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Risikomanagement im CFD-Trading – Theorie, Praxis, der Ist-Zustand

Risikomanagement im CFD-Trading – Theorie, Praxis, der Ist-Zustand

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Risikomanagement im CFD-Trading – Theorie, Praxis

Das Risikomanagement oder auch Money-Management entscheidet an der Börse zwischen Sieg und Niederlage. Vor allem bei dem CFD-Trading, bei dem man versucht von kleineren Bewegungen zu profitieren, kann man ohne die richtige Absicherung bereits mit einem Trade alles verlieren. Doch wie wird man vom betenden und hoffenden Spieler zum rational denkendem Trader? Wir haben dazu eine kleine Anleitung zusammengestellt.

 

Risikomanagement – Der Ist-Zustand!

Bei vielen Anfängern und auch Fortgeschrittenen sieht das Trading wie folgt aus: Das Einstiegssignal kommt und es wird eine Position eröffnet. Das Einstiegsignal kann ein Indikator, die Charttechnik, Nachrichten oder einfach der Fakt sein, dass der Trader jetzt gerade Zeit hat – Auf die Einstiege gehen wir hier jetzt nicht weiter ein.

Anschließend wird die Position beobachtet. Sollte diese sofort in den Gewinn laufen, dann reicht einem dieser häufig nicht. Man wird gierig und glaubt, dass die Position immer weiter für einen laufen wird. So wird die Position erst wesentlich später als geplant mit einem kleinen Gewinn oder sogar einem Verlust geschlossen. Fällt die Position hingegen nach der Eröffnung direkt in die Verlustzone, dann wird diese Position meist gehalten. Man akzeptiert nicht, dass man einen Fehler gemacht haben könnte und glaubt in dieser Situation, man wisse es besser als der Markt. Gedanken wie, „die Position dreht schon wieder“, gefolgt von innerlichem Anfeuern steht dann auf der Tagesordnung. Siehe da, in einigen Fällen hilft das Beten beziehungsweise Anfeuern auf scheinbar magische Weise und die Position dreht wirklich wieder. Man kann sie mit einem nur kleinen Verlust oder sogar mit einem kleinen Gewinn schließen. Der Händler versteht nicht, dass ein Verlust, welcher gemanagt wird und sich im Rahmen eines guten Money-Management bewegt, ein erfolgreiches Geschäft war. Er knüpft Erfolg an einen Geldbetrag, den er mit der Position erwirtschaften wollte. So wiederholt sich diese Achterbahn der Gefühle anschließend ein paar Mal und führt zu vielen kleinen Gewinnen und ein bis zwei großen Verlusten, die das Konto plätten.

 

Risikomanagement – die Theorie

Das Schöne am CFD-Trading ist, dass die Produkte denkbar einfach gestrickt sind. Es gibt keine Einflussfaktoren wie Delta, Gamma, Vega, Theta oder Rho. Auch ein Mathematikstudium oder ein genauer Blick auf die Marktsituation ist nicht zwingend notwendig, da sich ein CFD immer gleich verhält. Zudem kommt es zu den Haupthandelszeiten des jeweiligen Brokers kaum zu Spread-Ausweitungen und auch ein Aufgeld von seitens des Emittenten ist kein Thema.

 

Das Risiko minimieren

Um das Risiko zu minimieren, muss das Risiko begrenzen werden. Sollte die Position gegen uns laufen, muss der CFD-Kontrakt bei einem gewissen Verlust automatisch geschlossen werden. Dies erfolgt durch einen Stop Loss. Alles zum Stop Loss erfahren Sie in dem Video.

Das Absichern JEDER Position durch einen Stop Loss ist schon die halbe Miete. Vermutlich liegt das vorrangige Ziel Ihrer Trading-Aktivität aber nicht nur darin, den eingesetzten Geldbetrag nicht zu verlieren. Sie wollen auch etwas oder sogar etwas mehr Gewinn an den Märkten erwirtschaften. Bei jedem Trade, den Sie eingehen, sollte der mögliche Gewinn größer sein, als der mögliche Verlust. Man nennt diese Relation „Chance-Risiko-Verhältnis“. Nachfolgend verwenden wir für das Chance-Risiko-Verhältnis die Abkürzung CRV. Ein CRV von 3:1 bedeutet also, dass Sie für jeden riskierten Euro, 3 Euro bekommen könnten. Wie Sie sicherlich schon mitbekommen haben, behält man an den Finanzmärkten nicht immer Recht. Ein positives CRV von beispielsweise 5:1 ermöglicht es Ihnen vier Mal falsch zu liegen und dennoch mit dem fünften Trade wieder profitabel zu werden.

