Was ist ein ETF

Was ist ein ETF

Trading muss keineswegs immer hochspekulativ sein. Es gibt durchaus Finanzinstrumente, mittels derer Sie zum Beispiel auf die Kursentwicklung bestimmter Aktien oder/und Indizes spekulieren können, ohne dabei ein sehr hohes Risiko eingehen zu müssen, wie es zum Beispiel bei Derivaten oder CFDs der Fall ist. Dazu gehören insbesondere ETFs, die sogenannten Indexfonds.

Worum handelt es sich bei ETFs?

ETF, diese Abkürzung steht für Exchange Traded Funds, an der Börse handelbare Fonds. Häufig wird ebenso von aktiv von Passivfonds gesprochen. ETFs sind spezielle Fonds, die einen Index nachbilden,
beispielsweise den Deutschen Aktienindex. Wer in ETFs investiert oder mit ETFs handelt, der entscheidet sich also zwangsläufig dafür, sich indirekt eine Reihe von Aktien oder sonstige Basiswerte zuzulegen. Somit besteht ein Vorteil des ETF-Handels darin, mit wenig Kapital aber großer Risikostreuung zu investieren.

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Welche Basiswerte haben die ETFs?

ETFs werden nicht umsonst als Indexfonds bezeichnet. Das bedeutet, dass sich die Passivfonds stets auf einen bestimmten Index beziehen. Meistens handelt es sich dabei um einen Aktienindex, aber auch Rohstoff– oder Währungsindizes können Grundlage der ETFs sein. Demzufolge handeln Sie mit ETFs indirekt die folgenden Basiswerte:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Rohstoffe
  • Edelmetalle

Ein großer Vorteil von ETFs, insbesondere für Trader, ist die Tatsache, dass diese speziellen Fonds an der Börse gehandelt werden. Damit unterscheiden sich ETFs gravierend von klassischen Investmentfonds, wie zum Beispiel Aktien- oder Rentenfonds. Deren Fondsanteile werden nämlich nicht an der Börse gehandelt, sondern der Preis wird täglich – oftmals für Anleger wenig transparent – von der Fondsgesellschaft festgelegt. Mit ETFs hingegen sind Sie jederzeit liquide, denn Sie können die Fondsanteile an jedem Handelstag über die Börse kaufen und verkaufen.

Welche Rendite lässt sich mit ETFs erzielen?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, denn zunächst einmal ist es stark abhängig vom zu Grunde liegenden Index und dort wiederum von den enthaltenen Aktien, welcher Ertrag sich mit Exchange Traded Funds generieren lässt. Eins lässt sich jedoch festhalten: Mit einer Anlage oder einer Spekulation in ETFs legen Sie Ihr Geld immer in einen bestimmten Marktdurchschnitt an. So ist zum Beispiel der Deutsche Aktienindex nichts anderes als der Durchschnitt der Kursentwicklung der größten deutschen Aktienwerte, die sich eben im DAX befinden. 

Da meistens Aktien die Grundlage für den Index sind, auf den sich ETFs beziehen, kann es zum Teil auch bei den Indexfonds selbst zu erheblichen Kursschwankungen kommen. Die langfristige Rendite orientiert sich stets an der durchschnittlichen Kursentwicklung der Basiswerte und liegt demzufolge zum Beispiel bei einem Indexfonds, der sich auf einen Aktienindex bezieht, bei jährlich zwischen fünf und sieben Prozent.

Indirekt mit Immobilien handeln mittels ETFs?

Die meisten Anleger und Trader denken nicht daran, dass Sie über ETFs sogar indirekt mit Immobilien handeln können. Dies funktioniert so: Sie entscheiden sich für einen sogenanntes Immobilien ETF. Es handelt sich dabei um ein Indexfonds, der sich auf einen bestimmten Branchenindex bezieht. In diesem Branchenindex sind in erster Linie Aktiengesellschaften mit ihren Aktien enthalten, deren Geschäftstätigkeit in der Immobilienbranche zu finden ist. Somit investieren Sie mittels eines Immobilien ETF normalerweise in einen Korb von Immobilienaktien, also in Unternehmen, die in der Immobilienbranche tätig sind. Somit haben Sie sogar als Trader die Möglichkeit, auf sehr indirektem Wege mit Immobilien zu handeln.

 

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Chance auf Handeln

Chance auf Handeln

Wenn es um den erfolgreichen Handel bei den Aktien geht, ist die Information das wertvollste Gut. Zwar dürfen Sie interne Information oder Insider Wissen nicht teilen oder nutzen, es gibt dennoch viele Informationen für Erfolg beim Handeln. Die Profis nutzen Analyse Werkzeuge um rein aus den Daten der Kursverläufe den Markt zu lesen. Es ist gut, wenn es teilweise nichts zu tun gibt. Dann können Sie den Markt beobachten. Doch haben Sie immer ein Ohr und Auge für neueste News und Ankündigungen. Der erfolgreiche Händler sucht nicht nach dem Sieg seines Lieblings unter den Aktien. Er shortet, wenn es sein muss und ist bereit in long Positionen einzutreten, auch wenn er nicht viel von der Firma hält. Man muss kein Facebook oder Cola mögen, um damit Geld zu machen. Lernen Sie zu verstehen, was die Menschen mögen und nicht was Sie wünschten, dass diese es mögen.

Heute sind die Märkte aufgrund der sprunghaften Sozialen Medien um so nervöser und anfälliger für Kursänderungen. Twitter und Co können Sie sich dramatisch auswirken. Wenn Trump tweetet wird das nicht ohne folgen bleiben. Antizipiert man die möglichen Folgen, kann man sich in eine günstige Investitionsposition bringen. Auch in den Sportwetten geht es um Informationen. Je näher Sie am Sportgeschehen dran sind, desto mehr können Sie aus der beobachteten Leistung der Teams Rückschlüsse ziehen. Sie erkennen Leistungskurven der Spieler eine Tagesform oder einen Trend zu Verletzungen und team- und spielerpsychologische Faktoren, die sie kennen, können sich stark auf die Chancen auswirken richtig gegen oder für etwas zu Wetten. Und natürlich gibt es diese.  Die Quoten finden Sie hier und können mit ihren Infos kombiniert werden. Betrachtet man dies wie Kursverläufe, so hat man bereits Parallelen zu Aktien. Quoten reagieren auch auf Tweets von Sportlern, die auf Leistungsdefizite hinweisen. Ausfälle, die das Spiel beeinflussen, wie der Wechsel des CEO eines Konzerns.

All das bietet neue Chancen des Handels. Auch die Cryptowährungen sind beliebt und viele ICOs reagieren und kommunizieren per Twitter und Reddit. Das hat mal gute und mal schlechte Folgen. Und wenn es nur ein kurzer Hype ist. Doch viele Erwartungen der Anleger lassen sich schröpfen und zu Geld verwandeln. Der Einstieg ist einfach und lockt unerfahrene Anleger an. Diese generieren für erfahrene Profis Gelegenheiten zur Ernte des investierten Vermögens. In diesen von News getriggerten Märkten ist viel Raum für hohe Gewinnspannen und der noch junge Markt lässt sich noch manipulieren. Großinvestoren können hier die richtigen Signale setzen.

Im Online-Casino Geld verdienen – ist das möglich?

Im Online-Casino Geld verdienen – ist das möglich?

Im Internet gibt es ganz viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Eine der bekanntesten davon ist Online-Casino. Dort steht Ihnen ein breites Spielangebot zur Verfügung. Es gibt Websites, wie z.B. netbet.de, auf denen Sie mehrere Glücksspiele finden können, z.B.: Poker, Roulette, Spielautomaten, Lotto, Sportwetten usw. Im Online-Casino können Sie sowohl um echtes, als auch um virtuelles Geld spielen, was außerordentlich bequem ist. Der Zugang zu einigen Spielen ist kostenlos, solange Sie nicht ums Geld spielen.

 

Wenn Sie sich nicht für ein richtiges Online-Casino entscheiden können, dann sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf folgende Merkmale lenken:

  1. Das Spielangebot sollte sehr breit sein.
  2. Die Website sollte kundenfreundlich sein.
  3. Bevor Sie mit dem Spiel anfangen, sollten Sie die Rückmeldungen lesen.

 

Wenn Sie nicht nur zum Spaß spielen, sondern auch davon träumen, bisschen Geld zu gewinnen, dann würden wir Ihnen gerne ein paar Tipps geben und am Beispiel der Roulette die Strategie erklären:

  1. Spielen Sie nie um hohe Einsätze in der Hoffnung, einen Jackpot zu knacken.
  2. Halten Sie einen Einsatz im Werte von 0,1 Euro auf beliebige Farbe. Warten Sie, bis dieselbe Farbe zweimal nacheinander erscheint. Dann wechseln Sie die Farbe. Wenn Sie in dieser Runde gewonnen haben, dann ist das Glück an Ihrer Seite. Falls Sie den Einsatz verloren haben, verdoppeln Sie ihn in der nächsten Runde, aber tippen Sie wieder auf dieselbe Farbe. In jeder folgenden Runde sollte der vorherige Einsatz im Falle eines Verlustes immer verdoppelt werden. Die Wahrscheinlichkeit, das Geld zu gewinnen, ist ziemlich hoch. Sie sollten nur geduldig sein und allen Anweisungen folgen.

 

Trotzdem können Sie auch auf einige Schwierigkeiten stoßen:

  1. Wenn der Spieler aus seiner eigenen Erfahrung überzeugt wird, dass diese Strategie funktioniert, dann erliegt er den Anfechtungen, von diesem Schema abzuweichen. Der Wunsch, schneller und mehr zu gewinnen, kann alles zerstören und Ihnen das Geld vorenthalten. Fassen Sie sich in Geduld!
  2. Für diese Strategie sollten Sie über das Startkapital verfügen, weil Sie die Einsätze ansonsten nicht verdoppeln können. Im Durchschnitt brauchen Sie die Geldsumme für 6 Runden, also um Ihren ersten Einsatz fünfmal zu verdoppeln. Das heißt, wenn Ihr erster Einsatz im Wert von 1 Euro war, dann sollte Ihr Startkapital 63 Euro betragen. Ihr Gewinn wird dem ersten Einsatz gleich sein, unabhängig davon, wie hoch Ihr letzter Einsatz war.

Leider ist es eine Utopie, ein schönes Stück Geld ohne Risiken zu gewinnen, aber wie man sagt: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“.

 

 

Bedingungsloses Grundeinkommens (BGE) | Vorteile und Nachteile

Bedingungsloses Grundeinkommens (BGE) | Vorteile und Nachteile

Algorithmen. Roboter. Quantencomputer. Künstliche Intelligenz. Die Welt verändert sich. Und immer drängender stellt sich die Frage welche Stellung der Arbeitnehmer in Zukunft noch einnehmen wird. Menschen können bei der Leistungsexplosion der Technologie auf Dauer nicht mithalten – doch fraglich ist ob die bestehenden Jobs unersetzbar vernichtet werden oder, im Fachjargon nennt man dies Reintermediation, an anderer Stelle wiederum neue Jobs entstehen.

Krisen. Kriege. Klimawandel. Immer neue Herausforderungen belasten weltweit die sozialen Systeme der Staaten. In diesem Umfeld gefühlter und tatsächlicher Instabilität ist seit einigen Jahren eine emotionale Diskussion um einen neuartigen Ansatz sozialer Sicherung aufgekommen. Das bedingungslose Grundeinkommen, kurz BGE. Befürworter und Kritiker gibt es gleichermaßen.

Was ist ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Der Sozialstaat Deutschland verfügt über diverse Möglichkeiten und Mechanismen der Existenzsicherung. Grundgedanke ist eine soziale Umverteilung. Die arbeitende Bevölkerung finanziert durch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung temporär Arbeitssuchende. Das Arbeitslosengeld ist jedoch an Bedingungen geknüpft und in ein enges Regelwerk eingebettet.

Das Konzept ‚bedingungsloses Grundeinkommen‘ ist ein noch junger und wenig erprobter Ansatz. Hintergedanke ist jedem Bürger eines Landes ein Grundeinkommen zu sichern. Dieses Grundeinkommen ist nicht an Bedingungen, wie der aktiven Suche nach Arbeit oder verpflichtenden Teilnahme an Maßnahmen, gebunden.

Der sozialstaatliche und ethische Ansatz eines BGE ist, dass jeder Mensch ein bedingungsloses Recht auf ein Leben in Würde besitzt. Mit einem Grundeinkommen würde dieses Anrecht gesichert werden.

Vorteile bedingungsloses Grundeinkommen

  • Das komplexe Regelwerk des Arbeitslosengeldes führt zu einem immens teuren Verwaltungsapparat, welcher durch Steuern finanziert werden muss. Ein bedingungsloses Grundeinkommen verschlankt den Verwaltungsapparat und minimiert die Bürokratie.
  • Leistungsbezieher müssen viel Zeit und Geduld aufbringen und zahlreiche Behördengänge tätigen. Wer sozialstaatliche Hilfe beziehen muss, dem fällt dies mit einem BGE leichter.
  • Der Sozialstaat knüpft die Existenz jedes Bürgers an Bedingungen und Verpflichtungen. Ein BGE sichert jedem Menschen das Recht auf eine bedingungslose Existenz in Würde.
  • Wird das Grundeinkommen in der Summe der Leistung höher als ein temporär existenzsicherndes Arbeitslosengeld angesetzt zeigten Studien und Feldversuche bereits, dass die finanziellen Belastungen für das Gesundheitswesen und die Kriminalität zurückgingen, da sich vor Allem ärmere Schichten Bildung und einen besseren Lebensstandard (Ernährung, Freizeit, Medizin) eher leisten konnten.

Nachteile bedingungsloses Grundeinkommen

  • Nur wer sozialversicherungspflichtig arbeitet oder gearbeitet hat wird auch ausreichend durch den Sozialstaat gestützt. Fraglich ist, wie viele Menschen sich gegen Arbeit und für ein Leben vom Grundeinkommen entscheiden, und wie dies den Sozialstaat und Arbeitsmarkt belasten würde.
  • Ungeklärt ist bisher die Finanzierung eines BGE. Jedem Bürger 1.000 oder 1.500 Euro auszuzahlen würde die Kassen des Bundes, der Länder und Kommunen überstrapazieren.

Auswirkungen (Fazit) bedingungsloses Grundeinkommen

Die Diskussion um das BGE wird emotional geführt. Verständlicherweise möchten Arbeitnehmer ungern einen nicht-arbeitenden Bevölkerungsteil finanzieren müssen. Doch mit Hinblick auf die den Sozialstaat erwartbaren Belastungen könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen der nächste wichtige und richtige Schritt sein.

Ein BGE ist nicht gleich ein BGE. Es gibt unzählige Möglichkeiten der Zusammensetzung. Dies beginnt bei der Frage, ob jedem ein Grundeinkommen zusteht, oder nur den ärmsten Schichten. Um die Finanzierbarkeit zu gewährleisten könnten die verwaltungsintensiven Arbeitslosengelder durch das Grundeinkommen ersetzt werden.

Leistungsbeziehern könnte das bedingungslose Grundeinkommen direkt auf das Bankkonto überwiesen werden. Möglich ist jedoch auch das Einführen einer negativen Einkommensteuer. Wer weniger als ein bestimmtes Gehalt verdient, bekommt durch eine negative Einkommenssteuer einen Zuschuss durch den Staat.

Um den Anreiz „Arbeit“ zu erhalten und zu verhindern, dass dem Arbeitsmarkt Millionen Beschäftigte wegfallen, könnte man für jeden Euro, den ein Leistungsbezieher selbst verdient, nur 50 Cent von seinem Grundeinkommen abziehen. Hierdurch ist gesichert, dass Arbeit mehr Nutzen als Arbeitslosigkeit hat und die meisten Menschen weiterhin Interesse an Arbeit haben werden.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein durchaus attraktiver Ansatz den Sozialstaat neu aufzustellen und für die zukünftigen Herausforderungen auszurichten. Schlanke Verwaltung und Sicherung der Existenz der Bürger in Zeiten der Globalisierung und Technologisierung.

Die Epoche der Instabilität

Die Epoche der Instabilität

Nicht alles verändert sich. Manches ist eine Konstante seit tausenden Jahren. Wie auch heutzutage, so beklagte sich bereits der römische Philosoph Socrates über den Sittenverfall der Jugend: „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten […].“ Es handelt es sich jedoch um Ausnahmen. Die Welt befindet sich grundlegend in einem stetigen Wandel. Jedes Jahrhundert ist für sich einzigartig. Und jedes Jahrhundert bringt neue Erkenntnisse, Errungenschaften und Fortschritt hervor.

Die Zeitgeschichte der Menschheit lässt sich hierbei in Epochen einteilen. Epochen sind temporäre Phasen, welche ihrer ähnlichen Eigenschaften nach als einheitliche Phase, also als Epoche, definiert werden können. Mit diesem Beitrag möchte ich begründen, dass wir seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts die Epoche der Instabilität erleben.

Veränderung ist Teil unseres Planeten. Die Natur wandelt sich stetig in einem Wechsel aus Zerstörung und Entstehung. Wo Erdbeben, Waldbrände oder Überschwemmung Zerstörung verursachen entsteht sogleich darauf eine neue Vegetation. Trotz des konstanten Fortschritts ist auch die Menschheit in diesem Takt gefangen und erlebt Blütezeiten genauso wie Phasen des Untergangs.

Was ist Stabilität?

Beginnend möchte ich mich zuerst mit dem Begriff der Stabilität beschäftigen. Mit Stabilität in Bezug eine Epoche meine ich nicht, dass der Status Quo beibehalten wird oder wurde. Stabilität bezeichnet ein Gleichgewicht bzw. eine Beständigkeit. Entscheidend für meine Ausführungen ist, dass Beständigkeit Planbarkeit nach sich zieht.

Ähnlich wie bei der Preiswertstabilität, kurz: Inflation, liegt das stabile Gleichgewicht nicht bei 0. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bei einer Steigerung in Höhe von 2% von einer Stabilität der Preisteuerung. Grund ist, dass unser Wirtschaftssystem eine stetige Aussicht auf steigende Preise und Planbarkeit benötigt. So ist es eine der Hauptaufgaben einer Zentralbank für Preiswertstabilität zu sorgen. Stabilität ist auch hier nicht das Beibehalten, sondern die Beständigkeit eines Wertes – in diesem Fall der Teuerungsrate.

Wandel unseres Jahrhunderts

Das aktuelle Jahrhundert steht unter dem Banner der Technologisierung. Internet, das Smartphone, Robotik, künstliche Intelligenz (KI) und bald auch Quantencomputer. Alles wird vernetzt, verchipt und verkabelt. Bisher nur unsere Umwelt. Doch die Technologie wandert immer näher an den Menschen heran, das Notebook befindet sich bereits in Form eines Smartphones in jedermanns Hosentasche, und es ist nur eine Frage der Zeit bis die Technologie auch in den Menschen integriert wird.

Prozessoren werden immer leistungsfähiger und mit diesen die Technologie insgesamt. Die Umlaufgeschwindigkeit unserer Umwelt nimmt immer weiter zu. Informationen, Daten und Güter werden weltweit in kurzer Zeit ausgetauscht. Und so ist auch der Mensch gezwungen schneller, effizienter und mobiler zu werden, um noch konkurrenzfähig zur Technologie zu sein.

Umlaufgeschwindigkeit kann man auch als Schnelllebigkeit bezeichnen. Unsere Welt ist schnelllebiger geworden. An den Kapitalmärkten ist die Taktung von Krisen dichter als noch im letzten Jahrhundert. 2000 mit Dot.com, 2008 mit Subprime-Loans und 2012 die Euro-Krise. In der Wirtschaft sind Märkte offener und global vernetzt. Amazon greift weltweit an. StartUps und neue Mega-Konzerne, wie Uber oder AirBnB, entstehen in kurzer Zeit. Heutzutage mehr es mehr Einhörner, das sind StartUps mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar, denn je. Der Wechsel aus Zerstörung und Entstehung ist schneller. Und mit der erhöhten Geschwindigkeit wird unsere Umwelt, unser Alltag und unsere Gesellschaft schnelllebiger.

Die Auswirkungen

Die Instabilität zeigt sich, wie angesprochen, an den Kapitalmärkten. Informationen werden wesentlich schneller ausgetauscht und Kapital zuckt wesentlicher nervöser durch die globalen Märkte. Auch die Wirtschaft sieht sich mit aufbrechenden Grenzen und Instabilität konfrontiert. Branchen befinden sich im Kampf des Wandels von stationär zu virtuell. Technologisch orientierte StartUps und Unternehmen greifen die klassischen Geschäftskonzepte bestehender Unternehmen an. Online und automatisiert. Die Welt steht den Unternehmern offener zur Verfügung denn je. Doch auch die Konkurrenz steht Unternehmen stärker im Nacken denn je.

Wir Menschen müssen uns anpassen. Jobs sind schnelllebiger geworden. Kurzzeit, Teilzeit, Job-Sharing. Der Arbeitnehmer arbeitet nicht mehr 40 Jahre im selben Unternehmen. Die meisten Arbeitnehmer haben bis zum 30. Lebensjahr bereits zwei, drei oder mehr verschiedene Arbeitgeber gehabt. Besitz ist schnelllebiger. Leasing, Sharing, Mieten. Besitz verpflichtet und Verpflichtungen binden und Bindung ist in einer schnelllebigen Umwelt eine Belastung. Car-Sharing statt eigenem Auto. Mieten statt kaufen. Waschsalon anstelle eigener Waschmaschine. Der Mensch wird mobiler und agiler. Muss er ja auch. Unsere Beziehungen werden schnelllebiger. Lovoo, Tinder und andere Apps ermöglichen das schnelle Finden neuer Partner. Doch da wir selbst agil bleiben müssen und sich unsere Umwelt stetig verändert gehen immer weniger Menschen langfristige Beziehungen ein. Bindung belastet, wie gesagt. Und so blüht das Konzept der Freundschaft Plus. Gemeinsam zusammen, aber nicht gebunden.

Seit hunderten oder tausenden Jahren nimmt die Umlaufgeschwindigkeit zu. Während die Fahrt zur benachbarten Stadt im Mittelalter noch mehrere Tage auf sich genommen hat, jetten wir heutzutage in einem Tag um die ganze Welt. Alles wurde stetig schneller. Doch mittlerweile ist, aus meiner Sicht, eine Geschwindigkeit und Schnelllebigkeit erreicht, bei der der Mensch Schwierigkeiten hat mitzuhalten und die Auswirkungen weniger „Fortschritt“, sondern mehr „Instabilität“ ist.

Wirtschaft und Gesellschaft benötigen Beständigkeit. Unser Alltag, unsere Beziehungen und unsere private Zukunftsperspektive benötigt eine gewisse Planbarkeit. Verlieren wir bereits den Boden unter den Füßen? Reißt uns die Zentrifugalkraft der Geschwindigkeit der Veränderung an den Rand? Wie lange kann der Mensch dem schnellen Takt der Technologie noch folgen?

Krieg der Spezies – Mensch gegen Maschine

Krieg der Spezies – Mensch gegen Maschine

Nahezu überall verfügbares Internet, mehr Transparenz und Fortschritt in allen Bereich unserer Gesellschaft und Wirtschaft durch Technologie. Der Fortschritt ist erkennbar und gewaltig. Doch in aus jedem Wandel resultieren verständlicherweise auch negative Nebeneffekte. Vor Allem das mediale und individuelle eher hysterische Verhalten in den social media führt zu einer Verrohung der Sitten und Übersteigerung der Meinungen. Wir erkennen immer deutlicher: Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold.

Ich habe mich in letzter Zeit intensiv mit der Frage beschäftigt wohin uns, als globale Gesellschaft, der eingeschlagene Weg führt. Was ist unser Schicksal? Doch leider ist es uns, und so auch mir, nur möglich Vermutungen anzustellen. Niemand kennt die Zukunft.

Dabei interessiert sich der Mensch seit tausenden Jahren brennend dafür. Während die alten Griechen Orakel befragten las man die Zukunft im Mittelalter aus Karten und Knochen. Im 21. Jahrhundert sind es gefeierte Visionäre, wie Tesla-Chef Elon Musk oder der leider verstorbene Apple-Chef Steve Jobs, welche die Zukunft erdenken und in der Realität präsentieren. Was erwartet uns, als Weltgemeinschaft, in der Zukunft? Das ist die Frage aller Fragen. Und „42“ ist leider keine Antwort darauf. Unzählige Theorien gibt es. Mit diesem Beitrag möchte ich eine weitere hinzufügen.

Entstehung neuer Spezies

Technologie wird immer effizienter und leichter verfügbar. Die ersten Computer wogen mehrere Tonnen. Und die ersten mobilen Telefone füllten ganze Kofferräume. Heutzutage tragen wir Computer und Telefon kombiniert, in Form eines Smartphones, in der Hosentasche. Auch rückt die Technologie immer näher an den Menschen heran. Das Notebook ist unlängst als Smartphone in unsere Hosentaschen gewandert. Und mit smart wearables, beispielsweise smarten Uhren, bringen wir die Technologie nun an unseren Körper. Es ist nur eine Frage der Zeit bis wir die Technologie im großen Stil in unseren Körper integrieren.

Der Mensch ist ohnehin gezwungen seine begrenzten humanen Möglichkeiten durch eine technologische Aufrüstung seines Körpers zu verbessern. Der Mensch muss im Wettlauf der Technologisierung mithalten. Roboter werden immer besser. Und während derzeit der Mensch Roboter betreibt, so ist es ebenfalls nur eine Frage der Zeit bis Roboter Roboter betreiben. Künstliche Intelligenz (KI) wird immer intelligenter.

‚Der Mensch kann, trotz technologischer Aufrüstung seiner Selbst, nicht mit der Leistungsstärke und Geschwindigkeit übriger Technologie mithalten und wird zwangsweise abgehängt werden.‘

Aus diesen Trends ist, aus meiner Sicht, erkennbar, dass es in Zukunft auf der Erde drei Spezies geben wird. Es wird einfache Menschen, Cyborgs und KI geben.

Technologie und IT-Infrastruktur benötigen viel Kapital und Wissen. So werden sich, nach meiner Meinung, nur die oberen 10 bis 15% der Menschen den Aufstieg zum Hybrid aus Mensch und Maschine, also einem Cyborg, leisten können. Da auch Cyborgs als Arbeitskräfte, Management der Strukturen und Soldaten zur Verteidigung des Vorteils benötigt werden, könnten in Zukunft 20 bis 25% der Menschen den Aufstieg zur Spezies der Cyborgs schaffen.

Darüber hinaus arbeitet der Mensch an immer intelligenteren Technologien. Es gibt immer noch große Herausforderung. Doch es gibt, so schätze ich es ein, die durchaus logische Theorie, dass der Moment, wenn eine KI programmiert wurde, die selbst KI programmieren kann, der Mensch eine Art Gott-KI, welche sich selbst vervielfältigt, geschaffen hat.

Die Verschärfung der Schichten

Basierend auf der Überlegung, dass es in Zukunft drei Spezies mit unterschiedlichen oder konkurrierenden Interessen geben wird, frage ich mich, ob wir uns in eine bessere Zukunft bewegen oder die Verschärfung der Schichten und Schaffung eigener Spezies zu mehr Problemen führen wird?

Bereits heutzutage beherrschen wenige Menschen, welche über viel Kapital, Macht und Wissen verfügen, die Massen. Auch besteht der Trend, dass es wenige Unternehmen gibt, welche jedoch extreme Marktmacht und viel Kapital besitzen. Amazon, Google, Apple.

Der Trend sollte sich fortsetzen. So steht diesen Personen und Unternehmen die Welt, dank Technologie und World Wide Web, offener denn je zur Verfügung. Diese Schicht der Reichen wird Technologie immer intensiver einsetzen. Dies ist der Schicht der Armen nicht möglich. Diese werden immer gläserner und immer beherrschter werden. Kein Wunder. Immerhin vernetzen und bald auch verchipen wird Konsumenten uns immer intensiver und schenken den wenigen Weltmarktführern immer mehr Wissen, Zugriff und Kontrolle über uns.

Die Verschärfung der Schichten nimmt stetig zu. Weniger werden stetig mehr haben und können.

Krieg der Spezies

Die Unterteilung der Weltgemeinschaft in Schichten wird sich verschärfen. Darüber hinaus könnte es in Zukunft nicht nur Schichten, sondern auch Spezies, mit konträren Interessen geben. Basierend auf dieser Theorie wären Konflikte und Kriege zwischen den Spezies unvermeidbar.

Der einfache Mensch wird sich natürlich gegen das „Beherrscht werden“ durch die reiche Schicht, wenn diese nicht bereits Cyborgs sind, auflehnen. Dies steht natürlich im Konflikt zu den Interessen von Google, Amazon und Facebook möglichst ungehinderten Zugang zum Menschen zu haben. Diese Unternehmen konzentrieren hierbei immer mehr Macht, in Form von Besitz von Daten und Zugriff auf technische Geräte, und Abhängigkeit auf sich. Es wird einen Punkt geben an dem diese Macht nicht mehr gebrochen werden kann und diese Konzerne für unsere Systeme Systemrelevant geworden sind. Und doch wird der einfache Mensch sich im Kampf für die Rückgewinnung seiner Selbstbestimmung und Unabhängigkeit versuchen von den Mega-Konzernen zu lösen und lokale Strukturen zu schaffen. Hier besteht Konfliktpotenzial.

Mega-Konzerne und Reiche besitzen nicht nur immer mehr Kontrolle über Menschen, sondern auch über die Politik. In den USA ist dies bereits am deutlichsten zu erkennen. So sind die Reiche Schicht und Politik nicht mehr zu trennen. Ein reicher Unternehmer ist Präsident des Landes und somit „Herrscher“ und Volksvertreter. Wird es in Zukunft noch unabhängige Politik geben oder werden die Reichen und Unternehmen die Länder lenken und somit auch, dank Zugriff auf Sicherheitskräfte und Armeen, Aufstände der einfachen Menschen niederschlagen können? Ist dies das Szenario der oberen 20 bis 25%?

‚Während derzeit militärisches Vorgehen oftmals darauf zielt die Bereitstellung von Gütern des Kontrahenten zu stören, werden Güter zunehmend virtuell sein und sich somit das militärische Interesse ebenfalls dahingehend verlagern.‘

Doch nicht nur zwischen Arm und Reich bzw. eventuell in Zukunft Mensch und Cyborg gibt es Interessenskonflikte. Cyborgs und KI benötigen IT-Infrastruktur, Server-Leistung und immens viel Energie. Für mich ist es durchaus logisch, dass Cyborgs oder KI untereinander oder gegeneinander um diese Ressourcen kämpfen. Heutzutage werden bereits Kriege um Öl geführt. In Zukunft könnten es auch Kriege um Strom sein. Rücken hier dann Island, Norwegen, afrikanische Staaten und andere Länder mit natürlichen Strom-Quellen (Thermischer Energie, Wasserenergie, Sonnenenergie, …) in den Fokus? Während militärisches Vorgehen im Mittelalter oftmals auf die Nahrungsversorgung des Gegners (z.B. durch Belagerung) zielte, waren es in jüngeren Kriegen Angriffe auf die Industrie (z.B. Fabriken) und Infrastruktur (z.B. Brücken) des Kontrahenten. Werden die Kriege in Zukunft physisch und virtuell auf die Server-Farmen und Energie-Netze und -Gewinnung des Gegners gerichtet sein?

Auch in Zukunft wird es ideologische Auseinandersetzungen, Interessenskonflikte und begrenzte Ressourcen geben. Meine Theorie ist, dass es hierbei zu einer verstärkten Polarisierung zwischen den einfachen Menschen, dank Kapital und Wissen technologisch bevorzugten Reichen (eventuell auch Cyborgs) und künstlicher Intelligenz kommen wird und hier neuartiges Konfliktpotenzial geben könnte.

Michael Schupp: Der Gold und Silber Experte

Michael Schupp: Der Gold und Silber Experte

Bekannt ist Michael Schupp durch sein Online-Coaching. In seinem Kurs „Die profitable Gold-Startegie“ dreht sich sonst alles um den Kauf und Verkauf von Gold und Silber. Heute hingegen hat er sich ein paar Minuten genommen, um uns schriftlich unsere Interviewfragen zu beantworten. Es hat nicht den Umfang, den Du von „InsideTrading“ gewohnt bist, aber dennoch wirst Du ein paar spannende Antworten finden.

 

WARMUP: 8 KURZE FRAGEN ZUM AUFLOCKERN

Was gab es bei dir heute zum Frühstück?
2 volle Gläser lauwarmes Wasser, 1 Banane und 1 Eiweißbrot mit Honig

Sport oder Couch?
Sport

Was bestellst du in einer Bar?
Einen alkoholfreien Cocktail oder einfach nur ein Wasser

Welches Buch würdest du zum Kauf weiterempfehlen, dass dich persönlich in der Vergangenheit motiviert bzw. inspiriert hat?
Harv Eker (So denken Millionäre)
Susan Jeffers (Selbstvertrauen gewinnen)

Wen oder was zitierst du am häufigsten?
Mich selbst 🙂 & Persönlichkeiten, die die Welt verbessern

Womit kann man dir mal so richtig die Stimmung verderben?
Nicht sein Wort einhalten

2017 werde ich …
1.000 Mitglieder aufbauen

Single und das ist gut so oder Beziehungsmensch?
Beziehungsmensch

 

Schluss mit Lustig – Jetzt wird es ernst!

Wenn du auf einer Party gefragt wirst, “Was machst du eigentlich beruflich?”, wie sieht deine Antwort aus?

Michael Schupp (Gold-Startegien): In meiner Arbeit geht es darum, nette Menschen dabei zu unterstützen ihre Ersparnisse vor der steigenden Inflation (alles wird teurer) zu schützen. Vor allem ist es aber meine Aufgabe, möglichst vielen Menschen dabei zu helfen, ihre persönliche finanzielle Situation und damit ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Seit wie vielen Jahren bist du jetzt an den Märkten aktiv und mit welchen Produkten hast du angefangen?

Michael Schupp (Gold-Startegien): Ich bin seit über 8 Jahren aktiv an den Finanzmärkten. An meinen ersten Kauf kann ich mich noch sehr gut erinnern. Damals habe ich physische Edelmetalle gekauft (Gold- und Silberbarren).

Angenommen du könntest die Zeit zurückdrehen und deinem Investoren-Anfänger- Ich zwei Tipps geben, welche wären das und wie alt warst du damals?

Michael Schupp (Gold-Startegien): Meine beiden Tipps wären:
Tipp 1: Leg jeden Monat mindestens 10% deines Einkommens auf die Seite. Wenn möglich 20%, 30% oder sogar 50%.
Tipp 2: Gib nie mehr aus, als du verdienst.

 

Kritik, Erfahrungen und Kommentare

 

Online-Trading-Kurse oder auch Onlinekurse im Allgemeinen stehen oft in der Kritik. Was macht deiner Meinung nach den Unterschied zwischen einem Kurs und einem großartigen Kurs?

Michael Schupp (Gold-Startegien):Das ist eine sehr gute Frage. Ich würde sagen, dass großartige Kurse das Problem der Zielgruppe lösen! Alles andere ist nicht großartig.

Als Ersteller von Onlinekursen lässt Kritik oft nicht lange auf sich warten. Objektive Kritik verbessert unser Schaffen. Welche subjektiven Makel wurden dir in der Vergangenheit vorgeworfen?

Michael Schupp (Gold-Startegien): Was ich immer wieder höre, ist, dass Onlinekurse sehr kostspielig sind. Ich antworte für gewöhnlich, die meisten dieser Kurse sind Ihren Preis wert und bieten den Kunden einen absoluten Mehrwert, dadurch erreichen die Mitglieder Ihr gewünschtes Ziel schnell und einfach.

Welche Lehren hast du selbst aus dem Erstellen und Abhalten deiner Coachings gezogen? Kannst du uns von ein paar Erfahrungen berichten?

Michael Schupp (Gold-Startegien): Immer locker bleiben

 

Wir bedanken uns vielmals bei Michael Schupp und wünschen Ihm weiterhin viel Erfolg. Hier erfahrt ihr mehr zu seinen aktuellen Projekten: www.gosikon.de

 
Florian Günther im Interview – Value Investing | Ex-Investmentbanker | Warren Buffett

Florian Günther im Interview – Value Investing | Ex-Investmentbanker | Warren Buffett

Heute hatten wir das Vergnügen, mit einem der größten Fans von Warren Buffett zusammen zu sitzen. Vielen Dank Florian Günther, dass du dir die Zeit für uns und unsere Leser genommen hast. Er hat uns zudem zugesichert eure Fragen unter dem Interview zu beantworten. Viel Spaß beim Lesen und Teilen.

 

Warmup: 10 kurze Fragen zum Auflockern

Was gab es bei dir heute zum Frühstück?
Zu viel Kaffee und einen wunderbaren Milchreiskuchen von meiner Frau, allerdings war der Kuchen noch von gestern.

Sport oder Couch?
Erst Sport dann Couch. Wenn ich die Reihenfolge ändere, fällt Sport automatisch weg.

Was bestellst du in einer Bar?
Kommt ganz drauf an. Ich trinke gerne amerikanisches Bier. Wenn eins da ist, dann das. Sonst eher Cola.

Welches Buch würdest du zum Kauf weiterempfehlen, dass dich persönlich in der Vergangenheit motiviert bzw. inspiriert hat?
Kommt auch drauf an. Mein erstes Buch über Motivation usw. habe ich relativ früh gelesen mit 11 Jahren oder so: Ein Hund Namens Money von Bodo Schäfer. Das war sehr motivierend, auch wenn ich nicht alle Inhalte vorbehaltlos empfehlen kann. Im Laufe der Zeit kamen viele andere Bücher dazu. Jetzt würde ich sagen, dass das Buch von Alice Schroeder: Warren Buffett, Das Leben ist wie ein Schneeball, echt super motivierend ist.

Netflix, Sky, Amazon Prime und Co. sorgen immer häufiger dafür, dass wir für nichts mehr Zeit haben. Bei welcher Serie bleibst du derzeit hängen?
Ja, auch ich bleibe leider hängen. Als Value Investor und „YouTube Produzent“ schaue ich jedoch auf die Kosten und schaue lieber YouTube-Videos. Hier sehe ich mir einige interessante Kanäle an. Die sind kontrovers und lehrreich. Es gibt hier einige interessante Kanäle (auch von Universitäten). Alles Top-Inhalte und kostenlos.

Wen oder was zitierst du am häufigsten?
Warren Buffett – keine Frage 🙂

Blowjob, Bondage, … oder das Standardprogramm, was spielt sich wo bei dir ab?
Jetzt werde ich rot…

Womit kann man dir mal so richtig die Stimmung verderben?
Es ärgert mich, wenn Menschen urteilen, ohne die Sache an sich zu verstehen oder zu hinterfragen. Konstruktive Kritik ist gut, etwas nicht verstehen ist auch gut. Zu urteilen ist aus meiner Sicht schlecht.

2017 werde ich …
…war ich: mit meiner Frau 4 Wochen in Australien und es war der HAMMER!

Südsee oder Ostsee?
Bei mir ist eher die Frage Alpen oder Gardasee. Ich komme aus Bayern. Genauer gesagt aus der Nähe von Nürnberg. Salzburg und die Berge erreiche ich in 3 Stunden. Den Gardasee in 6 Stunden mit dem Auto. Ich muss jedoch nicht zwingend weg. Wir haben bereits alle Kontinente bereist und haben das Glück, bei uns Zuhause alles so zu haben, wie wir es wollen.

  „Mein perfekter Morgen: Ich sehe mir auch immer die Prospekte an. Dort sehe ich, was meine Firmen gerade zu welchem Preis verkaufen. Im Gegensatz zu allen anderen hoffe ich meistens auf steigende Preise“ 🙂

 

Value Investing: Schluss mit Lustig – Jetzt wird es ernst!

Wenn du auf einer Party gefragt wirst, “Was machst du eigentlich beruflich?”, wie sieht deine Antwort aus?

Florian Günther: Das ist eine schwierige Frage. Wenn ich Amerikaner wäre, würde ich sagen: Ich bin Ex-Investmentbanker, Autor, Value Investor und Unternehmer. Ich lebe den amerikanischen Traum und bin finanziell unabhängig.

Das kommt auf einer Party in Deutschland nicht so gut an, das hab ich schon probiert 🙂 Daher sage ich meist, dass ich im Bereich Finanzen tätig bin und Familiy Offices berate. Wenn jemand dann mehr wissen will, erkläre ich das natürlich genauer. In Deutschland ist es jedoch so, dass über solche Themen sehr wenige Leute sprechen wollen.

In verschiedenen Foren und auf einigen anderen Plattformen wirst du als Experte auf den Gebieten “Finanzmarkt, Börse und Trading” gehandelt. Wie kam es dazu? What is your story?

Florian Günther: …Experte auf dem Gebiet “Finanzmarkt, Börse und Trading”…

Danke für das Kompliment. Bei mir war die Entwicklung eher langfristig. Ich habe mit einer handfesten Bankkaufmann-Lehre begonnen und da immer weitergemacht. Mich haben die Themen Unternehmen und Börse einfach interessiert. Wenn andere sich am Wochenende getroffen haben, habe ich Unternehmensbilanzen gelesen. Ich weiß, dass hört sich nicht normal an. Ist es auch nicht. Aber warum soll ich meiner Leidenschaft nicht nachgehen? Ich habe das Glück, mein Hobby zum Beruf machen zu können. Ich muss nicht aufstehen und in die Arbeit gehen. Bei mir ist es eher so, dass endlich der nächste Morgen da ist um weiterzumachen. Ich liebe das, was ich tue und ich wünsche es jedem anderen, dass er auch das findet, was er liebt und zum Beruf machen kann.

Ich hatte einige beeindruckende Ergebnisse bei den Aktien erreicht. Auch bei meinen Kunden aus der Bank. Viele haben mich dann gefragt: Wie machst Du das? Da ich glücklicherweise nun schon seit 15 Jahre aufschreibe, warum ich was gekauft und verkauft habe, konnte ich daraus ein Buch erstellen. Dieses Buch ist keine einfache Aneinanderreihung von Anlageentscheidungen. Es ist das Fundament meiner persönlichen finanziellen Freiheit und der Grund, warum ich heute davon leben kann. Kennzahlen kannst man überall kostenlos lesen und errechnen, aber keiner sagt Dir wie man das Ganze dann einordnen und bewerten muss. Aus diesem Grund besteht das Buch „Das Handbuch der Aktienanalyse“ auch aus drei Einzelteilen, die alle im Preis dabei sind: physisches Buch, Hörbuch (immer und überall hörbar) und eBook (die Analysetabellen kann man somit immer wieder ausdrucken).

Ich vergleiche Value Investing immer mit einem Handwerksberuf wie z. B. einem Fliesenleger. Wie bei einem Handwerksberuf kann man die Kunst des Value Investings auch lernen. Über viel Übung, Fleiß und Konzentration. Für meine Anlagekunden ist mir Qualität das wichtigste. Ich erstelle in jeder Woche eine qualitative und quantitative Unternehmensanalyse, die auch Ansprüchen eines Investmentbankers gerecht werden. Diese Analysen sind die Grundlage für darauffolgende Investmententscheidungen. Diese Analyse kann man auch wöchentlich in meinem Börsenbrief erhalten.

Letztlich bin ich schon mein ganzes Leben lang von Unternehmen beeindruckt. Eine der ersten Unternehmen, die ich besucht habe, war Coca Cola in Erlangen (mittlerweile geschlossen). Dort habe ich so viele Fragen gestellt, dass meine Kumpels mich schon rausschmeißen wollten. Ich war da 8 Jahre alt.

Jeder sollte nach dem Motto leben: „Du bist, was Du sein möchtest“. Es geht nicht darum, extrem viel Geld zu verdienen. Es geht darum, glücklich zu sein. Selbst wenn ich manchmal den einen oder anderen reißerischen Spruch loslasse (dies ist aus marketing-technischer Sicht gut – siehe Donald Trump), geht es mir immer um den Menschen. Mir ist es tatsächlich wichtig, dass wir unsere Gelder härter arbeiten lassen, als wir es selber tun. Ich möchte die Geldanlagekultur in Deutschland ändern.

Mein Ziel mit Investorenausbildung.de ist es, eine Plattform für all diejenigen zu schaffen, die mehr wollen. Ich will der perfekte Ansprechpartner für Einsteiger sein und ein ebenso toller Sparings-Partner für Anlageprofis. Mit meinen Videokursen, Büchern, Tools und Vorträgen bis hin zur gemeinsamen Geldanlage hoffe ich, ein breites Spektrum für alle anbieten zu können.

Seit wie vielen Jahren bist du jetzt an den Märkten aktiv und mit welchen Produkten hast du angefangen?

Florian Günther: Meine erste Aktie war die Deutsche Post. Meinem Vater habe ich mit 11 Jahren 2 Aktien abgekauft (schriftlicher Vertrag), da ich noch kein eigenes Depot hatte. Viele Kinder haben ihre Kommunions- und Konfirmationsgelder in Sparbriefen angelegt. Ich war (so sagte mir zumindest mein damaliger Berater) der jüngste Aktionär meiner Hausbank.

Ich habe keine Produkte und werde sie nie besitzen. Ich besitze Anteile an tollen Unternehmen und werde diese nicht mehr verkaufen. Das ist auch der Grund, warum ich sehr gute Ergebnisse erziele: Ich möchte nicht handeln, ich will keine Produkte und mir ist die Börse extrem egal. Ich halte Anteile an meinen Unternehmen, deren Produkte ich zu großen Teilen selber benutze. Wenn ich also dieses Produkt nutze oder kaufe, bereichere ich mich quasi selber.

Erinnerst du dich noch an deinen ersten Kauf?

Florian Günther: Wie gesagt: Deutsche Post Aktien mit 11.

Wenn Du jedoch mein erstes Investment allgemein wissen möchtest, da war ich viel jünger und habe meinem Kumpel mit (gekauften, also investierten) Gummibärchen einen Teil seines Baumhaus abgekauft.

Wie würdest du dein Investmentstil in ein paar Sätzen zusammenfassen? Ist die Depotabsicherung (Hedging) für dich ein Thema?

Florian Günther: Extrem unaufgeregt, trocken und analytisch. Hedging findet bei mir im Kopf statt. Hedging ist das Ausgleichen von Risiko durch geeignete Gegenmaßnahmen. Für mich gibt es kein Risiko, außer mein eigenes Verhalten. Kurseinbrüche sind etweder die logische Konsequenz aus schlechtem Unternehmertum (da bin ich dann so und so nicht dabei) oder ansonsten eine super Möglichkeit, um endlich mein Geld zu investieren (da warte ich teilweise sehr lange darauf).

Risiko ist, wenn ich nicht weiß, was ich tue. Ich mache meine Hausaufgaben nicht und begebe mich (oder meine Kunden) in Gefahr.

Deswegen findet Hedging in meinem Kopf statt, indem ich genau überlege, was ich für mich und meine Kunden tue.

Wie sieht dein perfekter Arbeitstag aus. Welche Rolle spielen hierbei unterstützende Medien wie Charts und News?

Florian Günther: Mit Charts, News und Medien kann ich wenig anfangen. Mein perfekter Arbeitstag startet um 6.00 Uhr mit viel Kaffee. Ich lese die Süddeutsche Zeitung und das Wallstreet Journal. Im Anschluss analysiere ich ein Unternehmen (an Hand der letzten 10 Jahresbilanzen), spreche mit meinen Anlegern, gehe laufen und schaue am Abend ein paar extrem kritische Wissenschaftler auf YouTube an. Dazwischen esse ich extrem viele Süßigkeiten.

Das ist ein wunderbarer Tag für mich!

Welche Kennzahlen benutzt du, um den fairen Preis einer Aktie zu berechnen (die Gewichtung darfst du natürlich für dich behalten)?

Florian Günther: Dies ist eine schwierige Frage, denn die wichtigsten Eigenschaften sind aus meiner Sicht ein tolles Management. Hier stehe ich ganz extrem auf Familienunternehmen. Danach ist es wichtig, dass finanzielle Stabilität (Eigenkapitalquote) und Rentabilität (Eigenkapitalrentabilität) vorhanden ist. Man kann dies nicht isoliert betrachten und es ist immer eine „Von Fall zu Fall“ Entscheidung.

Als Value Investor berechnet man ja häufig hunderte von Aktien bis man ein paar Einstiege findet. Wie entscheidest du, welche Aktien du analysierst?

Florian Günther: Dies entsteht auf Grund von Alltagssituationen. Wenn ich oder Freunde ein Produkt häufig anwenden und es niemals ersetzen würden (wie z. B. WD-40), dann ist es ganz oft so, dass ein Value Investment vorliegt. Ich prüfe im Anschluss die Bilanzen und komme dann (wie bereits richtig erwähnt) oft zu der Erkenntnis, dass das Unternehmen aktuell zu teuer ist.

Was kommt dir bei dem Wort “Risikomanagement” als erstes in den Sinn?

Florian Günther: Mach Deine Hausaufgaben, Florian. Sei geduldig und scharfsinnig!

Angenommen du könntest die Zeit zurückdrehen und deinem Investoren-Anfänger-Ich zwei Tipps geben, welche wären das und wie alt warst du damals?

Florian Günther: Ich war damals 11 und ich würde ihm sagen: „Mach alles genau so (mit allen Fehlern sowie Ups und Downs), wie du es machen willst.“

Ich bin wirklich zufrieden, wie alles gelaufen ist. Jeder Fehler (es waren richtig teure Fehler mit mehreren Tausend € dabei) hat sich durch meine anschließende Analyse und Lernen zu etwas Positivem entwickelt. Ich bin wirklich glücklich, wie es bisher gelaufen ist.

Und wenn jemand einem weiß machen will, dass alles perfekt läuft und er der absolute Überflieger ist, dann muss man sich einfach fragen, warum er dann nicht schon längst Millionär ist…?

Fehler waren eine ganz wichtige Sache in meinem Leben, ohne die ich nicht das wäre, was ich heute bin. Ich bin finanziell unabhängig und will anderen durch meine Produkte aufzeigen, wie sie es auch schaffen können. Ich wünsche meinen Kunden daher immer auch, dass sie Fehler machen (in einem gewissen Maße natürlich). Einfach um danach noch gründlicher und besser zu arbeiten.

Die Ergebnisse kommen durch tolle Arbeit von alleine.

 

Kritik, Erfahrungen und Kommentare 

Online-Trading-Kurse oder auch Onlinekurse im Allgemeinen stehen oft in der Kritik. Was macht deiner Meinung nach den Unterschied zwischen einem Kurs und einem großartigen Kurs?

Florian Günther: Ich möchte jetzt keine Werbung für meine Sache machen. Ich denke, ich habe oben schon einiges berichten können und aufgezeigt, dass hier hochwertiges Lernmaterial zur Verfügung steht.

Ich möchte vielmehr ein paar allgemeine Gedanken zu Online-Produkten und Online-Kursen geben.

Es ist richtig, die Produkte sind nicht für jeden geeignet. In meinem Studium musste ich mich auch mit Didaktik (Theorie des Unterrichtens und des Lehrens) beschäftigen. Daher weiß ich, dass es vier verschiedene Lerntypen gibt: Der Kommunikative, der Visuelle, der Auditive und der Motorische. Mit meinen Produkten decke ich weitestgehend alle Lerntypen ab (am meisten die Visuellen und Auditiven). Ergänzt um meine Vorträge kann ich wirklich behaupten, Value Investing sehr gut vermitteln zu können. Wenn jemand jedoch zum Lernen „reines lesen, ohne Ton“ bevorzugt, dann sind nicht alle Produkte geeignet (in diesem Fall nur mein Buch).

Ich denke über digitale Produkte wie folgt: Richtig, ich kann mir mehr oder weniger alle Inhalte der Produkte kostenlos in Fachbüchern, Fachzeitschriften, Eigenstudium und in Unis erwerben.

Die Frage ist jedoch, will ich das?

Praktisches Beispiel: Nur weil ich am Wochenende einen Braten zubereiten will, kaufe ich noch lange nicht ein ganzes Rind. Ich gehe zu einem Metzgereifachverkäufer, erzähle ihm, was ich vorhabe und er berät mich. Wenn ich mit der Beratung zufrieden bin, kaufe ich.

Genauso ist das mit meinen Produkten. Über 90 Prozent meiner wertvollen Inhalte erhalten meine Leser kostenlos auf meinem Blog, Youtube Kanal und überall, wo sie mich sehen wollen. Wenn die Leser dann zufrieden sind, kaufen sie meine Produkte.

Klar kann ich mir Value Investing selbst beibringen. Dies dauert jedoch Jahre und auf dem Weg dahin wird man mit Sicherheit extrem viel Geld verlieren. Von daher ist es eine legitime Frage: Was ist effektiver?

Den Kurs (vermeintlich teuer) kaufen, sofort anwenden und Erfolg haben.

ODER

Kostenlos selbst probieren, links und rechts Geld verlieren und nach Jahren vielleicht ans Ziel gelangen.

Meine Produkte haben alle ein 30 tägiges Rückgaberecht. Probiert es einfach aus oder schreibt mich an. Ich bin mir sicher, dass ich helfen kann.

Was ich zudem auch noch anmerken muss: Das Marketing ist recht marktschreierisch. Das gebe ich zu. Ich habe in dem Bereich schon viel ausprobiert und muss einfach sagen, dass dieses Verkäuferische einfach besser ankommt.

Es kommt bei meinen Produkten nicht darauf an, was ich davon halte. Es ist wichtig, was drinsteckt. Es ist wichtig, ob ich damit meinen Kunden helfen kann. Die Verpackung ist nebensächlich, der Inhalt ist entscheidend. Ich bin erst zufrieden, wenn mein Kunde zufrieden ist.

Als Ersteller von Onlinekursen lässt Kritik oft nicht lange auf sich warten. Objektive Kritik verbessert unser Schaffen. Welche subjektiven Makel wurden dir in der Vergangenheit vorgeworfen?

Florian Günther: Zum einen ist es der Preis. Der Videokurs hat natürlich einen gewissen Preis, das weiß ich. Ich habe diesen bewusst gewählt. Wenn ein Kunde meine Systeme Schritt für Schritt anwendet, wird er finanziellen Erfolg erhalten. Da bin ich mir absolut sicher. Von dem her ist der Preis eigentlich noch viel zu gering. Ich will mit diesem Preis auch etwas aussieben. Es gibt einfach Kunden, die kaufen und denken, dass z. B. der Videokurs eine eingebaute Gelddruckmaschine hat. Das hat er leider nicht (sonst würde ich ihn ja auch nicht verkaufen). Es ist ein Weg, den ich meinen Kunden vorschlage. Ich gehe ihn mit meinen Kunden gemeinsam. Ich kann ihn aber leider nicht für ihn gehen.

Zum anderen sind es eher oberflächliche Dinge, wie z. B. „noch so ein Info-Produkt“. Da denke ich mir, dass es offensichtlich in der Vergangenheit schon sehr viele schlechte Produkte gegeben haben muss.

Welche Lehren hast du selbst aus dem Erstellen und Abhalten deiner Coachings gezogen? Kannst du uns von ein paar Erfahrungen berichten?

Florian Günther: Diese Produkte sind eine Zusammenfassung meiner bisherigen Coachings. In den Produkten stecken Stunden an echtem „Face to Face“ Coaching. Ich wäre wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, so etwas selber zu machen. Einer meiner Coaching-Kunden ist ein berühmter Online-Marketer aus dem Bereich des Muskelaufbaus. Er hat mich in die Sache eingeführt und mir alles zu diesem Thema erklärt. Er ist quasi an allem Schuld.

 

Abschließende Worte und Tipps für unsere Leser

Die Aktienkultur in Deutschland ist als eher mau anzusehen. Als ehemaliger Banker hattest du mit vielen Kunden zu tun. Was glaubst du sind die größten Fehler, die Aktienanfänger machen?

Florian Günther: Der größte Fehler ist es, sich blind in die Sache (und voll euphorisiert von Gesprächen mit Leuten, die nur vorgeben, erfolgreich zu sein) zu stürzen. Lasst es langsam angehen und nehmt euch die nötige Zeit. Schritt für Schritt kommt ihr an Eure Ziele. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Bei welcher Depotbank handelst du und warum hast du diese gewählt?

Florian Günther: Ich bin bei flatex aus zwei Gründen: 1. Kostenführer 2. Die Support Abteilung sitzt in Kulmbach, da kann ich zur Not auch mal hinfahren, wenn mir was nicht passt.

Was können unsere Leser bei dir in den Kursen lernen und welche Möglichkeiten gibt es teilzunehmen?

Florian Günther: In meinen Produkten geht es um das Thema Value Investing. Ich habe ein Buch geschrieben, das als 3er Pack (also Buch, Hörbuch und eBook) erhältlich ist.

Es gibt einen wöchentlich erscheinenden Börsenbrief, der dir fertige Unternehmensanalysen präsentiert. Man kann seine Käufe und Verkäufe daran anlehnen, oder prüfen, ob man richtig liegt.

Es gibt ein Online-Tool, dass dir automatisiert den wahren Wert eines Unternehmens „auswirft“.

Darüber hinaus habe ich einen Videokurs erstellt. In dem Kurs stelle ich auf einfache Art und Weise meine wissenschaftlich getestete Methode vor, mit der ich es zu finanzieller Unabhängigkeit geschafft habe. Es ist eine Schritt für Schritt Anleitung zum perfekten Value Investoren.

Ich kann nur alle Leser ermutigen, die Angebote zu prüfen (und bei mir zu kaufen :-))

Ich bin der einzige, der nicht nur darüber redet. Ich bin der einzige, der seine Erfolge auch öffentlich macht (siehe Bild von Depot).

trading statistiken Florian Günther

Manchmal zutreffend: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern viel Erfolg auf ihrem Weg zur eigenen finanziellen Unabhängigkeit.

Bei der Beantwortung dieser Fragen fällt mir gerade auf, dass ich noch etwas für absolute Einsteiger bringen werde. Auf diesem Gebiet werde ich also demnächst noch was bringen…

Stay tuned!

Wofür wird eine Finanzierung aufgenommen und lohnt sich ein Kreditvergleich

Wofür wird eine Finanzierung aufgenommen und lohnt sich ein Kreditvergleich

Niedrige Leitzinsen machen Kreditfinanzierungen in vielen Ländern der Welt aktuell sehr günstig, auch in Deutschland ist der Zinssatz auf einem historischen Tief. Doch was des Sparers Leid, ist des Kreditnehmers Freud. Die Kreditzinsen sind auf einem Tiefstand, nie war der Vergleich von Krediten und der Online-Abschluss so leicht möglich. Selbst die Bonitätsprüfung ist heutzutage mit Anbietern wie Score Kompass online sowohl kostenlos als auch in Sekundenschnelle erledigt. Daher wollen wir einmal betrachten, wie viele Bundesbürger einen Kredit aufgenommen haben, wofür die Deutschen diesen Kredit verwenden und auf was bei einem Vergleich bzw. dem Abschluss solcher Konsumkredite zu achten ist.

Wofür der Deutsche gerne einen Kredit aufnimmt

In Deutschland sind nach den Zahlen einer Studie der GFK Finanzmarktforschung zum aktuellen Zeitpunkt (Stand Marktstudie 2017) 38.500.000.000€ an Kreditvolumen ausstehend. Alleine im Jahr 2016 wurden davon 38,5 Mrd. € an Privatpersonen ausgezahlt. Diese beeindruckende Summe spiegelt sich auch in der Anzahl derer wider, die zum aktuellen Zeitpunkt eine Finanzierung nutzen. In Deutschland sind es etwa 36% der Befragten, die mindestens auf eine Art einen Kredit aufgenommen haben – das ist in etwa jeder Dritte. 27% der Befragten haben einen Ratenkredit und immerhin 14% verfügen über einen Dispokredit. Aus der Gruppe der Ratenkreditnehmer fallen im Schnitt zwei Ratenkredite auf jeden Kreditnehmer. Die durchschnittlich ausstehende Restschuld liegt bei 9800€. Ziel der GFK-Studie war es, zu diesen Zahlen die Verteilung aller Kredite zu erfassen und den Anteil unterschiedlicher Verwendungszwecke am Gesamtvolumen herauszuarbeiten, um einen Überblick über die Konsumneigungen der Bewohner der Bundesrepublik zu erhalten. Die Ergebnisse lassen sich dem Schaubild entnehmen. Score KompassAbb.: Wofür die Finanzierung genutzt werden (% > 100%, da Mehrfachnennung)

Wofür werden die Kredite genutzt?

Fassen wir die Ergebnisse der Studie nochmals in Worten zusammen:
– 32% finanzieren ihren Gebrauchtwagen und 26% ihren Neuwagen.
– Möbel sowie eine neue Küche werden von rund 17% finanziert.
– Laut der Studie benutzen nur 16% der Finanzierungsnehmer ihr Darlehen, um einen Ratenkredit abzulösen.
– Unterhaltungselektronik, wie eine neue Spielekonsole oder ein Heimkinosystem werden von 14% der Deutschen mit einem Ratenkredit finanziert.
– Haushaltsgroßgeräte werden zu 13% finanziert.
– 12% gleichen ihren Dispozinskredit aus.
– Renovierungen oder Umzüge werden von insgesamt 10% per Finanzierung bezahlt.
– 7% finanzieren Bekleidung und Schmuck.
– 6% nehmen für den Urlaub eine Finanzierung auf.

Es ist in der Autonation Deutschland kaum verwunderlich, dass der Löwenanteil der vergebenen Konsumkredite für die Finanzierung von Neu- und Gebrauchtwägen in Anspruch genommen wird. Immerhin 32% der Befragten gaben an mit Ihren Krediten ein gebrauchtes Automobil erworben zu haben bei 26% war es ein Neufahrzeug. Das heißt mehr als jeder Dritte hat mit dem aufgenommenen Geld seinen Traum eines neuen Autos finanziert. Dabei gilt es besonders beim Automobilkredit die unterschiedlichen Angebote zu vergleichen und sich das bestmögliche zu sichern, denn die Händlerfinanzierung ist nicht immer am sinnvollsten.

Beispiel, wieso ein Onlinekreditvergleich sinnvoll ist.

Gebraucht- und Neuwagenkauf: Wie im oberen Abschnitt bereits angemerkt, ist speziell beim Autokauf auf die Auswahl einer passenden Finanzierung zu achten. Es ist nicht nur wegen des Kreditvolumens, sondern auch aufgrund der Häufigkeit dieser Kredite elementar, hier einen Überblick über die gegebenen Möglichkeiten zu haben. Selbst wenn Sie aktuell nicht planen, ein neues Auto zu kaufen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Sie in Ihrem näheren Umfeld jemanden haben, der von Ihrem Wissen in der nahen Zukunft profitieren kann. Zudem lassen sich die in Folge genannten Punkte prinzipiell auf alle möglichen Umstände und Verwendungszwecke projizieren. Bei der Automobilfinanzierung bieten sich im Allgemeinen zwei unterschiedliche Möglichkeiten an einen Kredit aufzunehmen. Zum einen gibt es fast immer die Option einer Händlerfinanzierung. Auf der anderen Seite steht die Online-Finanzierung. Dabei gibt es zu diesen beiden Kreditfinanzierungsformen vier entscheidende Punkte zu nennen, die die Online-Finanzierung im direkten Vergleich besser abschneiden lassen.

Nachteil der Händlerfinanzierung:
– Ist nicht neutral – kommt über Partner- oder Herstellerbank
– Verkäufer erhalten oftmals eine Provision für die Vermittlung (pushy Abverkauf)

Vorteil der Online-Autokredite
– Neutraler Anbieter
– Große Auswahl aus über 20 Banken

Ein weiterer großer Vorteil von Onlin- Krediten ist die einfache Bonitätsprüfung, die heutzutage im Internet kostenfrei und in Echtzeit möglich ist. Wir sehen darin einen echten Pluspunkt, da hier dem Kunden gegenüber wirkliche Transparenz geschaffen wird. Eine Plattform, die eine solche Bonitätsprüfung online durchführt, ist beispielsweise Score Kompass. Abschließend bleibt zu sagen, dass in jedem Fall eine Kreditfinanzierung immer zu prüfen und zu vergleichen ist, um das bestmögliche Angebot für sich zu finden, denn nur so ist sichergestellt, dass Sie mit Ihrem Kauf rundum zufrieden sind.


Quellen: https://www.bfach.de/media/file/17231.Marktstudie_2017_Konsum-Kfz-Finanzierung_BFACH.pdf https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6804/umfrage/kredite-an-privatpersonen-in-deutschland/ Große FORSA Umfrage 2016 bei über 1.000 Kreditnehmern

Investieren und Traden mit Python lernen – Erstellen von Charts und Grafiken mit Matplotlib

Investieren und Traden mit Python lernen – Erstellen von Charts und Grafiken mit Matplotlib

BITTE BEACHTEN SIE – DER API VON YAHOO FINANCE WURDE DAUERHAFT GESCHLOSSEN – ALS KOSTENFREIE ALTERNATIVE KÖNNEN SIE ALPHAVANTAGE ALS DATENQUELLE VERWENDEN – DIE DOKUMENTATION FINDEN SIE AUF DEREN SEITE

Investieren und Traden mit Python lernen – Erstellen von Charts und Grafiken mit Matplotlib
Nachdem im vorangegangenen Beitrag besprochen wurde, wie man sich mit Python von verschiedenen Quellen Kursdaten, sowie Fundamentaldaten für die Analysen downloaden kann, soll es sich nun vornehmlich um die Erstellung erster Charts und Grafiken drehen. Sie wollen die Daten sicher nicht nur im Zahlenformat analysieren.

Grafiken für Finanzanalysen in Python – Matplotlib

Für die grafische Analyse werden wir Matplotlib verwenden, eine Library in Python, welche eine Vielzahl von Darstellungsmöglichkeiten bietet. Darunter sind folgende Chart Typen

Balkendiagramme
Säulendiagramme
Liniencharts
Kreisdiagramme
Kerzencharts
Histogramme
Polarcharts

Eine Übersicht über alle verschiedenen Formen von Plots findet sich auf der Matplotlib.org Seite.
Die Möglichkeiten, die sich durch Matplotlib ergeben, sind nahezu grenzenlos.

Um Matplotlib nutzen zu können, installieren Sie dieses bitte über die Konsole mit Hilfe von pip install.

In dem folgenden Abschnitt werde ich mit Ihnen eine Klasse erstellen, die für Sie verschiedene Grafiken einfach direkt erstellen kann. Dabei werden wir eine objektorientierte Programmierweise verwenden. Diese ist etwas anspruchsvoller, jedoch können Sie alleine mit dem Code, den Sie in diesem Artikel finden, bereits ansehnliche Grafiken für beide vorgestellten Datenquellen erstellen.

Kursdaten mit Python als Linienchart darstellen

Zuerst importieren wir wie gewohnt alle notwendigen Pakete für das Programm, das wir erstellen wollen.

from pandas_datareader import data as pdr
import fix_yahoo_finance
import quandl
import matplotlib.pyplot as plt
import pandas as pd

Daraufhin definieren wir die Klasse, mit deren Hilfe wir die Daten beziehen wollen. Dieser übergeben wir den Ticker des Produkts sowie das Start Datum, also ab wann wir die Zeitreihe beziehen wollen.

class Stock_Analysis:
    #
    def __init__(self, Stock_Ticker,Start_Date,Stock_Name):    
        self.ticker = Stock_Ticker
        self.start_date = Start_Date
        self.name = Stock_Name
        self.stock_data = pdr.get_data_yahoo(self.ticker,self.start_date)

Die Init Methode ist die Methode, welche beim Aufrufen der Klasse, also dem Erstellen eines Objektes immer als erstes ausgeführt wird. Mit ihrer Hilfe werden dem Objekt die einzelnen Eigenschaften übergeben, die es trägt.
Dabei werden dem Obekt über self.xxx Werte zugeordnet. In unserem Beispiel übergeben wir also einem Objekt, das wir mit Hilfe dieser Klasse erstellen, folgende Informationen:

self.ticker

Ist der Ticker, welchen wir abfragen wollen

self.start_date

Das Startdatum, ab dem die Daten abgefragt werden sollen

self.name

Übergibt dem Objekt den als Inputwert angegebenen Namen der Aktie

self.stock_data

Bezieht mit Hilfe des pandas_datareaders die Kursdaten des von Ihnen gewünschten Unternehmens

Neben der __init__ Methode brauchen Sie nun weitere Methoden, um mit den gewonnen Daten zu arbeiten. Die erste Methode, die wir dazu einführen wollen, ist die Print_Data() Methode, welche die gespeicherten Kursdaten ausgibt.

    def Print_Data(self):
        print(self.stock_data)
        return self.stock_data

Diese Methode erhält selbst keine Inputfaktoren mehr und ist somit ausschließlich von den Informationen abhängig, die das Objekt (self) bereits gespeichert hat. Dabei macht die Methode zwei Dinge:
print(self.stock_data)
Gibt die Daten in der Konsole aus, um sie zu betrachten
return self.stock_data
Kann die Daten an eine Variable übergeben, sofern dies gewünscht ist z.B: über

AktieA = Stock_Analysis(AktieA,2015-01-01,Name der Aktie A)
Akktienkurse = AktieA.Print_Data()

Somit können die Daten auch für Funktionen verwendet werden, die ggf. noch nicht als Methoden in der Klasse enthalten sind.

Als nächster Schritt sollen nun die ersten Grafiken erstellt werden. Hierfür soll zuerst ein klassischer Linienchart dienen:

    def Print_Linechart(self):
        plt.plot(self.stock_data["Adj Close"],label = self.name)
        plt.title("Adj. Aktienkurs des Unternehmens %s"%self.name)
        plt.legend()
        plt.xlabel("Time")
        plt.ylabel("Price")
        plt.show()

Hier wird bereits etwas komplexere Syntax angewandt. Um diese im Detail zu verstehen und nachvollziehen zu können, empfehle ich (wie auch in unseren Beiträgen zu MQL5) die Plattform Sololearn zu verwenden.

