. Da diese Unternehmen den verschiedensten Marktsektoren entspringen und rund 80 Prozent des in Deutschland zugelassenen Börsenkapitals ausmachen,  gilt der DAX 30 als Indikator für die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft. Außerdem ist er Basiswert für derivate Finanzinstrumente und strukturierten Produkten.

Geschichte des DAX 30

Der Dax startete im Juli 1988 bei einem Stand von 1.000 Punkten. Zu diesem Zeitpunkt galt dieser Index nur als Ergänzung zur den schon existierenden Indizes und entwickelte sich nach und nach zum international anerkannten Hauptindex der deutschen Börsenwelt.

Bereits im Jahre 1871 entwicklte der Ökonom Ernst Louis Étienne Laspeyres eine kommplexe Formel, mit der aus einer Vielzahl von Einzelwerten ein Index berechnet werden konnte und legte damit den Grundstein des DAX 30. Der Deutsche mit französichen Wurzeln gewichtete die Einzelwerte dabei unterschiedlich, sodass der Einfluss auf den Index variierte.

Wer wird in den DAX aufgenommen?

Im DAX befinden sich die 30 größten deutschen Unternehmen in Bezug auf die Marktkapitalisierung und den Börsenumsatz. In den Leitindex werden aber nur Unternehmen aufgenommen, die zudem noch die folgenden Kriterien erfüllen:

  •         im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet
  •         einen Streubesitz (Freefloat) von mindestens zehn Prozent aufweisen
  •         juristischen Sitz in Deutschland

Eine Veränderung der DAX-Zusammensetzung findet nach folgenden vier Regeln statt:

Fast-Exit (45/45) (sofortiger Rauswurf)

Wenn ein Unternehmen, in Bezug auf den Börsenumsatz oder die Marktkapitalisierung nicht mehr zu den größten 45 gehört, wird dieses aus dem DAX genommen, sofern ein Nicht-Index-Wert beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 und bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 erreicht.

Fast-Entry (25/25) (sofortige Aufnahme)

Neu in den DAX aufgenommen wird ein Unternehmen, sofern es in beiden Kriterien mindestens den 25. Rang erreicht. In diesem Fall scheidet das Unternehmen aus dem DAX 30 aus, welches in mindestens einem der beiden Kriterien schlechter als Rang 35 ist und die geringste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Exit (40/40) (regulärer Rauswurf)

Aus dem DAX30 wird ein Unternehmen genommen, sobald es in einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 besten zählt und es einen Nicht-Index-Wert gibt, der nach beiden Kriterien mindestens zu den besten 35 gehört.

Regular-Entry (30/30) (regulärer Aufnahme)

Neu in den DAX aufgenommen wird ein Unternehmen, dass nach Definition der beiden Kriterien zu den 30 größten gehört, falls es ein Unternehmen gibt, dass in einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den Top 35 gehört.

Alle 4 Regeln kommen zum ordentlichen Anpassungstermin im September zur Anwendung.  Zusätzlich gibt es aber noch außerordentliche Anpassungstermine im März, Juni und Dezember, an denen es zu einem “sofortigen Rauswurf” oder einer “sofortigen Aufnahme” kommen kann. Außerdem kommt es zu einer außerordentlichen Anpassung im Fall von Insolvenzen und wenn ein Unternehmen die oben genannten Voraussetzungen nicht mehr erfüllt. Weiterhin kann es zu Abweichungen von diesen Regeln kommen, falls es zu Übernahmen kommt oder signifikante Veränderungen im Freefloat auftreten — darauf  müssen sich aber der Vorstand der Deutschen Börse AG und der Arbeitskreis Aktienindizes einigen.

Aktuelle Zusammensetzung (Stand 31. März 2015)

Der Kurs des DAX30 setzt sich aus den Aktienkursen der einzelnen in ihm enthaltenden Unternehmen zusammen. Am 31. März 2015 waren dieses die folgenden 30 deutschen Unternehmen:

Volkswagen, ThyssenKrupp, Siemens, SAP, RWE, Münchener Rück, Merck, Lufthansa, Linde, Infineon, LANXESS, K+S, Henkel vz, HeidelbergCement, Fresenius Medical Care, Fresenius, E.ON, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Deutsche Börse, Deutsche Bank, Daimler, Continental, Commerzbank, BMW, Beiersdorf, Bayer, BASF, Allianz, adidas

Anteile der Unternehmen im DAX nach Marktsegment (Stand 31. März 2015).

Anteile der Unternehmen im DAX — aufgeteilt nach Marktsegment (Stand 31. März 2015).

