Aktuell ist sein Name in aller Munde, Martin Schulz – der nächste „Kanzler“ – in den Augen der SPD. So geschlossen war die Fraktion schon lange nicht mehr und auch aus der Perspektive der breiten Medien hatte das Bündnis aus CDU und CSU schon lange keinen so starken Gegner, der sich ihnen im Wahlkampf gestellt hat.

Ein Kandidat wie Schulz hat ein echtes Potenzial Angela Merkel, die ja oft auch liebevoll Mutti betitelt wird, von ihrem Thron zu stoßen. Dabei ist Martin Schulz für viele Deutsche ein eher unbeschriebenes Blatt. In Gesprächen fallen immer wieder Begriffe wie Autodidakt, kein Studium, Buchhändler und viele mehr. Doch wer ist Martin Schulz wirklich und was sind die möglichen Vorteile sowie Nachteile, welche mit einem siegreichen Wahlkampf und einer Amtszeit als Kanzler für Deutschland entstehen könnten?

 

Kurzbiografie – Martin Schulz

Martin Schulz ist vor allem: Ein Unikat und bodenständig. Ein Original eben.

Am 20. Dezember 1955 geboren, hat er sein 60. Lebensjahr bereits hinter sich gelassen. Was ihn in seinem bisherigen Werdegang dabei besonders auszeichnet, ist hier kurz in Stichpunkten zusammengefasst.

  • Martin Schulz beendete seine Schulkarriere nach dem zweimaligen Wiederholen der 11. Klasse mit der Mittleren Reife
  • Er lernte einen kaufmännischen Beruf und wurde Buchhändler. Nach seiner Ausbildung war er für mehrere Jahre bei unterschiedlichen Verlagen tätig, bis er mit seiner Schwester eine eigene Buchhandlung eröffnete
  • In den 1970er Jahren verfiel Schulz dem Alkohol. Bis heute macht er aus dieser Tatsache keinen Hehl
  • Mit 19 Jahren (1974) trat Martin Schulz in die SPD ein und wurde 1987 zum jüngsten Bürgermeister in NRW
  • Im Jahr 1994 wurde Schulz in das Europaparlament gewählt
  • 2012 konnte er sich im ersten Wahlgang mit der erforderlichen Mehrheit gegen seine Gegenkandidaten behaupten und wurde Präsident des Europaparlaments
  • 2016 kommt die Entscheidung, die Europapolitik nicht um eine potenzielle weitere Amtszeit als Präsident des Europäischen Parlaments zu verlängern, sondern sich wieder der Bundespolitik zuzuwenden

Und jetzt steht Martin Schulz also vor seiner neuen Aufgabe als Kanzlerkandidat der SPD. Was wären die Vorteile und Nachteile, die ein Kanzler Schulz mit sich bringen würde?

 

Vorteile einer Wahl von Martin Schulz als Bundeskanzler

  • Martin Schulz ist für die internationalen Beziehungen, welche die Bundesrepublik Deutschland pflegt, mehr als ausreichend gewappnet. Mit fünf Sprachen ist Kommunikation für ihn kein Fremdwort (Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch und Italienisch)
  • Martin Schulz ist ein Autodidakt, der sein Leben lang bewiesen hat, dass er mit neuen Situationen umgehen kann. Sein Lebenslauf zeigt, dass er an allen denkbaren Gegebenheiten wachsen und lernen konnte und auch bereit dazu war. Diese Fähigkeit ist für Politiker von großem Vorteil und in einer Position wie der des Bundeskanzlers unerlässlich
  • Schulz ist ein „Mann des Volkes“. Durch seine Erfahrungen in der Kommunalpolitik ist er ein bodenständiger Mensch geworden. Er weiß um die Probleme in der Bevölkerung und hat eine wertorientierte sozialdemokratische Ausrichtung. Dies ist gerade in Zeiten, in denen der Populismus immer mehr Zulauf bekommt, ein interessanter Gegenpol
  • Schulz stärkt aktuell die SPD enorm -ganz gleich ob man nun die SPD wählt oder nicht. Eine facettenreiche politische Landschaft ist wichtig für lebendige Politik. Wie sagt schon das alte Sprichwort? Konkurrenz belebt das Geschäft- Und etwas Schwung in die Politik der etablierten deutschen Parteien zu bringen, ist mit großer Gewissheit von Vorteil
  • Mit seinem ausgeprägten Netzwerk und großer Erfahrung auf europäischer Ebene hat Martin Schulz das Potenzial Europa wieder enger zusammenrücken zu lassen und somit die vorteilhafte Position Deutschlands im Binnenmarkt zu erhalten
  • Mit ihm an der Spitze könnte Deutschland in Europa wieder in ein besseres Licht rücken, da er von allen Seiten als echter Europäer angesehen wird. Dies könnte Spannungen, welche durch die Flüchtlingsthematik der letzten Jahre aufgekommen waren, wieder lindern. Diese Lockerung wäre ein Vorteil für ganz Europa
  • Vor allem Pragmatismus ist es, was sich Martin Schulz mit auf die Fahne schreibt. Dies ist eine Eigenschaft, welche sich in der sich schnell verändernden politischen Landschaft der Welt als extremer Vorteil zeigen kann. Denn mit den Trumps und Orbans dieser Welt sind oftmals Entscheidungen gefragt, welche schnell umgesetzt werden können