Gehen wir aber kurz über die einzelnen Schritte der Methode Print_Linechart():
plt.plot()
Bezieht sich auf pyplot, welches wir aus Matplotlib importiert haben. Da wir keine weiteren Informationen übergeben, wird die Methode als Standard einen einfachen Linienchart ausgeben. Als Parameter übergeben wird die angepassten Schlusskurse der Kursdaten, sowie als Label (Legende) den Namen des Unternehmens
plt.title()
Ebenfalls eine Methode aus Matplotlib, die für die Anpassung des Titels zuständig ist. Dieser wird über String-Formatierung zusammengesetzt, da der Name des Unternehmens, das im Chart dargestellt wird, immer ein anderes ist -nämlich der Namen, den wir dem Objekt in self.name gegeben haben
plt.xlabel() & plt.ylabel()
Sind für die Beschriftung der Achsen zuständig
plt.plot()
Zeichnet den Chart

apple = Stock_Analysis("AAPL","2015-01-01","Apple")
apple.Print_Linechart() 

Ich gratuliere – Sie haben gerade eine Klasse erstellt, mit einer Methode, die Ihnen alle möglichen Aktiencharts zeichnen kann. Sie haben sogar bereits die Möglichkeit, den Darstellungszeitraum sowie die Beschriftung individuell zu gestalten.
Aktien-Renditen mit Python als Histogramm darstellen

Doch wir wollen mehr – schließlich könnte man eine solche Grafik auch noch einfach im Internet beziehen. Betrachten wir im Folgenden einmal die Renditeverteilung einer Aktie für die historischen Kursdaten:

    def Histogramm_Returns(self):
        stock_returns = ((self.stock_data["Close"]/self.stock_data["Open"])-1)*100
        plt.hist(stock_returns)
        plt.show()

Wieder erstellen wir eine Methode für die Aktienklasse. In dieser Methode berechnen wir unter Zuhilfenahme von pandas die täglichen Renditen der Aktie, indem wir den Tagesschlusskurs durch den Tagesöffnungskurs teilen (Wichtig: Wir wollen wirklich nur die Renditen betrachten, welche innerhalb der Handels-Sessions erzielt werden, Overnight Gaps und Kurssprünge über Feiertage und das Wochenende werden nicht beachtet).
stock_returns = ((self.stock_data[„Close“]/self.stock_data[„Open“])-1)*100
Erledigt den eben genannten Berechnungsprozess für uns
plt.hist(stock_returns)
Erzeugt wiederum das Histogramm, welches in Folge mit plt.show() angezeigt wird. plt.hist hat abgesehen von den Inputdaten noch weitere Inputparameter, wie zum Beispiel die Balkenbreite, welche nach Verfahren wie dem nach Silverman oder Scott optimal geschätzt werden kann

Aktien-Korrelationen mit Python als Scatterplot darstellen

Für viele ist ebenfalls der Zusammenhang zwischen zwei Aktienwerten interessant. Wie stark korrelieren diese?
Die Frage, die sich stellt: „Was passiert mit Aktie B, wenn Aktie A steigt?“
Um diesen Zusammenhang grafisch zu veranschaulichen, verwenden wir Scatter-Plots. Diese stellen die Rendite von Aktie B in Abhängigkeit zu der Rendite von Aktie A dar. Da dieser Prozess etwas komplizierter ist, würde ich an dieser Stelle einfach den Code präsentieren und zwei Anwendungsbeispiele bringen. Die Funktionsweise können Sie dann durch das Nachbauen der Methode, sowie den obigen Methoden selbst nachvollziehen, da einige Gemeinsamkeiten bestehen.

def Scatter_Plot(self,comparison_ticker,ref_name):
        ref_stock = pdr.get_data_yahoo(comparison_ticker,self.start_date)
        ref_stock_name = ref_name
        stock_returns = 
        pd.DataFrame(((self.stock_data["Close"]/self.stock_data["Open"])-1)*100)
        ref_returns = pd.DataFrame(((ref_stock["Close"]/ref_stock["Open"])-1)*100)
        returns_df = stock_returns.join(ref_returns,lsuffix=
        ("Returns %s"%self.name),rsuffix=("Returns %s"%ref_stock_name))
        print(returns_df)
        ax1 = plt.subplot2grid((1,1),(0,0))
        ax1.grid(True, color = "b", linestyle = "-")
        plt.xlabel(ref_stock_name)
        plt.ylabel(self.name)
        plt.scatter(returns_df[returns_df.columns[1]],returns_df[returns_df.columns[0]])
        plt.title("Scatterplot von %s und %s"%(ref_stock_name,self.name))
        plt.plot()

Um die Funktionsweise dieser Methode sowie die Intuition hinter dieser Grafik etwas zu verdeutlichen, möchte ich für Sie an dieser Stelle zwei Beispiele erstellen. Zum einen mit zwei Unternehmen aus derselben Branche, bei denen ein Zusammenhang naheliegt, sowie mit zwei Unternehmen unterschiedlicher Branchen, bei denen dieser nicht direkt gegeben ist.

apple = Stock_Analysis("AAPL","2015-01-01","Apple")
apple.Scatter_Plot("msft","Microsoft")

Die Grafik stellt die Korrelation zwischen Microsoft und Apple grafisch dar. Es ist durchaus ersichtlich, dass ein positiver Zusammenhang zwischen Microsoft und Apple besteht, das bedeutet: Steigt Microsoft, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass Apple auch eine positive Tagesperformance aufweist, relativ hoch. Dieser Zusammenhang lässt sich aber noch besser bei den beiden Deutschen Autobauern Daimler und BMW erkennen.

apple = Stock_Analysis("DAI.DE","2015-01-01","Daimler")
apple.Scatter_Plot("BMW.DE","BMW")

In dieser Darstellung von Daimler Renditen gegen die Renditen von BMW wird der Zusammenhang von der Aktienperformance von Unternehmen aus demselben Sektor noch deutlicher. Es ist klar zu erkennen, dass die Renditen einen positiven Zusammenhang aufweisen.

Wie sieht dies nun aber für Unternehmen unterschiedlicher Sektoren aus? Und was ist mit der negativen Korrelation, von der in der Portfoliotheorie immer die Rede ist?

Betrachten wir einmal die täglichen Renditen von Tesla und Exxon mobile. Alleine von der Aufstellung der Unternehmen ist keinerlei Zusammenhang zu erwarten. Die Analyse für den Zeitraum von 2015-01-01 bis heute bestätigt diese Vermutung:

Stark negative Korrelationen zu finden, ist selbst in historischen Zeitreihen nicht unbedingt einfach, da tendenziell alle Aktien auf lange Sicht eine positive Wertentwicklung aufweisen und gerade während des aktuellen alten Bullenmarktes (Stand 2017) alle Aktien eine positive Tendenz aufzuweisen scheinen. Doch es gibt sie. So weisen zum Beispiel die Lufthansa und Pro Sieben im Zeitraum von 2016-01-01 bis heute einen negativen Zusammenhang.

Sowie gleichfalls in 2017:

Damit haben Sie das Ende der Einführung zur Erstellung von Grafiken für Finanzanalysen in Python erreicht. Der nächste Teil beschäftigt sich mit dem Backtesten von Strategien.

*Wir versuchen in unseren Codes grundsätzlich kostenfreie Datenquellen zu verwenden. Aufgrund der Tatsache, dass sie nicht kommerziell genutzt werden, kann sich die Verfügbarkeit im Laufe der Zeit verändern. Zudem kann es sein, dass Syntax sich im Laufe der Zeit verändert. (Stand Dezember 2017)

Die verwendeten Codes finden sich auch auf meinem GitHub Repository und sind frei zum Download verfügbar: https://github.com/JulianStorz/Python_Backtest

Wie Ihnen der Verstand bei der Partner- und Aktienauswahl die aussichtsreichsten Chancen raubt.

Wie Ihnen der Verstand bei der Partner- und Aktienauswahl die aussichtsreichsten Chancen raubt.

Vor ein paar Wochen hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit meinem guten Freund, dem ehemaligen Fondsmanager Jürgen Wunner. Wie so häufig ging es um die richtige Asset-Auswahl. Nachdem wir über eine Vielzahl von fundamentalen Werten und Indikatoren gesprochen haben, kam die Frage auf: „Wie viele Informationen sind nötig, um eine Entscheidung zu treffen?“ Mich persönlich verunsichern an einem gewissen Punkt zuviele Informationen, sodass ich dann im Zweifel nichts mache und mich nur ärgere.

Daraufhin hat Jürgen einen sehr schönen Vergleich gezogen. Ich habe ihn gebeten, diesen für Sie noch einmal kurz niederzuschreiben. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und Kommentieren und möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei Jürgen Wunner bedanken.

Der Verstand bei der Partnerwahl

Sie kennen sicherlich die Situation in ihrem Leben: Sie sind abends unterwegs in einer Bar und plötzlich trifft sie der Blitz. Sie sehen Ihren „Traumpartner“. Er ist genauso, wie Sie sich ihn gewünscht haben. Es wäre so einfach, sofort hinzugehen und das zu sagen, was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Doch jetzt kommt ihr „persönlicher Feind“ ins Spiel: Ihr Verstand. Sie denken nach und überlegen sich: „Wie könnte ich ihn ansprechen? Welcher coole Spruch könnte sein Interesse wecken? Wartet mein „Traumpartner“ auf seinen Freund oder seine Freundin? Warum ist so eine attraktive Person an diesem Abend alleine unterwegs? Ist mein Spruch auch cool genug? Bin ich für den „Traumpartner“ auch attraktiv genug? Vielleicht will er etwas ganz anderes hören? Oder ist er bereits fest liiert?“ Je mehr Sie nachdenken, umso größer werden die Zweifel in Ihnen. Diese sind die Saat der Mutlosigkeit. Sie beschließen abzuwarten. Ihnen wird bestimmt etwas einfallen. Da passiert es. Eine andere Person spricht Ihren „Traumpartner“ an und setzt sich zu ihm. Sie ärgern sich, warum sie nicht gehandelt haben. Es hätte so ein schöner Abend werden können.

Der Verstand bei der Aktienwahl

Ist es an der Börse nicht so ähnlich? Sie sehen eine Aktie, die Ihren Anlagekriterien entspricht. Sie sind begeistert von dem, was Sie sehen. Auch hier kommt wieder Ihr „persönlicher Feind“ der Verstand ins Spiel. Sie denken nach und stellen sich folgende Fragen: „Warum steht die Aktie in ihrem Kurs so tief und ist so niedrig bewertet? Warum gibt es so viele Verkaufsstudien? Wissen andere mehr als ich?“ Sie erkundigen sich bei sogenannten „Börsengurus“. Sie meinen, je mehr Informationen Sie erhalten, umso besser wird Ihre Entscheidung? Doch die Vielzahl an Informationen und Meinungen führen nicht zu Sicherheit, sondern zu Zweifeln. Und wir wissen ja bereits, was Zweifel bewirken: Mutlosigkeit. Sie warten erstmal ab und schauen zu, wie die Aktie steigt und steigt. Sie ärgern sich, warum Sie nicht gehandelt haben. Es hätte so ein erfolgreiches Investment werden können.

In beiden Fällen haben Sie nicht gehandelt, was Sie gesehen, sondern was Sie gedacht haben. Sie haben solange darüber nachgedacht, bis die Zweifel so groß wurden, dass Sie nicht mehr ins Handeln gekommen sind. Dadurch sind Ihnen zwei mögliche große Chancen in ihrem Leben entgangen. Deshalb:

„Handeln Sie, was Sie sehen.“
„Vertrauen Sie mehr Ihrer Intuition.“

 

Denn schon Erich Kästner wusste:
„Es gibt nichts Gutes außer man tut es.“

Non-Farm Payrolls 2018 | USA Arbeitslosenzahlen Termine

Non-Farm Payrolls 2018 | USA Arbeitslosenzahlen Termine

Was sind Non-Farm Payrolls?

Non-Farm Payrolls sind die Gehaltsabrechnungen aller amerikanischen Beschäftigen außerhalb des Landwirtschaftssektors. Die Veröffentlichung ist eine der bedeutendsten Wirtschaftsmeldungen Amerikas. Sie bieten jeden Monat interessante Handelsmöglichkeiten. In der Regel wird der offizielle Arbeitsmarktbericht immer am ersten Freitag des Monats, um 14:30 Uhr unserer Zeit veröffentlicht. Non-Farm Payrolls geben Auskunft über die monatliche Beschäftigungsentwicklung von etwa 80% aller in Amerika beschäftigen Personen. Die restlichen 20% entfallen auf Arbeiter in der Landwirtschaft, Regierungsbeamte, Privatleute und Personen, die in gemeinnützigen Organisationen arbeiten.

 

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Warum kann das für Trader von Bedeutung sein?

Kurz gesagt – Volatilität. Die Beschäftigtenangaben sagen sehr viel über den Zustand einer Volkswirtschaft aus. Insbesondere wenn die Zahl höher oder niedriger ausfällt als erwartet. Soetwas kann eine erhebliche und unmittelbare Auswirkung auf die Finanzmärkte haben und signifikante Handelsmöglichkeiten eröffnen. Natürlich beinhaltet eine höhere Volatirität auch ein höheres Handelsrisiko.

 

Welche Märkte können Sie während der Payrolls traden?

Der wichtigste Markt ist der Forex-Markt. Basierend auf der konjunkturellen Entwicklung der vereinigten Staaten von Amerika werden die Hauptwährungspaare von Händlern bewegt, die den Dollar kaufen oder verkaufen.

Abhängig von der weiteren Wachstumsperspektive werden Investoren auch Aktien kaufen oder verkaufen. In der Regel neigen auch große Aktien Indices zu schnellen Kursbewegungen. Gold und Anleihen, die sogenannten sicheren Hilfen, reagieren ebenfalls stark auf Arbeitsmarktdaten und die konjunkturellen Einschätzungen der Investoren. Tatsächlich können die Non-Farm Payrolls jeden Kapitalmarkt weltweit beeinflussen. Seien Sie also immer aufmerksam und halten Sie stets nach neuen Tradingchancen Ausschau.

 

Vorsicht vor der erhöhten Volatilität

Dennoch sollten Sie immer mit Vorsicht agieren, denn in Zeiten höherer Volatirität ergeben sich viele Möglichkeiten, von denen Sie profitieren können. Genauso schnell kann es aber auch zu Verlusten kommen. Wenn Sie also die Veröffentlichung von Non-Farm Payrolls handeln wollen, ist das Setzen von Stop-Loss-Marken zu empfehlen, um das Verlustrisiko zu begrenzen. Ansonsten können Sie auch einfach warten, bis sich die Märkte ein wenig beruhigt haben, bevor Sie eine Position eröffnen.

 

Der perfekte Trading PC – Ein Interview mit trading-pc.com

Der perfekte Trading PC – Ein Interview mit trading-pc.com


Trading-PC - Ihr Partner für Multi Monitor Systeme


InsideTrading.de – Kurze Kennenlernfrage – Wer sind die Personen hinter trading-pc.com – stellen Sie sich doch kurz vor und erzählen Sie knapp wie sie zu der Spezialisierung auf Trading Computer gekommen sind und was für eine Rolle Sie im speziellen im Unternehmen haben.

trading-pc.com – Antwort: Hinter Trading-PC.com, einer Marke der heutigen XECURIS GmbH & Co. KG, stehen die beiden Geschäftsführer Sebastian Lohr und Thomas Hoyer. Zu der Spezialisierung auf Multimonitorsysteme und Trading-Lösungen sind wir gekommen, da wir für den eigenen Handel ab ca. 1997-2000 derartige Systeme nutzen wollten, es aber auf dem Markt keine qualifizierten Anbieter gab. So wurde die heutige Firma damals nach Abschluss des Studiums als 100% Inhabergeführte „L&H Consulting GbR“ gegründet und die Marke Trading-PC entstand. Man würde es bei moderner Betrachtung als „Start-UP“ (auf dem elterlichen Bauernhof) bezeichnen.

InsideTrading.de – Kurzer Einstieg – Handeln Sie selbst – wenn ja was und wie und wieso diese Produkte/Basiswerte?

trading-pc.com – Wir haben seit der „Wende“ zu Beginn der 1990er Jahre Erfahrung mit Finanzen und Börse, Anfangs Investmentfonds, sind wir ab Ende 1998 übergegangen zum Futureshandel mittels technischer Analyse und automatischen Handelssystemen mit dem Klassiker der damaligen Zeit, der „Tradestation 2000“. Ebenfalls spielen auch klassische Langfristinvestments in Aktien eine Rolle. Wir kennen alle Bereiche der handelbaren Instrumente, außer Anleihen- und Bondhandel.

InsideTrading.de – Bei trading-pc.com bieten Sie Professionelle Computersysteme für Trader an. Sie haben sowohl private als auch institutionelle Kunden, die Deutsche Bank und Commerzbank zählen auch dazu. Wie unterscheiden sich die Anforderungen der Kundengruppen?

trading-pc.com – Der Unterschied liegt darin, dass die Banken und Institutionellen Kunden sehr genaue Anforderungsprofile haben aufgrund langjähriger Erfahrungen, während viele private Trader noch im Stadium des „Erfahrung sammeln“ sind. Ebenso sind sich die Institutionellen Kunden auch der technischen Risiken bewusst, die es für den Handel zu reduzieren gilt, während für viele private Teilnehmer die Details der technische Infrastruktur eher eine untergeordnete Rolle spielt.
Für private Kunden während des „Erfahrung sammeln“ empfiehlt es sich, generell ausbaufähige, modulare Systeme zu wählen, da gerade der diskretionäre Handel ganz besondere Anforderungen stellt wie: 

  • Überblick über die Märkte und die Entwicklung wichtiger Tradingpunkte
  • Darstellungsfläche für Symbole, Zeitebenen, Orderplattformen
  • sonstige Informationen, Scanner, News usw.

„Diskretionärer Handel“ bedeutet wortwörtlich eben: „Alles selbst machen, anschauen, bewerten, umsetzen“ – und dazu benötigt es einfach Ruhe für die Konzentration auf das wesentliche. Die Aufgabe des Diskretionären Händler ist es, um den Buchautor Michael Voigt zu zitieren: „ …nicht den Markt zu interpretieren, sondern zu suchen, Wo Bewegung entsteht“ – womit die sinnvolle Platzierung und Verwaltung von Limiten gemeint ist.
Es ist nachgewiesen, daß bei einer genauen „Selbstbeobachtung“ (z.B. ein Tradingtagebuch, wo man seinen Tagesablauf und die aufgerufenen Informationen, die Mausklicks, die aufgerufenen Märkte und Einstellungsänderungen notiert wie. z.B. ständiges Umschalten von Zeitebenen) die Effizienz um ca. 35% steigern kann, die Anzahl der Mausklicks um 80% reduzieren und damit die Konzentration um 100% steigern kann.

Ergonomische Punkte wie Ermüdung, mangelnde Konzentration, instabile Setups und „optische Täuschungen“ durch sich ständig ändernde Chartdarstellungen beim Hin- und Herschalten zwischen den Charts sind unseres Erachtens ein großer Bestandteil für Tradingfehler, mangelndem Überblick oder mangelnder Performance.

Mit dem richtigen Setup hat ein Daytrader effektiv gesehen am Tag nicht mehr als 15 Minuten Arbeit – platzieren und verschieben von Limiten (inkl. Stops). Dann hat man auch die Ruhe und die Zeit für die Überlegung zu Handelsplänen, Handelsstrategien und Handelsdisziplin.

InsideTrading.de – Was sind die meist nachgefragten Features bei Privatkunden und was würden Sie einem Einsteiger als erstes Setup empfehlen?

trading-pc.com – Unsere Erfahrung zeigt, dass wir keinen einzigen Kunden haben, der Wert auf billige Qualität legt. Bei den nachgefragten Features sind generell 2 Tendenzen zu beobachten:

  1. Bei Kunden mit Beratung von uns: Risikorelevante Features werden mit gebucht bzw. bestellt – hier treten i.d.R. auch in der Folgezeit der Nutzung weniger Probleme auf bzw. kann schneller und besser geholfen werden
  2. Kunden ohne Beratung und reiner Onlinekauf in unserem Store: Es werden fast ausnahmslos nur leistungsfähige Komponenten ausgewählt, aber bei Sicherheitsfeatures wird gespart bzw. werden diese abgewählt.


Bezüglich „Einsteiger“ sind wir der Meinung, dass es in dem Sinn keinen „Einsteiger“ beim Börsenhandel gibt und das er auch diesselben Anforderungen hat wie ein „Erfahrener“ Händler. Jeder Händler spielt ab dem ersten Trade in der 1. Liga auch mit erfahrenen Händlern, evtl. kann der einzige Unterschied heutzutage nur das Ordervolumen und die Kontogröße sein.
Unserer Meinung nach gibt es nur „Erfahrene“ und „weniger Erfahrene“ Händler, nur wird, wenn man in das Orderbuch der Börse schaut, dort niemals der Hinweis stehen: „Ich bin weniger Erfahren / ich bin Einsteiger – bitte nehmt beim Handel Rücksicht auf mich!“. Demzufolge ist jeder Händler auch für die Gestaltung des persönlich optimalen Setups verantwortlich.
Jedem „Einsteiger“ empfehlen wir grundsätzlich zu überlegen, bei einem Kauf einer Lösung diese modular offen bzw. erweiterbar zu gestalten, so dass er ohne in das funktionierende System einzugreifen („Never change a running system“) problemlos das System weiter ausbauen kann.
Eine Regel gilt: Ausreichend Anzeigefläche ist durch nichts zu ersetzen.

InsideTrading.de – Vom Einsteiger zum alten Hasen – viele private Trader die der Tätigkeit bereits einer Weile nachgehen haben bereits einen Trading PC – meist jedoch selbst zusammengestellt. Warum lohnt es sich trotzdem sich für ein System von Ihnen zu entscheiden?

trading-pc.com – Meist sind es „gewachsene“ Lösungen und im Laufe der Zeit eine bunte Zusammenstellung verschiedener Bildschirme, Auflösungen, Darstellungsgrößen. Wir haben auch viele Kunden, die früher selbst PCs „zusammengebastelt“ haben, um zu wissen, wie es geht. Bei uns geht es darum, langfristig eine stabile Produktpalette anzubieten, denn es gibt immer zwei Herangehensweisen: Man kauft irgendwelche Geräte die theoretisch zusammenpassen sollten – meist eine Einmal-Variante oder eine passende Lösung für einen speziellen Einsatzzweck, die hundertfach erprobt ist. Es ist natürlich auch für Nutzer sehr komfortabel – bei Problemen immer sofort einen Ansprechpartner zu haben, denn auch für Anwendungssoftware im Trading gilt: Keine ist 100% fehlerfrei.




Trading-PC - Ihr Partner für Multi Monitor Systeme


InsideTrading.de – Haben Sie auch eine Ladenpräsenz in der man die Produkte ausprobieren kann oder haben Sie sich dazu entschieden auf eine solche zu verzichten, wenn ja warum?

trading-pc.com – Da unsere Kundengruppe sehr speziell und weltweit aktiv ist, macht eine Ladenpräsenz keinen Sinn, da wir zum einen keinen stationären Einzelhandel betreiben und an sich ausschließlich Lösungsanbieter sind. Zudem ist unsere Kundengruppe auch sehr auf Understatement bedacht, was wohl größtenteils auch mit der Rolle zusammenhängt, die unsere Kundengruppe in unseren allgemeinen Medien spielt. Wenn Sie sich diverse Videos bei z.B. YouTube anschauen, werden Sie bei vielen namhaften Tradern und Coaches eher erst auf den zweiten Blick unsere Lösungen und Multimonitorsysteme sehen.

InsideTrading.de – Ihre letzten Worte im Interview – was würden Sie einem privaten Trader mit auf den Weg für seine Karriere geben – ein Buch, ein Tipp, was fällt Ihnen als erstes ein?

trading-pc.com – Wir würden 3 Tipps geben…

Tipp 1: Es ist nicht die Aufgabe des Traders, den Markt zu „Interpretieren“ (Hätte, wäre, Wenn – Betrachtung), sondern zu „Suchen“ (Ist-Betrachtung), wo Bewegung entsteht und wie er seine persönliche Orderlage/Limite platziert, um daran zu partizipieren.

Tipp 2: Buchempfehlung: „Das Große Buch der Markttechnik“ von Michael Voigt, die Folgebände, Videos und Seminare – am besten 10.000x durcharbeiten, anhören, wiederholen. Die Essenzen daraus Grafisch aufarbeiten und über dem Trading-PC System anbringen – zum 10.000fachen täglichen wiederholen und trainieren.

Tipp 3: Ein Trader handelt nicht „den Dax“ oder „den EUR / USD“, ein Händler handelt Signale. Wo sie auftreten – egal – man nehme immer das mit dem geringsten Risiko. Es gilt hier daraus folgend wieder weiter mit Tipp 1.

Automatenspiele – die Online Variante

Automatenspiele – die Online Variante

Automatenspiele – die Online Variante

Automatenspiele üben schon seit der Erfindung der ersten Slot-Machine mit 3-Walzen durch Charles August Fey im Jahr 1899 in San Francisco eine besondere Faszination auf viele Menschen aus. Die einarmigen Banditen mit ihren Früchte- oder Glockensymbolen und später die Videoautomaten prägen bis heute das Bild vieler Bars und Kioske an den Ecken im Lande. Auch die Spielotheken von Merkur und Novoline dürften vielen in den Sinn kommen, wenn sie an Automatenspiele denken. Seit dem Vormarsch des Internets gibt es die Automatenspiele auch online in den Internet-Casinos. Seitdem hat die Online-Casinobranche einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. Anfangs mit einem leicht verruchten Image belegt, hat sich die Branche mittlerweile erheblich professionalisiert und gilt in vielen Bereichen als Vorreiter für Innovationen und dem Einsatz von neuen Technologien bei den Automatenspielen. Moderne Slot-Automaten wie Bonanza, Starburst oder Neon Reels von überzeugen nicht nur durch aufwendig produzierte Videoeinspielungen, sondern binden ihre Spieler in zahlreichen Freispiel- und Bonusrunden in die Storyline ein und sorgen für einen kurzweiligen Zeitvertreib, bei dem auch der eine oder andere Gewinn mitgenommen werden kann.

 

Wachsende Vielfalt an Online-Automatenspielen

Während vor Jahren noch hauptsächlich Online-Übersetzungen von den bekannten Früchte-, Joker- und Diamanten-Klassikern aus den Kiosken und Eckbars in den Online-Casinos angeboten wurden, können sich die Spieler heute auf eine unglaubliche Vielfalt verschiedener Automatenspiele stürzen. Es gibt fast kein Genre, das nicht in den Online-Casinos angeboten wird. Natürlich zählen die Merkur- und Novoline-Klassiker wie Double Triple Chance oder Blazing Star, aber auch das Joker 6000 Remake von NetEnt mit ihrer vergleichsweise einfachen Spielmechanik und ihren berühmten Gamble-Features immer noch zu den bevorzugten Automatenspielen. Jedoch gibt es mittlerweile, man möchte fast sagen, atemberaubende 3D- und HD-Videoslots sowie progressive Jackpotspiele mit der Aussicht auf einen Gewinn vergleichbar mit einem Sechser im Lotto. Spieler können sich auf Automaten auf Music-Slots wie Guns N’Roses und Motörhead, auf History- und Fantasy-Slots wie Ivanhoe, Jurassic Park oder Immortal Romance, aber auch auf tierische Slot-Vergnügen wie Copy Cats und Scruffy Duck stürzen. Daneben stehen Video Pokerautomaten wie Deuces Wild oder All American Poker und zahlreiche Varianten an Tisch- und Kartenspielen mit Roulette, Black Jack, Baccarat und Poker in den Online-Casinos bereit.

 

 

Trend zum Mobile-Casino unumkehrbar

Die meisten Spieler im Online-Casino nutzen heutzutage ihr Handy oder Tablet, wenn sie ihre Games spielen. In den besseren Online-Casinos geht der Trend dabei weg vom Download einer App, mit der die Spiele gestartet werden können. Die Software-Provider, mit denen die Online-Casinos zusammenarbeiten, etwa mit Betsoft, NetEnt, Novoline oder NYX machen das Spielen als Instant-Gaming im Browser der Smartphones innerhalb der HTML 5-Umgebung der mobilen Casinowebseiten möglich. Die Performance in Sachen Grafik und flüssigem Gameplay ist dank Retina-Display und Co. Heute bereits genauso stark wie auf einem Rechner mit einer leistungsfähigen Grafikkarte. Kostenloses Spiel wird ebenfalls angeboten. Die Player können hierzu die in vielen Online-Casinos angebotenen Testversionen der Spiele nutzen, wobei vielfach keine Registrierung im Casino erforderlich ist. Hierbei erhalten die Nutzer Demo-Credits, mit denen die Slots nach Lust und Laune und ohne Einsatz eigenen Geldes ausprobiert werden können. Oftmals bieten die Casinoanbieter ihren Spielern auch Free Spins an, um kostenlos an den Slots zu spielen. Damit können sogar Gewinne erzielt werden, ohne das eigene Spielerkonto zu belasten. Free Spins gibt es zum Beispiel bei der Anmeldung als sogenannter No Deposit Bonus und zusammen mit der ersten Einzahlung im Online-Casino. Weiterhin bieten verschiedene Automaten-Casinos regelmäßig Promotionen und Gewinnspiele an, bei denen sich die Player mit zusätzlichen Free Spins versorgen können.

 

 

Auf was sollten Fans von Automatenspielen bei der Anmeldung im Online-Casino achten?

Wenn interessierte Spieler ein bestimmtes Online-Casino ins Auge gefasst haben, sollten sie sich vor der Anmeldung vergewissern, dass es sich um einen Anbieter mit einer in Europa gültigen Lizenz handelt, um legal spielen zu können. Sie sollten sich auch nicht von der Höhe des angebotenen Willkommensbonus blenden lassen. Vielmehr kommt es darauf an, dass die Bonusbedingungen leicht zu erfüllen sind. Ob es sich um einen sicheren und seriösen Casinoanbieter handelt, darüber können sich Spieler übrigens auf Casinotestseiten informieren, die Casinoanbieter genau überprüfen. Hier werden auch die Erfahrungen der Kunden mit einem Anbieter ausgewertet. Ein wichtiger Punkt bei den Casinotests ist zudem die Abwicklung von Auszahlungen. Werden beispielsweise hohe Gebühren verlangt oder die Auszahlungen verzögert, ist es in jedem Fall besser, sich nicht bei diesem Online-Casino zu registrieren.

Online-Casinos im Test

Online-Casinos im Test

Online-Casinos im Test

Immer mehr Menschen entdecken die bunten Online-Slots wie Birds on a Wire, Gonzo’s Quest oder Book of Dead, aber auch Online-Poker und klassisches Casinospiele wie Black Jack und Roulette für sich. Die Games bieten kurzweiligen Zeitvertreib und Spielspaß, aber auch die Chance einen kleinen oder größeren Gewinn zu erzielen. Die Branche boomt. Experten vom Verband der Internetwirtschaft schätzen, dass allein in Deutschland und Österreich zusammen bis zu drei Milliarden Euro jährlich in Online Casinos umgesetzt werden. Tendenz steigend. Dabei ist zu beobachten, dass immer mehr Anbieter von Online-Casinoanbieter auf den Markt stoßen, um an dem wachsenden Geschäft teilzuhaben. In den letzten Jahren hat sich die Zunft erheblich professionalisiert und damit ihren Ruf aufpoliert. Die Kunden fordern heute neben einem abwechslungsreichen und lizenziertem Spiel auch Fairness beim Spiel und transparente Casinobedingungen und Zuverlässigkeit bei den Auszahlungen. Allerdings gibt es immer noch Anbieter, die meinen, man können das Geld der Kunden praktisch ohne anständige Gegenleistung vereinnahmen oder die Kunden mit völlig unnötigen Gebühren überziehen. Die Frage lautet also: Welches Online Casino ist zu empfehlen? Die Antwort hierauf können Casinotests bieten, bei denen die Online-Casinos genau unter die Lupe genommen und die Schwachstellen aufgedeckt werden.

Die Spiele sollten Abwechslung und Spannung bieten

Bevor sich Spieler für ein bestimmtes Online-Casino entscheiden, sollten sie sich als Erstes ansehen, welche Schwerpunkte bei den Casinospielen gesetzt werden. Wer gerne an den Spielautomaten spielt, sollte ein Casino wählen, dass eine breite Auswahl an Slots unterschiedlichster Genre bietet. Wichtig ist auch, dass die Spielauswahl ständig aktualisiert wird und von renommierten Anbietern stammen. Schließlich kommen beinahe wöchentlich neue Top-Games auf den Markt. Software-Provider wie iSoftbet, NetEnt oder Yggdrasil stehen für eine hervorragende Performance und ein störungsfreies und grafikstarkes Gameplay. Außerdem bieten sie in ihren Spielen viel Gewinnlinien (Paylines) und lukrative Freispiel- und Bonusrunden. Entwickler wie Microgaming oder NetEnt offerieren zudem mit Mega-Moolah oder Mega Fortune progressive Jackpotspiele, bei denen ein Teil der Einsätze aller Spieler in den stetig ansteigenden Mega-Jackpot fließt, der irgendwann an einen der Player ausgeschüttet wird. Klassische Slots wie Double Triple Chance, Blazing Star oder Book of Ra findet man bei Anbietern, die Spiele von Merkur oder Novoline offerieren. Wer gerne Roulette oder Black Jack spielt, sollte einen Blick darauf haben, dass ausreichend Tische mit unterschiedlichen Varianten und Tischlimits zur Verfügung stehen. Im Live-Casino können sich die Spieler per Live-Stream zu den Spieltischen in echten Spielbanken zuschalten lassen und dort ihre Einsätze auf dem Tableau platzieren. Für Pokerspieler dürften Online-Casinos interessant sein, die einen direkten Zugang zu einem der großen Poker-Netzwerke wie iPoker oder Pokerstars bieten, in denen sich die Spieler bei vielen täglichen Freeroll-, Satelliten- oder Buy-In-Turnieren mit anderen Playern aus der ganzen Welt messen können.

Das Mobile-Casino sollte gut zu bedienen sein

 Die Mehrheit der Online-Casinospieler bringt die Slot-Walzen oder Roulette-Kessel mittlerweile hauptsächlich über das Handy oder Tablet in Bewegung. Dank ausgefeilter Smartphone-Technik und fast überall verfügbarem Internet kann heutzutage von überall aus gespielt werden. Allerdings gibt es feine Unterschiede bei den verschiedenen Mobile-Casinos. Manche Casinos bieten wie früher üblich eine App zu Download der Casinogames oder der Casino-Software an. Das hat meist den Nachteil, dass Benutzer von Windows-Phones das Nachsehen haben, da die Apps hauptsächlich für iOS und Android bereitgestellt werden. Besser ist es daher ein Online-Casino zu benutzen, in dem die Spiele unabhängig vom Gerätetyp über die mobile Webseite im Browser des Mobil-Gerätes genutzt werden können. Hierbei sollte auf einfaches Handling, unterstützt durch eine klare und intuitive Menüführung geachtet werden. Wenn eine Such- oder Filterfunktion integriert ist, können die Lieblingsslots ohne langes Scrollen noch schneller auf den Bildschirm geholt werden. Vorteilhaft ist es auch, wenn sich die Spieler direkt über das Smartphone bei dem Casinoanbieter anmelden, Ein- und Auszahlungen vornehmen und die Bonusangebote in Anspruch nehmen können.

  

Nicht jeder Bonus hält was er verspricht

 Viele Online-Casinos offerieren ihren Spielern einen Willkommensbonus zu Beginn der Mitgliedschaft. Dabei kommt es jedoch nicht nur auf die Höhe des Bonus an. Oft stellt sich ein vermeintlich lukrativer Bonus zum Start hinterher als wenig attraktiv heraus. Zum Beispiel dann, wenn sich die Bonusbedingungen mit einem zu hohen geforderten Mindestumsatz oder mit zu wenig Zeit für den Bonusumsatz zur unüberwindbaren Hürde mausern und es unrealistisch wird, dass der Bonus tatsächlich ausgezahlt werden kann. Auch hier können Casinotests helfen Licht ins Dunkle des Kleingedruckten zu bringen und entsprechende Empfehlungen geben.

 

Lohnen sich PayPal-Einzahlungen beim Devisen-Handel und Online-Glücksspiel?

Lohnen sich PayPal-Einzahlungen beim Devisen-Handel und Online-Glücksspiel?

Lohnen sich PayPal-Einzahlungen beim Devisen-Handel und Online-Glücksspiel?

Der virtuelle Handel mit Devisen, CFD, Aktien und Futures liegt im Trend. Aus nachvollziehbaren Gründen: Während klassische Geldanlagen und die bei Sparern beliebten Lebensversicherung mit stagnierenden oder sinkenden Renditen einhergehen, versuchen sich Anleger an modernen Formen der Gewinnmaximierung. Gern auch spekulativ. Denn obwohl ihnen die Gefahren des CFD-Handels bewusst sind, nehmen sie das Risiko nur zu gern in Kauf. Immerhin können sie das Trading von Grund auf erlernen, sich Expertenwissen aneignen und den Markt von einer ganz neuen Seite kennenlernen.

Der Einstieg in den lukrativen Handel geht schnell von der Hand. Erst recht, wenn angehende Trader ein PayPal Konto erstellen und von den vielen Vorzügen des eWallet-Dienstleisters profitieren.

 

Sichere und seriöse Transaktionen mit PayPal

Sogenannte eWallets haben den Online-Handel vereinfacht. Sie funktionieren ohne Mehraufwand, bieten großzügige Sicherheitsvorkehrungen, einen externen Kundenservice und können international und unabhängig der jeweiligen Währungen genutzt werden. Neben Skrill und Neteller zählt PayPal zum beliebtesten eWallet-Bezahldienstleister unserer Zeit.

Das Unternehmen kooperierte lange Zeit mit dem Online-Imperium eBay. Noch vor der Jahrtausende versuchte der Internet-Marktplatz vergeblich, einen eigenen Dienst namens „eBay Payments“ zu etablieren. Das Problem: Die hauseigenen Benutzer setzten viel lieber auf das neue Bezahlsystem PayPal, das nach dem Zusammenschluss von Confinity und X.com aufhorchen ließ.

Auch im deutschsprachigen Raum hat sich PayPal – zwischenzeitlich von eBay aufgekauft und als offizielles Tochterunternehmen deklariert, mittlerweile wieder auf eigenen Beinen stehend – als eine der beliebtesten Zahlungsmethoden durchgesetzt. Im Jahr 2015 lag der Marktanteil im deutschen Onlinehandel bei 19,6 Prozent.

 

Diese Vorteile bieten eWallets im Online-Handel

Höher, schneller, weiter: Im 21. Jahrhundert haben wir keine Zeit mehr zu verlieren! Der Gedanke an ausgefüllte Überweisungsträger ist längst überholt. Von einer mehrtätigen Wartezeit ganz zu schweigen. Egal, ob wir unseren Amazon-Einkauf abschließen oder das Guthabenkonto im Online Casino unserer Wahl auf Vordermann bringen möchten: Der Wunsch nach einer zügigen Transaktion erklärt sich ganz von selbst!

Der größte Vorteil von PayPal ist die unkomplizierte Zahlungsabwicklung auf globaler Ebene. Binnen weniger Sekunden geschehen, dank des eWallets, Überweisungen an jede Person oder Institution, die ebenfalls über ein PayPal-Konto verfügt. Es genügt, den Dienstleister mit der Kreditkarte oder dem Bankkonto zu verknüpfen. Alternativ lassen sich die gewünschten Geldbeträge zunächst auf den Account selbst übertragen.

Parallel zur rasanten Transaktionsgeschwindigkeit genießen Kunden über mehrere Wochen hinweg den Käuferschutz. Sind sie mit der Lieferung oder Leistung unzufrieden, wenden sie sich an den PayPal-Support, erläutern ihr Problem und erhalten, konnte das Ärgernis nicht aus der Welt geschafft werden, ihr Geld zurück. Sämtliche Transaktionen lassen sich, darüber hinaus, ohne die verpflichtende Angabe von personenbezogenen Daten durchführen. Schließlich ist für die Durchführung der Überweisung lediglich eine E-Mail-Adresse notwendig.

 

Entstehen bei Transaktionen mit PayPal Gebühren?

Im Kontrast zu den vielen Vorteilen des eWallets halten sich die Nachteile schwer in Grenzen. Für Transaktionen werden grundsätzlich Gebühren fällig, die von PayPal in den Käuferschutz reinvestiert werden. Kein Problem allerdings: Kunden haben neuerdings die Möglichkeit, von vornherein auf die zusätzliche Sicherheitsvorkehrung zu verzichten. Besser noch: Große Versandhäuser, Online Broker oder PayPal Casinos übernehmen die Gebühren in der Regel aus eigener Tasche. Auf PayPal-Nutzer kommen dementsprechend keine weiteren Kosten zu.

PayPal und Konkurrenz-eWallets wie Skrill und Neteller empfehlen sich für Kunden, die auf Nummer sicher gehen möchten – oder gar fürchten, sie könnten von einem Broker oder Casino betrogen werden. Transaktionen und Einkäufe lassen sich unkompliziert über den Dienst abwickeln. Und entstehen doch einmal Komplikationen, steht der Käuferschutz zur Seite, um die Zahlung zu annullieren.

Neben Einzahlungen funktionieren auch Auszahlungen auf den PayPal-Account in Sekundenschnelle. Eine Überweisung auf das Bankkonto erfolgt nach spätestens zwei bis fünf Werktagen. Wir raten, ein möglichst sicheres Passwort zu wählen und die Login-Daten als Schutz vor Phishing-Angriffen niemals preiszugeben. Weder Broker-, Casino- noch PayPal-Mitarbeiter werden jemals nach den Zugangsdaten fragen.

Negativzinsen in Deutschland

Negativzinsen in Deutschland

Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt von den Banken in den Ländern der Eurozonen – so auch von deutschen Kreditinstituten – einen Negativzins für Geld, das bei der EZB gelagert wird. D.h Banken müssen dafür zahlen, wenn sie Geld anlegen, statt Zinsen dafür zu bekommen. Seit einiger Zeit reichen Kreditinstitute die anfallenden Kosten an ihre Bankkunden weiter.

Auswirkungen der Nullzinspolitik

Deutschlandweit werden immer mehr Sparer mit den Auswirkungen der Zinsflaute konfrontiert. Wenn die Anlage des Geldes auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten aufgrund hoher Sparzinsen lange als äußerst lukrativ galt, werfen die aktuell niedrigen Zinsen kaum Rendite ab. Viele Banken erheben zudem Kontoführungsgebühren, Gebühren für das Abheben von Geld oder Überweisungen.

Des einen Leid ist des anderen Freud: Banken bieten aktuell Kredite so günstig wie schon lange nicht mehr an. Kreditnehmer können von verkürzten Kreditlaufzeiten oder niedrige Zinsen profitieren. Gerade Umschuldungen, bei denen bestehende Kredite durch Kredite mit besseren Konditionen abgelöst werden, sind besonders lohnenswert.

Den richtigen Kredit finden

Verbraucher, die von der Nullzinspolitik profitieren möchten, sollten die Kredite vergleichen, um ein passendes Angebot mit niedrigsten Zinsen zu ermitteln. Über Vergleichsportale lassen sich in der Regel die günstigsten Kreditangebote finden. Dies hängt damit zusammen, dass hier auch Angebote von Direktbanken berücksichtigt werden, die häufig kostengünstiger als herkömmliche Hausbanken sind.

Reaktion auf die Negativzinsen in Deutschland

Das Kreditvergleichsportal smava reagiert auf die andauernde Nullzinspolitik, indem es erstmals einen Negativzins für Ratenkredite mit einem effektiven Jahreszins von -0,4% auf den Markt bringt. Kreditnehmer müssen bei diesem Kredit tatsächlich weniger Geld zurückzahlen, als sie sich leihen.

Was sich hier so paradox anhört ist als Statement gegen die Negativzinsen der EZB für Geldanlagen zu verstehen. Lohnte sich lange Zeit das Sparen, wird nun die Aufnahme eines Kredits belohnt. Mit dem Negativzins-Kredit sollen Verbraucher zudem auf die Preisunterschiede zwischen den günstigen Angeboten von Direktbanken im Vergleich zu Filialbanken aufmerksam gemacht werden.

 

Monte-Carlo-Simulation: Der Backtest für Ihren Backtest

Monte-Carlo-Simulation: Der Backtest für Ihren Backtest

In unserem aktuellen Content werden wir Ihnen die Monte-Carlo-Simulation näherbringen. Denn, unserer Meinung nach, ist die Monte-Carlo-Simulation ein sehr nützliches Werkzeug für das Trading. Denn mit der Monte-Carlo-Simulation können Sie sowohl Ihre Trading-Strategien auf Robustheit und Stabilität überprüfen, als auch wirklich nützliche Forecasts generieren.

Lassen Sie uns aber, fürs Erste, bei der Robustheit und Stabilität von Handelsstrategien bleiben. Denn die Thematik des Forecasts durch die Monte-Carlo-Simulation ist ein etwas deutlich komplexeres Thema. Auf dieses würden wir gerne in einem separaten Artikel eingehen.

 

Was genau ist eine Monte-Carlo-Simulation?

So wie es halt leider im Leben ist, müssen wir uns erstmal mit den Basics auseinandersetzen, bevor wir zu dem spannenden Teil kommen.

Die Monte-Carlo-Simulation ist, zuallererst, eine mathematische Technik der quantitativen Analyse. Sie soll dabei aushelfen, verschiedene Eintrittswahrscheinlichkeiten darzustellen und mit Hilfe dieser die Entscheidungshilfe zu unterstützen.

Was bedeutet somit die Monte-Carlo-Simulation für die Trader?

Mit Hilfe der Monte-Carlo-Simulation kann der Trader die Ergebnisse seiner möglichen Handlungen „vorhersehen“. Sie können mit der Monte-Carlo-Simulation die Extremwerte eines Handelssystems ermitteln und diese simulieren.

 

Wieso ist die Monte-Carlo-Simulation so wichtig für das Trading?

Nehmen wir mal an, Sie haben ein fertiges Handelssystem entwickelt und haben dieses nun einem Backtest unterzogen. Das Ergebnis von diesem Backtest ist positiv. Es scheint als ob Sie es endlich geschafft haben und Sie nun das große Geld an den Börsen verdienen können. Doch ist dem so? Wie signifikant ist denn dieser Backtest alleine?

Ein Backtest hat immer einen positiven Bias. Was heißt das? Das heißt, dass ein Backtest, so gut wie immer, ein besseres Ergebnis abwirft, als es in der Realität auftreten würde. Doch wieso?

Ein Backtest findet immer in einer perfekten Umgebung statt. Das heißt, dass Sie im besten Fall zwar vielleicht den Spread eingestellt haben, aber die Slippage wird außen vorgelassen. Die Trades werden perfekt ausgeführt und perfekt beendet. In solch einem „perfekten“ Trading-Umfeld lässt sich natürlich ganz einfach Geld verdienen. Doch die Realität sieht meistens anders aus.

Das Ergebnis eines Backtests kann sich drastisch verändern, wenn man das Handelssystem auch nochmal in einer Monte-Carlo-Simulation testet.

Unserer Meinung nach ist ein Handelssystem nichts anderes, als eine Wahrscheinlichkeitsverteilung zu unseren Gunsten mit einem positiven Erwartungswert. Wie sich aber die Wahrscheinlichkeiten aufteilen oder anordnen, weiß niemand.

Gehen wir mit diesem Gedanken an einen Backtest ran, so erkennen wir, dass ein Backtest nur EINE mögliche Anordnung der Wahrscheinlichkeiten darstellt. Doch die Wahrscheinlichkeiten ordnen sich jedes Jahr, jeden Monat, jede Stunde, jede Minute aufs Neue an. Genau hier kommt nun die Monte-Carlo-Simulation ins Spiel. Denn mit Hilfe dieser Simulation können Sie erkennen, ob der im Backtest gezeigte maximale Draw-Down auch wirklich der maximale Draw-Down ist. Oder ob bei einer anderen Verteilung der Wahrscheinlichkeiten der Draw-Down auch nochmal deutlich größer ausfallen kann.

Genauso kann es auch passieren, dass in 30 von 50 Simulationen das Handelssystem nicht profitabel abschneidet. Somit würden wir ein Handelssystem dennoch nicht verwenden, auch wenn es im Backtest ein positives Ergebnis geliefert hat.

Mit Hilfe der Monte-Carlo-Simulation können Sie nun die Wahrscheinlichkeiten Ihrer Trades komplett neu einordnen und den positiven Bias glätten. Natürlich alles unter der Prämisse, dass Sie alle vorherigen Schritte wie die Betrachtung einer relevanten Historie, der Errechnung des Standardfehlers etc. beachtet haben.

Bevor wir an die Einzelheiten gehen, möchten wir Ihnen ein Experiment zeigen.
In diesem Experiment haben wir 500 willkürliche Trades eingesetzt. Diese 500 Trades ergeben ein positives Ergebnis mit einem positiven Erwartungswert und einer Trefferquote von über 50%. Nehmen wir an, dass das unser erster Backtest ist.

So sieht das erste „Backtest-Ergebnis“ aus:

(Abbildung 1: Equity Kurve der Strategie mit den ausgedachten Zahlen)

 

(Abbildung 2: Statistische Kennzahlen der Strategie mit den ausgedachten Zahlen)

 

In der Abbildung 1 erkennen Sie nun die Equity-Kurve unserer erfundenen Strategie und in der Abbildung 2 die dazugehörigen statistischen Kennzahlen.

So könnte ein Backtest aussehen den Sie vielleicht auch schon mal für sich selber gemacht haben.

Schauen wir uns nun 3 Monte-Carlo-Simulationen an, die auf derselben ausgedachten Strategie beruhen. Wie stark kann das Ergebnis schwanken? Die statistischen Kennzahlen sehen doch eigentlich ganz gut aus. Schauen wir mal rein.

(Abbildung 3: Erste Monte-Carlo-Simulation)

 

(Abbildung 4: Zweite Monte-Carlo-Simulation)

 

(Abbildung 5: Dritte Monte-Carlo-Simulation)

 

Was können wir nun aus den drei Monte-Carlo-Simulationen ableiten? Schauen wir uns doch diese einzeln an.

Die erste Monte-Carlo-Simulation hat ein deutlich schlechteres Endergebnis als die Ursprungs-Equity-Kurve. Sie verläuft mit sehr vielen Seitwärtsphasen und jede Menge kleinerer Draw-Downs. Diese Equity-Kurve unterscheidet sich sehr stark von der Ursprungs-Kurve. Es ist aber dennoch ein und dieselbe Strategie. Nun sind aber die Wahrscheinlichkeiten anders verteilt.

Die zweite Monte-Carlo-Simulation fällt deutlich besser aus, als die Ursprungs-Kurve. Diese Kurve verläuft mit deutlich weniger Seitwärtsphasen und viel geringeren Draw-Downs.

Die dritte Monte-Carlo-Simulation hat auch ein etwas schlechteres Endergebnis als die Ursprungs-Kurve. Die Draw-Downs und die Seitwärtsphasen sind aber dennoch sehr stark ausgeprägt.

Was können wir nun daraus schlussfolgern? Unserer Meinung nach, ist es ein unglaublicher Vorteil zu erfahren, wie ein und dieselbe Strategie bei einer unterschiedlichen Wahrscheinlichkeitsverteilung ausschauen kann. Das hat, unter anderem, auch einen sehr starken psychologischen Effekt. Zuallererst wird man von Draw-Downs und Seitwärtsphasen mental weniger stark betroffen. Da wir ja durch die Monte-Carlo-Simulation gesehen haben, wie lange und wie stark diese ausfallen können.

Wir erfahren auch, dass das Real-Trading-Ergebnis auch abweichen kann. So dass wir mit unseren Gewinn-Zielen nicht so festgesetzt sind. Würden wir nun nicht 3 sondern 300 Monte-Carlo-Simulationen durchführen, so könnten wir durch die Ermittlung der wichtigsten Durchschnitts-Kennzahlen herausfinden, wie die Performance auf langfristiger Basis aussehen könnte und welches die Best- und welche die Worst-Case-Szenarien sind.

Wir möchten auch nochmal darauf hinweisen, dass eine Monte-Carlo-Simulation nur so lange Signifikanz hat, so lange die Parameter und Umstände gleichbleiben. Die Parameter und Umstände verändern sich aber an der Börse täglich. Somit müssen Sie Ihre Trading-Parameter und die Parameter Ihres Handelssystems stets im Fokus haben. Eine Monte-Carlo-Simulation hat auch nicht nur Vorteile. Solange Sie aber, spätestens mit Hilfe dieses Artikels, das nötige Wissen über die Monte-Carlo-Simulation besitzen, ist es ein sehr nützliches Trading-Werkzeug.

 

Die Monte-Carlo-Simulation als Robustheits-Test

Wir verwenden die Monte-Carlo-Simulation sehr gerne für unseren Robustheits-Test eines Handelssystems.

Wie wir Ihnen schon erklärt haben, hat ein Backtest immer einen positiven Bias. Die Aufgabe ist es nun, dass diese positive Verzerrung deutlich schwächer wird und wir es, mit Hilfe der Monte-Carlo-Simulation, schaffen, dass wir dem Realitätswert so nahe wie möglich kommen.

Wofür verwenden wir persönlich die Monte-Carlo-Simulation? Zum einen, wie auch schon im Titel erwähnt, als Robustheits-Test für unsere Handelssysteme. Zum anderen verwenden wir die Monte-Carlo-Simulation als Forecast Methodik. Auf die Forecast Methodik wollen wir heute aber nicht eingehen, dazu wird es, höchstwahrscheinlich, nochmal einen separaten Content geben, da dieses Thema doch etwas komplexer und mathematischer wird.

Doch wie genau verwenden wir nun die Simulation für unseren Robustheits-Test?

Wir nehmen, auf unser ausgedachtes Beispiel angewandt, 20 Monte-Carlo-Simulations-Testergebnisse und ziehen daraus unseren Mittelwert. Nochmal. Wir führen nun 20 Monte-Carlo-Simulationen durch die auf Grundlage unserer ausgedachten Strategie beruhen und notieren uns die Kennzahlen die wir benötigen. In diesem Beispiel ist es der durchschnittliche Gewinn pro Trade und die durchschnittliche Jahresperformance.

Schauen Sie sich nochmal die Abbildung 2 an. Dort erkennen Sie, dass der durchschnittliche Gewinn, in diesem Fall gleich dem Erwartungswert, 11,02 Euro beträgt. Und die durchschnittliche Jahresperformance liegt bei ca. 2900 Euro.

Wie schauen nun die Werte aus, nachdem wir 20 Monte-Carlo-Simulationen durchgeführt haben? Hier die Ergebnisse:

(Abbildung 6: Durchschnittlicher Gewinn pro Trade nach 20 Monte-Carlo-Simulationen)

 

(Abbildung 7: Durchschnittliche Jahresperformance nach 20-Monte-Carlo-Simulationen)

 

Entschuldigen Sie das hässliche Design, wir sind leider keine Designer und für unsere Verhältnisse ist das schon sehr hübsch.

In den oberen 2 Abbildungen sehen Sie nun die Ergebnisse der 20 Monte-Carlo-Simulationen. Welche nützlichen Informationen können wir nun für unser Trading oder unser Handelssystem entnehmen?

Wir erkennen auf den ersten Blick, dass der durchschnittliche Gewinn pro Trade nach 20 Simulationen kleiner ausfällt als nach dem Backtest. Das ist das, was wir mit dem positiven Bias gemeint haben. Der Backtest hat, sehr oft, eine positive Verzerrung.

Der durchschnittliche Gewinn pro Trade nach 20 Simulationen beträgt nun 9,83 Euro. Wir erkennen aber auch, dass das höchste Ergebnis 18,21 Euro beträgt. Wir erkennen aber auch das niedrigste Ergebnis und das ist 5,50 Euro. Das niedrigste Ergebnis ist fast 50% geringer als das Ergebnis des ursprünglichen Backtests. Diese Information ist sehr viel wert. Denn nun können wir unsere Psyche und unsere Erwartungen auf diese Parameter anpassen.

Dasselbe Prinzip haben wir auch bei der durchschnittlichen Jahresperformance. Auch diese fällt nach 20 Monte-Carlo-Simulationen etwas geringer aus. Auch hier können Sie die Höchst- und Tiefpunkte der 20 Simulationen ablesen.

Wir möchten Sie nochmals darauf hinweisen, dass diese Ergebnisse nur dazu dienen um eine bestimmte Systematik und unsere Herangehensweise mit der Monte-Carlo-Simulation zu verdeutlichen.

Es ist auch immer besser, lieber ein paar Simulationen mehr zu haben als zu wenig. Wir führen für die Tests unserer Handelssysteme mindestens 100 Monte-Carlo-Simulationen durch bei denen wir auch mit den Parametern variieren um zu überprüfen, ob das Handelssystem bei stärkeren oder schwächeren Abweichungen der Grund-Parameter immer noch eine ähnliche Performance abwirft oder ob schon sehr kleine Parameter-Abweichungen das Tradingsystem zum Kollabieren bringen.

Wie viele Simulationen die optimale Testmenge ergeben, ist sehr schwer zu beantworten. Unsere Devise lautet da wohl, lieber ein paar mehr als weniger.

 

Mit welchem Programm können Sie eine Monte-Carlo-Simulation durchführen?

Viele glauben, dass man solche Simulationen nur mit kostspieligen Programmen durchführen kann. Das ist aber definitiv nicht so.

Wir bevorzugen für den Start, bevor wir wirklich Geld in teure Software investieren, erstmal das Lean-Konzept. Das heißt, dass wir den Weg mit den geringsten Kosten gehen. Meistens ist dieser Weg auch der mit dem geringsten Aufwand.

Wir verwenden für den Anfang immer Excel. Excel hat mittlerweile so gut wie jeder auf seinem Laptop oder Rechner. Zur Not geht auch OpenOffice.

Es muss nicht immer teure Software sein. Mit Excel kann man so gut wie alles programmieren was man für das Trading benötigt.

Probleme tauchen erst auf, wenn die historische Datenmenge größer wird, dann kommt Excel an seine Grenzen. Bis dahin ist es aber ein optimales Werkzeug.

 

Welche Paramater benötige ich um eine Monte-Carlo-Simulation mit Excel durchzuführen?

Jetzt wird der Stoff ein wenig trocken. Das ist zwar für die meisten das Langweiligste, aber unserer Meinung nach ist das das Essenzielle.

Was benötigen wir denn nun, um eine Monte-Carlo-Simulation durchzuführen.

Hier habe ich fürs Erste einen Ausschnitt aus unserer Monte-Carlo-Simulation Excel-Datei:

(Abbildung 8: Ausschnitt aus Excel Monte-Carlo-Simulation)

 

Die in Gelb markierten Felder sind die Daten die Sie benötigen um eine fachlich saubere Monte-Carlo-Simulation durchzuführen.

Gehen wir diese mal Schritt-für-Schritt durch. Am Ende dieses Kapitels werden Sie selbst in der Lage sein können eine Monte-Carlo-Simulation auf Excel oder OpenOffice zu erstellen.

 

Schritt 1: Listen Sie alle Ihre Trades

 Zuallererst müssen Sie all Ihre Trades untereinander in die Excel-Liste importieren. Sei es nun von einem Metatrader 4/5 backtest, Welthlab oder ähnelichen Programmen. Viele Programme haben auch schon eine Monte-Carlo-Simulation inbegriffen, dennoch möchten wir Ihnen hier aufzeigen, wie Sie sich selbst eine Monte-Carlo-Simulation erstellen können. Denn nur so verfügen Sie auch wirklich über Ihre eigenen Daten.

Sind nun alle Trades übertragen, geht es zum zweiten Schritt.

 

Schritt 2: Mittelwert errechnen

Ich denke, dass wir auf den Mittelwert nicht lange eingehen müssen. Diese statistische Kennzahl sollte eigentlich jedem bekannt sein.

Hier ist die Formel die Sie in Excel eintragen müssen:  =MITTELWERT()

 

Schritt 3: Standardabweichung berechnen

 Nun benötigen Sie nur noch die Standardabweichung. Was sagt uns die Standardabweichung denn eigentlich?

Die Standardabweichung sagt nichts anderes aus, als wie unsere Daten verteilt sind. Im Detail sagt diese Zahl aus, wie weit unsere einzelnen Datenmengen im Durchschnitt von unserem Mittelwert entfernt sind.

Mit der Standardabweichung sind wir in der Lage die Streuung von Verteilungen zu messen.

Hier ist die Formel die Sie in Excel eintragen müssen: =STABW.S()

 

Schritt 4: Die Verbindung der Daten zur Monte-Carlo-Simulation

Nun kommen wir zur wirklichen Monte-Carlo-Simulation.

Mit Hilfe dieser Formel, erhalten Sie nun Ihre gewünschte Monte-Carlo-Simulation: =NORM.INV(ZUFALLSZAHL();MITTELWERT;STANDARDABWEICHUNG)

 Haben Sie diese Formel in eine Excel-Zelle eingegeben und diese mit den Werten Mittelwert und Standardabweichung fixiert, so erhalten Sie nun eine Zahl der Monte-Carlo-Simulation. Haben Sie einen Windows-Rechner, so können Sie durch das drücken der F9-Taste immer wieder eine neue Monte-Carlo-Zahl generieren die auf der Grundlage Ihrer Trades basiert. Wenn Sie einen MacBook haben sollten, so können Sie die Monte-Carlo-Zahlen generieren, indem Sie in eine leere Zelle klicken und diese dann mit „Entf.“ bestätigen. Bei jedem Klick von „Entf.“ Erhalten Sie die Monte-Carlo-Zahlen.

Diese Formel können Sie nun x-beliebig nach unten ziehen, so dass Sie eine Equity-Kurve simulieren können.

Diese Zahlen Verbinden Sie dann mit einem „Startkapital“ ,wie in unserem Beispiel 5000 Euro, und erstellen daraufhin ein Liniendiagramm.

Nun können Sie x-beliebig eine Equity-Kurve simulieren und wichtige Parameter für Ihr Handelssystem ableiten.

Sie können die größten Draw-Downs untersuchen, Sie können die Schwankung des Erwartungswertes untersuchen oder Sie können die Schwankung der Trefferquote untersuchen.

Es gibt auch Websiten im Internet die einem die Monte-Carlo-Simulation erleichtern. Wie zum Beispiel diese hier: https://www.suricate-trading.de/equitycurvesimulator/

Es ist definitiv nicht verkehrt, dass Sie auch solche Hilfen verwenden, wenn Sie keine eigene Software oder Excel-Simulation zur Verfügung haben.

Wir können Ihnen aber aus Erfahrung sagen, dass eine eigene Excel-Basierte Simulation deutlich mehr Analyse-Vielfalt bietet, als webbasierte Hilfen.

Nur mit einer eigens programmierten Monte-Carlo-Simulation sind Sie in der Lage die Schwankungen der relevanten Kennzahlen zu bestimmen. Denn eine Trefferquote oder ein Mittelwert ist nie fix. Diese Kennzahlen verändern sich von Trade zu Trade. Solche Schwankungen des Erwartungswertes oder der Trefferquote erhalten Sie nur, wenn Sie sich in Ihre eigene Excel-Basierte Monte-Carlo-Simulation einarbeiten.

Sollten Sie Hilfe oder Anregungen benötigen, stehen wir Ihnen natürlich sehr gerne zur Verfügung und freuen uns über Ihre Fragen oder Ihr Feedback. Schreiben Sie uns einfach unter info@statistic-trading.de

Im nächsten Kapitel der Monte-Carlo-Simulation werden wir unsere Forecast-Methodik erläutern, die uns beim Handel mit Optionen unterstützt und wie auch Sie diesen Forecast per Excel programmieren können und für Ihr eigenes Trading nutzen können.

Sollten sich eventuell genug Interessierte für dieses Thema finden, können wir auch ein Webinar, in Verbindung mit FXFlat Wertpapierhandelsbank, auf die Beine stellen und die ganzen Prozesse live erklären.

Wer also Interesse an solch einem Webinar hätte, der kann gerne das untere Kontakt-Formular verwenden oder Sie schreiben uns, wie schon oben erwähnt, unter info@statistic-trading.de

Sollte Ihnen der Content gefallen haben, können Sie sich auch gerne in unseren Newsletter eintragen. Wir würden uns freuen.

 

Wir wünschen Ihnen eine angenehme und ertragreiche Woche.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin,

Statistic-Trading

 

 

 

 

 

 

Forex Trading oder Online Casino – was ist der Unterschied?

Forex Trading, also das Handeln mit verschiedenen Währungen, ist heute längst keine Beschäftigung mehr, die nur für professionelle Trader möglich ist. Über das Internet hat heute jeder private Anleger die Chance, sich bei einem Broker anzumelden und dort schon mit einem relativ kleinen Startkapital darauf zu setzen, dass eine bestimmte Währung im Vergleich zum US-Dollar oder zum Euro steigen oder fallen wird. Bereits sehr kleine Bewegungen können für hohe Gewinne sorgen, wenn man die Richtung, die der Kurs nimmt, richtig vorhergesagt hat. Dieser Markt ist jedoch sehr speziell, deshalb wird immer wieder davon gesprochen, dass es sich um ein reines Glücksspiel handelt.

 

Bei einem näheren Blick auf das Forex Trading wird man jedoch schnell feststellen, dass das nicht der Fall ist. Anders als in einem Casino gibt es hier keinen Hausvorteil, dem man nicht aus dem Weg gehen kann. Ein Broker kassiert für den Handel zwar eine kleine Provision, diese wird allerdings dafür gezahlt, dass man die jeweilige Handelsplattform nutzen kann. Um einen Gewinn zu erzielen, muss sich der Kurs nur weit genug in die vorhergesagte Richtung entwickeln, schon hat man diese Provision wieder eingespielt. Beim Glücksspiel hängt das Resultat hingegen ausschließlich vom Zufall ab, auch wenn man diesen mit seinen eigenen Fähigkeiten ein wenig beeinflussen kann.

 

Wer mehr über Casinos im Internet erfahren möchte, sollte einen Blick auf einige der besten Gambling Seiten werfen, auf denen man für seine Registrierung oft sogar hohe Boni kassieren kann. Beim Forex Trading ist das nicht möglich, dafür muss man hier nicht gegen den Vorteil des Hauses antreten, sondern kann sich voll und ganz auf die Analyse des Marktes konzentrieren. Für den Verlauf von Währungen spielen viele Faktoren eine Rolle. Dieser Markt ist sehr politisch, da sich Entscheidungen von Parlamenten oder Präsidenten schnell in den Kursen niederschlagen. Darüber hinaus spielen auch Faktoren wie die Höhe der Zinsen oder die Lage der Wirtschaft eine wichtige Rolle.

 

Wer beim Forex Trading erfolgreich sein möchte, sollte sich deshalb zunächst einmal einen genauen Überblick über den Markt verschaffen. Es lohnt sich durchaus, sich auf ein bestimmtes Währungspaar zu konzentrieren und dann alle wichtigen Nachrichten zu diesen Währungen zu sammeln. Dabei spielen internationale Medien wie die New York Times oder der Guardian eine ebenso wichtige Rolle wie die Finanzpresse, also Veröffentlichungen in der Financial Times oder im Wall Street Journal. Darüber hinaus sollte man über einen längeren Zeitraum beobachten, wie sich bestimmte Nachrichten auf den Kurs einer Währung auswirken.

 

Wer mit dem Forex Trading beginnen möchte, kann natürlich erst einmal über ein Demokonto handeln. Das ist wiederum ganz ähnlich wie in einem Casino im Internet, in dem man ebenfalls erst einmal eine kostenlose Version der verschiedenen Spiele ausprobieren kann. Auf diese Weise muss man nicht von Beginn an das Risiko eingehen, sein eigenes Kapital zu verlieren, während man zugleich ein Gefühl für den Markt bekommt. Das echte Trading ist dann besonders spannend und man sollte ausreichend Zeit einplanen. Schon kleine Ausschläge der Kurse können schließlich zu hohen Gewinnen oder Verlusten führen.

Deutsche Forex-Trading-Meisterschaften 2017

Deutsche Forex-Trading-Meisterschaften 2017

Berlin, den 01.05.2017 ­– Heute ist es so weit: Die ersten beiden Gewinner der Deutschen Forex-Trading-Meisterschaft stehen fest. Das Team von InsideTrading suchte vom 01. April 2017 bis zum 30. April 2017 den besten Performer und den besten Risikomanager!

Über 30 mutige Trader stellten sich der Herausforderung und lieferten sich teilweise ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Regeln waren denkbar einfach: Die Teilnahme war kostenfrei und somit für jederMann und jederFrau zugänglich. Jeder Trader konnte bei einem Forex-Broker seiner Wahl mit einem Demokapital von 10.000 Euro in die Meisterschaften starten. Gehandelt wurde auf der MetaTrader4 Plattform. Als Produkte standen den Tradern alle Währungspaare zur Verfügung, die der gewählte Broker im Angebot hat. Die Teilnehmer konnten beliebig viele Trades eingehen, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Um Glückstreffer zu vermeiden, mussten jedoch mindestens zehn Trades vollständig abgeschlossen werden. 22 Teilnehmer konnten diese Schwelle überschreiten und kämpften somit um die Titel!

Der beste Performer 2017

Bester Performer bei der Deutschen Forex-Trading-Meisterschaft wurde der Trader „Friedrich“. Er lieferte sich im Verlauf der Meisterschaft ein knappes Rennen mit den Tradern „Horst“ (Dennis Masche) und „Scalp_Trader“, konnte sich aber letztendlich souverän durchsetzen. Er schaffte es, in der Zeit der Meisterschaften aus den anfänglichen 10.000 Euro Startkapital mit insgesamt 12 Trades ein Kapital von 42.718,77 Euro zu erzielen – sehr beeindruckend!

Startkapital: 10.000,00 EUR
Ergebnis: 42.718,77 EUR
Gewinn: 32.718,77 EUR
Rendite: 327,19%
Trades: 12
Risikomeisterschaft: Platz 2

Platz Name Trades Gewinn Kontostand
1 Friedrich 12 32.718,77 42.718,77
2 Horst 27 17.569,40 27.569,40
3 Scalp_Trader 13 17.000,38 27.000,38

Die drei besten Performer der Deutschen Forex Trading-Meisterschaft 2017.

 

Bester Risikomanager 2017

Während er bei der Performance noch „Friedrich“ den Vortritt lassen musste, ließ sich „Horst“  (Dennis Masche) den Titel des besten Risikomanagers 2017 bei den Deutschen Forex-Trading-Meisterschaften 2017 nicht mehr nehmen. Ihm gelang es, in nur 4 Wochen aus seinen 10.000 EUR Startkapital 27.569,40 EUR zu machen. Mit einem Profitfaktor von 6,38 bei 27 Trades konnte er beweisen, dass er sein Handwerk versteht. Durch sein hervorragendes Riskomanagement konnte er seine Verluste optimal begrenzen und zeigte trotzdem eine Top-Performance! Eine wirklich tolle Leistung. Zudem gelang es ihm diesen Titel zum zweiten Mal in Folge zu holen, nachdem er im letzten Jahr bester DAX30-Risikomanager wurde.

Startkapital: 10.000,00 EUR
Ergebnis: 27.569,40 EUR
Gewinn: 17.569,40 EUR
Rendite: 175,69%
Trades: 27
Profitfaktor: 6,38
Performancemeisterschaft: Platz 2

Platz Name Trades Kontostand Profitfaktor
1 Horst 27 27.569,40 6,38
2 Friedrich 12 42.718,77 5,80
3 Tommy 10 15.700,64 3,49

Die drei besten Risikomanager der Deutschen Forex-Trading-Meisterschaft 2017.

Das Team von InsideTrading ist mit dem Verlauf der ersten Deutschen Forex Trading-Meisterschaft mehr als zufrieden. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern, Interessierten und Unterstützern! Ein ganz großes Dankeschön geht hierbei noch einmal an Algo-Camp und Statistic-Trading, die uns mit Sachpreisen im Wert von mehreren tausend Euro unterstützt haben.

Mit Freude teilen wir euch außerdem mit, dass die nächsten Meisterschaften bereits in den Startlöchern stehen. Im Herbst 2017 werden wir nach den besten DAX30-Tradern Deutschlands suchen! Nähere Informationen zu dieser Meisterschaft erhaltet ihr in Kürze.

Wir gratulieren den beiden Siegern und freuen uns bereits heute auf ein Wiedersehen!

Tragen Sie sich in unseren monatlichen Newsletter ein und verpassen Sie es nicht, sich für die DAX30-Meisterschaft im Herbst  anzumelden.

 

Vorteile von Kreditfinanzierungen

Vorteile von Kreditfinanzierungen

So gut wie jeder Mensch hat Wünsche und Träume – manche sind einfach zu erfüllen, bei anderen sieht es schon schwieriger aus. Zum Beispiel dann, wenn es um eine höhere Anschaffung geht und das notwendige Kleingeld nicht vorhanden ist. Natürlich ist es dann möglich, auf den Traum zu sparen, allerdings gibt es eine Alternative: die Finanzierung mit einem Kredit.