Hier ist die Rechnung:

Bei den nachfolgenden Trades riskiert der Händler pro Trade 10 Euro mit einem potenziellen Gewinn von 50 EUR. Es handelt es sich also um ein CRV von 5:1.

  1. Trade: -10 Euro
  2. Trade: -10 Euro
  3. Trade: -10 Euro
  4. Trade: -10 Euro
  5. Trade: +50 Euro

Gesamt: +10 Euro

 

Wie viel darf man pro Trade riskieren?

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, denn es gibt hier kein Richtig oder Falsch. Wir von InsideTrading sind ein großer Fan von der Faustformel: „Man riskiert nicht mehr als ein Prozent des Kontoguthabens“. Der Grund hierfür ist denkbar einfach. Wenn Sie es schaffen, Ihr Risiko bei jedem Trade unterhalb von einem Prozent zu halten, dann können Sie sehr oft falsch liegen.

Zwei Beispiele dazu:

Sie starten mit einem 1000 EUR Konto und riskieren bei jedem Trade 20%.

  1. Trade -200 EUR -> Depot 800 EUR
  2. Trade -160 EUR -> Depot 640 EUR
  3. Trade -128 EUR -> Depot 512 EUR
  4. Trade -103 EUR -> Depot 409 EUR

Bei diesem hohen Risiko verlieren Sie bei 4 erfolglosen Trades fast 60 Prozent des gesamten Guthabens und sind so schnell handlungsunfähig. (bei beiden Beispielen wurde großzügig gerundet)

Sie starten mit einem 1000 EUR Konto und riskieren bei jedem Trade 1%.

  1. Trade -10 EUR -> Depot 990 EUR
  2. Trade -10 EUR -> Depot 980 EUR
  3. Trade -10 EUR -> Depot 970 EUR
  4. Trade -10 EUR -> Depot 960 EUR

Bei diesem Risiko haben Sie durch die 4 Verlust-Trades nur knapp 4 Prozent Ihres Guthabens verloren. (bei beiden Beispielen wurde großzügig gerundet)

Kritik: Jetzt sagen Sie bestimmt: „Aber wenn das Risiko so gering ist, dann ist auch der Gewinn extrem niedrig.“ Das stimmt zwar in den meisten Fällen, ABER dieser Ansatz ermöglicht es Ihnen lange genug im Spiel zu bleiben, um langfristig erfolgreich zu sein. Zudem reden wir hier davon das Risiko zu begrenzen und nicht den Gewinn bzw. die Erwartung.

 

Der Strategietester

Für unsere Kunden, Follower und auch alle anderen Trader haben wir einen Strategietester entwickelt. Hier können Sie kostenfrei überprüfen, ob Ihre Strategie langfristig aufgehen würde.

 

Hier sehen Sie die mögliche Kontoentwicklung für 100 getätigte Trades mit einer Trefferquote von 50%, einem CRV von 1:1 und einem Risiko von 2%.

Hier sehen Sie die mögliche Kontoentwicklung für 100 getätigte Trades mit einer Trefferquote von 50%, einem CRV von 1:1 und einem Risiko von 2%.

Hier sehen Sie die mögliche Kontoentwicklung für 100 getätigte Trades mit einer Trefferquote von 50%, einem CRV von 3:1 und einem Risiko von nur 1%.

Hier sehen Sie die mögliche Kontoentwicklung für 100 getätigte Trades mit einer Trefferquote von 50%, einem CRV von 3:1 und einem Risiko von nur 1%.

So gelangen Sie zu unserem Strategietester. Rechnen Sie Ihre Strategie einmal durch, bevor Sie mit dem Traden starten. Unten auf der Seite des Strategietesters finden Sie auch noch ein kleines Video zum Thema.

