Charttechnische Indikatoren – Die große Sammlung der wichtigsten Analysetools!

 

Im Trading müssen wir es irgendwie schaffen, die zukünftige Entwicklung des Marktes zu erahnen und für uns passende Ein- und Ausstiege zu finden. Das heißt, wir müssen einen ein Weg finden, den Markt zu analysieren!

Charttechnische IndikatorenFür die Analyse verwenden vor allem viele Charttechniker Indikatoren. Diese werden mit Hilfe mathematischer Formeln berechnet und im Chart grafisch dargestellt. Durch die Visualisierung fällt es vielen Analysten leichter, den aktuellen und zukünftigen Kursverlauf beziehungsweise mögliche Szenarien und Entwicklungen zu erahnen.

Technische Indikatoren beziehen die für die Berechnung notwendigen Daten ausschließlich aus den Kurstellungen (Preisen) und in einigen Ausnahmen noch aus dem Volumen. Externe Daten, wie sie bei der Berechnung von volkswirtschaftlichen Indikatoren verwendet werden, spielen hier keine Rolle.

Richard Kupfer

RichardKupfer  

Richard Kupfer

Richard Kupfer lebt in Österreich, Salzburg und ist als Leitender Kaufm. Angestellter bei einem großen, deutschen Technologiekonzern beschäftigt. Seit 1990 ist er aktiv mit verschiedenen Finanzprodukten an der Börse tätig. Ergänzend zu seiner Fachkenntnis über Unternehmensbewertung und Fundamentalanaylse beschäftigt sich Richard seit der Jahrtausendwende primär mit dem Gebiet der Technischen Chartanalyse, sowie der Entwicklung entsprechender Handelssysteme. Sein aktuelles Portfolio firmiert mittlerweile seit Anfang 2016 unter dem Namen ConTraMo. Die verschiedenen Handelssysteme betreibt er dabei nicht nur real, sondern führt diese teilweise auch auf der Social Trading Plattform Wikifolio inklusive einer Facebook-Seite zur Information und Kommunikation.

Mein Wikifolio

Deutsche-Trading-Meisterschaften

Grundsätzlich können Indikatoren in diese Gruppen eingeordnet werden:

 

Trendfolge-Indikatoren

Trendfolge-Indikatoren sind gleitende Durchschnitte (engl. Moving Averages (MA)) und zählen zu den beliebtesten Indikatoren, die mittlerweile in fast jedem Chart und jeder Handelssoftware zu finden sind. Wie der Name es schon verrät, werden hier Durchschnitte gebildet, wobei der Zeitraum frei wählbar ist. Trendfolge-Indikatoren ermöglichen es dem Charttechniker Trends und Ausbrüche frühzeitig zu erkennen.
Beispiele: Moving Average (EMA, SMA,…), Bollinger Bands, MACD 

 

Oszillatoren

Oszillatoren machen auf mögliche Übertreibungen bzw. Untertreibungen aufmerksam und sind somit eine sehr gute Ergänzung zu den Trendfolge-Indikatoren. Durch das Aufzeigen der „überkauften“ bzw. „überverkauften“ Bereiche, ermöglichen Oszillatoren Wendepunkte zu antizipieren und frühzeitige Ein- bzw. Ausstiege zu finden.
Beispiele: Relative-Stärke-Index (RSI), Commodity Channel Index, Momentum

 

Volumenbasierte Indikatoren

Durch das Volumen (Umsatz) erhält der Charttechniker Informationen über die Nachhaltigkeit einer Bewegung, eines Trends oder eines Wendepunktes, denn wenn nur wenige Händler traden, können schon mit geringem Handelsvolumen Trends neu definieren werden. Sollte dann aber nur kurze Zeit später das Volumen wieder steigen, sind diese „neu“ geschaffenen Trends nichts mehr wert.
Beispiele: On Balance Volumen (OBV), Volume Price Index (VPT), Open Interest

 

Auf dieser Seite wollen wir Ihnen nach und nach die wichtigsten technischen Indikatoren für die Charttechnische Analyse näher bringen. Hierbei ist es uns sehr wichtig, dass wir in einem angemessenen Tempo voranschreiten, sodass sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten kommen. Klicken Sie einfach auf die Namen der einzelnen Indikatoren, um weitere Informationen für diese zu erhalten. 