Diese Voraussetzungen muss der Kreditnehmer erfüllen

In vielen Fällen kann sich der Traum nur mit einer Finanzierung erfüllen. Besonders dann, wenn es um größere Anschaffungen geht, etwa einen Neuwagen oder eine Immobilie. Mit einer Kreditfinanzierung ist es möglich, sich viele Träume zu erfüllen. Dies muss noch nicht einmal teuer sein, denn inzwischen gibt es einige Online-Plattformen, wie zum Beispiel die von smava, die Kredite im Vergleich gegenüberstellen und so auf einen Blick die günstigsten Konditionen offenbaren. Damit es mit dem Kredit klappt, muss der Kreditnehmer kreditwürdig sein und über eine gute Bonität verfügen.

 

 

Vorteile von Kreditfinanzierungen

Oftmals sind Kreditfinanzierungen die einzige Möglichkeit, um sich überhaupt etwas leisten zu können. Manche Menschen müssen selbst kleinere Anschaffungen, wie zum Beispiel den neuen Fernseher oder die Waschmaschine, per Ratenzahlung begleichen. Dadurch ist eine große Flexibilität gegeben und die Anschaffungen sind sofort möglich, ohne darauf hinsparen zu müssen. Geht es um eine größere Anschaffung, wie zum Beispiel einen Immobilienerwerb, ist es hier sogar möglich, über eine Kreditfinanzierung auch eine Förderung zu erhalten. Unter Umständen bezuschusst der Staat solch einen Kredit.

Mit einem Kredit kann der Kreditnehmer sich seinen Kaufwunsch erfüllen oder eine Investition tätigen und ist dadurch liquide. Außerdem gibt es noch weitere Vorteile, wie zum Beispiel bei einem Autokauf. Nimmt der Kreditnehmer den Kredit bei einem anderen Kreditinstitut auf und nicht bei der Hausbank des Autohändlers, dann kann er oftmals bei Barzahlung des Fahrzeugs einen Rabatt aushandeln. Im Idealfall liegt dieser sogar über dem Zinssatz, den er für den Kredit zahlt. Auch dann, wenn es darum geht, einen alten Kredit mit hohen Zinsen abzulösen, kann der Darlehensnehmer mit dem Kredit sogar sparen. Nämlich dann, wenn der Zinssatz des neuen Darlehens unter dem des alten Kredits liegt.

Bild 1: © istock.com/YinYang
Bild 2: © istock.com/vm

Geschichte der Börse – die Tulpen-Blase (Tulpomanie)

Geschichte der Börse – die Tulpen-Blase (Tulpomanie)

Stell dir vor du kaufst deinen Eltern zum Hochzeitstag eine Tulpe. Tulpen sind wahrlich schöne Zierpflanzen. Aber kannst du dir vorstellen, dass du dir mit dieser Tulpe vor einigen hundert Jahren in Amsterdam die prächtigsten Häuser in der Innenstadt hättest kaufen können? Eine Zwiebel, deren Wert sich teilweise im Jahr verzehnfachte?

Im 17. Jahrhundert erlebte die Niederlande ihr goldenes Zeitalter. In der Seefahrt setzten sich die niederländischen Kompanien durch. Wirtschaftlich und finanziell war die Niederlande ein wichtiges Zentrum Europas. Aber auch kulturell gab das kleine Land den Takt vor. Man schätzt, dass damals rund 700 Maler rund 70.000 Gemälde im Jahr fertig stellten. Das hat kein anderes Land, nicht Italien und auch nicht Frankreich, in anderen wichtigen Kunst-Epochen geschafft. Die Niederlande erlebte Fortschritte im Wohlstand, in der Technik, Forschung, Bildung, Kultur und auch der Finanzbranche.

Gerissene Händler entwickelten schnell zahlreiche Finanzprodukte. Die Börse erlebte einen schnellen Aufstieg. 1602 wurde die erste Aktiengesellschaft der Welt gegründet (hier nachzulesen). Um 1613 wurden die ersten separaten Gebäude für den Börsen-Handel errichtet. Der Handel mit Wertpapieren war attraktiv und die Menschen erkannten die neuen gigantischen Möglichkeiten, die sich daraus ergaben. Viel Geld strömte im goldenen Zeitalter in die Niederlande und auch an deren Börse. So platzte 1643 die wohl erste Blase der Geschichte. Wie kam es dazu?

Preisentwicklung der teuersten Tulpe der Welt zwischen 1623 und 1637

Die seit dem 15. Jahrhundert aus Persien, über das Osmanische Reich und Wien nach Europa gelangte Blume „Tulpe“ genoss ein hohes Ansehen in den Niederlanden. Wo wir heutzutage ein teures Auto vor dem Haus stehen haben, um unseren Wohlstand zu präsentieren, dort pflanzten die Niederländer damals Tulpen im Vorgarten an. Diese neue und exotische Blume wurde intensiv gepflegt und gezüchtet, getauscht und gehandelt. Bald schon existierten rund 800 verschiedene Sorten. Die dekorative Pflanze erlangte immer mehr Aufmerksamkeit und die Nachfrage stieg. Das rief Spekulanten auf den Plan, welche an diesem Handel und der steigenden Nachfrage verdienen wollten.

Nachdem Tulpen zuvor im Sommer nach der Ernte gehandelt wurden eröffnete die Börse neue Möglichkeiten. Die Händler gingen dazu über die Ernte bereits im Winter zu kaufen, wenn die Tulpen noch in der Erde wuchsen. Man kaufte sich mit Börsen- bzw. Termin-Kontrakten die Ernten des nächsten, übernächsten oder über-übernächsten Jahres spekulativ und hoffte auf seltene und begehrte oder viele Zwiebeln. Bauern ließen dazu Kupferstiche mit Bildern der Tulpen anfertigen. In Börsen-Gebäuden und Schankhäusern fanden dann Versteigerungen statt. Der Parkett-Handel entstand. Der Handel der Ernten wurde immer größer und intensiver. Das lockte auch Spekulanten an. Wo zuvor vor Allem Händler handelten, welche dann auch die Ernte einstreichen wollten, dort boten nun auch Spekulanten mit, welche kein Interesse an der Ernte oder den Tulpen hatten, sondern ihr Recht auf bestimmte Ernten mit steigenden Preisen noch vor dieser Ernte weiterverkaufen wollten.

Viele Innovationen sind seit 1602 am Finanzmarkt zu erkennen. Innovationen welche den Handel erleichterten, intensivierten und auch flexibler gestalteten. Wo zuvor lediglich Produzent und Händler agierten fanden sich nun neben eben jenen auch Spekulanten und Anleger aus der Bürgerschaft ein. Es strömte immer mehr Geld, Nachfrage und Aufmerksamkeit in den Tulpenmarkt. Und so blähte sich die Blase auf. Jeder rechnete mit steigenden Preisen und wollte selbst Terminkontrakte besitzen. So konnte der glückliche Käufer sein Kontrakt schon morgen für einen höheren Preis an den nächsten Spekulanten weiterverkaufen. Bürger nahmen all ihr Geld in die Hand und wetteten mit. Viele gelangten zu großem Wohlstand als sie plötzlich 10-Mal so viel verdienten, wie zuvor.

Für 2500 Gulden konnte man sich in den 1620ern eine Tulpe „Viceroy“ oder … kaufen

Der Handel mit Tulpen wurde immer größer, immer schneller, immer komplexer. Es entstand ein Hype. Jeder wollte mitmachen. Jeder setzte sein Geld spekulativ ein. Jeder wollte reich werden. In dieser Form, als auch die einfachsten Bürger anfingen an der Börse spekulieren, erkennen wir auch die erste Hausmädchen-Hausse der Weltgeschichte. Um die Blase in Zahlen zu fassen: Die teuerste Tulpe aller Zeiten, die Semper Augustus, wurde 1623 für 1.000 Gulden je Zwiebel, 1624 für 1.200 Gulden (+20%), 1633 für 5.500 Gulden (+360%) und dann 1637 zum Zenit der Blase für unglaubliche 10.000 Gulden je Zwiebel gehandelt. Somit war eine Zwiebel dieser Sorte so viel Wert wie die teuersten Luxus-Häuser im Zentrum von Amsterdam. Ein weiterer Vergleich: Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Niederländers lag damals bei 150 Gulden im Jahr. Abgesehen von dieser extrem teuren Sorte wurden die meisten Sorten zwischen 10 und 100 Gulden je Zwiebel gehandelt. Doch auch hier stiegen die Preise rapide an. Der Preis der Tulpe Groot verdoppelte sich vom 28. Dezember 1636 bis zum 12. Januar 1637 von 0,07 Gulden auf 0,15 Gulden. Im gleichen Zeitraum explodierte der Preis der Sorte Switserts um das 12-fache von 125 auf 1.500 Gulden je Pfund.

Am 3. Februar 1637 dann platze die Blase. Bei einer Auktion in Haarlem konnte kein einziger Posten verkauft werden. Niemand war mehr bereit noch mehr Geld zu investieren. Mit der Spekulation hatte sich der Preis der Tulpen weit von deren fairen Wert entfernt. Diese Spirale der Spekulation funktionierte nur so lange, wie die Händler von steigenden Preisen ausgingen und somit bereit waren weiter zu investieren. Schlagartig wurde allen klar, dass die Preise zu hoch waren und der Crash war perfekt. Unzählige Bürger verloren ihr gesamtes investiertes Vermögen. Die Niederlande stand vor einem Dilemma: Die Tulpenindustrie war in den 15 Jahren des boomenden Handel enorm gewachsen. Nun gab viele Spekulanten, welche ihr Terminkontrakt nicht mehr verkaufen konnten und somit die Pflicht wahrnehmen mussten zu einem bestimmten Zeitpunkt die Ernte zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Zu kaufen mit Geld, welches niemand besaß.

Die verschiedenen Gerichte in den Niederlanden handelten unterschiedlich. In einigen Regionen wurden die Terminkontrakte für ungültig erklärt, in anderen mussten die Händler Strafzahlungen an die Bauern entrichten oder tatsächlich die Verträge erfüllen und die Ernten kaufen. Die Niederländer hatten 15 Jahre der steigenden Preise, der großen Gewinne und des erfolgreichen Handels erlebt. Am Ende hatten sich die Preise teils verhundertfacht. Der Wert der Tulpen war überbewertet, es handelte sich um eine Blase, welche 1637 platze. Diese Blase, heutzutage bekannt als Tulpomanie, Tulpenwahn, Tulpenfieber oder Tulpenhysterie, zeigt das leichtsinnige und verrückte, aber auch irrationale und irreale Handeln von Spekulanten auf. Es war eine Blase und Spekulations-Hysterie wie im Lehrbuch.

AfD wählen – Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland

AfD wählen – Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland

Globalisierung, Internet und ein fortschreitender technologischer Wandel haben den Wohlstand, den Bildungs- und Gesundheitszustand global in kurzer Zeit wesentlich verbessert. Die mit diesem Fortschritt einhergehenden Nebenwirkungen führen jedoch zu einem gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel.

Auf Grund der Globalisierung stehen Unternehmen und Arbeitnehmer mittlerweile weltweit im Wettbewerb miteinander. Gewinner der Globalisierung sind jene, welche ihre Arbeitsleistung oder ihr Kapital global-diversifiziert anbieten und anlegen können. Mit dem Internet veränderte sich auch die mediale Nutzung. Geschehnisse, beispielsweise in Vorderasien, fühlen sich heutzutage für in Deutschland lebende Personen auf Grund höherer Mobilität und schnellerer Berichterstattung näher und gefährlicher an als früher. Die Geschwindigkeit technischer Entwicklung und Veränderung hat zugenommen. Benötigten die Industrienationen im 20. Jahrhundert noch über 30 Jahre, um das nationale BIP zu verdoppeln, so werden beispielsweise Indien und China dies im 21. Jahrhundert in weniger als 20 Jahren umsetzen können. Zusammenfassend führt die globale Vernetzung dank technischem Fortschritts gesellschaftlich zu einer gefühlten Instabilität, Schnelllebigkeit und Ohnmacht.

Im Kontext dieser tiefgreifenden Veränderungen suchen wir nach Stabilität, Halt und Alternativen. Die 2013 gegründete Alternative für Deutschland (AfD) spricht genau jene Wünsche von Teilen der deutschen Wählerschaft an. Die AfD ist politisch rechts neben der Union und als rechtspopulistisch einzuordnen. Umfragen erwarten, dass 10 bis 20% der Wähler überlegen die AfD zu wählen. Doch was sind die Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland?

AfD wählen – Vorteile

  • Populistische Parteien können auch ohne Regierungsbeteiligung großen politischen Einfluss ausüben. Grund ist, dass alle anderen Parteien reagieren und sich politisch nach rechts bewegen, um den Verlust von Wählern zu vermeiden. Der AfD eine Stimme im Bundestag zu geben wird dementsprechend auch die politische Ausrichtung der zukünftigen Regierung beeinflussen.
  • Die AfD leistet sich viele Patzer im politischen Alltag. Da es sich jedoch um eine junge Partei handelt besteht natürlich ein Lernprozess. Die AfD wächst mit ihren Aufgaben und könnte sich mit etwas Zeit vom Sorgenkind der deutschen Demokratie zu einem Bestandteil der Opposition entwickeln.
  • Die AfD nutzt den Politikstil ‚Populismus‘. Hierbei tritt die Partei als Gegner der bestehenden Eliten und eigentlicher Vertreter des Volkes auf. Populisten greifen meist die Meinung verschiedener Bevölkerungsgruppen auf und vertreten diese Lautstark. Die AfD könnte der Stimme des Volkes im Bunddestag Nachdruck verleihen.
  • Es ist ein Phänomen der Verhaltenspsychologie (‚Eisverkäufer am Strand‘), dass sich Unternehmen auf der Suche nach Kunden und Parteien auf der Suche nach Wählern möglichst mittig positionieren, um die Wähler links wie auch rechts anzusprechen. Konsequenz ist, dass sich viele Parteien inhaltlich angeglichen haben. Die AfD tritt als Alternative auf und bietet tatsächlich auch einen anderen Weg und andere Inhalte,

AfD wählen – Nachteile

  • Zu viele Köche verderben den Brei. Mit der Bundestagswahl 2017 könnte der deutsche Bundestag aus bis zu 6 Parteien bestehen. In der deutschen parlamentarischen Demokratie müssen sich jedoch Koalitionen bilden und Mehrheiten finden. Ist der Bundestag dann noch regierbar oder wird der politische Alltag noch zäher und schwerfälliger werden?
  • Die AfD führt den demokratischen Diskurs ad absurdum. Auf komplexe Probleme gibt es keine einfachen Antworten. Dies suggeriert die AfD jedoch. Auch besteht der schrille rhetorische Politikstil aus haltlosen Anschuldigungen, unnötigen Beleidigungen, Missachtung von Regeln und Grundsätzen und dem Ignorieren von Kompromissen, Prozessen und Argumenten der Gegenseite.
  • Im postfaktischen Zeitalter gibt es mehrere Realitäten und Wahrheiten. Die AfD steht für alternative Fakten bzw. Lügen. Sachverhalte werden verdreht, erfunden und gelogen. Ein solches Verhalten könnte die deutsche Politik hemmen und erschweren. Auch der Wähler wird belogen.
  • Die AfD ist keine nationalsozialistische Partei und greift nicht das „Erbe“ des Nationalsozialismus auf. Dennoch ist sie als Partei des rechten politischen Lagers anfällig für Personen mit nationalistischen und noch schlimmeren Gedankengut. Es gibt durchaus Personen in den Führungskreisen der Partei, welche fragwürdiges Gedankengut besitzen. Ob eine Partei im Bundestag vertreten sein sollte, bei welcher unklar ist, ob sich diese rechtspopulistisch oder rechtsextrem positionieren wird, ist fraglich. Der Rechtskonservative Flügel „Weckruf 2015“ um Bernd Lucke trat bereits aus.
  • Populistische Parteien sind eher kurzfristig orientiert. Es geht nicht um langfristige Veränderungen oder konstante Arbeit, sondern um möglichst schnelle Machtergreifung und Machterhalt. Die AfD reagiert sprunghaft einhergehend mit der Stimmung der Wählerschaft. Politik sollte jedoch sachlich und unaufgeregt agieren. Die AfD steht für unsachliche, instabile und emotional hergeführte Politik.
  • Als populistische Partei bekennt sich die AfD natürlich zu Demokratie und Grundgesetz. Doch wie steht es wirklich um diese Ambition? Die AfD lehnt den Islam ab, was bereits gegen das Grundgesetz der Religionsfreiheit steht. Auch verweigert die AfD mit anderen Parteien zu koalieren, was dem Gedanken der parlamentarischen Demokratie widerspricht.

AfD wählen – Auswirkungen auf Deutschland

Die AfD feiert als eine Art chauvinistische Partei aktuell viele Erfolge und zog in zahlreiche Landtage bereits ein. Der Wunsch nach „den guten alten Zeiten“, Verlangsamung, gewisser Abschottung gegenüber dem Weltmarkt und einer Rückkehr zu mehr Ruhe, Übersicht und gefühlter Stabilität treibt viele Wähler an die Alternative für Deutschland zu wählen. Die AfD bricht mit dem festgefahrenen politischen Alltag und tritt schrill und laut für ein anderes Konzept ein.

Die AfD bringt Lügen, unbegründeten Hass und Rassismus in die Politik ein. Noch ist unklar wie extrem diese Ausrichtung sein wird. Nach dem Abtreten des rechtskonservativen Flügels um Bernd Lucke besteht derzeit noch ein Disput zwischen dem rechtspopulistischen Flügel um Frauke Petry und den Hardlinern und dem Nationalismus nahestehende Personen. Rechtspopulismus hat Vorteile und Nachteile. Ein erstarkender Rechtsextremismus würde Deutschland definitiv schaden.

Die AfD bricht die politische Landschaft auf und bringt Emotionen und Bewegung in den politischen Alltag. Die Gefahr von auf Lügen, sprunghaftem Populismus und Hass basierender Politik ist für unsere parlamentarische Demokratie jedoch sehr groß. Die Stimme der AfD wird auch auf Bundesebene Gewicht erlangen. Doch wie stark die Stimme sein wird liegt auch an dir. Wir hoffen die zusammengestellten Vorteile, Nachteile und möglichen Auswirkungen der Entscheidung die AfD zu wählen haben dir geholfen. Wir freuen uns auch auf deine bereichernden Kommentare.

AUTOFAHREN – WIE SPARE ICH GELD, WAS SIND ALTERNATIVEN?

AUTOFAHREN – WIE SPARE ICH GELD, WAS SIND ALTERNATIVEN?

Autofahren scheint für viele oftmals eine alternativlose Angelegenheit zu sein. Wir haben ein paar Alternativen unter die Lupe genommen und dabei aufgezeigt, was diese Alternativen langfristig für den Geldbeutel bedeuten.

Alternative Mobilität – Investieren statt Autofahren

Wir hatten vor kurzem intern die Diskussion, ob sich ein Auto für eine Privatperson lohnen kann und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Primär sind wir uns einig, dass ein Auto einen emotionalen Mehrwert inne trägt. Ein echter Autofanatiker wird sich auch von dem hier vorgestellten Modell nicht vom Fahren abhalten lassen. Trotz allem wollten wir das Gedankenexperiment einmal spielen. Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten eines Autos? Wenn wir statt eines Autos öffentliche Verkehrsmittel, Taxifahrten oder das Angebot von Car-Sharing-Anbietern nutzen würden, wie viel Geld käme dann in 20 Jahren zusammen? Und wie hoch wäre der Betrag, würden wir den gesparten Betrag in den DAX mit Cost-Average investieren und wir uns eine durchschnittliche jährliche Verzinsung von 7% sichern könnten?

Die Daten für die Berechnungen haben wir der ADAC Autokostenübersicht 2016 entnommen. Um die breite Mitte zu treffen, gehen wir in unserem Beispiel vom meistgefahrenen Auto auf Deutschlands Straßen aus: Der VW Golf. Im Speziellen haben wir uns für den Golf 1.2 TSI BMT Comfortline in seiner günstigsten Ausführung entschieden.

Welche Kosten sind zu berücksichtigen?

Der ADAC beachtet in seiner Berechnung sowohl die Fixkosten als auch die durch den Betrieb des Fahrzeuges entstehenden variablen Kosten.  Die genauen Daten können in der Autoübersicht im Detail nachgelesen werden. Für den in unserem Beispiel gewählten Golf belaufen sich die monatlichen Kosten bei einer angenommenen jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern auf 541€ und addieren sich demnach auf 6492€ pro Jahr. Für eigene Berechnungen mit einem höheren Kilometerbedarf im Jahr werden auch ungefähre Kosten pro Kilometer angegeben. Für unseren VW Golf liegen diese bei etwa 0,43 € pro gefahrenem Kilometer.

Kurz noch ein Wort vorab: Sicherlich kann man jetzt noch argumentieren, dass sich das Ergebnis durch Urlaubsfahrten oder ähnlichem verändert. Es geht in diesem Artikel aber darum Alternativen aufzuzeigen und die daraus resultierenden Effekte zu verdeutlichen.

Was sind die Alternativen zum Auto? – Auto vs. Nahverkehr & Taxis

Wir nehmen das Beispiel eines typischen Deutschen: in der Stadt arbeitend und nahe der Stadt wohnend. Diese Trennung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend etabliert. Zwar wurde sie von vielen Umweltaktivisten und Arbeitnehmerrechtlern immer wieder angezweifelt, sie wird sich trotz der negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt auch noch für einige weitere Jahre halten.

Durch die vorgegebene Fahrleistung von 15.000 km können wir die täglich zurückgelegte Strecke zurückrechnen: 15.000 / 365 = 41,095 km am Tag. Natürlich wissen wir, dass man in der Regel nicht an 365 Tagen pro Jahr zur Arbeit fährt. Durch Wochenenden und Urlaubstage legt man den Weg zur Arbeit nur an etwa 220 Tagen zurück. Der Einfachheit halber rechnen wir aber mit einer durchschnittlichen Strecke von 41,095 km pro Tag und lassen Sonderfahrten in den Urlaub außen vor.

Was wir jedoch proklamieren können: Der tägliche Weg zum Arbeitsplatz ist nicht allzu lang. Ein Monatsticket über 3 Zonen bzw. Waben kostet im nicht ganz billigen Schwabenland (VVS Netz Stand 2016) 110,10€ im Monat und deckt diese Strecke ab. Für die kurzfristige und spontane Mobilität innerhalb der Stadt (Txi, Bike-Sharing), gehen wir von einem großzügigen Puffer von 100€ monatlich aus. Um nun definitiv auf Nummer sicher zu gehen, gibt es noch diverse Car-Sharing Anbieter. Bei diesen kaufen wir uns nochmals 2000 Fahrminuten im Jahr ein und stellen so in jeder Lebenslage Mobilität sicher. Eine Minute kosten uns bei Multicity 0,28€. Es entstehen also Kosten von 280 Euro bzw. etwa 24€ im Monat.

Nun müssen wir noch den Faktor Einkaufen berücksichtigen. Viele nutzen den Heimweg für den Lebensmitteleinkauf und wollen gerade für den Kauf von Getränken nicht auf das Auto verzichten. Dieses Argument kann aber nicht gelten gelassen werden. Es gibt in beinahe allen großen Städten und in immer mehr kleinen Orten Lieferdienste für Lebensmittel. Dieser spart nicht nur die Fahrt in den Supermarkt, sondern auch eine Menge Zeit, da die gekauften Waren direkt in die Wohnung geliefert werden (#lazyaslazycanbe). Bleibt man unter einem bestimmten Mindestbestellwert (oder zum Teil auch für die Lieferung von Getränkekisten), erheben die Anbieter eine Lieferpauschale. Hier gehen wir von 4€ pro Lieferung aus. Bei vier Wocheneinkäufen ergeben sich damit Kosten in Höhe von 16 Euro. Ein zusätzlicher Vorteil der Nutzung von Lieferdiensten ist auch, dass man wirklich nur das einkaufen lässt, was man tatsächlich benötigt. Spontanmitnahmen an der Supermarktkasse entfallen somit.

Werfen wir einmal alles zusammen, so ergibt sich pro Monat  folgende Summe:

ÖPNV: 110,10€

Taxifahrten: 100€

Carsharing: 24€

Lieferservice Lebensmittel: 16,00€

————————————-

Summe: 250,10€

Nutzen wir also anstatt eines eigenen Autos die oben genannten Alternativen, würden wir im Monat 290,90€ bzw. im Jahr 3490,80€ sparen.

Was sind also die wirklichen Kosten eines Autos?

Die echten Kosten ergeben sich sowohl aus den Kosten, welche wir für das Auto erbringen, als auch durch die Opportunitätskosten. Wir haben einen Anlagezeitraum von 20 Jahren gewählt, da in dieser Zeit die Korrekturen im Aktienmarkt ausgestanden sein sollten und die Annahme der historischen Durchschnittsrendite eher gerechtfertigt scheint. Zur Vereinfachung betrachten wir das Vermögen in einer Jahr-zu-Jahr-Perspektive. Der Endbetrag dieses Experimentes beträgt 143107,06€, wobei davon 73291,06€ Zinserträge sind.

Alternative Mobilität statt Auto
Das Diagramm zeigt die jährlichen Einsparungen sowie die damit erzielte Rendite

Jahr | Kontostand | Ersparnisse | Eingezahlter Betrag | Zinsen in Periode | Zinsertrag bisher
1 3490,8 3490,8 3490,8    
2 7225,96 3490,8 6981,6 244,36  
3 11222,57 3490,8 10472,4 505,82 244,36
4 15498,95 3490,8 13963,2 785,58 750,17
5 20074,68 3490,8 17454 1084,93 1535,75
6 24970,71 3490,8 20944,8 1405,23 2620,68
7 30209,46 3490,8 24435,6 1747,95 4025,91
8 35814,92 3490,8 27926,4 2114,66 5773,86
9 41812,76 3490,8 31417,2 2507,04 7888,52
10 48230,46 3490,8 34908 2926,89 10395,56
11 55097,39 3490,8 38398,8 3376,13 13322,46
12 62445,01 3490,8 41889,6 3856,82 16698,59
13 70306,96 3490,8 45380,4 4371,15 20555,41
14 78719,24 3490,8 48871,2 4921,49 24926,56
15 87720,39 3490,8 52362 5510,35 29848,04
16 97351,62 3490,8 55852,8 6140,43 35358,39
17 107657,03 3490,8 59343,6 6814,61 41498,82
18 118683,82 3490,8 62834,4 7535,99 48313,43
19 130482,49 3490,8 66325,2 8307,87 55849,42
20 143107,06 3490,8 69816 9133,77 64157,29

 

Wir möchten uns an dieser Stelle nicht anmaßen, das Ergebnis zu bewerten. Ob der eingesparte Betrag viel ist oder nicht, muss der einzelne für sich abwägen. Gleichfalls muss individuell bewertet werden, ob sich ein Auto ersetzen lässt oder nicht und wenn ja, ob der emotionale Schmerz durch die zusätzliche Kaufkraft ausgeglichen wird. Wir wissen auch, dass der Aufwand für einen effizienten Gebrauchtwagen sicherlich geringer ist und sich in 20 Jahren die Kosten für den ÖPNV oder Lieferdienste erhöhen werden. Die Kosten für Benzin werden aber sicher auch nicht sinken (und von der E-Mobilität sind wir noch etwas zu weit entfernt, um die Kosten abschätzen zu können).

Dieser Artikel soll nur als Gedankenanstoß dienen, sich über die Gewohnheiten Gedanken zu machen, die wir sonst für allgemein und selbstverständlich nehmen und wegen denen wir kein Geld zum Investieren haben.

Martin Schulz als Bundeskanzler – Vorteile, Nachteile und Chancen für Deutschland

Martin Schulz als Bundeskanzler – Vorteile, Nachteile und Chancen für Deutschland

Aktuell ist sein Name in aller Munde, Martin Schulz – der nächste „Kanzler“ – in den Augen der SPD. So geschlossen war die Fraktion schon lange nicht mehr und auch aus der Perspektive der breiten Medien hatte das Bündnis aus CDU und CSU schon lange keinen so starken Gegner, der sich ihnen im Wahlkampf gestellt hat.

Ein Kandidat wie Schulz hat ein echtes Potenzial Angela Merkel, die ja oft auch liebevoll Mutti betitelt wird, von ihrem Thron zu stoßen. Dabei ist Martin Schulz für viele Deutsche ein eher unbeschriebenes Blatt. In Gesprächen fallen immer wieder Begriffe wie Autodidakt, kein Studium, Buchhändler und viele mehr. Doch wer ist Martin Schulz wirklich und was sind die möglichen Vorteile sowie Nachteile, welche mit einem siegreichen Wahlkampf und einer Amtszeit als Kanzler für Deutschland entstehen könnten?

 

Kurzbiografie – Martin Schulz

Martin Schulz ist vor allem: Ein Unikat und bodenständig. Ein Original eben.

Am 20. Dezember 1955 geboren, hat er sein 60. Lebensjahr bereits hinter sich gelassen. Was ihn in seinem bisherigen Werdegang dabei besonders auszeichnet, ist hier kurz in Stichpunkten zusammengefasst.

  • Martin Schulz beendete seine Schulkarriere nach dem zweimaligen Wiederholen der 11. Klasse mit der Mittleren Reife
  • Er lernte einen kaufmännischen Beruf und wurde Buchhändler. Nach seiner Ausbildung war er für mehrere Jahre bei unterschiedlichen Verlagen tätig, bis er mit seiner Schwester eine eigene Buchhandlung eröffnete
  • In den 1970er Jahren verfiel Schulz dem Alkohol. Bis heute macht er aus dieser Tatsache keinen Hehl
  • Mit 19 Jahren (1974) trat Martin Schulz in die SPD ein und wurde 1987 zum jüngsten Bürgermeister in NRW
  • Im Jahr 1994 wurde Schulz in das Europaparlament gewählt
  • 2012 konnte er sich im ersten Wahlgang mit der erforderlichen Mehrheit gegen seine Gegenkandidaten behaupten und wurde Präsident des Europaparlaments
  • 2016 kommt die Entscheidung, die Europapolitik nicht um eine potenzielle weitere Amtszeit als Präsident des Europäischen Parlaments zu verlängern, sondern sich wieder der Bundespolitik zuzuwenden

Und jetzt steht Martin Schulz also vor seiner neuen Aufgabe als Kanzlerkandidat der SPD. Was wären die Vorteile und Nachteile, die ein Kanzler Schulz mit sich bringen würde?

 

Vorteile einer Wahl von Martin Schulz als Bundeskanzler

  • Martin Schulz ist für die internationalen Beziehungen, welche die Bundesrepublik Deutschland pflegt, mehr als ausreichend gewappnet. Mit fünf Sprachen ist Kommunikation für ihn kein Fremdwort (Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch und Italienisch)
  • Martin Schulz ist ein Autodidakt, der sein Leben lang bewiesen hat, dass er mit neuen Situationen umgehen kann. Sein Lebenslauf zeigt, dass er an allen denkbaren Gegebenheiten wachsen und lernen konnte und auch bereit dazu war. Diese Fähigkeit ist für Politiker von großem Vorteil und in einer Position wie der des Bundeskanzlers unerlässlich
  • Schulz ist ein „Mann des Volkes“. Durch seine Erfahrungen in der Kommunalpolitik ist er ein bodenständiger Mensch geworden. Er weiß um die Probleme in der Bevölkerung und hat eine wertorientierte sozialdemokratische Ausrichtung. Dies ist gerade in Zeiten, in denen der Populismus immer mehr Zulauf bekommt, ein interessanter Gegenpol
  • Schulz stärkt aktuell die SPD enorm -ganz gleich ob man nun die SPD wählt oder nicht. Eine facettenreiche politische Landschaft ist wichtig für lebendige Politik. Wie sagt schon das alte Sprichwort? Konkurrenz belebt das Geschäft- Und etwas Schwung in die Politik der etablierten deutschen Parteien zu bringen, ist mit großer Gewissheit von Vorteil
  • Mit seinem ausgeprägten Netzwerk und großer Erfahrung auf europäischer Ebene hat Martin Schulz das Potenzial Europa wieder enger zusammenrücken zu lassen und somit die vorteilhafte Position Deutschlands im Binnenmarkt zu erhalten
  • Mit ihm an der Spitze könnte Deutschland in Europa wieder in ein besseres Licht rücken, da er von allen Seiten als echter Europäer angesehen wird. Dies könnte Spannungen, welche durch die Flüchtlingsthematik der letzten Jahre aufgekommen waren, wieder lindern. Diese Lockerung wäre ein Vorteil für ganz Europa
  • Vor allem Pragmatismus ist es, was sich Martin Schulz mit auf die Fahne schreibt. Dies ist eine Eigenschaft, welche sich in der sich schnell verändernden politischen Landschaft der Welt als extremer Vorteil zeigen kann. Denn mit den Trumps und Orbans dieser Welt sind oftmals Entscheidungen gefragt, welche schnell umgesetzt werden können

 

Nachteile einer Wahl von Martin Schulz als Kanzler

  • Martin Schulz hat in den letzten Jahren kaum bis keine Schnittfläche zur Bundespolitik gehabt. Daher stellt sich an vielen Stellen die Frage, kann er überhaupt Bundespolitik in ausreichendem Maße überblicken und ausüben. Diese Unsicherheit ist wie Unsicherheit per se als Nachteil zu definieren
  • Seine fehlende akademische Ausbildung könnte auf internationaler Ebene für Unverständnis sorgen und sich als Nachteil in Verhandlungen erweisen
  • Martin Schulz wird in der Weltöffentlichkeit als Gesicht des Europaparlaments wahrgenommen. Dieses Branding lastet ihm auch im Amt des Bundeskanzlers an. Eine solche „Markierung“ kann sich als potenzieller Nachteil herausstellen (kann sich aber auch zu einem Vorteil kehren, je nach Situation)
  • Ein eindeutiger Kurs bezüglich der Schuldensituation in Europa fehlt Martin Schulz. Zum einen hat er ein tiefes Verständnis für Schuldenstaaten, zum anderen macht er sich für das Einhalten der Eurostabilitätsregeln stark. Dies könnte sich im Speziellen dann als Problem darstellen, sollte es im europäischen Schulden-Sumpf erneut zum Kochen kommen. Hier ist noch besonders herauszustellen, dass Martin Schulz ein Vertreter der vieldiskutierten Euro-Bonds ist. Euro-Bonds liefern, vereinfacht gesagt, die Möglichkeit für Europa Schulden gesamtschuldnerisch aufzunehmen und somit von einer besseren Bonität zu profitieren. Dies kann sich jedoch für Deutschland als Nachteil herauskristallisieren, sollten andere Länder zahlungsunfähig werden
  • Schulz ist überzeugter Europäer- So sagte Gianni Pittella, dass er ihn als eine große Führungspersönlichkeit sehe, sich aber auch sicher sei, dass er seine Erfahrung und Fähigkeiten im Bereich der Führung nicht nur für Deutschland sondern immer auch im Kontext der gesamten EU einbringen würde. Dies ist von der Grundtendenz ein großes Plus für Schulz, da die EU für Deutschland eine enorme Wichtigkeit hat. Jedoch ist unklar, ob er eine ähnlich harte Kante fahren würde wie Angela Merkel, welche die Interessen Deutschlands oft mit hohem Nachdruck durchgesetzt hat
  • Basierend auf Aussagen von Parteigenossen Sigmar Gabriel hat Martin Schulz im Speziellen in Brennpunkt Themen wie der Rente bisweilen nur geringe Erfahrungen gesammelt. Allerdings bedarf es hier in den kommenden Jahren einiger Entscheidungen. Hier ist mangelnde Erfahrung ein klarer Nachteil.
  • Laut N24 Berichten soll Martin Schulz auf Fragen der Aktivitäten in Berlin immer wieder geäußert haben: „Ich will kein Ministerpräsident werden. Ich will kein Bundesminister werden. Ich will kein Fraktionschef werden.“ So soll auch manchmal ein „Pfff Berlin“ gefallen sein. Nun winkt ihm aber genau dort ein Posten, sollten die Wähler sich für ihn entscheiden. Potenzielle mangelnde intrinsische Motivation kann sich gerade in solchen Positionen nachteilig auf die Leistung auswirken

 

Potenzielle Auswirkungen und Chancen für Deutschland

Die etwaigen Vor- und Nachteile, welche Martin Schulz als Kanzler für Deutschland haben könnte, sind in den oberen Abschnitten zur Genüge aufgelistet worden. Doch was sind die Auswirkungen, die sich daraus ergeben.

Fakt ist, dass auch in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Viele der Gesetze, welche dies möglich gemacht haben, gehen mit auf die Kappe der SPD auch wenn dies anderen Personen und politischen Geflechten zuzuschreiben ist. Mit Martin Schulz hat die deutsche Politik die Chance frischen Wind in die Segel zu bekommen, denn nach drei Amtszeiten ist es unter Umständen doch einmal Zeit für einen Wechsel. Die sich auf einen Wechsel beziehende Aussage beruft sich dabei nicht auf die etwaigen Leistungen oder Verfehlungen der Kanzlerin, sondern vielmehr auf die Tatsache, dass Brüche entstehen müssen, um an ihnen zu wachsen und sich zu verbessern.

Themen wie die Rente, Einkommensverteilung sowie Arbeitszeiten und der Umgang mit der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung werden die Kernpunkte der deutschen Politik den nächsten Jahren sein. Entscheidungen in diesen Bereichen können über die Lebensqualität von vielen kommenden Generationen entscheiden.

Vor eben diesem Hintergrund gilt es ganz besonders die Auswirkungen abzuwägen, welche mit der Abgabe unserer Stimmen einhergehen.

Wir versuchen mit Herrn Schulz noch ein Interview zu führen, bzw. würden uns über ein Statement von ihm oder seiner Partei sehr freuen. Damit wünschen wir viel Erfolg für den Wahlkampf, mögen die Argumente entscheiden.

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Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)

Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE)

Warum wurde das bedingungslose Grundeinkommen in letzter Zeit öffentlich verstärkt diskutiert? Der Fokus unserer Sorgen hat sich mit Erreichen großen Wohlstands in den industrialisierten Nationen verschoben. Sorgen um die eigene Gesundheit und oder genügend Nahrung sind in den Hintergrund gerückt. Soziale Systeme und die Qualität der Gesundheitsversorgung machen es möglich.

Doch mit der Lösung des eines Problems, taucht bereits das nächste wieder auf. Der Fortschritt der Technologisierung macht es möglich Menschen durch Maschinen zu ersetzen. Viele fürchten sich davor ihren Job zu verlieren und am Existenzminimum leben zu müssen.

Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) oder auch universal basic income (UBI) rückt in dieser immer schnelleren, komplexeren und zunehmend technologisierten Welt in die Diskussionen unserer Gesellschaft. Finnland möchte nun, 2017, ein solches BGE einführen. Doch was ist das? Was kann es? Was soll es? In zahlreichen Studien wurde ein solches System der „bedingungslosen finanziellen Grundsicherung für jeden“ erprobt. Die Ergebnisse sind erstaunlich!

Das bedingungslose Grundeinkommen wird heiß diskutiert. Auf der einen Seite stehen die großen Kritiker, welche in diesem Konzept einen Freibrief für faule und arbeitslose Menschen sehen und sich gegen höhere Zuwendungen für diese „Schnorrer“ der Gesellschaft wenden. Auf der anderen Seite argumentieren viele Ökonomen und Forscher für ein solches Grundeinkommen und betonen die zahlreichen positiven Erfahrungen und erforschten Effekte. Ich möchte mich in diesem Beitrag genauer mit diesem durchaus hochemotional diskutierten Thema beschäftigen.

Was ist ein BGE?

Das bedingungslose Grundeinkommen stellt eine finanzielle Grundsicherung dar, welche der jeweilige Staat jedem Bürger überweist. Diese Grundsicherung, auch als Grundeinkommen zu verstehen (englische Medien verwenden gerne den Begriff mincome, eine Kombination aus „mini income“), ist hierbei bedingungslos und bewusst oberhalb des Existenzminimums angesetzt.

Diese beiden Faktoren, oberhalb des Existenzminimums und bedingunglos, unterscheiden das BGE maßgeblich zum Arbeitslosengeld. Das Arbeitslosengeld soll nur eine temporäre Unterstützung von Seiten des Staates sein und erlaubt nur die wichtigsten Kosten zu decken. In Würde kann man von diesem Geld nicht wirklich leben. Das BGE dagegen wird dauerhaft unabhängig davon ausgezahlt, ob man einen Job hat oder nicht. Es ist oberhalb des Existenzminimums angesetzt, um auch arbeitslosen Personen ein normales Leben zu ermöglichen. Das Existenzminimum liegt in Deutschland aktuell bei rund 8.500€ je Person und 4.500€ je Kind pro Jahr. Dies entspricht rund 700€ steuerfreies Gehalt in Deutschland. Ein BGE würde man zwischen 700 und 1.500€ ansetzen.

Des Weiteren ist das bedingungslose Grundeinkommen, wie der Name bereits sagt, bedingungslos. Es ist nicht an Verpflichtungen gekoppelt. Beim Arbeitslosengeld muss der Arbeitssuchende auf Arbeitssuche sein, ist verpflichtet jeden Job (bis auf Ausnahmen) anzunehmen, Maßnahmen zuzustimmen und andere Dinge. Er steht in der Schuld und hat bestimmte Pflichten. Das BGE würde jeder deutsche Staatsbürger erhalten – ohne Verpflichtungen.

Es gibt nicht „das eine“ bedingungslose Grundeinkommen, sondern zahlreiche verschiedene Konzepte der Umsetzung mit demselben Grundgedanken. Beispielsweise kann eine Grundsicherung entweder direkt auf das Konto überwiesen werden oder niedrige Gehälter werden mit einer negativen Einkommenssteuer belegt – das bedeutet: der Staat zahlt drauf.

Warum brauchen wir ein BGE?

Unsere Welt entwickelt sich immer weiter. Gesellschaftlich und technologisch. Innovationen werden immer schneller skaliert, die Globalisierung greift zunehmend um. China und Indien werden ihr BIP im 21. Jahrhundert doppelt bis drei Mal so schnell verdoppeln, wie die USA oder England im 20. Und 19. Jahrhundert. Die Welt dreht sich bildlich gesprochen immer schneller für uns Menschen. Dies ist vorallem an den sozialen Netzwerken zu erkennen: mehr Menschen, mehr Posts, mehr Nachrichten, mehr Snaps, Tweets und Likes. Die Informstionsflut bricht auf uns ein und wir können uns kaum mehr davor retten. Und obwohl die Geschwindigkeit unseres Alltags bereits groß ist – sie wird noch weiter zunehmen!

Der Kerngedanke des bedingungslosen Grundeinkommens ist soziale Gerechtigkeit

Wir können nicht alle Menschen auf diese technologisch-gesellschaftliche Reise mitnehmen. Ein solches Unterfangen bringt immer Zentrifugalkräfte mit sich. An den Rändern werden Bürger verloren gehen und nicht mehr mitkommen (Modernisierungs- bzw. Globalisierungsverlierer). Sei es auf Grund der Technologiserung bzw. Robotisierung oder schlicht auf Grund der Geschwindigkeit unserer Entwicklung. Die Zuverlässigkeit unserer sozialen Systeme wird Jahr für Jahr intensiver getestet. Können wir in diesen labilen und sich schnell verändernden Zeiten Stabilität für jeden gewährleisten?

Die meisten sozialen Systeme bestehender Staaten stammen noch von Anfang des 20. Jahrhunderts. Die deutschen Systeme sind größtenteils noch von Otto von Bismarck entworfen worden. Diese sind darauf konzipiert, dass es mehr junge Menschen als alte gibt und wir im durchschnitt 60 bis 70 Jahre leben. Heutzutage werden die meisten Menschen älter als 80, viele erreichen das 100. Lebensjahr. Tendenz steigend. So war das damalige Rentensystem darauf ausgelegt Rentnern nach dem 60. Lebensjahr noch etwa 10 Jahre lang den Lebensabend zu finanzieren. Wie lange leben wir heute nach dem 60. Lebensjahr? Mit 50 oder 55 erreichen wir gerade erst den Höhepunkt unserer Karriere – meistens. Unsere sozialen System halten all diese modernen Einflüsse nicht unbedingt aus. Reformen sind nötig. Ist hier das bedingungslose Grundeinkommen eine wirksame Alternative?

Auf der einen Seite gibt es Einflüsse, welche uns zwingen unsere bestehenden sozialen Systeme zu überdenken. Auf der anderen Seite bietet das BGE den Charme der positiven Nebeneffekte. Wer Arbeitslosengeld bezieht hat kaum genug Geld für die anfallenden Kosten. Mit dem BGE können Menschen sich ein Leben in Würde finanzieren, aber auch in die eigene Gesundheit und Bildung bzw. auch die ihrer Kinder investieren. Es gibt bereits Grundeinkommen, wie beispielsweise das BAfÖG, welche jedoch nicht komplett bedingungslos sind, aber doch ein Grundeinkommen ermöglichen sollen. Die Effekte dieser Grundsicherungen sind hierbei klar erkennbar: bessere Bildung, zufriedenere Menschen, gesündere Bürger und somit einhergehend beispielsweise auch weniger Kriminalität.

Die meisten denken, dass ein BGE bedeutet, dass der Staat das Steuergeld verschenkt. Der Wut gegen solche Konzepte ist durchaus verständlich. Doch, wie soeben beschrieben, geht der Sinn dieses Grundeinkommens viel weiter. Bildung, Gesundheit und Lebensstandard der Gesellschaft sollen verbessert und somit Kosten im Gesundheitswesen und für innere Sicherheit gesenkt werden. Die Zufriedenheit der Bürger soll steigen und die Sicherheit in der Gegenwart bei einer unsicheren Zukunft gewährleistet werden.

BGE

Wie könnte man ein bedingungsloses Grundeinkommen umsetzen?

Ich möchte in diesem Abschnitt mit fiktiven Zahlen etwas detaillierter mit dem Gedanken einer bedingungslosen Grundsicherung spielen. Ist das BGE überhaupt finanzierbar? Dies soll nicht als perfekte Berechnung, sondern als Gedanken- oder Diskussionsansatz verstanden werden.

Man könnte ein BGE direkt auf die Konten der Bürger überweisen. Hierbei würde beispielsweise jeder Deutsche zwischen 700 und 1.500€ pro Monat erhalten. Kinder bzw. die Eltern von Kindern erhalten 500€ (Existenzminimum 2015 bei 375€ je Kind).

2020 werden vorraussichtlich 18% der 82 Millionen Einwohner Deutschlands unter 20 Jahren alt sein. Durch ein BGE über 500€ für unter 20-jährige und 1.000€ für ältere Personen würde dementsprechend eine Belastung für den Haushalt Deutschlands über rund 14 Milliarden Euro im Monat oder auch 168 Milliarden Euro im Jahr entstehen.

Der erste positive Effekt ist jedoch bereits, dass zahlreiche komplexe Förderstrukturen im Sozialsystem hinfällig wären. Es würde kein Arbeitslosengeld und somit keine aufwändigen Prüfungen geben. Kindergeld, Zuschüsse, Steuerfreibeträge und viele andere Dinge könnten gestrichen werden. Jeder Bürger erhält Summe X auf die Hand und darf damit umgehen, wie er möchte. Der Verwaltungsaufwand könnte reduziert werden. Dieses Geld ist darüber hinaus nicht mehr an Bedingungen oder Vorraussetzungen gekoppelt. Muss denn unsere Existenz bzw. unser Leben in dieser Gesellschaft an Bedingungen gekoppelt sein? Wir haben das Leben und die Erde kostenlos erhalten und doch zwängen wir uns in Pflichten und Schuldsysteme.

168 Milliarden Euro klingt also auf den ersten Blick sehr viel. Deutschland wendet jedoch bereits jetzt über 130 Milliarden Euro jährlich für Soziales, Arbeit und Familie auf. Diese Summe kann man natürlich nicht 1:1 entgegenstellen, aber während der Staat mit dem BGE rund 170Mrd€ Kosten zu erwarten hat entfallen auf der anderen Seite mindestens bereits 100Mrd€ an bestehenden Förderungen. Dies kann ich aus den mir zugänglichen Statistiken leider nicht genau berechnen. Ich vermute in diesem Rechenbeispiel jedoch, dass die Mehrbelastung für den Staat durch den Wegfall bestehender finanzieller Leistungen bei ungefähr 70 Milliarden Euro im Jahr liegen würde. Die erfolgreiche Finanzierung eines solchen Systems ist jedoch eines der größten Probleme der Umsetzung des BGE.

Die meisten Menschen suchen nach Problemen anstelle Lösungen. Die Gefahr einer Volkswirtschaft in der viele Menschen nicht mehr arbeiten oder wesentlich weniger ist vorhanden, richtig. Aber warum ein Konzept mit Potential tod reden? Warum nur die Probleme suchen? Gibt es eventuell Lösungen? Oder lassen sich neue tolle Konzepte entwickeln? In Kanada wird das BGE immer wieder erprobt. In der Stadt Dauphin ließ man beispielsweise den Anreiz zur Arbeit bestehen indem man jeden selbst erarbeiteten Dollar nur zu 50 Cent (50%) vom BGE abzog. Wenn also jeder Anspruch auf beispielsweise $1,000 hat und jemand einen Job über $1,000 besitzt, so erhält diese Person trotzdem $500 BGE und steht am Ende mit $1,500 Einkommen besser da als wenn er nicht arbeiten würde. Personen ab $2,000 erhalten kein BGE mehr. Ich habe mir diese Zahlen nur ausgedacht. Hintergrund ist Arbeit weiterhin zu belohnen und Personen mit mehr als genug Geld kein BGE auszuzahlen.

Das bestimmte Personen jedoch kein BGE erhalten erachte ich als gut. Wenn jemand beispielsweise über 4.000€ im Monat verdient geht es ihm finanziell gut. Muss diese Person dann noch mehr Geld erhalten? Viele Menschen fühlen sich jedoch ungerecht behandelt. Sie gehen Arbeiten und bekommen kein BGE? Doch ist es nicht Sinn unserer Gesellschaft, dass wir uns gegenseitig unterstützen? Doch die Idee des BGE ist es nicht jedem stupide Geld zu schenken, sondern die Gesellschaft gerechter und stabiler zu machen. Wer genug Geld hat um gut zu leben, der muss nicht unterstützt werden. Wo man diese Grenze ansetzt ist dann Verhandlungssache und muss in der Praxis erprobt werden. Je nach wirtschaftlicher Lage könnte dies auch angepasst werden. Auch würden hier viele weitere Milliarden weniger durch den Staat aufgebracht werden müsste. Ist es bereits ein Nullsummenspiel, wenn wir das BGE einführen würden?

Wahlweise gibt es auch die Möglichkeit einer negativen Einkommenssteuer. Auch dies wurde bereits erprobt. Hierbei gibt es dann nicht, wie im aktuellen deutschen System, bis zu einem Gehalt über rund 8.500€ einen Steuerfreibetrag, sondern beispielsweise bis 5.000€ Jahresgehalt eine Einkommenssteuer über -25%. Der Staat legt nochmals 1.250€ oben drauf. Hier könnte man verschiedene Stufen einbauen wann der Staat wie viel Prozent auf das Gehalt drauflegt. Wer nicht arbeitet erhält das Existenzminimum, also Arbeitslosengeld, ausgezahlt. Der Nachteil dessen: Es ist erneut ein sehr kompliziertes System, da alles geprüft werden muss. Es müsste wieder große Behörden geben und alle Bürger hätten noch mehr Papierkram zu erledigen.

Ergebnisse bisheriger Pilot-Projekte

Die kanadische Kleinstadt Dauphin testete das BGE bereits 1979. In Dauphin konnten sich die ärmsten Bürger darauf bewerben und erhielten ab sofort für 4 Jahre ein Grundeinkommen. Die Ergebnisse sind in einem Archiv festgehalten und mittlerweile analysiert:

  1. Die Menschen haben nicht weniger gearbeitet. Größtenteils sogar mehr.
    Grund ist, dass das kanadische BGE Arbeit belohnte. Jeder verdiente Euro senkte das BGE nur um 50ct. Wer 1.000€ BGE im Monat erhielt und sich 600€ dazuverdiente hatte am Ende 1.300€ zur Verfügung. Wer Vollzeit arbeite bekam weitere Boni. Durch ein BGE kann Arbeit und soziales Engagement belohnt werden. Im aktuellen Kapitalismus wirst du für Ehrenamt und soziales Engagement meist gewissermaßen „bestraft“. Es zählt nur das Einkommen.
  2. Mehr Menschen machten einen Schulabschluss
    Das Grundeinkommen sicherte ab. Man konnte mit Konzentration und Ruhe lernen und sich bilden. Niemand musste bereits mit 16 Jahren seine schulische Laufbahn beenden um arbeiten zu gehen. Der Bildungsstand in der Bevölkerung stieg und die Kriminalität sank. Weniger Einbrüche wurden in Daupphin verzeichnet, sowie mehr in die Sozialkassen einzahlende gut verdienende Bürger. Armut wurde erfolgreich durch bessere Bildung bekämpft.
  3. Weniger Kranke
    Weniger Arztbesuche, weniger Krankenhausaufenthalte, Suchtfälle und Trunkenheit. Das BGE ließ die Gesundheit der Bevölkerung besser werden.

Quellen

Futurism – Is Universal Basic Income a Viable Solution?

Futurism – India’s Top Economist Announces His Support For Universal Basic Income

big think – What Happens When Everyone is Given Basic Income?

Canadian Soacial Research – Guaranteed Annual Income: A Supplementary Paper

Wikipedia – basic income

Wikipedia – negative income tax

Basic Income Earth Network – ONTARIO, CANADA: New Report on Minimum Income Pilot

The Guardian – Ontario pilot project puts universal basic income to the test

Portal für Finanzen und Versicherungen – deutsches Existenzminimum 2015

Denkfehler: Basiert mein Backtest auf der richtigen Logik?

Denkfehler: Basiert mein Backtest auf der richtigen Logik?

Das „Backtest-Problem“

Jeder, der sich länger und intensiver mit dem Thema „Trading“ beschäftigt hat, hat schon mal einen Backtest durchgeführt. Oder? Zumindest hat jeder schon, mindestens einmal, eine Backtestauswertung gesehen.

So, in etwa, kann eine Backtest-Auswertung aussehen:

Es sind alle relevanten Daten zu erkennen. Maximaler Drawdown, durchschnittlicher Gewinn, durchschnittlicher Verlust usw.

Es scheint so auszusehen, als ob ein Backtest eine gute Sache ist. Ist er auch! Wenn man das Signal oder die Handelsstrategie, die dahintersteckt, auch richtig überprüft hat.

Wenn Sie sich für das Thema „Handelsstrategie entwickeln“ interessieren, können wir Ihnen gerne unseren Artikel zu diesem Thema ans Herz legen: Wie entwickle ich eine erfolgreiche, statistische Trading-Strategie? 

Es verbirgt sich nämlich, in den meisten Fällen, ein großer Denkfehler hinter solchen Backtests. Wir reden jetzt nicht davon, dass dieser Backtest falsch ist und dass die Zahlen, die angegeben worden sind, nicht stimmen.

Es handelt sich eher um einen Test-Fehler in der Logik des Traders! Sie wollen ja eine statistische Auswertung nach wissenschaftlichen Methoden vornehmen und somit beweisen, dass Ihr Backtest tatsächlich seine Richtigkeit besitzt. Sie wollen wissen, ob Ihr Handelssignal für den positiven Backtest gesorgt hat oder ob der positive Backtest gar nicht mit dem Handelssignal korreliert.

Ohne die richtige wissenschaftliche Logik hat ein Backtest, auch wenn er Gewinnbringend ist, sehr wenig Aussagekraft!

Die Logik hinter einem Backtest verstehen!

Was ist wohl der größte Irrglaube bei einem durchgeführten Backtest? Oder überlegen Sie mal, was einer sein könnte.

Es ist der Irrglaube, dass man glaubt die richtige Schlussfolgerung aus seinem Backtest zu ziehen, obwohl diese falsch sind. Diese falsche Schlussfolgerung kann fatale Folgen für eine Tradingstrategie haben und Sie damit eine menge Geld kosten. Verdeutlichen wir das am besten an einem Beispiel.

Sie haben sich hingesetzt und sich Gedanken über ein Handelssystem gemacht. Soweit so gut. Sie sind auf die Idee gekommen und wollen nun Ihre Handelsidee mit einem Backtest bestätigen. Voilá, Sie haben einen positiven Backtest erhalten und gehen nun davon aus, dass Ihre Handelsidee oder Ihr Handelssignal eine Aussagekraft für die Zukunft besitzt. Und hier greifen wir ein. Dies ist ein Trugschluss. Sie haben zwar durch diesen Backtest ein positives Resultat erhalten, Sie haben aber noch lange nicht bewiesen, dass dieses positive Resultat auch durch Ihr Handelssignal zustande gekommen ist.

Hier nochmal der Vorgang als logische Reihenfolge dargestellt:

  1. Prämisse: Wenn mein Handelssignal eintritt, steigt/sinkt der Markt in meine gewünschte Richtung und führt zu einem positiven Backtest.
  2. Prämisse: Wir erhalten einen positiven Backtest.
  3. FALSCHE SCHLUSSFOLGERUNG: Unser Handelssignal hat eine Aussagekraft und sorgt für den positiven Backtest.

Verdeutlichen wir die falsche Schlussfolgerung an einem anderen Beispiel:

  1. Prämisse: Wenn es ein Kugelschreiber ist, dann kann man damit auch schreiben.
  2. Prämisse: Man kann damit schreiben.
  3. FALSCHE SCHLUSSFOLGERUNG: Es ist ein Kugelschreiber.

Nur weil man damit schreiben kann, muss es nicht automatisch ein Kugelschreiber sein. Es kann sich auch um einen Bleistift, einen Tintenfüller etc. handeln.

Richtig ist aber auch wiederum, wenn ich damit nicht schreiben kann, dann ist es auch definitiv kein Kugelschreiber. Rückwirkend funktioniert diese Logik.

Genauso ergeht es der Logik im oberen Backtest-Beispiel. Sie haben zwar einen positiven Backtest erhalten, dies heißt aber noch lange nicht, dass auch tatsächlich Ihr Handelssignal oder Ihre Tradingstrategie für den positiven Backtest verantwortlich ist. Es können zig andere Gründe sein.

Diese „zig anderen Gründe“ müssen wir ausschließen können, um uns so sicher wie nur möglich mit unserem Handelssystem zu sein.

Jetzt kommen wir zum spannenden Teil. Wie überprüfen Sie denn jetzt die richtige Schlussfolgerung.

Der H0-Hypothesentest

Wir wollen jetzt nicht versuchen unsere Prämissen zu beweisen, sondern wir wollen diese widerlegen.

Als Anmerkung, wir werden versuchen es nicht zu trocken zu erklären, da Statistik für die meisten Trader eher ein langweiliges, als ein spannendes Thema ist. Wir versuchen Ihnen ein kompaktes und brauchbares Modell an die Hand zu geben, mit denen Sie dann, hoffentlich, in Zukunft Ihr Schlussfolgerungen richtig analysieren können.

Die H0-These ist immer die These, die wir versuchen zu widerlegen. Die H1-These ist dann logischerweise die These, die wir versuchen zu bestätigen.

Die H1-These wird auch als Alternativhypothese bezeichnet und stellt die Gegenwahrscheinlichkeit zur H0-These dar.

Stellen wir nun unsere H0- und H1-Hypothese auf:

  • H0-These: Wenn mein Handelssignal eintritt, dann steigt/sinkt der Markt in die nicht gewünschte Richtung um den Betrag X
  • H1-These: Wenn mein Handelssignal eintritt, dann steigt/sinkt der Markt in die gewünschte Richtung um den Betrag X

Nun stellen wir unsere richtige logische Schlussfolgerung auf:

  1. Prämisse: Wenn H0-Richtig, dann entwickelt sich der Markt um Betrag X nicht in die gewünschte Richtung
  2. Prämisse: Der Markt entwickelt sich nicht, in die nicht gewünschte Richtung um den Betrag X ( Also in die gewünschte Richtung)
  3. RICHTIGE SCHLUSSFOLGERUNG: Wir können die H0-These verwerfen und können sagen, dass das Handelssignal tatsächlich eine Aussagekraft besitzt und der Markt sich höchstwahrscheinlich aufgrund des Handelssignals sich in die gewünschte Richtung entwickelt.

Es ist natürlich klar, dass die Realität deutlich komplexer ist, als dass man sie in 2 Thesen packen könnte. Es ist dennoch wichtig, sich dieser richtigen Systematik bewusst zu sein und nicht jedem Backtest zu glauben.

Wir prüfen, bevor wir eine Handelsstrategie entwickeln, immer mit Hilfe einer Teststatistik und dem H0-Hypothesentest, ob es sich lohnt mehr Energie in eine Handelsstrategie hinein zu investieren.

Diese Fehler können bei einem H0-Hypothesentest eintreten 

Sie müssen natürlich auch wissen, dass Sie auch mit einem H0-Hypothesentest nie die 100%-ige Sicherheit haben, dass der positive Backtest tatsächlich auch an Ihrem Handelssignal liegt.

Solch ein mögliches Szenario wird durch ein Signifikanzniveau gekennzeichnet. Im Normalfall beträgt solch ein Signifikanzniveau 5%. Das heißt, dass in 5% der Fälle ein Fehler im Hypothesentest vorliegen kann.

Es existieren zwei Arten von Fehlern die eintreten können. Der Fehler 1. Art und der Fehler 2. Art.

Ein Fehler 1. Art liegt vor, wenn Sie bei einem H0-Hypothesentest die H0-Hypothese zu Unrecht verworfen haben.

Ein Fehler 2. Art liegt vor, wenn Sie bei einem H0-Hypothesentest die H0-Hypothese zu Unrecht beibehalten haben,

Diese Fehler können Sie mit Hilfe eines „p-Value-Test“ minimieren. Komplett ausschließen können Sie diese aber nie.

Fazit:

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Artikel zeigen konnten, wo sich einer der größten Denkfehler im Bereich Backtesting verbirgt.

Es ist von unglaublicher Wichtigkeit, dass Sie Ihren Backtest mit der richtigen Logik überprüfen. Natürlich ist der H0-Hypothesentest kein Wundermittel für Strategien mit einer unglaublichen Performance. Solch ein Wundermittel existiert leider auch nicht.

Was der H0-Hypothesentest aber definitiv kann, ist Sie vor Strategien zu schützen, die Ihnen Geld kosten würden, bis Sie bemerken würden, dass die Handelsstrategie irgendwie nicht so funktioniert wie geplant.

Seien Sie ehrlich zu sich selbst und prüfen Sie Ihre eigene Handelsstrategie mit dem H0-Hypothesentest. Sie werden staunen!

 

Mit freundlichen Grüßen und eine erfolgreiche Trading-Woche,

Statistic-Trading

 

Vorteile und Nachteile von höheren Zinsen nach den Zinsentscheiden FED – EZB

Vorteile und Nachteile von höheren Zinsen nach den Zinsentscheiden FED – EZB

In den letzten Jahren reizten die Zentral- und Notenbanken der Welt ihre Möglichkeiten nahezu vollständig aus. Alle Register der klassischen Instrumente der Geldpolitik wurden gezückt, um die Volkswirtschaften zu stimulieren und so Wachstum zu fördern. Besonders oft wurde dabei der Leitzins der Notenbanken in den Fokus gerückt. Dieser war in verschiedensten Ländern auf oder sogar unter 0 Prozent gefallen. Janet Yellen (Federal Reserve USA – FED –) gab nun bekannt, dass unter anderem aufgrund der stärker gestiegenen Inflation nach der Wahl Donald Trumps als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) eine Zinserhöhung eingeleitet wird, sowie weitere Steigerungen in den kommenden Jahren vorgesehen sind.

Dabei soll der Leitzins vorerst auf bis zu 2,9 Prozentpunkte steigen.

Wie die EZB auf diese Pläne reagieren wird, bleibt gespannt abzuwarten.

In diesem Artikel haben wir einige Vor- und Nachteile der kommenden Zinserhöhung unter die Lupe genommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel argumentierte zwar, dass durch die niedrige Inflation der Realzins gar nicht so schlecht sei. Es lassen sich dennoch einige negative Effekte aufzählen. Die meisten Menschen schauen nicht auf den echten, realen Zins, sondern auf den, der ihnen nominal angeboten wird.

Eine detailliertere volkswirtschaftlich fundierte Version des Artikels findet sich hier.

 

Vorteile, die sich aus einer Zinserhöhung durch FED oder EZB ergeben

  • Ein höherer Leitzins könnte dazu führen, dass wir wieder mehr sparen. Der Anreiz, das verdiente Geld sofort wieder auszugeben, würde gleichzeitig sinken.
  • Private Verbraucher sind eher bereit, den Kauf eines teuren Konsumguts oder auch einer Investition abzuwarten, um das benötigte Geld dafür zu sparen, anstatt es über einen Kredit zu finanzieren.
  • Durch die höhere Bereitschaft zu sparen, bauen Personen ein Vermögen auf. Dies kann insofern als Vorteil gewertet werden, da sie dadurch in wirtschaftlich schwierigen Situationen besser abgesichert sind. Bei akuter Arbeitslosigkeit wäre man daher nicht gezwungen, nächstbesten Job anzunehmen, sondern könnte sich einen geeigneten Job suchen, der zu den eigenen Qualifikationen passt.
  • Personen, die finanziell abgesichert sind, fühlen sich wohler und freier. Die aktuell sichtbare Radikalisierung in den Industrieländern könnte sich vermindern, wenn die Menschen wieder mehr darauf aus wären ihr privates Vermögen aufzubauen und so ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern
  • Der Bankensektor hätte wieder die Chance, bessere Margen in seinem Kerngeschäft (Kreditvergabe) zu erzielen. Dadurch wären Banken weniger als aktuell gezwungen, in anderen Bereichen Geld zu verdienen und die Stabilität des Sektors würde steigen.
  • Der Wert des Geldes könnte sich im Verhältnis zu anderen Währungen erhöhen, wodurch importierte Güter verhältnismäßig günstiger werden
  • Das Risiko enorm hoher Inflationsquoten würde sinken, da weniger Geld in der Volkswirtschaft im Umlauf ist
  • Es besteht eine gute Chance für sinkende Mieten bzw. weniger stark steigende Mieten, da sich die steigenden Zinsen negativ auf die Immobilienpreise auswirken könnten. Investoren könnten dann auch mit geringeren Mieten Gewinne erwirtschaften. Dies sollte sich vor allem für die Mieter als Vorteil herausstellen

Nachteile einer Leitzinssteigerung durch die Zentralbank

  • Investitionen werden teurer. Besonders junge Unternehmer und Start-Ups sehen sich daher höheren Finanzierungskosten gegenübergestellt. Dies birgt das Risiko, dass einige Ideen nicht in die Tat umgesetzt werden, da die Gewinnmarge zu Beginn nicht ausreichend groß ist.
  • Durch die höheren Investitionskosten sinken die Geldflüsse in neue Projekte. Das kann sich nachteilig auf Innovationen eines Landes auswirken
  • Preise von Schuldverschreibungen wie Anleihen haben ein erhöhtes Risiko Kursverluste zu verzeichnen, da andere Anlagemöglichkeiten interessanter geworden sind und die Nachfrage sinkt
  • Nachteile entstehen auch für Haushalte mit geringerem Einkommen. Diese haben nun nicht mehr die Möglichkeit ein Haus zu kaufen. Die gestiegenen Zinsen bedeuten höhere Kreditraten und diese kann sich nicht mehr jeder leisten.
  • Durch die abnehmende Anzahl an Familien, die sich ein Haus leisten können, sinkt die Nachfrage nach Immobilien, was zu einem Preisverfall am Immobilienmarkt führen kann.
  • Durch die angekündigte Zinserhöhung der FED könnte sich Mario Draghi unter Druck gesetzt fühlen ebenfalls schnell zu agieren. Dabei könnten unter Umständen „Flüchtigkeitsfehler“ passieren, sie gravierende Folgen nach sich ziehen könnten.
  • Die Zinserhöhung passiert zu einem Zeitpunkt erhöhter politischer Unsicherheit in den USA. Donald Trump löst Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten vom Amerika ab. Je nachdem, wie der Übergang abläuft, besteht das Risiko, dass die Konjunktur wieder zu lahmen beginnen könnte. Dieses Abflauen würde neue Stimulationen nach sich ziehen. Durch die dabei entstehenden Verzögerungen lässt sich einfach ein Szenario ausmalen, in dem die USA für einige Jahre einen konjunkturellen Stillstand erleben werden

Was lässt sich zusammenfassend über die Auswirkungen einer Zinserhöhung für die Wirtschaft sagen?

Die Effekte einer solchen Maßnahme seitens der Notenbanken sind vielschichtig und lassen sich nicht eindeutig greifen. Viele positive Effekte haben ebenso ihre Schattenseiten. Wie so oft hängt die Frage, ob etwas einen Vorteil oder einen Nachteil mit sich bringt, von der Perspektive des Betrachters ab. Besonders wichtig werden im Zusammenhang mit der Leitzinserhöhung die Entwicklung der Investitionsquoten des jeweiligen Landes im Verhältnis zu vergleichbaren Industrienationen, sowie die Stärke der Währung, da diese maßgeblich für die Export-Erfolge und Importlust der Bevölkerung mitverantwortlich ist. Mithilfe dieser Indikatoren lassen sich erste Rückschlüsse darauf ziehen, wie sich das BIP der Nation entwickeln könnte und in Folge dessen eine frühe Bewertung der potenziellen Vor- und Nachteile der Zinserhöhung für die Gesellschaft.

Angela Merkel – Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland

Angela Merkel – Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland

Angela Merkel – Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland. Deutschland bzw. Europa ist ohne Merkel kaum vorzustellen, oder? Als deutsche Kanzlerin beeinflusst sie die Politik weltweit nun seit 12 Jahren. In dem nachfolgenden Beitrag haben wir die Vorteile und Nachteile einer weiteren Amtszeit mal in Stichpunkten zusammengetragen. Zusätzlich haben wir versucht, die wichtigsten Kennzahlen und Entwicklungen mit denen ihrer Vorgänger zu vergleichen.