 

Teilschließungen

Wie heißt es schön im Wertpapierhandel „Man soll die Verlust begrenzen und die Gewinne laufen lassen“. Diese Weisheit ist oft zitiert und dennoch so schwierig umzusetzen. Das Problem hierbei ist, dass kein Kurs schnurstracks steigt. Es gibt immer kleine Rücksetzer. Bei der Betrachtung eines Rücksetzers ist es nachträglich leicht zu sagen: halten, kaufen, verkaufen, halten, verkaufen, kaufen,… . Währenddessen sieht es aber ganz anders aus: warten und eventuell kleinere Gewinne akzeptieren oder verkaufen und den möglichen Mehr-Gewinn nicht mitnehmen. Außerdem ist der Schmerz eines entgangenen Gewinnes größer. Diese emotionale Irrfahrt ist eine der schwierigsten Situationen im Live Trading und auch ein Demokonto oder Paper Trading können darauf nicht vorbereiten. Daher bedarf es auch hier Strategien und einem Regelwerk.

Eine mögliche Strategie, die man verfolgen kann, um Gewinne laufen zu lassen und Verlust klein zu halten, sind die Teilverkäufe. Teilschließungen oder Teileverkäufe sind bei vielen Tradern ein umstrittenes Thema. Kurz zur Theorie. Bei einer Teilschließung wird die Hälfte der Position nach Erreichen eines Zwischenziels geschlossen und die andere Hälfte lässt man laufen. Dadurch wird nach Erreichen des Zwischenziels ein Gewinn verbucht. Bei der zweiten Hälfte der Position zieht der Trader den Stop Loss dann meist mindestens auf das Einstiegsniveau nach. So kann man mit der Position als Ganzes nichts mehr verlieren.

Als umstritten gilt das Thema aus dem Grund, dass viele Trader sagen: Wenn man davon ausgeht, dass die Position noch weiter läuft, dann braucht man die Hälfte auch nicht schließen. So verschenkt man die Hälfte des Gewinns. All das ist Ansichtssache und hier gibt es unserer Meinung nach kein Richtig und kein Falsch. Ein Handelsstil sollte immer zur Persönlichkeit und den persönlichen Umständen passen. Falls ihr eine Meinung zu Teilschließungen habt, die sich mit dieser Idee nicht deckt, teilt uns das gerne in den Kommentaren mit. Mit Sicherheit könnt ihr so anderen bei dieser komplizierten Thematik helfen.

 

Gewinne laufen lassen – Trailing-Stop

Eine der bekanntesten Möglichkeiten, um sowohl das Risiko zu begrenzen, als auch den Gewinn laufen zulassen, ist der Trailing Stop.

Der Trailing-Stop ist ein nachziehender Stop-Loss. „To trail something“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „etwas hinter sich her ziehen“. Solange der Kurs der Aktie steigt, bewegt sich der Trailing-Stop in gleichbleibendem Abstand hinterher. Bei fallenden Kursen stagniert der Trailing-Stopp jedoch und löst den Verkauf als Market-Order („Bestens“) aus, sobald der Kurs unter die nachgezogene Marke fällt.

Trailing-Stop-Order können auch für eine Kauforder als Start-Buy-Order gesetzt werden. Die Order wird als „Billigst“ ausgeführt. Trader verwenden den Trailing-Stop, um Gewinne abzusichern oder Verluste zu begrenzen. Als Limit sind absolute oder prozentuale Differenzwerte möglich.

Schauen wir uns ein Bespiel an. Sie kaufen eine Aktie, die nach sehr guten Nachrichten stark steigt und eigentlich haben Sie Ihr vorher festgelegtes Ziel-Niveau schon überschritten. Sie müssten die Position jetzt eigentlich verkaufen. In genau dieser Situation ermöglicht der Trailing-Stop den perfekten Ausstieg. Sie platzieren diesen einfach auf Ihrem eigentlichen Ziel-Niveau, nehmen die steigenden Kurse mit und werden ausgestoppt, sobald der Kurs wieder fällt.

 

 

Goldene-Regeln des Risikomanagement

Begrenzen Sie Ihre Verluste!!!