Trendfolge-Indikatoren

Bollinger Bänder

Bollinger Bänder

 Bollinger Bänder

Allgemein:

Eine Analysemethode, die unter anderem Gebrauch vom gleitenden Durchschnitt macht, verwenden die sogenannten Bollinger Bänder. In seinem Buch „Bollinger Bänder: Der einfache Weg, Kursverläufte zu bestimmen“ beschrieb John Bollinger dieses Verfahren erstmals. Basierend auf der Normalverteilung wird bei diesem Indikator davon ausgegangen, dass der nächste Kurs eines Finanzproduktes mit höherer Wahrscheinlich nahe dem Mittelwert vorangegangener Kurse liegt, als weit davon entfernt. Wahrscheinlich weil die Berechnung relativ simpel ist, kommt diese Methode relativ häufig zum Einsatz. Neben dem gleitenden Durchschnitt wird zusätzlich nur die Standardabweichung benötigt.

Berechnung:

Lässt man sich in einem Chart die Bollinger Bänder anzeigen, erscheinen drei Linien. Die mittlere stellt dabei den gleitenden Durchschnitt dar. Zumeist werden zu dessen Berechnung die letzten 20 Werte beachtet. Das obere Band wird bestimmt, indem zum Wert des gleitenden Durchschnitts das k-fache der Standardabweichung addiert wird. Bollinger empfahl das zweifache der Standardabweichung. Es ist aber auch möglich, das einfache bzw. dreifache zu addieren. Das untere Band ergibt sich analog, wobei das k-fache der Standardabweichung vom Mittelwert subtrahiert wird.

Je größer k gewählt wird, desto größer ist der Abstand zwischen dem oberen und unterem Band. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die nächste Kursstellung innerhalb der Bänder liegt. Die Wahrscheinlichkeiten leiten sich dabei aufgrund der angenommen Normalverteilung ab und sind wie folgt:

für k = 1: 68,3%
für k = 2: 95,4%
für k = 3: 99,7%

Interpretation:

Gemäß John Bollinger geben die Bänder selbst nur Aufschluss darüber, ob ein Finanzprodukt gerade relativ teuer oder günstig gehandelt wird. Zusammen mit den Bändern benötigt man zwei weitere Werte, die ebenfalls von John Bollinger entwickelt wurden, um Aussagen über die richtigen Signale zu erhalten. Diese Parameter sind %b und die Bandbreite. Sie stehen jedoch in der Standardsoftware nicht zur Verfügung und sollen hier auch nicht weiter beschrieben werden.

Die gängigste – wenn auch nicht unbedingt richtige – Interpretation der Bollinger Bänder ist folgende: Bildet sich wiederholt ein Plateau an einem Band, wird eine Kurswende erwartet. Hingegen wird ein Kurs nahe eines Bandes als kurzfristige Bewegung in die Gegenrichtung interpretiert. Längerfristige Kursentwicklungen werden mit Hilfe der Bollinger Bänder auf besondere Schwankungen hin überprüft. Es werden steigende Kurse erwartet, wenn das obere Band durchschnitten wird.

Kritik:

Die den Bollinger Bändern zugrunde liegende Theorie basiert auf normalverteilten Kursen im jeweiligen Finanzprodukt. Diese Annahme ist jedoch nicht zutreffend. Außerdem erfüllt der gleitende Durchschnitt nicht den Anforderungen an einen Erwartungswert. Da die Standardabweichung nicht exakt bekannt ist, wird sie stattdessen geschätzt. Obwohl John Bollinger selbst darauf hinwies, dass der Berührung der Bänder selbst keine besondere Bedeutung beigemessen werden sollten, wird der Indikator häufig für die Darstellung der Preisvolatilität verwendet.