 

Vortele und Nachteile von Merkel

 

Vorteile der Wiederwahl von Angela Merkel

  • So konnte Angela Merkel die deutsche Wirtschaftsleistung pro Kopf (inflationsbereinigt) in jedem Jahr durchschnittlich um 460€ auf zuletzt 38.000€ steigern. Helmut Kohl und Gerhard Schröder hingegen erreichten „nur“ 355€.
  • Eine der meist diskutierten Wirtschaftsdaten ist die Arbeitslosenquote. Diese konnte unsere Frau Bundeskanzlerin In den bisherigen drei Amtszeiten von 10,9% auf 5,8% senken. Anders war dies bei Gerhard Schröder und Helmut Kohl – bei beiden stieg die Arbeitslosenquote.
  • Zwischen den ganzen Männern in der Politik gilt sie nicht nur als eine der mächtigsten Frauen in Europa, sondern als eine der mächtigsten und angesehensten Politikern weltweit. So konnte sie die deutschen Interessen in vielen Bereichen vertreten und stärken.
  • Während viele europäische Länder ernste wirtschaftliche Probleme haben, geht es Deutschland aktuell (in Zahlen) besser denn je.
  • Trotz der Finanzkrise und den ganzen Rettungspaketen ist mit Merkel als Kanzlerin die Staatsverschuldung in Deutschland von rund 80% auf 60% des BIP gesunken. Dies ist ein großartiger Wert und könnte in Zukunft einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber vielen anderen Ländern darstellen.
  • Die Klimakanzlerin – Angela Merkel und die Energiewende. Trotz zahlreicher Kritik wagte sie den Schritt und leitete die Energiewende in unserem Land ein. Hier gehört Deutschland heute zu den Vorreitern, was uns irgendwie auch stolz machen sollte.
  • Sie wurde stark für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert und dennoch ist Deutschland größtenteils von islamistischen Angriffen verschont geblieben. Die Aufnahme und der weitgehend herzliche Empfang von so vielen Flüchtlingen könnte einer der Gründe dafür sein. In dieser Situation hat unsere „Mutter der Nation“ Herz gezeigt und entgegen vieler die Aufnahme von tausenden Flüchtlingen einfach durchgesetzt.
  • Von vielen heißt es immer, sie würde Deutschland nur verwalten und nicht aktiv regieren. Das möchte ich hier mal als Vorteil gelten lassen. Ich (persönlich) sehe es als Vorteil, wenn ein Kanzler abwartend agiert und nicht sofort eine Meinung zu allem hat. Es wirkt einfach unprofessionell, wenn ein Bundeskanzler seine Meinung zu Themen ständig revidiert.
  • Konstanz und Stabilität – dafür steht unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das sind zwei Eigenschaften, die in einer instabilen Welt wie heute Gold wert sein können.
  • Ein weiterer großer Vorteil Angela Merkels ist ihre Erfahrung. Sie hat in den 12 Jahren ihrer Amtszeit einige schwierige Entscheidungen treffen müssen und einige Krisen gemeistert.

 

Nachteile der Wiederwahl von Angela Merkel

  • Ein Nachteil von Angela Merkel, der ihr seit Jahren immer wieder vorgeworfen wird, ist, dass sie Deutschland nur verwaltet und nicht gestaltet.
  • Die Investitionen in Deutschland sind gesunken. Ohne Investitionen kann das Anlagevermögen nicht aufrecht erhalten werden. Das wirtschaftliche Fundament Deutschlands hat Risse bekommen. Hier sollte man die schwarze Null eventuell etwas öfter in Frage stellen.
  • Reformen brauchen in der Politik immer lange. Seitdem jedoch Merkel im Amt ist, hat man das Gefühl, dass wichtige Reformen nur ganz langsam umgesetzt werden.
  • Richtige und wichtige Visionen werden auf die Agenda gesetzt, aber nur unzureichend umgesetzt. So hat Deutschland in Bereichen der Internet-Anbindung oder Förderung von Start-ups den Anschluss an viele andere Länder verloren
  • 12 Jahre ist wirklich eine lange Zeit, In vielen anderen Demokratien ist die Amtszeit von wichtigen Positionen auf maximal 2 oder 3 begrenzt. Dieses hat den Vorteil, dass regelmäßig frischer Wind in ein solches Amt kommt. So könnte man sagen, dass Deutschland ein personeller Wechsel in der Position des Kanzlers nach 12 Jahren gut tun würde.
  • Die Erfolge Merkels, so sagen viele, seien nicht ihr Verdienst, sondern das „Erbe“ der ‚Agenda 2010‘ von Gerhard Schröder (SPD), der die Weichen richtig stellte. Die Vorarbeit von Schröder sei auch der Hauptgrund für das relativ gute Überstehen der Wirtschaftskrise.
  • Positiv wirkten sich auch die Sondereffekte der Geldpolitik der EZB auf den Haushalt aus (über 100 Milliarden Euro Zinsersparnis) und stabilisierten so die Investitionen, Kreditvergabe und Inflation.
  • Die Schere zwischen Arm und Reich ist in Deutschland – so wie auch in vielen anderen Ländern – weiter auseinandergegangen.
  • Sorgen aufgrund der demographischen Auswirkungen auf die Renten- und Krankensysteme sind weiterhin vorhanden und nicht gelöst

 

Angela Merkel – Auswirkungen für Deutschland

  • Mit Merkel an der Spitze würde es keine großen Überraschungen geben. Sie würde wie gewohnt weiter regieren.
  • Ihr ist zudem zuzutrauen, dass sie mit dem Rechtsschwung, den die AfD mitbringt, gut umzugehen weiß.
  • Der richtige Umgang mit Trump und Putin wird in den nächsten Jahren große diplomatische Fähigkeiten und Erfahrung erfordern und auch da macht es Sinn, auf eine erfahrene Politikerin zu setzen.
  • Zudem ist eine Bankenkrise in Europa, ein weltweiter Währungskrieg und die Zerschlagung des Euroraums präsent.

 

Fazit

Es stellt sich die Frage, ob Deutschland wirklich über 16 Jahre von ein und derselben Person geführt werden sollte. Der Vorteil eines Wechsels wären neue Ideen und Ansätze. Denn seien wir mal ehrlich; 4 Amtszeiten lang der gleiche „kreative“ Kopf mit immer wieder denselben Strategien und Ansätzen, das klingt einfach nicht richtig.  Doch schauen wir uns in der SPD, den Grünen, der AfD, den Linken oder der FDP mal um, dann fehlen uns die Alternativen. Viel schlimmer noch, selbst wenn wir einen neuen Kanzler wählen, welche Macht wird dieser in Deutschland haben? In den uns bevorstehenden Zeiten brauchen wir eine Person, die in Deutschland eine große Mehrheit erzielt und in Europa und der Welt angesehen ist.

Die Politik mit Angela Merkel hat mit Emotionen nichts zu tun! Sie ist trocken, zäh, langweilig und unemotional! Dennoch würde die Wiederwahl von Angela Merkel Deutschland eine starke politische Stimme verleihen und nach außen hin Einigkeit ausstrahlen. Auch wüssten die deutschen Bürger eine erfahrene, unaufgeregte und mächtige Anführerin bzw. Kanzlerin im Amt. Angela Merkel steht für Stabilität und Konstanz – dies ist in Zeiten des Wandels, der Instabilität und großer weltpolitischer Sorgen viel wert.

 

Bundestagswahl 2017, Alternativlos?!

 

Ergänzungen und Kommentare sind herzlich Willkommen.

 

Wie Unternehmen legal die Bilanz aufhübschen

Wie Unternehmen legal die Bilanz aufhübschen

Analysten orientieren sich am Gewinn je Aktie, Anleger meistens an Kennziffern, wie dem KGV oder der Dividenden-Rendite, und Banken an der EK-Quote eines Unternehmens. Doch Unternehmen haben einen massiven Spielraum, wie sie ihre Bilanzen verändern, aufbessern und manipulieren können. Und das ganz legal. Ich möchte dir die gängigsten und einflussreichsten Tricks aufzeigen. Selbst geübte Analysten haben teils Schwierigkeiten die Wahrheit in den komplexen und komplizierten Berichten von Großkonzernen herauszulesen. Eine halbe Armee aus Betriebswirten und Juristen beschäftigt sich damit unschöne Wahrheiten und Zahlen in einem Gewirr aus Berechnungen und Bezeichnungen zu verstecken. Doch ein waches und kritisches Auge sollte man immer haben, wenn man Bilanzen, Finanzdaten und Kennzahlen liest und analysiert. Was einem die Konzerne vorsetzen ist definitiv nicht immer genießbar!

 

Pensionsverpflichtungen verschieben

Pensionsverpflichtungen belasten das Eigenkapital, da sie als Fremdkapital bzw. Schuld gegenüber anderen in der Bilanz geführt werden. Mittlerweile lagern die meisten Unternehmen diese Rückstellungen für Pensionsaufwendungen in so genannte Contractual Trust Arrangements (CTA) aus. Diese vom Unternehmen gegründete Penionstreuhand ist mit einem Pensionsfond vergleichbar. Das Unternehmen kann nun Pensionsrückstellungen auszahlen. Gewinn wird in das CTA eingezahlt, welches das Geld verwaltet, anlegt und die Pensionskosten trägt. In der Bilanz des Unternehmens tauchen dann nur noch die nicht ausgezahlten Pensionsrückstellungen auf. Beispielsweise parkt Evonik derzeit (Stand 2015) 8,7 Milliarden Euro außerhalb der Bilanz. Lediglich 3,4 Milliarden nicht ausfinanzierte Pensionsrückstellungen stehen in der Bilanz.

 

Unrentable Bereiche auslagern

Was die Bilanz runterzieht muss weg. Am liebsten werden diese Bereiche dann als Tochtergesellschaft ausgelagert und nicht mehr in die Bilanz einbezogen. So lagern derzeit RWE und EoN ihr Kerngeschäft aus. Die Sparten Kohle & Gas werden in Tochtergesellschaften abgespalten. Übrig bleiben sollen die grünen, sauberen und gewinnbringenden Bereiche des Unternehmens als neue Hauptfelder. Aus den Augen aus dem Sinn? Vielleicht. Was Anleger dann aber schnell übersehen: die verlustbringenden und überschuldeten Unternehmensbereiche sind weiterhin risikoreich, denn die Muttergesellschaft haftet weiterhin für die Schulden und Kosten. Zumeist bleiben beide Konzerne anfangs verbunden und trennen sich erst nach und nach. Wie beispielweise Bayer anfangs über 30% an der ausgelagerten Kunststoff-Sparte Covestro hielt und dies Schritt für Schritt mit Teilverkäufen reduziert.

 

Firmenwerte verkaufen

Steigen die Sorgen um die Zahlungssicherheit dann verkaufen Unternehmen gerne ihre Immobilien und mieten sie sofort darauf zurück (sale-and-lease-back). Der Effekt ist klar: Es kommt sehr viel Geld bzw. Liquidität in das Unternehmen und die Bilanz sieht wieder liquide und gut aus. Das zuvor gebundene Kapital ist wieder liquide. Der Nachteil ist jedoch, dass man dies nicht zu oft machen kann und die Mietkosten daraufhin den Gewinn belasten. Auch können Mietkosten nun steigen. Thomas Middelhoff konnte die Immobilien von Arcandor beispielsweise für stolze 4,5 Milliarden verkaufen und das Unternehmen war daraufhin quasi schuldenfrei. Genützt hat dies Nichts, denn die steigenden Mitkosten führten das Unternehmen schlussendlich in die Pleite.

 

Kitchen-Sinking

Um den eigenen Job und den Aktienkurs zu retten verschleiern Chefs die Kosten, verschieben Aufwendungen und drücken Abschreibungen. Ewig können diese Lasten nicht verschoben werden. Übernimmt dann ein neuer Chef die Leitung des meist angeschlagenen Konzerns ist zu erkennen, dass diese im ersten Jahr hohe Verluste machen. Bewusst! Denn der neue Chef räumt in der Bilanz auf und deckt alle Schummeleien auf und bereinigt die Bilanz. Verwendet wird für dieses Verhalten der Fachbegriff „Kitchen-Sinking“. Der neue Chef nutzt die erste Phase seiner Amtszeit, um die Altlasten seines Vorgängers aufzuräumen. So machte beispielsweise auch die Deutsche Bank unter John Cryan schnell mehrere historisch hohe Quartalsverluste. Ist der Chef dann länger im Amt, so fällt jedes Quartalsergebnis in seine Verantwortung. Nun fängt er an Verluste zu vermeiden und schleppt Probleme mit sich. Bis ein neuer Chef das Amt übernimmt und erneut aufräumt …

Anleger können sich merken, dass nach dem Amtsantritt neuer CEOs möglicherweise überraschend schlechte Quartalsergebnisse drohen.

 

Kosten wegrechnen

Lagert ein Unternehmen einen unrentablen Bereich nicht aus, so versteckt es trotzdem gern die Kosten. Die Commerzbank beispielsweise präsentiert meist stolz die Rendite der Kernbank, welche doppelt so hoch ist wie die der Gesamt-Bank. Den Markt kann man so hervorragend blenden und von den Erfolgen sprechen. Diese Angaben hoher Renditen sind zwar richtig, aber zeigen nicht das ganze Bild des gesamten Konzerns. Bilanzen kann man stets so drehen und präsentieren, dass alles halb so wild bzw. auch gut aussieht.

 

Kennziffern erfinden

Es gibt zwar vorgeschriebene Formen, wie eine Bilanz auszusehen hat. Doch während ein Unternehmen eine Mindest-Anzahl von Angaben leisten muss, so gibt es nach oben hinaus keine Grenze. Es gibt keine maximale Grenze an Angaben oder eine vorgeschriebene nutzbare Anzahl an Kennziffern. Unternehmen sind daraus resultierend erfinderisch mit den Kennziffern und Bezeichnungen. Seit ungefähr 10 Jahren ist das Ebitda populär. Dies ist der Gewinn ohne Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Unternehmen mit hoher Steuerlast und misslungenen Zukäufen präsentieren also lieber das Ebitda, welches die schlimme Bilanz verschönert. Große Kostenpunkte werden nicht beachtet. Auch sprechen die Unternehmen von Gewinnen der Segmente, Bereiche, von nachhaltigen Gewinnen oder bereinigten. Jeder erfindet neue Namen für neue Kennziffern. Analysten und Anleger können nur schwerlich die Übersicht behalten und müssen meist die vorgesetzten Zahlen der Unternehmen einfach hinnehmen. Immer wieder werden hierbei neue Kennzahlen erfunden.

Weitere Tricks, wie Unternehmen den eigenen Aktienkurs treiben, beschönigen und/oder manipulieren können (legal!!) habe ich hier beschrieben.

 

Goodwill

Kauft ein Unternehmen ein anderes teurer ein, als dieses laut Bilanz wert ist, dann ist die Differenz dessen der Goodwill. Siemens kaufte beispielsweise das Unternehmen Dresser-Rand (Bilanzieller Wert: 2 Milliarden Euro) für 6 Milliarden Euro zu. Siemens konnte daraufhin nicht nur das zugekaufte Unternehmen mit 2 Milliarden Euro in der Bilanz führen, sondern auch die vier Milliarden Euro Goodwill wurden in der Bilanz verbucht. Zwar wird diese Summe Jahr für Jahr überpüft, basiert diese Überprüfung jedoch auf der Einschätzung des Managements. Der Goodwill ist nicht an realwirtschaftliche Bedingungen oder Prüfungen gebunden. Siemens könnte ein Jahr später den Goodwill auf 5 Milliarden erhöhen oder auch senken. Je nachdem, wie man es für die jeweilige Bilanz für die Anleger benötigt. Das Problem: Ewig kann man das nicht machen. Irgendwann ist auch den Finanzprüfern klar, dass das gekaufte Unternehmen nicht das Wert ist, als was es taxiert wird vom Unternehmen. Daraufhin folgen meist schmerzhafte und milliardenschwere Abschreibungen. Der Goodwill (also diese aus der Luft gegriffene Fantasie-Bewertung des Managements) muss korrigiert werden.

 

Eigenkapital aufplustern

VW nutze den Goodwill bei der Übernahme von Porsche aus. Für 4 Milliarden Euro erwarb VW 50% von Porsche plus der Option weitere 50% des Konzern für weitere 4 Milliarden Euro kaufen zu dürfen. In der Folge gab VW bewusst äußerst positive Erwartungen für Porsche raus und steigerte den Goodwill der eigenen Anteile kräftig. Als VW dann die Option zog und die zweiten 50% für 4 Milliarden erwarb, wurde jedoch auch der Goodwill angepasst bzw. ausgeweitet. Durch diese Spielereien der Bewertung und Aussichten des Managements konnte VW trotz der „lediglich“ überwiesenen 8,4 Milliarden für Porsche 27 Milliarden Euro in seiner Bilanz verbuchen. Allein basierend auf überzogenen Bewertungen/Aussichten wurden 19 Milliarden Euro Goodwill erstellt und verbucht. Werte, welche es so eigentlich nicht gibt und VW auch eigentlich nicht zur Verfügung standen und doch in das Eigenkapital einflossen. Im Jahr 2012 fuhr Volkswagen dann auch mit 22 Milliarden Euro den größten Unternehmens-Gewinn der deutschen Geschichte ein. Ein Schelm wer böses denkt …

 

Abschreibungen strecken

Abschreibungen schmälern den Gewinn. Vor dem Finanzamt werden Abschreibungen also besonders hoch angesetzt, denn weniger Gewinn bedeutet weniger Steuern. Vor dem Markt, Banken und Anlegern soll jedoch der Gewinn glänzen. Und so kann man beispielsweise Spielräume bei der Abschreibung nutzen und Wertgegenstände nicht in 8 sondern in 10 Jahren abschreiben. Die jährliche Belastung des Gewinns sinkt. Der Gewinn steigt. Die Anleger freuen sich, obwohl der Gewinn eigentlich nicht gestiegen ist. Die Kosten wurden nur verteilt und umgerechnet.

 

Sondereffekte verschweigen

Sondereffekte sind Einnahmen und Ausgaben, welche Unternehmen erzielen, obwohl diese nicht zum organischen Geschäft gehören. Wenn ein Bäcker-Meister und Bäckerei-Besitzer seinen Firmenwagen verkauft, dann macht er in diesem Jahr vielleicht einen besonders hohen Gewinn. Dies ist aber lediglich dem Sondereffekt des Autoverkaufs zu verdanken. Nicht dem (organischen) Kerngeschäft der Bäckerei. Die Einnahmen der Bäckerei sind eventuell sogar gesunken. Diesen Spielraum nutzen Unternehmen gerne aus. Vor Allem werden die Effekte von Übernahmen verschwiegen bzw. nur im Kleingedruckten beschrieben. Wachsen Unternehmen kaum noch organisch, dann kaufen sie verstärkt Unternehmen zu, um weiter zu wachsen. So rühmte sich Allergan beispielsweise mit 74% Umsatzwachstum. Was die Anleger nicht wussten oder vergaßen nachzuschauen: Das Wachstum war fast auschließlich auf eine Fusion mit Actavis zurückzuführen. Organisch wuchsen beide Unternehmen tatsächlich nur 3%. Das hätte den Anlegern sicherlich nicht gefallen.

Die Renditelüge der Fonds

Die Renditelüge der Fonds

Immer wieder greifen Anleger und Sparer auf Fonds bzw. Investmentfonds (beide Begriffe meinen dasselbe) zurück. Die Freude ist dann meistens am Ende des Jahres groß, wenn Ihnen Ihr Bank- oder Vermögensberater voller Stolz berichtet: „Ihr Fonds hat im vergangen Jahr eine Rendite von 7 Prozent erzielt“. Bedeutet das aber, dass aus Ihren 1000 EUR Startkapital jetzt 1070 EUR wurden?

Gesprächsprotokoll zwischen einem Vermögensberater und einem Kunden. Die Zahlen beruhen auf wahrer Begebenheit.

Fondsrendite die Lüge

Wenn Vermögensberater über Fondsrendite sprechen.

Gesprächsprotokoll: Vermögensberater vs. Kunden

Berater: Sie haben in Ihrem Fondssparplan jetzt 2.483 EUR und somit eine Rendite von 8,35%.

Kunde: Das klingt doch super. Wie lange läuft der Sparplan jetzt schon genau?

Berater: Seit 27 Monaten sparen Sie jetzt schon fleißig.

Kunde: Okay, wenn ich jetzt seit 27 Monaten 100 EUR spare, dann sollte ich doch schon mehr als 2.700 EUR in meinem Fondssparplan haben?

Berater: Gerade am Anfang sind die Gebühren bei einem Sparplan etwas höher. Von den 2.700 EUR wurden für 2.291,67 EUR Fondsanteile gekauft und der Rest waren Gebühren.

Kunde: Über 400 EUR…

Fonds – Fluch oder Segen?

Das Schöne an einem solchen Investmentfonds besteht doch in der Leichtigkeit der Geldanlage. Die 50, 100, 200 oder sogar 500 EUR werden jeden Monat einfach automatisch von dem Konto abgebucht und investiert. Weitere Vorteile von Fonds sind unter anderem, dass man sein hart erarbeitest Geld in die Hände eines vermeintlichen Profis gibt und dieser das Geld diversifiziert anlegt.

Gerade das monatliche Investieren kann aber auch schnell zu einem Nachteil werden. Der Grund hierfür ist die fehlende Übersicht. Oder haben Sie die Rendite schon einmal nachgerechnet. Jeden Monat bekommt der Fondsverwalter sein Geld, aber wieviel habe Sie nach drei Jahren eingezahlt und was ist dieses Investment heute wert.

Eingezahlte
Summe
Investierte

Summe

Vermeintliche
Rendite
Rendite
3.600,00 3.428,64 4,00 % – ­0,65 %
3.600,00 3.428,64 5,00 % + 0,36 %
3.600,00 3.428,64 6,00 % + 1,38 %

Die Tabelle zeigt drei Fondssparpläne mit unterschiedlichen Renditen. Alle Sparpläne wurden über 3 Jahr mit einem monatlichen Investmentbetrag von 100 EUR bespart. Als Ausgabeaufschlag wurden wie branchenüblich 5 Prozent angenommen und die Verwaltungsgebühren beliefen sich in den Beispielen auf 1,5%.

Diese drei Beispiele und auch die Konversation weiter oben zeigen, dass man gerade die Kosten bei Fonds und Fondssparplänen im Auge behalten muss. Nachfolgend möchte ich eine Übersicht aller Kosten darstellen, sodass Sie für Ihr nächstes Gespräch mit Ihrem Bankberater bzw. Vermögensberater gewappnet sind.

 

Welche Kosten entstehen durch Fonds?

Die Kosten eines Fonds werden in die folgenden Kategorien aufgeteilt: der Ausgabeaufschlag, die Verwaltungsgebühren, die Depotgebühren, die Performance Fee, die Transaktionskosten und die sonstigen Kosten.

 

Ausgabeaufschlag:

Die Höhe des  beim Kauf fälligen Ausgabeaufschlags hängt von der Form des Investmentfonds ab. Bei Geldmarktfonds kann er mit einem typischen Wert von  einem Prozent deutlich geringer ausfallen als beispielsweise bei Aktienfonds, bei welchen er nicht selten fünf Prozent beträgt. Bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro werden also beim Geldmarktfonds Anteile im Wert von 99,01 Euro erworben, wohingegen beim Aktienfonds nur Anteile für 95,24 Euro gekauft werden können (100 Euro = 101% bzw. 105%). Die Fondsanteile werden an die Fondsgesellschaft und nicht direkt am Markt verkauft. Selten wird daher zusätzlich ein Rücknahmeabschlag erhoben.

 

Verwaltungsgebühr:

In der Regel werden null bis zwei Prozent als Verwaltungsgebühr erhoben. Oftmals ist sie umso höher je geringer der Ausgabeaufschlag ist. Sie wird jährlich oder monatlich aus dem Fonds bezahlt. Liegt der Fondswert beispielsweise bei 20.000 Euro und die Gebühr 1,5%, wird ein Betrag von 300 Euro jährlich bzw. 25 Euro monatlich fällig. Das neue Fondsvermögen ist gleichzeitig auf 19.700 Euro gesunken.

 

Depotbankgebühr:

Das Vermögen des Fonds wird von der Investmentgesellschaft bei einer Depotbank hinterlegt, die für das Führen des Depots eine Gebühr erhebt. Diese wird normalerweise aus dem Fondsvermögen entrichtet.

 

Performance Fee:

Ist die Entwicklung eines  aktiv gemanagten Fonds besser als der vorher festgelegte Vergleichsindex, wird die erfolgsabhängige Performance Fee fällig. Hier einmal eine Beispielrechnung: Die Performance Fee beträgt 20%. Das Fondsvermögen liegt bei 20.000 Euro. Der Fonds hat in diesem Jahr 6%, der Vergleichsindex hat 4% erzielt. Von den zusätzlich erzielten 400 Euro (2% von 20.000 Euro) erhält die Gesellschaft 80 Euro bzw. 20%.

Der Fonds hat in diesem Jahr sechs Prozent Plus gemacht, der Vergleichsindex nur vier Prozent. Das Mehr an Rendite von zwei Prozent sind 400 Euro. Davon bekommt die Gesellschaft 20 Prozent, also 80 Euro.

Die Investmentgesellschaft partizipiert also am besseren Abschneiden im Vergleich zum gewählten Vergleichsindex, beteiligt sich aber nicht zwangsweise auch an Verlusten. Zusätzlich ist folgendes Szenario möglich: Der Vergleichsindex hat 5% an Wert verloren, der Fond hat mit -3% dennoch besser abgeschnitten. Auch in diesem Fall lässt sich die Investmentgesellschaft die bessere Performance über die Performance Fee vergüten.

 

Transaktionskosten:

Findet im Fonds eine Umschichtung statt – einige Wertpapiere werden verkauft andere dafür gekauft – müssen die Anleger Transaktionskosten bezahlen. Die Transaktionskosten sind umso höher je häufiger umgeschichtet wird – und mit ihnen schwindet die Rendite. Oftmals ist es aufgrund mangelnder Transparenz schier unmöglich die genaue Höhe der Transaktionskosten zu beziffern.

 

Sonstige Kosten

Bei der Erhebung von sonstigen Kosten ist die Fantasie der Investmentgesellschaft riesig. Rechtliche Grenzen gibt es kaum. So wird beim Kauf ein Ausgabeaufschlag und zusätzlich beim Verkauf ein Rücknahmeabschlag fällig. Verleiht der Fonds Wertpapiere und verdient dadurch Geld, wird eine zusätzliche Gebühr erhoben. So könnten wir hier noch weitere Gebühren nennen, die sich eigentlich jeder Grundlage entziehen. Um herauszufinden, welche sonstigen Gebühren anfallen, müssen die Fondsunterlagen genau geprüft werden. Beim Vergleich der anfallenden Kosten der verschiedenen Fonds kann die Total Expense Ratio (TER) bzw. die Gesamtkostenquote ausschlaggebende Informationen liefern. Auch wenn die TER für Transparenz sorgen soll, ist das nur teilweise der Fall, da nicht alle Kosten wie beispielsweise der Ausgabeaufschlag oder die Performance Fee enthalten sind.

 

Was kostet ein Fonds?

Fonds erreichen oft eine stattliche Rendite, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Jedoch sind diese Angaben mit großer Vorsicht zu genießen. Was ein Anleger unbedingt verstehen sollte, ist, dass die Fondsgesellschaft als erstes bezahlt wird. Sie nimmt sich etwas von Ihrer Zahlung und nur von einem Teil Ihrer Zahlung werden anschließend Anteile gekauft. Zusätzlich werden dann alle weiteren anfallenden Gebühren auch von noch von dem Fondsvermögen abgezogen. Um einen sehr guten Eindruck für die Kosten eines Fonds zu erhalten, hilft ein Fonds-Rechner. Einen sehr guten Rechner, den ich bei meiner Recherche für diesen Artikel gefunden, wird zum kostenlosen Download von der Verbraucherzentrale (https://www.verbraucherzentrale.de/fonds-kostenrechner) angeboten. Diesen habe ich auch für die Beispiele in der Tabelle verwendet.

 

Tricks und Kniffe der Branche

Ein weiterer Trick der Fondsgesellschaften ist die Werbung mit vergangen Renditen und „Kursgewinnen“. So werden beispielsweise viele Fonds mit einem recht kleinen Anlagevolumen risikoreich gemanagt. Sollten diese dann überdurchschnittlich gut performen, werden sie der Öffentlichkeit vorgestellt und beworben. Das mit einem 10 mal oder sogar 1.000 mal größerem Anlagevolumen dann keine außerordentlich guten Rendite erzielt werden, ist keine Überraschung. Dennoch ist die Overall Performance im Durchschnitt auch noch einige Jahre später sehr beeindruckend und das obwohl Sie schon seit einigen Jahren eine geringe Rendite erziehlen.

 

Zusammenfassung:

Fonds sind eine Möglichkeit sein Geld anzulegen, aber nicht unbedingt die Beste. Der ausschlaggebende Vorteil liegt darin, dass Ihr Geld jeden Monat vom Konto abgeht und Sie nichts weiter tun müssen. Des Weiteren brauchen Sie keinerlei Vorwissen und müssen sich auch nicht weiter mit dem Thema beschäftigen. Vielen ist die Rendite hier sogar ziemlich egal, da sonst man gar nichts gespart hätte. Getreu dem Motto: Mit vollen Händen zum Fenster raus (Was auf dem Konto ist, kann auch ausgegeben werden).

Dennoch sollte man die Kosten im Blick halten, schauen wie lange es den Fonds schon gibt und seine vermeintlichen Renditen kritisch hinterfragen.

 

Alternativen zu Fonds

Wer sich etwas mit dem eigenen Geld beschäftigen möchte und nach Alternativen sucht, der findet auf unserer ETF-Seite alles zu dem Thema und kann sich über die richtige Kombination von ETFs informieren – So schlagen Sie den Markt ohne hohe Gebühren für viele Zwischenhändler (Berater, Fondsverwalter, Bank, usw.) zu zahlen.

 

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Selbstständig durchs Trading?

Selbstständig durchs Trading?

Es ist der große Traum aller Trader an der Börse: Die Leidenschaft zum Beruf machen. Selbstständig als Trader. Vollzeit an der Börse aktiv und eventuell sogar reich wie der Wolf of Wall Satreet werden. Sich ein Haus bauen, reisen und das Leben genießen. Träume muss man haben und auch Ziele. Auch die Frage, ob man nun in seinem Job glücklich ist oder den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, umtreibt viele. Vor allem junge Menschen in der Schule, Ausbildung oder im Studium beschäftigen sich mit dieser Frage, welche jedoch auch im Alter zwischen 35 und 45 Jahren aufkommt. Was will ich? Wer bin ich? Wo will ich hin? Doch selbstständig durchs Trading zu sein und seinen Lebensunterhalt mit diesem Beruf zu verdienen, wirkt meist einfacher als es ist. In Wahrheit bedarf dieser Schritt ein gewisses Kapital, Mut und Courage. Ich möchte mich in diesem Artikel fragen: Was muss man mitbringen und können, um als Trader seinen Lebensunterhalt zu verdienen?

Ich selbst habe mit 18 Jahren, noch während des Abiturs, mein erstes Gewerbe gegründet. Das ist nun etwa ein halbes Jahrzehnt her. Mittlerweile beschäftigt mich das BWL-Studium, mein Börsen-Engagement und meine Arbeit bei einer hannoveransichen Beteiligungsgesellschaft. In diesem Beitrag möchte ich nun meine Gedanken über den Schritt in die Selbstständigkeit als Trader formulieren:

Selbstständig durchs Trading: Vorraussetzungen

Man benötigt natürlich Wissen, einen Tick Talent, viel Übung bzw. langjährige Erfahrung und einen Hauch Mut. Ein Vollzeit-Trader fällt nicht vom Himmel. Dies ist harte Arbeit. Wie bei jeder Sportart und jedem Beruf benötigt es Jahre der Übung, Erfahrung und des Sammelns von Wissen, um das Fach und die Materie zu durchdringen. Man sollte nichts überstürzen. Trading ist schwierig, da der Kapitalmarkt immer schneller wird und sich täglich, nein sekündlich, verändert. Es ist nicht wie in einem Beruf, wo du Jahr für Jahr ungefähr das Gleiche machst. An der Börse ist jeder Tag anders und neuartig. Was du heute machst, kannst du morgen manchmal bereits verwerfen.

Viele junge Trader sind übermütig und ungeduldig. Ich kenne das von mir selbst. Man möchte zu schnell zu viel erreichen und steht sich eigentlich nur selbst im Weg. Dieses Thema habe ich in einem anderen Blog (hier lesen) beschrieben.

Neben dem Wissen und der Erfahrung, welche du über Jahre ansammelst, muss man auch über die richitigen physischen Eigenschaften verfügen. Bist du körperlich und geistig fit? Bereits Trading als Hobby ist nervenaufreibend und emotional belastend. Als Vollzeit-Trader sitzen dir die Rechnungen und Ausgaben dann jedoch zusätzlich im Nacken. Du musst Rendite machen, aber du darfst nicht verkrampfen und mit Gewalt traden wollen. Das ist schwierig. Das ist emotional eine besonders große Belastung, der du widerstehen können musst. Eine gewisse Summe unter Zwang verdienen zu müssen, schwebt wie ein Damoklesschwert über dir und behindert freies und klares Denken und Handeln. Mit solchen Drucksituationen muss ein Vollzeit-Trader umgehen können.

Trading belastet tatsächlich deine Gesundheit – Wie genau, das liest du hier

Wie viel Geld und Rendite muss ich durch Trading erwirtschaften?

startup-593326_640Eine grundlegende Frage ist die nach dem Kapitalbedarf. Wie viel Geld brauche ich, um vom Trading leben zu können? Diese Frage ist durchaus schwer zu beantworten, denn jede Strategie und jede Handelsart erwirtschaftet andere Renditen. Doch wir können der Frage nachgehen, wie viel Geld du im Monat eigentlich durch Trading erwirtschaften musst. Daraufhin kannst du mit deinem derzeitigen Echt-Geld oder Muster-Depot schauen, ob du diese Rendite und Summe erwirtschaften kannst. Kannst du über mehrere Jahre hinweg die Rendite erreichen, welche du für die Sicherung deiner Existenz benötigst?

Du benötigst als selbstständiger Trader drei finanzielle Positionen: Kapital, mit welchem du tradest. Kapital für deine laufenden monatlichen Ausgaben und Kapital als Rücklagen.

Um mehr zu wissen, schauen wir uns zuerst den monatlichen Kapitalbedarf an. Ich werde hier mit theoretischen Zahlen kalkulieren, welche nicht deiner Lebenssituation entsprechen werden! Wir gehen in diesem Fall von 1.200€ Lebenserhaltungskosten für Handy, Nahrung, Miete, Auto und andere Dinge aus. Außerdem solltest du als selbstständige Person stetig Geld für eventuelle Notfälle, wie einer kaputten Spühlmaschine oder unvorhergesehenen Auto-Reparatur. zur Seite legen.  Zusammen mit deinen Versicherungen gehen wir von einem Betrag von 200€ für Rücklagen und Versicherungen im Monat aus. Was viele vergessen: Sie benötigen Rücklagen für schlechte Trading-Zeiten. Es kann durchaus lange Phasen ohne Einnahmen geben. In diesem Fall sollte man nicht gezwungen sein, dass Trading-Kapital aufzehren zu müssen. Dies wäre ein Desaster für dich! Von daher legen wir monatlich 300€ zur Seite. Nicht vergessen, solltest du auch eine alternative Altersvorsorge und Rücklagen für Urlaube und andere Dinge. Auch hier kalkulieren wir mit 300€, welche monatlich zur Seite gelegt werden.

Wir gehen also nun davon aus, dass unser fiktiver Trader 1.200€ Lebenserhaltungskosten hat und 800€ monatlich zur Seite legt. Wo jemand anderes 2.000€ als Gehalt erhält, muss sich der Trader dies als Gewinn im Monat auszahlen können.

Was ebenfalls viele vergessen: Steuern. 2.000€ oder auch 24.000€ im Jahr stellen 75% der Zielsumme dar. Als Trader solltest du rund 30.000€ Brutto verdienen, um 24.000€ Netto für dein Leben zur Verfügung zu haben. Hierbei handelt es sich natürlich erneut um eine extreme Vereinfachung einer komplexen Situation. Die Botschaft: Vergiss bitte nicht die Steuern! Wer bei einer deutschen Bank handelt, genießt es, dass die Bank diese Steuer abführt. Wer einen ausländischen Broker nutzt, muss eine Einkommenssteuererklärung machen. Jedoch kostet dies den Trader nur 15 bis 30 Minuten, da er „nur“ die Einkünfte aus Kapitalvermögen eintragen muss. Christian Edler von „The Huffington Post“ erklärt in diesem Artikel die Steuersituation nochmals detailliert.

Außerdem Interessant: 5 Wahrheiten zu Daytrading-Steuern, die Anleger kennen sollten

Wie viel Kapital benötige ich?

Nun erhebst du akribisch Daten darüber, wie hoch deine Lebenserhaltungskosten sind und welche zusätzlichen Kosten im Falle der Selbstständig anfallen. In diesem theoretischen Beispiel liegen wir bei einem Bedarf von 30.000€ Gewinn im Jahr durch Trading.

Und nun können wir uns der Frage widmen, wie viel Kapital zum Trroad-sign-808731_640ading du benötigst. Du hast hoffentlich all deine Werte der letzten Jahre aufgezeichnet. Wie viel Rendite konntest du in den vergangenen 5 Jahren durchschnittlich im Monat erwirtschaften? Wenn du 5% im Monat schaffst, dann benötigst du 40.000€ Kapital, um durch diese 5% Rendite 2.000€ im Monat zu verdienen.

Nun wissen wir bereits, dass der Trader dieser Kalkulation 2.000€ im Monat verdienen muss und da er seiner Leistung entsprechend durchschnittlich 5% Rendite erreicht, sollte er mit 40.000€ Kapital handeln. Nun können wir uns der dritten Position zuwenden: Den Rücklagen. Es wäre naiv zu denken, dass man konstant monatlich Gewinne macht. Durchaus kann es zu längeren Phasen mit Verlusten kommen. Auch in diesem Fall sollte man nie sofort auf die – in diesem Fall – 40.000€ Kapital zugreifen müssen, mit welchen man ja Geld verdienen muss. Wir legen zwar monatlich Geld für schlechte Phasen zur Seite, aber man sollte nicht ohne Puffer in die Selbstständigkeit starten. Willst du 6 Monate lang vorsorgen, so solltest du 6 x 2.000€, also 12.000€, zusätzlich auf der Seite liegen haben.

Woher bekomme ich aber 52.000€, um mein Business zu starten? Du solltest auf keinen Fall einen Kredit aufnehmen! Die Zins und Tilgungskosten sind Belastungen, die alles vernichten können, wenn dann gepfändet wird, weil du nicht bezahlen kannst. Eine Rechnung lässt sich eventuell noch abstottern. Die Bank macht kurzen Prozess mit dir!

Meine Empfehlung ist, dass du während der Schulzeit Ferienjobs machst und neben dem Studium , sowie nach dem Studium ebenfalls einige Jahre arbeitest. Das ist nicht nur wichtig, um das Kapital anzusammeln. Auch hast du so viel Zeit, um dich vorzubereiten, Wissen und Erfahrung zu sammeln. Meine bevorzugte Strategie ist es, die Lebenserhaltungskosten zu senken. Ich spare wo es geht. Kann man auf Urlaub verzichten? Gibt es einen billigeren Handyvertrag? Muss man jede Woche 50€ versaufen? All diese Ausgaben lassen sich kürzen oder streichen. Das gesparte Geld legt man zur Seite, um sein Trading-Kapital anzusammeln. Schaffst du es als Student im Alter von 20 bis 25 Jahren 2.000€ im Jahr (170€/m) zur Seite zu legen? Dann könntest du dir 10.000€ innerhalb von 5 Jahren ersparen. Kannst du im Alter von 25 bis 30 Jahren 4.000€ im Jahr (340€/m) vom Gehalt zur Seite legen – also 20.000€ in 5 Jahren? In diesem Fall könntest du bis zum Alter von 30 Jahren bereits 30.000€ ansparen und zumindest mit dem Gedanken spielen, Teilzeit 20 Stunden in der Woche angestellt zu sein und in der anderen Zeit selbstständig zu traden. Dieses Modell würde ich den meisten in den ersten 10 oder 15 Jahren ihrer Selbstständigkeit auch empfehlen. Warum? Börse bietet keine sicheren Einnahmen. Das Leben fordert jedoch stetige Ausgaben. Eine sichere und stabile Einnahmequelle ist Gold wert. Jeder Selbstständige kämpft Monat für Monat um seine Einnahmen. Wer eine sichere Einnahmequelle hat, der ist in gewisser Form bereits etwas abgesichert. So könntest du 1.200€ im Monat mit 20 Stunden zu je 15€ verdienen. Damit würde das Kapital, welches du in der übrigen Zeit des Monats erwirtschaften musst, auf 800€ sinken. Wäre dies nicht auch die Erfüllung im Leben? Die Teilzeitarbeit wird auch in Deutschland immer mehr gestärkt. Warum startest du nicht mit einem Freund als gemeinsame Trader? Bewerbt euch per Job-Sharing zu zweit auf eine Vollzeitstelle. Arbeitet beide Teilzeit im Beruf und Teilzeit als Trader. Muss es denn bereits die komplette Selbstständigkeit mit 25, 30 oder 35 Jahren sein? Willst du sofort im Leben all-in gehen? Genieße doch den psychologisch meist niedrigeren Druck als Angestellter. Warum sparst du dir dein Trading Kapital nicht an, bis du 50 bist? Dann solltest du genug Geld haben, um auch mit niedrigen Renditen genügend verdienen zu können. Ich meine: Ab 50 Jahren bis 70 oder 75 Trader sein? Bis dahin hast du viel Zeit alles zu lernen, zu trainieren und zu üben. Zwei Jahrzehnte Vollzeit-Trader ist auch eine lange und gute Zeit. Bis dahin kannst du auch nebenbei handeln oder, wie beschrieben, ab 30 oder 40 Jahren langsam in Teilzeit gehen. All-in und Hals über Kopf Vollzeit-Trader? Das ist weniger zu empfehlen!

Bedenke eine Ausbildung oder ein Studium zu machen. Jeder Abschluss ist eine Sicherheit im Leben. Eventuell musst du nach 20 Jahren das Trading aufgeben wegen zu hoher psychischer Belastung oder weil du deine Rechnungen nicht mehr zahlen kannst. In dem Moment brauchst du eine abgeschlossene Berufsausbildung, um eine Arbeit zu finden. Wie wäre es mit einer Ausbildung, die dir beim Trading hilft? Psychologie, VWL, BWL, …

Nochmals der wichtige Hinweis: Bei den Zahlen handelt es sich um eine Beispielrechnung. Auch ist die Rechnung nicht vollständig und istals Anregung zu verstehen. Du musst deine Zahlen ermitteln und einsetzen, deine Rendite als Trader bestimmen und kannst dann deinen Bedarf zu erkennen. Jeder benötigt andere Summen. Viele schaffen 1 – 2% Rendite im Monat, andere dies dagegen in der Woche. Es gibt keine Musterrechnung für alle. Jeder muss selbst rechnen!

Was soll ich tun?

notebook-1071774_640Nun klingt das alles auch wieder so einfach. 40.000 bis 80.000€ Kapital (je nach Rendite, die du erwirtschaften kannst auch weniger oder mehr) und dann das Business starten. Wenn das alles so einfach wäre, wäre es schön. Kontrolliere dich in den Jahren deiner Übung. In meinem Beispiel im Alter von 20 bis 30 Jahren. Kannst du die Rendite erwirtschaften, die du brauchst? Wie stabil und sicher sind deine monatlichen Erträge? Rechne deine Stunden, die du investierst, mit und vergleiche diese mit deinen Gewinnen. Was ist dein Stundenlohn? Viele Trader freuen sich über hunderte Euro im Monat neben dem Job durch das Trading. Sie vergessen jedoch, dies kritisch zu hinterfragen und bemerken nicht, dass sie je Stunde im Job ein Vielfaches mehr verdienen und beim Trading je Stunde oft weniger als den Mindestlohn verdienen. Was kannst du derzeit je Stunde verdienen? Wie viele Stunden müsstest du arbeiten, um auf die beispielhaften 2.000€ zu kommen? Teste und hinterfrage dich über viele, viele Jahre. Beispielsweise habe ich selbst mich 2015 über eine echt stolze Rendite gefreut. Mit einigen glücklichen Treffern habe ich klar besser als Markt gehandelt. Der Stundenlohn bewegte sich jedoch auf Grund des hohen Aufwandes eher im Bereich um die 10€/h. Das ist okay, aber am Ende nicht wirklich der Hit. Schone dich nicht – hinterfrage dich, kritisiere dich, arbeite an dir. Wenn du selbstzufrieden bist, wirst du nachlässig und schlechter. Arbeite an dir. Jahrzehntelang!

Die Entscheidung selbstständig zu werden, ist mutig und gefährlich. Du bist für deine Existenz verantwortlich. Du hast nur ein Leben – möchtest du mit diesem (also nicht dem Leben, sondern deiner finanziellen existenziellen Grundlage) spielen/zocken? Wenn du es tust, dann ist dort kein Arbeitgeber, der dich unterstützt oder dir Aufgaben gibt. Du musst dir deine Gewinne erkämpfen. Bedenke, dass die Kosten steigen, wenn du Familie hast. Bedenke, dass es Krisen geben kann, bei denen du viel Geld verlierst. Bedenke Rente, Versicherungen, Steuern und viele andere Dinge. Wage den Schritt, wenn du dir sicher bist. Gehe vorsichtig vor. Von Vollzeit auf Teilzeit vielleicht? Studiere oder mache eine Ausbildung im Finanzbereich. Lerne viel. Sehr viel. Übe viel. Sammle Erfahrungen. Du musst dich perfektionieren. Der Schritt zum selbstständigen Trading erfordert viel Übung, Erfahrung, Wissen, Mut und Kapital. Bedenke, dass du mit deiner Existenz spielst. Es ist dann kein Hobby und kein Spiel mehr. Es ist dann Ernst, Beruf und dein Leben.

Optimaler Einstieg – Strategie 1

Wie bereits erwähnt, könntest du nach der Ausbildung einen Beruf ausüben und diesen über die Jahre nutzen, um Kapital anzusammeln und dann von Vollzeit auf Teilzeit zurückgehen. Kannst du deine Existenz durch das Teilzeit-Trading neben dem Teilzeit-Job nicht finanzieren, dann bist zum Teil abgesichert, aber könntest wieder versuchen auf Vollzeit angestellt zu sein. Vorsichtig und behutsam das Leben ändern. Nicht alles hinwerfen und mit allem brechen! Finanziere dir erst einen Urlaub, dann die ersten ein bis zwei Rechnungen und dann die Differenz des Lohns wenn du von 40 auf 35 oder 30 Arbeitsstunden bei deinem Arbeitgeber reduzierst. Bedenke hierbei: Nicht voreilig handeln! Die Reduzierung von Arbeitszeit sichert dir das Gesetz zu. Wieder mehr zu arbeiten ist jedoch kein Anrecht von dir. Hast du reduziert, dann muss der Arbeitgeber dich nicht wieder hochstufen.

Optimaler Einstieg – Strategie 2

Vier Augen sehen mehr als zwei. Hast du trading-vernarrte Freunde? Es kann vorteilhaft sein, zu zweit oder dritt den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Wenn du schlechte Monate hast, machen die anderen eventuell gerade besonders viel Rendite. Ihr ergänzt euch, ihr unterstützt euch, ihr sichert euch gegenseitig ab. Auch könnt ihr gemeinsam mehr Kapital einbringen. Als Personengesellschaft (eine GbR beispielsweise) könntet ihr nach Jahren des erfolgreichen Tradings auch Fremdkapital aufnehmen. Anleger wollen ihr Geld bei euch arbeiten lassen? Einen kleinen Kredit von der Bank für neue Rechner und Programme? Bedenkt jedoch, dass bei einer Firma mehr Steuern fällig werden!!

Optimaler Einstieg – Strategie 3

Neben all diesen vielen Gedankengängen und Möglichkeiten ist es für den Anfänger am besten Erfahrung zu sammeln. Führe ein Haushaltsbuch, um deine Lebenserhaltungskosten zu ermitteln und möglicherweise zu senken. Führe auch ein Tradingtagebuch und eine Trading-Historie. Wie viel hattest du wann investiert und an welchem Tag oder in welcher Woche oder in welchem Monat hast du wie viel in Euro und Prozent verdient? Sammle Daten über 6, 12 oder am besten mindesten 24 Monate, um deine Performance zu erkennen. Was kostet dein Alltag und was verdienst im Durchschnitt beim Trading?

Mein Vorschlag für dich ist: Setze dir nicht sofort das Ziel, durch Börse selbstständig, frei oder reich zu werden. Meist verkrampft man nur und versucht verbittert diesen Traum zu erreichen, was so natürlich nicht klappt. Setze dir kleine Ziele. Finanziere dir den nächsten Urlaub durchs Trading. Wie viel kostet dich dieser? 2.000€? Dann hast du nun noch 6 oder 12 Monate Zeit, um das Geld zu verdienen oder zumindest die Hälfte. Finanziere dir dann ein Auto oder finanziere Teile deiner monatlichen Kosten, wie die Handyrechnung. Taste dich so step by step vorran, wie viel du dir selbst finanzieren kannst.

Viele mögen nun abgeschreckt sein von den Summena Viele mögen auch abgeschreckt sein, dass man dafür 30, 40 oder 50 Jahre sparen müsste! Für Anleger, die unbedingt selbstständige Trader sein und in wenigen Jahren starten wollen ist das natürlich keine Lösung. Die meisten von uns legen jedoch ihr Geld über viele Jahrzehnte an und beschäftigen sich erst nach der eigentlichen Arbeit im Angestelltenverhältnis mit der Börse. Für alle diese Anleger wäre es doch ein schönes Ziel sich kontinuierlich eine Summe anzusparen, um den Traum zu verwirklichen der Leidenschaft „Börse“ mehr Zeit zu gönnen, wenn man dann mit 40 oder 50 Jahren bereits auf Teilzeit im Job zurückstufen kann.

Ich empfehle dir außerdem diesen tollen, ausführlichen und komplexen Artikel von Claudia Schumacher im Handelsblatt. Im Artikel „Ein Selbstversuch im schnellen Geld“ beschreibt sie, wie sie versucht hat, als Daytraderin Hals über Kopf einzusteigen. Tolle Hinweise und Erklärungen!

TTIP – Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland

TTIP – Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland

TTIP die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP, früher Trans-Atlantic Free Trade Agreement, TAFTA) spaltet unsere Nation. Erbitterte Befürwortern aus der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sehen sich ebenso hartnäckigen Kritikern des Freihandelsabkommens gegenübergestellt. So machten am 10. Oktober etwa 250.000 Menschen bei einer Demonstration in Berlin und etwa ein Jahr später nämlich am 17. September 2016 bis zu 320.000 Deutsche ihren Missmut gegenüber den TTIP und CETA deutlich. Damit ist der Widerstand in Deutschland aber auch Österreich deutlich größer als in vielen anderen europäischen Staaten. So sammelte das internationale Bündnis „Stop TTIP“ in einer europaweiten Aktion bis zum 6. Oktober 2015 etwa 3,3 Mio. Unterschriften gegen TTIP und CETA. Beinahe die Hälfte dieser (ca. 1,5 Mio.) kamen dabei aus Deutschland. Doch warum ist das Interesse an den Abkommen gerade in Deutschland so hoch? Wie viel wissen wir Deutschen eigentlich über die Abkommen? Sind wir zurecht so erbost oder spiegelt sich in der Ablehnung eher unsere grundsätzlich kritische Haltung gegenüber Neuem wider? Welche Vor- und Nachteile würden sich aus einem ratifizierten TTIP für Deutschland, Europa und Amerika ergeben?

 

Vorteile des Freihandelsabkommens (TTIP)

  • Die Industrie hofft auf den Abbau von tarifären Handelshemmnissen. Davon würde die Exportnation Deutschland natürlich deutlich profitieren. Höhere Absätze vor allem in der deutschen Autoindustrie könnten die Folge sein.
  • Außerdem setzen Unternehmen auf die positiven Auswirkungen der Abschaffung bzw. Verringerung von nicht-tarifären Handelshemmnisse, die nach Ansicht von Ökonomen viel wichtiger wären als Zölle. Laut der EU sind diese bürokratischen Hürden mit einem Zoll von 10 bis 20 Prozent gleichzusetzen. Die gegenseitige Anerkennung von technischen Standards würde hohe Kosten und Zeit einsparen, die sich bisher aus der Pflicht unterschiedliche Normen einhalten zu müssen, ergeben (so müssen Autohersteller Crashtests je nach Absatzland nach unterschiedlichen Normen und daher zumeist mehrfach durchführen, auch Hersteller von Medikamenten sehen sich vielen unterschiedlichen Anforderungen an Machbarkeitsstudien und Unbedenklichkeitstests gegenübergestellt)
  • Die Abschaffung des „Buy American Acts“ führt zur Aufhebung der Diskriminierung europäischer Unternehmen. Der „Buy American Act“ wurde 1993 beschlossen und zwingt öffentliche Auftraggeber zu einer Bevorzugung heimischer Anbieter und Produkte.
  • Die Vielfalt der Produktpalette im Supermarkt würde sich schlagartig vergrößern. So könnten auch amerikanische Kinder das Vergnügen von „Überraschungseiern“ genießen. Diese dürfen in den USA bisher nicht verkauft werden, da Plastik von Schokolade umhüllt ist.
  • Vor allem Lebensmittel könnten günstiger werden, da sich viele heimische Unternehmen einem ganz neuen Konkurrenzkampf ausgesetzt sehen.
  • Schaffung neue Arbeitsplätze: Auch wenn die Zahlen von Studie zu Studie stark schwanken, scheint die Schaffung neuer Arbeitsplätze ein allgemeiner Konsens zu sein. Diese entstehen in Europa vor allem in den Bereichen Autoindustrie, Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie- und Pharmaindustrie. In Amerika entstünden neue Stellen hauptsächlich in der Agrarindustrie.

 

Nachteile (Kritik) des Freihandelsabkommen (TTIP)

  • Ein immer wieder kritisierter Punkt die fehlende Transparenz bzw. „Heimlichtuerei“. Derzeit geraten viele „Veröffentlichungen“ nur auf Umwegen an die Öffentlichkeit. Was zu vielen Überraschungen führen könnte und worauf sich unsere Unternehmen nicht vorbereiten können. (Hier sollte jedoch erwähnt werden, dass es noch keine Endgültige Fassung gibt, sodass immer nur Wünsche der Verhandlungspartner an die Öffentlichkeit geraten.)
  • Gegner befürchten, dass unsere hohen Standards in Gefahr geraten könnten. Die in den einzelnen EU-Staaten und den USA geltenden Standards sind zum Teil sehr unterschiedlich. Es wird befürchtet, dass man sich nur auf die jeweils schwächsten Standards einigen kann. Das könnte zu großen Rückschlägen u.a. in der Tierhaltung, Landwirtschaft und dem Umwelt- und Verbraucherschutz führen.
  • An dem Gesetzesentwurf scheinen bisher viele Lobbyisten und Industrielle beteiligt zu sein. Diese könnten ein anderes Verständnis von „Verbraucherschutz“ haben und daher auch ganz andere Ziele verfolgen. Die Auswirkungen wären Lebensmittel, Chemie- und Pharmaprodukte von schlechterer Qualität, die zudem ein größeres Gesundheitsrisiko darstellen könnten.

Beispiele:

Chlorhühnchen: Nach dem Schlachten werden Hühner zum Desinfizieren in Chlor getaucht. Dieses Verfahren ist in Europa derzeit verboten.
Hormonfleisch: in den USA sind Wachstumshormone im Tierfutter normal, was dazu führt, dass die Amerikaner fast täglich indirekt Wachstumshormone zu sich nehmen.
Grüne Biotechnologie, neuartige Produkte, Chemikalien etc.: In Europa gilt das Vorsorgeprinzip – die Sicherheit von neuen Produkten aber auch gentechnisch veränderten Pflanzen muss für eine Zulassung zunächst bewiesen werden. In Nordamerika gelten gentechnisch veränderte Pflanzen und neuartige Produkte hingegen solange als sicher, bis das Gegenteil bewiesen ist. Diese beiden Ansätze sind nicht vereinbar.

  • auch wenn der „Investorenschutz“ seit vielen Jahren Einzug in Freihandelsabkommen gefunden hat, steht er gerade bei TTIP unter großer Kritik. Der Investorenschutz ermöglicht Unternehmen eine Klage auf Schadensersatz vor einem Schiedsgericht, wenn eine Gesetzesänderung den Wert einer Investition nachträglich mindert. Die demokratische Legitimation dieser Schiedsgerichte wird jedoch immer stärker bezweifelt, weshalb Kritiker auch von einer Schatten- und Paralleljustiz sprechen. Es werden außerdem hohe Kosten befürchtet, deren Ausmaß nicht abgeschätzt werden könne.
  • Große Angst haben die Bewohner der vereinigten Staaten vor den Bakterien unseres Rohmilchkäses. So wird dort die Milch für Käse grundsätzlich erhitzt um Keime abzutöten. Dass damit auch die ganzen Aromen verloren gehen, brauche ich hier wohl nicht erwähnen.
  • Vernichtung von Arbeitsplätzen: Ja, tatsächlich gibt es auch Studien, die von einer Vernichtung von europaweit 600.000 bis 2025 sprechen.

Das Thema der Arbeitsplätze zeigt wahrscheinlich am beeindrucktesten wie erbittert sich die Befürworter und Kritiker des Freihandelsabkommens TTIP gegenüberstehen. Während auf der einen Seite Studien herangezogen werden, die die Schaffung tausender Arbeitsplätze prophezeien, zeigen andere Studien genauso glaubhaft den Verlust von ebenso vielen Arbeitsplätzen. Ähnlich verhält es sich mit den allgemeinen Auswirkungen. Einige behaupten, dass sich aus TTIP sowohl für Europa als auch für die USA vor allem positive Schlussfolgerungen ziehen lassen. Andere sehen die USA als deutlichen Gewinner und Europa als Verlierer. Als ein Grund für diese konträren Ansichten können sicher die spärlichen Informationen über den aktuellen Stand der Verhandlungen und der Entwürfe sein. Diese Intransparenz sorgt für so unterschiedliche Annahmen bei der Beurteilung der sich aus TTIP ergebenden Auswirkungen, dass die beiden Lager immer weiter auseinanderdriften. Ohne echte und stichhaltige Informationen, werden sich Befürworter und Kritiker weiterhin an teils haltlosen Thesen festhalten und zu einer stärkeren Verunsicherung führen. So ist beispielsweise die Annahme, amerikanische Standards seien grundsätzlich oberflächlicher als europäische so nicht richtig: in der amerikanischen Autoindustrie waren Airbags, Katalysatoren und Crashtest schon Jahre früher obligatorisch als in Europa.

Schlussendlich sei gesagt, dass die Details des Abkommens lange noch nicht feststehen. Auch wenn manche sagen, dass die Zeit aufgrund der amerikanischen Präsidentschaftswahlen und der Wahl der Bundesregierung in Deutschland dränge, ist von einem schnellen Vorstoß nicht auszugehen. Immerhin müssen sich nicht nur zwei Verhandlungspartner einigen. Zunächst muss die EU als Staatengemeinschaft ein gemeinsames Ziel vereinbaren.

Donald Trump – Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland

Donald Trump – Vorteile, Nachteile und Auswirkungen für Deutschland

Kaum ein Thema wird in den Nachrichten gerade mehr diskutieret als der US-Wahlkampf 2016. In den meisten Medien klingt es, als würde ein Wahlsieg von Donald Trump einem Weltuntergang nahekommen. Aus Interesse habe ich mal recherchiert, welche Vorteile und Nachteile sich aus einer Präsidentschaft von Donald Trump ergeben könnten.

„Trump kann in einer Rede zu einem Thema komplett widersprüchliche Aussagen machen“. (Carsten Brzeski, Ökonom bei der ING DiBa)

Daher können einige der hier aufgezählten Punkte heute keine Relevanz mehr haben, was aber nicht bedeutet, dass diese morgen nicht doch wieder richtig sind. Auf dem diesjährigen Berliner Börsentag hat der N-TV Korrespondent Markus Koch den US-Wahlkampf als „Pest gegen Cholera“ beschrieben, wobei die Pest von Trump verkörpert wird und Clinton die Cholera darstellt. Schauen wir uns also mal die Vorteile und Nachteile der Pest etwas genauer an.

 

Vorteile von Donald Trump

  • Trump könnte in den USA wirklich etwas verändern, da er sowohl den Kongress als auch den Senat (beides republikanisch) hinter sich hat. Im Gegensatz dazu hätte die demokratische Clinton dieselben Problem wie Obama und würde immer wieder an den beiden Instanzen scheitern.
  • Zudem möchte er viel Geld ausgeben, um die Infrastruktur zu verbessern. Dies könnte viele Jobs im Land schaffen.
  • Mit dem Ziel der Steuersenkung für Unternehmen könnte er weitere Jobs schaffen, auch wenn dieser Effekt heute kaum noch Relevanz hat. Solche Steuerersparnisse werden oft zum Rückkauf von Aktien verwendet oder am Kapitalmarkt investiert und landen eher selten in der Forschung und Entwicklung.
  • Durch die Abschaffung der Steuer bei den Geringverdienern möchte er die Kaufkraft weiter ankurbeln und somit die Wirtschaft stärken.
  • Durch Straffzölle und eine geringere Importquote könnte es sich für viele amerikanische Unternehmen wieder lohnen im eignen Land zu produzieren. Das könnte zu einem Aufblühen der Mittelschicht führen.
  • Trumps Pläne zum Thema Immigration gehören zu den wohl umstrittensten, aber auch das Schließen und stärkere Bewachen der Grenzen könnte zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl im Land führen. Des Weiteren führt eine solche Politik eventuell zu einer Abwanderung, die die Zuwanderung zahlenmäßig übersteigt. Auch das könnte zu mehr Jobs für die amerikanische Bevölkerung führen, da viele „billig“ Arbeitskräfte wegfallen.
  • Seit Jahren bestehen Spannungen zwischen den Amerikanern und Russland. Da aber sowohl Putin als auch Trump viel gemein haben und sich persönlich schätzen, könnte sich die Situation etwas entspannen. Zudem wären zwei Weltmächte wie Russland und die USA, die an einem Strang ziehen und sich gegenseitig positiv beeinflussen, eine gute Ausgangssituation um die in der Welt bestehenden Spannungen etwas zu lockern.
  • Gegen China würde Trump eine härtere Gangart an den Tag legen, was die Finanzmärkte öffnen und die chinesische Währung aufwerten könnte. Dieses würde die Importe verteuern und zu einer vermehrten lokalen Produktion führen.
  • Donald Trump ist kein Politiker und versteht laut einiger Amerikaner die Bevölkerung und die Probleme des „kleinen Mannes“ besser als viele Politiker, die sich ihren Weg in die Spitze ihrer Partei „erschlafen“ haben. Daher könnte er der Bevölkerung auch schwierige Entscheidungen verkaufen.
  • Waffenhersteller können sich freuen! Ein Wahlsieg des „Politikers“ Trump, der die Militärausgaben erhöhen will, könnte weitere große Gewinner hervorbringen: die Rüstungsindustrie.

 

Nachteile von Donald Trump

  • Trump ist kein Politiker und sagt, was er denkt. Dadurch tritt er vielen auf den Schlips. Das kann dazu führen kann, dass er den Rückhalt in der eigenen Partei verliert und somit in den nächsten 5 Jahren in den USA nichts passiert.
  • Vor allem die Finanzmärkte mögen Beständigkeit und Struktur. Daher kann es zu sehr hohen Kursausschlägen und -schwankungen kommen, wodurch sehr viele Unternehmen und Marktteilnehmer leiden werden.
  • Vor allem große Schwankungen in der US-amerikanischen Währung, dem USD, könnten den künftigen USA-Tourismus, den Import und auch Export sehr negativ beeinflussen.
  • Viele amerikanische Unternehmen, die sehr exportorientiert sind, werden sich ganz schön umschauen müssen, wenn Trump viele Handelsabkommen platzen lässt.
  • Ein Trump-Wahlsieg würde mit großer Wahrscheinlichkeit auch den Preis des Edelmetalls in Wallung versetzen. So könnte der Stellenwert des Golds auch wieder aufwerten und seine Rolle als sicheren Hafen wiederfinden.
  • Trump will das Pariser Klimaabkommen aufkündigen, da er der Meinung ist, dass diese Klimapolitik amerikanische Arbeitsplätze zerstört. Er bevorzugt die Förderung von fossilen Brennstoffen. Was das bedeutet, brauche ich wohl nicht weiter erläutern.
  • Eine weitere Forderung Trumps ist ein freier Wettbewerb in der Gesundheitspolitik. Das wird dazu führen, dass wieder Millionen von Menschen in den USA nicht krankenversichert sind, weil sie es sich einfach nicht leisten können. (Je nach Einkommenssituation werden Amerikaner dieses als Vor-oder auch Nachteile sehen.)
  • Eine harte Gangart gegen China und eine stärkere heimische Industrieproduktion könnte zu einem Wirtschafts- und Währungskrieg zwischen diesen Weltmächten führen.
  • Mit Trump wird es auch keine Verschärfung eines Waffenrechts geben. Das Recht auf das Tragen und Besitzen einer Waffe bezeichnet Trump als Freiheit. (Meiner Meinung ein Nachteil)
  • Seine Migrationspolitik, die teilweise sehr fremdenfeindlich wirkt, könnte die USA zu einer noch größeren Zielscheibe für terroristische Anschläge machen.
  • Bei einem Wahlsieg von Trump würde er sein Vermögen und seine Investitionen nicht wie von vielen gefordert in eine Art „Black Box“ verfrachten, sondern dieses von seinen Kindern verwalten lassen. Ein Insiderhandel und eine Bereicherung seinerseits wären damit ziemlich wahrscheinlich.
  • Seine Marke und sein Unternehmen sind sein Baby und das wird jeder Unternehmer auch verstehen. Daher ist auch die Frage berechtigt, ob er wirklich 24/7 Präsident sein könnte?
  • Die angekündigten Steuererleichterungen würden einer Berechnung zufolge nicht unbedingt helfen den Staat zu entlasten, obwohl gerade das ein großes Ziel von Trump ist. So könnte die Schuldenquote bis 2036 um 80 Prozentpunkte steigen.

 

Vorteile und Nachteile von Trump für Deutschland

  • Deutsche und europäische Firmen müssten sich auf Handelserschwernisse mit den USA einstellen. „Strafzölle könnten zurückkehren, das heißt: Aktien von Unternehmen, die grenzübergreifende Geschäfte machen, geraten aller Voraussicht nach unter Druck“, sagt Brzeski.
  • Trump pocht darauf, dass alles, was in Amerika produziert werden kann, auch in Amerika produziert werden sollte. Unternehmen, die sich darüber hinwegsetzen, müssen mit Strafen rechnen. Macht der Populist mit den protektionistischen Maßnahmen ernst, könnte dies – wie so oft in der Geschichte – leicht in einen Handelskrieg münden. Ein solches Vorhaben würde den Exportweltmeister Deutschland stark schwächen.
  • Ein Präsident Trump hat das Ziel, dass Länder wie Deutschland und Frankreich mehr Geld für Verteidigung lockermachen. Ein solches Szenario dürfte für Rüstungsbetriebe wie Rheinmetall aus Deutschland mehr Aufträge bedeuten.
  • Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus könnte sich dann auch über volle Auftragsbücher freuen.

 

Mögliche Verlierer im DAX sind die Globalisierungsgewinner

  • BMW erzielt ein Fünftel seiner Erlöse in Amerika.
  • Daimler setzt in der Freihandelszone NAFTA, die von den Vereinigten Staaten dominiert wird, ein Drittel um.
  • Der Pharmakonzern Bayer macht 27 Prozent seines Geschäfts in Nordamerika.
  • Der Chemieriese BASF 22 Prozent.
  • Der deutsche Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC), verbucht dort fast drei Viertel seines Umsatzes.
  • Bankaktien sind am Vorabend einer möglichen Ära Donald Trump nicht als das klügste Investment zu bezeichnen. „Hillary Clinton würde den US-Staat weiter für die Belange von Big Business und Wall Street einsetzen. Bei Trump könnte man immerhin hoffen, dass er mit dieser unheilvollen Koalition bricht“, urteilt Degussa-Chefökonom Thorsten Polleit.

 

 

Abschließend sei gesagt, dass viele Trump mit Reagan vergleichen und sagen, die Politik würde nicht von den Präsidenten gemacht, sondern von den Experten im Hintergrund. Das Problem bei Trump scheint oft jedoch, dass er sich nichts sagen lässt und alles besser weiß. Daher könnte ein Präsident namens Donald Trump ein sehr interessantes Experiment werden. Zudem sprechen Aussagen von Trump wie „Wenn wir Atomwaffen haben, warum setzen wir sie nicht ein?“ für sich selbst!

 

George Soros – Krieg und Frieden

George Soros – Krieg und Frieden

Mit einem durch das Forbes Magazine geschätzten Vermögen über rund $25 Milliarden erfreut sich George Soros über den Platz 21 der reichsten Personen der Welt. Reich wurde er als Hedgefonds-Manager mit riskanten und aufsehenerregenden Spekulationen. Er ist einer der bekanntesten Investoren weltweit und fällt immer wieder durch spektakuläre Investments auf. Zuletzt verdoppelte Soros im August 2016 seine Wette gegen den SP500 auf ein Volumen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar. Wenn George Soros eine Möglichkeit wittert, ist er ein gnadenloser Spekulant auf der Suche nach maximalem Profit. Doch er ist nicht nur der klassische Finanzhai. Soros ist eine extrem spannende Person. Er hat zwei Seiten – Krieg und Frieden. Ich möchte dich mit diesem Artikel in die Welt des Milliardärs mitnehmen.

Hier lassen sich Essays von George Soros lesen.

 

Werdegang von George Soros

Geboren wurde György Schwartz (bürgerlicher Name) am 12. August 1930 in Budapest. Heute ist George Soros ein US-amerikanischer Investor mit ungarischen Wurzeln. Trotz der jüdischen Herkunft konnte Soros die Besetzung durch das NS-Regime überleben, nachdem er sich mit seinem Vater lange Zeit versteckt hielt. Nach dem Besuch des Esperanto-Weltjugendkongresses blieb George Soros in England und studierte an der London School of Economics and Political Sciense (LSE) Philosophie und erlangte die Promotion. Die Lehren seines Dozenten Karl Popper prägten Soros Weltbild einer offenen Gesellschaft. Nachdem er 1956, mit 26 Jahren, in die USA zog, übernahm er 1968, mit 38 Jahren, erst das Management eines Hedgefonds, welcher in Curacao angesiedelt war, und gründete daraufhin 1969 seinen bekannten Quantum Funds. Heutzutage führt und managt er zahlreiche Fonds, zusammengefasst in der Soros Fund Management LLC.

 

Krieg mit George Soros

Soros ist ein unerbittlicher Investor. Wittert er eine Gelegenheit Gewinne zu machen, so nutzt er diese schamlos aus. Krieg mit bzw. gegen seine Milliarden ist ein schier unmögliches Unterfangen. So zwang der amerikanische Starinvestor Großbritannien 1992 zum Austritt aus dem europäischen Währungssystem (EWS) und besiegte die Bank of England im Kampf um die Bewertung des Pfund. Seitdem trägt George Soros auch den Beinamen „the man who broke the Bank of England“. Durch den Beitritt der Briten 1990 zur EWS verpflichteten sich diese, einen festen Wechselkurs zur deutschen Mark (DM) einzuhalten. Ohne Absprachen entschied sich die Bank of England am Anfang eine sehr hohe Bewertung des Pfund festzusetzen und durch Veränderungen des Leitzinses und Interventionen am Kapitalmarkt aufrechtzuerhalten. Es war die turbulente Anfangsphase des EWS bei dem die Dänen das Währungssystem ablehnten und auch die italienische Lira als überbewertet galt.