  • Stop Loss setzen
  • Take Profit verwenden
  • Maximal 1 Prozent des Guthabens riskieren
  • Positives Chance-Risiko-Verhältnis (CRV)
  • Gute Einstiege, damit die Trefferquote passt, sind aber auch nicht ganz unwichtig 🙂
  • Testen Sie Ihre Strategie in unserem Strategietester
  • Beschäftigen Sie sich mit den verschiedenen Orderarten

 

 

by Jul 22, 2016 Keine Kommentare
3 Methoden der Risikobegrenzung

3 Methoden der Risikobegrenzung

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3 Methoden der Risikobegrenzung

Methoden der Risikobegrenzung: Risiken sind ein schwer greifbares und dennoch beim Traden und Investieren allgegenwärtiges Thema. Welche Möglichkeiten gibt es dennoch sich vor diesen Risiken zu schützen und trotz all der Maßnahmen weiterhin die Chance auf Gewinne zu wahren?

Das meistbekannte Mittel zur Risikoreduktion ist der Stopp-Loss, eine Order, die die offene Position zum vorher festgelegten Kurs glattstellt.
Dabei bedeutet Glattstellen im Fall eines Kaufs, den Verkauf der Position und im Fall einer Short Position den Rückkauf der leerverkauften Produkte.
Des Weiteren gibt es noch die folgenden Methoden der Risikobegrenzung:

  1. Produktwahl
  2. Hedge durch ein Derivat
  3. Hedge durch das Einnehmen der Gegenposition.

Bei der Produktwahl stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, um das genannte Problem zu beseitigen.
So gibt es CFD Broker, welche einen garantierten Stopp anbieten. Dieser ist zu bedienen wie ein normaler Stopp Loss jedoch mit dem Unterscheid, dass eine Ausführung zum eingegebenen Preis garantiert wird. Für diese Garantie ist eine Prämie zu entrichten.

Eine weitere Möglichkeit wäre das Handeln einer Option auf der Kauf Seite, also entweder das Kaufen einer Call oder Put Option.
Dies ermöglicht das Partizipieren an der darauf folgenden Kursentwicklung. Dabei kann aber die Option nie weniger Wert werden als 0 Cent und somit ist ein Verlust über den geplanten hinaus unmöglich (sofern der Wert der Optionen das geplante Risiko war).
Ähnlich einem garantierten Stopp Loss bestünde noch die Alternative über Knock-Out Produkte in den gewünschten Markt zu investieren.
Beispiele für solche Produkte sind Waves, Turbos oder Mini-Futures. Diese Produkte funktionieren prinzipiell gleich, werden jedoch von unterschiedlichen Banken emittiert und entsprechend benannt (mehr zu Knock Outs).
Diese Produkte gewähren das gehebelte Partizipieren an einem Basiswert. Im Unterschied zu einer Aktie oder einem CFD verfällt jedoch das Produkt beim Unter/- Überschreiten des Basiswertes.
Im Depot fällt der Wert des Produkts nachhaltig auf 0 und wird in Folge von der Depotführenden Bank ausgebucht. Der Hebel ist variabel bis zum Kauf des Produkts, danach ist dieser fest.

Für den Fall, dass die Grundposition nun eine Aktie, Anleihe oder eine Währung sein soll, bei der die genannten Möglichkeiten eben nicht bestehen, so kann man die Risiken eines Kurssprungs trotz allem begrenzen. Dies lässt sich umsetzen, indem zum Beispiel bei einer Kaufposition, eine entsprechende Put Option gekauft wird. Diese versichert nun das Portfolio vor einem Wertverfall der Aktie. Bei der Nutzung einer Option muss jedoch beachtet werden, dass die Wertentwicklung vor Ablauf der Laufzeit nicht linear erfolgt und erst zum Verfallstermin der Wert dem inneren Wert entspricht.
Sollte dieser Effekt nicht gewünscht sein, so können auch die andern bereits erwähnten Produkte verwendet werden, da Turbos und oder CFDs außer vom Preis des Produkts und einer Finanzierungskomponente, die für den Hebel fällig wird, von keinem anderen Faktor abhängen.
Neben Optionen und emittierten Derivaten gibt es auch noch die Möglichkeit große Positionen einen Hedge über Futures zu gewährleisten.

Die dritte zu Beginn genannte Idee ist die einfachste, aber gleichzeitig wohl auch die Problematischste, da eine Gegenposition nicht immer eingenommen werden kann.
Um die Idee aber kurz abzurunden: Wenn eine Kaufposition von 100 Aktien vorliegt, so bestünde die einfachste Möglichkeit risikolos im Markt zu sein die gleiche Anzahl Aktien short zu gehen.
Dies erspart das Glattstellen der Position, da diese zum Beispiel zu einem guten Stop Niveau eingegangen wurde.
Jedoch gibt es eine Vielzahl von Finanzprodukten, bei denen der beschriebene Ansatz aufgrund von Shortselling Restriktionen oder mangelnder Liquidität nicht möglich ist.