Einfacher gleitender Durchschnitt (Simple Moving Average)

Einfacher gleitender Durchschnitt (Simple Moving Average)

 

Allgemein:

Der wohl bekannteste, beliebteste und einfachste aller technischen Indikatoren ist der einfache gleitende Durschnitt. Oft wir dieser mit SMA oder auch nur MA abgekürzt, was für Simple Moving Average bzw. Moving Average steht. Der MA steht in der Regel nicht alleine, sondern immer im Zusammenhang mit einer Zahl. Diese Zahl besagt, auf welchen Zeitraum sich der gleitende Durchschnitt bezieht. So berechnet beispielsweise der SMA200 den gleitenden Durchschnitt für die letzten 200 Tage, 200 Stunden,…, 200 Kerzen je nachdem, welchen Zeitraum Sie in Ihrem Chart betrachten.

Berechnung:

Wahrscheinlich weiß jeder, wie man einen Mittelwert (Durschnitt) berechnet. Ein kleines Beispiel: Wenn ein guter Kumpel von mir in der 1. Woche 4 Dates hatte, in der 2. Woche 3 Dates, in der 3. Woche 6 Dates und in der 4. Woche 8 Date, dann hat er im Schnitt 5,25 Dates pro Woche. Die Rechnung dazu sieht wie folgt aus: (4+3+6+8)/4Wochen=5,25 Dates.

Der gleitende Durschnitt ist eigentlich nichts anderes.

Hier sehen wir jetzt einmal 30 Tagesschlusskurse der „InsideTrading AG“ und den Chartverlauf:
65,00 EUR; 64,00 EUR; 60,00 EUR; 65,00 EUR; 67,00 EUR; 66,00 EUR; 64,00 EUR; 66,00 EUR; 69,00 EUR; 74,00 EUR; 72,00 EUR; 71,00 EUR; 75,00 EUR; 77,00 EUR; 79,00 EUR; 73,00 EUR; 71,00 EUR; 72,00 EUR; 79,00 EUR; 83,00 EUR; 84,00 EUR; 85,00 EUR; 86,00 EUR; 87,00 EUR; 88,00 EUR; 89,00 EUR; 87,00 EUR; 84,00 EUR; 88,00 EUR; 93,00 EUR

Aktienkurs InsideTrading AG

Wie wir sehen, ist der Chartverlauf oft ein einziges Auf und Ab, was meist schwierig macht einen Trend klar zu definieren. Daher legt man oft den gleitenden Durchschnitt in den Chart. Ein SMA5, wie Abbildung 2 zeigt, glättet den Chartverlauf schon so stark, dass das Tief am 17. und 18. Tag keinen Trendbruch mehr darstellt, sondern ein intakter Aufwärtstrend vorherrscht. 

Aktienkurs Inside+ SMA5

 

Aber wie berechnet sich ein solcher Simple Moving Average?

Der SMA bildet Durchschnitte, sodass der SMA5 beispielsweise die ersten 5 Tagesschlusskurse betrachtet und davon einen Mittelwert bildet – aus diesem Grund gibt es für die ersten 4 Tage auch keine Werte für den SMA5. Der zweite Wert berechnet sich demzufolge aus den 2., 3., 4., 5. und 6. Tagesschlusskursen, usw.

  

Anmerkung:

Es gibt unglaublich viele verschiedene Handelsansätze und so wählen unterschiedliche Trader auch unterschiedliche Indikatoren und Moving Averages.

Dennoch möchte ich kurz erwähnen, dass dem SMA200 eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird, denn dieser wird in so ziemlich jedem Chart eingezeichnet (auch in vielen öffentlichen Magazinen) Sollte der aktuelle Kurs eines Finanzproduktes unter den SMA200 fallen oder über den SMA200 steigen, wird dieses auch meist öffentlich diskutiert. Diese erhöhte Aufmerksamkeit führt zu einem meist hohen Handelsvolumen sollte, es zu einem Durchbruch des SMA200 kommen.