Gewichtung des DAX 30

Es werden aber nicht alle Kurse der 30 Unternehmen gleich stark gewichtet. DAX-30-Unternehmen mit einer höheren Marktkapitalisierung (des Streubesitzes) beeinflussen den Kurs des Leitindex stärker als Unternehmen mit einer geringeren Marktkapitalisierung (des Streubesitzes). Bei der Gewichtung spielt der Börsenwert oder das Gesamtkapital des Unternehmens keine Rolle. Die Marktkapitalisierung ist das Produkt des Aktienkurses eines Unternehmens und der Anzahl aller vom Unternehmen ausgegebenen Aktien.

Beispiel: Der Kurs der InsideTrading AG beträgt 3,00€ und beim Börsengang wurden 1.000.000 Aktien ausgegeben. Demnach ist die Marktkapitalisierung 3.000.000,00€.

Aktien, die sich im Festbesitz oder im Besitz des herausgebenden Unternehmens befinden, sind für die Gewichtung nicht relevant, wobei Festbesitz bedeutet, dass ein Großaktionär 5% oder mehr der Aktien hält.

Grundsätzlich lässt sich sagen, je höher der Streubesitz einer Aktie ist, desto höher ist auch das Gewicht im Index. Kein DAX-Unternehmen darf jedoch ein höheres Indexgewicht als zehn Prozent aufweisen.

Kursveränderungen der DAX-30-Aktien werden sekündlich in die Neubewertung des Dax-Kurses mit einbezogen, wobei Änderungen im Streubesitz nur quartalsweise von der Deutschen Börse erfasst werden und daher die Gewichtung der Einzelaktien im DAX nur vierteljährlich angepasst wird.

 

Dax Gewichte

Die fünf einflussreichsten DAX-Unternehmen (Stand 31. März 2015).

 

Berechnung des DAX

Die Berechnung des DAX unterscheidet sich von der Berechnung vieler anderer Leitindizes (Dow Jones, EURO STOXX 50,…) dahingehend, dass der uns bekannte DAX ein Performanz-Index ist und nicht, wie viele andere Indizes ein Kursindex. Ein Performanz-Index unterscheidet sich von einem Kursindex diesbezüglich, dass bei einem Performanz-Index alle Dividenden und sonstigen Zahlungen in den Index reinvestiert werden und bei einem Kursindex Kapitalveränderungen und Dividendenzahlungen nicht enthalten sind. Natürlich gibt es den Dax auch als Kursindex, dieser ist aber eher unbekannt.

DAX-Performanz-Index: DE0008469008
DAX-Kursindex: DE0008467440

Als Grundlage der Aktienkurse werden die Kurse des elektronischen Handelssystems Xetra verwendet. Die Berechnung startet börsentäglich ab 9:00 Uhr. Die erste Notation kommt zustande, sobald es für alle 30 Unternehmen eine Kurstellung gibt, spätestens jedoch um 9:03 Uhr. Wenn es bis zu diesem Zeitpunkt keinen Eröffnungskurs einzelner Aktien gibt, wird der Schlusskurs des Vortages (Xetra 17:30 Uhr) zur Berechnung verwendet.

Wer mehr Informationen zur genauen Berechnung wünscht, der googelt bitte nach der statistischen Index-Formel von Laspeyres.

Handelszeiten

Die Haupthandelszeit des Dax ist werktags von 9:00- 17:30 Uhr, welches auch der Xetra-Handelszeit entspricht.

Von der Deutschen Börse werden aber auch vor Handelsbeginn und nach Handelsschluss (17:30 Uhr) Kurse des L/E-DAX (Late/Early DAX) berechnet. In der Zusammensetzung entspricht der L/E-DAX dem DAX. Berechnet wird dieser Kurs börsentäglich von 8:00 – 9:00 Uhr und von 17:45 – 20:00 Uhr. Als noch wichtigerer Indikator für die Entwicklung des DAX 30 wird hingegen der X-DAX bezeichnet, welcher börsentäglich von 8:00 – 9:00 Uhr sowie von 17:45 – 22:00 Uhr berechnet wird. Grundlage für die Berechnung des X-DAX sind die Preise des an der Terminbörse gehandelten DAX-Futures mit der kleinsten Restlaufzeit und die Euribor-Zinssätze der Europäischen Zentralbank.

Soviel zunächst als Einstieg in das wirklich komplexe Thema. Es wird zu diesem Artikel in der nächsten Woche einen zweiten Teil geben, in dem es um verschiedene Notationen (Future, Deutsche Bank, Xetra, usw.) gehen wird. Hier geht es zum zweiten Teil.

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