Liebe Grüße
InsideTrading

by Mai 31, 2016 Keine Kommentare
Breakeven und das echte CRV

Breakeven und das echte CRV

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Breakeven und das echte CRV

Ist es euch auch schon passiert, dass euer Depot an Wert verliert, obwohl eure Aktie eigentlich eine Wertsteigerung erfahren hat? Grund dafür sind die zu zahlenden Steuern und Gebühren, die manchmal den kompletten Gewinn auffressen können. Da stellt sich doch die Frage: Wie viel Gewinn muss man eigentlich einfahren, um die anfallenden Kosten zu decken und eine tatsächliche Wertsteigerung des Depots zu erzielen? Welchen Einfluss haben die Kosten, die durch den Kauf und Verkauf von Aktien anfallen, eigentlich auf das Chance-Risiko-Verhältnis? Diesen und weiteren Fragen werden wir uns heute widmen.

1. Der Spread

Viele Einsteiger fragen sich oft: Warum hat jede Aktie zwei Preise?

Der erste Preis ist der Preis, zu dem Investoren momentan bereit sind, ihre Aktien zu verkaufen und nennt sich Geldkurs, der zweite Preis nennt sich Briefkurs und ist der Preis, zu dem Anleger jetzt gerade bereit sind, die Aktie zu kaufen.

Nehmen wir einmal an, wir können bei unserem Broker komplett kostenfrei kaufen und verkaufen. Wenn wir jetzt eine Lufthansa-Aktie kaufen, bezahlen wir dafür 11,71€ und wenn wir diese Aktie in derselben Zehntelsekunde wieder verkaufen, bekommen wir dafür nur noch 11,64€. Das heißt, wir haben bei diesem Trade 7 Cent (ca. 0,6%) Verlust gemacht. Diese Differenz zwischen dem Kaufkurs und dem Verkaufskurs nennt sich Spread.

Der Spread kann variieren und ist meist nur von Angebot und Nachfrage abhängig.

2. Die Ordergebühren

Die Ordergebühren sind allein vom Broker abhängig und im Zeitalter von Online-Brokern sollte KEINER mehr 25€ und/ oder ein Prozent Order-Provision zahlen müssen. Wenn jetzt noch Börsenplatz-Gebühren (oft abhängig von der Ausführungsvariante) und eine Maklercourtage anfallen, frisst das dermaßen die Gewinne, sodass das Traden und Investieren kaum noch einen Sinn macht.

Daher solltet ihr euch anschauen, welche Märkte ihr traden wollt und danach den Broker wählen. Zudem ist es oft sinnvoll, seinen Broker regelmäßig zu wechseln, um die neusten Angebote und die Depotwechsel-Prämien zu erhalten.

In den folgenden Beispielen werde ich mit durchschnittlichen Ordergebühren von 10€ rechnen, es geht aber auch deutlich günstiger.

Kauf:

1171,00€   100 Lufthansaktien (11,71€ je Aktie)
1181,00€   Ordergebühren (10€)

Der gezahlte Preis je Aktie ist jetzt 11,81€ und der aktuelle Wert ist 11,64€ (Verlust von 1,44%). Das heißt, unsere Aktie muss jetzt 1,44% steigen, damit wir wieder Plus-Minus-Null sind.

Verkauf:

1171,00€   100 Lufthansaktien (11,71€ je Aktie)
1191,00€   Ordergebühren (2x 10€)

Der gezahlte Preis je Aktie ist jetzt 11,91€ und der aktuelle Wert ist noch immer 11,64€, dass heißt, wir haben unsere Aktie mit einem Verlust von 2,27% (2,3%) verkauft.

WICHTIG: Die Ordergebühren bezogen auf eine einzelne Aktie verringern sich natürlich mit wachsendem Ordervolumen.