Schnell wetteten zahlreiche Investoren gegen das Pfund. Insgesamt 10 Milliarden Pfund wurden verkauft und vor allem gegen die deutsche DM und den französischen Franc eingetauscht. Durch diese Verkäufe des britischen Pfund sank der Wert des Pfund, welchen die Bank of England durch Interventionen wieder anheben zu versuchte. Dies konnte die britische Zentralbank entweder durch die Anhebung des Leitzinses oder das Einziehen von Pfund-Noten am Markt mit der Konsequenz der Verknappung der Währung tun. Das pfund konnte die BoE mit eigenen Devisen (Fremdwährung) am Markt aufkaufen und hatte somit lediglich einen begrenzten Spielraum das Pfund stützen zu können. Gingen die Währungsreserven zur Neige konnte die Bank of Engalnd das Pfund nicht mehr aufkaufen bzw. stützen.Am 16. September 1992, dem „Black Wednesday“, gab die Bank of England auf. Das Vereinigte Königreich musste die Schande über sich ergehen lassen aus dem EWS austreten zu müssen. Dies fachte die europafeindliche Stimmung im Königreich an. Auch verlor die damals noch hoch geschätzte Bank of England ihr Image der zuverlässigsten Zentralbank weltweit. Während Soros innerhalb einer Woche durch den im Wert sinkenden Pfund eine Milliarde US-Dollar verdiente, schätzte die britische Regierung 2005 die Kosten der Intervention der BoE für den Steuerzahler auf 3 bis 5 Milliarden Pfund. Noch heute stellt die Pfundkrise einen beschämenden Fleck in der Geschichte des Vereinigten Königreiches dar.

Vor allem in den 1990er Jahren fiel Soros durch zahlreiche große Spekulationen auf. 1993 wettete George Soros gegen die D-Mark und 1997 warf man ihm vor, Schuld an der malaysischen Finanzkrise zu sein. An der Finanzkrise 2008 verdiente Soros 2,9 Milliarden USD. Bis Ende 2009 stieg das Vermögen seiner Fonds-Gesellschaft auf 24 Milliarden USD.

Die Feldzüge von George Soros gegen Währungen, Indizes und Finanzsysteme können oft mit politischen Motiven in Verbindung gebracht werden. Immer wieder mischt sich der Großinvestor in Länder und Politik ein und nimmt aktiv Einfluss. So galten seine Wetten in den 1990er Jahren gegen europäische Währungen bereits dem Kampf für faire Bedingungen unterentwickelter Länder. Mit 23,5 Millionen US-Dollar setzte sich George Soros gegen die Wiederwahl des Republikaners George W. Bush ein. Die von Soros gegründete Open Society Foundations (OSF) ist in über 50 Ländern aktiv. Die Büros dieser Stiftung liegen nah an staatlichen Behörden oder direkt in den Gebäuden dieser. Vor allem in ehemaligen Ländern der sowjetischen Republik ist die Stiftung sehr aktiv. Mit viel Geld und viel Nähe zu staatlichen Institutionen vermutet man, dass George Soros immer wieder Einfluss auf Wahlen, Prozesse und Politik nimmt. Auch kommt er durch dieses weitverzweigte Netzwerk schneller an Informationen als andere Personen. Aktiv unterstützte Soros auch Dissidenten und Oppositionen in der Sowjetunion mit drei Millionen Dollar jährlich.

Zuletzt hatten Soros politische Einmischungen in der Ukrainekrise Aufsehen erregt. So bedankte sich Präsident Poroschenko 2014 für die Unterstützung des Investors. Soros investierte mehrere Milliarden Dollar in ukrainische Staatsanleihen, rief andere Investoren auf dies ebenfalls zu tun und forderte immer wieder vehement die EU auf selbst bis zu 50 Milliarden Euro zu investieren. Aus seiner Sicht muss die EU den Krieg der Ukraine unterstützen und selbst auch führen. Versuchte Soros damals noch Einfluss auf den Sturz der Sowjetunion zu nehmen, so tut er dies nun gegen Russland. Seine Fonds und er sind durch die russische Regierung auf Grund der tendenziell russlandfeindlichen Rhetorik des Investors als „unerwünscht“ eingestuft. 2016 kündigte Soros an, über 10 Jahre verteilt bis zu 500 Milliarden USD in die Ukraine investieren zu wollen, nachdem er 2015 den ukrainischen Orden der Freiheit erhalten hatte.

Frieden mit George Soros

Während der berühmte Hedgefonds-Manager politisch Einfluss nimmt und unerbittlich auf der Suche nach Profit vor scheinbar nichts zurückschreckt, gibt es auch eine andere Seite des Investors. Geprägt durch sein Philosophie-Studium und die Lehre der offenen Gesellschaft von Karl Popper pflegt George Soros ein philanthropisches Weltbild. Das Konzept der offenen Gesellschaft spiegelt sich auch in der Namensgebung der Open Society Fundation wider.

Mit der OSF und der Soros Foundation förderte er beispielsweise die Möglichkeit schwarzer südafrikanischer Studenten an der University of Cape Town studieren zu können. Die Time schätzte 2007 die Gesamtsumme der Spenden durch George Soros für das philanthropische Weltbild auf 7 Milliarden USD.

George Soros unterstützt die „Reporter ohne Grenzen“ finanziell und kritisiert immer wieder die Einmischung der USA in andere Länder als nicht förderlich. So behindere das Engagement der USA beispielsweise eine Friedensfindung zwischen Israel und Palästina. Ob der Vorwurf der politischen Einmischung der USA durch einen Investor, welcher sich aktiv weltweit politisch einmischt, jedoch viel Wert verliehen werden kann, ist zu bezweifeln.

Seit 2009 unterstützt George Soros Climate Policy Initative mit jährlich 10 Millionen US-Dollar zur Erforschung von Klimaschutzmaßnahmen. Das von ihm 2009 mit $50 Millionen gegründete Institute for New Economic Thinking soll neue Theorien der Volkswirtschaft entwickeln. 2010 erklärte sich Soros bereit weitere 7 Milliarden Dollar für gute Zwecke im Sinne der Initiative „The Giving Pledge“ zu spenden.

George Soros kritisiert die Deregulierung der Finanzmärkte – und das obwohl er auf der einen Seite davon profitiert und seine Fonds selbst in Steuerparadiesen angesiedelt hat, um sich dem Zugriff der Regulierung und Finanzämter in den USA und Europa zu entziehen.

 

Fazit

Ich finde George Soros einen sehr spannenden Charakter. Es ist ein Wechselspiel zwischen Krieg und Frieden. Auf der einen Seite der Philosophie-Student, welcher sich für Menschenrechte, Gleichberechtigung und eine offene Gesellschaft in Form der Philanthropie einsetzt. Auf der anderen Seite ein politisch unnachgiebig einflussnehmender Investor, welcher sein Netzwerk und seine finanzielle Macht maßlos zur Einflussnahme nutzt. George Soros setzt sich für sein Weltbild ein und führt auf der einen Seite Kriege gegen Systeme, welche ihm nicht gefallen, und auf der anderen Seite arbeitet er mit Spenden und Stiftungen an einer offenen Gesellschaft und Frieden.

Es ist unvorstellbar, wie viel Schlagkraft und Macht George Soros durch seine Milliarden ausübt. Er war bereits 1992 stärker als die Bank of England (nun gut, nicht er alleine) und kann wahrscheinlich auch heute noch Systeme, Regierungen, Währungen und Länder beeinflussen und/oder vernichten (wenn sich ihm andere Investoren anschließen). Hätte ich die Möglichkeit, Soros eine Frage zu stellen wäre es die, wie er die Konsequenzen seines Handelns bewertet? Durch seine Feldzüge und Einflussnahmen wurden viele Menschen arbeitslos, viele Steuergelder wurden vernichtet und ganze Länder in den Ruin getrieben. Ist es das aus seiner Sicht wert?

Börsenpsychologie 2.0 – Prospekttheorie der Heuristik

Börsenpsychologie 2.0 – Prospekttheorie der Heuristik

Bis heute basieren ein Großteil der Modelle und Theorien der Makro- und Mikroökonomie auf der Nutzentheorie (auch Nutzenfunktion). Hierbei geht man davon aus, dass sich ein Marktakteur immer für die Möglichkeit entscheidet, welche seinen Gewinn/Nutzen maximiert und die Kosten/Aufwand minimiert. Dieses rationale und erwartbar-logische Verhalten spiegelt sich im Konzept des homo oeconomicus wieder. Die britische Zeitschrift „The Economist“ nutzte 1999 die Metapher des Mr. Spock als emotional disziplinierten und absolut logisch und rational denkenden Akteur[1].

Den meisten Konzepten der Ökonomie liegt der homo oeconomicus zu Grunde. Grund dessen ist das erwarte Verhalten dieser fiktiven Person. Individuelle Charakterzüge und die Psychologie des Menschen – wie z.B. Emotionen – werden nicht beachtet um die Modelle und Theorien möglichst einfach zu gestalten. Seit 1940 entwickeln zahlreiche Wissenschaftler jedoch neue Ansätze. Mr. Spock ist zwar eine interessante Persönlichkeit, aber in keinem Fall menschlich. Und ökonomischen Konzepten eine nicht-menschliche und fiktive Person zu Grunde zu legen ist fraglich. Seit etwa 1980 erlebt der junge Teilbereich der Ökonomie, die Verhaltenspsychologie oder auch Behavioral Economics, immer mehr Zulauf und Zustimmung.

1979 veröffentlichten die amerikanischen Wissenschaftler Daniel Kahneman (2002 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet) und Amos Tversky ihre Weiterentwicklung der Nutzentherorie. Diese Prospect Theory (Neue Erwartungstheorie) zählt zu den in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts am häufigsten zitierten Beiträge. Das Konzept stellte eine Revolution der bisherigen ökonomischen Gedankenwelt dar. Die Prospect Theory erlaubt die Beschreibung menschlicher Entscheidungsfindungen bezüglich risikoreicher Situationen mit Einbezug von Psyche und Charakter des Akteurs.

Ich möchte dich mit diesem Beitrag in die Erwartungstheorie und die daraus resultierenden Rückschlüsse auf menschliches Verhalten einweihen. Trader müssen täglich Entscheidungen unter Zeitdruck, ohne vollständige Information und im Umfeld hohen Risikos treffen. Das Wissen über den Ablauf der Entscheidungsfindung in diesen Situationen hilft dir dich selbst als Trader besser kennenzulernen und auch das (menschliche) Verhalten der Akteure an der Börse besser zu verstehen.

Heuristik

Heuristik

Die Prospect Theory ist ein Bestandteil der Heuristik, welche sozusagen das Fundament der Verhaltensökonomie darstellt. Die Heuristik umfasst dabei das Verhalten des Menschen Problemstellungen ohne nutzbare Methode zur Lösung, unter Zeit- und emotionalem Druck und ohne vollständige Information zu lösen. Um das Problem zu lösen, für welches keine erprobte Lösungsstrategie vorliegt, muss die jeweilige Person auf eigene Erfahrungswerte zurückgreifen und bestehende Methoden anpassen oder persönliche Tendenzen zur Entscheidungsfindung nutzen. Heuristik findet sich vor Allem in komplexen, schnelllebigen, kaum überschaubaren und unzureichend strukturierten Problembereichen.

 

Die Prospect Theory

Während die ursprüngliche Nutzentheorie alle Gewinne als positiv definiert und bestimmt, dass sich der Akteur für den Maximalgewinn entscheidet geht die neue Nutzentheorie, die Prospect Theory, auf den Entscheidungsprozess des Akteurs ein: dieser wird in zwei Phasen, das editing (Bearbeitung) und evaluation (Bewertung) unterteilt.

In der ersten Phase – dem editing – ordnet der Akteur die möglichen Entscheidungen heuristisch in Bezug zu seinem Referenzpunkt. Alle Ergebnisse unterhalb des Referenzpunktes werden als Verluste wahrgenommen, alles oberhalb dessen als Gewinn. Möchte ein Trader ungenutztes Cash (z.B. 2.000€) gewinnbringend anlegen und innerhalb der nächsten Monate 10% Gewinn, also 200€ Profit, machen, dann liegt sein Referenzpunkt bei der Bearbeitung und Beurteilung möglicher Anlageobjekte bei +10%. Alle Ergebnisse unterhalb nimmt die Person emotional tatsächlich als Verlust wahr. Entscheidend ist also nicht der Gewinn, sondern der Referenzpunkt, welcher von außen beeinflusst werden kann (siehe kognitive Verzerrungen, Ankereffekt). Der Moment, wenn der persönliche Referenzpunkt festgelegt wird, nennt sich Kodierung. Auf die Kodierung folgt das heuristische Einordnen der Möglichkeiten und abschließend vier weitere kleine Phasen, welche vor allem der Vereinfachung dienen: Die Wahrscheinlichkeiten identischer Ergebnisse werden addiert, gemeinsame Bestandteile, welche für alle Möglichkeiten gelten, ignoriert, Ergebnisse und Wahrscheinlichkeiten vereinfacht, sowie stochastisch dominierende Aspekte ausgesondert.

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In der zweiten Phase – der evaluation – werden die vorhandenen Alternativen (Prospects) bewertet. Hierbei ist einerseits die Wertefunktion und andererseits die Wahrscheinlichkeitsgewichtungsfunktion entscheidend. Wie wir bereits wissen wird jedes Ergebnis, welches besser als der Referenzpunkt (Mindesterwartung) abschneidet, als Gewinn wahrgenommen. Hierbei ist anhand der Wertefunktion erkennbar, dass jeder anfängliche Zusätzliche Gewinn über den Referenzpunkt hinaus als besonders starker Wertzuwachs empfunden wird. Der Gewinn-Zuwachs über den Referenzpunkt +10% auf +14% (4% mehr) hinaus wird als wesentlich wertvoller wahrgenommen als ein Gewinnzuwachs von +20 auf +24% (ebenfalls 4% mehr) bei gleichem Referenzpunkt. Gleiches gilt auch im negativen Bereich. Fällt der Zuwachs einer Position um 2% auf nur noch +8%, so wird dies einerseits als Verlust empfunden und wesentlich intensiver verarbeitet als ein Sinken um 2% von zum Beispiel -4 auf -6%. Neben dem Empfinden des Wertzuwachses werden die möglichen Alternativen durch den Akteur ebenfalls nach der Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet. Zuletzt entscheidet sich die Person für einen Wert, welcher bezogen auf den persönlichen Referenzpunkt, die Werte- und Wahrscheinlichkeitseintrittsfunktion am besten abschneiden könnte.

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Kognitive Verzerrungen

Im Entscheidungsprozess der Prospekt Theory spielt der Charakter und die Psyche des Akteurs eine gewichtige Rolle. Er muss kodieren, gewichten, sortieren, bewerten und entscheiden. Dies muss er heuristisch meist unter Zeitdruck, Einflüssen aus seiner Umwelt und ohne vollständige Informationen und erprobte Lösungsmethoden umsetzen. Hierbei sind kognitive Verzerrungen (biases) erkennbar. Hierbei handelt es sich um unbewusste systematisch fehlerhafte Neigungen des Akteurs beim Wahrnehmen, Erinnern, Denken und Urteilen.

Darunter fallen zum Beispiel die Nähe-Verzerrung und das Priming. Bei Ersterem kann die Nähe einer Person zu einer Problemstellung zu einer verzerrten Wahrnehmung führen. Dies zeigt bei Tradern vor Allem daran, dass in Depots oft jene Branchen übergewichtet werden, welche auf Grund von Kontakten, Empfehlungen und des eigenen Berufs besonders gut kennt. Diese Thematik werde ich im siebten Artikel unter Sektoren-Verliebtheit nochmals genauer erklären. Zu viel Nähe zu einer Thematik macht blind für Optionen. Wer beispielsweise im Bankwesen arbeitet setzt selbst vor allem auf Banken. Er hinterfragt seine eigene Branche, also auch seine berufliche Zukunft, nicht und glorifiziert seinen Sektor. Auch das Priming erklärt die Art der kognitiven Verzerrung sehr gut: Hierbei wird eine Entscheidung durch ehemalige bewusste oder meist unbewusste Erfahrungen beeinflusst. Auf Grund einer negativen Erfahrung mit einer Aktie, beispielsweise, nimmt der Akteur diese auch in Zukunft als negativ wahr und wehrt sich unbewusst, aus Angst die negative Erfahrung zu wiederholen, dagegen die Aktie nun als bestes Anlageobjekt zu klassifizieren. Rational wäre die Aktie wahrscheinlich die beste Entscheidung. Da der Anleger jedoch kein homo oeconomicus ist und auch nicht Mr. Spock heißt verhindert eine negative Vorgeschichte unbewusst diese Erkenntnis.

Die an der Börse wohl am meisten verbreitete und kostenintensivste kognitive Verzerrung ist der Dispositionseffekt. Umfragen in den letzten Jahrzehnten ergaben immer wieder, dass bis zu 80% der Anleger vom Dispositionseffekt betroffen sind. Dieser erklärt, warum Trader oftmals Gewinnpositionen viel zu schnell verkaufen und Verluste dagegen zu lange laufen lassen. Die erste Ursache dieses Effektes ist, dass Verluste etwas doppelt so stark empfunden werden als Gewinne. Gewinne werden als angenehme Selbstverständlichkeit wahrgenommen und meist durch Verkäufe zügig realisiert. Verluste dagegen wird als überaus unangenehmes und unerwartetes Scheitern empfunden. Hierbei tun sich Anleger schwer den Verlust zu realisieren und hoffen auf eine Umkehr des Kurses. Die zweite Ursache ist die bereits beschriebene Wertefunktion. Die ersten Gewinne werden als am wertvollsten empfunden. Mit steigenden Gewinnen nimmt das Empfinden über den Wertezuwachs ab, sodass frühzeitig verkauft wird, wenn kein Nutzen-/Wertezuwachs mehr empfunden wird. Auf der anderen Seite werden die ersten Verluste am heftigsten wahrgenommen. Mit der Zeit nimmt dieses Gefühl jedoch ab und der Anleger empfindet zunehmende Gleichgültigkeit bei weiteren Verlusten. Aus diesem Grund verkaufen Anleger Verlust-Positionen meist nicht, da das anfänglich negative Gefühl schwächer (ja fast besser) wird je größer die Verluste werden. Verrückt aber wahr.

Weitere kognitive Verzerrungen sind beispielsweise die Vermessenheitsverzerrung (overconfidence bias) unter welcher die Überschätzung des Akteurs durch sich selbst gemeint ist. Der Trader nimmt sich selbst zu talentiert, zu mutig, zu wissend, zu könnend oder zu überlegen war. Vor Allem in guten Phasen mit zahlreichen Erfolgen kann die Vermessenheit an die eigene Leistungsfähigkeit und Überlegenheit der Konkurrenz zu einer überzogenen Selbstbewertung und Verlust von Realitätsbezug und gesundem Misstrauen führen.

Die Ankerheuristik ist beispielsweise bei der Kodierung des Referenzpunktes zu finden. Hierbei wirken Einflüsse von außen wie ein Anker der eigenen Einstellung. Bei Untersuchungen hatte man beispielsweise Passanten in einer Fußgängerzone befragt was sie tendenziell bereit sind für den Naturschutz zu spenden. Den Anker hatte man in den Fragen „Wären Sie bereit $5 zu spenden?“ und „Wären Sie bereit $400 zu spenden?“ versteckt. Der Anker tat sein Übriges, sodass die erste Gruppe durchschnittlich bereits war $20 zu spenden während die zweite durchschnittlich $143 angab. Den Anker nehmen wir selten bewusst wahr. Es sind Kommentare, Meinungen, Artikel, Analysten, welche uns beeinflussen.

Sturheit und die Status-Quo-Verzerrung sind machen uns als Trader ebenfalls zu schaffen. Bei der Sturheit geben wir eine einmal gemachte Entscheidung nur sehr ungern wieder auf. Wer sich für ein Unternehmen entscheidet lässt sich ungern vom Gegenteil überzeugen. Dies erkennen wir daran, dass manche Trader trotz Zureden und Aufzeigen von Fakten an manchen Werten unbeirrt festhalten. Wir geben auch den Status Quo ungern auf. Auf der einen Seite nehmen wir Vorteile nicht wahr, nur um den Status Quo zu erhalten. Wir empfinden das Risiko des Fortschritts als zu groß als dass wir den Status Quo verlassen würden. So ergaben Umfragen in Unternehmen, dass die wenigsten Arbeitnehmer bereit wären weniger als die gesetzlichen 24 Urlaubstage zu erhalten, selbst wenn sie für jeden nicht genommenen Urlaubstag unterhalb der 24-Tage-Marke das Drei- bis Vierfache des Gehalts für einen normalen Arbeitstag bekommen würde. Der gesetzliche Urlaubsanspruch ist der Status Quo. Und Veränderung, wie vorteilhaft sie auch sein mögen, werden meist nicht wahrgenommen. Und entfernen wir uns vom Status Quo, so sind wir bereits viel mehr Risiko einzugehen als sonst um den Status Quo wiederherzustellen. Dies könnte der Grund für das ebenfalls unter unerfahrenen Anlegern desaströse Verbilligen sein bei dem Trader Verlustpositionen immer wieder durch Nachkäufe ausweiten in der Hoffnung wieder den Status Quo, also keine Verluste, wiederherzustellen.

Auch setzen wir uns stetig falsche Prioritäten und wenden unverhältnismäßig viel Zeit für kleine Entscheidungen und dagegen wenig Zeit für wichtige Entscheidungen auf. Auch das unangebrachte Bedauern sollte jeder von sich kennen. Vergangene Verluste werden unverhältnismäßig lange bedauert. Gefahr birgt auch das Täuschen auf Grund einer kognitiven Dissonanz. Hierbei gerät der Trader in eine unangenehme Situation in der er seine Kognitionen, wie Gedanken, Gefühle und Wünsche, nicht einordnen kann. In einer solchen Phase fühlt sich der Mensch unwohl. Dies kann beispielsweise passieren, wenn zahlreiche Trades missglücken und der Trader nicht einordnen kann was er von sich und der Situation halten soll. Ein Ausweg bietet hierbei schnell die Täuschung. Wir verändern den Blickwinkel auf die Situation und behaupten, dass wir es eigentlich ja anders machen wollten und somit doch eigentlich richtiglagen. Wir verändern unsere Einstellung und senken unsere Erwartungen. Waren vorher noch 5% Verlust hinnehmbar so sind es nun 15% auch und der Trade war doch nicht so schlimm. Informationen und die Situation werden verdreht, abgewertet und geleugnet um uns selbst wieder ins rechte Licht zu rücken. Auch greifen wir zu beruhigenden Mitteln, wie Sport, Freizeit, Mediation oder schlimmstenfalls Alkohol. Umgangssprachlich ist all dies als „Schönreden“ bekannt.

 

Optimiere deinen Entscheidungsprozess

Jeder von uns findet sich bewusst bei den kognitiven Verzerrungen wieder. Unbewusst haben wir wahrscheinlich alle jede dieser Verzerrungen durchgemacht. Das ist menschlich und normal. Doch nun kennen wir den Entscheidungsprozess und die Gefahren des Einflusses unserer Psychologie. Börse basiert eben nicht nur auf Zahlen und Charts. Bereits am Anker-Effekt erkennen wir die Macht der Analysten, sodass hohe Gewinne eines Unternehmens teilweise negativ bewertet werden, weil die Erwartung der Analysten und somit des Marktes höher lag. Wie bereits im ersten Beitrag zur Verhaltenspsychologie dargestellt bewertet die Börse die ökonomische Realität basierend auf der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (Erwartungen an die Zukunft). Und in diesen Bewertungen steckt sehr viel Psychologie.

Auf der einen Seite kann und sollte ein Trader an sich selbst arbeiten, was ich auch im sechsten Beitrag (Traden ist Charakterbildung) nochmals thematisieren werde. Welche Verzerrungen haben wir in unserem Entscheidungsprozess? Wie können wir diese Einflüsse erkennen und verhindern? Wie schaffe ich es als Trader möglichst rational und möglichst wenig emotional zu agieren? Traden heißt nicht nur gegen den Markt zu spielen, sondern auch gegen sich selbst und seine menschlichen Fehler.

Auf der anderen Seite können wir unser Wissen über kognitive Verzerrungen am Markt gewinnbringend verwenden. Was sind die vorhanden Anker, welche das Denken die Einstellung des Marktes beeinflussen? Wann fühlen sich die meisten Anleger unwohl und tendieren zu schnellen und irrationalen Entscheidungen? Mit der Psychologie hält man den Schlüssel in der Hand den Markt nicht nur zu lesen (Zahlen & Charts), sondern auch zu verstehen. In den kommenden Beiträgen möchte ich weitere Szenarien beschreiben, welche uns und den Markt beeinflussen.

 

Alle Artikel der Börsenpsychologie-Reihe auf einen Blick

  1. Börse basiert auf Psychologie
  2. Prospekttheorie der Heuristik
  3. Verlustaversion, Status Quo und Trugschlüsse
  4. Systematische Kognitionsprobleme
  5. Anomalien der Heuristik
  6. Traden ist Charakterbildung
  7. Psychologische Fallen
  8. Praxisbeispiele

 


[1] http://www.economist.com/node/268946

MQL5 programmieren lernen – EAs schreiben einfach erklärt

MQL5 programmieren lernen – EAs schreiben einfach erklärt

MQL5 programmieren lernen – EAs schreiben einfach erklärt

Hey Insider,
das hier ist einmal wieder ein Selbstexperiment. In unserer Reihe „Metatrader Secrets“ geht es vor allem um die kleinen „Gadgets“, welche in der Software versteckt sind. Da wir im Bereich des Aktienhandels auch automatisierte Tools verwenden, die uns einen Überblick über die Marktlage verschaffen, wollten wir dies auch verstärkt in kleineren Zeiteinheiten in die Währungsmärkte implementieren. Die Programmiersprache R, die wir normalerweise auch für unsere Online-Applikationen verwenden, kann nur umständlich in die MT5 Umgebung eingebunden werden. Einer von uns, sollte daher innerhalb einer Woche, MQL5 erlernen. Welche Quellen wir verwendet haben, um uns Informationen zu der Sprache zu beschaffen, was unsere ersten Testprogramme waren und wie man Expert-Advisors ohne Programmierkenntnisse erstellen kann, wollen wir euch mit dieser Serie näher bringen.

Die ersten Schritte mit MQL5 – Öffnen des MQL5 Editors – EA Generator

Der erste Tag.

Zu Beginn ist es wichtig, sich einen Überblick über die allgemeine Syntax der Sprache zu verschaffen. Man muss aber auch entscheiden, was man eigentlich mithilfe des EAs erreichen möchte.

Wenn der EA nur einfache, „klassische“ Einstiege handeln soll, so ist es durchaus möglich, ganz ohne eigene Programmierarbeit ans Ziel zu gelangen. Auch wir haben diesen Ansatz versucht und uns dem EA-Generator des Metatrader 5 bedient. In diesem kann man ganz ohne zu Programmieren einfach via Drag and Drop Indikatoren und Signale auswählen, das Risikomanagement sowie die Stop Loss und Take Profit Werte eingeben um sich den Code automatisch erstellen zu lassen. Um dieses doch recht unbekannte Feature zu nutzen, ist lediglich der MT5-Editor zu starten. Dies kann im Metatrader 5 durch das Klicken auf das folgende Symbol geschehen:

Metatrader Editor öffnen - MQL5

Daraufhin öffnet sich die Oberfläche des Editors. Um nun zum EA-Generator zu gelangen, der den gewünschten EA automatisch erstellt, ist lediglich bei Daten->Neu->Expert Advisor (generieren)->Weiter zu klicken. Daraufhin wird man Schritt für Schritt durch den Ablauf geleitet. Der Generator bietet einem vorgefertigte Ein- und Ausstiegssignale, sowie prozentuale Risikoeinstellungen und Trailling-Stop Optionen. Mithilfe der vorinstallierten Auswahlmöglichkeiten lassen sich bereits einige Hundert EAs erstellen. Weitere lassen sich über den MQL5 Shop erwerben.

Metatrader 5 - EA einfach erstellen

Zu jedem der von Vornherein verfügbaren Signale ist eine ausführliche Dokumentation vorhanden. Diese lässt sich über das Fragezeichen bei der Auswahl der Indikatoren öffnen. Zur Auswahl der Indikatoren gelangt man durch einen Klick auf den „Hinzufügen“ Button.

Indikatoren Metatrader 5 - MQL5 hinzufügen

Als nächsten Schritt kann man Trailing-Stop Optionen zu dem Expert-Advisor hinzufügen. Dabei lassen sich verschiedene Trailling-Stop Methoden heranziehen – von festen Abständen bis hin zu einem Trailing-Stop hinter einer SMA ist alles möglich. Um den Expert-Advisor abzuschließen, werden am Ende des Generators noch die Risikoparameter abgefragt. Im Speziellen sind dies die Positionsgrößenschritte und das prozentuale Risiko. Sobald man nun auf „Fertigstellen“ klickt, wird der EA einsatzbereit ausgegeben und dieser kann direkt getestet werden. Dazu kann man beispielsweise den Strategietester des Metatrader 5 nutzen, (diesen öffnet man mithilfe der Tastenkombination STRG+R in Metatrader) welcher den erstellten EA auf vergangenen Kursverläufen testet. Dies kann sowohl visuell als auch nicht visuell erfolgen. Beim visuellen Test kann man dem Experten direkt bei der Arbeit zuschauen und sieht so auch, ob die ursprünglich gewollte Signallogik auch wirklich umgesetzt wird oder ob das Programm kleinere Fehler aufweist. Mehr zum Thema „Testen einer Strategie“ werden wir in einem Video betrachten. Tragt euch am besten in unseren Newsletter ein, um unsere besten Veröffentlichungen nicht mehr zu verpassen, sowie monatlich marktrelevante Informationen zu erhalten.

[et_bloom_inline optin_id=“optin_11″]

Um allerdings selbstständig programmieren zu können, ist es notwendig sich einen ersten Eindruck von der Syntax der Sprache zu machen und sich ein Handbuch zu organisieren, in dem die wichtigsten Befehle dokumentiert sind. Das Handbuch war schnell gefunden und wird in deutscher und englischer Sprache von der Firma Metaquotes zur Verfügung gestelllt: MetaTrader 5 Handbuch (https://www.mql5.com/files/pdf/mql5_german.pdf). Dieses stolze 4369 Seiten umfassende Nachschlagewerk enthält alle wichtigen Befehle der Programmiersprache und liefert dazu noch Beispiele und Dokumentationen. Ein solches Grundlagenwerkes stellte sicher, dass wir die richtigen Befehle sowie deren Verwendung parat hatten und nachvollziehen konnten. Weiterhin hielten wir es für sinnvoll, uns noch einen sehr gut dokumentierten Code zu suchen. In Verbindung mit dem Nachschlagewerk konnten wir so nachvollziehen, wie die Programmiersprache funktioniert und machten uns mit der Syntax der If-Statements und Schleifen vertraut. Wir nutzen hierfür Außerdem interessierten wir uns noch für die Funktionsweise der Orderaufgabe im Detail (hier geht es zur Dokumentation: Ein Paar Testläufen eines EAs aus dem Internet reichten aus, um uns mit dem EA-Strategie Tester vertraut zu machen. Für heute hatten wir uns den Feierabend mehr als verdient.

MQL5 Syntax – Parallelen zu C & C++

Der zweite und dritte Tag.

Nachdem der erste Tag viel Neues mit sich brachte, war klar, dass das tiefere Eindringen in die Syntax der Sprache essentiell ist. Da MQL5 an die Programmiersprache C++ angelehnt ist und diese eine wesentlich bessere Dokumentation als MQL5 hat, setzen wir uns ein oder zwei Tage mit dieser Sprache und ihren Eigenarten auseinander. Auf der Plattform von Sololearn gibt es einen kostenfreien Kurs zu C++. (Dieser kann hier abgerufen werden: http://www.sololearn.com/Play/CPlusPlus ). Der Kurs ist sowohl als App als auch als Online-Version verfügbar und synchronisiert sich automatisch, sodass der aktuelle Fortschritt immer und überall abrufbar ist. Die in Browser Version hat man aus Erfahrung schneller bearbeitet und ist während der Bearbeitung aufmerksamer als bei der Nutzung der App für unterwegs, aber es geht ja auch nur um ein Gefühl für die Sprache. Wie schreibt man Methoden und wendet diese an? Wie werden Variablen deklariert? Wie funktioniert ein if-Statement? Wie wende ich eine Funktion auf ein Objekt an? Wie lade ich Klassen aus der Standardbibliothek?

All diese Fragen sind typisch und mehr als nur berechtigt. Das Problem ist, dass es zu MQL5 dazu eben keine so intuitiven Antworten und Lernmöglichkeiten gibt.

UPDATE: Vor kurzem sind wir auf den folgenden MQL5 Kurs gestoßen. Da Programmieren am anfang etwas ernüchternd sein kann, sind wir uns sicher, dass es euch hilft, in einen aktiven Kurs eingebunden zu sein, der auch E-Mail Support anbietet, was in manchen Debugging-Fragen sicherlich hilfreich sein wird.

MQL5 Tutorial Golden Goose Kurs

Unser erster EA – MQL5 Trailing Stop

Tag vier und fünf

Es war nun an der Zeit, das Gelernte anzuwenden und den ersten eigenen kleinen EA zu schreiben. Doch was für ein Projekt ist als Einstieg adäquat? Da uns zu dieser Zeit das Thema Positionsmanagement sehr interessierte, entschieden wir uns für das Programmieren eines Trailling Stop EAs. Natürlich ist eine Trailing Stop Funktion bereits im Metatrader 5 vorinstalliert und lässt sich über einen Rechtsklick auf die offene Position einstellen:

Trailing Stop Metatrader 5 - MT5

Uns reichten jedoch die Standardeinstellungen nicht aus. Wir wollten auch Indikatoren als Trailling Stop verwenden können und Backtests durchführen, um herauszufinden welcher Stop im gewählten Zeitraum der Optimale war. Also starteten wir das „einfache Projekt“.

Ziemlich schnell wurde klar, dass das Aufgeben und Modifizieren von Orders und Positionen weitaus komplizierter ist als erwartet. Der normale Weg durch die Metratrader Ordermaske, wie er auch in der Sprache MQL5 gegangen werden kann / muss, ist sehr fehleranfällig, kompliziert und unübersichtlich. Daher schauten wir uns um und wurden in den Standard Bibliotheken von MQL5 fündig.

#include <Trade\Trade.mqh>
#include <Trade\PositionInfo.mqh>
#include <Trade\SymbolInfo.mqh>

Diese Libraries enthalten Funktionen und Methoden, die die Programmierung und die Projektentwicklung enorm vereinfachen. Statt nun alles aufwändig von Hand zu schreiben und zu befüllen, bieten sie einfache und intuitive Zugriffe auf Positionen, Orders und Trade-Parameter.

Nähere Infos zu diesen Libraries fanden wir hier (geordnet nach Erwähnung im Artikel):

https://www.mql5.com/de/articles/138

https://www.mql5.com/de/docs/standardlibrary/tradeclasses/ctrade

https://www.mql5.com/en/docs/standardlibrary/tradeclasses/cpositioninfo

https://www.mql5.com/en/docs/standardlibrary/tradeclasses/csymbolinfo

https://www.mql5.com/en/docs/constants/tradingconstants/positionproperties

Bevor wir nun im Detail in den Code starteten, schauten wir uns den Aufbau und den Ablauf eines solchen Programmes an.

Zu Beginn im Kopf des EAs werden Informationen über die Rechte und die Lizenz des EAs gemacht. Gleichfalls wird angegeben, wer den EA programmiert hat. Neben diesen Informationen wird der Output hinzugefügt, der später beim Start des EAs im Metatrader 5 im Description Teil zu lesen ist.

Direkt im Anschluss werden die Klassen aus der Standardbibliothek geladen, die die Funktionen und Methoden enthalten, die wir zur Entwicklung von einfachen und eleganten Code brauchen

Im Anschluss werden die Variablen und Inputs deklariert, die zum Betreiben des Programms benötigt werden. Inputs sind Variablen, die der Nutzer des EAs beim Starten im MT5 einstellen kann. Alle Variablen, die hier erstellt werden, sind für den kompletten Code, also das ganze Programm verfügbar. Alle folgenden Funktionen können darauf Zugreifen und mit ihnen arbeiten. In einem extra Video werden wir sehen, wie man durch die Inputs, einen EA optimieren kann. Auf diese Art und Weise lassen sich Informationen über das Handelssystem sammeln und man kann durch stabile, optimierte Parameter die Performance des Handelssystems steigern.

Nachdem alle Variablen bekannt gemacht wurden, folgte die Funktion OnInit(). In dieser, werden alle Indikatoren und Einstellungen geladen, die beim Start des EAs benötigt werden. So werden hier zum Beispiel Arrays, also Daten Matrizen, zu Zeitreihen modifiziert. Dies ist für die spätere Signalerzeugung notwendig. Bei einem Cross Over eines Moving Averages ­– also dem Schnitt von gleitenden Durchschnitten– muss der schnelle Durchschnitt in der letzten Periode zum Beispiel unterhalb des langsamen MAs liegen und in der aktuellen Periode entsprechend oberhalb. Damit diese Zugriffe möglich sind, bedarf es der Zeitreihenform der Indikatoren. Außerdem werden die , also die Variablen, die die Daten der Indikatoren übernehmen, in dieser Funktion initiiert und befüllt.

OnInit() - Funktionen im Metatrader Editor - MQL5

Nachdem die wichtigsten Einstellungen in der Startfunktion OnInit() erfolgten, muss nun festgelegt werden, was beim Entfernen der EA vom Chart (entspricht dem Abschalten) passiert. Um diese Schritte festzulegen, verwendet man die OnDenit() Funktion. In dieser Funktion werden erzeugte Arrays und Zeitreihen zur Löschung freigegeben, sowie Indikatoren entfernt und Einstellungen zurückgesetzt. Dies ist notwendig, um den vom EA belegten Speicher wieder sauber freizugeben und die Chart sowie das Handling des MT5 wieder in den Ursprungszustand zurück zu bewegen.

OnDenit() - Funktionen im Metatrader Editor - MQL5

Der Rahmen für das Programm war erstellt. Wir beschäftigten uns nun mit den beiden Funktionen, welche für die Signal-Generierung sowie den Umgang mit offenen Positionen interessant werden. Die beiden Funktionen sind OnTick() und OnTrade(). OnTick() wird immer ausgeführt, sobald sich eine Veränderung im Symbol, welches der EA ausliest, ereignet. Die OnTrade()- Funktion ähnelt der OnTick() Funktion. Dieser Teil des Codes wird nur ausgelesen, sofern eine Position im Symbol offen ist.

OnTick() - Funktionen im Metatrader Editor - MQL5OnTrade() - Funktionen im Metatrader Editor - MQL5

Da der Standardaufbau eines EAs nun bekannt ist, wollen wir die einzelnen Funktionen befüllen und der Maschine „Leben“ einhauchen.

Unser Ziel ist es, einen Trailling Stop EA zu entwickeln, der nach dem Eröffnen einer Position automatisch einen Stop setzt und diesen in Folge kontinuierlich nachzieht. Das Nachziehen soll dabei mit einem konstanten Abstand sowie immer beim Erreichen eines neuen Hochs geschehen. Wir brauchen also:

  • Einen Test, ob eine Position eröffnet wurde und was ihre Parameter sind
  • Einen Weg, den aktuellen Stop anhand des momentanen Marktkurses zu errechnen
  • Eine Möglichkeit zur Bestimmung der Nachkommstellen, die der Markt auf den EA anwenden wird, um den eingestellten Stop entsprechend anzuwenden
  • Eine Überprüfung, ob der neue Stop höher bzw. niedriger ist als der aktuelle (abhängig davon ob es sich um eine Long oder Short Position handelt

Zunächst werden dafür alle Variablen und Klassen hinzugefügt und erstellt:

#include <Trade\Trade.mqh>                                         //include the library for execution of trades
#include <Trade\PositionInfo.mqh>                                  //include the library for obtaining information on positions
#include <Trade\SymbolInfo.mqh>

input double StopDist;

double NewStop;
double CurStop;

CTrade m_Trade;
CPositionInfo myposition;
Wofür genau double, int, sowie Klammer- und Punktsetzung etc. stehen, soll nicht Teil dieses Artikel sein und kann im entsprechenden C++ Tutorial (als alternative ein schönes Buch) schnell erlernt und nachgeschlagen werden.

Im Code Ausschnittieht man, dass zwei double Variablen global deklariert werden: NewStop, CurStop. NewStop wird den aktuellen rechnerischen Stop enthalten und CurStop wird den aktuellen Stop der offenen Position zwischenspeichern. Wir benötigen beide Variablen, um später vergleichen zu können, welcher Stop das geringere Risiko in sich trägt und entsprechend den von uns gewünschten Stop als Stop für die Position zu wählen. Die Variablen m_Trade und myposition sind Objekte, welche mithilfe der Standardbibliotheken erzeugt wurden. Das Objekt m_Trade spricht den aktuellen Trade an, der im Symbol geöffnet ist. myposition enthält Informationen über die aktuelle Position, wie beispielsweise den aktuellen Stop Loss, Take Profit, das Volumen etc.

Da wir für einen Trailing Stop, keine speziellen Einstellungen vornehmen müssen und aktuell auch keine Indikatoren gewollt sind, können die Funktionen OnInit() sowie OnDenit() ungefüllt gelassen werden. Für unsere Zwecke werden die Funktionen OnTrade() sowie OnTick() besonders interessant. Im Falle eines Trade Szenarios, sowie bei jedem im Symbol entstehenden Tick, wollen wir prüfen, ob unser Trade noch unseren Vorstellungen entspricht und/oder ob wir etwas anpassen müssen. In der Funktion OnTrade() werden wir den initialen Stop der Position festlegen. Diesen benötigen wir, um später unseren Stop trailen zu können, sofern er vorteilhaft im Verhältnis zum aktuellen Stop ist.

Betrachten wir zunächst einmal die Eingaben, welche wir in der OnTrade() Funktion tätigen. Hier soll der initiale Stop gesetzt werden, welchen wir als Referenzwert für unseren Trailling Stop benötigen.

//+------------------------------------------------------------------+
void OnTrade()
  {
   double PriceB=SymbolInfoDouble(_Symbol,SYMBOL_BID);
   double PriceS=SymbolInfoDouble(_Symbol,SYMBOL_ASK);
   double Inital_Safe_Stop = StopDist*3;
   
   double TP=0;

   int Commas=SymbolInfoInteger(_Symbol,SYMBOL_DIGITS);
   double Factor=1/MathPow(10,Commas-1);

   double SL_B=PriceB-(Inital_Safe_Stop*Factor);
   double SL_S=PriceS+(Inital_Safe_Stop*Factor);


   if(PositionSelect(_Symbol))
     {
      if(myposition.PositionType()==POSITION_TYPE_BUY)
        {
         if(myposition.StopLoss()==0)
           {
            m_Trade.PositionModify(_Symbol,SL_B,TP);
           }
        }

      // Same now For Sell Positions        
      if(myposition.PositionType()==POSITION_TYPE_SELL)
        {
         if(myposition.StopLoss()==0)
           {
            m_Trade.PositionModify(_Symbol,SL_S,TP);
           }
        }
     }

  }
//+------------------------------------------------------------------+

Der Code ist in diesem Fall nicht auf maximale Effizienz sondern auf Verständlichkeit optimiert. Grundsätzlich sollte zunächst darauf geachtet werden, die Programme zum Laufen zu bekommen und sich dann mit Optimierung und performanter Programmierung zu beschäftigen. Dank leistungsfähiger Hardware kann uns heutzutage auch die ein oder andere unschöne Darstellung verziehen werden. Gehen wir den Code einmal Schritt für Schritt durch. Zunächst wird die OnTrade() Funktion geöffnet. Dann wird der aktuelle Bid und Ask Preis des Marktes in einer Variablen gespeichert. Für diese Abfrage nutzen wir die SymbolInfoDouble() Funktion. In der Funktion selbst nutzen wir _Symbol, um den Markt auszuwählen, auf dem der EA aktuell aktiv ist. Danach geben wir an, welche Information wir vom ausgewählten Symbol abfragen wollen. In unserem Fall eben den Bid und den Ask Preis. Die Funktion gibt, wie der Name es bereits sagt, die Informationen als Double, also als Fließkommazahl aus.

Automatische Code Ergänzung Metaeditor Metatrader 5 - MQL5

Um die Programmierung zu vereinfachen und zu beschleunigen gibt der Metatrader Editor immer an, welche Informationen der Funktion zu übergeben sind, damit sie problemlos funktioniert. Sollte man wider Erwarten damit nicht weiterkommen, so ist das Googlen der gefragten Funktion meistens zielführend.

Nach der Abfrage der aktuellen Preise des Marktes wollen wir eine Variable für den Initialstop, welcher für nur einen Tick, also bis zur nächsten Kursstellung im Basiswert, im Markt ist und dann sofort durch den Ricchtigen Stop ersetzt wird erstellen. Dies ist nicht zwangsläufig notwendig aber ist ein zusätzlicher Schritt, in dem wir mit Rechenoperationen in Berührung kommen. Dazu multiplizieren wir den Trailling Stop Abstand mit 3 und speichern diese Pip Anzahl ebenfalls als Variable des Typ Double ab. Damit der Stop Loss für jeden Basiswert funktional ist, beziehen wir die Anzahl der Stellen ein, den ein Basiswert hat, denn dies ist nicht für alle Basiswerte gleich. So haben die Yen Paare weniger Stellen als zum Beispiel der EUR/USD. Damit dies keine Probleme bereitet, passen wir unsere Stop Inputs an. Dies passiert durch die folgende kurze mathematische Formel unter Zuhilfenahme der MathPow() Funktion, welche das Potenzieren in MQL5 erlaubt.

Um den initialen Stop Loss für eine Kauf- und eine Verkaufsposition zu bestimmen, ziehen wir im Falle der Kaufposition den initialen angepassten Stop vom Bid-Preis ab, bzw. addieren ihn im Fall einer Verkaufsposition auf den Ask Preis. Darauf folgt lediglich die Abfrage, ob eine Position im aktiven Markt offen Position eine Kauf oder Verkaufsposition ist. Außerdem wird abgefragt, ob der Stop der Position noch nicht gesetzt ist. Wenn dies der Fall sein sollte, erfolgt eine Anpassung der Order und der initiale Stop Loss wird eingestellt.

Dabei sind folgende Funktionen besonders hervorzuheben:

if(myposition.PositionType()==POSITION_TYPE_BUY)

Myposition ist ein Objekt, welches durch die Standardklasse SymbolInfo.mqh  und CPositionInfo erstellt wurde. Dadurch lassen sich Informationen über offene Positionen leicht durch Methoden wie PositionType() abfragen oder vergleichen.

if(myposition.StopLoss()==0)

Im nächsten Schritt wurde mit dem selben Objekt aber nun mit der methodischen Abfrage StopLoss() der aktuelle Stop Loss Wert der Position ausgelesen und logisch getestet.

m_Trade.PositionModify(_Symbol,SL_S,TP);

Zu guter Letzt wird durch das mit Hilfe von CTrade erstellte Objekt und der Methode PositionModify() die offene Position verändert und der Initial Stop greift.

der Stop aber noch nicht dynamisch, sondern statisch auf dem dreifachen Level des Stops, welchen wir als Trailing Stop haben wollen. Das Dreifache ist hier nur Beispielhaft gewählt. Es soll erkennbar seinist, dass der Stop versetzt wird. Auch wenn man dies nur so lange braucht, bis im Markt der nächste Preis festgestellt wurde, ist es ein kleines Erfolgserlebnis diesen Schritt im Chart zu sehen. Es bedeutet, dass der Stop funktioniert.

Damit der Stop sich kontinuierlich anpasst, sofern der Markt in unsere Richtung läuft und somit Gewinne abgesichert werden, bzw. das Risiko reduziert wird, brauchen wir eine Abfrage, welche Tick für Tick prüft, ob der Stop angepasst werden muss und dies bei Bedarf umsetzt. Hier kommt unsere OnTick() Funktion ins Spiel.

//+------------------------------------------------------------------+
//| Expert tick function                                             |
//+------------------------------------------------------------------+
void OnTick()
  {
//---
   double PriceB=SymbolInfoDouble(_Symbol,SYMBOL_BID);
   double PriceS=SymbolInfoDouble(_Symbol,SYMBOL_ASK);

   double TP=0;

   int Commas=SymbolInfoInteger(_Symbol,SYMBOL_DIGITS);
   double Factor=1/MathPow(10,Commas-1);

   double SL_B=PriceB-(StopDist*Factor);
   double SL_S=PriceS+(StopDist*Factor);

   if(PositionSelect(_Symbol))
     {
      if(myposition.PositionType()==POSITION_TYPE_BUY)
        {
         if(myposition.StopLoss()<SL_B)
           {
            m_Trade.PositionModify(_Symbol,SL_B,TP);
           }
        }
      // Same now For Sell Positions        
      if(myposition.PositionType()==POSITION_TYPE_SELL)
        {
         if(myposition.StopLoss()>SL_S)
           {
            m_Trade.PositionModify(_Symbol,SL_S,TP);
           }
        }
     }
  }
//+------------------------------------------------------------------+

Auf den ersten Blick lässt sich sehr schnell erkennen, warum wir erwähnten, dass man dieses Programm durchaus auch hätte effizienter schreiben können. Doch um den Lerneffekt zu vergrößern, sollte die Lesbarkeit und Verständlichkeit an vorderster Stelle stehen.

In der folgenden Kaskade von if() Abfragen wird genau wie bei der Setzung des initialen Stops zuerst geprüft, ob eine Order vorliegt und was für eine Position aktuell läuft. Jedoch erfolgt dann ein Vergleich, ob der aktuelle Stop größer oder kleiner als der Trailing Stop ist. Ist der Trailing Stop vorteilhaft für uns, also das Stop Level bei einer Kaufposition größer beziehungsweise bei einer Short Position kleiner als der aktuelle Stop, so wird die Order mit der PositionModify() Methode verändert, der Stop wird also nachgezogen.

Durch die Nutzung von Indikatoren können noch komplexere Trailing Stop EAs erzeugt werden. Wie Indikatoren in einem EA angewandt werden, wird an den letzten beiden Tagen besprochen.

#include <Trade\Trade.mqh>                                         //include the library for execution of trades
#include <Trade\PositionInfo.mqh>                                  //include the library for obtaining information on positions
#include <Expert\ExpertTrailing.mqh>
#include <Trade\SymbolInfo.mqh>

input double StopDist;

double NewStop;
double CurStop;

CTrade m_Trade;
CPositionInfo myposition;
//+------------------------------------------------------------------+
//| Expert initialization function                                   |
//+------------------------------------------------------------------+
int OnInit()
  {
//---

//---
   return(INIT_SUCCEEDED);
  }
//+------------------------------------------------------------------+
//| Expert deinitialization function                                 |
//+------------------------------------------------------------------+
void OnDeinit(const int reason)
  {
//---

  }
//+------------------------------------------------------------------+
//| Expert tick function                                             |
//+------------------------------------------------------------------+
void OnTick()
  {
//---
   double PriceB=SymbolInfoDouble(_Symbol,SYMBOL_BID);
   double PriceS=SymbolInfoDouble(_Symbol,SYMBOL_ASK);

   double TP=0;

   int Commas=SymbolInfoInteger(_Symbol,SYMBOL_DIGITS);
   double Factor=1/MathPow(10,Commas-1);

   double SL_B=PriceB-(StopDist*Factor);
   double SL_S=PriceS+(StopDist*Factor);

   if(PositionSelect(_Symbol))
     {
      if(myposition.PositionType()==POSITION_TYPE_BUY)
        {
         if(myposition.StopLoss()<SL_B)
           {
            m_Trade.PositionModify(_Symbol,SL_B,TP);
           }
        }
      // Same now For Sell Positions        
      if(myposition.PositionType()==POSITION_TYPE_SELL)
        {
         if(myposition.StopLoss()>SL_S)
           {
            m_Trade.PositionModify(_Symbol,SL_S,TP);
           }
        }
     }
  }
//+------------------------------------------------------------------+
void OnTrade()
  {
   double PriceB=SymbolInfoDouble(_Symbol,SYMBOL_BID);
   double PriceS=SymbolInfoDouble(_Symbol,SYMBOL_ASK);
   double Inital_Safe_Stop = StopDist*3;
   
   double TP=0;

   int Commas=SymbolInfoInteger(_Symbol,SYMBOL_DIGITS);
   double Factor=1/MathPow(10,Commas-1);

   double SL_B=PriceB-(Inital_Safe_Stop*Factor);
   double SL_S=PriceS+(Inital_Safe_Stop*Factor);


   if(PositionSelect(_Symbol))
     {
      if(myposition.PositionType()==POSITION_TYPE_BUY)
        {
         if(myposition.StopLoss()==0)
           {
            m_Trade.PositionModify(_Symbol,SL_B,TP);
           }
        }

      // Same now For Sell Positions        
      if(myposition.PositionType()==POSITION_TYPE_SELL)
        {
         if(myposition.StopLoss()==0)
           {
            m_Trade.PositionModify(_Symbol,SL_S,TP);
           }
        }
     }

  }
//+------------------------------------------------------------------+

Indikatoren in MQL5 – Trading Signale erstellen

Tag sechs und sieben – Endlich MQL5 Basics beherrschen.

Wir haben gelernt, Positionen zu modifizieren und können Stop Loss und auch Take Profits anpassen (dies funktioniert entsprechend der Stop Loss Anpassung). Es ist an der Zeit Signale zu erzeugen und Trades zu generieren, denn MQL5 ist neben der Anpassung von Positionen und einem damit einhergehenden vereinfachtem Risikomanagement hauptsächlich für das Schreiben von automatisierten Handelssystemen geschrieben worden.

Das folgende Handelssystem ist sehr einfach gebaut. Seine Performance ist auch sicher nicht die beste. Jedoch lässt sich an diesem der Aufbau eines Handelssystems gut erkennen. Die zugrundeliegende Theorie ist der CCI, ein oszillierender Indikator. Wir wollen das Momentum des Marktes handeln und mit dem Trend gehen. Wir gehen im Markt Long sobald der CCI einen Wert von über 100 erreicht und wir shorten sobald der CCI unter -100 fällt. Um unsere Risiken zu limitieren, verlassen wir die Long Position bei CCI Werten unter 95 und die Short Position bei Werten über -95. Damit erzeugen wir eine Asymmetrie, die sich auch in der Performance widerspiegelt. Ein solches Handelssystem sollte im Speziellen in trendstarken Märkten wie dem EUR/USD ab Mitte 2014 bis zur Jahresmitte 2015 gut funktionieren. In einem Backtest ergab sich die folgende Equity-Kurve:

Backtest CCI EA MQL5 EURUSD

Es lässt sich gut erkennen, dass die Gewinne in Schüben kommen und wir viele kleine Verluste erleiden. Dies entspricht den Erwartungen, welche wir mit dem System verknüpft haben. In dem Zeitraum erzielte der EA insgesamt eine Performance von 6.24%, was nicht besonders überragend ist, aber immerhin macht er Profite.

Es zeigt sich jedoch auch sehr deutlich, dass wir durch den Oszillator immer nur sehr kurz im Markt investiert sind. Die Folge sind hohe Transaktionskosten, sowie nur kurze Bewegungen, die eingefangen werden. Ein solches Problem hätte man bei einem Trendfolge-System nicht. Jedoch sind dabei auch die Risiken beim Eröffnen der Position größer. Das Risikomanagement sowie die Stop Setzung muss komplexer werden, als es bei diesem System der Fall ist.

Hier nun der Quellcode des EAs:

//+------------------------------------------------------------------+
//|                                                   Inside_CCI.mq5 |
//|                        Copyright 2016, MetaQuotes Software Corp. |
//|                                             https://www.mql5.com |
//+------------------------------------------------------------------+
#property copyright "Copyright 2016, MetaQuotes Software Corp."
#property link      "https://www.mql5.com"
#property version   "1.00"

input int CCI_MA;
input int CCI_Upper;
input int CCI_Lower;
input int CCI_Upper_Exit;
input int CCI_Lower_Exit;
input int TrendFilter;

#include <Trade\Trade.mqh>                       
#include <Trade\PositionInfo.mqh>                        
#include <Expert\ExpertTrailing.mqh>
#include <Trade\SymbolInfo.mqh>

int CCI_Handle;
int MA_Handle;

double CCI_Val[];
double MA_Val[];

CTrade my_trade;
CPositionInfo my_position;
//+------------------------------------------------------------------+
//| Expert initialization function                                   |
//+------------------------------------------------------------------+
int OnInit()
  {
//---
   CCI_Handle=iCCI(_Symbol,0,CCI_MA,PRICE_CLOSE);
   MA_Handle = iMA(_Symbol,0,TrendFilter,0,MODE_SMA,PRICE_CLOSE);
   ArraySetAsSeries(CCI_Val,true);
   ArraySetAsSeries(MA_Val,true);
//---
   return(INIT_SUCCEEDED);
  }
//+------------------------------------------------------------------+
//| Expert deinitialization function                                 |
//+------------------------------------------------------------------+
void OnDeinit(const int reason)
  {
//---
   ArrayFree(CCI_Val);
   ArrayFree(MA_Val);
  }
//+------------------------------------------------------------------+
//| Expert tick function                                             |
//+------------------------------------------------------------------+
void OnTick()
  {
//---

   CopyBuffer(CCI_Handle,0,0,3,CCI_Val);
   CopyBuffer(MA_Handle,0,0,3,MA_Val);
   double CurrentPrice=SymbolInfoDouble(_Symbol,SYMBOL_BID);

   if(!PositionSelect(_Symbol))
     {
      if(CurrentPrice>MA_Val[1])
        {
         if(CCI_Val[1]>CCI_Upper)
           {
            if(CCI_Val[2]<CCI_Upper)
              {
               my_trade.Buy(0.1,_Symbol);
              }
           }
        }
      if(CurrentPrice<MA_Val[1])
        {
         if(CCI_Val[2]>CCI_Lower)
           {
            if(CCI_Val[1]<CCI_Lower)
              {
               my_trade.Sell(0.1,_Symbol);
              }
           }
        }
     }
   CopyBuffer(CCI_Handle,0,0,3,CCI_Val);

   if(PositionSelect(_Symbol))
     {
      if(my_position.PositionType()==POSITION_TYPE_BUY)
        {
         if(CCI_Val[1]<CCI_Upper_Exit)
           {
            my_trade.Sell(0.1,_Symbol);
           }
        }

      if(my_position.PositionType()==POSITION_TYPE_SELL)
        {
         if(CCI_Val[1]>CCI_Lower_Exit)
           {
            my_trade.Buy(0.1,_Symbol);
           }
        }
     }

  }
//+------------------------------------------------------------------+
Dabei ist besonders wichtig:

CTrade my_trade;

Aus dem CTrade Standardpaket. Durch diese Deklaration lässt sich auf Trades zugreifen. Man kann also Positionen einfach eröffnen und skalieren.

my_trade.Sell(0.1,_Symbol);

my_trade.Buy(0.1,_Symbol);

Des Weiteren ist der Abgleich der offenen Position ein wichtiger Schritt. Es wird geprüft, ob die offene Position eine Buy oder Sell Position ist.

my_position.PositionType()==POSITION_TYPE_SELL

my_position.PositionType()==POSITION_TYPE_BUY

Das Array, welches die Indikatoren-Daten speichert, muss durch ArraySetSeries zu einer Zeitreihe modifiziert werden, welche dann mit der CopyBuffer Funktion befüllt wird. Danach kann in den folgenden Schritten auf die Werte der Zeitreihe entsprechend einer Array Abfrage mit [x] zugegriffen werden. So lassen sich über If Abfragen Signale generieren. Hier nochmals ein Beispiel aus dem CCI Code:

if(CurrentPrice<MA_Val[1])
        {
         if(CCI_Val[2]>CCI_Lower)
           {
            if(CCI_Val[1]<CCI_Lower)
              {
               my_trade.Sell(0.1,_Symbol);
              }
           }
        }

Dabei stellten CCI_Lower und Upper die Werte dar, ab denen wir Positionen eröffnen wollten. Hier wird zudem geprüft, ob der Wert gerade erst erreicht wird, ähnlich einem Cross Over, sodass ein Signal, im Falle eines Stop Outs nicht sofort wieder eine Position eröffnet. Das würde den Stop Out, also das Schließen der Position bei einem Gegensignal überflüssig machen.

Hier noch die Performance des EAs über die letzten 21 Jahre im USDJPY:

Backtest CCI EA MQL5 USDJPY

Wir hoffen, dass mit diesem Beispiel einiges zum Thema „Automatisiertes Handeln“ geklärt werden konnte. Wir werden noch ein Video zum Thema „System Tests und Optimierung“ erstellen. Um dieses nicht zu verpassen, meldet euch in unserem Newsletter an. Viele Grüße

 

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Nachkaufen (verbilligen) – Fluch oder Segen?

Nachkaufen (verbilligen) – Fluch oder Segen?

Nachkaufen / verbilligen: Kennen Sie das? Sie eröffnen eine Position und diese entwickelt sich nicht wie geplant. Erst sind es nur wenige Prozent Verlust. Dann bereits 10% oder mehr. Sie müssen sich nun entscheiden, was Sie tun. Verlieren fühlt sich schlecht an (mehr zum Risikomanagement). Sie könnten nun den Verlust durch einen Verkauf realisieren. Dann müssten Sie sich jedoch den Fehltrade und Verlust eingestehen. Sie könnten die Position jedoch auch laufen lassen und auf ein glückliches Ende hoffen. Eine verzwickte und auch emotional geladene Situation.

 

Schlechtes Nachkaufen

Viele Anleger entscheiden sich nachzukaufen. Dieses Vorgehen nennt man „Verbilligen“. Das Kalkül dessen ist, durch einen zweiten, billigeren Einkauf den durchschnittlichen Einkaufspreis, bei dem Ihre Position plus-minus-null notiert (break-even), zu senken. Wenn Sie 5 Äpfel für jeweils 2€ kaufen und weitere 5 für jeweils 1€ dann liegt ihr durchschnittlicher Einkuafspreis von 5 Äpfeln bei jeweils 1,50€. Sie haben durchschnittlich billiger eingekauft. Sie haben verbilligt. Doch was kurz beschrieben sehr attraktiv klingt, birgt zahlreiche Fallen und ist für die meisten Trader der Einstieg zu noch größeren Verlusten.

Tabelle 1

Wann Verbilligen Fluch und wann Segen für einen Anleger ist, möchte ich an einem Beispiel erarbeiten.

Ein Anleger kauft beispielsweise bei einem Kurs von 24,00€ insgesamt 50 Aktien (siehe Abbildung). Nachdem die Aktie um 9% auf 21,84€ gefallen ist und er bereits 108€ von den anfangs investierten 1.200€ verloren hat, entscheidet er sich nochmal nachzukaufen. Zwar könnte er nun für dieselbe Summe, also 1200€, 55 Aktien erwerben, jedoch wird der Anleger bereits vorsichtiger und entscheidet sich mit einem besorgten Blick auf seine Geldbörse und die verlustbringende Position nur 45 Aktien im Wert von 982,80€ nachzufragen. Der durchschnittliche Einkaufspreis sinkt nun von 24,00€ auf 22,98€. Bei diesem Wert erreicht seine Position, welche aus mehreren Einzelpositionen besteht, nun den Break-Even-Point.

Tabellen 2

Doch erneut fällt die Aktie. Viele ungeübte Anleger lassen sich nun dazu verleiten immer öfter nochmals nachzukaufen. Es wird immer billiger und sie wollen diese Einstiegschancen immer wieder nutzen. Auch kommt oft der Gedanke auf, dass die Aktie nun doch mal drehen müsse. Schnell übernehmen also die Emotionen die Kontrolle und man lässt sich zu weiteren Verkäufen verleiten. Krampfhaft versucht man die verlustreiche und unangenehme Situation durch Nachkäufe zu beheben.

Die Probleme dessen liegen auf der Hand. Die vom Anleger investierte Summe ist mittlerweile 123% größer als gewollt. Kann er sich dies leisten? Kann er sich vor Allem die Verluste leisten? Durch die größere Positionssumme verliert er mit jedem weiteren Prozent, welchen die Aktie fällt, nun mehr Geld. Waren es anfangs bei nur 1.200€ noch 12€ je Prozent, so beträgt der neue Verlust 26,82€ je Prozent Kursrückgang. Er verliert nun 123% mehr pro Prozent Kursrückgang als zuvor.

Dies bedenken viele Anleger nicht. Des Weiteren verbilligen die meisten nicht konsequent. Sie senken das Investment je Nachkauf. Waren es anfangs noch 1.200€, wurden beim ersten Nachkauf 1.000 und dann nur noch 500€ eingesetzt. Der Anleger weiß, dass er es sich nicht leisten kann und bangt um die Verluste und hofft auf einen glücklichen Ausgang. Auf Glück sollte man an der Börse jedoch nicht setzen. Dann kann man auch ins Casino gehen. Die erste und verlustreichste Position hat durch ihre Größe (44,7% Anteil an der Gesamtsumme) weiterhin das meiste Gewicht. Die Nachkäufe sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es sind gebührenpflichtige Nachkäufe mit fragwürdigem Nutzen. Während der Kurs um 16,66% gefallen ist, so konnte der Break-Even lediglich um 6,9% gesenkt werden.

Außerdem: Hätte der Anleger nicht verbilligt, so hätte er seine Position bei 20,00€ Kurswert mit „nur“ 200€ (16,66% Verlust) glattstellen können. Er hätte einen Verlust in Höhe von 200€ realisiert. Durch seine unkoordinierten und emotional ausgeführten Nachkäufe wären es nun bereits 281,90€ Verlust.

Gutes Nachkaufen

Tabellen 3

Verbilligen ohne Plan ist einer der teuersten Fehler, den ein Anleger machen kann. Doch kontrolliertes Verbilligen ist eine der bedeutendsten Möglichkeiten, vor Allem in volatilen und labilen Marktphasen, zumeist ungenutztes Kurspotential zu aktivieren. Der Anleger vermeidet nun Emotionen, indem er einen festen und zuvor festgelegten Investment-Plan für die Position besitzt. Er möchte bestenfalls aber auch maximal 1.200€ in die Aktie investieren. Da die Aktie aktuell fällt und er sich unsicher ist ob und wann diese dreht, sowie er sein Kapital schützen möchte, entscheidet er sich bewusst bei 24€, 21,82€ und 20€ mit jeweils 1/3 der Gesamtsumme, also jeweils 400€, einzusteigen.

Wir erkennen nun die Vorteile dieses Handelns: Der Anleger kann nun Verluste vermeiden. Wäre er sofort bei 24€ Kurswert mit 1.200€ eingestiegen, so er hätte 16,66% tiefer bereits 200,00€ verloren. Durch das verbilligende Aufbauen der Zielposition konnten die Verluste um rund 50% auf 100,76€ gesenkt werden.

Durch das gleichmäßige Investieren konnte der Anleger mit jeder Einzelposition trotz gleicher Summe (400€) mehr Aktien erwerben. Erst 17, dann 18 und zuletzt 20. Dies könnte ihm für Dividenden nun zu Gute kommen. Auch ermöglichte das gleichmäßige Verbilligen ihm einen besseren billigeren/durchschnittlichen Einstiegspreis. Im oberen Beispiel benötigte der Anleger noch einen Kurszuwachs um satte 11,75% von 20 auf 22,35€ um den Break-Even zu erreichen. Nun sind es lediglich 9,15% von 20 auf 21,83€ mit einer kleineren Positionssumme und weniger Verlusten.

Trading Alternative: Investieren mit ETF-Signalen

 

Nachkaufen – Vorteil oder Nachteil?

Doch was passiert, wenn die Aktie nicht fällt, sondern steigt bevor man mit allen drei Teilkäufen eingestiegen ist? Pech! So wie man mit einer kleineren Position bei fallenden Kursen weniger Verlust macht, so macht man natürlich mit einer kleineren Position bei steigenden Kursen auch weniger Gewinn. Doch die Position kann man im Gewinnbereich natürlich auch step by tsep erweitern. Vor Allem für antizyklische Investoren kann das Verbilligen einerseits das Kapital schützen und auf der anderen Seite bei der Suche nach dem perfekten Einstiegspunkt helfen. Man geht nicht in einem Moment „All In“, sondern tastet sich in zwei oder drei Einkäufen an einen möglichst optimalen Einstieg heran. Bedenken sollte man jedoch die höheren Orderkosten. Verbilligt man mit zu hoher Frequenz (z.B. immer nach einem Prozent Kursverlust), dann übersteigen möglicherweise die Orderkosten schnell den möglichen zusätzlichen Gewinn.

Verbilligen ist Fluch und Segen zugleich. Es kann schaden, aber auch helfen. Entscheidend ist immer der klare Handelsplan. Wann möchte ich mit wie viel Kapital einsteigen? Was sind meine Ziele? Wann realisiere ich die Verluste? Handeln Sie nicht aus dem Bauch heraus, sondern nach Plan. Ein Plan, welcher auch kontrolliertes Verbilligen enthalten kann.

Das Orderbuch richtig lesen!

Das Orderbuch richtig lesen!

Wie entsteht ein Börsenkurs?

Orderbuch: Ob in der Tageszeitung, auf dem Handydisplay, dem Händlerbildschirm am Arbeitsplatz oder der Kurstafel über dem Börsenparkett: die aktualisierten Kurse verschiedener Basiswerte prägen die eingeschlagene Marktrichtung nachhaltig.

Die Frage nach der künftigen Entwicklung dieser Kurse beschäftigt zahlreiche Börsenexperten, professionelle sowie unerfahrene Anleger und füllt ganze Regalreihen mit entsprechender Fachliteratur. Bei der Analyse potentieller Preisänderung von Finanztiteln überspringen viele Investoren allerdings vor dem gewagten Schritt in die Zukunft den essentielleren Schritt bei der Kursprognose- Die Frage nach der Entstehung.

Die vermeintliche Antwort nach der Wurzel des aktuellen Marktpreises für ein Finanzinstrument liegt meist in einer Kombination von Wirtschaftsnachrichten, Fundamentaldaten oder häufig verwendeten Chartmustern. Natürlich sind diese Ansätze nicht falsch. Sämtliche der genannten Parameter tragen ihren individuellen Part zur Dynamik der Kurse bei. Allerdings ist die Antwort viel simpler als zumeist angenommen.

Der Preis für eine Aktie, einen Rohstoff, ein Währungspaar oder andere Finanztitel entsteht, wie bei allen anderen Gütern, durch das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage.

Erster Schritt in Richtung Orderbuch – Der Begriff Order

Diese preisbestimmenden Determinanten werden an der Börse durch Kauf- und Verkaufsanweisungen der Marktteilnehmer repräsentiert. Im Fachjargon spricht man hierbei von einer Order, die den Handel eines Finanztitels am Kassa- oder Terminmarkt in Auftrag gibt.

Die Order beinhaltet grundsätzlich folgende Informationen:

  • Identifikationsnummer des zu handelnden Wertpapieres
  • Klassifikation des Auftrages (Kauf oder Verkauf des Finanzinstruments)
  • Volumen des Auftrags
  • Form der Order (limitierter oder unlimitierter Auftrag)
  • Gültigkeit der Order
  • Börsenplatz bzw. Plattform über die das Geschäft abgewickelt werden soll

Was ist ein Spread/Bid/Ask?

Zwar lassen diese initialen Kenntnisse zum Entstehungsprozess vermuten, dass die Preisfindung ein simpler Vorgang ist, allerdings erhöht sich die Komplexität durch das Einwirken der primären Triebkräfte Angebot und Nachfrage. Die Vorstellungen über einen gerechten Preis für das Finanzinstrument sind zumeist ebenso individuell wie die Individuen, welche den entsprechenden Auftrag an den Handelsplatz übermitteln. In einem theoretisch vollkommenen Markt dürften die Vorstellungen von Anbieter und Nachfrager im Grunde nicht signifikant voneinander abweichen. Von diesem Idealzustand sind die tatsächlichen Gegebenheiten weit entfernt.