Oszillatoren

Relative Strength Index (RSI)

Relative Strength Index (RSI) 

Relative Strength Index (RSI)

Allgemein:

Der Relative Strength Index (RSI) gehört zu den Oszillatoren und wird im deutschsprachigen Raum auch oft als Relative-Stärke-Index oder Relative-Stärke-Indikator bezeichnet. Erfinder des RSI ist J. Welles Wilder, der diesen und weitere technische Indikatoren erstmalig in seinem bahnbrechenden Buch „New Concepts in Technical Trading Systems“ im Jahre 1978 erwähnte.

Der Relative Strength Index (RSI) setzt die aktuellen und historischen Stärken und Schwächen eines Finanzproduktes ins Verhältnis. Grundlage für die Berechnung sind die Schlusskurse des vorher festgelegten Betrachtungszeitraums.

Der RSI wird auch als Momentum-Oszillator bezeichnet, da dieser sich auf die Geschwindigkeit und das Ausmaß der aktuellen Preisbewegungen bezieht.

Das bedeutet, dass Wells die Dynamik des Verhältnisses von höheren zu niedrigeren Schlusskursen betrachtet und somit Finanzprodukte mit einer positiven Entwicklung ein höheres RSI aufweisen als Finanzprodukte mit einer negativen Preisentwicklung.

Der übliche und von Wilder empfohlene Betrachtungszeitraum ist 14 Tage, aber dieser ist grundsätzlich frei wählbar. Ein kürzerer Betrachtungszeitraum führt zu einer hohen Volatilität und vielen Signalen, wohingegen ein längerer Zeitraum weniger Signale generiert.

Berechnung

Nachdem es einen neuen Schlusskurs gibt, wird erst einmal festgestellt, ob es sich in dieser „neuen“ Periode um eine positive (U upward Change) oder negative (D downward Change) Entwicklung handelt.

Positive Entwicklung:
U = Schlusskurs (neu) – Schlusskurs (alt)
D = 0

Negative Entwicklung:
D = Schlusskurs (alt) – Schlusskurs (neu)
U = 0

Wenn es keine Veränderung zum vorherigen Betrachtungszeitraum gibt, ist U= D= 0.

Als nächstes wird die Summe aller U und D für den entsprechenden Betrachtungszeitraum (n-Perioden) berechnet und durch n geteilt, um das arithmetische Mittel (Mittelwert) zu erhalten.

Summe aller positiven Entwicklungen:
Sum (D) = n1 + n2 + … +nn

Summe aller negativen Entwicklungen:
Sum (U) = n1 + n2 + … + nn

arithmetisches Mittel der positiven Entwicklungen in n Perioden:
avg (D) = Sum (D) / n

arithmetische Mittel der positiven Entwicklungen in n Perioden:
avg (U) = Sum (U) / n

Dadurch berechnet sich der Relative Strength Index (RSI) wie folgt:
RSI = avg (D) / (avg (D)+ avg (U))

Anwendung

Der RSI ist ein Indikator, der nicht im Preischart eingezeichnet wird, sondern darunter oder darüber zu finden ist (siehe Titelbild). Der Wert des Relative-Stärke-Index ist eine Zahl zwischen 0 und 100, wobei die einzelnen Werte zu einem Chart verbunden werden. Der Indikatoraufbau ist wie folgt:

RSI

In der Regel gibt es eine obere Markierungslinie bei 70, eine mittlere bei 50 und eine untere Markierungslinie bei 30. Die RSI-Werte werden als Chart dargestellt (hier blau).