3. Steuern

Es gibt zwei verschiedene Arten von Steuern, die auf Kursgewinne gezahlt werden müssen und seit dem 1. Januar 2009 ist es auch total unwichtig, wie lange man die Aktien schon hält. Auf Verluste müssen keine Steuern gezahlt werden, können aber bei der Steuererklärung steuermindernd wirken. Die Abgeltungssteuer (vor 2009 vergleichbar mit der Kapitalertragssteuer) beträgt 25% und ist von jedem Privatanleger zu entrichten. Zudem sind 5,5% der Abgeltungssteuer als Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls 8% bzw. 9% der Abgeltungssteuer als Kirchensteuer zu entrichten.

Ein kleines Beispiel:

1000,00€ Gewinn
– 250,00€ Abgeltungssteuer
–   13,75€ Solidaritätszuschlag
–   22,50€ Kirchensteuer (9%)
=713,75€ Gewinn nach Steuern

Die Ordergebühren sind gewinnmindernd, das heißt wenn man Aktien für 1000€ kauft und für 2000€ verkauft, hat man 1000€ minus der Ordergebühren zu versteuern.

Der Steuerbetrag wird direkt nach dem Verkauf durch den Broker an das Finanzamt abgeführt. Sollte der Broker jedoch im Ausland sitzen, trägt man selbst die Verantwortung und muss den zu versteuernden Betrag bei der Jahressteuererklärung angeben.

4. Breakeven und das echte CRV

Von Breakeven reden Anleger in der Regel, wenn ihr Investment den Einstiegspreis erreicht hat. Gerade bei Aktien, die für eine gewisse Zeit in die ungewünschte Richtung liefen, ist es leicht zu sagen: „ich bin breakeven raus“ und dennoch hat der Investor den Spread und die Ordergebühren verloren.

Nachdem wir über die verschiedenen Kosten einmal gesprochen haben, möchte ich deren Relevanz aufzeigen.

Nehmen wir an, wie investieren in das Unternehmen XY und unsere Aktien steigen von 10€ auf 15€, dass heißt um 50% (der Spread wird in diesem Beispiel vernachlässigt)!!!

Aktienkauf für 1000€
= 99 Aktien(990€) + 10€ Ordergebühren

Nach einer gewissen Zeitspanne werden die Aktien für 15€ wieder verkauft:
= 99 *15€
= 1485 -10€ Ordergebühren
= 1475€ -1000€ Startkapital
= 475€ zu versteuernder Betrag

Nach dem Steuerabzug von 28%
= gutgeschriebener Gewinn= 475*0,72= 342€

Die Aktie hat also einen Gewinn von 50% erzielt. Der Trade brachte aber nur ein Plus von 34,2% für das Depot.

Hier möchte ich kurz an eines meiner Lieblingszitate von Kostolany erinnern: „Hin und Her Taschen leer“. Dieses Zitat passt auch zum Verhalten vieler Trader, die die gewisse Selbstdisziplin nur schwer aufbringen können und an Trades nicht emotionslos herantreten.

Deswegen sollte man meiner Meinung nach den echten Breakeven-Wert immer im Kopf haben, bevor man eine Order abschickt.

Zurück zum Beispiel: Wie ihr seht, wird einiges abgezogen…. Und mal ehrlich, wie oft machen eure Aktien 50% und welches Risiko muss man dafür in der Regel eingehen?

Das führt mich zum eigentlichen Thema: Was ist das wirkliche Chance-Risiko-Verhältnis (CRV)?

Bei unserem Beispiel war die Chance meiner Meinung nach nicht 5€ sondern NUR 3,42€! Das heißt, wenn man bei diesem Trade ein Risiko von 2€ eingegangen ist, dann war nach dem konventionellen Ansatz das CRV 2 zu 5. Unter einem mathematischen Gesichtspunkt war das CRV aber nicht 2 zu 5 sondern 2,2 zu 3,42!!!

Und mit diesem Gedankengang möchte ich meinen heutigen Artikel auch beenden.

Bitte hinterlasst ein Kommentar und lasst mich wissen, wie ihr an die Sache herantretet.


 

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by Mrz 11, 2016 Keine Kommentare
Der Stop Loss – risikobegrenztes Traden

Der Stop Loss – risikobegrenztes Traden

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Der Stop Loss – risikobegrenztes Traden

Hallo Insiders, heute soll es um ein Thema gehen, das für viele Trading-Einsteiger oft ein Buch mit sieben Siegel ist für Fortgeschrittene aber ein routinemäßiges Vorgehen darstellt! Und, könnt ihr euch schon denken, worum es in diesem Artikel gehen soll? Richtig, wir reden über Stop Loss!