Den einen tatsächlichen Preis in Form einer alleinstehenden Dezimalzahl in der zugehörigen Währung gibt es nicht. Tatsächlich erhält der Marktteilnehmer zu jedem Produkt ein dynamisches bilaterales Gefüge von Kauf- und Verkaufspreis. Auf der linken Seite steht der Geldkurs, der dem Inhaber eines Wertpapiers den erzielbaren Betrag bei einem Verkauf ausweist. Der englische Begriff Bid (deutsch: Angebot) erscheint an dieser Stelle zielführender, denn der Term lässt auf einen Anbieter schließen, der seine Ware veräußern will.

Einen zumeist höheren Preis findet der Investor auf der rechten Briefseite. Der publizierte Wert zeigt dem Interessenten, zu welchem Gegenwert er aktuell den Finanztitel erstehen kann. Auch in diesem Fall findet sich die treffendere Umschreibung der Briefseite im angelsächsischen Namen Ask (deutsch: Nachfrage).

Die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs lässt sich rational durch die unterschiedlichen Zielsetzungen der Akteure erklären. Der Verkäufer will die Ware zu einem möglichst hohen Preis veräußern, während der Käufer daran interessiert ist, das Gut zu geringfügigen Kosten zu erhalten. Der Unterschiedsbetrag zwischen Geld- und Briefkurs wird im Fachjargon als Spread bezeichnet. Zwar gibt es diverse Variationen in der Herleitung dieser Handelsspanne, allerdings konzentrieren wir uns in diesem Fall auf den absoluten Spread. Dieser resultiert, indem man vom Betrag der Briefseite den Gegenwert der Geldseite subtrahiert.

Leider wird die beschriebene Geld-Brief-Spanne, gemessen an ihrer Bedeutung, von vielzähligen Anlegern nicht ausreichend gewürdigt. Grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, dass der zu zahlende Unterschiedsbetrag für den Anleger ein Kostenfaktor und für das Emissionsunternehmen bzw. den vermittelnden Broker einen Ertrag darstellt. Daher sollte der potentielle Investor sich bereits vor dem ersten Handelsabschluss mit den Spreads des jeweiligen Brokers intensiv auseinandersetzen, denn diese beeinflussen seine Gesamtkosten und somit seine Performance.

Ein attraktiv erscheinender Anbieter, der mit einem spreadlosen Handelsgeschäft wirbt, kann den entgangenen Ertrag durch die höheren Ordergebühren mühelos ausgleichen. Auch für das eigene Depot ist der Spread von Bedeutung. Bei jedem eingegangenen Handelsabschluss erhöht der Spread hypothetisch die Gesamtkosten, denn die unmittelbare Glattstellung der Position würde einen Verlust mit sich bringen. Ein Kleinanleger in der Lernphase mit einem vergleichsweise geringeren Budget sollte sich zunächst eher an liquideren Märkten und Produkten orientieren, um die möglichen Verluste vorab zu begrenzen.

Bei hohen Abständen zwischen Kauf- und Verkaufspreisen spricht man von einem breiten Spread. Enge Geld-Brief-Spannen werden mit dem Adjektiv eng betitelt. Der tatsächliche Unterschiedsbetrag variiert mit zunehmenden Zeitverlauf und ist abhängig von vielen unterschiedlichen Faktoren wie der Liquidität des zugrundeliegenden Basiswertes, dessen Volatilität, dem Emittenten des Wertpapiers oder dem Börsenplatz, über den das Produkt gehandelt wird. Die Differenzen im umsatzstärkeren Markt des Devisenhandels werden geringer ausfallen als bei exotischeren Basiswerten mit einer geringen Marktkapitalisierung.

Im Falle eines besonders liquiden Marktes spricht der versierte Händler von einem Tight Market oder Narrow Market, da hier der Spread besonders eng ist. Das genaue Gegenteil hat der Investor bei einem Slack Market zu erwarten. Welche Rolle der Bid-Ask-Spread bei der Kursermittlung einnimmt, wird nun bei der Erläuterung des Orderbuches erläutert.

Einführung Orderbuch

Orderbuch lesen

Tatsächlich repräsentiert die Kursfeststellung eine der wichtigsten Aufgaben jeder Börse. Ausgeführt wird dieser Auftrag von einem Börsenmakler, welcher bei dieser Tätigkeit von der internen Handlungsüberwachungsstelle überprüft wird. Neben verschiedenen Informations- und Kontrollsystemen greift der Makler bei der Kursfindung auf das Orderbuch zurück.

Das Orderbuch offeriert dem Händler eine Bestandsliste mit gegenwärtigen Kaufs- und Verkaufsaufträgen für das entsprechende Finanzinstrument. Im Rahmen dieser Aufstellung sind die gesammelten Kundenorders gemäß ihrer Limitierung angeordnet.

Um das Orderbuch zielführend zu instrumentalisieren, sind die darin enthaltenen Informationen über das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage sachgemäß zu interpretieren. Der Anleger erhält zumeist einen Überblick über die zehn Aufträge mit den zum Zeitpunkt besten Kursen in Relation zum zuletzt festgestellten Gleichgewichtspreis. Auf der linken Seite des Buches werden die Kaufaufträge gelistet. Die Anzahl der Anordnungen wird mit absteigenden Preis aufsummiert, denn ein Investor würde das betrachtete Finanzprodukt nicht nur zum aufgegebenen Limit, sondern auch günstiger erstehen wollen.

Funktionsweise und Aufbau der rechten Seite – mit den Verkaufsorders – entspricht nahezu vollständig der gegenüberliegenden Käuferseite. Der gravierende Unterschied liegt in der Kumulation der Orders, denn die letzte Anzahl an Verkaufsaufträgen wird hier beim nächst höheren Preis zum entsprechenden Gebot hinzugerechnet.

Unter den Investoren wird die Anzahl der Aufträge häufig durch den Begriff Volumen ersetzt. Das Volumen wird im Gegensatz zu den Preisen nicht nur quantitativ, sondern durch die grafische Darstellung von farblichen Balken auch visuell präsentiert.

Schlussendlich eröffnet das Orderbuch einen Einblick in die Kurshistorie. In der Historie des vorliegenden Bildbeispiels sind neben den festgestellten Preisen der vergangenen Periode auch einige Kurse mit dem Zusatz „G“ versehen worden. In diesem Fall konnte die limitierte Kauforder nicht ausgeführt werden, da das eingestellte Kaufgebot unterhalb des aktuellen Briefkurses liegt. Der Makler zeigt dem Kunden durch den festgestellten Geldkurs (G), dass die Order registriert wurde, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausführbar ist. Der Geldkurs signalisiert, zu welchem Preis das Produkt aktuell am entsprechenden Börsenplatz verkauft werden kann. Unter der Zuhilfenahme der vergangenen Schlusskurse und der festgestellten Preise innerhalb der betrachteten Handelsphase kann der Anleger die Kontinuität der Kurse beurteilen und bei seiner eigenen Order berücksichtigen.

Sämtliche Informationen aus dem Orderbuch helfen dem Makler bei seiner Aufgabe, einen ordnungsgemäßen Kurs festzustellen. Hierbei sind vor allem die Preis- und Zeitpriorität zu beachten. Der Börsenmakler ist verpflichtet, den Kurs festzustellen, zu dem der höchstmögliche Umsatz durch die Ausführung von Kauf- und Verkaufsaufträgen generiert werden kann. Dieses Ziel, möglichst viele Orders durchzusetzen, wird in der Händlersprache Meistausführungsprinzip benannt.

Im Rahmen der Statuten kann es auch zu einer Teilausführung kommen, sofern auf Käufer- oder Verkäuferseite ein Überhang besteht und zum gegenwärtigen Kurs somit nur ein Teil des Bedarfs erfüllt werden kann.

Abgesehen von der preisbezogenen Orientierung ist die zeitliche Komponente bei der Kursfeststellung von Bedeutung. Das System versieht jede Order mit einem zeitlichen Eingangsvermerk, sodass bei der Ausführung kein Auftrag vernachlässigt wird. Somit werden identische Gebote in Relation zu ihrem zeitlichen Eingang abgewickelt.

Die im Orderbuch enthaltenen Kauf- und Verkaufsaufträge können erst dann ausgeführt werden, wenn Geld- und Briefkurs übereinstimmen. In speziellen Fällen kann der Börsenmakler durch einen Liquiditätszuschuss für die Ausführung sorgen, auch wenn Geld- und Briefkurs nicht übereinstimmen. Nichtsdestotrotz muss der Kurs innerhalb des vorgegebenen Spreads festgestellt werden. Zur Unterstützung des Händlers signalisiert ein automatisiertes Kontrollsystem dessen Ausführbarkeit.

Nachdem die entsprechende Order nach dem Meistausführungsprinzip abgewickelt wurde, verschwinden die betroffenen Aufträge aus dem Buch und die nachstehenden Gebote ersetzen ihren Platz. Im Preisfindungsprozess werden sogenannte Stop-Loss- bzw. Stop-Buy- Orders nicht berücksichtigt, da Sie bei der Auslösung zumeist in eine Market Order transformiert werden und erst mit dieser erfolgten Umwandlung realisiert werden können.

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen offenem und geschlossenem Orderbuch. Selbstverständlich erhält der professionelle Börsenhändler bei der Kursfeststellung die aufgeführten Informationen in beiden Versionen, allerdings bleiben diese beim geschlossenen Orderbuch anderen Anlegergruppen vorenthalten. Deshalb ist das offene Orderbuch und seine potentiellen unterstützenden Hinweise für die Handelsstrategie von Privatanlegern äußerst lukrativ.

Welche Vorteile bietet das offene Orderbuch

Nachdem die Anatomie und die Funktionsweise des Orderbuches oben sukzessive definiert wurde, gilt es nun, den Mehrwert für das eigene Handeln durch die Anwendung des erlernten Verständnisses zu verdeutlichen.

Das offene Orderbuch ist nicht nur als reine Bestandsliste von Kauf- und Verkaufsanweisungen zu betrachten. Liest man zwischen den Zeilen, so erhält man wertvolle Hinweise für die eigene Handelsstrategie.

Das bezifferte Verhältnis von Käufern und Verkäufern galt bereits in der Historie als unterstützendes Werkzeug bei der Prognose kurzfristiger Kursverläufe. Der gezielte Blick auf die Orderlage wurde bereits vor der heute weit verbreiteten Charttechnik täglich genutzt, da in der Vergangenheit die Preise zur Vervollständigung des Kursbildes aufwendig abgetragen und zusammengeführt werden mussten.

Des Weiteren dient das Wissen hinsichtlich des Handelsvolumens und der Nachfrage- oder Angebotspreise als Orientierungspunkt für den eigenen Gegenwert des bevorstehenden Kaufs oder Verkaufs. Somit erhöht sich die Chance einem nicht marktgerecht kalkulierten Preis und somit einem potentiellen Verlust oder einer Teilausführung präventiv entgegenzuwirken.

Schlussendlich wird die Orderlage durch die visuelle Gegenüberstellung von Kaufs- und Verkaufsvolumen zu den Kursen um den entsprechenden Gleichgewichtspreis erweitert. Das symmetrische Zusammenspiel von bezifferten und grafisch aufbereiteten Informationen offeriert dem Investor einen transparenten und schnellen Überblick bezüglich der gegebenen Preisdynamik (preislichen Dynamik/Kursdynamik) am fokussierten Markt.

Das Orderbuch, kurz zusammengefasst

Schlussendlich wird die initiale Frage nach der Entstehung des Börsenkurses auf die vorgenannten zusammenwirkenden Energien von Angebot und Nachfrage beantwortet. Das aktuelle Verhältnis zwischen den kaufenden und verkaufenden Marktteilnehmern, lässt sich aus der nun transparenteren Anatomie des Orderbuches ableiten und instrumentalisieren.

Die augenblickliche Orderlage, sowie das Wissen hinsichtlich des Preisfindungsprozesses können dem Anleger bei der Bestimmung eines angemessenen Kauf- oder Verkaufsgebots unterstützen und langfristig zur Verbesserung seiner Performance beitragen.

Letztlich bleibt zu erwähnen, dass der Komfort eines offenen Orderbuches und somit ein Überblick der aktuellen Lage nicht an jedem Börsenplatz geboten wird. Steht diese potentielle Informationsquelle dem Investor jedoch zu Verfügung, sollte er diese bei seiner finalen Anlageentscheidung stets berücksichtigen.

Viel Erfolg dabei wünscht Euch

Das Insidetrading-Team

MetaTrader Secrets – unnötigen Traffic vermeiden

MetaTrader Secrets – unnötigen Traffic vermeiden

Unnötigen Traffic vermeiden: Der MetaTrader (MT) gehört mittlerweile zu den beliebtesten Handelsplattformen im Forex- und CFD-Trading. Die von MetaQuotes entwickelte Tradingsoftware ist so konzipiert, dass Beginner sofort und ohne jedes Vorwissen mit dem Handeln starten können und auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten kommen.

In unsere Serie „MetaTrader Secrets“ schauen wir uns nützliche Einstellungen an, die nicht jedem bekannt sind, aber für alle von großem Vorteil sein könnten. Heute:

Unnötigen Traffic vermeiden:

 

So funktioniert es:

  1. Blenden Sie alle nicht benutzten Symbole im Marktfenster aus. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste in die Marktübersicht und wählen „verbergen alle“.
  2. Deaktivieren Sie die Nachrichten. Dazu klicken Sie auf Extras -> Optionen -> Server -> News erlauben.

 

Sollten Sie noch weitere Ideen für Videos oder Fragen zum MetaTrader haben, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

 

 

MetaTrader 4 vs. MT 5 – Unterschiede, Vorteile & Nachteile

MetaTrader 4 vs. MT 5 – Unterschiede, Vorteile & Nachteile

Unterschiede zwischen dem MetaTrader4 und MetaTrader5

Aktuell wird zunehmend vom Metatrader4 (MT4) auf den Metatrader5 (MT5) umgestellt. Es gibt Gerüchte, dass der Entwickler der Software (MetaQuotes) den Support für die alte Plattform einstellt. Es gibt viele Pro- und Kontraargumente welche im Zusammenhang mit der MT5-Software genannt werden können. Doch worin unterscheiden sich die beiden Plattformen wirklich?

Gleich zu Beginn sollte erwähnt werden, dass sich die Aufmachung und die Handhabung der MetaTrader-Plattformen nur unmerklich verändert hat. Dies ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen dem Metatrader4 und dem Metatrader5. Einem schnellen Start steht also nichts im Wege.

 

Zeiteinheiten im MetaTrader 5:

Während der Metatrader 4 eine recht beschränkte Auswahl an Zeiteinheiten parat hält, wartet der MT5 mit einer Vielzahl an neuen „zwischen“ Zeiteinheiten auf. Wer beispielsweise Reversals handeln möchte, der kann nun auch auf dem 2Min Chart einen Hammer bzw. Umkehrstab suchen. Anders als in MT4 muss man im MT5 weder auf dem 1Min Chart Ausschau nach einem Piercing oder Engulfing Pattern halten, noch die Kerzen selbst im Kopf zusammenzufassen.

Die Grafik zeigt auf der linken Seite 3 Kerzen im 1 Min Chart und auf der rechten Seite die selben Kerzen im 2 Min Chart. Durch die zusätzlichen Zeiteinheiten im MT5 ergeben sich ganz neue Möglichen und viel mehr Ein- und Ausstiegssignale.

Die Grafik zeigt auf der linken Seite 3 Kerzen im 1 Min Chart und auf der rechten Seite die selben Kerzen im 2 Min Chart. Durch die zusätzlichen Zeiteinheiten im MT5 ergeben sich ganz neue Möglichen und viel mehr Ein- und Ausstiegssignale.

Durch die neuen mitgelieferten Zeiteinheiten wird auch das Erstellen von automatischen Handelssystemen mit Hilfe der Sprache MQL5 erleichtert, da diese noch intuitiver als MQL4 ist. Ohne die Zeiteinheiten selbst errechnen zu müssen, können durch die Kombination von Time Frames eine große Palette an Einstiegen erkannt werden.

Die Zeiteinheiten können durch einen Rechtsklick auf den Chart, unter dem Unterpunkt „Periodizität“ eingestellt werden. Dabei finden sich die neuen Zeiteinheiten unter dem Punkt „Minuten – & Stunden“.
Die Zeiteinheiten des MT4 sind: 1Min – 5Min – 15Min – 30Min – 1Stunde – 4Stunden- 1Tag – 1Woche – 1Monat.

Der MT5 liefert zudem: 2Min – 3Min – 4Min – 6Min – 10Min -12Min – 20Min – 2Stunden – 3Stunden – 6Stunden – 8Stunden – 12Stunden.

 

Markttiefe im MetaTrader5 – Das Orderbuch

Der MT5 bietet im CFD und Forex Bereich ein neues Feature – den Einblick in das Orderbuch. Das Orderbuch kann für den aktuell aktiven Chart über: Chartfunktionen – Markttiefe oder durch die Tastenkombination ALT+B geöffnet werden.

Das Orderbuch zeigt an, wo aktuell welche Limit Orders auf ihre Ausführung warten. Dies bietet einen vollkommen neuen Blick auf den Markt. Wer lernt, das Orderbuch sauber und schnell zu lesen, gewinnt durch das Wissen über die aktuelle Orderbuchsituation einen Überblick über die Markterwartungen der anderen Marktteilnehmer. Man kann die Limits anderer Händler nutzen, um seine eigenen Trades effizienter zu platzieren oder potenzielle Stop-Levels für ein bestimmtes Volumen erkennen. Dies vermeidet Slippage oder kann durch das Kaufen oder Verkaufen zu Bid bzw. Ask sogar einen Handel ohne Spread ermöglichen.

Durch einen Blick ins Orderbuch lassen sich Bereiche erkennen, in denen Bewegungen aufgrund von großen Käufern oder Verkäufern erwartbar sind. Ein Orderbuch zu lesen, bedarf viel Übung, da permanent neue Trades eingestellt oder gestrichen werden. Gerade im Futures Markt ist es sehr dynamisch, weil auch Algorithmen auf dieser sehr feinen Betrachtungsweise des Marktes ihr Spiel spielen. Nach erfolgreicher Einarbeitung erhält man für den Intraday-Handel aber ein starkes Tool, das einem den entscheidenden Informationsvorsprung gegenüber anderen Händlern liefern kann.

Markttiefe im MetaTrader5

Das Orderbuch zeigt sowohl einen Tick Chart für den Bid- und Ask Preis, als auch die tabellarische Ansicht über die Limits, welche im Markt liegen. Im oberen Bereich werden die aktuellen Verkaufsorders angezeigt, im unteren (blau hinterlegten( Bereich sind die Kauflimits eingetragen. In der aktuellen Darstellung werden die Limitierungen in Lot-Größen angezeigt. Man kann sie sich aber auch als Beträge anzeigen lassen. Die grünen Säulen unterhalb des Linien Tick-Chartes zeigen an, wo welches Volumen umgesetzt wurde. Über die Tabellenansicht rechts lassen sich außerdem Orders direkt auf bestimmte Preise aufgeben. Dazu muss man lediglich über die Pfeilbuttons eine Order einstellen oder das eingestellt Volumen über die one-klick Buttons unten rechts handeln.

 

Die Echtzeit-Historie im MT5

Im Metatrader4 musste man die eingegangenen Trades aus der Historie auf den Chart ziehen, um Einstiege und Ausstiege sowie Limits, wie Take-Profit oder Stop-Loss von vergangenen Transaktionen auf einem Markt im Chart zu sehen. Dieser Prozess lässt sich im MT5 automatisch aktivieren.

Der MT5 zeichnet dann für alle Transaktionen die Einstiege sowie zugehörige Limit oder Stop-Orders in den Markt ein und markiert beim Schließen der Position entsprechend den Zeitpunkt, an dem die Position geschlossen wurde. Die beiden Punkte werden anschließend vom Metatrader mit einer Linie verbunden, sodass der Zeitraum des Trades gut erkennbar ist. Es ist daher sofort ersichtlich, ob ein Trade einen Gewinn oder Verlust gebracht hat. Dieses Feature hilft beim disziplinierten Trading, da alle Trades in der Chart-Oberfläche grafisch ersichtlich sind. Fehler werden so im Zweifel schneller erkannt und nicht einfach verdrängt.

Tradingtagebuch im MetaTrader5

Solche Grafiken sind auch eine guter Zusatz für jedes Tradingtagebuch.
Die Funktion lässt sich ganz einfach unter Extras – Optionen – Einstellungen – Handel – Echtzeithistorie – durch ein Setzen des Hackens ein- und ausschalten.

 

EAs und Scripts im MetaTrader.

Wie bereits angesprochen, ändert sich die Sprache, mit welcher der Metatrader programmiert werden kann. Statt der alten Sprache MQL4 kommt nun MQL5 zum Einsatz. MQL5 ist an die weit verbreitete Programmiersprache C++ angelehnt und bietet. Durch viele bereitgestellte Objekte und Funktionen können automatisierte Handelsprogramme und handelsunterstützende Scripts leicht erstellt werden.
Anders als noch im Metatrader4 ist der Shop, in welchem Scripts und EAs erworben werden können, direkt im MT5 integriert. Dies erleichtert sowohl das Auffinden solcher Programme als auch den Kauf und die Einbindung. Finden lassen sich die Programme direkt nach dem Starten des Metatrader5 im Terminal (öffnen und schließen des Terminal mithilfe von STRG+T) im Unterpunkt „Market“.

Leider sind MQL4 und MQL5 nicht kompatibel!!!

 

Objekte und Indikatoren im MetaTrader 5

Während der MT4 mit 30 vorinstallierten Indikatoren und 33 analytischen Objekten geliefert wird, wartet der Metatrader5 mit sage und schreibe 38 Indikatoren, 22 analytischen Objekten und 46 grafischen Objekten auf. Der Facettenreichtum und die Möglichkeiten eine Analyse zu erstellen sind also mit der neuen Software gewachsen. Die Indikatoren lassen sich über: – Chartfunktionen – Indikatoren oder aber die Tastenkombination STRG+I bearbeiten.

 

Ordertypen im MetaTrader

Der Metatrader5 bringt auch hinsichtlich der Ordertypen Neues mit sich. Die Art der Orderplatzierung kann sich durchaus im Kontostand bemerkbar machen. Während der MT4 mit den bekannten Orderarten Market, Buy-Limit, Sell-Limit, Buy-Stop und Sell-Stop eine bereits akzeptable Bandbreite liefert, punktet der MT5 mit den zusätzlichen Optionen Sell-Stop-Limit und Buy-Stop-Limit. Gleichzeitig ist auch weiterhin die Gültigkeit einer Order einstellbar. Man kann nach dem Platzieren einer Order weiterhin guten Gewissens den Computer verlassen und weiß genau, wann und wie welche Orders aktiv sind. Dadurch kommt man genau zu den Preisen und Zeiten in bzw. aus dem Markt, zu denen man dies auch möchte.

 

Hedgen im MetaTrader5

Das Hedging ist einer der Gründe, warum viele bis heute nicht auf den Metatrader5 umgestiegen sind. Der MT5 fasst anders als der MT4 alle offenen Positionen zusammen, errechnet deren Durchschnittspreis und stellt so alle Positionen als ein Aggregat dar.
Wenn sowohl Kauf- als auch Verkaufs Orders gleichzeitig eröffnet werden sollen, lässt der MT5 dies standardmäßig nicht zu.
Nehmen wir an, ich hätte eine Kaufposition von einem Lot offen. Ich wäre also Long EUR/USD 100.000. Würde ich nun meine Position zu 50% absichern, so wäre dies im MT4 einfach durch das Eröffnen einer 0.5Lot Sell Position möglich. Ich wäre dann zu diesem Zeitpunkt Long 100.000 und Short 50.000. Der Vorteil ist, dass ich meine volle Position zu einem aus meiner Sicht optimalen Stop-Level im Markt behalten und doch gleichzeitig eine Absicherung aufbauen kann. Der Metatrader5 würde nun aber meine Long Position um 50.000 verringern. Er würde also eine Teilschließung vornehmen, statt einen Hedge zu eröffnen.

Für das Hedgen im MT5 bieten aber schon jetzt einige Broker eine Alternative. So kann der Kunde zwischen verschiedenen MT5 Kontomodellen wählen (Netting oder Hedging). Entsprechend sind dann auch hier die Unterscheide hinfällig. Es erwächst sogar der Vorteil, dass Teilschließungen durch das einfache Eröffnen einer Gegenposition möglich sind und dies durch das One-Click-Trading blitzschnell umsetzbar ist. Es kann also gewählt werden, ob das Netting der Position gewünscht ist oder ob ein Hedge eröffnet werden soll. Ein Broker, der diese Funktion schon jetzt anbietet, ist RoboForex – dieses ist keine Werbung sondern nur ein Beispiel.

 

Die Vorteile vom MetaTrader 5

 
  Features Metatrader.5 Metatrader.4
 
1 Anzahl Orderarten 6 4
2 Markttiefe / Orderbuch Ja Nein
3 Anzahl Indikatoren 38 30
4 Anzahl der grafischen Objekte 44 31
5 Zeiteinheiten 21 9
6 STRATEGIE TESTER Multithreading + Mehrere
Waehrungen + Echte Ticks
Single-Threading
7 NETTING Ja Nein
8 HEDGING Ja Ja
9 Volumensdaten der Boerse Ja Nein
10 News Ja Nein
11 E-Mail Anhaenge Ja Nein
12 Ueberweisungen zwischen Handelskonten Ja Nein
13 MQL5 Chat in Handelsplattform Ja Nein
 

Für weitere Informationen rund um den Metatrader5 und MT4 abonniert unseren Youtube-Kanal. Mehr Infos zu Insidetrading und dem Thema Investieren, Trading und Business findet ihr zukünftig auch in unserem Newsletter.

InsideTrading

Brexit – Vorteile, Nachteile und Chancen für Deutschland

Brexit – Vorteile, Nachteile und Chancen für Deutschland

Brexit – Vorteile, Nachteile und Chancen für Deutschland

Brexit (Britain + Exit = Brexit): Welche Vorteile, Nachteile und Chancen für Deutschland könnte der Austritt der Briten haben? In diesem Artikel wollen wir nicht in mehreren tausenden Wörtern auf die gesetzlichen Regelungen der Europäischen Union eingehen und diskutieren, ob und wie der Ausstieg nun von statten geht. Gesetze sind schnell geändert und angepasst. Wir wollen uns anschauen, welche Vorteile, Nachteile und Chancen sich aus der Abstimmung vom 23. Juni 2016 ergeben. Als Trader und auch Investor müssen wir immer auch die Interessen und Geldströme verstehen.

Wer welches Risiko trägt und wie die Verträge beziehungsweise Handelsvereinbarungen nach dem Brexit aussehen, ist schwierig einzuschätzen. Zudem wird sich dieser Prozess noch das ein oder andere Jahr hinziehen. Dennoch haben wir die aktuell wichtigsten Für und Wider einmal für euch zusammengetragen.

 

Brexit – Vorteile für die Briten

  • London wird fiskal- und wirtschaftspolitische selbständiger. Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) gelten für Briten nicht mehr. Die aktuell strengen Regelungen, die zur Haushaltsdisziplin verpflichtet, werden außer Kraft gesetzt und in zukünftigen (Finanz-) Krisen kann die britische Notenbank komplett unabhängige geldpolitische Maßnahmen ergreifen.
  • Einer der Hauptargumente für den Brexit ist das Thema Einwanderung. Die britische Regierung würde gerne die Zahl der Einwanderer aus der EU minimieren. Die Migranten und Einwanderer werden von der Bevölkerung als eine Gefahr gesehen. Der Grund für die Furcht besteht in der Konkurrenz um Arbeits- und Schulplätze. Des Weiteren ist das Gesundheitssystem überlastet.
    ABER: Sollte die Regierung in London anfangen zwischen Briten und EU-Bürgern zu unterscheiden, könnte es sehr unangenehm werden. Mit dem Zurückweisen von Bürgern aus EU-Ländern könnten/würden alle Briten das Recht auf die freie Wahl ihres Wohnsitzes auf dem europäischen Kontinent verlieren.
  • Ein weiteres Hauptargument für die Briten war, dass die „Regulierungswut“ der EU die britische Wirtschaft lähmt. Laut den Daten der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) gehört Großbritannien aber schon jetzt zu einer der am wenigsten regulierten Wirtschaftsregionen der Welt.
  • Durch den Austritt sparen die Briten jährlich etwa 25 Milliarden Euro.
  • Einige wenige Stimmen behaupten auch, dass der Brexit eine zusätzliche Chance für den Finanzsektor in Großbritannien sein kann. Durch das Wegfallen der lästigen EU-Regulierung könne London noch offensiver um Investoren werben.
  • Bleibt das britische Pfund so niedrig, könnte der Währungsvorteil zu mehr Tourismus und mehr Export führen. Das wird aber auch stark von Importzöllen der Handelspartner abhängen.

 

Brexit – Nachteile für die Briten

  • Schottland, Nordirland und London (Hauptstadt von England) haben gegen den Brexit gestimmt. Der Grund hierfür ist vor allem der, dass Schottland, Nordirland und Wales von den Unterstützungen der Europäischen Union mehr profitierten als England. Als Beispiel kann man hier den Strukturförderfonds der EU nennen. Dieser sollte 2014 bis 2020 fast zwei Milliarden Euro an Wales, 500 Millionen Euro an Nordirland und mehr als 900 Millionen an Schottland zahlen.
    So haben die Schotten schon vor der Abstimmung ein Referendum über die schottische Unabhängigkeit, im Falle eines Brexit, angekündigt. Länder wie Schottland, Nordirland und Wales könnten jetzt nach und nach ihre Unabhängigkeit fordern, sodass England mit der Entscheidung für den Breixt ganz alleine dasteht.
  • Auch eine Unabhängigkeit bzw. Abspaltung der Hauptstadt (London) wird von vielen diskutiert. London gilt als die Finanzmetropole in Europa. Der Finanzsektor macht derzeit acht bis zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung in Großbritannien aus. Damit hat Großbritannien den größten Anteil an der Finanzdienstleistung in der ganzen EU. Bis zu dem Referendum haben sich viele Banken und Finanzdienstleister in London niedergelassen, um sich durch das „Passport Right“ einen Zugang zur gesamten EU zu verschaffen. Durch einen Austritt aus der EU könnte dieser Sektor fast komplett wegbrechen. Es ist damit zu rechnen, dass viele Unternehmen ihre Filialen auf die anderen EU-Länder aufteilen. US-Großbanken wie Goldman Sachs oder JP Morgan haben schon früh davor gewarnt. Einer Studie der Beratungsfirma Capital Economics nach könnte der Verlust jährlich rund 10 Milliarden Pfund betragen. Begründet wird dieser Verlust laut Capital Economics dadurch, dass alleine durch das „Passport Right“ der Export von britischen Finanzdienstleistungen um bis zu 50 Prozent einbrechen könnte. Zur Vermeidung des Abwanderns zahlreicher Finanzdienstleister könnte London die Unabhängigkeit fordern. (Auch wenn diese Szenario eher unrealistisch scheint, soll es der Vollständigkeit halber erwähnt werden.)
  • Eine weitere Schwierigkeit könnte das Rekrutieren von Personal aus dem Europäischen Ausland sein, wenn es zu einem Wegfall der Freizügigkeit für EU-Arbeitnehmer kommt. Sowohl für Banken, Hedgefonds, Versicherungen als auch für viele andere Branchen könnte das ein zusätzlicher Wettbewerbsnachteil sein.
  • Viele Unternehmen und Politiker in Großbritannien fürchten aber nicht nur die finanzielle Einbußen, sondern auch einen Machtverlust auf internationaler Ebene. Vor allem Wales, Nordirland und Schottland könnte das in ihren Politikfeldern und Kompetenzgebieten, wie beispielsweise der Landwirtschaft und Umwelt, hart treffen.
  • Ein großer Vorteil der EU-Mitgliedschaft ist, allen voran der freie Zugang zum EU-Binnenmarkt. Diesen müssten die Briten spätestens zwei Jahre nach dem EU-Austritt verlassen. In Gesprächen mit der EU wäre es natürlich möglich diesen Zugang zu behalten. Experten meinen aber, dass die EU-Kommission es den Briten sehr schwer machen wird. Hier gilt es von Seiten der EU ein Ausrufezeichen zu setzen, um andere Länder abzuschrecken.

Brexit – Vorteile und Chancen für Deutschland

  • Der Brexit kann für Deutschland eine wirklich große Chance darstellen. Viele Finanzdienstleister, die London verlassen, brauchen eine neue Niederlassung, um in Europa wie gewohnt agieren zu können. Deutschland gilt schon jetzt als wirtschaftlich stark und als eines der krisenfestesten Länder Europas. Zum anderen haben wir mit Frankfurt (Zuhause der EZB) das Herz der Europäischen Finanzindustrie im eigenen Land. Eine clevere Regierung könnte schon jetzt dafür sorgen, dass sich viele Unternehmen am Main oder im aufstrebenden Berlin an der Spree niederlassen.
  • Die geschwächte Position der Briten könnte dazu führen, dass die USA nach einem neuen Partner in Europa sucht. Bisher sind die Briten der wichtigste Verbündete der USA. Obama selbst warnte Großbritannien und sagte, dass die Briten als EU-Mitglied mehr beitragen könnte. Als zukünftiger Premium-Partner könnte Berlin seine Stellung in Europa und auch außerhalb Europas stärken.

 

Brexit – Nachteile für Deutschland

  • Durch den Austritt werden sich die Gewichte innerhalb der EU verschieben. Das könnte vor allem für Deutschland unangenehm werden. Bei wirtschaftspolitischen Entscheidungen waren die marktliberalen Briten oft ein Verbündeter Deutschlands. So könnten sich die Franzosen mit ihren ganzen Regulierungen den Weg zu einer Transferunion mit Finanzausgleich und Eurobonds bahnen.
  • Der drittgrößte Handelspartner Deutschlands ist nach den USA und Frankreich, Großbritannien. Rund 2.500 deutsche Unternehmen haben auf der Insel eine Niederlassung und beschäftigen dort ca. 370.000 Menschen. Das sind etwas mehr als ein Prozent aller Beschäftigten in Großbritannien. Auch 3.000 Unternehmen aus Großbritannien sind in Deutschland aktiv und beschäftigen viele tausende Menschen hier im Lande.
  • Der Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest warnte sogar mit den Aussagen: „Deutschland wäre wahrscheinlich der größte Verlierer eines Brexit, abgesehen von Großbritannien selbst“ und „Ein Austritt trifft die gesamte deutsche Industrie.“
  • Sollte es zu dem Szenario kommen, dass viele Unternehmen aus London nach Deutschland abwandern, steigen die Immobilienpreise in den Metropolen noch drastischer. Gleiches gilt für die Mieten. Der bezahlbare Wohnraum würde sich weiter verringern. Das könnte ein weiteres Auseinanderdriften der gesellschaftlichen Schichten in Deutschland nach sich ziehen.

 

Brexit – Vorteile für Europa

  • Dadurch, dass die Briten immer eine Sonderrolle für sich beanspruchten, sehen einige Experten den Austritt als eine Chance für Europa. Es könnte ein homogeneres Europa entstehen, das enger zusammenrück und noch mehr für einander da ist.
  • Der Brexit könnte also der Anstoß werden, um festgefahrene Strukturen in Europa zu lockern und eine Restrukturierung der Staatengemeinschaft vorzunehmen. Dadurch könnten unter anderem die Verschlankung der Bürokratie und eine einheitlichere Fiskalpolitik, sowie Steuerpolitik ermöglicht werden. Der Zugewinn an Steuereinnahmen würde den Einzelstaaten sowie der Gemeinschaft neue Möglichkeiten bei Investitionen für die Zukunft bieten.
  • Auch die Entscheidungsfindung innerhalb der EU könnte schneller von statten gehen, da es oft die Briten waren, die einen Fuß auf der Bremse hatten und Prozesse ausgebremst haben.

 

Brexit – Nachteile für Europa

  • Die größte Gefahr für die EU ist, dass andere Länder es den Briten nachmachen könnten. Das würde dazu führen, dass der Traum der vereinigten Staaten von Europa gescheitert wäre. Vor allem der Frexit (Frankreich), angeführt von Marine Le Pen (Vorsitzende der rechtsextremen Front National) und der Nexit, der Austritt der Niederlande, sind aktuell heiß diskutiert.
  • Eine weitere große Gefahr besteht in der eventuellen Verringerung der Liquidität an den Finanzmärkten. Das könnte weitreichende Folgen haben.
  • Vor allem kulturell, wirtschaftlich und militärisch gehört Großbritannien zu dem einflussreichsten Nationen der Welt. Der Austritt führt somit zu einem kleineren und schwächeren Europa. Gegenüber den USA, China und den aufstrebenden Mächten wie Brasilien und Indien hat die EU in Zukunft ein noch geringeres Mitspracherecht, wenn es um außenpolitische Entscheidungen geht.
  • Ein ganz großer Verlier des Brexit muss hier noch erwähnt werden: Irland verfügt über sehr enge wirtschaftliche Beziehungen zu ihrem Nachbarn. Laut Schätzungen könnte der Brexit den Handel um 20 Prozent oder mehr einbrechen lassen. Zudem könnten die Importe für Irland deutlich teurer werden. Auch Grenzkontrollen und das erneute Aufflammen der Unruhen zwischen Nordirland und Irland sind denkbar.
  • Die Einlage Großbritanniens fehlt dem Haushalt der EU. Es muss zeitnah geklärt werden, wie diese Finanzierungslücke geschlossen werden kann. Der wirkliche Finanzierungsrahmen der EU muss bestimmt werden, um so Engpässe zu vermeiden.
  • Es ist denkbar, dass Regierungen beim Blick auf die Welt wieder einen egoistischeren Blickwinkel einnehmen. Der Sinn für die Gemeinschaft wird (kurzfristig) vergessen, um so die Anti-EU-Stimmung für eigene politische Interessen zu nutzen. Diese Entscheidungen können sehr weitreichende Folgen haben und so das Leben der zukünftigen Generation verändern. Wenn der Ursprungsgedanke der EU nicht mehr im Vordergrund steht, kann der europäische Kontinent langfristigen Schaden nehmen und an Stabilität verlieren. Die Geschichte hat zahlreiche Beispiele dafür parat.

Das Konstrukt EU wird immer wieder in Frage gestellt. Zudem treten die Briten zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt aus. Euro-, Griechenland-, Flüchtlingskrise und jetzt auch noch der Brexit. Sowohl die Unterschiede zwischen Nord- und Süd- als auch die zwischen West- und Osteuropa sind oft nur schwer zu überwinden. Da stellt sich echt die Frage, ob der Brexit zu diesem Zeitpunkt eine clevere Idee war und ob das System die nächsten 30 Jahre übersteht.

 

Könntet ihr euch einen Dexit (Deutschland + Exit) vorstellen? Wie würdet ihr/würde Deutschland wohl abstimmen?

Wie seid ihr im Bezug auf das Pfund und FTSE 1000 positioniert?

Unser kostenloser Traden Lernen Ratgeber

Was sind Rollkosten?

Was sind Rollkosten?

Rollkosten sind keine echten Kosten! Es ist eine Art Preisdifferenz, die sich auf die Partizipation am Basiswert auswirken kann. Nachfolgend beschreibt die Partizipation, die Veränderung der Positionsgröße. Rollkosten können sowohl „Verluste“ als auch „Gewinne“ generieren.

Wie entstehen Rollkosten?

Schuld an den Rollkosten sind Kursdifferenzen, welche die an den Terminbörsen gehandelten Kontrakte zu einem bestimmten Zeitpunkt aufweisen können. Kaufen Sie beispielsweise einen DAX-Future (FDAX), dann hat dieser eine begrenzte Laufzeit (Verfallstermin bzw. Liefertermin). Der Verfallstermin ist immer der dritte Freitag des Liefermonats. Liefermonate sind der März, Juni, September und Dezember. Sollte der Freitag auf einen Feiertag fallen, so verfallen die Kontrakte schon am Donnerstag. Da an diesen Tagen auch weitere Finanzprodukte auslaufen, wird dieser Verfallstag auch oft als Hexensabbat bezeichnet.

Was passiert an einem solchen Verfallstermin und warum entstehen Rollkosten?

Die Rollkosten entstehen bei dem Übergang zwischen dem alten Future und dem neuen Future. Im Falle unseres Beispiels: Läuft unser DAX-Future (Future vs CFD) am dritten Freitag im März aus, können wir unsere Position in den neuen Future rollen. Die Preisdifferenz zwischen dem fairen Preis des neuen und alten Future werden als Rollkosten bezeichnet. Für unsere DAX-Future Position am Terminmarkt kann dieser Ersetzungsvorgang eine Auswirkung auf die erforderliche Margin (Geldmenge) haben. Denn es ist möglich, dass wir für dieselbe Partizipation eine geringere oder höhere Geldmenge benötigen. Die wirklichen Rollkosten sind also die Kommission, die zu entrichten ist, um die Future Position in dem selben Umfang aufrecht zu erhalten.

Contago – der nachfolgende Future ist teurer

Ist der Preis des nachfolgenden Futures teurer als der, in dem wir bisher investiert waren, so können wir uns – sollten mehr Sicherheiten verlangt werden – nur noch eine geringere Anzahl an Kontrakten von dem Geld kaufen. Investieren wir also dieselbe Geldmenge, so hat sich sowohl unsere Anzahl an Futures als auch unsere Partizipation verringert. Diese Situation wird als Contango bezeichnet.

Backwardation – der nachfolgende Future ist günstiger

Ist die Notierung des nächsten Future günstiger, dann kommt es zu einer umgekehrten Situation. Wir können uns je nach Margin Anforderungen nun mit dem Einsatz derselben Geldmenge mehr Future-Kontrakte kaufen. Die Partizipation am Basiswert ist also höher. Dieser Zustand wird als Backwardation bezeichnet.

Warum entstehen Rollkosten und wann kommt es dazu?

Rollkosten entstehen also, wenn durch Angebot und Nachfrage der Preis des Futures nicht seinem theoretischen Wert entspricht. Das heißt, wir bezahlen zu viel oder zu wenig für den neuen Future. Einen Rollgewinn generieren wir, wenn der Preis des neuen Futurs „zu niedrig“ ist. Handelt ein Future hingegen „zu hoch“, entstehen Rollverluste. Weitere Verluste können entstehen, wenn der Bid-Ask-Spread im neuen Future aufgrund von geringerer Liquidität sehr groß ist.

Rollkosten bei CFDs

Viele kennen CFDs nur als Kontrakte ohne Laufzeit und Verfallstermin (Endloskontrakte). Aber auch hier gibt es Ausnahmen, denn einige Contracts for Difference werden auf dem Future abgebildet. Dazu zählen des Öfteren Öl (WTI und Brent), Gold, Silber und der Bund-Future. Basiert ein CFD auf einem Future, so muss der CFD-Broker seine Kunden vor dem Auslaufen der Kontrakte informieren und anschließend die Kontrakte der Kunden vor der Fälligkeit umschichten. Das heißt beispielsweise die Positionen im März-Future schließen und gleichzeitig im Juni-Future eröffnen. Dieses veranlasst der Broker in der Regel schon ein paar Tage vor dem Auslaufen des Kontrakts. Bei diesem Rollvorgang kann es zu einem Preisunterschied im Basiswert kommen. Kontrakte mit einem weiter in der Zukunft liegenden Verfallstermin werden meistens zu einem höheren Preis gehandelt, als früher fällige Kontrakte. Dadurch erfolgt das Eröffnen der neuen Positionen zu einem höheren Preis als das Schließen der alten Positionen. Diese positive Preisdifferenz erfordert eine höhere Margin für das weitere Halten der Position. Zusätzlich kann es zu einem Stop Out kommen, falls sich bei dem höheren Basiswert ein Stopp Loss befand oder die Margin-Anforderungen auf dem Trading-Konto nicht ausreichten.

Der Rollover bei einem Knock Out:

Um die Rollkosten zu vergüten, werden die erwarteten Kosten, die pro Jahr für die Darstellung des Produktes anfallen, in den Preis des Produktes eingerechnet. Zum Zeitpunkt eines Ersetzungsereignisses wird die Differenz der Future Preise auf die Basis des Knock-Out-Produktes aufgeschlagen, beziehungsweise im Falle einer Backwardation Situation abgeschlagen. Der Zeitpunkt, zu dem der Future in dem Produkt ersetzt wird, ist in den Produkt-Prospekten festgelegt. Durch diesen Prozess erfolgt der Rollvorgang bei den Produkten neutral hinsichtlich des Gewinnes oder Verlustes in einer Position.

Grundsätzlich gilt, was auch immer für ein Produkt Sie handeln, sollten Sie sich mit den Eigenarten des Rollens bzw. Ersetzungsvorgänge beschäftigen. So erlebt man im Zweifelsfall kein „böses Erwachen“ , wenn es zu einem Ersetzungsereignis kommt.

Dein EA auf dem Prüfstand – die größten Fehler und Schwachstellen eines Expert Advisors.

Dein EA auf dem Prüfstand – die größten Fehler und Schwachstellen eines Expert Advisors.

InsideTrading hat heute für euch Andrey Bulezyuk von in-trading.eu im Interview. Er ist der Autor des Buches „Algorithmisches Trading: MetaTrader4 | MQL4“.
Mehr zum Programmieren mit MQL5 findet ihr bei uns.
Algorithmisches Trading Inside Trading

Im Forex- und CFD-Handel sind nicht immer alle Versuche mit Erfolg gekrönt und daher greifen immer mehr Trader auf ein voll- oder halbautomatisiertes  Handelssystem zurück. Da es in den Weiten des Internets eine Vielzahl von Expert Advisors (EAs) gibt und viele von denen auch kostenfrei sind, bekommen wir immer wieder Fragen zu diesem Thema, welche wir jetzt einfach einmal an Andrey weitergegeben haben:

Inside: Hallo Andrey, kurz etwas zu deiner Person, wie bist du auf das Thema der EA-Programmierung aufmerksam geworden und in welchen Märkten bist du zu Hause?

Andrey: Hallo Inside, vielen Dank für die Einladung zu diesem Interview. Als ich anfing mich mit dem Forex-Markt auseinanderzusetzten, besaß ich bereits relativ gute Kenntnisse verschiedener Programmiersprachen. Aus diesem Grund betrachtete ich bereits als Anfänger das Trading aus einem anderen Winkel als typische Trading-Einsteiger. Die Anwendung des Programmierwissens auf den Forex-Markt ist unausweichlich für jeden, der programmieren kann.

Ich habe im Forex-Markt angefangen und fühle mich im “ Dschungel ” der Währungen und der Rohstoffe sicher. Gleichzeitig muss ich erwähnen, dass die Bewegungen des Forex-Marktes schwieriger zu interpretieren sind als es bei Aktien der Fall ist. Ein Bekannter von mir, CEO einer “Machine Learning” Firma in den USA, untersuchte mit verschiedenen Methoden den Forex- und Aktienmarkt. Seine Ergebnisse zeigen, dass der Forex-Markt Intraday beinahe komplett zufällig agiert. Automatisierte Systeme im Aktienmarkt sollten also tendenziell besser wirtschaften (ceteris paribus).

Inside: Welches sind deiner Meinung nach oftmals die größten Schwachstellen eines EA, die man in Form eines kostenfreien Download finden kann?

Andrey: Grundsätzlich sollte man nicht naiv sein und sich klar machen, dass man sich sogar bei bezahlten automatisierten Systemen (EA) nicht sicher sein kann, dass dieses System Geld generieren wird. Deswegen sollte man bei kostenloser Software erst recht vorsichtig sein.

Zu den Schwachstellen von kostenlosen EAs gehören die Abwesenheit des Supports bei Problemen und die mangelnde Individualisierung der Strategie/des EAs. Eine Anleitung zur Anwendung sowie der direkte Draht zu dem Entwickler fehlen meistens ebenfalls. Wenn man es mit dem automatisierten Handel ernst meint, sollte man sich einen kompetenten MQL4-Entwickler suchen und eine individuelle Software erstellen lassen.

Inside: Bevor unsere Leser einen teuren EA kaufen, worauf sollten diese achten? Kann man erkennen, ob die Statistiken auf der Webseite ein optimierter Backtest sind oder wirklich aus einem Live-Konto stammen?

Andrey: Je mehr ein EA kostet, desto mehr Ergebnisse sollte man von dem Anbieter verlangen. Vor allem bei Anbietern, welche einen 4-stelligen Betrag für ein System verlangen, sollte man Berichte einfordern.

Backtests und Live-Berichte sind gut, können aber gefälscht oder vom Käufer falsch interpretiert werden. Bei In-Trading bekommen die Leser/Auftragsgeber beispielsweise zuerst eine kostenlose Demoversion. Das ist die idealste und sicherste Lösung für den Kunden. Man riskiert keinen Cent und kann persönlich auf dem eigenen Rechner Live-Tests und Backtests durchführen, ohne Angst zu haben, dass der Anbieter diese auf seiner Seite verfälscht hat. Erst nachdem man sich als Anwender und Trader von der Software überzeugt hat, sollte man Geld überweisen.

Inside: Ein Leser hat einen EA gekauft. Was nun? Einschalten und vergessen?

Andrey: Nun, das ist der Punkt, an dem viele Trader scheitern. Genau so stellt man sich den automatisierten Handel vor: „Einschalten und vergessen“. Doch ein automatisiertes Handelssystem braucht regelmäßige Kontrolle der Software an sich und der darin integrierten Strategie. Man muss die von dem System getätigten Transaktionen genauso erfassen und analysieren, wie man es als manueller Trader auch gemacht hat.

Inside: Muss man den eigenen Rechner 24/5 eingeschaltet lassen?

Andrey: Nein. Zuerst muss man sich als Anwender festlegen, auf welchem Gerät der EA laufen soll. Es kann beispielsweise ein gemieteter VPS-Server oder ein eigener Mini-Server sein. Einen vollwertigen PC oder Laptop sollte man nicht für diesen – technisch gesehen – relativ anspruchslosen Prozess benutzen.

VPS-Server eignen sich als die einfachste Lösung für die meisten Trader. Man zahlt monatlich einen Betrag und muss sich nicht mehr um die technische Seite kümmern. Entscheidet man sich für einen gemieteten VPS-Server, so muss man die Internetgeschwindigkeit des Anbieters ins Visier nehmen und darauf achten, dass der “Ping” bis zu den Servern des Brokers möglichst klein ist. Dies ist vor allem bei solchen EAs wichtig, welche mit kleinsten Bewegungen arbeiten (z.B: Scalping-EA, Breakout-EA, News-EA, usw.).

Tipp: Ich persönlich habe einen Raspberry Pi 3 zu einem 24/7/365 Server umgewandelt. Diese Variante ist effizienter, aber auch komplizierter. Ein Raspberry Pi 3 ist ein Mini-Rechner, der nicht größer als eine Handfläche ist, kaum Strom verbraucht und Linux als Betriebssystem hat. Einen solchen R-Pi3 kann man für weniger als 100 Euro erwerben, am Modem oder hinter dem Bildschirm platzieren und muss sich weder Sorgen um den Platzbedarf, die Geräusche oder die Stromkosten machen. Langfristig gesehen ist ein R-Pi3 viel rentabler als ein gemieteter VPS-Server.

Welche Erfahrungen habt ihr mit bisher mit Expert Advisors (EAs) gesammelt?

Der Hedge-Rechner: Hedgen mit Optionen und Optionsscheinen

Der Hedge-Rechner: Hedgen mit Optionen und Optionsscheinen

Wer kennt das nicht, die Wirtschaftsnachrichten werden schlechter, die Tage kürzer, Bahn und Lufthansa streiken und es ist abzusehen, dass die Aktien etwas fallen.

Wenn ihr in dieser Situation eure Aktien behalten wollt, ohne dass das Depot an Wert verliert, lohnt es sich oft, über einen Depot-Hedge nachzudenken.

Was ist ein Hedge bzw. eine Absicherung?

Ob als Urlaub-, Korrektur-, oder kurzfristiger Newshedge, ein Hedge bzw. eine Absicherung ist eine Art Versicherung gegen Verluste. Wenn ich beispielsweise viele Aktien habe und der Markt anfängt zu fallen oder ich in den Urlaub fahre und die Märkte dann nicht verfolge, kann ich eine Versicherung kaufen, um mein Portfolio zu schützen.

Sagen wir einmal, die Abbildung zeigt die momentane Entwicklung des Marktes und ich rechne damit, dass es jetzt eine Korrektur geben wird oder ich in den nächsten Wochen keine Zeit habe, meine Aktien im Auge zu behalten:

ETF

Dann kann ich sagen, wenn der Markt um XY-Prozent fällt, soll meine Versicherung greifen. Das heißt, ich kann Verluste zu 100%, 90% oder auch 80% absichern. Sollte der Markt dann wirklich fallen, kann ich meine Versicherung teurer verkaufen und dieses Geld zum Nachkaufen nutzen.

 

Hedgen: Eine Schritt für Schritt Anleitung

Auch wenn dieses Video schon ein paar Tage älter ist und wir den Rechner wie oben schon erwähnt komplett überarbeitet und auf unserem Analyseboard in die Webseite integriert haben, erläutert es dennoch sehr schön die Strategie dahinter.

Die Hedge-Formel:

Die zur Teil- bzw. Vollabsicherung benötigte Stückzahl lässt sich wie folgt berechnen, wobei der Absicherungsgrad in Prozenten angegeben wird.

Formel Hedgen mit Optionsscheinen

Hierzu ein kleines Beispiel: Nehmen wir einen Depotwert von 100.000 EUR an und dass der Dax gerade bei 11.700 Punkten steht. Wir benötigen daher 833 Optionsscheine bzw. Zertifikate, um den Depotwert zu 100% abzusichern.

Beispiel Hedgen mit Optionsscheinen

Hinweis: Ein gängiger Ansatz ist, dass man Optionsscheine in ruhigen Marktphasen und Hebelzertifikate in volatileren Phasen verwendet.

Das Grundprinzip des Hedgen mit Optionen:

Es macht in der Regel keinen Sinn jede einzelne Aktie für sich zu hedgen da dieses sehr kosten- und zeitaufwendig ist. Aus diesem Grund schaut man sich an, welche Positionen mehr oder weniger mit einander korrelieren – sich also im Großen und Ganzen in die selbe Richtung bewegen. So könnte man beispielsweise sagen, dass man Gold und Silber nicht unbedingt separat betrachten muss.

Korrelationen: Wenn ihr euer Portfolio absichern möchtet und ihr sagt, die Aktien aus dem Depot bewegen sich in etwa wie der Dax, Dow, SMI oder irgend einem anderen Index – was ganz oft der Fall ist – dann reicht es einfach, den Wert des Depots zu bestimmen. Wie viel EUR sind die Aktien, Aktienfonds und Indexfonds also gerade wert?

Absicherungsgrad: Als nächstes gilt es zu bestimmen, wie viel ihr absichern wollt. Wollt ihr 100% eures Depots absichern oder seit ihr bereit 10 oder sogar 20% des Risikos selbst zu tragen.

Laufzeit: Im letzten Schritt solltet ihr die Laufzeit bestimmen. Da ein Optionsschein auch immer einen Zeitwert hat, würde ich euch empfehlen einen Optionsschein mit einer Laufzeit zwischen 3 und 12 Monaten zu wählen, auch wenn ihr nur zwei Wochen im Urlaub seid.

Ausführliche Rechenbeispiele und Depotsimulationen erhaltet am Ende von diesem Video (ab Minute 3:12).

Beste Grüße,
InsideTrading

InsideTrading - Hedgerechner


Für Ihre Strategie benötigen Sie die folgende Anzahl an Optionen:

Index Entwicklung Indexstand Depotwert Wert des Optionsscheins Kosten der Absicherung Depotwert Gesamt
+50%
+25%
+10%
-10%
-25%
-50%

Was kann der Hedge-Rechner?

Bitte beachten Sie, dass wir den Hedge-Rechner vereinfacht und Ihnen zusätzlich die Tabelle mit den Szenarien ergänzt haben.
Die Berechnungen basieren auf der Annahme einer 1:1 Korrelation Ihres Portfolios zum Index sowie der Betrachtung zum Ende der Laufzeit der Option, da der Optionspreis während der Laufzeit von weiteren Faktoren als nur dem Preis des Index abhängt.

MEHR ZU OPTIONEN UND OPTIONSSCHEINEN: UNTERSCHIEDE VON OPTIONEN UND OPTIONSSCHEINEN – DEREN  VOR- UND NACHTEILE
MEHR ZUM THEMA WARUM OPTIONEN INTERESSANT SIND: WARUM UND WOFÜR BENÖTIGT DER MARKT OPTIONEN

MetaTrader Secrets – Ein Investorpasswort festlegen/ ändern.

MetaTrader Secrets – Ein Investorpasswort festlegen/ ändern.

Der MetaTrader (MT) gehört mittlerweile zu den beliebtesten Handelsplattformen im Forex- und CFD-Trading. Die von MetaQuotes entwickelte Tradingsoftware ist so konzipiert, dass Beginner sofort und ohne jedes Vorwissen mit dem Handeln starten können und auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten kommen.

In unsere Serie „MetaTrader Secrets“ schauen wir uns nützliche Einstellungen an, die nicht jedem bekannt sind, aber für alle von großem Vorteil sein könnten. Heute:

Ein Investorpasswort festlegen

So funktioniert es:

  1. Klicken Sie in der Menüleiste auf Extras -> Optionen
  2. Im Pop-Up klicken Sie dann den Tab „Server“ aus und klicken neben dem Wort „Passwort“ auf „Ändern“
  3. Geben Sie Ihr aktuelles MetaTrader-Passwort ein, klicken Sie auf „Read-Only (Investor) Passwort ändern“, legen Sie ein Passwort fest und bestätigen Sie es mit „Okay“

Investorpasswort:

Das Investorpasswort ermöglicht es Dritten im Zusammenhang mit der Metadrader-Kontonummer Ihre Trades und Kontoaktivitäten zu verfolgen. So können Sie Freunden zeigen, wie Sie Traden. Sie haben zudem die Möglichkeit Ihre Trades zu kopieren.

Sollten Sie noch weitere Ideen für Videos oder Fragen zum MetaTrader haben, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

Top 4 Zitate von Top-Tradern

Top 4 Zitate von Top-Tradern

Der Handel mit Finanzprodukten ist eine der wahrscheinlich rentabelsten Professionen, denen man nachgehen kann. Früher war Trading für Privatpersonen nahezu unmöglich, da die mit dem Handel verbundene Kostenquote riesig war. In der heutigen Zeit jedoch hat sich durch das Internet und die Direktbroker einiges geändert.

Trotz allem scheint es, als gäbe es noch Geheimnisse. In der Realität jedoch sind alle Informationen irgendwo erhältlich. Ein paar der Top-Einblicke erhält man durch Bücher und Papers der Großen in ihren Gebieten. Hier ein paar Zitate:

1. „Es dauert 20 Jahre eine Reputation aufzubauen, diese lässt sich jedoch in 5 Minuten ruinieren. Wenn man auf diese Art über Dinge nachdenkt, verändert man seinen Blick auf Dinge“ – Warren Buffet.

Warren Buffet – InsideTradingDas Zitat hat primär einmal wenig mit Trading per sé zu tun, jedoch lässt sich einiges daraus ableiten. Denken wir statt Reputation einmal an Tail Risks, also die Risiken, die nur sehr selten zum Vorschein treten. Dies können Flugzeugabstürze sein, Kriege oder sonstige Verwerfungen, die den Markt innerhalb kürzester Zeit massiv beeinflussen. Ist man in einer solchen Situation ohne ein beschränktes Risiko unterwegs, so kann dies einen Trader alles kosten. Wer den EUR/CHF ohne Stopp-Loss getradet hat, kann hiervon ein Lied singen. Solche Verluste sind meistens die, von denen ein Händler sich nicht mehr erholt, da sowohl die Psyche als auch der Geldbeutel ein klares NEIN aussprechen, sobald man der Trading Station das nächste Mal nahe kommt.

2. „Ich denke immer als erstes daran, mein Kapital zu schützen, bevor ich darüber nachdenke, wie ich es vermehren kann.“ – Paul Tudor Jones

Ähnlich wie das Zitat von Buffet geht es hier darum, konservativer zu denken und Kapitalschutz zu betreiben. Besonders interessant ist es hier, wenn ein Händler einen Ansatz des Risikomanagements nutzt, in dem er prozentuale Positionsgrößen verwendet. Stellen wir uns zwei Händler vor, die beide ein CRV von 1:1 realisieren und nach 5 Verlusttrades 5 Gewinntrades erzielen. Der eine Händler setzt jedoch kontinuierlich 3%, der andere 1% ein. Es könnte sich also folgende Situation ergeben.

Verlustentwicklung 1% und 3%

Wie eindeutig zu erkennen ist, bringt hohes Risiko meistens nur eine hohe Portfolio-Volatilität mit sich. Durch die Verzerrung der Relativität eines prozentualen Risikos braucht man immer wieder einen höheren Gewinn, um bei 100% herauszukommen. Dabei gilt der folgende Zusammenhang.

3

% Gewinn, um Verluste auszugleichen

Daher sollte man immer bedenken, dass man zwar durchaus mit nur wenigen Trades ein Konto verdoppeln kann, der Schaden aus einem Fehler jedoch gravierende Folgen nach sich zieht. Erfolg und Reputation wachsen eben mit der Zeit und nicht in einer Woche.

3. „Das Ziel eines erfolgreichen Trades sollte es sein die besten Trades zu machen. Geld ist dabei Nebensache“ – Alexander Elder

Nachdem hier bei InsideTrading oft gesagt wird, Trades seien zufällig und können nicht speziell ausgewählt werden, kommt nun so ein Zitat. Aber keine Sorge, es mangelt nicht an Konsistenz.
Die besten Trades sind all diejenigen Trades, die zu einer Strategie gehören. Es geht auch hier darum, ein Modell zu entwickeln und dieses zu verwenden, wenn die Marktsituation dies zulässt.
Es geht dabei um Prozessoptimierung, denn deine Handelsmethodik ist nur so gut wie der Prozess in dem es umgesetzt wird. Wenn sich Schritte automatisieren lassen, sollte das umgesetzt werden, da Automatisierung weniger Fehler und somit auch weniger Verluste bedeutet. Aber auch ein Trading Tagebuch oder Checklisten können dir helfen.

Der Wettbewerb zwischen Bulle und Bär sollte im Vordergrund stehen und weniger die tägliche oder gar intraday Gewinn und Verlustsituation.

4. „Ich habe über die Jahre gelernt, dass man sich nach einer Serie guter Gewinner, ein paar Tage Auszeit gönnen sollte. Natürlicherweise hat man eine Tendenz weiter zu machen. Aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass eine Pause in solchen Zeiten Gewinnphasen verlängern können.“ – Marty Schwarz

Diese These schließt sich mit der Idee eines eher distanzierteren Tradingstils; einem 4wie er auch von Arbeitstätigen ausgeübt werden könnte. Eine Phase guter Gewinne zeigt auch, dass der Markt eine Strategie gerade wohlwollend belohnt hat. Da sich Marktphasen aber abwechseln ist es nicht unwahrscheinlich, dass eine solche Phase auch irgendwann endet. Marty Schwarz sagt schlicht, dass es auch gut sei, sich zu entfernen, um auch der Psyche eine Verschnaufpause zu gönnen. Mit Geld kommt die Gier und Gier kann zu den Fehlern führen, welche einen Trader tief in die roten Zahlen stoßen können.
Um eben das zu vermeiden, sollte man lieber ein wenig „Urlaub“ vom Handel machen, als sich durch dumme „ungeduldige“ Trades die Gewinne wieder zu verhageln.

Mit diesem Input frisch „gestärkt“ wünschen wir eine erfolgreiche Woche.
InsideTrading – mehr vom Geld!

PS: Artikel, die euch ebenfalls interessieren könnten:
88 der beliebtesten Börsenzitate und Weisheiten von Warren Buffett
100 der beliebtesten Börsenzitate und Weisheiten von André Kostolany

MetaTrader Secrets – Zu einem Datum/Zeitpunkt springen

MetaTrader Secrets – Zu einem Datum/Zeitpunkt springen

Zu einem Datum/Zeitpunkt springen: Der MetaTrader (MT) gehört mittlerweile zu den beliebtesten Handelsplattformen im Forex- und CFD-Trading. Die von MetaQuotes entwickelte Tradingsoftware ist so konzipiert, dass Beginner sofort und ohne jedes Vorwissen mit dem Handeln starten können und auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten kommen.

In unsere Serie „MetaTrader Secrets“ schauen wir uns nützliche Einstellungen an, die nicht jedem bekannt sind, aber für alle von großem Vorteil sein könnten. Heute:

Zu einem Datum/Zeitpunkt springen:

 

So funktioniert es:

  1. Um zu einer bestimmten Stelle im Chart zu gelangen, klicken Sie auf „Enter“
  2. Jetzt können Sie nach den folgenden Zeitpunkten suchen:
    MM.YY (nach einem Tag)
    DD.MM.YY HH:MM (nach einem Zeitpunkt an einem beliebigen Tag)
    HH:MM (nach einer Uhrzeit am aktuellen Tag)
  3. Bestätigen Sie die Eingabe mit „Enter“
  4. Die erste Kerze im angezeigten Chart enthält die gewünschten Informationen.

 

Wichtig:

Nullen können bei der Suche weggelassen werden. Zudem werden pro Zeitperiode nur eine gewisse Anzahl an Kerzen gespeichert. Können Sie also den gewünschten Zeitpunkt nicht finden, sollten Sie sich eine größere Periode anzeigen lassen.

 

Sollten Sie noch weitere Ideen für Videos oder Fragen zum MetaTrader haben, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

 

 

MetaTrader Secrets – der 2 Minuten Chart

MetaTrader Secrets – der 2 Minuten Chart

Der MetaTrader (MT) gehört mittlerweile zu den beliebtesten Handelsplattformen im Forex- und CFD-Trading. Die von MetaQuotes entwickelte Tradingsoftware ist so konzipiert, dass Beginner sofort und ohne jedes Vorwissen mit dem Handeln starten können und auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten kommen.

In unsere Serie „MetaTrader Secrets“ schauen wir uns nützliche Einstellungen an, die nicht jedem bekannt sind, aber für alle von großem Vorteil sein könnten. Heute:

 

Der 2 Minuten Chart

 

So funktioniert es: 

  1. öffnen Sie den M1 Chart eines Marktes Ihrer Wahl, beispielsweise EURUSD
  2. ziehen Sie den „PeriodeConverter“ auf den M1 Chart (unter Navigator -> Skripte)
  3. verändern Sie den „Wert“ unter dem Reiter „Eingaben“ auf 2, um den 2 Minuten Chart zu erhalten oder belassen Sie diesen bei 3, um den 3 Minuten Chart zu öffnen.
  4. Klicken Sie auf Datei (oben links) -> offline Chart öffnen -> öffnen Sie den M2 bzw. M3 Chart
  5. passen Sie das Template an (so geht es)

Navigator Fenster MetaTrader  Period Converter MetaTrader4 offline Chart MetaTrader4

 

 

 

 

 

 

 

Wichtig:

  • der Offline-Chart eignet sich auch zum Traden, da dieser Live-Charts zeigt
  • nachdem Sie den MetaTrader geschlossen haben, müssen Sie diese Prozedur wiederholen

 

Sollten Sie noch weitere Ideen für Videos oder Fragen zum MetaTrader haben, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

 

 

Praktikum bei Goldman – das muss man wissen!

Praktikum bei Goldman – das muss man wissen!

Jobinterview im Finanzbereich – So rockt ihr es!

Hey Insider,
so klappt es mit dem Praktikum in der Bank! Nachdem viel in unserem Wissensbereich erschienen ist, möchte ich heute einmal wieder etwas schreiben, das euch in eurem Alltag unterstützen soll. Ein riesen Problem ist es oftmals, alle für Vorstellungsgespräche relevanten Informationen auf einer Seite zu finden. Wir haben uns diesem Problem angenommen und stellen euch hier unsere Lösung:

Seid ihr selbst:
Die zunächst wichtigste Erkenntnis, die man gewinnen sollte ist, dass gerade in arbeitsintensiven Berufen neben den technischen Aspekten auch eure Person wichtig ist. Denn ihr werdet einen Großteil eures Alltages mit eben den Leuten verbringen, mit denen ihr am Desk sitzt und eure Leistungen erbringt. Früher oder später werdet ihr also ihr selbst sein müssen und da ist es besser man weiß von vornherein woran man ist und spielt mit offenen Karten. Egal wie introvertiert oder extrovertiert ihr seid, jede Charaktereigenschaft hat ihre Vorteile, die in einem Team gebraucht werden und die ihr ausspielen könnt. Sicherlich habt ihr den Artikel nicht wegen dieses Tipps aufgeschlagen – aber es macht Sinn sich darüber kurz Gedanken zu machen.

The Hard Facts:
Was wird aber nun tatsächlich verlangt und worauf solltet ihr gefasst sein?

Know your business!
Was sind aktuelle News, die den Markt bewegen? Ganz egal ob Mergers and Aquisitions (M&A) oder Markets, immer werden aktuelle Situationen thematisiert werden, auf die ihr zumindest eine halbwegs passende Antwort parat haben solltet. Es geht dabei nicht um die absolut richtige Einordnung des Ereignisses aus interner Sicht des Unternehmens. Vielmehr wird abgetastet, ob ihr euch mit den Rahmenbedingungen auseinandersetzt und wirklich Interesse an der Materie habt.

Neben diesen Good To Knows gibt es noch die unumgänglichen Wissensfragen, die möglichst problemlos und auch im Transfer sitzen sollten.
Je nach Bereich werden hier bestimmte Begriffe sowohl von theoretischer Seite als auch anhand von praktischen Beispielen in den Raum geworfen, mit denen ihr umzugehen wissen müsst. Auch hier gilt: solltet ihr etwas nicht wisst, so sagt dies ruhig! Traut euch aber zunächst ruhig an die Aufgabe heran, denkt laut und versucht einen Lösungsansatz zu finden, stellt Rückfragen wenn nötig und geht professionell mit der Situation um!

Für die wichtigsten Fragen zu technischen Fragen die einen erwarten können findet ihr hier einige Antworten. Wenn wir einige nicht genannt haben, so schickt uns diese und wir pflegen sie gerne ein, sodass die Übersicht möglichst allumfassend wird und auch anderen einen Mehrwert bietet.

Für Die Antworten einfach auf die Frage Klicken.

Wie wird der Preis eines Forwards bestimmt und wie lässt sich der Forward-Preis erklären?
Der Preis eines Forwards entsteht durch die Idee, dass durch das Halten einer Position Kosten und gewisse Vorteile entstehen, für die der Inhaber des Underlyings kompensiert werden muss. Diese Kompensation kann als Lagerhaltungskosten gesehen werden. Wichtig dabei ist, dass die durch das Halten des Basiswertes (Underlying) verursachten Kosten, ausgeglichen werden. Diese Kosten werden auch als Opportunitätskosten bezeichnet, diese Kosten bestehen zum Beispiel aus dem Risikolosen Zinssatz welcher oftmals mit dem Euribor angesetzt wird. Den dafür notwendigen Prozess nennt man Diskontierung oder auch Barwertbestimmung. Dabei werden zukünftige Cash Flows abgezinst und der Gegenwartswert bestimmt, welcher die Opportunitätskosten mit berücksichtigt.

