Die Entwicklung der Nahrungsmittel im internationalen Maßstab startete im damals industriel entwickelten Großbritannien gegen Ende des 19ten Jahrhunderts. Die anfallende Arbeit wurde durch Maschinen ersetzt, Chemie gegen Pesizide eingesetzt, der Transport per Zug und Schiff startete dynamisch. Zölle wurden aufgehoben, die Freihandelspolitik liberalisiert und die Finanzmärkte entwickelten sich ebenfalls in einem enormen Tempo.

 

Damals waren die “alten” Konzerne noch sehr klein mit wenig vor- und nachgelagerten Stufen. Die vorgelagerten Unternehmen produzierten die Landmaschinen und den Dünger. Nachgelagerte Unternehmen konzentrierten sich auf den Handel und die Verarbeitung der Nahrungsmittel. Moderne Supermarktketten und Selbstbedienungsmärkte entwickelten sich erst spät gegen 1950 – 1960.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Ende des Protektionismus begannen die Nahrungsmittelunternehmen vermehrt ins Ausland zu liefern und investierten dort auch. Es entstanden die ersten multinationalen Konzerne. Das steigende Einkommen in Europa nach dem Krieg veränderte jedoch die Ernährung der Bevölkerung. Dem “Engelschen Gesetz” zufolge verwenden Menschen mit steigendem Einkommen einen immer geringeren Anteil der Einnahmen für Lebensmittel.

 

“Leider sind die Bauern die Verlierer der Entwicklung zu immer größeren Konzernen, obwohl sie einen wichtigen Teil in der Wertschöpfung erbringen”. In einem meiner Börsenbriefe habe ich bereits den Wertschöpfungsprozess in der Nahrungsmittelindustrie erläutert. Auch die sogenannten “Tante Emma Läden” um die Ecke wurden durch riesige Hypermärkte ersetzt.

 

Heutzutage gibt es wenige enorm große Nahrungsmittelkonzerne, die quasi die Welt “beliefern”. Diese Riesen sind überaus langlebig. Unilever, Nestlé und Coca Cola gibt es schon sehr lange. Coca Cola wurde bereits an amerikanische Soldaten in Europa während des zweiten Weltkrieg ausgegeben. Das Getränk sollte die Leistung der Männer erhöhen.

 

Die Topplayer dienen heute als “Megahub” für Marken. Nestlé hat über 20 Marken im Portfolio die jeweils mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz generieren. Mir kommt es oft so vor, dass die Marken unter den “Großen” hin und her gereicht wird. Die neueste Entwicklung geht jedoch klar Richtung Asien und den noch nicht entwickelten Ländern. Z. B. sind jetzt Brasilianer die größten Fleischlieferanten der Welt.

 

Eine Übersicht der wichtigsten Unternehmenszusammenschlüsse der letzten 10 Jahre:

  • InBev / Anheuser-Busch
  • Pfizer / Wyeth
  • Royal Dutch Shell / BG
  • AB InBev / SABMiller
  • AT & T / DirectTV
  • Heinz / Kraft
  • Dow / DuPont
  • Bayer / Monsanto

 

Und auch BigData hat einen immer größeren Einfluss auf die Bigplayer und Unternehmen wie IBM, Microsoft oder Oracle haben bereits ein Auge auf die Branche geworfen. Die Nachteile dieser großen Unternehmen sind offensichtlich:

  • Hunger
  • Klimawandel
  • Vergeudung
  • Mangelnde Nachhaltigkeit

 

Doch unter dem wachsenden Druck der Gesellschaft, Politik und anderen Organisationen werden die Unternehmen zu nachhaltigerem Handeln gezwungen.

 

Die 5 größten Nahrungsmittelunternehmen weltweit:

  1. Nestlé
  2. PepsiCo
  3. JBS
  4. Coca Cola
  5. Anheuser-Busch InBev

 

Die 5 größten Handelskonzerne weltweit:

  1. Wal-Mart
  2. Cargill
  3. Costco
  4. Kroger
  5. Tesco