Der Orderzusatz Stop-Loss wird verwendet, um Verluste zu begrenzen und Gewinne zu realisieren! Diese Order ruht solange, bis die vorher festgesetzte Notierung, welche bei Kaufaufträgen unterhalb des aktuellen Kurses liegt, erreicht wurde. Sie wird bei Erreichen des Kurses automatisch zu bestens ausgeführt; der Verkaufskurs kann also auch etwas unter dem Stop-Kurs liegen.

Videoskript

Folie0:
Hey Insider, willkommen auf unserem YouTube Kanal.
Das heutige Thema ist der Stop Loss: Vor-und Nachteile vom risikobegrenzten Traden.

Folie1: Was ist ein Stop Loss?
Mit einem SL habt ihr die Möglichkeit, euer Risiko zu begrenzen, indem ihr nach dem Kauf einer Aktie eine Verkaufsorder zu einem bestimmten, niedrigeren Preis aufgebt.

Diese Verkaufsorder wird dann automatisch ausgeführt falls der Preis der Aktie das SL-Niveau erreicht. Somit könnt ihr im Vorfeld festlegen, wie viel ihr maximal breit seid zu verlieren.

Folie 2: Screenshot
Hier sehen wir jetzt einen Chartausschnitt der Lufthansa Aktie. Zu dem aktuellen Preis kaufen wir diese Aktie und gleich nach dem Kauf setzen wir einen SL. Jetzt bewegt sich die Aktie erst seitlich, bevor diese sehr stark fällt.

Bildschirmfoto 2015-11-12 um 23.17.53

In diesem Fall verlieren wir nur 1 Euro pro Aktie und nicht 3 oder 4 Euro, die wir eventuell ohne einen SL verloren hätten.

Folie 3:
Auch bei diesem Beispiel setzten wir einen SL und begrenzen unser Risiko dadurch auf 1 Euro pro Aktie.
In diesem Fall erzielen wir einen Gewinn von 5 Euro pro Aktie. Somit war das Chance:Risiko-Verhältnis 5 zu 1.

Bildschirmfoto 2015-11-12 um 23.18.01

Folie 4:
Es gibt viele Trader, die sich von ihren Positionen nicht trennen können, solange diese im Minus sind. Erst wenn die Wertpapiere dann wieder im Plus sind, verkaufen sie diese und rühmen sich damit, dass sie immer richtig liegen. Diese Trader schauen oft mehrmals täglich ins Portfolie, sitzen ständig betend vor dem PC und arbeiten wirklich hart für ihren Gewinn von 3,50€.

Wie die Grafik zeigt, kann diese Strategie auf lange Sicht nicht funktioniert, da jeder Trade wieder ins Plus läuft und oft schon ein Verlusttrade reicht, um 9 oder mehr Gewinntrades zunichte zu machen.

Folie 5:
Mit dem Wissen, dass die Verluste begrenzt sind, ist es oft auch leichter Gewinne einfach mal laufen zu lassen. Das führt in der Regel dazu, dass der erwartete Gewinn viel, viel größer ist, als der erwartete, begrenzte Verlust.

Das Beispiel zeigt eine vereinfachte Strategie, bei dem der SL greift, wenn der Verlust je Trade 50€ erreicht. Und obwohl nur 3 der 10 Trades mit einem Gewinn geschlossen wurden, hat der Trader einen Gewinn von 460€ erzielt, da er seine Verluste begrenzte und die Gewinne laufen lies.

Bildschirmfoto 2015-11-12 um 23.18.21

Der SL ist unter den Tradern sehr umstritten, da man oft ausgestoppt wird, kurz bevor sich der Markt dann doch in die erwartete Richtung bewegt.

Ich hoffe die beiden Beispiele haben dennoch deutlich gemacht, wie wichtig ein SL ist.

Folie 6:
Wenn euch dieses Video gefallen hat, dann schaut euch an, woran wir sonst noch basteln.

Wo muss der Stop Loss hin?

