“Eine Anwendungsvariante der DOW Theorie zum Identifizieren konkreter Handelssignale in einer mehrteiligen, detaillierten Schritt für Schritt Anleitung.”


Was bisher geschah…

In Folge 1 wurden bereits die Grundsätze der Handelsstrategie festgelegt und auf deren gedanklichen Ursprünge eingegangen. Weiters haben wir unter Zuhilfenahme der DOW-Theorie das 1. Kriterium überprüft und positiv bestätigt, dass sich der zu handelnde Basiswert in einem übergeordneten Aufwärtstrend befindet (siehe u.a. Folge_01, Baseline Pkt. b.).

Vorschau

In dieser Folge werden wir einen kleinen Zwischenschritt einlegen und den vorherrschenden Trend und das Kursniveau-Umfeld visualisieren bzw. qualifizieren. Auch wenn dies dann wohl erst frühestens in Folge 3 erfolgen wird, erarbeiten wir mit den nachfolgenden Arbeitsschritten die Basis für Zielkurs- und CRV-Annahmen. Ergänzend hierzu werden wir den Output dann auch als Kriterium für ein probates Money- und Riskmanagement heranziehen.

2. Bestimmung der Hoch- und Tiefpunkte

In Folge 1 haben wir erkannt, dass sich ein neues Höheres Hoch (HH) ausbildet, nachdem das Kursniveau des letztgültigen Hochs übertroffen wurde. Zwischenzeitlich hat sich der Kurs noch weiter erhöht und somit wird auch das HH mit jeder noch höheren Kurskerze angepasst. Nachdem der Kurs nun mittlerweile eine “signifikante” Abwärtsbewegung vollzogen hat, kann man das zwischenzeitliche HH als gültig annehmen und folgt nun dem abwärts laufenden Kurs, der Raktionsbewegung. Zur Erinnerung, das sich gerade ausbildende (vermeintliche) Höhere Tief kann erst “verlässlich” bestimmt werden, wenn wiederrum das aktuell gültige Höhere Hoch übertroffen wird.

3. Das Umfeld qualifizieren

Untergeordnet zur Trendbestimmung nach der DOW-Theorie kann man auch Trendlinien, -kanäle und Widerstands-/Unterstützungslevel berücksichtigen. Trendlinien werden eingezeichnet, in dem man zumindest zwei Tief- oder zwei Hochpunkte mit einer Linie verbindet. Per se sind diese daher diagonale Linien im Chart, die grobe visuelle Anhaltspunkte über die Trendrichtung und die vorherrschende Trendstärke geben. Im Gegensatz hierzu werden Widerstands- und Unterstützungslevel als horizontale Linien/Zonen/Marken bestimmt und signalisieren jene Kursniveaus, an denen der Kurs auffällig oft reagiert, z.B. ein Rücksetzen von einem bisheriges ATH.

In der Regel sollte man zum Erfassen und Einzeichnen solcher Orientierungen jenen Zeitinvertall wählen, den man auch zum Trading nutzen möchte (in unserem Fall somit H1). Man sollte sich auch ein wenig Historie mit anzeigen lassen und ruhig ein, zwei Schritte vom Monitor zurück machen … und damit eine Art Vogelperspektive wirken lassen. In unserem Beispiel “ghosten” wir auch ein wenig die Darstellung des Aufwärtstrends auf Tagesbasis, um davon nicht zu sehr abgelenkt zu werden.

Wir zeichnen nun Trendlinien, Unterstützungen und Widerstandsniveaus ein. Allgemein kann man festhalten, dass die Verlässlichkeit von Trendlinien zunimmt, wenn diese vom Kurs oft angelaufen wurden und von dort wieder abprallten. Weiters steigt gewöhnlich die Relevanz mit zunehmendem Bestand, also wenn eine Trendlinie über längere Zeit hinweg besteht.
Als Hilfestellung habe ich auch einige typische Kurs-Reaktionen mit Pfeilen im Chart eingezeichnet.

 

Betrachtet man nun den Kursverlauf fällt eine gewisses Gleichmäßigkeit der Entwicklung der Höheren Hochs auf, auch scheinen diese halbwegs parallel zu der untersten Trendlinie zu verlaufen.

Wir erweitern somit die außen/unten liegenden Aufwärts-Trendlinie zu einem Trendkanal und ziehen dessen obere Begrenzung in die Region der Höheren Hochs.

In diesem Fall passt der Trendkanal wirklich erstaunlich gut und uns liegt nun eine Indikation der weiteren Entwicklung des Aufwärtstrends vor. Wie eingangs erwähnt, ist so ein Trendkanal keineswegs verbindlich, er bildet aber zumindest eine Basis um eine Annahme bevorstehender Kursbewegungen zu treffen.

Man sollte auch ruhig einmal den Versuch wagen, einen Trendkanal in die Vergangenheit zu verlängern. Manchmal muss man erkennen, dass dessen Entwicklung bereits deutlich länger andauert, was wiederum seine Relevanz erhöht.

Ergänzende Informationen:
– Wird eine Unterstützung oder ein Widerstand nachhaltig durchbrochen, so ändert sich seine Funktion. Eine Unterstützung wird dann somit zu einem Widerstand bzw. vice versa.

– Es ist essenziell wichtig die Aussagekraft von charttechnischen Linien und dem vorherrschenden Trend korrekt einzuordnen. Die Trendrichtung und der -bestand wird ausschließlich von der Bestimmung gem. DOW-Theorie abgeleitet. Ein Bruch einer Trendlinie oder eines Trendkanals hat keine bemerkenswerte Relevanz. Sie lässt bestenfalls frühzeitige Schlussfolgerungen über die Verfassung des Trends zu, zum Beispiel ob die vorherschende Trendstärke eher rückläufig ist oder eher zunimmt.


Fortsetzung folgt …