Im großen Dschungel der Derivate stellen wohl klassische KO-Scheine die wohl beliebteste und meistgenutzte Variante dar. Je nach Emittent bzw. Broker werden diese gerne auch als Faktorzertifikate, Optionsscheine, Waves uvam. bezeichnet. Der Kreativität bei der Namensgebung sind hierbei kaum Grenzen gesetzt und so versuchen Anbieter auch gerne mal damit die Vergleichbarkeit zu Mitbewerbern zu reduzieren oder geringste Feinheiten in der Produktbeschreibung als gänzlich anderes/noch nie dagewesenes Pendant zu vermarkten. Natürlich gibt es am Markt auch wirklich exotische Ausprägungen, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit findet jedoch wohl jeder Trader ein für sich passendes Portfolio an Produkten und auf Grund der Zielsetzung dieses Artikels ignorieren wir einfach die eher geringen inhaltlichen Unterschiede der vorgenannten Produkte.

Generell empfehle ich nach der Auswahl seines Produktes und einem entsprechenden Testbetrieb auf einem Demokonto dann auch wirklich bei diesem Produkt zu bleiben. Dies ist schon aus einfachen administrativen Gründen empfehlenswert, z.B. der schnellen Suche und Auswahl des gerade passenden Scheins.

Handling im Alltag

Doch selbst nachdem Trader und Produkt zusammengefunden haben, tauchen dann meist im Alltagsgebrauch erst die wirklichen Unklarkeiten auf.

In der Regel startet man mit seinem simplen Anlagewunsch, man möchte z.B. einen Call auf den DAX kaufen. Nun findet man auf einschlägigen Seiten riesige Listen von verschiedensten Scheinen und kann sich vielleicht gerade noch über eine Filterung am aktuellen gewünschten KO-Limit orientieren.

Oft folgen dann jedoch solche Gedankenspiele:

  • Der KO-Schein hat nun gerade einen nichtssagenden Kursstand von z.B. 21,95 EUR. Was möchte mir der Emittent jetzt damit sagen?
  • Und eigentlich möchte ich gem. Chartanalyse erst bei einem bestimmten DAX-Stand kaufen, da ich dort zB einen Ausbruch erwarte.
  • Aber welchen Kurs wird dieser Schein denn an diesem Punkt wohl haben, ich muss ja eine Stop- oder Limit-Order vorsehen?
  • Gem. Moneymanagement möchte ich aber höchstens 5% meines Depotwertes investieren.
  • Mein Cashkonto ist gerade nicht sehr liquide. Ich möchte aber das Maximum investieren aber nicht Gefahr laufen, dass meine Order mangels Deckung nicht ausgeführt wird.
  • Wie viele Scheine muss ich denn ordern, wenn ich doch jetzt keine Ahnung habe, wie der Kurs dann stehen wird?
  • Und mein Risk-/Moneymanagement sieht eigentlich einen maximalen Hebel von z.B. 2,5x vor, wo muss denn da überhaupt der KO des Scheines liegen?

Und an diesem Punkt hat der Trader meist noch gar nicht über ähnliche Unwegbarkeiten bei der Hinterlegung einer entspr. Stop-Loss Order nachgedacht.

Die “einfache” Lösung

Es ergeben sich hierbei einfach eine Menge an Fragen und viele Trader (nicht nur Anfänger!) behelfen sich der Einfachheit halber damit, die Scheine einfach live zu traden. Klar ist das eine mögliche Lösung, doch spätestens eine probate Stop-Loss-Setzung ist so eben gar nicht realisierbar.

Ich empfehle daher für das Management von KO-Scheinen ein einfaches Excel-Template zu nutzen, so wie ich es auch persönlich schon lange erfolgreich praktiziere.

Im folgenden habe ich die wichtigsten Berechnungschritte für eine Excel-Sheet zusammengefasst. Wenn man darauf aufbauend noch ein paar zusätzliche Daten und Formeln ergänzt, hat man sehr schnell ein vollständiges Order-Management inkl. chronologischer Performance-Dokumentation und der Möglichkeit, diese auch z.B. grafisch aufzubereiten.

Eine entsprechende Tabelle mit Klartext-Beschreibungen:

ko-berechnung(Die gelb markierten Zellen stellen hierbei Eingabefelder dar)

Und die Tabelle mit den hinterlegten Formeln:

ko-berechnung_formeln

Ich wünsche gutes Gelingen!

P.S.: Um den Rahmen des Artikels nicht zu sprengen, habe ich bewusst auf die Berücksichtigung der Finanzierungskosten während der Behaltedauer und die daraus resultierende, laufende Veränderung der Basis und des Derivate-Kurses verzichtet. Bei kurzfristiger Handelsdauer & geringer Hebelung ist dies jedoch zu vernachlässigen.

RISIKOHINWEIS

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MARKENRECHTE

Es wird darauf hingewiesen, dass es sich bei der Bezeichnung DAX® um eine eingetragene Marke der Deutsche Börse AG handelt.