So weit, so gut! Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht immer! Es stellt sich die Frage, wie groß der Abstand zwischen aktueller Notierung und dem Stop-Loss-Kurs gewählt werden soll. Wählt man den Stop-Kurs zu nah am aktuellen Kurs, wird man bei einer kleinen Korrektur ausgestoppt und kann nur noch teilnahmslos zusehen, wenn der Kurs sich in die ursprünglich gedachte Richtung entwickelt. Auf der anderen Seite will man das Risiko des Kapitalverlustes möglichst gering halten und kann darf den Abstand daher nicht zu groß wählen. Bildschirmfoto 2015-11-12 um 23.17.53Deshalb hat wahrscheinlich jeder Trader seine eigene Philosophie über dieses Thema. Auch wenn es keine goldene Regel gibt, wird für Standardwerte oftmals ein Abstand von 10% empfohlen. Sind Schwankungen auf dem gehandelten Markt größer, sollte auch der Stop-Loss entsprechend angepasst werden. Beim Festlegen der Stopp-Marke orientieren sich viele Trader am Chart. Würde sich das Gesamtbild beim Unterschreiten eines bestimmten Kurses signifikant ändern? In diesem Fall wird diese Marke, die manchmal einfach ein kürzlicher Tiefpunkt manchmal aber auch eine längerfristig gebildete Handelsspanne ist, oft als Grenze gewählt und der Stop-Kurs kurz unter diese Kursunterstützung platziert. Auch die Volatilität des gehandelten Finanzproduktes sollte beachtet werden, da die Order bei Erreichen des Stop-Loss ausgeführt wird, also auch nach einer Kurslücke oder ähnlichem. Dies birgt bei hoch volatilen Märkten natürlich ein kleines Risiko als bei nicht sehr volatilen Märkten, da auf diesen Kurssprünge häufiger vorkommen können.

Den größten Einfluss bei der Wahl des Abstandes hat jedoch in jedem Fall die Risikobereitschaft des einzelnen Traders. Am Ende muss also jeder Trader seine eigene Strategie finden.

Gewinne absichern mit dem Stop Loss!

Wir haben nun lange diskutiert, wie groß der Abstand zu wählen ist. Es ging bisher also eher um die Minimierung des Risikos. Der Stop-Loss dient aber auch der Absicherung von Gewinnen. Stellen wir uns also vor, wir haben Aktien von der Inside-Trading AG zu einem Kurs von 40 Euro gekauft und uns für einen Stop-Loss von 36 Euro entschieden – wir haben uns also ganz konservativ für den 10%igen Abstand entschieden. Spätestens nach der Veröffentlichung des Geschäftsberichtes der Inside-Trading AG sind eine Menge Leute auf die außerordentliche gute Performance der Unternehmung aufmerksam geworden sodass die Nachfrage der Aktien stetig gestiegen ist. Der Kurs steht also 2 Monate nach unserem Kauf bei 50 Euro. Wollen wir unseren Stop-Loss jetzt tatsächlich bei 36 Euro belassen? Nicht wirklich! Verkaufen wollen wir aber auch noch nicht. Der positive Trend ist nämlich noch immer aktiv. Es gäbe daher die Möglichkeit, den Stop-Loss auf 45 Euro anzupassen. Leider verlangen viele Broker Gebühren für solche Transaktionen. Eine andere Möglichkeit, die von immer mehr Brokern angeboten wird, ist der Trailing-Stop-Loss. Wie der Name schon vermuten lässt, verfolgt dieser Stop den aktuellen Kurs im vom Trader festgelegten Abstand, wobei auch hier der Abstand relativ oder absolut angegeben werden kann. In diesem Fall würde unser Stop-Loss also kontinuierlich angepasst werden und wir müssten uns nicht ständig neu entscheiden. Würde der Kurs nun unter 45 Euro fallen, würde wir automatisch ausgestoppt und könnten einen Gewinn von 5 Euro pro Aktie verbuchen (anstelle eines Verlustes von 4 Euro pro Aktie, falls wir den Stop-Loss nicht angepasst hätten).

Fassen wir noch einmal zusammen:

Stop-Loss-Ordern werden von vielen Tradern routinemäßig eingesetzt, um:

  • Gewinne zu realisieren
  • Verluste zu begrenzen
  • Trades zu automatisieren, ohne ständig die Kursentwicklung verfolgen zu müssen.

Soviel nun aber zur grauen Theorie! Falls ihr aber auch zum visuellen Lerntyp zählt (aber auch falls nicht), schaut euch doch unser Video zum Thema an.

Viel Spaß beim Traden,

Erik

by Apr 30, 2015 3 Kommentare