 

Nachteile einer Wahl von Martin Schulz als Kanzler

  • Martin Schulz hat in den letzten Jahren kaum bis keine Schnittfläche zur Bundespolitik gehabt. Daher stellt sich an vielen Stellen die Frage, kann er überhaupt Bundespolitik in ausreichendem Maße überblicken und ausüben. Diese Unsicherheit ist wie Unsicherheit per se als Nachteil zu definieren
  • Seine fehlende akademische Ausbildung könnte auf internationaler Ebene für Unverständnis sorgen und sich als Nachteil in Verhandlungen erweisen
  • Martin Schulz wird in der Weltöffentlichkeit als Gesicht des Europaparlaments wahrgenommen. Dieses Branding lastet ihm auch im Amt des Bundeskanzlers an. Eine solche „Markierung“ kann sich als potenzieller Nachteil herausstellen (kann sich aber auch zu einem Vorteil kehren, je nach Situation)
  • Ein eindeutiger Kurs bezüglich der Schuldensituation in Europa fehlt Martin Schulz. Zum einen hat er ein tiefes Verständnis für Schuldenstaaten, zum anderen macht er sich für das Einhalten der Eurostabilitätsregeln stark. Dies könnte sich im Speziellen dann als Problem darstellen, sollte es im europäischen Schulden-Sumpf erneut zum Kochen kommen. Hier ist noch besonders herauszustellen, dass Martin Schulz ein Vertreter der vieldiskutierten Euro-Bonds ist. Euro-Bonds liefern, vereinfacht gesagt, die Möglichkeit für Europa Schulden gesamtschuldnerisch aufzunehmen und somit von einer besseren Bonität zu profitieren. Dies kann sich jedoch für Deutschland als Nachteil herauskristallisieren, sollten andere Länder zahlungsunfähig werden
  • Schulz ist überzeugter Europäer- So sagte Gianni Pittella, dass er ihn als eine große Führungspersönlichkeit sehe, sich aber auch sicher sei, dass er seine Erfahrung und Fähigkeiten im Bereich der Führung nicht nur für Deutschland sondern immer auch im Kontext der gesamten EU einbringen würde. Dies ist von der Grundtendenz ein großes Plus für Schulz, da die EU für Deutschland eine enorme Wichtigkeit hat. Jedoch ist unklar, ob er eine ähnlich harte Kante fahren würde wie Angela Merkel, welche die Interessen Deutschlands oft mit hohem Nachdruck durchgesetzt hat
  • Basierend auf Aussagen von Parteigenossen Sigmar Gabriel hat Martin Schulz im Speziellen in Brennpunkt Themen wie der Rente bisweilen nur geringe Erfahrungen gesammelt. Allerdings bedarf es hier in den kommenden Jahren einiger Entscheidungen. Hier ist mangelnde Erfahrung ein klarer Nachteil.
  • Laut N24 Berichten soll Martin Schulz auf Fragen der Aktivitäten in Berlin immer wieder geäußert haben: „Ich will kein Ministerpräsident werden. Ich will kein Bundesminister werden. Ich will kein Fraktionschef werden.“ So soll auch manchmal ein „Pfff Berlin“ gefallen sein. Nun winkt ihm aber genau dort ein Posten, sollten die Wähler sich für ihn entscheiden. Potenzielle mangelnde intrinsische Motivation kann sich gerade in solchen Positionen nachteilig auf die Leistung auswirken

 

Potenzielle Auswirkungen und Chancen für Deutschland

Die etwaigen Vor- und Nachteile, welche Martin Schulz als Kanzler für Deutschland haben könnte, sind in den oberen Abschnitten zur Genüge aufgelistet worden. Doch was sind die Auswirkungen, die sich daraus ergeben.

Fakt ist, dass auch in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Viele der Gesetze, welche dies möglich gemacht haben, gehen mit auf die Kappe der SPD auch wenn dies anderen Personen und politischen Geflechten zuzuschreiben ist. Mit Martin Schulz hat die deutsche Politik die Chance frischen Wind in die Segel zu bekommen, denn nach drei Amtszeiten ist es unter Umständen doch einmal Zeit für einen Wechsel. Die sich auf einen Wechsel beziehende Aussage beruft sich dabei nicht auf die etwaigen Leistungen oder Verfehlungen der Kanzlerin, sondern vielmehr auf die Tatsache, dass Brüche entstehen müssen, um an ihnen zu wachsen und sich zu verbessern.

Themen wie die Rente, Einkommensverteilung sowie Arbeitszeiten und der Umgang mit der zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung werden die Kernpunkte der deutschen Politik den nächsten Jahren sein. Entscheidungen in diesen Bereichen können über die Lebensqualität von vielen kommenden Generationen entscheiden.

Vor eben diesem Hintergrund gilt es ganz besonders die Auswirkungen abzuwägen, welche mit der Abgabe unserer Stimmen einhergehen.

Wir versuchen mit Herrn Schulz noch ein Interview zu führen, bzw. würden uns über ein Statement von ihm oder seiner Partei sehr freuen. Damit wünschen wir viel Erfolg für den Wahlkampf, mögen die Argumente entscheiden.

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