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  • Europäische Aktien eröffnen nach Eskalation der Handelskonflikte tiefer
  • Donald Trump droht erneut mit WTO-Austritt
  • DE30 baut seine Verluste weiter aus
  • Lufthansa (LHA.DE) fällt nach Herabstufung um über 4%

Die europäischen Aktienmärkte weisen am Freitag weitgehend Kursrückgänge auf.  Dies ist auf eine weitere Eskalation beim Handelskonflikt zwischen den USA und China zurückzuführen sowie Trumps Androhung die Welthandelsorganisation (WTO) zu verlassen. Nach 30 Minuten fällt der DE30 um fast 0,9% und ist damit der schwächste Aktienindex in Europa. Während sich die allgemeine Stimmung am Aktienmarkt deutlich verschlechtert hat, leiden die Schwellenländerwährungen weiterhin unter ihren starken Rückgängen vom Donnerstag. Insbesondere die Abwertung des argentinischen Peso sorgte für Aufmerksamkeit. Dies veranlasste die Zentralbank dazu, den 7-Tage-Reposatz um bis zu 1.500 Basispunkte auf 60% anzuheben.

Dies war ein erstaunlicher Schritt, wenn man berücksichtigt, dass Zentralbanken üblicherweise Erhöhungen um 25 Basispunkte oder weniger vornehmen. Des Weiteren lehnte Donald Trump den EU-Vorschlag ab, alle Strafzölle auf Autoimporte abzuschaffen und drohte außerdem mit einem WTO-Austritt, wenn die internationale Organisation sich nicht weiterentwickeln würde. In einem Interview mit Bloomberg kritisierte der US-Präsident am Donnerstag erneut die Behandlung der USA durch die Handelsorganisation. Handelsminister Wilbur Ross folgte Trumps Gedanken und sagte: “Wir haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass unserer Ansicht nach einige Reformen in der WTO notwendig sind”.

Der DE30 fällt weiter, da die 12.500 Punkte-Marke nicht gehalten werden kann. Quelle: xStation 5

Die charttechnische Perspektive für den deutschen Aktienmarkt verschlechtert sich weiter. Dies gilt insbesondere, wenn wir das nahende Wochen- und Monatsende berücksichtigen. Im Wochenchart könnte der DE30 in der Nähe der 12.500 Punkte eine Shooting-Star-Formation ausbilden. In diesem Kontext nimmt die Wahrscheinlichkeit für weitere Rückgänge in den nächsten Tagen oder sogar Wochen zu. Sollten wir heute keinen Schlusskurs oberhalb der 12.500 Punkte sehen, wäre eine Abwärtsbewegung in Richtung 12.100 Punkte nicht unrealistisch. Angesichts der zurückgehenden Risikobereitschaft an den weltweiten Aktienmärkten dürften es die DE30-Bullen jedoch nicht leicht haben.

Lufthansa (LHA.DE) fällt nach einer deutlichen Herabstufung durch die Citibank. Quelle: Bloomberg

Die aktuelle Lage der europäischen Aktienmärkte könnte möglicherweise auf eine tiefere US-Eröffnung am Nachmittag hinweisen. Die S&P 500-Futures notieren zum Zeitpunkt des Schreibens fast 0,2% tiefer. In letzter Zeit waren die Aktienindizes der Wall Street jedoch recht widerstandsfähig gegenüber einer abnehmenden Risikobereitschaft, daher sollten auch weitere Gewinne nicht ausgeschlossen werden. Bei einem Blick auf die einzelnen DE30-Werte ist vor allem die Lufthansa (LHA.DE) hervorzuheben. Die Aktie verlor nach einer Herabstufung der Citibank über 4% an Wert. Die Bank stufte das Unternehmen von “Kaufen” auf “Verkaufen” ab und senkte das Kursziel von 32,50 EUR auf 19,90 EUR. Ebenfalls wurde darauf hingewiesen, dass die Gewinne von Nahost- und Billigfluggesellschaften gedrückt werden könnten. Ryanair, easyJet und Wizz sehen in Deutschland insgesamt steigende Kapazitäten, die die mittelfristige Preisschwäche vorantreiben könnten. Der Bericht zeigte auch, dass die Lufthansa sich deutlich weniger auf die Aktionärsrenditen konzentriert.

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Maximilian Wienke

Marktanalyst bei XTB

Maximilian Wienke, geboren 1992 in Kassel, beendete 2017 erfolgreich sein betriebswirtschaftliches Studium (B.A. Business Management) mit einem Doppelabschluss an der International Business School Nürnberg sowie der University of Sunderland.
Als jahrelanger aktiver Trader eignete er sich bereits in jungen Jahren Kenntnisse über diverse Finanz- und Kapitalmarktthemen an, insbesondere über derivative Finanzinstrumente, Charttechnik und automatisierte Handelssysteme. Erste praktische Berufserfahrungen sammelte er im Bankensektor (u.a. im Bereich Merchant Banking und Trading Capital Markets), bevor er 2017 in Frankfurt am Main seine Tätigkeit als Marktanalyst bei XTB Deutschland begann.

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