Interpretation

Die Intention von Wilder ist es, mit diesem Indikator überkauftes und überverkauftes Verhalten an den Märkten zu signalisieren. Das bedeutet, wenn Kurse sehr stark und schnell steigen, dann werden diese irgendwann überkauft sein und dieses führt dazu, dass diese wieder fallen auch wenn es nur für eine kurze Korrektur ist. Dasselbe gilt natürlich vice versa: wenn ein Markt oder das Finanzprodukt sehr stark und schnell fällt, dann wird dieses irgendwann überverkauft sein und nicht weiter fallen, sondern wieder steigen.

Der RSI signalisiert überkauftes und überverkauftes Verhalten und das bedeutet, dass eine Reaktion vom Markt und damit einhergehend eine Gegenbewegung bevorsteht.

Im Bild sehen wir in blau den RSI als Chart eingezeichnet. Der RSI gibt die aktuelle/jüngste Stärke bzw. Schwäche eines Finanzproduktes an und die Steigung des RSI ist zu der Geschwindigkeit der Veränderung des Trends direkt proportional.

Wilder glaubt, dass Höchst- und Tiefst-Positionen durch einen RSI von über 70 oder unter 30 dargestellt werden. So wird ein RSI-Trading-Level von über 70 als überkauft und ein RSI-Trading-Level von unter 30 als überverkauft gewertet. Kurse zwischen 30 und 70 werden als neutral bezeichnet, ein RSI von 50 weist keinen Trend auf.

Abweichungen / Divergenzen

Grundsätzlich wird angenommen, dass eine Divergenz zwischen dem RSI und der Preisentwicklung ein starker Indikator für eine bevorstehende Trendwende ist. Eine bearische Divergenz liegt vor, wenn die Preisentwicklung des Basiswertes ein neues Hoch ausbildet, aber dieses vom RSI nicht durch neue Hochs bestätigt wird. Für die bullische Divergenz gelten neue Tiefs in der Preisentwicklung und eine fehlende Bestätigung im RSI.

Stochastics

MT4 Stochastics Indikator

Der Stochastics Indikator – Funktionsweise – Anwendung – Signale

Der Stochastics ist ein Oszillator, also ein schwankender (oszillierender) Indikator. Er verwendet in der Berechnung Support und Resistance Levels, also Unterstützungen und Widerstände der aktuellen Preisspanne. Aus diesem Zusammenhang rührt auch der Name des Indikators, der seine Stärken besonders in Seitwärtsphasen im Markt ausspielt, da in der Berechnung die aktuellen Hochs und Tiefs der letzten Perioden betrachtetet werden. Der Stochastics wird wie folgt berechnet:

Stochastics Indikator berechnenStochastics Indikator Berechnung FormelDefinition Formel Stochastics Indikator Elemente

Der Indikator setzt sich aus der %K und der %D Linie zusammen. Die %K Linie ist die Differenz des aktuellen Preises und dem Tief der letzten n Perioden geteilt durch die Differenz des Hochs und des Tiefs der letzten n Perioden. %D ist dabei ein Moving Average, also ein gleitender Durchschnitt der letzten i %K Werte. Im Standardfall wird dafür ein 3er-SMA verwendet, also der Durchschnitt der letzten drei %K Werte. Es lassen sich aber auch andere gleitende Durchschnitte verwenden, um den Stochastics auf die jeweiligen Bedürfnisse des Händlers anzupassen – z.B. WMA, EMA…

Der Indikator sucht die Hoch- und Tiefpunkte der aktuellen Trading Range, also der Seitwärtsphase in der der Markt sich befindet. 0% bezeichnet dabei den Tiefpunkt der Range und 100% das aktuelle Hoch. Ist der aktuelle Marktpreis also nahe des Hochs der Range, wird der Stochastics einen Wert nahe 100% annehmen. Die Idee dahinter ist, dass ein Markt in einer Seitwärtsphase diese eine Zeitlang nicht verlässt und dass Wendepunkte sich nahe der Hoch- und Tiefpunkte der Range bilden sollten. Als Bestätigung wird dabei ähnlich dem MACD ein Schnitt des aktuellen Wertes mit dem gleitenden Durchschnitt der letzten Tage herangezogen. George Lane, einer der ersten Analysten, die den Stochastics öffentlich nutzten, legte zudem nahe, nach Einstiegen mit dem Stochstatics einen Wilder Parabolic SAR zu verwenden, einer Form des SAR Indikators.