Dem Inhaber können jedoch auch Vorteile wie Dividendenzahlungen entstehen. Auch diese müssen entsprechend beachtet werden. Das Ganze lässt sich dann formal zusammenfassen als:

Formel Forward

Was ist der Unterschied zwischen einem Forward und einem Future?
Ein Forward ist ein OTC gehandelter Vertrag, welcher nicht an der Börse verfügbar ist. Die Preisung ist entsprechend individueller. Ein Future zeichnet sich vor allem durch die standardisierte Form aus, er hat gewisse Laufzeiten und wird zu diesen an der Börse gehandelt. Die Umschlagplätze hierfür sind eigens für solche Geschäfte eingerichtete Terminbörsen wie:

Terminbörse

Handelsvolumen

1.   CME Gruppe 

3,28 Mrd.

2.   Eurex (inkl. ISE) 

3,17 Mrd.

3.   Korea Exchange 

2,87 Mrd.

4.   NYSE Euronext 

1,68 Mrd.

5.   CBOE (inkl. CFE) 

1,19 Mrd.

Die Börsen sind nach Handelsvolumen geordnet­­1.

Was ist die Cheapest to Delivery Bond?
Die CTD Bond ist die Anleihe, welche beim Verfall eines Futures oder einer Option auf ein Rates Underlying, also einer Anleihe, fällig wird. Der Verkäufer hat ein Interesse daran, dem Käufer die billigst mögliche Anleihe zu liefern, die anhand der Definition des Futures zulässig ist. Dafür ist ein Konvertierungsfaktor notwendig. Diesen zu berechnen ist ein Recht aufwändiges Unterfangen. Glücklicherweise werden sie auch von den Börsen bereitgestellt und können direkt mit den jeweiligen Optionen verrechnet werden, um die günstigste auszuwählen.

Der Konvertierungsfaktor sowie die Berechnungsformeln, welche an der EUREX Verwendung finden, lassen sich hier nachschauen.
Hier noch die Formel laut EUREX

Was ist die Idee hinter Black Scholes?
Hinter Black Scholes steckt die Idee, ein Portfolio mit Nullgewinn abzusichern, sprich eine faire Versicherung zu schaffen. Dafür sind einige Annahmen notwendig, welche nicht zwangsläufig realitätsgetreu sind. Black Scholes ist jedoch sehr einfach anwendbar aber dennoch liefert es sehr akkurate Preise, was diese kleinen Patzer durchaus tolerierbar werden lässt.

Dabei wird in Abhängigkeit der erwarteten Schwankungsbreite (implizite Volatilität) eine gedachte Normalverteilung über die Preise des Basiswertes gespannt. Die Dichte bis zu einem gewissen Preis gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass das Underlying bis zur Fälligkeit einen gewissen Preis erreicht. Dies ist nur approximativ korrekt! Aufgrund dieses Umstandes spricht man beim Delta auch oft von der Wahrscheinlichkeit, dass die Option bis Ende der Laufzeit ins Geld läuft und eben dort verfällt.
Wie angesprochen, nimmt Black Scholes dabei eine Normal- bzw. Lognormalverteilung an. Bei dieser sind die Enden auf Grund der Pfadabhängigkeit von Renditen transformiert.

Nennen Sie die Griechen und deren Auswirkungen auf den Optionspreis.
Delta ->Formal:  Delta FormelIst die Sensitivität des Optionspreises zum Underlying. Dabei steigt der Preis der Option pro Punkt des Underlyings um das Delta an.

Bei einer Option, welche am Geld liegt und somit ein Delta von 0.5 hat (dies gilt im Übrigen immer), würde der Wert der Option bei einer 1€ Bewegung um 0.50€ steigen.
Delta ist also die erste Ableitung des Optionspreises nach dem Preis des Underlyings.

Gamma -> Gamma FormelIst die Sensitivität des Deltas zum Preis des Underlyings. Das Delta steigt also entsprechend um den Wert des Gammas bei einer Ein-Punkt Bewegung im Underlying.
Das Gamma ist daher die zweite Ableitung des Optionspreises nach dem Preis des Underlyings, beziehungsweise die erste Ableitung des Deltas nach dem Underlying Preis.

Vega ->  Vega Definition Ist die Reagibilität des Optionspreises auf die Veränderung der impliziten Volatilität. Dabei ist das Vega immer at the Money (ATM), also am Geld, am größten. Steigt die implizite Volatilität um einen Punkt, so steigt der Preis der Option entsprechend um diesen einen Punkt multipliziert mit Vega.

Theta  ->  Theta DefinitionTheta gibt an, wie sich der Preis der Option bei schwindender Laufzeit verhält. Theta wird vom Käufer der Option bezahlt und vom Schreiber der Option gewonnen. Es lässt sich als Prämie betrachten, welche für die Gewinnmöglichkeiten aus einem Gamma-Hedge zu bezahlen ist.

Rho ->   Rho Definitionstellt dar, wie sich der Preis der Option bei einer Veränderung des Zinssatzes verhält. Beim aktuellen Leitzins von 0% ist Rho derzeit kein hoch relevanter Faktor, trotzdem handlet es sich um einen nicht zu verachtenden Einflussfaktor.

Eine sehr gute Darstellung der Griechen findet man hier: Goethe Uni Frankfurt (PDF).

Nennen Sie 2 Annahmen, die in Black Scholes unrealistisch erscheinen und begründen Sie.
Normalverteilung der Renditen und kontinuierliche Hedging-Möglichkeit.

Ersteres ist historisch widerlegt, da extreme Kursbewegungen weitaus häufiger vorkommen, als von der Normalverteilung erwartbar wäre.
Kontinuierliches Hedging ist aufgrund von Transaktionskosten sowie Handelszeitbeschränkungen eine nicht haltbare Annahme. Durch den Ausschluss eines kontinuierlichen Handels entstehen Risiken wie Gap-Risiken, welche im Modell nicht korrekt abgebildet werden.

Welche Formen von Volatilität kennen Sie?
Historische-/ Realisierte Volatilität. Ist die Volatilität wie sie im Markt beobachtbar ist, also die Standardabweichung der Renditen.

Historische Volatilität
Implizite Volatilität ist die Volatilität, welche am Optionsmarkt eingepreist wird. Die Volatilität ist die einzige Unbekannte im Modell. Die aktuelle Volatilität wird entsprechend über Angebot und Nachfrage am Terminmarkt bestimmt.

Sie verfügen über 100.000€. Wie würden Sie diese aktuell investieren und ggf. absichern?
Hier gibt es keine Musterlösung. Wichtig ist es laut zu denken, Vor- und Nachteile von Investments in verschiedenen Assetklassen anhand des aktuellen Marktumfeldes zu bewerten, Risiken abzuwägen und Themen wie Diversifikation zu beachten. Am Ende sollte ein Ansatz angeboten werden, der anhand der vorherigen Ausführungen sinnhaft erscheint. Alternative Ideen und spezifisches Wissen sind gerne gesehen.
Wenn Sie mit einer Gewissheit von 100% wüssten, dass nach einem starken Preisverfall das Underlying wieder steigt, warum würden Sie im Zweifelsfall keine Call Option kaufen?
In fallenden Märkten steigt tendenziell die am Markt gepreiste Volatilität. In steigenden Märkten sinkt diese historisch gesehen tendenziell. Entsprechend würde der Investor Verluste im Vega der Option einfahren, die im schlimmsten Fall die Gewinne aus der Kursbewegung überschreiten und ein solches Investment trotz korrekter Markteinschätzung unprofitabel machen.
Was versteht man unter Risk of Assignment?
Das Risk of Assignment, ist das Risiko beim Kauf einer Option am Terminmarkt zugeteilt zu werden und das Underlying entsprechend des gehandelten Kontraktes liefern zu müssen. Zum Zeitpunkts der Zuteilung kann der Investor unerwartete Verluste realisieren müssen, was bei schlechtem Money Management vor allem bei Naked Options Positionen zu einem Margin Call führen kann, wenn nicht genug Geld frei ist, um den Basiswert zu liefern.
Was ist die Aufgabe des Treasury?
Treasury ist für die Steuerung und Allokation des Vermögens der Bank zuständig. Hier werden Richtlinien für die einzelnen Abteilungen einer Bank festgelegt. Diese Prozesse werden von den höchsten Instanzen mit beobachtet und instruiert.

Dabei sind die Kernelemente die kurz- und mittelfristige Planung von Liquidität, das Abschätzen und Bestimmen von Zins- und Währungsrisiken der Positionen des Geldhauses, das Vermeiden und Erkennen von gravierenden Kreditrisiken und gegebenenfalls nötiges Eingreifen, um Situationen mit erhöhtem Risiko zu vermeiden oder zu entschärfen, sowie eine Optimierung der Positionierung des Institutes hinsichtlich bilanzieller Vorgänge.

Durch die hier erfolgenden Tätigkeiten lassen sich Geldströme optimiert nutzen und somit Vorteile generieren beziehungsweise finanzielle Nachteile vermeiden.

Zeichnen Sie den Payoff einer Call- und einer Put Option.
Call Option

Long Call Option

Long Put Option

Long Put Option

Stripping verschiedener strukturierter Produkte. Erklären Sie die Zusammensetzung.
Am besten schaut man sich hier an, wie einzelne Derivate strukturiert werden. Zumeist sind es Spreads und/oder Kombinationen aus Underlying und Optionen, die bestimmte Auszahlungsmuster zulassen. Im Folgenden finden sich das Auszahlungsprofil und der Hedge von Discountern, Bonuszertifikaten, CFDs, Expresszertifikaten, Knock-Out Zertifikaten und Reverse-Convertibles (Aktienanleihen).

Discount-Zertifikat:

Ein Discount-Zertifikat liefert das Auszahlungsprofil eines Covered-Calls. Um dieses zu hedgen, benötigt man zwei Komponenten. Eine Komponente ist der Kauf des Basiswertes, die zweite Komponente ist eine Prämienkomponente, die den Abschlag auf den Aktienpreis ermöglicht. Dieser Abschlag wird durch den Verkauf einer Call-Option möglich. Beim Verkauf einer Call Option erhält der Schreiber eine Prämie, ähnlich derer einer Versicherung. Dafür gewährt er dem Käufer der Option das Recht, die Aktie zu einem bestimmten Preis vom Schreiber zu beziehen. Liegt der Schlusskurs der Aktie am Bewertungstag oberhalb dieses Preises, so muss der Schreiber die Aktie zum abgemachten Preis (unterhalb des aktuellen Marktpreises verkaufen) und kann somit nur bis zum abgemachten Preis (Strike der Option) an der Entwicklung des Basiswertes gewinnen. Liegt der Preis jedoch unterhalb des Strikes, so hat der Käufer des Covered Calls eine höhere Rendite erzielt, als der Investor, welcher die Aktie direkt gekauft hatte. Discount Optionsscheine sind besonders in Phasen hoher Volatilität interessant, da zu diesen Zeiten die Optionsprämien höher sind und somit der Discount größer ausfällt. In der Theorie kann die Position im Basiswert auch durch einen Zero-Strike Call dargestellt werden.

Discount Zertifikat

Bonuszertifikat:

Ein Bonuszertifikat gewährt dem Investor einen Mindestauszahlungsbetrag, solange der Preis des Basiswertes ein gewisses Niveau nicht durchbrochen hat (Barriere). Sollte dies der Fall sein, so nimmt der Investor 1 zu 1 an der Entwicklung des Basiswertes teil.

Diese Struktur ist durch eine Kapitalschutzkomponente (Long Down and Out Put) möglich. Ein Down and Out Put ist eine Option, die den Verkauf des Basiswertes zu einem bestimmten Preis (Strike) ermöglicht, solange ein gewisses Preisniveau nicht erreicht wird. Sobald dieses erreicht wird, verfällt das Recht und der Kapitalschutz verfällt somit.
Der Kapitalschutz ist deswegen möglich, da der Gewinn, welcher durch den Put erwirtschaftet wird, die Verluste im Basiswert ausgleicht.

Bonus Zertifikat

CFDs:

Ein CFD ist ein Delta1Produkt. Der einzige Impakt auf den Preis des Produktes ist die Preisentwicklung des Basiswertes. Daher lässt sich ein CFD von Seite des Market Makers einfach durch den Kauf des Basiswertes absichern.

CFD

Expresszertifikate:

Expresszertifikate werden als exotische Produkte bezeichnet. Ihr Auszahlungsprofil ist durch die Nutzung von digitalen Optionen strukturiert. Genau werden diese Optionen als Digitale-Multi Barrier Optionen bezeichnet. Diese sind je nach Ausrichtung des Expresszertifikates call- oder putseitig gewählt. Der klassische Fall ist jedoch die Call-Seite. Dabei funktioniert eine digitale Option streng nach dem Sinne „all or nothing“ -also entweder oder. Daher stammt auch der Begriff „digital“, denn die Option kennt nur 1 oder 0  – gewinnen oder verlieren. Für den Fall, das ein Gewinn eintritt, wird dem Produkt gutgeschrieben eine Rendite. In Folge läuft es entweder weiter oder aber es wird ausgezahlt. Sehr gut wird dieser Zusammenhang in diesem Video erklärt, welches bitte nicht als Werbung für das Produkt zu verstehen ist.
Express Zertifikat


Knock-Out-Zertifikate:

Ein Knock-Out ist wie ein CFD ein Delta1Produkt, es stellt also die Bewegung des Basiswertes 1 zu 1 dar. Im Gegensatz zu einem CFD hat ein Knock-Out Produkt jedoch eine eingebaute Barriere, welche beim Erreichen zur Wertlosigkeit des Produktes führt. Dies stellt den Hedge vor ein gewisses Problem, denn das Auflösen einer Position im Basiswert (zum Beispiel durch einen Stopp) garantiert den Preis, zu dem der Hedge aufgelöst wird, nicht, da es gegebenenfalls zu slippage kommen kann, was Verluste bedeuten würde. Dieses Risiko wird auch als Gap-Risiko bezeichnet.

Knock Out

Reverse-Convertible (Aktienanleihe):

Eine Aktienanleihe setzt sich aus einem Zero-Bond sowie einer Short-Put Option zusammen.
Beides sind Prämienkomponenten. Der Zero-Bond gewährt eine Basisverzinsung, welche durch die Prämie aus dem Short-Put noch erhöht wird.
Liegt der Preis des Basiswertes am Ende der Laufzeit unterhalb des Strikes der Put Option, so erhält der Anleger Aktien, da die Put Option vom Käufer ausgeübt werden wird und somit ein Aktienankauf stattfindet.

Aktienanleihe _ Reverse Convertible

 

Was ist ein Leveraged Buy Out (LBO)?
Ein Leveraged Buy Out ist eine mit hohem Fremdkapital finanzierte Unternehmensübernahme. Bei dieser Übernahmeform geht die kapitalgebende Bank ein besonders hohes Kreditrisiko ein. Wichtig dabei ist, dass das Unternehmen, welches gekauft wird, aus seinem Cashflow die Kosten für Zinsen sowie unternehmerische Tätigkeit stemmen kannn.

Normalerweise nimmt die kreditgebende Partei trotz allem einen gewissen Eigenkapitalblock in Anspruch, um das aus der Transaktion resultierende Risiko zu reduzieren. Relevant ist in diesem Zusammenhang der Begriff der Kreditdienstfähigkeit, der für LBOs interessante Unternehmen beschreibt.

Erklären Sie die Discount Cash Flow Methode.
Die Discount Cash Flow Methode oder kurz DCF analysiert den zukünftigen freien Cash Flow eines Unternehmens, um damit die Attraktivität eines Investments zu bewerten. Diese Bewertung erfolgt anhand der Diskontierung – also der Abzinsung – des Cashflows der einzelnen Perioden. Wenn die Höhe des zukünftigen Cash Flows höher ist als der jetzige Preis des Investments, kann dieses Investment ein lohnendes sein. Den DCF berechnet man wie folgt:

DCF

Dabei ist CF der Cashflow der jeweiligen Periode, r der Zinssatz und t die letzte betrachtete Periode.

Erklären Sie eine CDO.
CDOs sind sogenannte besicherte Finanzprodukte. Sie gehören zu den sogenannten Asset Backed Securitires (dt. mit kollateral hinterlegte Schuldverschreibungen).

CDOs sind ein Basket, also ein Bündel aus verzinsten Wertpaieren, welche in unterschiedliche Stufen eingeteilt werden. Diese Stufen werden in der Fachterminologie oftmals als Tranches bezeichnet. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Tranches in Verzinsung und in Stellung in der Bedienung der Zinszahlungen. Die klassische Abstufung ist:  Senior, Mezzanine und Equity, wobei Equity die riskanteste Tranche ist.
In der Finanzkrise 2008 haben sich diese Strukturen besondere Kritik eingefangen, da es durch diese möglich ist, hochriskante Kredite durch Diversifikation und intelligentes Verpacken vermeintlich sicher wirken zu lassen, jedoch bleiben in solchen Situationen die einzelnen Ausfallrisiken gleich und entsprechend hoch.
Die Konstruktion ist dabei vermeintlich einfach. Es bedarf lediglich einer juristischen Rahmenstruktur, die die jeweiligen Kredite und andere Schuldverschreibungen in sich aufnimmt und dann entsprechend, verbrieft als Anleihen unterschiedlicher Klassifikation, ausgibt. Die gegebenenfalls entstehenden Verluste werden entsprechend der Klassifikationen der ausgegebenen Anleihen verteilt.
CDOs können auch synthetisch mithilfe von Credit Default Swaps gestaltet werden.

Nennen Sie verschiedene Bewertungskennzahlen für Unternehmen und Aktien.
KGV = Kurs-Gewinn-Verhältnis oder auch Price Earnings (P/E). Auch Varianten mit EBIT, EBITDA etc.

KBV = Kurs-Buchwert-Verhältnis oder auch Price Book Ratio (P/B).

DivYield = Dividenden-Rendite

EPS = Earnings per Share = Gewinn Pro Aktie

KCV = Kurs-Cashflow-Verhältnis = P/C

Eigenkapitalrendite = Rentability

Umsatzwachtum = Revenue Growth

Ordereingang = Newly Ordered Goods / Services

Mitarbeiterzahlen = Employment Numbers

Steuerquote = Tax-Rate

Erklären Sie einen SWAP.
Ein SWAP ist ein Tauschgeschäft. Sie sind in allerlei Varianten und auf alle möglichen Underlyings erhältlich. Es wird ein klassischer Interest Rate Swap, also ein Zins Swap als Beispiel dienen:

Bei einem Zins Swap bezieht eine Partei einen festen Zinssatz, der zu Beginn der Laufzeit des Swaps festgelegt wird. Dieser Zinssatz kann zum Beispiel der aktuelle Euribor sein. Der Vorteil, der der Partei daraus erwächst, ist die Sicherheit mit diesem Zinssatz kalkulieren zu können. Die Partei, welche den festen Zinssatz erhält, bezahlt dafür der Counter Party den aktuellen Zinssatz plus eine Prämie, welche das Risiko, das die floating-Seite auf sich nimmt, kompensiert.
Entsprechend sieht der Payoff des Swaps wie folgt aus:

SWAP Struktur

In der Regel werden dabei nur die Differenzbeträge gezahlt und nicht der volle Betrag.

Falls Ihr euch mit Optionen noch nicht so sicher fühlt, können wir euch dieses Buch empfehlen: Optionsstrategien für die Praxis: So sichern Sie sich an der Börse ein regelmäßiges Einkommen.

Dies ist nur ein Ausschnitt von dem was möglich ist, um vorhandenes Wissen zu prüfen und oder Wissen zu generieren. Wenn ihr weitere Beispiele kennt und oder Fragen habt, die ihr beantwortet sehen wollt, schreibt uns. Wir freuen uns immer über Anregungen und Feedback.

Beste Grüße und viel erfolg im Praktikum,
InsideTrading

 

Stand1: 10. Juli 2009 Quelle: Financial Times Deutschland (Seite 21)

MetaTrader Secrets – das Standard Template verändern

MetaTrader Secrets – das Standard Template verändern

Standard Template verändern: Der MetaTrader (MT) gehört mittlerweile zu den beliebtesten Handelsplattformen im Forex- und CFD-Trading. Die von MetaQuotes entwickelte Tradingsoftware ist so konzipiert, dass Beginner sofort und ohne jedes Vorwissen mit dem Handeln starten können und auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten kommen.

In unsere Serie „MetaTrader Secrets“ schauen wir uns nützliche Einstellungen an, die nicht jedem bekannt sind, aber für alle von großem Vorteil sein könnten. Heute:

Das Standard Template anpassen:

So funktioniert es:

  1. Richten Sie sich den Chart nach Belieben ein, verändern Sie die Farben und fügen Sie Indikatoren ein
  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste irgendwo in das Chartfenster und wählen Sie -> Vorlagen -> Vorlagen speichern
  3. Speichern Sie das eben erstellte Template als unter „default.tpl“
  4. Jeder neu geöffnete Chart aus der Marktübersicht wird jetzt in Ihren voreingestellten Einstellungen erstrahlen

 

MetaTrader Template speichern MetaTrader default.tpl Template

 

 

 

Wichtig:

Offline- und Backtest-Charts werden,dennoch in dem „hässlichen“ Grün-Schwarzen-Gitter-Standard-Chart angezeigt, aber Sie können die erstellte Vorlage im Nachhinein einfach anwenden. (Rechtsklick auf den Chart -> Vorlagen -> Default)

 

Sollten Sie noch weitere Ideen für Videos oder Fragen zum MetaTrader haben, kontaktieren Sie uns gerne per E-Mail oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

 

 

Bargeld-Abschaffung – Vorteile, Nachteile, Welche Aktien werden interessant?

Bargeld-Abschaffung – Vorteile, Nachteile, Welche Aktien werden interessant?

Bargeld-Abschaffung – Kaum ein Thema wird in letzter Zeit mehr diskutiert und irgendwie wie gibt es bei Vielen (auch bei mir) noch immer die Hoffnung, dass das nur eine Phase ist und dann wieder in Vergessenheit gerät. Aber wenn wir nur ein paar Kilometer in den Norden schauen, dann sehen wir in Schweden ein Land, das auf diesem Gebiet schon ganz weit vorne liegt. Damit ist es kein Einzelfall, denn auch die dänische Zentralbank hat angekündigt, aufgrund von mangelnder Nachfrage, keine Banknoten mehr zu drucken. Welche Vor- und Nachteile hat die Bargeldabschaffung?

Vorteile der Bargeld-Abschaffung:

  • In Schweden gab es signifikant weniger Überfälle auf Banken, kleinere Geschäfte, Busse und Privatpersonen nachdem es viel weniger Bargeld im Umlauf gab. Das heißt, weniger Bargeld führt zu einem sicheren Umfeld, da sich Raub nicht mehr lohnt.
  • Bargeld ist unsichtbar und lässt eine ganze Menge krimineller Handlungen zu, denn man kann eine ganze Menge davon besitzen ohne, dass es jemand weiß.
  • Schwarzarbeit würde extrem erschwert werden, was zu viel mehr Steuereinnahmen führt und eventuell sogar zu einem faireren Steuersystem (wahrscheinlich Wunschdenken, sorry dafür).
  • Der Kauf und Verkauf von Drogen und Waffen würde extrem erschwert werden, da die Zahlungen digital auftauchen würden.
  • Die EZB und die Zentralbanken könnten uns durch negative Zinsen dazu zwingen unser Geld auszugeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dann müsste die EZB nicht mehr mit Geld um sich schmeißen, sondern nur noch an der Zinsschraube drehen. (persönlich sehe ich das nicht unbedingt als Vorteil, aber viele wären da anderer Meinung und deswegen erwähne ich es sowohl bei den Nachteilen, als auch bei den Vorteilen)
  • Die Verwaltung von Bargeld ist unglaublich teuer (Druck, Transport, Aufbewahrung, Austausch, Kontrolle)
  • Geldfälscher würden arbeitslos werden.
  • Experten behaupten, dass die Schattenwirtschaft um mindestens ein Drittel gesenkt werden kann.

Nachteile der Bargeld-Abschaffung:

  • Für viele ältere Leute wäre es eventuell sehr umständlich und eine große Umstellung über Smartphones zu zahlen und ihre Geschäfte online abzuwickeln.
  • Die EZB und die Zentralbanken könnten uns durch negative Zinsen dazu zwingen unser Geld auszugeben, um die Wirtschaft anzukurbeln (Strafzins für Sparer).
  • Der Kontrollstaat würde Wirklichkeit werden und wir würden noch gläsener werden. Betreiber wissen, was ich wann kaufe und es ist leichter uns zu manipulieren.
  • Cybercrime würde weiter zunehmen und wir als Endverbrauch könnten im Zweifel nur zuschauen.
  • Wenn wir alle nur noch digital (mit Karten oder über das Handy) zahlen, ist es ein Leichtes dafür Gebühren zu verlangen, da es keine Alternative mehr gibt.
  • In Deutschland gilt nur das Bargeld als offizielles Zahlungsmittel, dass heißt wir würden in Wirklichkeit kein Geld mehr besitzen, da das Geld auf unserem Girokonto im Zweifel der Bank gehört und nicht uns. Wenn die Bank pleite geht, dann fließt das Geld in die Insolvenzmasse ein und wir können nur hoffen, dass die Einlagensicherung vom Staat greift. Sollte es keine neuen Gesetze geben, nimmt man uns also das Recht Geld zu besitzen.

Neue digitale Zahlungsmittel, sogenannte Kryptowährungen, würden mit Sicherheit entstehen. Aber auch diese Zahlungsmittel MÜSSEN von staatlicher Seite akzeptiert werden, da es ansonsten nicht möglich wäre, „Geld“ in diese neue Digitalwährung umzuwandeln. Es gibt schon heute Länder, in denen Zahlungsmittel wie Bitcoins verboten sind, um zu große Schwankungen, Volatilität und Geldwäsche an den Finanzmärkten zu verhindern. Alles zum Bitcoin erfahrt ihr auf dem Finanzblog von Jonas, „Beben am Kapitalmarkt – Währungs-Revolution, Bitcoin„.

Die oben genannten Argumente sind nur eine Auflistung der Vor- und Nachteile. Ich möchte mit diesem Artikel weder die eine noch die andere Position einnehmen und nur die Vor- und Nachteile auflisten, auf die ich bei der Recherche gestoßen bin.

Jetzt aber zur eigentlichen Frage: Welche Aktien und Unternehmen sollten wir im Zuge einer schleichenden Bargeldabschaffung im Auge behalten?

Bevor wir uns Einzelwerte anschauen, sollten wir erst einmal verstehen, wie die Leute dann zahlen. Es wird mit Sicherheit einiges über das Handy abgewickelt, vieles mit der Kredit- bzw. Girokarte und zusätzlich sollte auch die Digitalwährung Bitcoins nicht aus den Augen gelassen werden.

Um die Kreativität unserer aufmerksamen Leser nicht zu beeinflussen, möchte ich hier keine Einzelaktien nennen und würde mich über eine interessante Diskussion sehr freuen.

Welche Aktien besitzt ihr? Wer kommt in frage? Wann wäre eurer Meinung nach der richtige Zeitpunkt zum Investieren?

Breakeven und das echte CRV

Breakeven und das echte CRV

Ist es euch auch schon passiert, dass euer Depot an Wert verliert, obwohl eure Aktie eigentlich eine Wertsteigerung erfahren hat? Grund dafür sind die zu zahlenden Steuern und Gebühren, die manchmal den kompletten Gewinn auffressen können. Da stellt sich doch die Frage: Wie viel Gewinn muss man eigentlich einfahren, um die anfallenden Kosten zu decken und eine tatsächliche Wertsteigerung des Depots zu erzielen? Welchen Einfluss haben die Kosten, die durch den Kauf und Verkauf von Aktien anfallen, eigentlich auf das Chance-Risiko-Verhältnis? Diesen und weiteren Fragen werden wir uns heute widmen.

1. Der Spread

Viele Einsteiger fragen sich oft: Warum hat jede Aktie zwei Preise?

Der erste Preis ist der Preis, zu dem Investoren momentan bereit sind, ihre Aktien zu verkaufen und nennt sich Geldkurs, der zweite Preis nennt sich Briefkurs und ist der Preis, zu dem Anleger jetzt gerade bereit sind, die Aktie zu kaufen.

Nehmen wir einmal an, wir können bei unserem Broker komplett kostenfrei kaufen und verkaufen. Wenn wir jetzt eine Lufthansa-Aktie kaufen, bezahlen wir dafür 11,71€ und wenn wir diese Aktie in derselben Zehntelsekunde wieder verkaufen, bekommen wir dafür nur noch 11,64€. Das heißt, wir haben bei diesem Trade 7 Cent (ca. 0,6%) Verlust gemacht. Diese Differenz zwischen dem Kaufkurs und dem Verkaufskurs nennt sich Spread.

Der Spread kann variieren und ist meist nur von Angebot und Nachfrage abhängig.

2. Die Ordergebühren

Die Ordergebühren sind allein vom Broker abhängig und im Zeitalter von Online-Brokern sollte KEINER mehr 25€ und/ oder ein Prozent Order-Provision zahlen müssen. Wenn jetzt noch Börsenplatz-Gebühren (oft abhängig von der Ausführungsvariante) und eine Maklercourtage anfallen, frisst das dermaßen die Gewinne, sodass das Traden und Investieren kaum noch einen Sinn macht.

Daher solltet ihr euch anschauen, welche Märkte ihr traden wollt und danach den Broker wählen. Zudem ist es oft sinnvoll, seinen Broker regelmäßig zu wechseln, um die neusten Angebote und die Depotwechsel-Prämien zu erhalten.

In den folgenden Beispielen werde ich mit durchschnittlichen Ordergebühren von 10€ rechnen, es geht aber auch deutlich günstiger.

Kauf:

1171,00€   100 Lufthansaktien (11,71€ je Aktie)
1181,00€   Ordergebühren (10€)

Der gezahlte Preis je Aktie ist jetzt 11,81€ und der aktuelle Wert ist 11,64€ (Verlust von 1,44%). Das heißt, unsere Aktie muss jetzt 1,44% steigen, damit wir wieder Plus-Minus-Null sind.

Verkauf:

1171,00€   100 Lufthansaktien (11,71€ je Aktie)
1191,00€   Ordergebühren (2x 10€)

Der gezahlte Preis je Aktie ist jetzt 11,91€ und der aktuelle Wert ist noch immer 11,64€, dass heißt, wir haben unsere Aktie mit einem Verlust von 2,27% (2,3%) verkauft.

WICHTIG: Die Ordergebühren bezogen auf eine einzelne Aktie verringern sich natürlich mit wachsendem Ordervolumen.

3. Steuern

Es gibt zwei verschiedene Arten von Steuern, die auf Kursgewinne gezahlt werden müssen und seit dem 1. Januar 2009 ist es auch total unwichtig, wie lange man die Aktien schon hält. Auf Verluste müssen keine Steuern gezahlt werden, können aber bei der Steuererklärung steuermindernd wirken. Die Abgeltungssteuer (vor 2009 vergleichbar mit der Kapitalertragssteuer) beträgt 25% und ist von jedem Privatanleger zu entrichten. Zudem sind 5,5% der Abgeltungssteuer als Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls 8% bzw. 9% der Abgeltungssteuer als Kirchensteuer zu entrichten.

Ein kleines Beispiel:

1000,00€ Gewinn
– 250,00€ Abgeltungssteuer
–   13,75€ Solidaritätszuschlag
–   22,50€ Kirchensteuer (9%)
=713,75€ Gewinn nach Steuern

Die Ordergebühren sind gewinnmindernd, das heißt wenn man Aktien für 1000€ kauft und für 2000€ verkauft, hat man 1000€ minus der Ordergebühren zu versteuern.

Der Steuerbetrag wird direkt nach dem Verkauf durch den Broker an das Finanzamt abgeführt. Sollte der Broker jedoch im Ausland sitzen, trägt man selbst die Verantwortung und muss den zu versteuernden Betrag bei der Jahressteuererklärung angeben.

4. Breakeven und das echte CRV

Von Breakeven reden Anleger in der Regel, wenn ihr Investment den Einstiegspreis erreicht hat. Gerade bei Aktien, die für eine gewisse Zeit in die ungewünschte Richtung liefen, ist es leicht zu sagen: „ich bin breakeven raus“ und dennoch hat der Investor den Spread und die Ordergebühren verloren.

Nachdem wir über die verschiedenen Kosten einmal gesprochen haben, möchte ich deren Relevanz aufzeigen.

Nehmen wir an, wie investieren in das Unternehmen XY und unsere Aktien steigen von 10€ auf 15€, dass heißt um 50% (der Spread wird in diesem Beispiel vernachlässigt)!!!

Aktienkauf für 1000€
= 99 Aktien(990€) + 10€ Ordergebühren

Nach einer gewissen Zeitspanne werden die Aktien für 15€ wieder verkauft:
= 99 *15€
= 1485 -10€ Ordergebühren
= 1475€ -1000€ Startkapital
= 475€ zu versteuernder Betrag

Nach dem Steuerabzug von 28%
= gutgeschriebener Gewinn= 475*0,72= 342€

Die Aktie hat also einen Gewinn von 50% erzielt. Der Trade brachte aber nur ein Plus von 34,2% für das Depot.

Hier möchte ich kurz an eines meiner Lieblingszitate von Kostolany erinnern: „Hin und Her Taschen leer“. Dieses Zitat passt auch zum Verhalten vieler Trader, die die gewisse Selbstdisziplin nur schwer aufbringen können und an Trades nicht emotionslos herantreten.

Deswegen sollte man meiner Meinung nach den echten Breakeven-Wert immer im Kopf haben, bevor man eine Order abschickt.

Zurück zum Beispiel: Wie ihr seht, wird einiges abgezogen…. Und mal ehrlich, wie oft machen eure Aktien 50% und welches Risiko muss man dafür in der Regel eingehen?

Das führt mich zum eigentlichen Thema: Was ist das wirkliche Chance-Risiko-Verhältnis (CRV)?

Bei unserem Beispiel war die Chance meiner Meinung nach nicht 5€ sondern NUR 3,42€! Das heißt, wenn man bei diesem Trade ein Risiko von 2€ eingegangen ist, dann war nach dem konventionellen Ansatz das CRV 2 zu 5. Unter einem mathematischen Gesichtspunkt war das CRV aber nicht 2 zu 5 sondern 2,2 zu 3,42!!!

Und mit diesem Gedankengang möchte ich meinen heutigen Artikel auch beenden.

Bitte hinterlasst ein Kommentar und lasst mich wissen, wie ihr an die Sache herantretet.


 

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DAX-Indikationen und unterschiedliche Kursstellungen

DAX-Indikationen und unterschiedliche Kursstellungen

DAX-Indikationen und unterschiedliche Kursstellungen

Immer wieder kommt es in Foren zu der Frage: „Warum gibt es so viele unterschiedliche Werte bzw. Kursstellungen für den DAX?“.

Manchmal heißt es in den Medien nur DAX, oft liest man aber auch DB-DAX, ein anderes Mal ist die Sprache von dem L&S DAX, DAX30, GER30 und so könnte ich wahrscheinlich noch viel andere Bezeichnungen aufzählen. Weiterhin ist dann oft auch noch die Rede von DAX-Indikationen, von einem Kassamarkt, Xetra und dem DAX-Future. Heute möchte ich versuchen, diese Begriffe zu definieren und in einen geordneten Zusammenhang zu bringen.

Der einzig echte DAX

Der Dax ist ein eingetragenes Warenzeichen der Deutschen Börse AG und darf von keinem anderen als der Deutschen Börse verwendet werden. Grundlage der Berechnung sind die Xetra-Kurse der 30 DAX-Aktien und der von der Deutschen Börse festgelegte Gewichtungsschlüssel.

Weitere Informationen zur DAX-Berechnung, Gewichtung und Zusammensetzung findet ihr in meinem Artikel der letzten Woche: DAX 30-Leitindex des deutschen Aktienmarktes.

Dadurch, dass der DAX ein geschütztes Produkt ist, dürfen Broker, Banken, Finanzinstitute und andere Marktteilnehmer diesen nicht einfach verwenden. Damit beispielsweise Banken oder auch Broker die real-time-Kurse verwenden dürfen, müssen sie die Deutsche Börse dafür bezahlen. Ich habe gelesen, dass selbst der verzögerte Kurs kostenpflichtig ist, diese Informationen stammen aber nicht aus erster Hand.

Der DAX-Future

Vereinfacht lässt sich der DAX-Future als eine Art Wette auf den DAX Stand zu einem bestimmten Termin in der Zukunft verstehen. Der Kurs des Futures wird durch Angebot und Nachfrage an der Terminbörse bestimmt. Ein Future bewegt sich grundsätzlich synchron zum Kassamarkt des Underlying (Benzin, Orangensaft-Konzentrat, DAX…). Unterschiede zwischen dem Kassamarkt und dem Future würden Abirtragegeschäfte (risikolose Geschäfte) erlauben. Diese Chancen werden von Marktteilnehmer in der Regel sofort erkannt, sodass Abweichungen und Divergenzen sofort ausgeglichen werden. Dennoch kann der Preis eines Futures von dem Basispreis abweichen, gerade wenn der Erfüllungszeitpunkt noch weit in der Zukunft liegt. Zum Verfallstermin entspricht der DAX-Future aber dem DAX30.

Kassamarkt

Der Gegensatz zum Terminmarkt (Future-Markt) ist der Kassamarkt. Bei einem Terminmarkt sind Abschluss und Erfüllung von einander zeitlich getrennt, wohingegen am Kassamarkt die Ausführung einer Wertpapierorder und die Erfüllung eng beieinander liegen. Nachfolgend ist mit dem Kassamarkt der von der Deutschen Börse AG gestellte DAX-Kurs (Xetra) gemein.

DAX-Indikationen – Warum?

Die Finanzdienstleister versuchen natürlich die Gebühr, die für die Verwendung der echten DAX-Kurse an die Deutsche Börse AG bezahlt werden müssen, zu umgehen. Das schaffen sie,  in dem sie eine Abbildung des DAX veröffentlichen. Dies hat dann lustige Namen wie beispielsweise GER30, Deutsche Bank Indikation, L&S DAX und so weiter zur Folge. Die Vorteile einer solchen Indikation liegen für Finanzdienstleister nicht nur in den geringeren Kosten, sondern auch im Marketingeffekt, denn die meisten Unternehmen stellen ihre Indikationen Nachrichtensendern und Finanzseiten kostenfrei zur Verfügung. Aus diesem Grund sind alle Emittenten von DAX-Indikationen auch immer daran interessiert, so nahe wie möglich an den Xetra-Wert heranzukommen. Ein ganz wichtiger weiterer Grund, warum viele Banken ihre eigene Indikation stellen, ist zudem, dass sie ihren Kunden auch den außerbörslichen Handel verschiedener Derivate (Zertifikate, Optionsscheine…) ermöglichen und dafür eine Einschätzung des Underlyings (z.B. DAX) benötigen.

Wie berechnen sich diese DAX-Indikationen?

Wie sich diese DAX-Indikationen berechnen und auf welcher Grundlage sie entstehen, war die für mich interessanteste Frage beim Research für diesen Artikel. Und nachdem ich keine zufriedenstellenden Antworten im WorldWideWeb finden konnte, suchte ich das direkte Gespräch mit allen großen Banken, die Indikationen stellen. In den netten und teilweise auch sehr lehrreichen Gesprächen konnte, beziehungsweise wollte mir keiner konkrete Antworten geben (verständlich, aber schade). Alle Banken meinten, dass sich die DAX-Indikationen während der Xetra-Handelszeit auf den DAX und den DAX-Future beziehen.

Außerhalb der Xetra-Handelszeit ist es wohl noch wesentlich komplizierter, Aussagen zu treffen.

Gerade die Vorindikation (vor dem Xetra-Handelsstart um 9 Uhr) ist für viele Anleger und Trader von großer Bedeutung. Diese DAX-Indikationen sind keine simplen Vermutungen, sondern eine Annährung anhand einer komplexen Formel. In diese Berechnung fließen dann Nachrichten, Ereignisse und Börsenstimmung aus den USA, aus dem Asien-Handel und frühe Meldungen aus Europa mit ein.

 

Nach dem Xetra-Handelsschluss um 17:30 stehen für die DAX-Indikationen noch der Dax-Future und der L-DAX zur Verfügung (das L steht hier für Late). Dieser wird von der Deutschen Börse auf Basis der 30 Dax-Unternehmen berechnet.

 

Das Problem hierbei ist wohl, dass um 17:30 viel Marktteilnehmer den Handel einstellen und dieser im Zuge dessen sehr illiquide wird, was beide Notationen sehr schwankungsanfällig macht und zu irrationalen, nicht gerechtfertigten Ausschlägen führen kann. Aus diesem Grund sind der DAX-Future und der L-DAX als Gradmesser für eine gute Indikation aus Sicht vieler Marktteilnehmer nicht gerechtfertigt. Deshalb wird sich für die Berechnung der DAX-Indikationen nach weiteren relevanten Indikatoren umgeschaut, sodass beispielsweise der Dow-Jones, der S&P 500, viele nachbörsliche Nachrichten und andere externe Faktoren eine große Rolle spielen.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass während der Xetra-Handelszeit viele Indikationen als eine sehr gute Orientierung dienen, da die Abweichungen oft nur minimal sind. Aber vor allem vor und nach Börsenschluss sind Indikationen von großer Bedeutung für den Handel.

Beste Grüße,

InsideTrading

PS: Wenn ihr etwas mitnehmen konntet, dann teilt diesen Artikel und unterstützt uns!

Warum die Charttechnik funktioniert?!

Warum die Charttechnik funktioniert?!

in unserer Serie „Charttechnik“ geht es darum, wie man den Markt anhand seiner Preisentwicklung bewerten und prognostizieren kann. Für viele klingt das etwas unrealistisch und fragwürdig, doch viele Anleger, auch auf institutioneller Seite, prüfen die charttechnische Situation an den Märkten, bevor sie zu Investieren beginnen.

Bei der charttechnischen Analyse wird speziell versucht, sich auf die Seite des Marktes zu stellen, welche einem Anleger Kursgewinne verspricht. Man versucht dem aktuellen Markt-Moment zu folgen.

Die Kurse an den Märkten werden durch die Kauf- und Verkaufseite geformt, die Charttechnik bedient sich nun verschiedener Instrumente, welche die Richtung des Preis-Trends herausstellen sollen und/oder aufzeigen, wann der Markt überkauft oder -verkauft ist.
Wenn ein Kurs nun nachhaltig steigt und die technische Analyse entsprechend Kaufsignale liefert, resultiert dies aus größerem Kauf- als Verkaufsinteresse.
Steigende Kurse wirken wiederum attraktiv auf Investoren, welche noch keine Position im Markt eingenommen haben.
Hier nochmals das Schema aus dem Charttechnik-Bereich:

Chartechnische Analyse 1

Chartechnische Analyse 2

Chartechnische Analyse 3

Gleiches gilt für den sich im fallenden Zustand befindenden Markt. Hier nutzen Investoren Phasen, in denen der Kurs sich etwas erholt, um erneut zu verkaufen. Dadurch wird der Verkaufsdruck auf den Markt größer als der Support, den die Käufer den Kursen bieten – daher auch Support-Level oder Unterstützungsniveau. Diese Levels sind einfach Preisniveaus, in denen sich historisch ein besonderes Kauf- oder Verkaufsinteresse gezeigt hat, was auf eine „faire“ Bewertung nach Ermessen des Marktes schließen lässt.
Klassisch zeichnet man diese immer an den Hoch- und Tiefpunkten ein, da sich an diesen Kursstellen bzw. zu diesen Preisen ein Nachfrage-/Angebotsüberhang bilden konnte, der den Kurs wieder drehen lies.

Chartechnische Analyse 4

Daher haben Trends die Eigenschaft sich, kontinuierlich selbst am Leben zu erhalten, was dem Sprichwort „The Trend is your friend“ einen ganz neuen Anstrich verleiht.

Das zu den Grundprinzipien der Chart- und Markttechnik.

Warum funktioniert nun aber die technische Analyse im Detail, da diese ja Durchschnitte und andere Ableitungen des Preises und der Rendite wie zum Beispiel die Volatilität verwendet?

Die technische Analyse nutzt das Sentiment aus, dass gerade am Markt vorherrscht, in dem sie zum Beispiel einen Durchschnitt der Preise der letzten Handelsperioden bildet, sogenannte Moving-Averages oder auch gleitende Durchschnitte.
Diese Durchschnitte haben nun die Eigenschaft, dem Markt immer etwas hinterher zu hängen. Sie liegen daher in einem Abwärtstrend oberhalb des aktuellen Preises und in einem Aufwärtstrend tendenziell unterhalb. Dies liegt an der Berechnungsweise, da auch die Kurse der vergangenen Perioden mit eingerechnet werden und diese in einem Abwärtstrend tendenziell höher lagen als der aktuelle Kurs und im Fall eines Aufwärtstrends eben äquivalent niedriger.
Wie sich diese Methodik rechtfertigt? Auf zwei Weisen!

Erstens: Wir wissen aus unserer Beschreibung oben, dass ein Handeln mit dem Trend eine größere Erfolgswahrscheinlichkeit hat. Wenn der Markt durch einen solchen Indikator eine eindeutige Trenddefinition erfährt, hilft dies nicht gegen die aktuelle Trendrichtung zu handeln und erleichtert so das Herausfiltern von Signalen mit einer geringeren Erfolgschance, wenn man den Trend handeln möchte.

Zweitens: Solange die Kurse tendenziell immer höher liegen, ist auch der Kaufdruck größer als der Verkaufsdruck. Wenn man den Kurs selbst betrachten würde, um daran den Trend zu definieren, wäre dies nicht besonders einfach.
Angenommen unsere Trenddefinition ist es, dass wir nach einem Tag, an dem der Markt höher geschlossen hat einen Aufwärtstrend annehmen und wenn der Markt schwächer geschlossen hat einen Abwärtstrend, so würde ein einziger Tag das Bild über den Haufen werfen, welches wir uns vom Markt gemacht haben.
Ein Durchschnitt hilft, denn auch wenn der aktuelle Tag negativ ist, oder auch einige vorhergegangene, so kann ein Durschnitt trotz allem weiterhin einen steigenden Wert aufweisen und verwirft nicht sofort die aktuell getroffene Trenddefinition.

Die Trenddefinition mithilfe von gleitenden Durschnitten kennt allerlei Formen, so gibt es den sogenannten Moving Average Crossover.

Chartechnische Analyse 5

Wie gut zu erkennen ist, verläuft der blaue (schnellere) gleitende Durchschnitt während Aufwärtstrendphasen oberhalb des langsameren grünen Durchschnittes.
Schnell und langsam meint dabei wie viele Perioden betrachtet werden. Im Beispiel handelt es sich bei den Durchschnitten um die Perioden 30 und 200, also um die letzten 30 beziehungsweise 200 Schlusskurse der gewählten Zeiteinheit, hier der M1 des DAX.
Der Crossover verbildlicht, wie die kürzere und die längere Vergangenheit miteinander in Verbindung stehen.
Im Beispiel befand sich der Markt zu Beginn des Bildes in einer Abwärtsbewegung, denn Verkäufer dominierten den Markt und Preise wurden immer weiter nach unten gedrückt. Als plötzlich Käufer in den Markt kommen und eine schnell Bewegung einsetzt, reagiert der schnelle gleitende Durchschnitt als erstes und zieht über den langsameren. Dies deutet an, dass sich das aktuelle Marktumfeld von dem bisherigen unterscheidet und aktuell der Kaufdruck den Verkaufsdruck überwiegt. Solche und ähnliche Techniken lassen sich sehr gut nutzen, um Trendfolgestrategien zu entwickeln und auszubauen.
Ein Beispiel wäre eben die genannte Strategie des Cross-Over, diese wurde im Artikel Automatisiertes Trading näher erläutert (ein kleiner Klick entfernt).

Kurz zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die Charttechnik aufgrund der Psychologie der Marktteilnehmer und deren Spuren funktioniert, die sie durch ihr Handeln im Orderbuch und damit auch im Preisverlauf hinterlassen.
Handeln mit Charttechnik und technischer Analyse bedeutet also immer auch, sich zu überlegen was andere Marktteilnehmer aktuell bewegt und wo deren Stopps und Limits liegen könnten.

Mehr zu den angesprochenen Themen findet sich in unserem Wissensbereich.

InsideTrading.

Die 4 größten Finanzirrtümer der Welt

Die 4 größten Finanzirrtümer der Welt

1. Finanzirrtum: Das Aldi Prinzip

Muss es wirklich immer günstig sein? Nach einschlägiger Meinung der meisten Menschen ist die Antwort ein klares „Ja“.
Das Lieblingswort der meisten lautet „unterbewertet“. Dieses Qualitätssiegel ist die Lizenz zum Investieren. Häufig wird sich im Anschluss dann an noch günstigeren Preisen erfreut bis die Preise so günstig werden, dass dem Anleger auffällt, dass es nun richtig teuer geworden ist.
Dagegen werden Investitionen in Anlagewerte, die immer teurer werden, keines Blickes mehr gewürdigt und meistens darüber geklagt. „Das ist doch total überbewertet“, heißt es dann.

Ja stimmt, die Preise werden immer teurer und teurer bis man merkt, dass man damals ein unheimliches Schnäppchen gemacht hat und einen großen Gewinn eingefahren hat.
Das Agieren am Finanzmarkt könnte wirklich einfach sein, wenn es einen Resetknopf für das eigene Gehirn gäbe.
Den meisten Privatanlegern ist noch nicht mal etwas vorzuwerfen, weil sie nach einem ausgeklügelten Drehbuch agieren, welches andere für sie schreiben. Zu einen kleinen Teil der Autoren kommen wir jetzt in Finanzirrtum zwei.

2. Finanzirrtum: Analysten und Nachrichten leisten einen Wertbeitrag zu Ihrem Depot.

Worum geht es eigentlich in Ihrem Depot? Um politische Korrektheit? Oder um etwas, das en vogue ist?

Analysten machen einen super Job. Sie können gut recherchieren, verfügen über eine gute Rechtschreibung, lesen gerne viele Informationen, um diese etwas aufbereiten, damit Sie sie lesen. Sie sind stets bemüht und haben Spaß an dem was sie tun. Sie zeigen Interesse bei ihrer Arbeit.
Für ein Angestelltenverhältnis sind dies alles würdige Eigenschaften, aber auch um daran Investitionsentscheidungen für Ihre Zukunft zu tätigen? Da muss ich Sie leider enttäuschen.
Gute Investitionen tätigen Sie nur, wenn Sie sich exakt zum Gegenteil vom Aldi Prinzip verhalten.

3. Finanzirrtum: Sie brauchen jemanden, der sich um Ihre Finanzen kümmert, wie ein Doktor im weißen Kittel.

Der Banker, der hier vor Ihnen sitzt hat vermutlich noch nicht einmal ein Abitur oder ein Studium. Sie haben vielleicht eines und gutes Geld verdient und wollen es nun investieren. Glückwunsch, das ist sehr weise.

Aber, der der hier vor Ihnen sitzt, hält sich an Vorgaben von oben, die ihm regelmäßig jemand auf den Schreibtisch übersendet. 
Ist Geld nicht eine persönliche Angelegenheit? 
Wäre es nicht schön wenn die Person, der sie in die Augen schauen und Ihnen Anlagevorschläge unterbreitet auch dafür verantwortlich ist, was er Ihnen empfiehlt? 
Leider ist das hier Fehlanzeige. Ähnlich wie der Analyst hat dieser Mann gezeigt, dass er Anweisungen folge leisten kann und ein bisschen Geschick im Verkauf besitzt. Etwas anderes als Ihnen etwas zu verkaufen, möchte der gute Mann nicht.

 

4. Finanzirrtum: Über Geld spricht man nicht?

Sie sollten sich angewöhnen doch über Geld zu sprechen und Ihre Kontostände und Investitionen regelmäßig zu überwachen. Lernen Sie Geld als Zahlen zu betrachten ohne Emotionen. Verdienen, sparen und investieren Sie es. Worin Sie investieren ist fast egal, Hauptsache die Anlageprodukte werden immer teurer und teurer und teurer. Vergessen Sie aber nicht irgendwann zu verkaufen, denn nur dann macht man Gewinne, die man wieder neu investieren kann. 2008 sind die Kurse einmal um 30% gefallen, um dann wieder ein bisschen zu steigen um dann extrem zu fallen. Gleiches ist im August 2015 passiert. Wenn man also einmal einen übernatürlichen Kursverfall bemerkt, sollte man auf eine kleine Erholung warten und dann endgültig verkaufen. Betrachten Sie danach die Kurse alle drei bis sechs Monate so lange bis die Börse den Resetknopf drückt. 

In Anbetracht der Tatsache, dass nach dem Reset die Preise von 2002 bis 2008 und von 2009 bis 2015 ausschließlich gestiegen sind, bin ich sicher, dass sich bald wieder Gelegenheiten über eine längere Periode ergeben werden. Keine Gewinne machen ist dann fast schon unmöglich. Aber nichts ist unmöglich, keine Gewinne machen funktioniert dann nur noch mit dem gängigen weltweiten Verhaltensmuster des Aldi Prinzips, dem täglichen Lauschen des Nachrichtendoktors in den Medien und Analysten, sowie der ständigen Diskussion über „unterbewertet“ und „überbewertet“. Wenn Sie das tun, schaffen Sie das Unmögliche: Sie machen keine Gewinne, obwohl die Börsen sechs Jahre in Folge steigen. Viele Menschen weltweit besitzen keine Aktien. Die Gründe sind einfach, sie liegen im gerade genannten und der daraus resultierenden Paralysierung, wodurch sie handlungsunfähig werden. Sie sind einfach mental nicht in der Lage dazu Aktien zu kaufen und zu halten, eben aus den genannten Gründen.

Fazit: Wenn die Kurse steigen, ist es klug zu kaufen. Bei angefallenen Gewinnen sollten Sie nachkaufen und zwar die besten Rennpferde, die anderen werden mangels schlechterer Performance verkauft. Betrachten Sie sich einfach wie einen Gärtner, der Blumen in das Beet pflanzt. Wenn der Markt Ihnen eine Warnung mitteilt, wie einen übernatürlichen Kursrutsch, sollten sie nach einer Erholung alles verkaufen und auf den Reset warten.

Untreue und Eidbruch durch Kanzlerin Angela Merkel?

Untreue und Eidbruch durch Kanzlerin Angela Merkel?

Jeder deutsche Kanzler und jede deutsche Kanzlerin, so auch Angela Merkel, schwören einen Eid bei Amtsantritt vor dem deutschen Bundestag, dem deutschen Volk und wahlweise auch vor Gott. Dieser lautet: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Die Kanzlerin schwor Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Doch sind massive Geldleistungen für Griechenland, welche kaum wirtschaftlichen Schaden auf Deutschland ausüben, nicht ein finanzieller Schaden deutscher Staatsbürger? Und späht die USA nicht weiterhin große Teile der deutschen Kommunikation aus? Und ist es nicht erwiesen, dass viele Aspekte des TTIP auch schädlich für deutsche Unternehmen und Konsumenten sein können? Kann man die Kanzlerin dann nicht auf Eidbruch verklagen?

Der Eid ist laut Grundgesetz verpflichtend zu leisten. Artikel 56 GG wurde in einem der großen Standardwerke der Kommentarliteratur zum Grundgesetz, dem Maunz/Dürig/Herzog/Scholz, Kommentar zum Grundgesetz (Artikel 56 Randnummern 4 und 10), wie folgt kommentiert: „Wie sämtliche Amtseide, die im deutschen öffentlichen Recht vorgesehen sind, ist auch der Amtseid des Bundespräsidenten in keiner denkbaren Beziehung strafbewehrt, etwa in dem Sinne, dass eine flagrante Verletzung der im Eid übernommenen Verpflichtungen strafrechtlich als Meineid o. Ä. gewertet würde.“

Nach diesem Kommentar zum Grundgesetz, nach welchem sich Juristen richten, kann die Kanzlerin oder Kanzler strafrechtlich bei Bruch dieses Eids nicht belangt werden. Welcher Sinn steckt hinter einem Eid, welcher nicht einzuhalten ist? Eine breite unbestimmbare Gruppe ist der Meinung, dass der Eid in keiner Weise strafrechtlich verfolgt werden kann. Doch das Strafgesetzbuch sagt zum Eid folgendes: § 154 StPO – Meineid (1) Wer vor Gericht oder vor einer anderen zur Abnahme von Eiden zuständigen Stelle falsch schwört, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. (2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Der Eid ist im Grundgesetz als ein solcher benannt. Dieser Eid wird auch offiziell vor dem Bundestag und während öffentlicher Übertragung geleistet. Es ist ein Eid. Und ein Eidbruch kann in diesem Sinne auch strafrechtlich verfolgt werden. So meine Sicht. Wenn der offizielle Eid der Person im höchsten und wichtigsten Amt Deutschlands nicht bindend ist, was ist dann mit dem Eid der Ärzte, der Beamten und der Soldaten?

Und was mit ist mit Untreue im Amt nach §266 StGB? „Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, mißbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ Dieses Gesetz geht in die selbe Richtung wie der Eid. Eine Person hat in manchen Situationen oder Ämtern Pflichten und Verantwortung gegenüber anderen, die es einzuhalten gilt. Vor Allem die fremden Vermögensinteressen sollte man diskutieren. Was haben deutschen Soldaten in Afghanistan verteidigt? Eine Demokratie sicherlich nicht. Diese in dem Land kulturell nicht verankert. Aufdrücken kann man eine Demokratie nicht. Waren es nicht die Interessen der USA dort militärische Basen als Druckmittel gegen den Iran und Russland im Kampf um ölreiche Gebiete?

Bereits in meinem Blog zu einer idealen Demokratie forderte ich, dass Aussagen und Versprechen der verantwortlichen Politiker bindend sein müssen und nur in speziellen Situationen nicht mehr gelten. Wahllügen und Ausreden dürfen in derart verantwortungsvollen Positionen nicht geduldet werden. Wenn jemand in einem Sportverein unsauber Arbeitet kann er auf Untreue verklagt werden. Wenn ein Soldat seinen Eid bricht wird er aufs härteste bestraft. Aber ein Kanzler oder eine Kanzlerin mit Verantwortung für 80 Millionen Menschen ist an Nichts gebunden? Natürlich braucht ein Politiker im Amt Spielraum. Situationen ändern sich. Diplomatie hat auch nie einen weg. Kompromisse müssen eingegangen werden. Doch so viel Spielraum, dass der Eid nicht binden ist?

Lesen Sie hier den Inside Trading Artikel zur möglichen Wiederwahl von Angela Merkel im Wahljahr 2017

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Die arabische Halbinsel

Die arabische Halbinsel

Die arabische Halbinsel ist war in der Vergangenheit aber ist auch noch heutzutage eine wichtige Region. Ob Reichtum, Politik, Wirtschaft, Tourismus, Kultur oder Kriege. Immer wieder sind Länder der arabischen Halbinsel involviert. Was ist das für eine Region? Welches sind die Länder und wie wichtig ist die Halbinsel wirklich? Tauchen wir ein in eine Welt, die uns so fremd, aber doch so nah ist, wo immer mehr Europäer auf der arabischen Halbinsel leben. Immer wieder sind Länder der Halbinsel in den Medien. Ob Ölpreis oder Waffenlieferung – was macht diese Region aus?

Interessant: 3 der 6 letzten absoluten Monarchien weltweit befinden sich neben dem Vatikanstaat, Swasiland und Brunei mit dem Oman, Katar und Saudi Arabien auf der arabischen Halbinsel.

Allgemein

Die arabische Halbinsel ist mit 2,7 Millionen km² die größte Halbinsel der Welt. 90% dieser sind mit Wüste bedeckt. Geologisch gehört die Halbinsel zu Afrika. Geografisch zählt man sie zum Nahen Osten/Vorderasien (Asien). 2008 lebten rund 60 Millionen Menschen auf der Halbinsel.

Auf der arabischen Halbinsel liegen die Königreiche Bahrain, Saudi-Arabien, Oman und der Yemen, sowie die Arabische Emirate, welche aus sieben Königreichen besteht.

Die arabische Halbinsel ist so groß wie Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, England, Schottland, Polen und die Ukraine zusammen oder fast so groß wie Indien.

Die Geschichte der arabischen Halbinsel

Die ältesten Knochenfunde eines „modernen“ Menschen sind 160.000 Jahre alt und wurden in Äthiopien (Afrika) gefunden. Weitere Funde belegen, dass der Mensch in Afrika entstanden ist und sich von dort aus nach Asien und Europa ausbereitete. Dabei bewegten sich einige Gruppen über viele tausend Jahre hinweg über den Sinai (Ägypten, Israel) nach Europa. Andere Artgenossen setzen auf den südlichen fruchtbaren Teil der arabischen Halbinsel über und bewegten sich von dort aus weiter in Richtung Asien. Hierbei handelt es nicht um das schnelle Reisen, wie wir es heute kennen, sondern um das langsame besiedeln neuer Gebiete über viele tausend Jahre hinweg währenddessen sich der moderne Mensch immer weiter entwickelte.

Der größte Teil der Geschichte der Halbinsel spielt sich im Süden und an den Küsten ab. Da 90% der Insel mit Wüste bedeckt sind war die Erschließung dieser lebensfeindlichen Gebiete über viele zehntausend Jahre unmöglich. Bis 300 n.Chr. bestand das Königreich der Sabäer worauf bis etwa 600 n.Chr. das Königreich der Himjaren folgte. Seit etwa 106 n.Chr. war der nördliche Teil der Halbinsel durch das römische Reich erobert worden und als Provinz „Arabia“ und Teil des römischen Oriens geführt. Der Begründer des Islam, Prophet Mohammed, wurde in Mekka im Westen der arabischen Halbinsel geborgen. Von dort aus breitete sich der Islam aus und stellt heute mit fast 2 Milliarden Anhängern die zweitgrößte Relgion der Welt dar. Seit etwa 1.000 n.Chr. ist die Halbinsel durch Einfälle der Portugiesen und Mongolen geprägt. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges waren große Gebiete der Region Teil des Osmanischen Reiches.

Die Republik Yemen

jemenDie Republik Jemen ist etwa anderthalb Mal so groß wie Deutschland. Rund 25 Millionen Einwohner erwirtschaften ein Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 21 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht nicht ein Mal 1.000$ BIP je Einwohner. Der Jemen ist in viele Teile zerfallen. Ein ehemaliger Präsident des Landes konnte mit den Huthi Rebellen große Teile des Jemen erobern. Derzeit gibt es zwei Hauptstädte. Auch Seperatisten-Gruppen und Ableger von Al-Quaida versuchen sich Gebiete des Jemen zu sichern. Die Zentralregierung wird durch Saudi-Arabien gestützt und unterstützt während man vermutet, dass der Iran die Huthi-Rebellen fördert. Die Zentralregierung kontrolliert geschätzt nur noch 1/3 des Landes.

Das Sultanat Oman

omanDer Oman ist etwa so groß wie Deutschland und stellt eine absolute Monarchie dar. Das Land besitzt jedoch gleichzeitig eine Verfassung und Minister, welche jedoch nur beratende Funktion haben. Etwa 4,5 Millionen Einwohner erwirtschaften ein BIP in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar (ca. 23.000$ pro Kopf). Etwa 2/3 aller Einwohner leben in Städten. Die Bevölkerung ist von 2,7 Millionen Einwohner 2010 auf 4,2 Millionen Einwohner 2015 explodiert. Das Gesundheitssystem im Oman wurde seit 1990 stark ausgebaut. Die medizinische Versorgung sowie der Schulbesuch sind kostenlos. 90% der Kinder im Oman werden eingeschult. 2004 waren 1/3 der Bevölkerung jünger als 15 Jahre. Auch im Oman gibt es immer wieder Proteste und Rebellen-Aufstände. Der Sultan beschränkt die Freiheit der Medien und Menschen und geht vehement gegen die Opposition vor. Der Oman wurde durch seine Vorkommen von Erdöl und Erdgas reich. Aktuell ist der Oman eines der 20. größten Förderländer der Welt. Die Armee (ca. 43.000 Soldaten) ist mit westlichen Waffen aufgerüstet.

Die Vereinigte Arabische Emirate (VAE)

emirate1971 entließ das Vereinigtre Königreich Großbritannien die zuvor als Vertragsstaaten bekannten Emirate in die Freiheit. Bereits kurz darauf beschlossen die Scheichs der Emiraten eine Union bzw. Föderation zu gründen, die VAE. Das politische System der Vereinigten Arabischen Emirate ist extrem interessant! Jedes Emirat besitzt seine eigene Regierung. In den einzelnen Emirate ist es Tradition, dass der Scheich des jeweils einflussreichsten Stammes das jeweilige Emirat führt. Die Bevölkerung soll jedoch Zugnag zum Scheich haben, weswegen öffentliche Sitzungen abgehalten werden in denen jeder zu Wort kommen kann. Die VAE hat traditionelle Formen der Führung und moderne kombiniert. Während in den Emirate Stämme und Scheichs regieren so bilden die Emirate zusammen den förderativen Nationalrat (FNC). Die Emirate unterliegen andauernder Veränderungen im System und ständiger Reformen. Zwischen den Emirate und dem zentralen Nationalrat werden Kompetenzen immer wieder ausgetauscht. Beispielsweise entschlossen sich die Emirate in den 1970ern nicht mehr jeder für sich eine Armee zu führen, sondern dies an den Nationalrat abzugeben. Der FNC wird indirekt gewählt. Ziel und Wunsch der Emirate ist es einen direkt durch das Volk gewählten Nationalrat zu bilden während die Emirate selbst weiterhin traditionell regiert werden.

Etwa 5,5 Millionen Einwoher erwirtschaften ein BIP in Höhe von 370 Milliarden US-Dollar. Dieser Reichtum basiert auf den siebtgrößten Ölvorkommen, welche in der VAE liegen. Die VAE ist die am weitesten entwickelte Volkswirtschaft im Nahen Osten und mit einem BIP je Kopf in Höhe von $60.000 eines der reichsten Länder der Welt. Die Emirate bieten ein qualitativ hochwertiges Gesundheitswesen, welches für Staatsbürger kostenlos nutzbar ist. In den VAE besteht Schulpflicht, sowie das Land mit 15:1 eine der besten Lehrer-zu-Schüler-Quoten der Welt besitzt.

Obwohl die VAE eine moderne sich andauernd verändernde Regierungsform haben sowie moderne Gesetzgebung, wie Arbeitsrechte, ist Homosexualität illegal und steht unter Todesstrafe. Die Gesetzgebung besteht dual aus Gesetzen und der Scharia. Die Scharia wird in den Vereinigten Emiraten nicht angewandt, aber neue Gesetze werden stets auf die Vereinbarkeit mit dem Islam überprüft.

Die Vereinigte Arabische Emirate stellt im Nahen Osten eine der wohl liberalsten Staatsformen dar. Trotz dem Zusammenleben zahlreicher Ethnien und Religion (etwa 3 Millionen Arbeitsmigranten leben in den VAE) gibt es kaum Probleme und Spannung vor Ort. Auch respektiert die islamische Förderation nicht nur andere Religionen, sondern ermöglicht diesen auch die Ausübung ihrer Religion und den Bau von beispielsweise Kirchen. Die VAE bieten verfolgten Minderheiten Schutz. Vor Allem in Dubai erkennt man den multikulturellen und -religiösen Ansatz der Förderation. Ungeachtet dessen richtet sich das Land in der Gesetzgebung, wie gesagt, nach dem Islam und bestraft teilweise die Abkehr vom Islam beispielsweise mit dem Tod.

Mit 54.000 Soldaten ist die Truppenstärke rein nach der Anzahl mit den Niederlanden oder Kanda zu vergleichen. Die USA und Frankreich stellen die wichtigsten Waffenlieferanten dar. Die VAE haben intensiv einen Beitrag zur Lösung von Konflikten geleistet. Beispielsweise investierten der 1971 gegründete „Abu Dhabi Fund for Development“ sowie die Vereinigten Emirate etwas mehr als 6 Milliarden US-Dollar in 258 Projekte in 52 Ländern.

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Das Emirat Katar

katarEtwa 2,2 Millionen Einwohner erwirtschaften in der absoluten Monarchie des Emirat Katar ein BIP in Höhe von 170 Milliarden US-Dollar. Mit $100.000 Wirtschaftsleistung pro Einwohner ist Katar eines der reichsten Länder der Welt (Platz 3). Katar ist der wohl unwirtlichste der Wüstenstaaten. Lediglich im Norden wachsen dank seltener Regengüsse Palmen und Dornenbüsche. Nur jeder siebste Einwohner ist Katari. Jedoch jeder dritte Einwohner entweder Inder oder Pakistaner. 92% aller Menschen leben in Städten. 2004 waren gut 1/4 aller Einwohner jünger als 15 Jahre. Seit 2008 verdoppelte sich die Anzahl der Einwohner.

Katar möchte weltoffen und modern, groß, stark und beliebt sein. Und das obwohl das Land zulässt, dass Rebellengruppen, wie Beispielsweise die Taliban, und Terrororganisationen Büros in Katar öffentlich betreiben. Katar unterstützt teils bewiesen und teils mutmaßlich fundamentalistische Islamistengruppen. So wirft man Katar die Finanzierung des Gaza-Streifens, des Islamischen Staates, Al-Quaidas, den Al-Schabaab-Milizen und den Muslimbrüdern vor. Saudi Arabien, die VAE und Bahrain haben ihre Botschafter aus dem Land abgezogen. Das diplomatische Verhältnis ist angespannt.

Auch werden Katar neben der Finanzierung fraglicher Organisationen und Kriege erhebliche Menschenrechtsveretzungen vorgeworfen. Die Bevölkerung und Medien werden unterdrückt, sowie Arbeitsmigranten in oftmals menschenunwürdigen Verhältnissen wie Sklaven Leben müssen. Auch hat Katar den größten CO2-Ausstoß pro Kopf weltweit. Umweltschutz ist dem Land bisher wenig wichtig. Dennoch haben England und die USA militärische Stützpunkte in Katar.

Das Königreich Saudi Arabien

saudi arabienEtwa 80% der Fläche der arabischen Halbinsel, sowie gut 50% der Einwohner (vor dem Jemen mit etwa 41% Anteil) werden durch das Königreich Saudi Arabien gestellt. 30 Millionen Einwohner der absoluten Monarchie erwirtschaften ein BIP von 600 Milliarden US-Dollar ($20.500 je Einwohner). Saudi Arabien ist als politische und militärische Macht immens einflussreich im Nahen Osten und stellt als sunnitisch-islamisches Land (Wahabismus als Staatsreligion) den Macht-Gegenpol zum schiitischen Iran als zweiter Machtpol in Vorderasien dar. Saudi Arabien dominiert des weiteren die OPEC und beeinflusst den globalen Öl-Markt sowie das Land seine Reichtümer zum zweitgrößten Staatsfond der Welt angehäuft hat.

Waffenlieferungen der USA und Europas (auch Deutschlands) werden immer wieder harsch kritisiert. Saudi Arabien stellt zwar eine strategisch und wirtschaftlich extrem bedeutenden Partner dar, doch sind die Menschenrechtsverletzungen bedenklich. Der islamische Wahabismus als Staatsreligion ist eine besonder islamisch-konservative Auslegung. Die Scharia wird in Saudi-Arabien strengstens angewendet. Wie extrem das Ausmaß ist ist daran zu erkennen, dass der Islamische Staat sich in seiner Auffassung nach dem Vorbild Saudi Arabiens richtet. Saudi Arabien duldet die Muslimbruderschaft im Land und unterstützt den Salafismus.

Man lebt in Saudi Arabien größtenteils in Städten (86%) und einigen wenigen Oasen. 90% der Einwohner sind arabischer Abstammung. 10% kommen vor Allem aus Afrika und China. Es leben nur wenige Europäer und US-Amerikaner in dem Königreich, was vor Allem an der Gefahr vor der strengen islamischen Gesetzgebung liegt. Westliche Einwohner leben vor Allem in Compounds, was hermetisch abgeriegelte Kolonien mit eigner Infrastruktur sind. Etwa 400 Stämme bilden den Staat und etwas mehr als 1/10 der Bevölkerung sind Nomaden und Halbnomaden. Fast 2/3 der Bevölkerung sind unter 25 Jahren alt.

abdulrasheed-480909_640Geschichtlich musste Saudi Arabien ein Bündnis mit den USA und anderen westlichen Staaten eintreten als der Irak Kuwait besetzte. Die Stationierung von westlichen Truppen in dem Königreich widersprach jedoch dem strenggläubigen Prinzipien weswegen die Nutzung der Militärstützpunkte mit dem dritten Golfkrieg wieder untersagt wurde, aber heute bereits leicht gelockert wurde. US-Amerikanische Ausbilder befinden sich im Land zur Ausbildung der Streitkräfte.

Saudi Arabien duldet keine andere Religion. Das Ausüben anderer Religionen steht unter Strafe, nicht-islamische Gotteshäuser gibt es in dem Land nicht. Das sunnitische Land akzeptiert den sunnitischen Islam nicht als Islam, weswegen die etwa 10 – 15% der Bevölkerung stellenden Sunniten in der Ausübung ihrer Form des Islam ebenfalls eingeschränkt sind. Im Index der Geschlechtergleichberechtigung liegt das Königreich auf Platz 129 von 134. Männer dürfen sich in der Öffentlichkeit beispielsweise nicht mit Frauen zeigen und Frauen müssen von Kopf bis Fuß komplett verhüllt sein. Männer gelten als Vormund der Frau und dürfen über die Frau und ihre Freiheit bestimmen.

Saudi Arabien genießt in der arabischen und islamischen Welt eine Sonderstellung als Hüter der Heiligen Stätten in Mekka und Medina. Das Land finanziert massiv extremistische Gruppierungen. Zwischen dem Iran und Königreich herrscht eine Art kalter Krieg. Beide Länder messen sich in zahlreichen Stellvertreterkriegen, wie z.B. im Jemen oder Syrien, bei denen beide Seiten unterschiedliche Rebellen-Gruppen finanzieren und aufrüsten. Saudi Arabien verfügt über 230.000 Berufs-Soldaten und bietet damit neben Israel eine der schlagkräftigsten Armeen im Nahen Osten auf.

Seit einigen Jahren ist eine vorsichtige Öffnung des Königreichs zu erkennen. Hier und da werden beispielsweise Frauen erste Rechte eingeräumt, wie das Recht auf Bildung oder Arbeit. Diese ersten vorsichtigen Schritte sind jedoch eher als Tropfen auf den heißen Stein und Symbol denn als Öffnung zu verstehen.

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Ist Gier gut ?

Ist Gier gut ?

zu Deutsch Gier ist Gut, ist Gordon Gekkos Aussage in dem Film Wall Street.
Gordon Gekko wird gespielt von Michael Douglas und stellt einen Investment Banker dar, der getrieben von der Gier keine Mittel und Wege scheut, um seinen fast schon unermesslichen Reichtum zu mehren.
Gleichzeitig geht er aber auch auf den Facetten-Reichtum der Gier ein.:

Im Film Wolf of Wallstreet ist Jordon Bellford gleichfalls besessen davon, erst einmal reich zu werden und diesen Reichtum in einem an Ektase grenzenden Zustand immer weiter auszubauen. Auch bei ihm geht im Laufe des Films jegliche Form von Moral und Anstand verloren.

Warum ist das so?
Und ist Gier nun etwas Gutes oder nicht?
Schauen wir uns das doch einmal etwas genauer an, damit die Qualität in deinem Handel sofort erhöht werden kann.
Prinzipiell ist Gier ein menschlicher Zug, der absolut normal ist und aus unserer Vergangenheit heraus Sinn ergibt.
Je mehr Essen man hatte, desto mehr Kinder konnte man versorgen. Je mehr Frauen ein Mann fand, um sich fortzupflanzen, desto größer war die Chance, dass eines der Kinder überlebte und so der Fortbestand gesichert war (ein solches Verhalten ist heute teils noch sichtbar .smile.).
Im Laufe der Zeit und mit der zunehmenden Zivilisierung unserer Gesellschaft begann Geld eben diese Grundbedürfnisse mit abzudecken und wurde damit ein Sinnbild für alles, was wir zum Leben brauchen (Nahrung, Spaß, sogar Sexualität wurde käuflich).
Schnell wurde es vom Werkzeug zu einem Selbstzweck.

Heue ist die Gier nach Geld wohl so groß wie nie.

 

Wie ist dies nun aber zu bewerten? Moralisch, sowie für uns als Investoren?

Moralisch gesehen ist Gier, denke ich, nicht direkt verwerflich. Gier ist es, was die meisten antreibt, das für die Gesellschaft zu tun was sie tun. Ich denke, die wenigsten wären bereit morgens früh aufzustehen, wenn sie nicht dafür bezahlt werden würden – und eben diese Bezahlung ermöglicht einem ja das Leben, das wir uns wünschen und nach dem wir streben. Ob die Bezahlung dabei von deinen Kunden als Selbstständiger kommt oder aber Du für ein Unternehmen arbeitest, das dir eine regelmäßige Gehaltszahlung stellt, ist irrelevant.
Der Antrieb ist derselbe.
Auch ist Gier das, was dabei hilft, die Angst zu überwinden Investments zu tätigen, Risiken auf sich zu nehmen, ja sogar Neugier ist eine Form von Gier, die einen zum Lernen motiviert und einen nach Wissen streben lässt.
Wenn wir an dieser Stelle halten würden, könnte man sagen, dass Gier solange man nichts Verwerfliches macht, um ihr nachzukommen eine gute Sache ist. Aber genau hier sollte ich vielleicht eine Differenzierung vornehmen.
Denn genauso hilfreich Gier auch sein kann, haften ihr mindestens genauso viele destruktive Faktoren an.
Und gerade diese sind es, die uns beim Investieren und Traden alles kosten können. Dabei sind die folgenden drei Punkte aus meiner Sicht besonders gefährlich:

  • Over-Trading (zu schnell)
  • Over-Leveradging (zu viel)
  • Fehlendes Wissen („naiv“)

Unten findest Du auch eine Liste mit „Soforthilfen“ zum Thema Gier.
(villeicht gefällt Dir dazu auch dieser Artikel: Konstant erfolgreich)

 

Over Trading:

Over Trading bedeutet, dass man zu viele Positionen eröffnet. Man hat Angst etwas zu verpassen, sieht in jeder neuen Bewegung die große Chance. Man ist getrieben von der Gier, jede Rendite-Chance im Markt ausnutzen zu wollen.
Dadurch jagt man oft Situationen nach, die man im Nachhinein bereut, denn bei objektiver Betrachtung war der Markt bei weitem überreizt oder das Signal nicht voll ausgeprägt. Ein anderes Beispiel ist der Ausbau der Position, obwohl ein solches Verhalten nicht geplant war, man jetzt aber das Gefühl bekommt, mehr Gewinn machen zu können.

Das Ergebnis sind eine Menge zweitklassiger Trades, eine schlechte Performance und große Turn-Over Kosten, also Kommissionen, die an den Broker bezahlt werden müssen.
Zwar sind diese in den vergangenen Jahren stark gefallen, aber trotz allem gilt es wie im richtigen Leben, die Kosten niedrig zu halten, denn Vermögensaufbau bedeutet nun einmal Einnahmen größer Ausgaben und Handelskosten sind nun wirklich nicht die beste Art sein Geld auszugeben, oder?

 

Over-Leveraging:

Over-Leveraging ist, falls du Aktien- oder ETF-Investor bist, (was hier bei Inside Trading hauptsächlich besprochen wird) eher ein untergeordnetes Problem. Da aber auch ETFs mit immer größerem Hebel angeboten werden, möchte ich dieses Thema zumindest angesprochen haben.
Der klassische Fall: Der Investor möchte seine Rendite maximieren und wird dabei „blind“ für die damit verbundenen Risiken. Er beginnt Faktorzertifikate zu nutzen, ohne sich der Renditerechnung bewusst zu sein oder sucht einen möglichst hohen Hebel in anderen ihm zugänglichen Produkten.
Bei ETFs sind die Hebel aktuell mit bis zu Drei verfügbar, doch auch ein konstanter Hebel von 3 reicht aus, um ein Depot dem Erdboden gleich zu machen, denn eine Korrektur von 33% bedeutet einen Drawdown von 100%. Bei ETFs ist dies durch das Daily Adjustment nicht ganz so drastisch, dafür gleicht aber die Wertentwicklung eher der eines Faktorzertifikates (Daily Adjusted). Hier kann es jedoch zu Abweichungen durch den Fonds kommen, je nachdem wie gut oder schlecht dieser „gemanagt“ wird.
Auf diese Art und Weise wird der Blow Out, also das auf Null Fallen des sogenannten Netto-Inventarwerts des Fonds, verhindert. Einfach gesagt, der ETF kann rechnerisch nie auf 0 fallen und immer weiter am Markt bleiben.

Gerade bei der Arbeit mit Hebeln ist es wichtig Gier zu verstehen, um bewusste Anlageentscheidungen zu treffen und Positionen, die gegen einen laufen sukzessive abzuschneiden und zu schließen, da sonst aus dem Traum von mehr Rendite ein Albtraum wird, für den uns die Gier blind gemacht hat.

 

Fehlendes Wissen:

Fehlendes Wissen hat eine gewisse Verwandtschaft zu dem eben angesprochenen Punkt, dass sich Investoren von Zeit zu Zeit nicht ausreichend mit ihren Produkten beschäftigen und somit immer wieder böse Überraschungen erleben. Faktor-Zertifikate sind nur ein Beispiel, ein anderes können Optionen sein, deren Wert während der Laufzeit auch sehr von Faktoren wie Volatilität und Restlaufzeit abhängt. Erst am Ende der Laufzeit ist ausschließlich der innere Wert entscheidend.
Der innere Wert ist der Gewinn, den Du aus der Nutzung deiner Kauf- oder Verkaufsoption im Vergleich zum aktuellen Marktpreis + Prämie machst. Aber das gilt eben erst zum Schluss.
Trotz all dieser „Kleinigkeiten“, die der Investor nicht verstanden hat oder über die er hinwegsieht, kauft er das Produkt aufgrund der hohen Gewinnchancen, die er sich daraus verspricht.
Die für das Portfolio schlimmste Kombination ist die Gier gepaart mit mangelndem Wissen um Produkt und Risikomanagement.
Ich will nicht Partei ergreifen, ob Gier nun etwas absolut Gutes oder Schlechtes ist.
Ich will aber meine Meinung zum Ausdruck bringen, dass Gier etwas Menschliches, ja sogar Notwendiges ist, um Innovationen zu fördern und unsere Gesellschaft voran zu bringen.
Gleichzeitig aber muss man sie verstehen, sie beherrschen lernen.
Gerade wenn Du daran denkst, Dich selbst um Dein Geld zu kümmern, Dich zu bilden und Deine finanzielle Zukunft in die eigene Hand zu nehmen, solltest du dich mit dem Thema einmal beschäftigt haben. Dann musst und wirst Du auch unweigerlich deine gierige, emotionale Seite kennen lernen und sie meistern müssen.
Dieser Prozess ist einer, der nicht von heute auf morgen beschritten wird, auch nach jahrelanger Erfahrung wird man nicht frei von solchen Emotionen, man lernt nur besser damit umzugehen und erkennt sie rechtzeitig.

 

Was du bis dahin tun kannst:

  • Versuche deinen mobilen Handel einzuschränken. Das könnte Dir die eine oder andere Kurzschluss-Reaktion ersparen.
  • Höre nicht auf Dich zu bilden. Klingt trivial, aber es gibt immer etwas Neues, dass du lernen kannst – niemand lernt jemals aus.
  • Führe ein Trading-Tagebuch
  • Schreibe Dir die Telefon-Nummern von großen Emittenten auf und rufe diese im Zweifelsfall an, wenn Du Fragen zu einem Produkt hast (Hier eine Übersicht über ein paar der großen):
    • Deutsche Bank +49 (69) 910 388 07
    • Commerzbank +49 (0)69 / 136 – 47845
    • UBS 0800-800 04 04
    • IShares +49 (0)89 42729 – 5858
    • Citi 0800 – 2484366
    • GS 0800 / 674 63 67
  • Erstelle Dir eine Checkliste, die Du vor jeder Investitionsentscheidung durchgehst. Beispiel:
    • Bin ich gestresst?
    • Bin ich überglücklich?
    • Brauche ich aktuell Geld oder denke ich über eine teure Anschaffung nach?
    • Hatte ich heute persönliche Probleme?
    • Kann ich meine Idee rational begründen / besteht sie eine Kontrolle durch den Trading- / Investitionsplan?

→Durch eine solche Checkliste kannst Du dich selbst kontrollieren, wobei Du durch das vorherige Festlegen von Kriterien einen Standard für Dich schaffen kannst.
Ich hoffe, Du konntest Dir ein paar Denkanstöße mitnehmen. Vielleicht hast Du selbst sogar schon Erfahrung mit der Gier gemacht, wenn ja wie hat es sich bei Dir geäußert?
Bitte teile Deine Erfahrung mit anderen.
Denn nur so können wir alle etwas Lernen.
Und Wissen ist der erste Schritt zum Verständnis und Erfolg.

 

Beste Grüße~
Julian

InsideTrading

Die Pflicht zur Freizeit

Die Pflicht zur Freizeit

Schon Michael Voigt hat gesagt, je langweiliger der Handel desto erfolgreicher.
Er hat in seinem Buch geschrieben, dass er in seinem Büro eine riesige Bücher- und DVD-Sammlung besitzt. Welche Frage stellt sich da? Wenn man Geld für sich arbeiten lässt und nicht mehr für Geld arbeitet, inwiefern braucht man dann noch die menschliche Arbeitsleistung?
Die Antwort ist ganz klar, nicht mehr viel. Der Mensch hat eigentlich die Verpflichtung, das Geld nicht bei der Arbeit zu stören. Leider ist es gängige Praxis, dass der Mensch andauernd dem Geld bei der Arbeit dazwischen funkt. Im Grunde ist dies respektlos gegenüber dem Geld, denn der Aktienhandel ist ein Handel des Geldes, dieses steht im Vordergrund. Der Mensch nimmt allerhöchstens eine unbedeutende Statistenrolle ein. Dennoch verhält sich der Mensch häufig so, als wäre er der Regisseur. Das Geld bei seiner Arbeit zu beobachten, ist im Grunde stark destruktiv, weil der Mensch einen Besitzanspruch an sein eigenes Geldes stellt. Dies führt dazu zu denken, man müsse das Geld stets überwachen und kontrollieren.

buddha-525883_640Viel klüger ist es also nun das Geld bei seiner Arbeit in Ruhe zu lassen und sich stattdessen anderen Dingen zu widmen. Die meisten Transaktionen werden nämlich aus Ungeduld oder Willkür eingegangen bzw. frühzeitig beendet. Am Ende des Tages werden Fehler dann im Tradingtagebuch der eigenen Disziplinlosigkeit oder einem Bruch des Regelsystems zugeordnet. Dabei ist es schlicht und einfach das menschliche Verlangen, dem Geld zu zu schauen und es zu überwachen. Dies ist auch der Grund, wieso diese Fehler immer wieder passieren und man sie noch tausende Mal in die Schublade der Disziplin oder der eigenen Regeln stecken kann. Es wird nichts bringen, wenn man nicht endlich aufhört den Markt ständig zu beobachten. Die größte Kunst ist es weiter nicht mehr über eingegangene Transaktionen nachzudenken, sondern sie lediglich nur noch in fixen Intervallen zu überwachen. Wenn man diesen Schritt hin bekommt, dann kann man sich wahrlich professioneller Händler nennen. Zudem wartet eine weitere Auszeichnung. Man kann sich nämlich mit einem Buddhisten gleichsetzen, dessen Lebensziel es ist über 20 Jahre zu meditieren und zu studieren, um sich von jeglichen Gedanken frei zu machen. Der Mensch bekommt am Tag, so sagt man, 100.000 häufig unbewusste Gedanken. Insbesondere an der Börse würden sie sich in 50.000 steigender Kursgedanken und 50.000 sinkender Kursgedanken auswirken. Nun kann man sich da die Frage stellen, wie soll man so sinnvoll kurz- und mittelfristig in eine einzige Richtung partizipieren?
Je weniger man über eine Transaktion nachdenkt und über Geld, desto hyperbolisch zunehmender wird man Geld verdienen. Jegliche Gedanken sind kontraproduktiv, weil egal was man denkt, es immer im Konflikt zum Markt steht und es nie so eintreten wird wie gedacht. Dies ist stark destruktiv und schlicht und einfach überflüssig. Es sind Gedanken, die es nicht wert sind gedacht zu werden. Ebenso kann man den ganzen Tag darüber nachdenken, wie das Wetter gestern war, es bringt einen nicht weiter. Auch kann man darüber nachdenken, wie das Wetter morgen wird, es bringt einen ebenfalls nicht weiter. Genauso wenig bringt es einen weiter, wie das Wetter heute wird, es ist unbeständig.

archery-898001_640Insbesondere wenn man als Vollzeithändler arbeitet, sieht man ständig seine Aufgabe darin, die menschliche physische und psychische Arbeit in die finanzielle Arbeit einzubringen. Aber die menschliche Arbeit ist lediglich das manuelle Eingeben von Transaktionen. Damit lässt sich aber kein Geld verdienen. Dazu muss es lediglich physisch und phsychisch in Ruhe gelassen werden, sodass es in Trendrichtung passiv arbeitet. Deswegen gibt es den Beruf des Vollzeithändlers überhaupt nicht. Der Handel am Aktienmarkt ist kein Beruf, sondern ein kurzes Intervallmanagement, welches sehr wenig effektive Zeit beanspruchen sollte. In regelmässigen Intervallen sollte man lediglich für einen kurzen Moment die Transaktion überwachen oder nach einer neuen Möglichkeit suchen, wenn man noch nicht investiert ist. Alles andere bricht die Natur des Geldes, dass es sich inhärent vermehrt, eben ohne jegliche fremde Hilfe. Aktienmarkttransaktionen sind eine passive Beschäftigung und niemals ein Vollzeitberuf. Wer die ganze Zeit die Kurse beobachtet, sabotiert sich selbst und damit den ganzen Aktienhandel. 

Fazit: Verpflichte dich zur Freizeit oder anderen Aktivitäten und überwache den Handel nebenbei oder setze dich weiter vor dem Bildschirm und versuche frei von Gedanken zu werden, welches aber 20 Jahre Meditation benötigen könnte.

Wenn jeder Mensch die letzten 30 Jahre immer nur eine Aktie einmal hätte kaufen können, quasi als One Way Ticket ohne Verkausoption, wären unzählige Menschen sehr sehr reich geworden. Aber stattdessen haben sie 30 Jahre lang Geld verloren und ab und zu die Verluste wieder verdient, weil sie immer wieder hin und her gehandelt und so das Geld bei der Arbeit gestört haben. Die Einzigen, die reicher wurden, sind die Ultra High Net Worth wie sie im Global Worth Bericht genannt werden. Der Grund ist einfach, weil die zuständigen Family Offices das Geld langfristig anlegen. Ihnen würde gar nicht in den Sinn kommen, am Markt herum zu spielen, weil sie sonst ihre Mandanten verlören. Exakt das gleiche gilt für Fonds. Jeder Fond ist nichts wert, egal welcher es ist und wie gut er ist, wenn man ihn nicht mindestens 30 Jahre hält. Egal ob Aktie oder kurzfristiger Handel: funke dem Geld nicht so viel dazwischen, sondern überlege vorher gut, ob die markttechnische Lage eine Transaktion zulässt und dann überwache in regelmäßigen Intervallen während der Freizeit, anderen Beschäftigungen oder in objektiver Gedankenlosigkeit vor dem Bildschirm wie ein Buddhist.
Warum die Kurse an der Börse steigen und fallen

Warum die Kurse an der Börse steigen und fallen

Wenn du diesen Artikel gelesen und verstanden hast, dann weißt du bezüglich des Sinns und des Grunds von Kursschwankungen bereits mehr als die Hälfte aller Anleger. Es gibt kaum ein derart großes Unwissen und Wissens-Defizit an der Börse, wie darüber, warum die Kurse steigen und sinken. Erschreckend eigentlich.

Kaum bricht ein Kurs um über 4% ein oder steigt eine Aktie um mehr als 4% liest man in Foren sofort die Nachfragen, sei der Grund. Auch Medien und News-Portale finden dann schnell Gründe, dass Aktie XY auf Grund des neuen Deals, der Fusion, des Euros oder sonstiger tagesaktueller realer Geschehnisse gestiegen oder gefallen ist.

Was dabei alle verkennen: Die Börse ist losgelöst von der realen Wirtschaft. Kurse spiegeln nicht die Wirtschaft wider. Andauernd sind Branchen oder Aktien viel zu stark bewertet oder viel zu schwach. Die Kurse schwanken meist um ihren fairen Preis. Mal sind sie zu hoch, mal zu niedrig, aber nie folgen sie länger als einige Sekunden dem fairen Wert.

Warum schwanken die Kurse also?

Warum Kurse langfristig steigen und fallen

Betrachtet man Zeiträume über mehrere Quartale, dann sind zwei Faktoren entscheidend: Geld und Einstellung. Die Börse basiert auf dem Handel. Alles dreht sich um Geld. Der Faktor Geld ist der bedeutendste. Kombiniert wird dieser durch die psychologische Komponente: Der Einstellung der an der Börse aktiven Individuen.

Ist der Faktor Geld positiv & sind die Anleger positiv gestimmt, dann steigen die Kurse.
Ist der Faktor Geld negativ & sind die Anleger negativ gestimmt, dann fallen die Kurse.
Ist der Faktor Geld negativ & sind die Anleger positiv gestimmt, dann fallen die Kurse.
Ist der Faktor Geld positiv & sind die Anleger negativ gestimmt, dann neutralisieren sich beide Werte.

Es entsteht eine Seitwärtsbewegung.

Der Faktor Geld kann positiv sein, wenn Geld von außen an die Börse fließt. Wenn Banken, Händler und Anleger Geld in ihre Depots einzahlen und dann Aktien kaufen. Der Faktor Geld kann aber auch positiv sein, wenn zum Beispiel 100 Millionen Dollar in die Depots eingezahlt worden sind, aber derzeit nur 50% angelegt wurden und die Anleger nun anfangen, weitere Gelder zu investieren und Aktien zu kaufen. Es fließt somit Geld in den Handel.

Anleger sind positiv oder negativ gestimmt. Dies basiert auf News, Nachrichten und wirtschaftlichen Aussichten. In einer schweren Rezession sind die Anleger natürlich pessimistisch. Die Aussichten sind nicht rosig. In guten Zeiten mit einem Aufschwung sind alle positiv gestimmt. Man schaut freudig in die Zukunft.

Über mehrere Quartale hinweg kann man also die beiden Faktoren Geld und Einstellung beobachten. Sie sind der Grund für allgemein steigende oder fallende Kurse.

Wenn kein Geld da ist, wird nicht gekauft. Wenn die Einstellung negativ ist, dann wird verkauft. Mit Geldzuflüssen und positiver Stimmung ist die Bereitschaft einzukaufengroß. Einfache Logik. Ein Marktplatz eben.

Tagesaktuelle Kursschwankungen 

Viele Kursschwankungen entstammen irrationaler Natur.

Verschiedene Beispiele: Ein Groß-Aktionär überlegt seit 15 Tagen bei BASF einzusteigen. Am Tag 15 denkt er sich, dass er es jetzt macht. Ob er an Tag 5, 10 oder 15 einsteigt, ist ihm egal gewesen. Er hatte sich nur ein wenig Bedenkzeit gelassen. Dass er an Tag 15 einsteigt, liegt nicht an irgendeiner Nachricht oder neuartigen Situation. Weil er mit viel Geld einsteigt, steigt der Kurs beispielsweise um 4%. Die Medien finden dann schnell Gründe. Es sei der exportfördernde Euro oder das gelöste Griechenland-Drama. Wäre der Kurs um 4% gesunken, dann wäre es das schwächelnde China oder die Sommerpause gewesen. Gründe findet man immer. Doch nicht immer sind diese ausschlaggebend.

Natürlich kann es auch passieren, dass eine Nachricht umgeht, dass Unternehmen XY pleite geht und weil dann alle Anleger als Schwarm gleichzeitig reagieren, bricht der Kurs ein. Es ist jedoch seltener der Fall, dass News die Kurse bewegen.

Die Schwankungen an Tag 1 um einen Prozent hoch und an Tag 2 um einen Prozent wieder runter haben keinerlei Sinn. Sie sind irrational. Das liegt einerseits an den nervösen Anlegern. Sie steigen bei 100€Kurs ein und bei 110€wieder aus. Nicht auf Grund von Gründen, sondern nur weil sie wegen fehlender RuhePositionen kurz halten. Es ist ein ständiges Hin und Her. Millionen Anleger kaufen und verkaufen im Tagestakt. Das schiebt die Kurse natürlich hin und her.

Auch setzen die Anleger Bestellungen oder Verkaufsgrenzen. Bei 110€ möchte Anleger X kaufen, wenn die Aktien gekauft sind, solle bei Kursverfall spätestens bei 90€verkauft werden. Es kann passieren, dass ein fallender Kurs einer Aktie Millionen Verkaufsgrenzen auslöst. Wenn der Preis von Öl beispielsweise von 50 auf 60$ steigt, dann kann man sich sicher sein, dass etwa 2/3 der Verkaufsgrenzen (SL) zwischen 55 und 57$ liegt. Das hat keinen Grund. Es ist eben nur eine Absicherung. Fällt der Ölpreis dann in diesen Bereich, wird automatisiert wahnsinnig viel verkauft und der Preis fällt weiter. Nicht wegen irgendwelcher Gründe, nur wegen der technischen Stopps, welche die Anleger gesetzt hatten.

Kursbewegungen sollte man also nicht zu viel Bedeutung beimessen. Es basiert alles auf Angebot und Nachfrage und ob die Leute Geld investieren und optimistisch sind höhere Preise zu bezahlen oder ob verkauft wird und Verluste hingenommen werden. Kurse steigen und fallen. Sie orientieren sich grob an der realen Wirtschaft, aber sind nie an einem Tag oder in einem Jahr mit der realen Wirtschaft vergleichbar. Die meisten Kursschwankungen sind tatsächlich irrational.



Jonas HöfgenJonas Höfgen – kommt mich auf meinem neuen Blog besuchen!!!

Mein Blog: www.hoefgen-blog.de

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Kennziffern und Bilanzen – Analyse von Unternehmen leicht erklärt

Kennziffern und Bilanzen – Analyse von Unternehmen leicht erklärt

Frei nach Shakespeare: kaufen oder nicht kaufen, das ist hier die Frage. Ist es nicht das Leid von uns allen? Soll ich die Aktie nun in mein Depot legen oder nicht? Wird sie steigen oder fallen? Was soll ich nur tun?

Vor Allem für langfristig orientierte Anleger, welche eine Position in ihrem Depot mindestens zwei Jahre lang halten, ist die Analyse der Kennziffern und Bilanzen eines Unternehmens sehr hilfreich. Trotz des emsigen Treibens an der Wallstreet ist das langfristige Investieren immer noch eine der lukrativsten Anlageformen. Kaufen, vergessen und nach fünf Jahren verkaufen hat in der Vergangenheit immer sichere und hohe Rendite gebracht. Alle Kurse sind trotz aller Krisen immer wieder auf neue Höchststände geklettert.

Doch immer wieder stellt sich die qualvolle Frage, welche der tausenden Aktien man sich nun in sein Depot legt. Trotz der mehrheitlich steigenden Kurse kann man sich auch verbrennen an Einzelwerten, welche fallen.

Deswegen möchte ich Euch helfen, wie man bereits mit einigen wenigen Zahlen und Werten eine detaillierte Übersicht über ein Unternehmen oder eine Branche erhält. Die möchte ich am Beispiel von RyanAir (WKN: A0MJ5T) machen.
Solche Analysen lassen sich beispielsweise mit der Aktiensuchmaschine machen.

Schritt 1 – die Kennzahlen

Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob Aktien im Besitz von Großinvestoren oder der Allgemeinheit sind. Mit dem Wert des Streubesitzes erkennen wir, wie viel Prozent der ausgegebenen Aktien von der breiten Masse gehandelt werden. Ein hoher Anteil von Aktien im Streubesitz zeigt eine hohe Liquidität auf (die breite Masse kauft und verkauft andauernd), sodass man seine Aktien wahrscheinlicher verkaufen kann, wenn man es zu einem Zeitpunkt möchte. Doch mit hohem Streubesitz steigt auch die Anfälligkeit der Aktie auf starke Schwankungen im Kurs. Die breite Masse reagiert gemeinsam nervöser. 65% der Aktien von RyanAir liegen im Streubesitz. Das ist ein guter Mix.

Die Volatilität zeigt die Schwankung des Kurses an. Diese kann in 50 Tage oder 250 Tage unterschieden werden. Die Volatilität der letzten 50 Tage ist am aktuellsten, doch wenige starke Ausreißer können diese immens beeinflussen. Ich nutze immer den Wert über 250 Tage. Man möchte ja selbst auch über mindestens 250 Tage anlegen. Der Kurs von RyanAir ist in den letzten 250 Tagen durchschnittlich um 30,34% geschwankt. Das ist für einen nervösen Anleger sehr viel. Wer 1000€ anlegt, der muss verkraften 300€ zwischenzeitlich zu verlieren.

Das Ergebnis je Aktie weist auf die Ertragskraft des Unternehmens hin. Hierbei wird der Jahresgewinn durch die Anzahl der Aktien teilt. RyanAir konnte 2014 36 Cent, 2015 hochgerechnet 53 Cent und 2016 eventuell 60 Cent je Aktie verdienen.

Die Dividende ist eine Ausschüttung von Gewinn an die Aktionäre. Diverse Aktien kann man im langfristigen Depot unabhängig von der Kurs-Entwicklung wegen der üppigen Dividende halten. Volkswagen schüttet beispielsweise circa 5,50€ derzeit an die Aktionäre aus. Je Aktie! Wer beispielsweise 10 Aktien von VW hält, der kann sich über 55€ Dividende freuen.

Beim KGV, dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, wird der Gewinn je Aktie zum Kurs der Aktie ins Verhältnis gesetzt. Dieser Wert ist einer der wichtigsten in der Analyse von Aktien! Er sagt aus wie oft der Gewinn je Aktie in dem derzeitigen Preis/Kurs je Aktie enthalten ist. Kostet eine Aktie 50€ und liegt der Gewinn je Aktie konstant bei 4€, so läge das KGV bei 12,5. Das bedeutet, dass es 12 ½ Jahren 50€ zusammengekommen wären. Man interessiert sich natürlich für Unternehmen mit einem niedrigen KGV, denn dann ist der Gewinn je Aktie in einem guten Verhältnis zum Kurs der Aktie. Ein KGV über 30 ist hoch und ein KGV über 50 ist viel zu hoch. Viele industrielle Unternehmen pendeln zwischen 20 und 25 beim KGV.

Das Kurs-Gewinn-Wachstum-Verhältnis oder auch PEG oder PEG-Ratio setzt den KGV in Relation zu der von Analysten prognostizierten Kursveränderung. KGV durch die Prozentzahl ergibt das PEG. Hierbei geht es darum den Wert der Aktie und deren mögliche Kursbewegung in Einklang zu setzen. Wie ist die Aktie bewertet? Zu tief? Fair? Oder überbewertet? Kurz analysiert: Ein PEG unter 1 bedeutet, dass die Aktie unterbewertet ist. Ein PEG von 1 zeigt eine faire Bewertung an. Ein Wert über 1 deutet auf eine Überbewertung hin. RyanAir ist mit einem PEG von 1,7 scheinbar überbewertet. BB Biotech ist mit einem PEG von 0,36 scheinbar noch stark unterbewertet. RWE wäre mit einem PEG von prognostiziert 0,99 2016 dann fair bewertet im Kurs.

Der RSL gibt eine Übersicht über den Verlauf einer Aktie. Kurz erklärt: Ein RSL über 1 bedeutet, dass die Entwicklung die Performance des Kurses derzeit besser ist als in der Vergangenheit. Auch hier kann man ein kurzfristiges Fenster von nur 50 Tagen oder ein längerfristigen von 250 Tagen in die Vergangenheit wählen.

Schritt 2 – Die Bilanz bzw. der Jahresabschluss

Um mir Bilanzen in Kurzform anzusehen gebe ich bei Google gerne „Jahresabschluss 2014 Unternehmen XY finanzen.net“ ein und wähle auch die Seite von finanzen.net an. Hier findet man gute und zusammengefasste Werte der GuV (Gewinn-und-Verlust) Bilanz.

Eine Bilanz besteht aus zwei Seiten. Der Aktiva und der Passiva-Seite. Auf der linken Aktiva-Seite stehen alle Vermögenswerte des Unternehmens. Geld in der Kasse und auf den Konten, eigene Produkte, Gebäude und andere Dinge, welche dem Unternehmen gehören. Auf der Passiva-Seite stehen die Gelder, welcher von außen an das Unternehmen gegeben worden sind. Fremdkapital. Wie zum Beispiel Darlehen, Kredite, Schulden. Beide Seiten zusammengerechnet ergibt die Bilanz-Summe (Eigenkapital (linke Seite) + Fremdkapital (rechte Seite)). Die Eigenkapitalquote (auch EK-Quote) gibt an wie viel Prozent des Vermögens des Unternehmens aus eigenen Mitteln besteht. Das Eigenmkapital ist der sichere Puffer zur Insolvenz. RyanAir besitzt eine EK-Quote in Höhe von 33%. 4 Milliarden Euro Eigenkapital und 8,2 Milliarden Euro Fremdkapital. Zur Not kann RyanAir dementsprechend 4 Milliarden Euro aus eigenem Vermögen durch Verkäufe realisieren. 30% EK-Quote sind in der Industrie normal. RWE zum Beispiel hat nur noch 8% Eigenkapital. 9 Milliarden Euro eigenes Vermögen. 81 Milliarden Euro Fremdkapital. Das Unternehmen ist quasi pleite. Der riesige Schuldenberg kann in keiner Weise durch Gewinne oder Verkäufe ansatzweise getilgt werden. Interessant ist auch ob die EK-Quote wächst (dem Unternehme geht es gut) oder ob diese sinkt (entweder das Unternehmen investiert, was auch gut ist, oder es geht finanziell schlechter).

Wichtig ist auch die Entwicklung des Umsatzes. Hier kann man bereits mit Gespür und Übung erkennen ob Kurs und Umsatz-Entwicklung vereinbar sind. Beispielsweise entwickeln sich viele Kurse in der Pharma- & Biotechnologie-Branche drei bis vier Mal schneller als der Umsatz. Bis zu 300% Kurssteigerung innerhalb von 3 Jahren, aber durchschnittlich nur 30% mehr Umsätze. Hier liegt eine Überbewertung vor.

Neben dem Umsatz ist wichtig was am Ende in der Kasse bleibt. Die Rendite (operativer Gewinn) zeigt an wie viel Prozent des Umsatzes am Ende des Jahres auf dem Konto als Gewinn lagen. Beispielsweise setzt BMW weniger als Mercedes um, aber verdient so einiges mehr. Ein Unternehmen muss immer rentabel arbeiten. Welche Rendite Okay ist muss man dabei an der Branche festmachen. Autobauer im Massenmarkt (VW, Toyota, Renault, …) verfügen über 4 bis 6% Rendite, Premium-Autobauer über 9 bis 15% und Pharma-Unternehmen beispielsweise über circa 30 – 50% Rendite.

Schritt 3 – Entscheiden Sie sich

Nun haben wir einen Überblick über den Kurs, die Entwicklung und die finanzielle bzw. wirtschaftliche Kraft des Unternehmens. Wir können uns bereits eine Meinung bilden ob es dem Unternehmen gut geht und wie es sich entwickelt und ob wir dieses so in unserem Depot haben wollen und weiterhin ruhig schlafen.

Wichtig ist sich nie nur auf die Zahlen zu verlassen. Sie sind lediglich eine mögliche Hilfe. Als Anleger sollte man eine Meinung und eine Idee haben und in die Zukunft denken. Die Zahlen geben einen eigentlich nur einen Einblick in die Vergangenheit. Doch sie unterstützen einen bei der Entscheidungsfindung.

Man weißt meistens nach den Zahlen viel mehr als vorher.

Mit etwas Übung erlangt man Routine und Gespür für die Arbeit mit Kennzahlen und Bilanzen.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Handeln, Analysieren und viel Erfolg in den kommenden Handelswochen. Die Macht sei mit Euch. Oder auch das Kapital …

 

 


 

Teil II: Geld und Schulden -Es ist nicht alles Gold was glänzt

Teil II: Geld und Schulden -Es ist nicht alles Gold was glänzt

Nahezu alle Krisen, zumindest die größten, seit 1950 sind durch Engpässe bei der Liquidität entstanden. Nicht Blasen, Kredite, wirtschaftliche Rezessionen oder Spekulationen waren der Auslöser. Dies waren die Folgen und Ursachen. Immer kam einer Krise das Zögern der Banken zuvor. Diese wurden misstrauisch und fingen an weniger Geld zu verleihen. Sprich: Ihr eigenes Geld beisammenzuhalten. Daraufhin fehlte der Schmierstoff unserer Epoche. Nein, nicht Öl. Das Geld muss fließen. Cashflow ist immens wichtig. Bleibt der Geldfluss aus so spricht man von einer nicht liquiden Phase. Ein zerstörerischer Moment.

Mit diesem Element und den Schulden möchte ich mich in diesem Blog beschäftigen. Im ersten Teil der zweiteiligen Reihe habe ich die Herkunft und Entstehung des Geldes beschrieben. Da wir nun ein breites Verständnis von Geld besitzen möchte ich aktuell und detaillierter werden.

 

Wie entsteht heutzutage das Geld?

Der gesamte Prozess wird Giralgeldschöpfung genannt. Hierbei hinterlegen Banken Sicherheiten (Geld und Werte) bei ihrer Zentralbank. 2% (der Wert schwankt durch Änderungen zwischen 1% und 3%) eines Kredites müssen durch Sicherheiten hinterlegt werden. Hinterlegt die Bank also 2.000€ eines Sparers bei der Zentralbank, so kann Sie 100.000 € als Kredit verleihen. Zumeist gilt das Eigenkapital einer Bank als Sicherheit und legt den maximalen Rahmen der möglich zu vergebenen Kredite fest.

Hinterlegt die Bank also 2000€ bei der Zentralbank, so erhält sie die Erlaubnis oder Möglichkeit 100.000 € zu verleihen. Dieses Geld besitzt die Bank jedoch nicht. Die Zentralbank auch nicht. Das Geld wird dem Kunden/Kreditnehmer einfach aus seinem Girokonto gutgeschrieben. Plötzlich existiert es. Bei der Bank wird das Geld nicht als fehlend eingetragen. Das geht ja nicht. Es kann ja kein Geld fehlen oder fließen, welches nicht vorhanden ist. Der Kredit wird als Forderung gegenüber einen Kunden eingetragen. Geld wurde in diesem Moment aus dem Nichts geschöpft mit der Giralgeldschöpfung.

 

Jonas2

Bildquelle: http://4.bp.blogspot.com/

 

Allgemeine Kritik an der Giralgeldschöpfung

Vielleicht haben einige bereits den Knackpunkt erkannt: Die Bank fordert Geld zurück, welches Sie gar nicht besessen hat. Darüber hinaus verlangt die Bank Zinsen auf dieses Geld. Die Schlüsse daraus sind, dass immer genau so viele Schulden, wie auch Geld existieren. Des Weiteren könnten wir heutzutage all unser Geld nehmen und zurückbezahlen. Die Schulden sind dann beglichen – die Zinsen jedoch nicht. Die einzigen Gewinner sind die Banken. Mit jeder Sekunde wächst die Differenz. Da Blasen durch Kreditvergabe entstehen kann man denke ich zurecht sagen, dass sich hier eine riesige weltweite Blase langsam aufpumpt. Diese wird lediglich durch eine ebenfalls rasant wachsende Wertschöpfung in Stand gehalten. Die Wertschöpfung (BIP) entsteht durch all unsere Leistungen und Produktionen. Doch mittlerweile haben die Banken und Börsen sogar geschafft ihre Geschäfte von der reellen Wirtschaft zu entkoppeln. Es wird ein Vielfaches Mehr an der Börse und in Banken gehandelt, als die Weltwirtschaft selbst real zu leisten vermag. Es ist ein Drahtseilakt.

 

Die zweite Schlinge namens Liquidität

Die Banken haben uns bereits im Schwitzkasten. Wir schulden den Banken mehr als wir besitzen und jemals besitzen werden. Außerdem steigt die unmöglich bezahlbare Schuldenlast mit jeder Sekunde. Und doch reicht das nicht. Die Banken wollen uns nun auch ordentlich in die Magengrube schlagen und sind Hauptgrund eigentlich aller Krisen.

Blasen und Kreditvergabe werden immer als Hort der Krisen betrachtet. Stimmt. Sie sind Ursprung, aber nicht Auslöser. Rezession, Börsenralleys, Spekulation und vieles mehr sind auch keine Auslöser, wie von Kapitalismusfeinden gerne angeführt. Eine Krise gehen meist Blasen mit zu vielen unvorsichtig vergebenen Krediten voraus.

2007 war dies zu beobachten. Subprime-Kredite sind Kredite, welche an Personen ohne Bonität vergeben worden sind. Jeder in den USA, auch die N.I.N.J.A.-Generation (No Income, No Job, No Asset) konnte innerhalb weniger Stunden ohne Sicherheiten einen Kredit von bis zu einer halben Million Dollar erhalten. Als die Banken bemerkten, dass das nicht gut geht haben sie diese Kredite genommen, in Pakete zusammengefasst, mit anderen Paketen besichert und dann mit einem sehr guten Rating an die ganze Welt verkauft. Die ersten betroffenen Banken in Deutschland waren Mittelstands- und Förderbanken, welche sich zu Hauf mit Schrottpapieren eingedeckt hatten.

 

Jonas22

 

Die Krise brach in dem Moment aus in dem die Liquidität nicht mehr gewährleistet war. Am besten lässt sich dies am Interbanken-Spread einsehen. Der Interbankenhandel umfasst die sekündlich zu Milliarden stattfindenden Tauschgeschäfte zwischen Banken. Der Spread zeigt in dem Fall auf wie sehr sich die Zinssätze dieser Geschäfte vom Leitzins unterscheiden. 2007 brach der Spread nach oben aus. Das heißt: Banken forderten für die Verleihung von Geld an andere Banken viel mehr Zinsen als der derzeitige Leitzins vorsah. Kurz gesagt: Banken wurden misstrauisch und horteten ihr Geld. Jeder versuchte zu retten, was zu retten war.

In solchen Moment wird die Kreditvergabe gestoppt. Bei Banken, Versicherungen, an der Börse und vor Allem in der Wirtschaft kommt es zu immensen Problemen, denn das Geld fehlt. Geld fließt ununterbrochen von einem Besitzer zum nächsten und immer neues Geld fließt durch Banken in die Wirtschaft. Passiert dies nicht gehen schnell die ersten Firmen und Banken Pleite. In dem Moment erkennen alle, ja wirklich alle, das nahende Problem und die Hysterie beginnt. Jeder kratzt sein Geld zusammen und verkauft seinen Wertbesitz rund um Aktien und Co. Der Crash ist perfekt.

Die Moral der Geschichte

Wir wissen nun wie Geld über die Jahrtausende entstanden ist und wie es heute entsteht. Banken sind die einzigen Gewinner des Systems und haben uns gegen die Wand gespielt.

Wer das Spiel „Börse“ spielen möchte muss sich dem Bewusst sein und vor Allem die Banken im Blick haben. Diese entscheiden über das Wohl und Wehe von Blasen und Crashs. Derzeit (18.06.2015) ist zu sagen, dass in den USA eine erneute zwar kleinere aber beobachtungswerte Subprime-Blase am Automarkt entsteht. China ist auch ein Beispiel. Die Überschuldung stieg auf über 200%. Doch das Land hat sich berappelt und baut derzeit Schulden ab. Das Land, die Firmen und die Menschen. Ein Musterbeispiel, wie man eine Blase erkennt und frühzeitig verhindert.

Wer das Spiel Börse spielen möchte, der hat die Kreditvergabe und den Interbanken-Spread im Blick.

Jonas23

Quelle: EZB Stabilitätsbericht vom Mai 2015

 

 


 

Teil II: Geld und Schulden -Es ist nicht alles Gold was glänzt

Teil I: Geld und Schulden -Die Geschichte des Geldes

Es ist der Inbegriff des Kapitalismus. Es das Element, um welches sich unser Leben dreht. Unsere teure und begrenzte Lebenszeit verwenden wir, um für diese Sache zu arbeiten. Es löst schwere Krisen aus, kann Demokratien mit einem Fingerschnipsen zerstören und alles, ja wirklich alles, dreht sich darum.

Das Geld. Ob Dollar oder Euro, Schein oder Hartgeld, auf dem Konto als Sachanlage. Wir brauchen es. Wir wollen es. Es ist vergleichbar mit dem Blut in unseren Adern: unser Leben hängt davon ab und es muss immer fließen.

„Wenn du den Wert des Geldes kennenlernen willst, dann versuche dir welches zu leihen“ – Benjamin Franklin

In dieser Artikel-Reihe zu Geld und Schulden als Gastautor für Inside Trading möchte ich zuerst klären woher das Geld kommt und was es ist. Wie es sich zusammensetzt und was es tut. Im zweiten Artikel möchte ich dann fachspezifischer auf die Relation von Geld, Schulden und Krisen eingehen.

 

Die Entstehung unseres heutigen Geldes 

Geld gibt es bereits seit vielen tausend Jahren. Schon die Babylonier handelten fast 2.000 Jahre vor Christus mit gegossenen Goldmünzen und beschriebenen Ton-Tafeln (die ersten Kredite unserer Welt). Das System war noch einfach. Es gab keine unterschiedlichen Münzen. Es gab einen Satz Münzen und diese besaßen einen bestimmten Wert. Welchen, darauf kommen wir später.

Geld war stets lokal angesiedelt. Globalen Handel gab es auch kaum. Selbst innerhalb von Ländern und Königreichen, welche eine Währungsart besaßen, gab es regionale Unterschiede. Als Geld wird das genutzt, was regional anerkannt ist. Das gilt auch heute noch. In Indien kann man beispielsweise mit amerikanischen Dollar-Noten sehr gut bezahlen.

Jonas1

 

Bildquelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/69/Moll_-_Map_of_South_America_-_Detail_Potosi.png

Erst mit der Kolonialisierung und den Erkundungen der Spanier und Engländer, sowie Niederländer um 1500 nach Christus entstand eine globale Währung. Die Spanier, als vorherrschende Macht, besiedelten einen Kontinent nach dem anderen und verteilten dementsprechend ihr Geld, den Peso, auf der ganzen Welt. Die Eroberung des Potosí, dem bekannten Silberberg in Südamerika, beschleunigte diese Weltwährung. Zwischen 1500 und 1800 stammten 85% aller geförderten Silbermengen aus Minen der Spanier. Diese gossen und stanzten die Münzen, mehrere Milliarden Unzen, und ließen eine globale Währung entstehen.

Der heutige Dollar geht auf den Peso zurück. Der Dollar ist die heutige Weltwährung. Das Zeichen ($) ist vom Peso abgeleitet. Auf diesem war ein „S“ für Spanien zu lesen umrandet von zwei Säulen. Diese Säulen finden sich heute im S des Dollars wieder: $

Mit den jährlichen Kriegen in Europa seit dem 17. Jahrhundert entstand neben der Produktivität auch der direkte Vorläufer unseres heutigen Währungs-Systems. Die Staaten mussten ihre Kriege finanzieren. Sieg und Niederlage hingen von der wirtschaftlichen und finanziellen Stärke ab. Dementsprechend begannen die Länder Gold und Währung des Volkes aufzunehmen und diesen im Gegenzug einen Zettel zu geben auf denen der eingezahlte Betrag, sowie der Zinssatz standen. Diese Zettel waren ein Versprechen des jeweiligen Landes, dass der Besitzer sich jederzeit den Betrag in Gold auszahlen lassen könne. Diese Zettel kennen wir heutzutage als Scheine. Unsere Geldscheine sind theoretisch Nichts anderes als ein Dokument, das wir an unseren Staat einen Kredit gegeben haben. Aus den Dokumenten wurden Bezahlmittel. Scheine genannt.

Jonas12

 

Bildquelle: http://rt.com/files/news/32/9f/30/00/rtr4ewkk.jpg

Aber wer nun denkt er können zur Bank gehen und sich nun Gold im Wert von 10 Euro abholen, den muss ich leider enttäuschen. In einer immer globaler werdenden Welt stellte dieser sogenannte „Goldstandart“ ein Problem dar. Einerseits war Währung überall gleich viel Wert, denn sie basierte auf dem Wert des eingelagerten Goldes. Wechselkurse gab es nicht. Schwache Länder hatten dementsprechend kaum eine Chance finanziell Boden zu fassen. Darüber hinaus waren Inflation und Deflation schwierig zu kontrollieren. Ein Staat kann nicht zu jedem Moment für Milliarden-Beträge Gold kaufen oder verkaufen. 1933 lösten sich die USA endgültig vom Goldstandart. Einerseits besaßen die USA ein vielfaches an Schulden als, dass sie Gold besaßen und zum anderen wollte man Wechselkurse und Notendrucken als Element der Stabilisierung nutzen. Geld ist heutzutage ein Bezahlmittel, jedoch ohne Gegenwert eines Metalls.

 

Wie entsteht der Wert des Geldes?

Der Geldwert orientiert sich nicht am Metall. Wissenschaftler fanden heraus, dass jede Münze der Babylonier beispielsweise unterschiedlich schwer war. Auch passiert immer wieder, dass das Material einer Münze mehr Wert ist als der Nennwert. In Australien waren während einer Kupfer-Krise die 2$-Münzen weiterhin 2$ wert, obwohl das Material der Münze 2,15$ wert war. Geld besitzt seinen Wert nicht auf Grund von Wirtschaft, Leistungen oder Sachgütern.

Jonas13

 

Bildquelle: http://geld.bilderu.de/bilder/geld-viel-euro.jpg

 

Kurz gesagt: Geld ist das Wert, was ein anderer dafür zu geben bereit ist.

Der Wert des Geldes entsteht in unserer Gesellschaft. Es ist eine Art von Angebot und Nachfrage. Wenn jemand Produkte oder Leistungen anbietet, dann richtet sich der Preis nach dem, was der Abnehmer bereit ist zu zahlen. Ein Magnum-Eis kostet 1,60€. Eine Milch 55 Cent und ein BMW 50.000€. Das Material des BMW ist nur wenige tausend Euro wert. Aber die Nachfrage lässt einen solchen Preis zu. Sind Kunden nicht mehr bereit diese Summen zu zahlen, so sinkt der Preis.

Klingt einfach. Lasst uns alle 2 Jahre keinen BMW kaufen, dann kosten diese nur noch 10.000€. Auch hier muss ich enttäuschen. Die Nachfrage basiert nicht unbedingt auf dem Willen diesen Preis zu zahlen, sondern zu größerem Anteil an der Möglichkeit ihn zu zahlen. Beispielsweise kosteten im damaligen Spanien Speisen in Tavernen zumeist einen Peso. Nun fingen die Spanier an Milliarden Peso in Südamerika herzustellen. Was passierte? Es kam immer mehr Geld in Umlauf. Besaßen zuvor alle Spanier zusammen einige Millionen Peso, so besaßen sie kurz darauf alle zusammen einige Milliarden Peso. Die Möglichkeit mehr zu bezahlen und zu kaufen stieg also. Somit stiegen auch die Preise. Eine Speise kostete dann 10 Peso und sie hatte immer noch denselben Wert. Lediglich der Preis änderte sich. Wir kennen dies heutzutage als Inflation. Ist mehr Geld in einer Volkswirtschaft, so steigen die Preise. Dies wird mit dem Wert der Inflation ausgedrückt.

Im nächsten Teil möchte ich auf unser heutiges Geld-System eingehen. Geld, Kapital, Schulden, Zinsen, Liquidität. Es gibt einen großen Fehler im System. Dieser wird sich noch böse an uns allen rächen.

 

 


 


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Der Hedge-Rechner: hedgen mit Optionsscheinen

Der Hedge-Rechner: hedgen mit Optionsscheinen

Wer kennt das nicht, die Wirtschaftsnachrichten werden schlechter, die Tage kürzer, Bahn und Lufthansa streiken, und es ist abzusehen, dass die Aktien etwas fallen.

Wenn ihr in dieser Situation eure Aktien behalten wollt, lohnt es sich, über einen Hedge nachzudenken.

In diesem Video möchte ich eine Schritt für Schritt Anleitung zum Hedgen mit Optionsscheinen geben und euch unseren Hedge-Rechner vorstellen.

Zu unserem neuen Hedge-Rechner

Was ist ein Hedge bzw. eine Absicherung?

Ein Hedge bzw. eine Absicherung ist eine Versicherung gegen Verluste. Wenn ich beispielsweise viele Aktien habe und der Markt anfängt zu fallen oder ich in den Urlaub fahre und die Märkte dann nicht verfolge, kann ich eine Versicherung kaufen, um mein Portfolio zu schützen.

Sagen wir einmal, die Abbildung zeigt die momentane Entwicklung des Marktes und ich rechne damit, dass es jetzt eine Korrektur geben wird oder ich in den nächsten Wochen keine Zeit habe, meine Aktien im Auge zu behalten.

ETF

Dann kann ich sagen, wenn der Markt jetzt um XY-Prozent fällt, dann möchte ich, dass ab diesem Punkt meine Versicherung greift. Das heißt, ich kann Verluste zu 100%, 90% oder auch 80% absichern. Sollte der Markt dann wirklich fallen, kann ich meine Versicherung teurer verkaufen und dieses Geld zum Nachkaufen nutzen.

Ich weiß, dass das ein sehr komplexes Thema ist und falls ihr noch Fragen, Verbesserungsvorschläge oder auch andere Ansätze zur Absicherung habt, dann hinterlasst einen Kommentar.

Viel Erfolg beim Traden,

PS wir sind ein junger Blog und freuen uns riesig über jeden Like und Kommentar.

ETFs: Warren Buffetts Investment-Tipp

ETFs: Warren Buffetts Investment-Tipp

Der “Kult-InvestorWarren Edward Buffett hat seine Hinterbleibenden angewiesen, nach seinem Tod 90 Prozent seines Barvermögens in einen S&P500 Indexfond und 10 Prozent in kurzfristige Staatsanleihen zu investieren.

Warren Buffett gilt als einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten. Das “Oracle von Omaha”, wie er auch oft genannt wird, ist mit einem geschätzten Privatvermögen von 72,7 Milliarden US-Dollar (Stand März 2015) der drittreichste Mensch der Welt, wenn man der Forbesliste von 2015 Glauben schenken darf. Buffett leitet das Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway, das er selbst aufgebaut hat und dessen größter Aktionär er selbst ist. Eine Aktie seines Unternehmens kostet so viel wie keine andere Aktie der Welt (sie hatte am 6. Mai 2015 einen Wert von 218.000,00 US-Dollar). Warum das so ist? Nun, Buffett hat geschafft, wovon viele Investmentprofis nur träumen können: Er steigerte den Wert seines Unternehmens pro Jahr um mehr als 19%. Er übertrifft damit deutlich den S&P500! Das ist eine wirklich beeindruckende Leistung.

Die Aktivitäten der Holdingsgesellschaft Berkshire Hathaway Inc. reichen von Erst- und Rückversicherung über Schienengüterverkehr, Energieversorgung, Finanzdienstleistungen und dem produzierenden Gewerbe bis hin zum Groß- und Einzelhandel. Anders als viele Hedgefonds oder Private-Equity-Unternehmen übernimmt Berkshire nicht das operative Geschäft ihrer 80 Tochtergesellschaften. Zukäufe werden auch nicht durch die Aufnahme neuer Schulden oder durch die Neuemissionen von Aktien erworben, sondern durch cleveres Investieren des zuvor erwirtschafteten Vermögens.

Berkshire Hathaway Geschäftsbericht

Christen, Kinder und Männer feiern jedes Jahr Weihnachten, Ostern und Christi Himmelfahrt. Aktienanalysten und Valueinvestoren feiern den Tag im Jahr, an dem Warren Buffett den Geschäftsbericht seiner Berhshire Hathaway Holding veröffentlicht. Mit dem Schreiben richtet er sich an seine Aktionäre und erläutert seine aktuellen Einschätzungen im Bezug auf Berhshire, die aktuelle Wirtschaft und vieles mehr.

Im Geschäftsbericht 2013 gab der heute 85-jährige, der sich aktuell bester Gesundheit erfreut, zusätzlich Auskunft über einige Anweisungen, die seine Hinterbleibenden nach seinem Tod in die Tat umsetzen sollen:

“My money, I should add, is where my mouth is: What I advise here is essentially identical to certain instructions I’ve laid out in my will. One bequest provides that cash will be delivered to a trustee for my wife’s benefit. (I have to use cash for individual bequests, because all of my Berkshire shares will be fully distributed to certain philanthropic organizations over the ten years following the closing of my estate.) My advice to the trustee could not be more simple: Put 10% of the cash in short-term government bonds and 90% in a very low-cost S&P 500 index fund. (I suggest Vanguard’s.) I believe the trust’s long-term results from this policy will be superior to those attained by most investors – whether pension funds, institutions or individuals – who employ high-fee managers.”

Warren Buffett –Geschäftsbericht 2013

Mit der Empfehlung, 10% des Bargeldvermögens in kurzfristige Staatsanleihen und 90% in günstige S&P500 Indexfonds zu investieren, hält Buffett einen überraschenden Tipp für Investoren weltweit bereit.

Der Großmeister des Aufspürens interessanter Investments rät zu einem passiven Investment und erwähnt mit keiner Silbe das Investieren in Einzelaktien???

Warum der S&P500?

Der S&P500 ist ein Aktienindex, wobei S&P für Standard & Poor’s steht und die 500 für die Anzahl der im Index enthaltenden Unternehmen. Die 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen werden so wie auch der DAX30 mit Hilfe der Marktkapitalisierung gewichtet. Im Gegensatz zu dem DAX30 ist aber der S&P500 ein Kursindex und kein Performanceindex.

Berechnungsgrundlage und Begriffsdefinitionen

Mit seiner Empfehlung tritt Buffett vielen Investoren und Fondsmanagern auf die Füße, denn er sagt indirekt, dass sie den S&P500 trotz aller Uniabschlüsse und Computerprogramme auf lange Sicht nicht übertreffen können. Wenn man also direkt und selbst auf den S&P500 setzt, spart man sich die Kosten für die Investmentprofis. Der S&P500 gilt dabei als eine sichere Sache (wenn man einen entsprechend langen Anlagehorizont wählt), da ständig die 500 größten amerikanischen Aktien enthalten sind. Die Einordnung erfolgt, ähnlich wie beim DAX30, voll automatisch nach transparenten Regeln. Emotionen oder Interessen einzelner Marktteilnehmer spielen dabei keine Rolle. Im Gegensatz zu dem Stock-Picking, bei dem einzelne Aktien ausgewählt werden, um von deren Performance zu profitieren, bietet eine Investition in einen Index zwei große Vorteile:

  1. Entsprechend der Eigenschaft eines Fonds wird das Risiko breit gestreut
  2. ETFs sind eine entspannte Art und Weise der Investition, da man nicht ständig den Gewinnen der einzelnen Aktien hinterherjagen muss.

S&P500


Was ist ein ETF und wie funktioniert dieser?

ETF steht für Exchange Traded Fund. Im Deutschen wird es auch als Indexfond bezeichnet. Das Prinzip ist denkbar einfach: Ein ETFs spiegelt die Wertentwicklung eines Börsenindex wider, d.h., wenn beispielsweise der Dow Jones um 5% steigt, gewinnt auch der Indexfond 5%. Dasselbe gilt natürlich auch, wenn der Dow Jones fällt.

EFTs sind im Grunde passiv verwaltete Indexfond. Das bedeutet, dass sie nicht von Fondgesellschaften gemanagt werden, sondern sind eine exakte Abbildung eines Index. Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds sind ETFs viel günstiger, da die Ausgaben für die Verwaltung wegfallen. Wie Aktien sind ETFs Anteile ohne Laufzeitbegrenzung, die am Sekundärmarkt permanent erworben und gehandelt werden. Als Sondervermögen gehen ETFs im Falle eines Falles nicht in die Insovenzmasse ein, sodass der Einsatz nicht verloren wäre.

EFTs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit (weltweit sind fast 2500 Milliarden Dollar in ETFs investiert). Der Grund ist einleuchtend: Nicht zuletzt die Studie des Nobelpreisträgers Eugene Fama zeigen, dass kaum ein Fondmanager auf lange Sicht eine bessere Performance verzeichnen kann als die großen Indices. ETFs können so flexibel gehandelt werden wie Aktien, haben eine ähnlich günstige Kostenstruktur wie Zertifikate und bieten durch ihre Zusammensetzung eine breite Risikostreuung. Sie gelten als relativ sichere Anlage und sind daher auch für Privatanleger geeignet.

Der passende Index

Okay, das Grundprinzip des ETFs haben wir beleuchtet. Doch wie wählt man den richtigen Index aus? Indexfonds gibt es auf alles Mögliche. Aber ob es richtig erscheint, auf den thailändischen Index MSCI zu setzten, muss man wohl selbst entscheiden. Einfach den S&P500 wählen, so wie Buffet es rät, wäre natürlich auch eine Möglichkeit.

Als Anfänger macht es zunächst Sinn, einen vertrauten Index wie den DAX oder den Euro Stoxx 500 zu wählen, da deren aktueller Stand einfach und ständig abrufbar ist. Trotzdem ist man auch als Anfänger nicht auf diese Indices beschränkt. So kann man beispielsweise sein Geld weltweit streuen und sich für den MSCI World (ein Mischfonds von Aktien aus Schwellen- und Industrieländern) entscheiden.

Unabhängig vom gewählten Index sollte man als Anleger verstehen, wie sich der gewählte Index zusammensetzt und wie die einzelnen Bestandteile, die den Index ausmachen, für die Bewertung gewichtet werden. Die nötigen Informationen dazu befinden sich in der Regel auf den Internetseiten der Emittenten.

Kennzahlen, Wertentwicklung, Auswahlkriterien

Obwohl jeder ETF die Wertentwicklung des jeweiligen Index widerspiegeln soll, gibt es immer mal wieder geringfügige Abweichungen. Wie groß diese Abweichungen sind, gibt der Tracking-Error an. Je höher der Tracking Error ist, umso größer ist auch die Abweichung. Ein Tracking-Error von null bedeutet, dass es keine Abweichung gibt. Werte von 0,5% gelten hierbei bereits als hoch. In diesem Falle sollte der Kauf zumindest noch einmal überdacht werden. Eine weitere wichtige Kennzahl ist die Tracking Difference. Sie gibt Auskunft über die Differenz der Rendite des ETFs und der Rendite des zugrundeliegenden Index. Fällt die Kennzahl positiv aus, hat der ETF die Wertentwicklung des Index übertroffen. Das kann beispielsweise passieren, wenn Fonds ihre Aktien kurzfristig verleihen oder Steuerrückerstattungen vom Anbieter an die Kunden weitergereicht wurden.

Was darf ein ETF kosten?

Wie bei allen anderen Finanzprodukten auch spielen die Kosten auch bei den ETFs eine große Rolle. Auch wenn diese im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds deutlich geringer ausfallen, sollte auch hier auf jeden Euro geachtet werden. Oftmals finden sich die Gesamtkosten auf der Anbieterseite unter “TER” (englische Abkürzung für Gesamtkostenquote) wieder. Zudem sollte darauf geachtet werden, wie groß der Spread (Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs) ist.

Da ETFs am Markt gehandelt werden, entstehen zusätzliche Odergebühren, die vom jeweiligen Broker abhängen.

Das soll an dieser Stelle als Einstieg in das Thema „ETFs“ reichen. Wie ihr den Denkansatz in die Tat umsetzten könnt? Darüber werde ich in der nächsten Woche schreiben. Außerdem werde ich euch zeigen, wie ich durch einen mehr oder weniger automatischen Spar- und Investionsplan die Werteentwicklung meines Portfolios nicht nur von einem einzigen Einstiegszeitpunkt abhängig mache und so das Risiko vermindern kann. Aber dazu mehr in der nächsten Woche.

Bis dahin eine erfolgreiche Zeit.

 

PS so setzt man einen ETF-Sparplan richtig um und schlägt auch den Markt: ETF-Sparpläne richtig kombinieren

 

Wie entstehen Preise?

Wie entstehen Preise?

Alle arbeiten mit ihnen, reden darüber, nehmen sie als Fundament für Handelsentscheidungen oder betrachten sie als Buch mit sieben Siegeln: Börsenkurse, deren Bewegungen und die Gründe für eben diese.
Aber fangen wir einmal ganz vorne an und fragen uns, wie sie entstehen? – im Orderbuch:

Durch die treibenden Kräfte des Marktes: Angebot und Nachfrage.

Prinzipiell kannst Du dir den Börsenhandel wie den Handel auf einem orientalischen Markt vorstellen, viele Menschen treffen aufeinander. Angebot und Nachfrage werden durch Verhandlungen auf einen Nenner gebracht.
Früher geschah eben dies an den Parkettbörsen, heute, da alles zunehmend elektronisch abgearbeitet wird, vergessen viele, was im Hintergrund eigentlich passiert.
Der Mechanismus ist überall derselbe, sei es an einer Parkettbörse oder an der Xetra (einem elektronischen “Marktplatz”). Angebot und Nachfrage (ich weiß, ich wiederhole mich, doch es ist einfach essenziell, dass Du dir das verinnerlichst) werden im Orderbuch zur Übereinstimmung gebracht. Dabei entsteht die Times and Sales Liste (T&S) von der dann später die Charts abgeleitet werden.
Hierbei gelten 4 fundamentale Prinzipien:

  1. Preiskontinuität
  2. Widerspiegelung der Marktsituation
  3. Gleichbehandlung der eingehenden Aufträge
  4. Umsatzbetrachtung bei der Ausführung

 

Zu 1. (Preiskontinuität): Hierbei soll gewährleistet werden, dass der neue Kurs nicht zu weit vom vorherigen entsteht, sprich, dass keine übermäßigen Kurslücken (Gaps) entstehen (dieser Punkt ist bei Computer-/elektronischen- Börsen nicht immer gewährleistet, vor allem bei geringem Volumen im entsprechenden Finanzprodukt).

 

Zu 2. (Widerspiegelung der Marktsituation): Dieser Punkt ist weitgehend selbst erklärend und kann mit  Punkt 1 verglichen werden. Es soll schlicht verhindert werden, dass einzelne Aufträge den Markt irrational weit von seinem aktuellen Preis wegbewegen, wobei hier die Marktsituation einbezogen wird. So kann es nach einem raschen Anstieg durchaus zu einem finalen Gap kommen, wenn ausreichend viel Volumen diese Sprünge trägt oder bei abfallendem Volumen entsprechende Orders im Markt liegen. Jedoch gilt auch hier, dass dieses im Rahmen einer “rationalen” Kursstellung erfolgen muss,der Kurs darf also nicht gestellt werden. Daher ist hier nicht mit einem Sprung von sagen wir 100 % zu rechnen.

Zu 3 (Gleichbehandlung der eingehenden Aufträge): Alle Orders werden unabhängig ihres Volumens abgerechnet. Die determinante Größe für die Ausführung ist der Eingang (Zeit) der Order.

Zu 4 (Umsatzbetrachtung bei der Ausführung): Dieses Prinzip besagt, dass immer der Kurs mit dem höchstmöglichen Umsatz zu stellen ist.
Hierbei können wir wieder zu unserem anfangs genannten Beispiel, dem orientalischen Basar, zurück kommen. Es macht Sinn, dass der Händler seine Waren zu den Preisen anbietet, zu welchen er die meisten Abnehmer findet.
Jeder, der vielleicht bereits die Chance hatte, einen orientalischen Markt zu erleben, kann sich jetzt bereits etwas mehr unter der Kursstellung der Börse vorstellen.
Jedoch nur etwas…
Denn wie funktioniert das denn nun genau mit der Stellung von Kursen?

 

Quotes für wie entstehen Preise



Die Tabelle zeigt ein Beispiel für Orders in einem Orderbuch, sowie das zum genannten Preis akkumulierte Volumen der Angebots- und Nachfrageseite. Die rechte Spalte gibt den möglichen Umsatz an.

Angenommen der Preis stand bei 52, was ist bei aktueller Orderbuchlage der neue Preis?
Nach dem Prinzip des Umsatzes muss nun der Kurs gerechnet werden, der bei gleichzeitiger Preiskontinuität den höchsten Umsatz generiert. Dies wäre in unserem Fall genau 53, denn auch zu anderen Preisen ließe sich nicht einmal mit einem gehörigen Sprung ein größerer Umsatz generieren.

Gleichfalls ist es wichtig, dass Du die Form der Börse beachtest. Sprich ob es sich um eine Parkettbörse mit Makler oder um eine elektronische Börse wie der Xetra handelt.

In elektronischen Börsen wie der Xetra oder auch der Eurex sind oftmals starke Kursschwankungen zu Newszeiten oder Zeiten geringen Volumens zu sehen.
Solche Bewegungen entstehen durch ein Ausdünnen des Orderbuches, da Limits vor den News aus dem Markt genommen werden um von den Sprüngen des lückenhaften Orderbuches nicht überrascht und abgefischt zu werden.

Ein absolutes Bilderbuchbeispiel, welches ich selbst erleben durfte: mit Lücken, Sprüngen, Handelsaussetzungen und, in den extremsten Ausführungen, Kursschwankungen von über 30 %.

Black Swan EUR/CHF.
Dieses Event war hauptsächlich deswegen so drastisch, da es an einem rein elektronischen Börsenplatz und noch dazu OTC stattgefunden hat. An einer Parkettbörse wäre es nicht ganz so dramatisch ausgefallen, da hier neben dem Umsatz auch noch die drei anderen Prinzipien in die Kursstellung Einzug erhalten hätten. Dadurch hätte sich der Overshoot nicht ganz so drastisch ausgewirkt.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Beitrag die Prinzipien der Kursstellung etwas näher bringen und auch die Relevanz über eben dieses Wissen durch ein nicht allzu altes Beispiel verdeutlichen.
Ich selbst erachtete dieses Wissen lange für nicht übermäßig relevant, aber unter dem Strich galt für mich besser spät als nie…

Wenn ihr mehr zum Thema Markt-Technik erfahren wollt, kann ich euch dieses Buch wärmstens empfehlen.

 

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