Trading mit dem Stochastics Indikator – Stochastics Signale

Stochastics Cross Over – Das überkreuzen der %D und der %K Linie

Beim Cross Over Signal des Stochastics überkreuzt die %K-Linie die %D-Linie.ics Indikat legte zudem nahe nach Einstiegen mit dem Stochstatics einen Wilder Parabolic SAR zu verwenden, einer Form de Unterhalb oder oberhalb des 30% bzw. des 70% Levels ist das Signal dabei besonders aussagekräftig, da sich der Markt aktuell in einem extremen Bereich innerhalb der Range befindet. Unterhalb der 30% ist ein Schnitt der %K-Linie mit der %D-Linie von unten nach oben abzuwarten. Oberhalb der 70% soll die %K-Linie die %D-Linie von oben nach unten durchschneiden. Die Idee dahinter findet sich im Mean-Reversion Ansatz ­– ein Markt sollte immer wieder zurück zu seinem normalen Trend kommen. In einer Seitwärtsphase halten sich Käufer und Verkäufer die Waage und der Kurs sollte weiter um seinen fairen Preis, also den Mittelwert der Price Range schwanken.

Dies sollte funktionieren, da eine Trading Range sich selbst erhält, weil Händler-Limits an den jeweiligen Extrempunkten der Seitwärtsphase platzieren, um gute Einstiege zu bekommen. Um nun aber nicht blind einen starken Kursanstieg oder Kursverfall in der Range über Limits zu kaufen oder zu verkaufen, wartet man lieber ab, bis der Markt die Trading-Idee etwas bestätigt hat und die %K-Linie die %D Linie schneidet. Somit verschafft man sich einen Vorteil, da der Einstieg im Gegensatz zu dem anderer Händler durch den Crossover bestätigt wird, der Markt also bereits angefangen hat, sich in die gewünschte Richtung zu Bewegen. So kann die Trefferquote eines Handelssystems gesteigert werden und dadurch wird die Volatilität des Depots reduziert.

Stochastics Divergenz – tiefere Hochs oder höhere Tiefs

Hoch- und Tiefpunkte lassen sich in einer Seitwärtsphase auch mit der Methode der Divergenzen erkennen. Der Stochastics eignet sich gleichfalls, um einen Ausbruch aus der Range zu prognostizieren. Erreicht der Indikator seine alten Hochs in der Seitwärtsphase nicht mehr oder erreicht er seine alten Tiefs nicht mehr, so kann dies als Anzeichen gedeutet werden, dass die Bullen bzw. die Bären –also die Käufer oder Verkäufer– zunehmend an Kraft verlieren. Dies begünstigt den Ausbruch also das Verlassen der Range.

 

Wo findet man den Stochastics Indikator in den gängigen Handelsplattformen

Trader Workstation

Die Traderworkstation ist eine professionelle Handelsplattform für den Aktien-, Futures-, Options- sowie FOREX- und Bonds-Handel. Sie ermöglicht das Einbinden verschiedenster Datenfeeds und unterstützen durch die Verwendung gängiger Programmiersprachen auch die Erstellung von Handelssystemen. Ein Orderbuchtrader sowie ausgefeilte Tools zur technischen Analyse, Risikoszenarien und Impliziter Volatilitätsanalyse sind integriert. Angeboten wird sie z.B.hier.

Wie man einen Chart öffnet und Stochastics hinzufügt, lässt sich dem Video entnehmen.

 

Metatrader 5

Der Metatrader 5 ist der Nachfolger der von den meisten Forex und CFD Brokern angebotenen Software MT4. Was sich im Vergleich zum MT4 geändert hat, kann hier nachgelesen werden.

Wie man einen Chart öffnet und Stochastics hinzufügt, lässt sich dem Video entnehmen.